Ausgabe 
8.7.1926
 
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Oberhessen.

Landkreis Gießen

X Allen do rf o.d. L., 7.Juli. Die Kreisbau- behvrde laßt jetzt die für Automobile und Fuhr­werke gleich gefährliche kurze Kurve der Straße Wetzlar-Gießen art der Klee -- bachbrücke durch Anschütten wesentlich ver­breitern. Hierdurch wird die Gefahr eines Zusammenstoßes in der scharfen Biegung erheblich abgeschwächt werden. Die Kreis st raße von der preußischen Grenze bis Klein-Linden wird neu eingedeckt. In der Aähe der Ober­sorgemühle wird die Krümmung des Klee­bachbettes beseitigt und ein gerades kurzes Flußbett hergestellt. Durch Auffüllen des alten Bettes wird erheblich Land gewonnen, das bei der Feldberemigung mit aufgeteilt werden wird.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 7. Juli. Der hiesige G e - schichts- und Altertumsverein unter- nahm gestern einen Ausflug in die T a l z s l v r a von Wisselsheim (bei Dad»Aauheim), an dem sich auch eine Anzahl Mitglieder und Freunde Bad-Rauheims und der umliegenden Orte beteiligte. Lehrer H. Oßwald-Bad- Aauheim, ein vorzüglicher Kenner dieser

und dazu kamen noch etwa 250 000 Ausländer in anderen Lebensstellungen.

Die bei der jetzigen Volkszählung zutage getretene Verschiebung der Ziffern für die ein­zelnen Landesteile läßt sich bLsonders auf zwei Hauptgründe zurücksühren. Erstens sind nun die während des Krieges ans den eigentlichen Kampfgebieten nach Süd- und Westfrankreich vorübergehend verpflanzten Bewohner in ihre Heimatgebiete zurückgekehrt, und zweitens hat die rasch anwachsende industrielle Entwicklung in einigen Departements eine sehr begreifliche Zunahme der werktätigen Bevölkerung gezeitigt.

47 Departements weisen eine Zunahme und 41 Departements eine Abnahme der Bevölke­rung auf. Unter anderen Landesteilen zeigen die Departements Seine et Oise sowie Seine mit dem Zentrum Paris einen Zuwachs von 441 967, das Departement du Aord von 169 549 und Pas de Calais von 175 513 Menschen. 3n diesen Landesteilen ist die Zunahme im wesentlichen der wachsenden Industrie zuzuschreiben. Auch im Departement Bauches du Rhone nahm die Be­völkerung um 75 000 zu. In anderen Bezirken, so besonders in den Alpes Maritimes und im Departement Doubs, hat die systematisch durch­geführte Mobilmachung der Wasserkräfte eine recht belangreiche Zunahme der Bevölkerung her- vvrgerufen. In den Alpes Maritimes schätzt inan den Zuwachs auf nicht weniger als 100 000 Köpfe.

Im wesentlichen zeigt die jetzige Volkszäh­lung, daß die Bevölkerungszunahme keineswegs auf Geburtenüberschuß, sondern auf den Zustrom von Ausländern zurückzuführen ist. Rach Her­ausgabe der endgültigen und detaillierten Re­sultate wird es natürlich von Interesse sein, einen Ueberblick darüber zu gewinnen, wie sich zahlenmäßig diese Ausländer auf die verschiede­nen Rationen verteilen.

Im Verhältnis zu seiner Heimatbevölkerung, deren eigentlichen französische^ Teile obendrein nicht zunehmen, sind Frankreichs Kolonialbesit­zungen und Mandatsgebiete einfach übergroß. Mit Recht muß man daran zweifeln, ob daS Mutterland auf die Dauer in der Lage sein wird, diese ungeheueren Gebiete zu halten.

Mit Bezug auf das britische Welt­reich liegen die Verhältnisse viel günstiger. Hier hat das Mutterland jährlich einen starken Be­völkerungszuwachs. Allein im Iahre 1924 schickte das britische Inselreich nicht weniger als 155 374 und im Iahre 1925 wiederum 140 594 Ansiedler in die Gebiete seiner Dominions, darunter be­sonders nach Canada und Australien. Zu einer solch belangreichen Abgabe von Menschenmaterial zwecks Ansiedlung in seinen weiten Kolonialge­bieten ist Frankreich nicht in der Lage. Oben­drein liegen, abgesehen von den nordafrikanischen Dependencen, die meisten Lleberseebesihungen Frankreichs in tropischen Ländern, die sich für eine Daueransiedlung durch Europäer weniger eignen.

Mit der ilntertoerfung Abd el Krims geht der Marokkofeldzug langsam seinem Ende ent­gegen. Allem Anschein nach drängt Musso­lini bei dieser Gelegenheit nach einer neuen Marokkokonferenz. Dort will er dann offenbar Italiens Kolonialansprüche überhaupt zur Gel­tung bringen. Zweifellos hat sein Land einen starken Geburtenüberschuß, es drängt nach neuen Tätigkeitsgebieten, und das italienische Volk wird seinen Duce bei diesen Kolonialintentionen gegen­über Frankreich sicherlich unterstützen. Gerade für uns Deutsche mit unserer rasch zunehmenden Bevölkerung sind diese Dinge von allergrößtem Interesse, denn wie kaum ein anderes Volk in Europa haben wir ein gutes Recht, an der Sied­lungspolitik der Welt stärksten Anteil zu nehmen.

Was hatten Sie mit Molinski?"

Dem kleinen Polen? Sie das ist ein rei­zender Junge. Der war mir sehr sympathisch. Ja dem armen Bengel habe ich seinerzeit wohl viele unnötige Kopfschmerzen verursacht. Ganz gegen meinen Willen, ich schwöre Ihnen. Ich habe wahr­haftig selbst geglaubt, was ich ihm durch meine Andeutungen eingeredet habe. Glauben Sie mir, ich war außerordentlich überrascht, als ich später durch die Zeitungen erfuhr, daß Grete Brentheim nicht die Mörderin war."

Aber wie kamen Sie darauf, es zu glauben?"

Weil ich bestimmt dachte, sie gesehen zu haben, Mensch. Ich war in jener Nacht im Garten."

Das dachte ich mir."

"Den Alten hatte ich glücklich durch ein Ge- rausch, das ich draußen verursachte, ins Freie ge­lockt ohne von ihm gesehen worden zu sein. Auf einmal steht eine weihe Frauengestalt mitten im Garten, hebt mit einem leisen Aufschrei einen Revolver gegen den Kommissar, und ehe ich mir darüber klar werden konnte, was das zu bedeuten hatte, krachte der Schuß los und der Alte stürzte zu Boden. Ich glaubte fest und steif: es wäre seine Pflegetochter gewesen. Zumal ich einige Tage vorher eine sehr energische Aussprache zwischen Grete und Brentheim mitangehört hatte. Sie trafen mich übri­gens damals gleich nach diesem Streit, vor der Gar­tenpforte, erinnern Sie sich? Ja ich dachte mir, das Mädel hat sehr heißes Blut, von ihrem Vater her, wissen Sie, das merkte ich bei der Musik ich nahm also an, daß sie In einer Aufwallung von Zorn, vielleicht ohne zu wissen, was sie tat, halt ihren Pflegevater über den Haufen geschossen hatte. Wie hätte ich darauf kommen formen, daß es das

Der dritte Schutz.

Kriminalroman von Ole S t e f a n i.

(Schluß.)

Lieber Kramer, es ist mir eine Herzensfreude, Sie wiederzusehen, und da ich Sie draußen vorbeigehen sah, könnte ich mir nicht verkneifen, von der Ge­legenheit Gebrauch zu machen. Wie geht es Frau Ellen?"

Danke, gut!" knurrte Kramer wütend und amüsiert.Sagen Sie waren Sie die ganze Zeit über in Europa?"

Geschäftsgeheimnis, lieber Rechtsanwalt. Jeden­falls bin ich immer stark in Anspruch genommen gewesen."

Und man hat Sie immer noch nicht wieder fest­gesetzt?"

Nein denken Sie! Seitdem Sie den Kon­tinent verlassen haben, ist man mir gegenüber von einer bemerkenswerten Schüchternheit geworden!"

So? Nun, hören Sie, Racoszy: da wir nun mal zusammensitzen, könnten Sie mir eigentlich etwas aus den Tagen erzählen, als wir uns zum letzten Mal sahen. Mir ist damals nicht recht klar geworden, welche Rolle Sie eigentlich gespielt haben."

Ach damals in Godesberg? Lieber Kramer, das war ja eine schrecklich ernsthafte Geschichte, da­von spreche ich wirklich nicht gern." Seine Augen verdunkelten sich einen Moment.Damals wollte ich eine alte Rechnung liquidiert haben. Ich habe mich längst heiteren Branchen zugewandt. Aber wenn Sie nicht allzu indisret sind was wollen Sie wissen

Flora, hatte die Führung übernommen und machte die Teilnehmer in sehr interessanter und anschau­licher Belehrung auf die besonderen Merkmale, die charakteristischen Formen und die Anpassungs­fähigkeit einer großen Anzahl dieser Pflanzen, die sonst meistens nur am Meeresstrande Vor­kommen, aufmerksam. Leider sind schon eine An­zahl dieser Pflanzen ausgestorben, um ein wei­teres Aussterben zu verhüten, hat Lehrer O ß ' Wald es mit Erfolg unternommen, in dem Sumpfgcbiete bei Wisselsheim einen kleinen Raturschuhpark anzulegen, in dem diese Pflanzen geschützt werden; auch ist man mit Erfolg be­müht. die bereits ausgestorbenen Arten wieder anzupflcmzen. Sr. m a r ttin SaMtauSetm. einer der besten Kenner der Geschichte des Bade- wesens. gab anschließend noch sehr interessante Mitteilungen über das früher bei Wisselsheim betriebene Salzwerk und die dortigen Salinen. Den meisten Teilnehmern war es vollständig unbekannt, daß bet Wisselsheim früher ein Gradierwerk bestanden hat. Man sieht, wie wert­voll derartige Ausflüge für die Kenntnis unserer Heimat sind, und man kann nur wünschen, daß derartige Veranstaltungen öfter stattfinden möchten. _ _

WSN. Bnd-NauheiM, 7. Juli. Gestern nachmittag versuchte ein j n n g e r M e n s ch, sich in der Nähe des hiesigen Bahnhofs vor einen fah­renden Zug zu werfen. Ein in der Nähe stehen­der Feldhüter sprang im letzten Augenblick herbei und verhütete die Tat. Es handelt sich um einen jungen Mann aus Friedberg, der den größten Teil seiner Kleider ins Wasser geworfen hatte und nur noch mit Hose und Schuhen bekleidet mar. Die Po­lizei nahm sich des nicht ganz Zurechnungsfähigen an und transportierte ihn nach Friedberg.

00 Nieder-Florstadt, 7. Juli. In unjern Waldungen kommt die Tollkirsche noch an verschiedenen Stellen vor. Auch im benachbarten Hessenwald ist sie noch häufig zu finden. Ihr Standort ist dadurch leicht festzustellen, daß sie dieselben Plätze liebt wie Himbeeren. In­folge der starken Regenfälle führt die Ridda Hochwasser und tritt an einzelnen Stellen schon über ihre Ufer. Die Zahl der G r w erbslvfen ist hier wieder auf 100 gestiegen.

Kreis Büdingen.

!! Büdingen, 7. Juli. Der Gemeinde- r a t verhandelte in seiner jüngsten Sitzung u. a. über die Erbauung des Vierfamilien ha u- s e s für die Beamten der Neichsfinanzver- w a l t il n g. Die zuerst vorgesehenen Bauplätze am neuen Schulhaus und in der Hindenburgsiraße wurden preisgegeben und beschlossen, im Steinweg einen Bauplatz für das Gebäude bereitzustellen. Zum Schlüsse wurde noch über das Angebot einer Filmfirma über einen Fremdenwerbefilm verhandelt. Der Gemeinderat ist der Herstellung eines solchen nicht abgeneigt. Die Pflaste­rung der Hindenburg st raße ist jetzt soweit beendet, daß in Kürze mit den Arbeiten in dem Neuenweg begonnen wird. Unliebsam bemerkbar macht es sich, daß unter dem Eisenbahnviadukt nicht gepflastert worden ist. Für diese Stelle hat die Reichsbahnverwaltung die Unterhaltungspflicht. Hoffentlich führen die Verhandlungen mit dieser zu dem Ergebnis, daß auch hier gepflastert wird. Der diesjährige Kreistag wird am 10. Juli ab­gehalten. Auf der Tagesordnung steht vor allem der Voranschlag für 1926.

L. Nidda, 7. Juli. Heute wurde hier der Sommermarkt abgehalten. Wegen der im Kreise herrschenden Klauenseuche durften keine Schweine und kein Rindvieh aufgetrieben werden. Es standen etwa 100 Pferde und Fohlen zum Verkauf. Sicher wäre die Zahl viel höher ge- worden, wenn nicht gleichzeitig durch die Landwirt­schaftskammer in Reichelsheim i. d. W. eine Foh­lenversteigerung abgehalten worden wäre. Dieser Mißstand muß in künftigen Jahren vermieden wer­den. Trotz der großen Zahl der Marktbesucher war der Handel sehr gering. Es fehlt am (Selbe. Der Krämermarkt war verhältnismäßig besser. Die Heuernte ist hier größtenteils beendet, zieht sich aber infolge des ungünstigen Wetters nun doch noch in die Länge. Für frisches Heu werden gegen­wärtig 2,50 Mk. geboten. Bei diesem Preise halten aber die Verkäufer mit dem Absatz zurück. Infolge der sehr schweren Gewitterregen in den letzten Tagen hat sich das Getreide schon gelegt, hauptsächlich Roggen und Hafer.

]:[ Gelnhaar, 7. Juli. Im kommenden Ok­tober werden es bereits 5 Jahre, daß sich unsere Gemeinde mit dem Bau eines neuen Schul- Hauses befaßt hat. Die Verhandlungen scheiter­ten an der mangelnden Uebereinstimmung der da­maligen Gemeindevertretung. Im folgenden Jahre, durch den Kreisausschuß gezwungen, wurde mit den Ausschachtungen begonnen, aber erst 1923 ist der Rohbau fertiggestellt worden. Nachdem dieser zwei Winter hindurch stand, konnte im Herbst 1925 der Lehrer endlich einziehen. An einem der letzten Sonntags beschloß nun die jetzige Gemeindever­tretung, noch in diesem Jahre die N e b e n q e b ä u b e, sowie Hof, Garten, Brunnen unb Um­zäunung fertigsteUen zu lassen.

Bisses, 7. 3uli. Rach 14jähriger Tätig­keit in unserer Gemeinde verläßt uns Lehrer Wilhelm Henkel, um an seinem neuen Wir­kungsort Saubringen, Kreis Gießen, tätig zu sein. Mit ihm verliert die Gemeinde einen tüchtigen Lehrer, dessen Weggang allgemein be­dauert wird. Richt nur im engen Kreis der Schule war Lehrer Henkel rastlos tätig, auch im Vereins­leben unseres kleinen Dorfes wirkte er unermüd­lich, und in der sozialen Fürsorge ließ er es an seinem guten Willen und Können nie fehlen. Als Vorsitzender des Beamtenkartells Echzell war er allen Mitgliedern eine wertvolle Stühe.

A 2(ii5 der nordöstlichen We11eran, 7. Juli. Die Heuernte ist beendet. Dank der gün­stigen Witterung konnte Heu von guter Qualität nach Hause gebracht werden. Das Getreide hat sich in diesem Jahre an Halm und Aehre vor­trefflich entwickelt. Hafer und Korn sind fast gleich­lang im Halme, Gerste und Weizen stehen in der Entwicklung den genannten Getreidearien wenig nach. Infolge der starken Regenfälle der letzten Tage hat sich die Frucht, besonders auf gut gedüng­ten Böden, stark gelagert, auf manchen Aeckern liegt sie wie gewalzt. Die Kartoffelfelder zeigen diesmal ein ganz besonders prächtiges Aus­sehen ; Stengel und Kraut haben sich kräftig ent­wickelt.

Kreis Schotten.

Ib. Schotten, 7. Juli. Die diesjährige Heu­ernte ist besonders auf den Talwiesen reich an mancherlei Zwischenfällen. Vielfach wurde auf diesen die Mähmaschine außer Gefecht gesetzt, da sie samt den Zugtieren zu versinken drohte. Stecken bleiben unb Umwerben beim Ab­fahren des Heues sind alltägliche Erscheinungen. Mancher Pferdebesitzer muß mit Hilfe eines ge­liehenen Kuhgespannes sein Heu von versumpften Wiesen abfahren. Schwerere Unglücksfälle kamen bis jetzt nicht vor, aber ungemein häufig sind leich­tere Beschädigungen von Mensch, Tier, Maschine und Wagen, in jedem Falle Mahner zur gemein­schaftlichen 2(nlagc von Entwässerungsgrä­ben. Nachdem in den tieferen Lagen des Gebirges die Heuernte beendet ist, beginnt in den Wäldern und Feldgehölzen die H i m b e e r c r n t e. Infolge der Maifröste und naßkalten Frühjahrswitterung hängen die Beeren ziemlich vereinzelt und sind klei­ner als in früheren Jahren. Da die Obsternte nur spärlich ausfällt, sind die Himbeeren sehr begehrt, und wer Zeit hat, durchstreift den Wald, um süßes Wildobst zur Gelee- und Saftbereitung einzusam- meln. Die Bronibeerernte verspricht im kom­menden Herbste besonders reich zu werden, da die Brombeerhecken eben mit Tausenden von Blüten übersät sind.

4- Schotten, 7. Iuli. Die warme Witte­rung und der ausgiebige Regen in den letzten Tagen haben dem Boden gut zugeseht. Die Heuernte ist gut ausgefallen, es werden Pveise von 2 bis 2,50 Mark pro Zentner genannt. Auch die Frucht steht gut. Rotwendig wäre nur dem Vogelsberg, der jetzt schon mehrere 3ahre hindurch Mißernten gehabt hat, gutes, trockenes Erntewetter. Mit Beginn der Ferien ist auch der Fremdenverkehr und Sommerfrischebetrieb gestiegen. Die herrliche Ratur, die ausgedehnten schönen Wälder, die gute Luft, preiswerte Verpflegung sind besondere Vorzüge des Vogelsbergs.

Schotten. 7. Iuli. Am Sonntag stat­tete der Oberhesische Geschichtsverein, Sih Gießen, unserer Stadt einen Besuch ab. Unter sachkundiger Führung wurde ein Rund- gang durch die Stadt unternommen, das Schloß, alte Fachwerkhäuser und Sehenswürdigkeiten näher besichtigt. 3m Rathaus war eine kleine Altertumssammlung Schot tener Al­tertümer aufgestellt, die großes Interesse erweckte. Die Stadt ließ im alten städtischen Silberschah den Gästen einen Ehrentrunk kre­denzen. Eingehend wurde die altehrwürdige Liebfrauenkirche besichtigt. Pros. Dr. Rauch (Gießen) gab hierzu ausführliche Erläuterungen. Oberreallehrer Detter (Alsfeld) hielt einen sehr interessanten Vortrag über das früher hitzr bestandenecollegium musicum, d. i. die früher hier in großer Blüte bestandene Kir­chenmusik, etwa um 1570 begründet und bis 1824 bestanden. Ein großes Rotenmaterial, das im kirchlichen Archiv aufbewahrt wird, zeugt noch von dem Wert, den man früher auf die Pflege guter, kirchlicher Musik legte. Das Archiv der Kirche birgt überhaupt wertvolle Dokumente und Bücher einer längst vergangenen Zeit. Bei dem Essen begrüßten Baurat Rodnagel namens des Bauamts Schotten und Bürgermeister Men- g e l namens der Stadt Schotten die Gäste in herzlichen Worten: deren Vorsitzender Geheime Rat Prof. Dr. 2 e h a g h e i (Gießen) dankte für den überaus warmen Empfang. Sein Hoch galt der alten Stadt Schotten. Ein Gang nach Dem Alteburgskops, Gefallenendenkmal. Haus Lugins­land beschloß den Ausflug.

ld. Aus dem vorderenVogelsberg, 7. Iuli. Der erste Iulisonntag, der Tag des H o h e r o d s k o p f f e st e s , der im Volke als Regensonntag gilt, brachte auch in diesem Iahre

Dienstmäbchen in ihrer hysterischen Gespensterfurcht tat!"

Sie schwiegen eine Weile.

Racoszy!" sagte Kramer bann.Ich hoffe be­stimmt, Sie eines Tages hoch noch zu fangen!"

Ja? Das ist ausgezeichnet! Das gehört doch noch zu ben wenigen Reizen, bie mir bas Ba­feln zu bieten hat. Wie fanbeit Sie übrigens meinen Lachner?"

Nun, wenn man schon so etwas werten will so war es vielleicht Ihre beste Leistung!"

Nicht wahr?" rief Racoszy unb klatschte wie ein Kind in bie Hänbe.Das war meine glänzendste Rolle! Kramer, bas Wort vergesse ich Ihnen nicht!"

Nun" sagte ber Anwalt lächelnd,wenn wir einmal rein fachlich reben wollen, so kann ich mich beim doch nicht enthalten, Ihrer Eitelkeit einige kleine Stöße zu versetzen: war es benn nötig, baß Sie in ber Sanbverg-Maske meinem Assi- (tonten Schulz an jenem Nachmittag aus heiler Haut plötzlich Ihr Ehrenwort gaben. Sie wären nicht ber Mürber Brentheims gewesen? Was für eine romantische Pose, mein Lieber! Wie taktisch falsM unb gefährlich für Sie!

Unb vor allem: war es benn überhaupt nötig, baß Sie bamals als Rechtsanwalt Kramer aus­traten? Sie Haden an Nebengeräuschen in ber Leitung gemerkt, baß jemanb Ihr Gespräch abfing. Gut! Aber warum sind Sie in Ihrem grauen Auto nicht gleich Stübner entgegengefahren unb haben sich aus dem Staube gemacht? Wozu erst bas Ri­siko des Abenteuers auf ber Insel Grafenwerth?"

Racoszy zeigte lächelnb seine weißen, tabellofen Zähne:Sport, mein Junge. Davon lebe ich."

Na", sagte Kramer ausstehend,bas gerabe wirb es wahrscheinlich sein, was Sie mir eines

wieder Gewitter mit starken Riederschlä- g e n und Hagel. Wenn auch die abgeerntetsnl Wiesen, die Hackfrüchte und Futterpflanzen nach heißen Tagen eines ausgiebigen Regens bedurf­ten, so wars doch für die Fruchtfelder des Guten zu viel und diese liegen stellenweise wie gewalzt da. Am stärksten hat sich die Gerste, die in diesem Iahre besonders gut herausgewachsen ist, gelegt; sie wird sich auch kaum wieder erheben können, am wenigsten dort, wo gut gedüngt wurde.

=.= Gebern, 7. Juli. In ber Zeit vom 19. bis 31.Juli finbet hier für bie Lehrer bes Bezirks Gebern ein Werkunterrichts­kursus statt. Kursusleiter ist Schulrat D e n z e r (Dannstabt).

Id. Eichelsachsen. 7. Iuli. Die Maul- und Klauenseuche, die durch auf dem Ge­derner Prämiierungsmarlte von einem Händler gekaufte Ferkel in drei hiesige Bauerngehöfts eingeschleppt wurde, hat sich nicht weiten verbreitet. Da Viehhändler unser Dorf meiden, stockt der Absatz von Vieh, oder wird zum mindesten recht erschwert. Der dadurch der Landwirtschaft erwachsende Schaden wird in Zu­kunft zur größten Vorsicht beim Einkauf von Ferkeln bei Händlern mahnen.

* Groß-Eichen, 7. Iuli. In würdiger Weise beging der hiesige Turn-ve^ein das Fest seiner Fahnenweihe. Am Abend vor dem Hauptfesttag leitete ein Fackelzug die denk­würdige Veranstaltung ein. Auf dem Festplah brachte der Männergesangverei n unter Leitung seines Dirigenten Lehrer Ilge einen Chor zu Gehör, anschließend hielt der Vorsitzende des Turnvereins, Lehrer D o p f, eine Ansprache. Turnerische Darbietungen der verschiedensten Art, sowie Gesangsvorträge füllten den Abend weiter aus, ferner sprach noch der Vorsitzende Bopf über Zweck und Ziele der deutschen Turnfache, und dankte dem l. Turnwart Herrn. Stamm für seine eifrige Mitarbeit. Am Hauptfesttag, 6onn- tag, morgens fand Festgottesdienst statt, in dem Pfarrer König die Predigt hielt. Kurz nach 1 Llhr bewegte sich der Festzug zum Festplah, wo die GesangvereineE i n t r a cht"-La uba ch und Männergesangverein - Groh- Eichen unter Leitung von Lehrer Ilge mit einem Ehorgesang den Weiheakt eröffneten. Rach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden hielt Pfarrer S t a u b a ch - Watzenborn-Steinberg, der 18 Iahre lang hier als Seelsorger gewirkt hatte, die Festrede, der sich nach einem Prolog die Ent­hüllung und die Weihe der Fahne anschloß. Gau­oberturnwart Will- Gießen Überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Gaues Hessen und wies in treffenden Worten auf die Bedeutung und die Ziele des deutschen Turnens hin. Turnen des hiesigen Vereins in den verschiedensten Arten, sowie turnerische Darbietungen der Vereine Grün­berg und Laubach bildeten den Abschluß dev schönen Feier. Anschließend kam auch die Ge­selligkeit voll zur Geltung. Der Turnverein wurde 1913 von Lehrer Hallstein gegründet, der 1914 in Frankreich fiel. Der jetzige Vor­sitzende Lehrer Bopf steht seit Ende 1925 an dev Spitze des Vereins. Die schöne Fahne wurde von der Firma H i s g e n - Lich geliefert und ist zu aller Zufriedenheit ausgefallen.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg a. d. Ohm, 7. Iuli. Der Verbandstag der Freiwilligen Feuerwehren und glerchzeitig der Kreis­feuerwehrtag des Krerfes Alsfeld finden am 18. d. Mts. hier statt. Die hiesige Feuerwehr feiert bei dieser Gelegenheit ihr Stiftungsfest. An dem Feste werden neun Wehren des Kreises und die Wehren von Gießen, Lauter­bach, Lollar und Kirchhain teilnehmen. Bei einer Hebung unserer Wehr wird eine Mvtorfeuer^ spritze in Tätigkeit treten, die vielen Wehren noch nicht bekannt ist . Mit dem Ablauf der vorigen Woche kann im Ohmtale die Heu­ernte als beendigt angesehen werden. Da: inzwischen der Samen (Raps) herangereift ist, sind die Landwirte mit dessen Hinterbringung jetzt beschäftigt. Der Regen hat die Dodenkruste er­weicht, die Bearbeitung der Hackfrüchte ist dadurch wesentlich erleichtert.

ch Lehrbach, 7. Iuli. Die hiesige Hei- delbeerernte hat begonnen. In der Blüte versprach man sich eine reichere Ernte. Daß sie den Erwartungen nicht entspricht, daran sind wohl die Froste im Frühsommer schuld, wie überhaupt die ganze Obsternte unter der Kälte gelitten hat, zumal die Aepfel, was man jetzt erst gewahr wird. Viele Fremde, bie in früheren Iahren bei uns ihren Bedarf an Heidelbeeren zur Genüge decken konnten und durften, durchstreifen unsere Wälder, ohne leider das erwünschte Er­gebnis zu erzielen.

Starkenburg.

* Darmstadt, 7. Juli. Zum Rektor der Technischen Hochschule ist für bie Zeit vom 1. September 1926 bis zum 31. August 1927 ber orbentllche Professor Franz K n i p p i n g gewählt worben. Slättermelbungcn zufolge würbe in

Tages, wie ich hoffe, in bie Arme treiben wirb.- Aber nun muß ich wirklich gehen."

Ich auch!" sagte Racoszy, sich erhebenb.Aber durch einen anberen Ausgang. Ich habe mich auf­richtig gefreut. Sie zu sehen. Grüßen Sie Ihre schöne Frau» Was zum Teufel, Ali, willst bu wohl bem Herrn seine Uhr miebergebeh!"

Erstaunt blickte Kramer auf ben braunen Mann, ber ihm mit verlegenem Grinsen seine golbene Uhr hinhielt. Schnell steckte er sie roieber in bie Tasche unb knüpfte seinen Rock fest zu.

Hoffentlich fehlt Ihnen sonst nichts, nein? Also auf Wiebersehen im gemütlichen Deutschland. Gute Reise!"

Noch eins!" sagte Kramer, ehe er burch ben Gang ben Raum verließ.Ich war zwei Jahre nicht in meiner Heimat. Wissen Sie zufällig, wie es Maria geht?"

Sehr gut. Sie hat ihre Strafe hinter sich, ein Teil ist ihr wegen guter Führung mit Bewährungs­frist erlassen worben. Der gute Franz hat sie ge­heiratet. Sie betreiben jetzt eine nette kleine Gärt­nerei in Bonn unb ahnen nicht, wer ihnen seiner­zeit in einem krankhaften Anfall von Edelmut bie Summe geschickt hat, bie ihnen ben Ankauf ermög­licht bat.

Wer benn?" fraaie Kramer erstaunt.Sie haben boch nicht etwa selbst?"

Sagen Sie," unterbrach ihn ber Baron rasch, Sie wollen boch sicher auch gerne wissen, wie es Molinski geht?"

Ja?"

Er hat natürlich seine Grete gekriegt. Haben Sie etwas näheres erwartet?"

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