Ausgabe 
8.7.1926
 
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Schweres Unwetter bei Metzen

des

ablehnende Stellungnahme der preußischen Regier rung entsprechen, wie von zuständiger Stelle er klärt wird, nicht den Tatsachen.

Amerikas Enttäuschung.

. Neuyork 7.Juli. (TU.) Amtliche amerika- Nlsche Kreise bezeichnen die vorbereitende Abrüstungskonferenz als einen völligen Versager. Das Ziel, eine Grundlage für die Weltabrustungskonferenz zu finden, sei in keiner Beziehung erreicht worden. Die Washingtoner Re­gierung habe ihre Delegierten nur deshalb nicht ab­berufen, um nicht den Anschein aufkommen zu lassen als ob Amerika die Genfer Arbeiten sabotieren wolle. Das amtliche Washington habe aber bereits die Abberufung der Delegierten erörtert.

Reichsregierung wird allerdings ihren Stand­punkt, daß sie allein für die Ernennung der Bcrwaltungsratsmitglieder zuständig ist, voll auf- recht erhalten. Sie wird diesen Rechtsstandpuntt aber eingehend begründen und erwartet, das) die preußische Regierung ihn anerkennen wird. Vor allem ist man im Reichskabinett der Aus­fassung, Last der S taa t s g e rich ts h o f für dicse Frage gar nicht zuständig ist, da es sich ja nicht um die Auslegung von Staatsverträ- gen handelt. Die Anrufung des Staatsgerichts­hofs , würde nur im äußersten Konfliktsfalle in Betracht kommen und man hofft, daß Preußen uicfen Konflikt ebenso wie das Reich vermei­de n wird.

Hochschulnachrichten.

Der neue Rektor der Landes-Universität.

__ L. 11. Zum Rektor der Landesuni­versität für die Zeit vom 1. Oktober 1926 bis 30. September 1927 wurde in der gestrigen Sitzung des Gesamtsenats der ordentliche Pro­fessor in der Veterinärmedizinischen Fakultät Dr. Wilhelm Zwick gewählt.

Rektoratswechsel an der Universität Frankfurt.

weise erst feststellen, wenn die Flut völlig ver­schwunden ist.

Ebenfalls schwer betroffen wurde die Feldmark zwischen der Station Schiffenberg und dem Orte Watzenborn-Steinberg. Auch hier waren die Wassermengen so gewaltig, daß die Senkung des Geländes

zwischen der Station Schisfenberg und den Orken Watzenborn-Steinberg in kurzer Zeit in einen See verwandelt

wurde. Die Straße nach der Station Schiffenberg war sehr bald schon überflutet, so daß es den in den frühen Morgenstunden zur Arbeit nach Gie­ßen gehenden Bewohnern Watzenborns nicht mög­lich war, die Station Schiffenberg zu erreichen. Auch mit Fahrrädern oder Wagen war hier nicht durch­zukommen. Es blieb den Leuten nichts anderes übrig, als umzukehren und den Umweg über die höher gelegenen Gemarkungsteile nach Garbenteich zu machen, um von hier aus mit einem späteren Zuge Gießen zu erreichen. Die Bahn st recke zwi­schen Garbenteich und Gießen stand in dem betroffe­nen Geländeteil bis zur Schienenhöhe im Wasser. Da aber auch hier im Laufe des Vor­mittags die Flut zurückging, konnte der Zugverkehr ohne Unterbrechung aufrechterhalten werden. Wat­zenborn-Steinberg wurde von den Niederschlägen gleichfalls stark betroffen, jedoch trat hier glücklicher­weise ern st erSchaden nicht ein, da die höhere Lage Watzenborns ein rasches Abströmen der Flu­ten in die Felder bewirkte.

Die direkte Land st raße zwischen Stein­berg und G i e ß e n lag an der tiefgelegenen Stelle im Wiesengrund bei Steinberg gleichfalls tief un­ter Wasser, so daß auch hier keinerlei Passier­möglichkeit vorhanden war. Von der Gewalt der Wassermengen zeugt die Tatsache, daß an der Brücke über den Bachlauf bei Steinberg die G e > länderpfosten u'n b - balken glatt weg­gerissen wurden. Ferner spülte die Flut große Mengen Feldgewächse mit fort. Von den Bewohnern wird erklärt, daß sie in den letzten 30 Jahren ein Unwetter von d i e s e r H e f t i g k e i t nicht erlebt hätten. Daß das Wetter in der Tat ganz außergewöhnlich schlimm war, teilt auch die hiesige Wetterdienststelle mit, die im heutigen Wet­terbericht von der

letzten Rächt eine Riederschlagsmenge von 74 Millimeter

meldet. Bei allem Unglück, von dem unsere süd­liche Nachbarschaft betroffen wurde, muß man es noch als eine glückliche Fügung onsehen, daß die Flut ohne weitere Hemmnisse rasch verlaufen konnte. Von Schadensfällen auf dem Abflutwege durch den Kleebach zur Lahn liegt uns bis zur Stunde keine Meldung vor.

Nachdem die letzten Tage auch in der hiesigen Gegend mehrfach starke Regenfälle und in naher Entfernung vorbeiziehende Gewitter gebracht hat­ten, die glücklicherweise keinen allzu schweren Scha­den anrichteten, setzten gestern abend gegen 9 Uhr in Gießen und in der Umgebung wiederum kräf­tige Niederschläge em, die in unserer Stadt bis gegen 1 Uhr nachts anhielten. Gegen morgen, etwa von 4 Uhr ab, war hier ein Gewitter bemerkbar, 'das erneut kräftige Negenfälle brachte. Erst gegen 6 Uhr sanden die elektrischen Entladungen ihr Ende, dagegen dauerten die Niederschläge noch bis gegen 7 Uhr an.

In der Nacht gegen 3 Uhr tobte ein st a r k e s Gewitter auch in der südlichen Umgebung Gießens. Der Mittelpunkt des Unwetters war bei den Orten Hausen, Garbenteich und Watzenborn - Steinberg. Das Gewitter dauerte hier bis gegen 45 Uhr an, wobei die Nieder­schläge ziemlich beträchtlich waren. Im Anschluß an dieses Wetter setzte gegen 25 Uhr ein molken- bruchartiger Regen ein, der mit außer­ordentlicher Heftigkeit ohne Unterbrechung bis gegen 7 Uhr niederströmte. Das Unwetter brachte für die betroffenen Orte, insbesondere für

Garbenteich große Wassernot.

Von den höhergelegenen Feldern und Ortsteilen strömte die Flut in raschem Steigen in die tiefer- gelegenen Straßen Garbenteichs, wo im Handum­drehen das entfesselte Element nicht nur die Stra­ßen überflutete und dabei erheblich beschä­digte, sondern auch in die Keller, Wohnun­gen und Stallungen eindrang. In zahl­reichen Wohnungen schwammen die Möbel im Wasser. Stellenweise stand die Flut sogar bis zur halben Treppenhöhe nach dem er st en Stockwerk hinauf. Bei der Bergung des Mobiliars und des Viehes mußten die Retter etwa bis zur Brust­höhe in den reißenden Fluten waten, die aus den Ställen geholten Pferde konnten: sich nur durch Schwimmen in der Flut be­haupten, das Kleinvieh mußte entweder getragen oder auf Wagen in Sicherheit gebracht werden. Von dem Federvieh scheint viel umgekommen zu sein: Augenzeugen berichten, daß sogar Enten sich schwimmend nicht behaupten konn­ten, sondern in dem Strudel der Fluten untergingen. Heute vormittag gegen 10 Uhr war die Flut glücklicherweise schon im Verlaufen begriffen, jedoch stand das Wasser in manchen Wohnungen noch bis zu s/4 Meter Höhe. Soweit man bis jetzt übersehen kann, ist der Schaden im Feld, in den Gärten und im Orte selbst sehr groß. Näheres hierüber läßt sich natürlicher-

Die englische Kohlenkrisis.

London, 7. Juli. (WTD.) 3m Unterhaus ist der vom Handelsminister geforderte Kredit von drei Milltanen Pfund Sterling zum An­kauf von ausländischer Kohle mit 245 gegen 115 Stimmen gebilligt worden, nachdem em Antrag der Arbeiterpartei auf Herabsetzung dieses Kredites abgelehnt worden war. Die Ar- beckerparter erhob Einspruch gegen die Einfuhr deutscher Kohle und gegen die Ausgaben, die die Riederlage der britischen Bergarbeiter bezwecken. Der Bergbauminister gab bekannt, daß in den letzten zwei Monaten 1012 000 Tonnen Kohle aus Europa und den Vereinigten Staaten in England e i n g e f ü h r t worden seien. Die Eisen­bahngesellschaften machen bekannt, daß am 19 3uk der volle fahrplanmäßige Be­trieb wieder ausgenommen wird. Diese Mit­teilung, die zweifellos im Einvernehmen mit der -Regierung erfolgt ist, kann als deutlicher Hin­weis dafür angesehen werden, daß mit eurer baldi g en Beilegung des Kohlen­konfliktes gerechnet wird.

der ge­bet Dr. Dr.

Staatssekretär a. D. Dr. Lewald

feiner Freube darüber Ausdruck, daß die Deutschen Kampfspiele im befreiten Köln stattfänden und da­durch zu einem Befreiungsfest des ganzen deutsckien Volkes wurden. Die großen Erfolge des deutschen Sportlebens, die gerade in letzter Zeit im Ausland errungen roorbrn feien, seien ein nicht zu unterschätzender Schritt auf dem Wege zur inter­nationalen Verständigung.

Gouverneur o. D. Dr. Schnee

dankte im Namen des Bundes der Auslanddeutfchen der Stadt Köln, daß sie durch die Deutschen Kampf­spiele den Auslanddeutschen Gelegenheit gegeben habe, wieder am befreiten Rhein ihre Gefühle für das deutsche Vaterland zum Ausdruck zu bringen. Weiter sprach er die Hoffnung aus, daß auch für die Volksgenossen im noch besetzten Gebiet bald die Stunde der Befreiung schlagen möge. In großen Zügen gab der Redner ein Bild davon, eine wie ge­ringe Rolle die Auslanddeutschen vor dem Kriege bei weiten Kreisen des deutschen Volkes gespielt haben. Kostbares deutsches Stammesdlut sei damals verschwendet worden. Seitdem aber ganze Gebiets­teile vom Mutterlande abgetrennt wurden, habe der Begriff des Auslanddeutschtums für uns die ihm zukommende Würdigung gefunden. Zur Frage der Kolonialmandate betonte Dr. Schnee die Notwendigkeit, unsere Ansprüche immer wieder zU betonen, bis sie erfüllt seien. Nach seiner lieber- Zeugung sei eine Außerachtlassung unserer Forde­rung auf die Dauer unmöglich. Es handle sich hier um eine Notwendigkeit des Völkergeschehens. Der Redner schloß seine Ausführungen, indem er im Namen der Auslanddeutschen das Gelöbnis ab­gab, baß sie am beutschen Daterlanb festhalten unb der Heimat bie Treue bewahren würben.

Das Dolksentscheidsergebnis in Hessen.

Darmstadt, 7. Juli. Das amtliche Er­gebnis des Vvllsentscheids über den Entwurf eines Gesetzes zur Enteignung der Für­st e n v e r m ö g e n am 20. Juni 1926 liegt jetzt vor. Aus dem umfangreichen Zahlenmaterial seien hier nur die Gesamtziffer-n für Hessen wiedergegeben. Die Zahl der Stimm­berechtigten betrug 866 625, Stimmscheine wurden 5103 abgegeben. Die Zahl der abgege­benen Stimmen überhaupt betrug 374 728. 10 156 . Stimmen waren ungültig. Die Zahl der gül­tigen Stimmen belief sich auf 364 572. Don den gültigen Stimmen lauteten für den Gesetz­entwurf (Ja-Stimmen) 348 954, gegen den Gesetz­entwurf (Rein-Stimmen) 15 618. Beim Volks­begehren betrug die Zahl der Eintragungen 325 609. Auf hundert Stimmberechtigte kommen 40,3 gültige Ja-Stimmen.

Die Auseinandersetzung mit den Hohenzovern.

Kunst und Wissenschaft.

Gemäldeversteigerung in Frankfurt.

Bei der Versteigerung von Gemälden moderner Meister im Auktionshause Rudolf Bangel in Frankfurt, dessen Katalog wir kürzlich anzeigten, wurden u. a. folgende Preise erzielt: Lieber- mann (Spinnerinnen) 10 800, Thoma (Wiesen- landsckaft) 7800, D a u m i e r (Drei Köpfe) 7800, Trübner (Prozession) 5600, Munch (Am Fen­ster) 4800, S p i tz w e g (Sommertag) 4800, R e - noir (Pfirsiche) 4600, Courbet (Winterland­schaft), 4100, Achenbach (Aufnahme des Lotsen) 4000 und S l e v o g 1 (Pfalzlandschaft 3000). Die Beteiligung aus dem In- und Auslande war sehr rege. Auch Museen waren vertreten.

Professor Kraus bleibt in Frankfurt.

Professor Clemens Krauß, der Intendant des Frankfurter Opernhauses, der vor einiger Zeit einen Ruf an die Wiener Hofop r unter günstigen Bedingungen erhalten hatte, hat nunmehr seinen Vertrag mit der Stadt Frankfurt verlängert.

Entdeckung einer Wikinger-Inschrift.

Bei Cpokane im Staate Washington (11. S. A.) wurde ein Felsblock mit einer Runeninschrift gefunden, die der norwegische Professor Opsjon entzifferte. Die Inschrift besagt, daß dort vor etwa 1000 Jahren eine kleine Gruppe Wikinger gelandet sei und einen schweren Kampf mit In­dianerin zu bestehen hatte. Der Zugang zu dem Grabe, in dem die Gefallenen bestattet sind, wurde noch nicht sichtbar. Auf der Tafel ist auch noch eine früher unternommene Wikinger-Ex­pedition erwähnt.

Ausgrabung einer prähistorischen Stadl bei Odessa.

Bei Ausgrabungen in der Rähe des Dorfes llfsatow, 7 Werst von Odessa entfernt, entdeckten Gelehrte des Odessaer Historisch-Archäologischen Museums Reste einer prähistorischen Stadt. Die Fundamente, Mauern und ein ganzes Reh mit Kalksteinen gepflasterter Wege sind gut erhalten. Es wurde viel wertvolles wissenschaftliches Ma­terial zutage gefördert. Rach Ansicht der Ge- leorten ist damit ein Bindeglied zwischen der prä­historischen ukrainischen Tripolis-Kultur und der historischen griechisch-scyth'.schen Epoche deS nörd­lichen Schwarzmeergebiets gefunden worden.

Ein Tagdes Auslanddeutschtums in Köln.

Köln, 8. Juli. (TU.) Im Rahmen der Deutschen Kampfspiele fand am Mittwochabend im großen Saal der Kölner Messe ein Deutscher Abend statt, der insbesondere der Begrüßung der zu den Deutschen Kampfspielen nach Köln gelommenen Auslanddeutschen galt und gleichzeitig den Deutschen im Ausland zeigen sollte, daß nach wie vor jeder Deutsche sich mit seinen Landsleuten im Ausland kulturell und geistig eng verbunden fühlt.

Oberbürgermeister Dr. Adenauer

hielt die Begrüßungsansprache, in der er darauf hinwies, daß infolge des verlorenen Krieges 20 Millionen Deutsche in Europa getrennt von der Mutter Germania seien. Die Deutsch­österreicher habe er dabei noch nicht mitgerechnet, denn die sechs Millionen Deutschösterreicher seien Deutsche wie wir und bildeten einen deutschen Staat wie wir. Rur fremde Willkür halte sie noch von uns fern. Außerhalb Europas seien weitere 20 Millionen Deutsche getrennt von uns. Riemand in Deutschland denke daran, diese 46 Millionen Deutsche, die von uns getrennt sind, aj(e mit uns Politisch zu vereinen. Das fei ein unmöglicher Gedanke. Wer nötig sei, daß diese 46 Millionen Deutsche mit uns in Sprache und Kultur vereint bleiben. Auch die­ses Derbundensein sei ein lebender Faktor von gewaltigem Ausmaß. Diese kulturelle und gei­stige Verbundenheit mit den Auslanddeutschen wach zu halten und immer fester zu gestalten, iazu seien dieselben Faktoren wieder berufen tie vor 100 Jahren sich ans Werk begeben hätten: Gesang, Turnen und der Sport. Er grüße sie heute als die Deutschen, die auf der weiten Erde zerstreut seien.

Nach Oberbürgermeister Dr. Adenauer gab der Vorsitzende des Reichsausschusies für Leibesübungen,

deutsche Volkspartei und Arbeitsgemeinschaft der Rechten.

Bdrlin, 7. Juli. (TU.) Die Nationalliberale Korrespendenz befchäftigt sich heute mit der An­regung der Arbeitsgemeinschaft im preußischen Staatsrat, in allen Parlamenten und Körperschaften zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaftder staatser'haltenden Parteien zu schreiten und bemerkt zu diesem Thema u. a. folgendes:

Eine Stellungnahme durch die berufenen Instan­zen der Deutschen Volkspartei ist zur Zeit nicht möglich, da Fraktions- und Parteivorstand in Ber­lin nicht versammelt sind. Man wird darauf Hinwei­sen müfsen, daß eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Parteien, von denen die eine in der Regierung, die andere in der Opposition sich befindet, praktisch nicht möglich ist. Bevor man daher den Ge­danken einer engeren Zusammenarbeit zwischen Deutschnationaler Partei und Deutscher Volkspartei überhaupt erörtern kann, mühte diese Divergenz beseitigt sein. Aber auch bann kann sich das engere Verhältnis nur aus einer längeren tatsächlichen poli­tischen Entwicklung ergeben. Die Erlebnisse der letzten Jahre können nach dieser Richtung nicht optimistisch stimmen. Was heute für die Deutsche Volkspartei der Kern des liberalen Gedankens ist, das hat bei der letzten Sitzung des Zentralvorstandes der Deutschen Volkspartei Geheimrat Kahl als den verantwortungsbewußten Tatsachen- m u t bezeichnet, das ist das innere Pflichtgefühl, sich zum Staat zu bekennen und an ihm mitzuarbeiten, auch wenn uns manches an diesem Staat nicht ge­fällt. Die Deutschnationale Volkspartei hat sich bisher nicht zu diesem Standpunkt durchringen können: sie hat im vorigen Jahr zwar einen Anlauf genommen, hat es aber bann roieber oorgezogen, sich in bie Opposition zurückzuziehen und diejenigen zu schellen, die ihre innerste Pflicht an verantwortungsvoller Stelle zurückhält. Mancherlei Anzeichen sind dafür vorhanden, daß man in deutschnationalen Kreisen das Verkehrte dieses Weges erkannt hat. Der Ent­schluß der Deutschnationalen Partei zur Rück­kehr zur verantwortlichen Mitarbeit erscheint uns daher die erste Voraussetzung für eine Entwicklung in der Richtung auf die Anregung der preußischen Arbeitsgemeinschaft im Staatsrat zu sein.

Zum Rektor der Frankfurter Universität für das Amtsjahr 1926/27 wurde der ordentliche Professor der wirtschaftlichen Staatswissenschaften und ' Finanzwissenschaft Dr. Wilhelm Gerlofs wählt. Zu Dekanen wurden gewählt: in juristischen Fakultät Geh. Justizrat Professor Burchard, in der medizinischen Professor Bernhard Fischer, in der philosophischen Pro­fessor Fedor Schneider, in der naturwissen­schaftlichen Professor Dr. Erwin Madelung, in der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Professor Dr. Kal ve ran.

Berlin, 7. Juli. (TU.) Zu dem Ersuchen Generalbevollmächtigten des ehemaligen preußischen Königshauses, v. Berg, in Vergleichsverhand­lungen mit den Hohenzollern einzutreten, hat die preußische Regierung bisher einen Beschluß noch nicht gefaßt. Die Pressemeldungen über eine

aus ei Hier Welt.

Unwetterkatastrophe in Satbfcn.

©ine furchtbare Unwetterkatastrophe, wie sie feit 1870 nicht wieder zu verzeichnen gewesen ist suchte am Dienstag nachmittag die Gegend von Bischofswerda heim. An Fluren, Straßen und Häusern wurde unübersehbarer Schaden an­gerichtet. Am schwersten tour je der Ort Burka heimgesucht. Auf den umliegenden Bergen ging über eine Stunde lang ein Wolkenbruch nieder. Mit elementarer Gewalt schossen bie Wasser- massen die Berge herab, ergossen sich ins Dorf und rissen alles mit sich fort. Viel Kleinvieh ist in den Fluten umgelommen. Der Ort bildet einschrecklichesDildderDerwüstung. In Demih-Thumiy kamen die Fluten in den Dahngleisen der Strecke Görlitz-Dresden ange- toälzt und ergossen sich in die Dahnhofsanlagen. bie unter Wasser gesetzt wurden. Auch weiterhin nach Bautzen standen die Kartoffelfelder unter Wasser. Bei Spittwitz ist das Schwarzwasser aus den Ufern getreten.

Eme neue Einsturzkatastrophe.

Augsburg, 8. Juli. Am Mittwoch nach- ^stttag suchten in Bernstein ani Walde etwa 40 Personen, Männer, Frauen un& Ander, vor einem Gewitterregen Schuh und ftüch- teteii in eine leerstehende Turnhalle. Infolge ^Es Blitzschlages stürzte die Giebelmauer der Turnhalle ein und begrub öie Schuh- fucfyenben unter sich. 14 Personen wurden ourep herabstürzende Mauerstücke schwer ver­letzt.

_ . Tleue Unreeller in Oberoskerreich.

, , 7. ijult (WB.) Heber Oberösterreich

hat sich gestern ein neues 'Unwetter entladen. In Vragarten wurde die Einwohnerschaft morgens durch Hornsignale der Feuerwehr aus den Häu­sern geholt, da sich ungeheure Wassermassen her­anwälzten. Das Vieh muhte aus den Ställen getrieben werden: es konnte nur mit knapper ' Olot gerettet werden. Der Schaden an Kulturen 1 ift sehr groß. Die Straßen wurden bis auf den steinigen Untergrund aufgerissen. Sogar beladene Heuwagen wurden von den Fluten fortgetragen.

Ucberfdjroemmungen in Mexiko.

2>ie immer weiter ansteigenden Wassermasfen lassen eine Isolierung der Stadt Mexiko be­fürchten. Im Umkreis von 15 Kilometern von

B.nb die Eisenbahnschienen unter Wasser. Man befürchtet den Ausbruch einer Hungers» n o t, wenn es nicht gelingt, rasch größere Men­gen von Lebensrnitteln nach der Stadt zu brin­gen. Die Ernte auf der mexikanischen Hochebene ist vollkommen vernichtet. Man schätzt den Schaden auf 10 bis 15 Millionen Pesos.

Die blinden Passagiere vomSibi Ferruch-.

In Marseille wurde in der Angelegen^ peit ver h eiml ichen Einschiffungen an Zord des DampfersSidi Ferruch", in dessen Bunkern elf Araber, welche die Fahrt von Algier nach Marseille als blinde Passagiere zurücklegen toollten, ben Sob fanden, das Urteil gefällt. Sechs Angeklagte wurden zu je zwei Jahren Gefängnis und je 6000 Franks Geldstrafe.Ver­urteilt Gin weiterer Angeklagte wurde wegen mangels an Beweisen freigesprochen.

3m Skeinbruch verunglückt.

$n einem Steinbruch in Hohen st ein (Taunus) ereignete sich ein schwerer Unfall. Za>ei tvaren damit beschäftigt, Gesteine mit­tels Muldenkippern zu befördern. Einer berfelbeir hatte sich rittlings auf einen Bremshebel gesetzt und konnte deshalb nicht mehr abspringen, als der Wagen nicht zum Stehen kam. Offenbar war bet Bremshebel nicht richtig angesetzt. So stürzte der Arbeiter mitsamt dem Kipper in die Tiefe, wo er mit zerschmettertem Schädel und gebroche­nem Genick tot liegen blieb. Der andere Arbeiter hatte sich an dem Geleise zu schaffen gemacht und entging so dem Verderben.

versicherungsfälschungen.

Die Münchener Polizei ift einer grofeangeleg­ten Fälschung von Angestelltenversicherungsmar­ken auf die Spur gekommen und hat die Täter verhaftet. Vier Buchdrucker und ein Po st angestellter kamen überein, Marken dieser Versicherung anzufertigen und in den Verkehr zu bringen. 110 Bogen zu je 100 Mar­ken wurden hergestellt und dem Postangestellten am Schalter zur Weiterveräußerung übergeben. Durch die Aufmerksamkeit eines anderen Post­beamten wurde der Verkauf der Versicherungs- marken rechtzeitig vereitelt und die Behörde in Kenntnis gesetzt.

Ein Irrsinniger im Eisenbahnzug.

In dem Aachmittagszuge zwischen Immen­hausen und Mönchenhof (bei Kassel) spielten sich am Montag gegen 4 Ahr aufregende Szenen ab. In einem Abteil vierter Klasse, das mit Ar­beitern und Arbeiterinnen besetzt war, sprang plötzlich ein großer Mann auf, der schon vorher; durch seine starke Figur aufgefallen war, und raste mit einem großen Dolchmesser in der Hand unter Drohrufen im Abteil um» her. Die Insassen flüchteten, nachdem auf das Ziehen der Rotbremse der Zug hielt, aus dem Abteil. .Auf der freien Strecke gelang es einer Anzahl Männer, den Tobsüchtigen zu überwäl­tigen und in Immenhausen der Polizei zu über­geben, die ihn dem Kasseler Wohlfahrtsheim übergab. Die Zuginsassen kamen mit dem Schrek- ken davon.

Durchgebrannte Affen.

Die fünf Affen des Heidelberger anatomischen Instituts haben bas Weite gesucht, unb zum Er­götzen der Straßenvassanten in ber ganzen Stabt akrobatische Kunststücke auf Dächern, an Blitzablei­tern, Bäumen, Schornsteinen, Dachfenstern in einem Taubenschlag bezogen sie fogar eineNotwoh­nung" unb dgl. ausgeführt. Wie verlautet, sollen sie später jeboch mieber ihre rechtmäßige Wohnung aufgesucht haben.

Wettervoraussage.

Meist wolkig unb noch Regenfälle, Winde aus wechselnden Richtungen, wenig kühler.

Die mit ihren Kerngebieten westlich von uns liegenden Störungen haben durch die Heranfüh­rung von kühler westlicher Luft Temperatur- gegcnsätze veranlaßt, die sich in starkem Gewitter­regen auslösen. In Gießen ging in der vergan­genen Rächt die ganz ungewöhnliche Regen­menge von ca. 74 Millimeter nieder. Die Luft­strömung wechselt weiter zwischen südlichen und nördlichen Winden und gestaltet die Wetterlage unsicher.

Gestrige Tagestemperaturen: Riaximum 21,4 Grad Celsius. Minimum 14,3 Grad Celsius. Riederschläge 73,8 Millimeter. Heutige Morgen­temperatur 16,8 Grad Celsius.

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