Ausgabe 
8.7.1926
 
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G i e ß e n. den 8. Juli 1925. Gießener Hoch'chulgefellschaft. Ausstellung mittelrheinischer und hessischer Kunst.

Die Gesellschaft von Freunden und Förde­rern der LlniversitLt Gießen (Gießener Hoch­schulgesellschaft) hält am kommenden Sonntag ihre Hauptversammlung und Festsxhung im Borlefungsgebäude der Universität ab. Die Hauptversammlung wird in der kleinen Aula tagen, die Festsitzung wird in der neuen Aula stattfinden. Hier werden Prof. Dr. Rauch- Giehen und Prof. Dr. L o e s ch k e - Trier ürter- essante Vorträge mit Lichtbildern halten, zu denen auch R i ch t m i t g l i e d e r unentgeltlich Zutritt haben. (Man beachte die Anzeige.)

In Verbindung mit der Tagung der Hoch» schulgesellschaft findet von Samstag. 10. Juli, bis Montag, 12. Juli, in der Kleinen Aula der Universität eine Ausstellung von Photo- *graph.en, Reproduktionen und Originalen des Gießener Kunstwissenschaftlichen Instituts statt, die gleichzeitig als weitere Illustration des inner­halb der Tagung von Prof. Dr. Rauch gehal- lenen Vortrages über mittelrheinische und hes­sische Kirnst dienen soll. Im Besonderen hat die Ausstellung den Zweck, eine Art Rechenschaft ab* zulcgen von dem, was auf dem Gebiete der Er­forschung mittelrheinischer und hessischer Kunst, die seit Jahrzehnten zu den hauptsächlichsten Forschungsobjekten des Gießener Kunstwissen- schastlichen Instituts gehört, von diesem in stiller, anspruchsloser, aber eindringlicher und umfas­sender Arbeit geleistet worden ist. Das aus­gestellte Material, das trotz seiner Fülle den Umständen entsprechend nur einen Teil der Ar­beit des Institutes darstellen kann, sucht eine Anschauung zu vermitteln von dem gewaltigen künstlerischen Geschehen, das seit den Tagen Karls des Großen bis zur Jetztzeit das rnittel- xheinische Land und die von ihm befruchteten Rachbargebiele in beispiellosem Gestaltenrexchtum zu einem der interessantesten Bezirke des deut­schen Kunstschaffens macht. Dxe Ausstellung dürfte nicht nur dem sachverständigen Gelehrten Aufschluß und Anregung, sondern auch dem lunstliebenden Laien xn hohem Maße seltenen «Aenuß und bildende Unterhaltung bieten.

Bornotizen.

Tageskalender für Donners­tag: Liebigshöhe, 6V4 Uhr: Abonnementslon^ert der Reichswehrlapelle. V. f. D. Jugexxd, 8 Uhr, im Krokodil: Pflichtversammlung. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Grüß mir das blonde am Rhein". Astoria-Lichtspiele: »Parisette".

** Anlagenkonzert unserer Mili­tärkapelle findet morgen, Freitag, nachmit­tag 5 Uhr am Liebigdenkmal statt. Die Musik- folge ist: 1. Armeemarsch II, Rr. 224, A. Häfele; 2, Ouvertüre zur OperettePique Dame", Frz. d. Suppe; 3.Ofsenbachiana", Phantasie aus Offenbachschen Opern, A. Conradi; 4.Bei uns za Haus", Walzer, Jvh. Strauß; 5. Armee- niarsch I, alDer Hohenfriedberger", Friedrich der Große.

* Verkehrssünder. Wie das Polxzei- amt uns mittexlt, wurden in der Zeit vom 16. bis 30. Junx folgende Anzeigen wegen Zuwider­handlungen durch Fahrzeugführer bzw. Kraft­rad Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vor­schriften erhoben: 10 Anzeigen wegen Fahrens zur Rachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 9 An- , eigen wegen Fahrens auf Bürgersteigen, eine Anzeige wegen Fahrens mit übermäßiger Ge­schwindigkeit, 7 Anzeigen toegen Fahrens, ohne die rechte Straßenseite eixxzuhalten, 5 Anzeigen wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 6 An­zeigen wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolitischer Hinsicht.

Gestohlene Silbersachen im Ententeich. Zu dem in der Rächt zum 9. August v. I. in der Alicestraße in Gießen verübten Einbruchsdiebstahl, bei dem Silbersachen gestohlen wurden, wird im heutigen Polizei- vericht folgendes gemeldet: Ein Teil der ge­stohlenen Gegen st äxxde wurde in dem Ententeich auf dem Schnxällschen Grundstück, das an der Lühn gelegen ist, aufgefunden. Unter Hinzu- ziehung der städtischen Motorspritze wurde der Teich ausgepumpt und die Gegenstände durch städtische Kanalarbeiter unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei aus dem Schlamm herausgeftscht. Es fehlen jetzt noch tne größeren Gegenstände aus Silber. Personen, die irgendwelche Wahrnehmungen über den Ver­bleib der noch fehlenden Silbersachen gemacht haben, werden ersucht, der Kriminalpolizei Mit­teilung zu machen. Auf Wunsch wird Verschwie- Senbeit zugesichert.

** Ein Fahrradmarder dingfest ge­rn ad, t. Der Polizeibericht meldet: Festgenommen aurbe ein 18jähriger junger Bursche aus Wißmar, der in Gießen innerhalb drei Tagen vier Fahrräder

gestohlen hatte. Der Dieb wurde dem Gericht zu­geführt. Die gestohlenen Räder konnten wieder bci= gebracht werden. Das Publikum sei bei dieser Gelegenheit nochmals davor gewarnt, Fahrräder ohne Aufsicht sichen zu lassen. Es empfiehlt sich, die Räder abzuschließen, damit den Dieben das Hand­werk etwas erschwert wird.

** Fe st genommen wurden hier eine Frauensperson wegen Diebstahls und ein Mann wegen Betrugs.

** Straßensperre. Wegen Vornahme von Hausanschlußarbeiten ist b:c StraßeAm Riegelpfad" zwischen der Ebelstratze und der Hehligenstaedtschcn Fabrik bis auf weiteres für jeglichen Fährverkehr gesperrt worden.

" Erhebung in der Erwerbs» losenfürsorge. Durch Reichsgeseh vom 25. Juni ist der Reichsarbeitsm'.nister ermächtigt worden, mit Hilfe der Arbeitsnachweisämter eine Erhebung in der Erwerbslosenfürsorge zu ver­anstalten. Die Erhebung soll vor altem darüber Klarheit bringen, welche Wirkung die etwaige Einführung des Lohtxklassenshstems in der Er- werbslolenfürsorge haben würde. Auf ihre Er­gebnisse sollen demnach Beschlüsse von großer Tragweite aufgebaut werden. Reben den Fragen nach Aller, Familienstand und Dauer der Alnter- stühung ist die Erfassung des Berufes und des wöchentlichen Rorrnalbruttoverdienstes, den er vor Eintritt der Erwerbslosigkeit bei seinem letzten Arbeitgeber gehabt hat, von besonderer Bedeu­tung. Zur zuverlässigen gründlichen Beantwor- tung der letzten beiden Fragen ist der öffentliche Arbeitsnachweis auf die Mitarbeit der Arbeit­geberschaft angewiesen. Ihre Auskunstspflicht ist durch § 2 des Gesetzes festgelegt. Die Arbeits­nachweise senden Fragekarten an die Arbeit­geber, be idenen die Erwerbslosen zuletzt in Be­schäftigung standen. Der Erhebungszweck ver­langt, daß die Fragekarten genau beantwortet und bis spätestens 20. Juli an die öffentlichen Arbeitsnachweise zurückgegeben werden.

* V ernxehrt e Genossenschafts- grundungen im Juni. Die deutsche Ge- nossenschaftsbewegung weist im Juni seit langer Zeit zum ersten Mal einen Zugang auf. Die Gesamtgründungen belaufen sich auf 189 Ge­nossenschaften aller Gruppen, denen 170 Auf­lösungen infl. 35 Richtigkeitserffärungen gegen- überstehen. Konkurse sind im Juni 14 festgestellt. Der Zugang an Genossenschaften ist im Juni um 30 höher, als im Mai und der Rückgang um 11 ringer. Rechnet man die 14 Konkurse hinzu, dann bleibt ein Reinzuwachs von fünf Genossenschaften. Den Hauptanteil an den Reugründungen haben die Mieter-Baugenossenschaften mit 44 gegenüber 13 Auslösungen. Auch die Kreditgenossenschaften haben mit 39 Gründungen gegenüber 24 Auf­lösungen einen Zuwachs zu verzeichnen, unter denen sich 16 städtische gewerbliche Kreditgenos­senschaften befinden. Bei den 24 Auflösungen sind nur 3 städtische Kreditgenossenschaften ent­halten, der Rest, entfällt auf ländische Spar- und Darlehnskassen. Die Konsumvereinsbewegung weist 8 Reugründungen und 24 Auflösungen auf. Bei den Handwerkern, gab es ebenfalls 8 Reu» grünbungen und 18 Auflösungen. Hier zeigt sich ein merklicher Rückgang der Auslosungen. Bei der genossenschaftlichen Organisation der Händ­ler hat sich mit 4 GiÄndungen und 4 Auslösungen im Bestand nichts verändert. Einen Rückgang zeigt wieder das landwirtschaftliche Genossen­schaftswesen mit 57 Gründungen, denen 66 Auf­lösungen gegenüberstehen.

Austrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: Vier Ochsen, 4 Bullen. 1125 Kälber. 124 Schafe, 417 Schweine.

70 Jahre Gesangverein in Schlitz.

6" Schlitz, 5. Juli. Zu den ältesten ober- hessischen Gesangvereinen gehört der hiesige MännergesangverexnHarmonisches Kränzchen", der in diesen Tagen sein 70- jähriges Bestehen durch Veranstaltung eines nationalen Gesangswettstrei­tes feiern konnte. Der leistungsfähige Verein, der namhafte Musiker wie Kantor Ranz, Kom­ponist K. Aug. Kern, Lehrer Stein (jetzt in Lxch) als Dirigenten gehabt, hat eine sehr inter­essante und abwechslungsreiche Geschichte.

Die Jubiläumsfeierlichkeiten begannen am Samstag abend mit einem Kommers, der durch die Mitwirkung des Gießener Dauer- schen Gesangvereins besonders verschönt wurde. Die Chöre, die von denBauern" unter Leitung ihres bewußten Dirigenten O. G ö r - lach in vollendeter Wiedergabe zu Gehör ge­bracht wurden, ernteten immer wieder dankbaren Beifall. Die guten Beziehungen, die von jeher zwischen demHarmonischen Kränzchen" und dem Bauerschen Gesangverein gepflegt wurden, kamen zum Ausdruck in den Ansprachen, die der 2. Vor­sitzende desHarmonischen Kränzchens", Georg Habermehl/ uxxd dem Vorsitzenden des

Gießener Vereins, Louis Dello f, mit Begei­sterung gehalten wurden. Louis Bellos über­reichte dem Jubelrerein einen goldenen Lorbeer- lranz und außerdem ein Bild mit schönen Aus­nahmen vom letzten Beisammensein der beiden befreundeten Vereine. Geschenke wurden auch von der Schliherländcr Vereinigung, denx Männerchor 1 8 3 7 Schotten und dem Doppelquartett Dad-Rauheim überreicht.

Der Sonntag brachte morgens das W e 11 - fingen, mittags ein Festzug, und schloß abends mit einer feenhaften Durgenbeleuch- tung ab. Der Festzug, in dem die Schlihcr- ländertrachten zur besonderen Geltung kamen, war liebevoll vorbereitet, wurde leider aber durch einen Gewitterregen stark gestört. Auf dem Festplatze begrüßte der Festpräsident, Land­tagsabgeordneter Bürgermeister Dr. Riepoth, die Festgäste. Die inhaltreiche, ttesempfundeixe Festrede hielt Oberpfarrer Döckner. Es spra­chen weiter Kreisdirektor Michel (Lauterbach), Graf von Schlitz, genannt von Goertz, Duch- druckereibesitzer G u n t r u m. Alle Redner fei­erten das deutsche Lied als eine Quelle der Kraft und wiesen auf die heimatlichen und vater­ländischen Ausgaben des Männergesangs hin.

Das Wettsingen erfolgte in 2 Abteilungen, anerkannte Musikkritiker standen als Preisrichter zur Verfügung. Zahlreiche wertvolle Preise waren gestiftet, u. a. vom Grasen, von der Stadt Schlitz, Reichsminister a. D. Dr. Decker, von Behörden xmd Privaten.

Rachstehend brixxgen wir die Ergebnisse.

Abteilung 1 (Preisrichter: Musikdirektor Karl Kern (Frankfurt a. M.) und Musikdirek­tor Leber (Fulda).

Stadtklasse 1: 1. Pr. Gesangverein Eintrachf-Angersbach, 175 Punkte; 2. Schot» tener Männerchor 1837, 1721/? P.; 3. Männer­gesangverein Riederaula, 169l/3 P.; 4. Gesang­vereinLiederkranz"-Hersfeld, 169 P.

Ehrenpreissingen: 1. Männergesang- verein-Bernshausen, 81V» P.; 2. Gesangverein Eintrachf-Angersbach, 80* '2 P.

Stadtklasse 3: 1. Doppelquartett Dad- Rauheim, 167 P.; 2. Männergesangverein Lauter­bach, 165Vs P.; 3. GesangvereinHarmonie"- Alsseld, 164 P.

Ehrenpreissingen: 1.Harmonie"- Alsfeld, 82 P.

Landklasse 3: 1. Männergesangverein Bernshausen, 147*/2 P.; 2. Männergesangverein- Huhdorf, 147 P.; 3. GesangvereinFrohsinn"- Angersbach, 147 P.; 4. Männergesangv.-Hopf- mannsfeld, 136 P.; 5. GesangvereinSänger­lust"-Frischborn, 130 P.

Ehrenpreissingen: 1. Männergesang- verein-Bernshausen. 81'/, P.; 2. Gesangverein Frohsinn"-Angersbach, 8OV2 P-

Abteilung 2 (Preisrichter Kantvr H. Samper (Darmstadt) und Studienrat Hch. W e r 1 6 (Mainz).

Stadtklasse 2: 1. GesangvereinErhei- terung"-Altenburg, 168'/, P.; 2. Gesangverein Lieder!ranz"-Lauterbach, 159 P.; 3. Männer- gesangverein-Oberßimbach, 149 P.

Ehrens xng en: 1. GesangvereinCrhei- terung"-Altenburg, 80 P.

Landklasse 2: 1. GesangvereinSänger- kreis"-Landenhausen, 144V2 P-: 2. Männer- gesanaverein-Asbach. 140'/3 P.; 3. Gesangverein Koniordia"-Langenschwarz, 140 P.; 4. Männer- gesangverein-Wchrda, 138'/- P.; 5. Gesangverein Harmonie"-Ällershausen, 1371/2 P.

Eh r en sing e n: 1. Männergesangverein- Asbach, 71V, P.; 2. GesangvereinSängerkreis"- Landenhausen, 70 P.

Landklasse 3a: 1. GesangvereinFroh- sinn"-Fraurombach, 1441/» P-l 2. Männergesang- verein-Psord, 135 P.; 3. Männergesangverein Kleba, 129 P.; 4. Männergesangverein-Willofs, 124V-2 P.

Ehrensingen: 1. GesangvereinFroh- sinn"-Fraurombach, 79 P.; 2. Männergesang- verein-Pfordt und Männergesangverein-Kleba, 69'/, P.

Westerwälder Heimatfest.

sp. Hachenburg, 5. Juli. Tagelange mühe­volle Arbeit hatte den Straßen und mittelalterlichen Gäßchen Hachenburgs am Samstag und Sonn­tag ein strahlendes, festliches Gepräge gegeben. Galt es doch, alle Westerwälder und Westerwaldfreunde zuxn Gautag des Westerwaldvereins in Hachenburgs Mauern zu vereinen. Lebendige Geschichte sollte dabei den Besuchern vorgeführt werden, und so umstrahlte öenxx die Pracht des Mittelalters alle Häuser und Zinnen des Wester­waldstädtchens, dadurch dem großen Festspiele, dem Höhepunkt des Festes, den passenden Rahmen gebend.

In ungezählten Scharen strömten am Sams­tag die einzelnen Gruppen des Westerwaldvereins vom Walde, vom deutschen Rhein, von der Lahn

und von der Sieg, ja aus dem fernen Ruhrlande Hachenburgs Mauern zu. Am Eingänge der Haupt- strahe grüßte das alte Stadttor, eine Nachbildung aus fernen Zeiten; zwei mitelalterliche Wächter heischten den Tribut und begrüßten die Freunde in Hachenburg. Immer größer wurde die Zahl der Be­sucher, der alte Marktplatz füllte sich immer mehr. Dann erschienen die Ortsvereine, stellten sich im Viereck aus, und die Feuerwehrkapelle intonierte in wuchtigen Klängen den Fridericus- Rex-Marsch. Der Gesangverein Hachen- bürg sangWesterwald, mein Heimatland", darauf begrüßte Bürgexineister Kappel die Erschie­nenen mit herzlichen Worteix und dankte den Mitarbeitern an dem Gelingen des Gnutagcs. Hierauf gab Dekan Heyn seiner Freude über eine solch tiefe Bekundung des Heimatgedankens Aus- dnick und schloß mit denx alten Ruf:Hui! Wäller? Allemol!", an den sich das gemeinsam gesungene Deutschlandlied anschloß, dessen Eindruck noch erhöht wurde durch feenhafte Beleuchtung des Marktplatzes, des Schlosses und der Kirche. In flottem Marsch begaben sich die Teilnehmer dann zum Festkommers in den Saalbau Friedrich. Kon­zertstücke, Freiübungen der Hachenburger Turne­rinnen, Volkstänze, der Herborner Gruppe und Mundart-Gedichte umrahmten hier die Ansprachen der Herren K l a u e r und Kappel.

Musikklänge weckxcn am nächsten Morgen die Festgäste. Alsbald begann ein lebhaftes Treiben, aus dem der Ruf:Hui, Wäller? AUemol!" freudig herausschallte, von Mund zu Mund fort- getragen. Auf dem Sportplätze trafen sich die Jugendgruppen, um körperliche Gewandtheit in edlen Wettbewerb zu zeigen. Die Stafette und der 1 0 0 - M e t e r - L a u f wurden von Wetz­lar und Steinen errungen, die je zum zweiten Male die Wanderpreise an sich brachten. Im 200- Meter-Lauf blieb Steinen ebenfalls Sieger, während Wetzlar im 400-Meter-Lauf den Sieg an seine Fahnen heftete. Vor demHöhepunkt des Festes, der Aufführung des F e st s p i e l sHachen­burg im 15. Jahrhundert" richtete Bürger­meister Kappel an die vieUausendköpfige Ver­sammlung freudige Willkommengrüße, und wies auf das Festspiel hin, das den Zuschauern den Be- weis erbringen sollte, daß Hachenburg seine Hei­mat liebe und alte Traditionen nicht vergesse. Das Festspiel, von 150 Spielern ausgesührt, versetzte in das 15. Jahrhundert. Gerhard von Sayn feiert Hochzeit mit der Prinzessin Johannette von Wied. Schon frühe herrscht reges Lebeix und Treiben, denn die letzten Vorbereitungen werden getroffen. Zwei Kaufleute können leider nicht an dem Feste teilnehmen, sie müssen nach Frankfurt zur Messe. Indes alles geschäftig ist, reitet Juixgaras Gerhard seiner Braut entgegen. Zwischen den freien Bauern und den Leibeignen entspinnt sich eine wüste Schlägerei, plötzlich ertönen Fanfaren, es wird Spalier gebildet und die Wiedschen ziehen ein. Die Glocken läuten Willkommen, und Tillmann, der große Hachenburger Glockengießer, lauscht den ehernen Stimmen und prüft den Klang. Das Braut­paar zieht mit Gefolge ben Burgberg hinab zur Trauung in die Kirche. Hachenburgs Bürger brin­gen ihre Glückwünsche dar und überall herrscht Freude. Der Hofnarr ergötzt die Teilnehmer an der Hochzeit und Tanzweisen locken zum Tanze. Nach der Hochzeitsfeier bricht der Graf zur Jagd auf. Die Kunde von einem Ueberfall feindlicher chorden auf einen zurückkehrenden Kaufmannswagen unter­bricht jäh die Freude. 2llles eilt dem Feinde ent­gegen und besiegt ihn. Ein Herold kündet den Kai­ser, und in glänzendem Zuge reitet dieser ein, um Gerhard mit der Würde eines Oberstuhlherrn zu belohnen. MitHeiko Gerhard, Landesherr von Sayn" schloß das Festspiel unter tosendem Bei­fall und den Klängen des Deutschlandliedes. Nach dem Festspiele stellte sich der F e st z u g auf. Ma­lerisch zogen die Gruppen, ein Herold, Friedrich III., zwei Ritter zu Pferde, Knappen, Ratsherren, Till­mann, Zunftmeister. Kaufleute mit ihren Wagen, der Abt und Mönche, der Hofnarr, Landsknechte, Gerhard von Sayxx mit Johannette von Wied, Jagdgruppe mit Meute an den Zuschauern vorbei. Heroorgchoben seien die Namen der Verfasser des Festspiels, die Herren Flecken st ein, Klau er, B ü s s e. In allen Lokalen herrschte am Nach­mittag Hochbetrieb.

Heute, Montag, verließen die Gäste Hachenburg, befriedigt, tief im Herzen neu verwurzelt'die Liebe zum Westerwalde, seinen Bewohnern und seinen Sitten, stolz auf seine vergangenen Zeiten.

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Vertauscht!

Ein brauner Handkoffer in dem Nach- miltagszug von Frankfurt a. M. nach Nauheim. Umtausch erbittet

L. Rempel, Bad-Nauheim

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Die Sachen sind noch fast neu. Die Versteigerung findet voraussicht­lich bestimmt statt. Iusammenkunft der Steigerer vor der Bürgermeisterei in Mainzlar. 5720D

Laubach, den 7. Juli 1926.

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Gießen, den 8. Juli 1926. Telegraphenbauamt.

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Bekanntmachung

Mit Rücksicht auf die bei trockner Wit- terung bestehende Gefahr der Entstehung von Waldbränden mache ich darauf auf» merksam, daß jegliches Jeueranzünden im Wald und in deffea Rähe, sowie das Weg­werfen von glimmenden Streichhölzern, Zigarren-, Zigarettenresten usto. sehr gefährlich und streng verboten ist.

Gietzexx, den 2. Juli 1926.

Der Oberbürgermeister.

I. D.: vr. Rosenberg. 57368