Ä Der Vorsitzende schloß mit einem Hoch deutschen Männergesang. Lehrer Kei- tter shrach hierauf die Fahnenweihe. Der Gesangverein „Dangeslust" stimnlte die »Weihe des Gesanges" an. Währenddessen fiel die Hülle von der neuen Fahne. Als Frauengabe wurde dem jungen Verein eine prächtige Fahnenschleife überreicht. Rach dem Weiheakt verschönten die vielen anwesenden Gesangvereine das Fest durch mustergültige Liedervorträge.
Kreis Westerburg.
00 Westerburg, 7. Juni. Verklungen sind wieder die Töne des Festtags, vorüber die Stunden der Erbauung und Festigung des Glaubens, die uns die vergangene Woche bot. Der Hauptverein Wiesbaden der Gustav-Adolf- Stiftung hatte feine Tagung am Dienstag und Mittwoch in unserem Städtchen. Am Dienstagabend begrüßte im Saalbau „Zur schonen Aussicht" Pfarrer Fuchs von hier die Erschienenen. Er erinnerte an die Tagung im Jahre 1888, dem Dreikaiserjahr, da unser Städtchen auch die Ehre hatte, so viele Gäste zu begrüßen. Darauf richtete Dekan Hehn-Marienberg einige Worte des Lobes auf den schönen Westerwald an die Festversainmlung. Mit einem „Hui Wäller" schloß er seine Aede, worauf ihm ein stürmisches „Allemol" entgegenbrauste. Als Oberhaupt des Kreises betonte Landrat Dr. Schieren, daß die beiden christlichen Konfessionen bestrebt sein mühten, miteinanher und nicht gegeneinander tip dem Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes zu arbeiten, und daß er in diesem Sinne als Katholik die Bestrebungen des Gustav-Adolf- Vereins unterstütze. Der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses. Landeskirchenrat Dekan D. Veesenmeyer, Wiesbaden, knüpfte an die Worte des Landrats an, indem er Katholiken und Evangelische aufrief zum Kampfe gegen die Feinde des Christentums. In ähnlichem Sinne äußerten sich im Äuftrage der Hauptvereine Kassel, Frankfurt und Darmstadt Kirchenrat D. Kübel und Hfarrer Hief, Kirburg. Zwischen den Vorträgen sorgte die Sängervereinigung Westerburg für Abwechslung durch Vortrag verschiedener Chore. In seinem Schlußwort dankte Pfarrer Fuchs allen, die mitgeholfen hatten am Gelingen der Veranstaltung. Choralblasen ipib Glockengeläute leitete den zweiten Tag ein. Beim schönsten Sonnenschein konnte der Festzug seinen Weg durch die Hauptstraßen Westerburgs nehmen. Pfarrer Gensicke. Alpenrod, hielt einen Kindergottesdienst im Schloßgarten ab, während Dekan Ernst, Idstein, die Festpredigt über das Wort: „Gelobt sei der Herr täglich, Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch" in der Kirche hielt. Aach der Morgenfeier fand das gemeinsame Mittagessen im ..Löwen" statt. Am Äachmittag sprach Pfarrer Wagner, Bensheim, in der Kirche über Auslanddiaspora, Pfarrer Horn und Deißmann über Aassauische Diaspora. Pfarrer Fuchs schloß die Tagung mit der Aufforderung, die Tage in Westerburg nicht zu vergessen draußen im Getümmel des Lebens. — Ein LI n g l.ück s f a l l ereignete sich im Steinbruch zu Kölbingen. Der Arbeiter Kaspar Jckewirth von Möllingen war durch einen herabfallenden Stein so schwer am Kopf verletzt worden, daß seine Lieberführung in das Dern- bacher Krankenhaus notig wurde.
Drllkreis.
bl. D.tzl l e n b u r g, 6. Juni. Der Wirteverein für Dillenburg und Llmgebung hatte schon des öfteren versucht, bei den drei Städten (Herborn, Dillenburg, Haiger) die Streichung der G e - ' 1 ränkeste « er zu erreichen. Die jüngste Stadt - verordnetenversammlung hatte sich wieder mit einer derartigen Eingabe zu befassen und be- 7 schloß, von einer Erhebung der Steuer bis zur Steueraufstellung des Etats abzusehen. Alsdann i soll geprüft werden, ob der Etat ohne die Getränkesteuer fortan balancieren kann.
bl. H e r b o r n, 6. Juni. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer jüngsten Sitzung, an der Mittelschule den Lateinunterricht gegen eine Gebühr von 60 Mark pro Schüler und Jahr einzuführen. Das Defizit trägt die Stadt. Der Beschluß beruht auf diesbezüglichen 'Wünschen seitens des Kuratoriums der Schule und eines großen Teiles der Elternschaft.
bl. G u n t e r s d o r f, 6. Juni. RunmHr erhält unsere Gemeinde auch eine neue Schule. Gin Reubau wurde dringend notwendig.
Kreis Biedenkopf.
Biedenkopf, 7.Juni. WSR. Am Freitag abend wurde bei einem Eisenbahnübergang das Fuhrwerk eines Landwirts aus Kernbach von einem Etsenbahnzug ersaßt und übersah- ten. Das Pferd wurde auf der Stelle getötet und der Wagen vollständig zertrümmert. Der Fuhrmann konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Kreis Marburg.
WSR. Marburg, 7. Juni. Durch Feuer wurde am Samstag früh das Wohnhaus des Landwirts Peter Bender in Schwarzenborn (Kreis Marburg) vollkommen ein» geäschert.
MairrgM.
Frankfurt a. M, 7. Juni. (WSR.) Die Frankfurter Eingemeindungsfrage
ist zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Die Verträge mit Griesheim, Schwanheim und Sossenheim sind ferttggestellt und werden, der „Frankfurter Ztg." zufolge, denrnächst bereits der Stadtverordnetenversammlung zugehen. Die Einverleibung bedarf jedoch noch eines durch den Breußischen Landtag zu schaffenden besonderen esehes. Durch die Eingemeindung werden die drei Gemeinden Griesheim mit 480 Hektar Gesamtfläche und 11 500 Einwohnern, Schwanheim mit 1793 Hektar und 5300 Einwohnern und Sossenheim mit 638 Hektar Gesamtfläche und 4400 Einwohnern ihre Selbständigkeit verlieren und mit der Stadt Frankfurt vereinigt. Die erweiterte Stadt Frankfurt würde dann einen Flächenzuwachs von rund 2912 Hektar und rund 21000 Einwohner erhalten und damit einen Gesamtflächenraum von 16 390 Hektar und fast 500 000 Einwohner aufzuweisen haben.
Hanau, 7. Juni, (WSR.) Am Samstagnachmittag ereignete sich auf der Wilhelmsbrücke ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Radfahrer. Bei dem Zusammenstoß kamen beide Fahrer zu Fall und wurden erheblich verletzt. Der Radfahrer mußte mit einer schweren Gehirnerschütterung in das Krankenhaus eingeliefert werden, wo er besinnungslos darniederliegt, während der Motorradler erhebliche Verletzungen im Gesicht davontrug.
Wirtschaft.
Bon den SchLachtvrehmarkten.
An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche war der Handel mit ganz wenigen Ausnahmen in allen Gattungen langsam bis mittel. Der Austrieb hatte in allen Gattungen eine Zunahme erfahren, die aber nur bei Schweinen größeren Umfang annahm. Die Preise waren allgemein nur geringfügigen Schwankungen unterworfen und in ihrer Grundtendenz behauptet.
Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert:
Berlin Bremen Breslau Chemnitz Dortmund Dresden Düffeldorf Elberfeld Essen FrankfurtM. Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kassel Kiel Köln Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau
Rinder Kälber 23-61 50-80 30-60 40-80 20-57 57-78 25-59 40-80 25 -63 40 - 85 26-64 50-79 25-63 40-75 25-62 45-75 30-64 40-100 15-61 35-76 15 - 60 30 - 82 12-62 35-80
22-58 70—80 25-65 48-75 17-51 29-69 20-61 47-100 25-58 45-78 20-58 35-78 15 - 59 48 - 84 17-58 56-84 15-55 30-76 13-55 54-7 4 12-56 45-76
Schafe Schweine 33 - 64 70 - 77
- 70-83
38-57 58-72 45-54 70-84 35-55 68-79 33-63 62-79
68-81 70-84
30-50 68-84 40 - 50 60 - 83 25-65 65-81 20-62 74-78
- 74-82
- 65-77
28-55 45-76
67-85 28-63 65-83 30-55 68-80 38-44 68-80
58-82
20-55 63-73
— 57-78
35-62 71-84
* Diskont er Mäßigung der Reichsbank um ein halbes Prozent. Der Reichsbankdiskontsatz ist gestern ermäßigt worden, allerdings nur um Vz auf 6V2 Prozent. Der Lombardsah sinkt entsprechend von 8 auf 7^2 Prozent. Begründet wurde der schon seit längerer Zeit erwartete Schritt damit, daß sich seit der letzten Diskpntermähigung die Spanne zwischen Diskontsatz und Marktdiskont weiter vergrößert habe, und daß die starke Beanspruchung des Kapitalmarktes mit zirka einer Milliarde keinen Einfluß auf den Markt ausgeübt habe.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 8. Juni. Während es vorbörslich den Anschein hatte, als wenn sich heute bereits wieder Sine Erholung durchsetzen würde, kam bei Beginn des offiziellen Verkehrs doch noch reichlich Material heraus, so daß die Stimmung weiter als schwach bezeichnet werden muß. Die Zuspitzung der innerpolitischen Verhältnisse spielte hierbei n-aturgemäh eine große Rolle. Das Angebot war jedoch nirgends dringend und die Rückgänge gingen nur vereinzelt über 2 Prozent hinaus. Auch die neuerliche starke Abschwächung des französischen Frankens machte einen ungünstigen Eindruck. Die Tatsache, daß man jetzt in Frankreich zu derselben Mittelchen greift, die vorher auch in Deutschland das Gegenteil von dem erreichten, was sie sollten, wird recht ungünstig beurteilt. Während London noch einen Kurs von 162,25 meldete, wurde hier London-Paris bereits mit 165,50 gehandelt. Brüssel gegen London 161,50. Auch Mailand lag schwächer mit 131 gegen London. Dagegen hielt die Festigkeit von Oslo an. Wie bei allgemeiner Schwäche üblich, wandte sich die Spekulation dem Kriegs- anleifjemarfte zu, wo der Kurs für Kriegs
anleihe auf 0,407Vs anziehen konnte. Rach Festsetzung der ersten Kurse wurde die Stimmung, ausgehend vom Schiffahrtsmarkte, etwas freundlicher. Schiffahrtswerte konnten innerhalb kurzer Zeit etwa 2 Prozent gewinnen. Am Geldmarkt ist die Lage weiter leicht. Tagesgelb 4 bis 6 Prozent.
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlwj.
l-Uflr.
Schluß.
Anfang
Kurs
Kur,
Kurs
Kur'.
Datum: |
7.6 |
8.6
7. 6
8. 6
5% Deutsche RctchSanletde
4% Deutsche Reichsanleihe
0,3975
0.4075
0.395
0.3725
0,405
8Vi% Deutsche Rcichsanleihe
0,365
—
0.365
3% Deutsche NctchSanleihe
0.410
—
0.43
—
Deutsche Svarprämicuanleihe
0,225
—
0,2325
—
4% Preußische Kom'ols ■ . .
0.365
—
0,38
0,3675
4% Hessen.........
0,37
—
—
—
3'/e°/o Hessen...... • •
—
—
—
—
3% Hessen
—
—
—
—
Deutsche Wertb. Dollar-Anl.
94,5
—
96,5
—
dto- Doll.-Schatz-Anweilllg.*)
—
—
—
—
4% Zolltürken.........
12,75
12,9
12.9
—
5% Goldmerikaner ■ . . .
50
50,5
50,25
—
Berliner Handelsgesellschaft Commerz, und Prtvat-Bank
108,7'
108'
160'
108,5*
157,5* 108*
Darmst. und Naiionalbank
138'
136,7*
137,5*
134,2'
Deutichc Bank.........
133,7*
131'
133,5*
131*
Deutsche DereinSbank ....
84
—
—
—
Disconto Coinmandit . .
130.2'
128*
129,7*
128,2*
Metallbank.........
110
107,5
—
—
Mitteldeutsche Kreditbank . .
109,5-
109,5*
109.75
_
Ocstcrreichische Creditanstalt.
6,5
6,5
6.5
6,5
Weltbank ........
—
—
-
—
Bochumer Guß .......
—
—
110*
108,2*
72
—
73
68,75
Caro ............
Deutsch-Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke. .
55,75
—
56*
55.75*
114,5*
—
112*
108,7*
116*
—
116,9*
111,5*
Harpencr Bergbau......
124*
119.5'
123,9*
120*
zkaliwerke Aschersleben....
129,75
128,4
128.1*
126,2*
Kaliwerk Westeregeln. . .. >
136,5*
134,5
134.5
132,55
Laura butte.........
38,5
—
38,75
37.5
Oberbedarf...........
50
53
54*
53*
Phönix Bergbau ...... Rheinstahl ,
Ricbcck Montan........
88,5*
85,25*
87,9'
85*
118*
115
117.5*
115*
114,5
113,4
108,7*
Tellus Bergbau. .....
61,25
-
Hamburg-Amerika Paket. . .
Norddeutscher Llovd . . .
140*
136,2*
137*
133,5*
140*
135,6*
136"
132,5*
Chcramische Werke Albin . .
52,1
_
_
Zementwerk Heidelberg . .
102
101
—
—
Philivv Holzmann . . . ,
68,5
68
67,25
—
Anglo-Cont.-Guano.....
—
_
78
_
Chemische Mäher Alapin . .
—
—
—
I. G. Farbenindustric, A.-G.
188,7*
186,5*
187,7*
185*
Goldschmidt..........
83,25
81
86
Holzverkohlung........
Rütgcrswerke........
62
87.5
60,5
85
87
85,5
Scheideanstalt.........
129,75
128
—
Sing. Elektrizitäts-Gesellschaft
122,5*
118'
120,9*
116.5*
Bergmann .........
Mamkraftwerke........
118'
—
117,5*
115
98
_
—
Schnckert...........
Siemens <k Halske ......
Ul'
108*
110,1*
108,2*
153*
150*
151,5*
149,7*
Ädlcrwerke .Rieflet ......
61
59
61,25
60
Daimler Motoren. ......
65
—
65
63
Heflligenstaedt.........
25
—
—
—
Mcguin............
35,5
—
—
Motorenwerke Mannheim .
—
-
39,5
—
Frankfurter Armaturen . .
Konservenfabrik Braun . . .
17
30
z
_
-
130,5
71,25
119 —
70
—
Schuhfabrik Herz......
29
—
30
—
Sichel. ............
3
—-
—
—
Zellstoff Waldhof......
Zuckerfabrik Frankenthal ..
Zuckerfabrik Waabäuiel . . .
137
—
137
131
60,25
66
—
60,75
—
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewähr.)
7 Juni.
8. Juni.
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brief
Geld
Brief
AtNft.-Rou.
168,54
168,96
168,60
169,02
Bven^AireS
1.691
1,695
1,692
1,696
Brss.-Antw.
12,90
12,94
12,69
12,73
Christiania - Kopenhagen
91,00
110,96
91,97
111,24
93,25
111,08
93,59
111,36
Stockholm -
112,26
112,54
.112,26
112,54
Helssngfors.
10,55
10,59
10,552
10,592
Italien. . .
15,83
15,87
15,54
15,58
London. .
20,411
20,469
20,407
20.459
Neuyork . .
4,195
4,205
4,195
4,205
Paris. . .
12,89
12,93
12,44
12,48
Schwei; . .
81,195
81,395
81,17
81,36
Spanien .
63.24
63,58
63.67
63,83
Japan . . .
1,975
1,979
1,974
1,978
Rio de Jan
Wien in D--
0,644
0,646
0,653
0,655
Oest. abgest
59,30
59,64
59,25
59,39
Prag ....
Belgrad . .
12,42
12,46
12,418
12,458
7,407
7,42?
7,407
7,427
Budapest. .
5,865
5,885
5,875
5,885
Bulgarien
3,05
3,06
3,06
3,07
Lissabon
21,441
21,495
21.445
21,495
Danzig. . . Konstantin-
80,93
81,13
80,93
81,13
2,285
2,295
2,255
2,265
Athen. .
5,39
5,41
5.19
5,21
Canada. . .
4,197
4,207
4,197
4,207
Uruguat) . .
4,275
4,285
4.265
4,275
Banknoten.
(Ohne Gewähr.)
Berlin, 7. Juni.
Geld
Brief
Amerikanische Note, ..... Belgische Noten . ....... Dänische Noten........ Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten Italienische Noten......
Norwegische Noten......
Dcutsch-Oefterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoilowakischc Noten . . Ungarische Noten . . ...
4,189
13,03 110,62 20,357
13,14 168,13
16,01 92,62 59,32
1,66 111,82
81,12 63,27 12,385
5,84
4,209
13,09
111,18
20,457
13,20
168,97
16,09
93,08
59,67
1,70
112,36 81,52 63,57
12,445 5,88
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 8. Juni. Tendenz: Schwächer. — Im Zusammenhang mit einer stark ausgeprägten Abgabeneigung sowie angesichts der innerpolitischen Schwierigkeiten, die durch die Frage der Fürstenabfindung auftreten können, war an der heutigen Börse die Lustlosigkeit und Llnsicherheit vorherrschend. Auch die Stellungnahme Brasiliens zum Völkerbunde übte einen verstimmenden Einfluß aus, so daß für die Spekulation große Zurückhaltung geboten war. Die Reichsbank- diskontermäßigung bot zwar einen gewissen Rückhalt und trug dazu bei, eine stärkere Ab- slauung zu verhindern, doch war die Tendenz überwiegend recht schwach. Die Verluste, von denen alle Märkte betroffen wurden, betrugen zumeist etwa 2 Prozent, gingen aber vereinzelt auch darüber hinaus. Am stärksten gedrückt waren Montanwerte, von denen Mannesmann 2 Prozent, Mansfelder 3 Prozent, Phönix und Rheinstahl je 1,75 Proz. einbüßten. Auch Kaliwerte gaben nach. Farbenwerte zeigten etwas gehaltene Kurse. I. G. Farben verloren nur 0,5 Proz., chagagen waren Goldschmidt und Holzverkohlung schärfer gedrückt. Am Elektromarkt waren Rückgänge von 2 bis 3 Proz. zu verzeichnen, nur für Siemens 8= Halske trat eine Besserung von 1,5 Proz. ein. Bankaktien wurden gleichfalls in Mitleidenschaft gezogen. Deutsche Bank angeboten minus 2 Prozent. Diskontv-Gesellschaft wurden ebenfalls 2 Prozent niedriger, während Darmstädter ihren Kurs behaupten konnten. Bon Schifffahrtsaktien mußten Rordd. Lloyd ihren gestern abend erzielten Gewinn von 3,5 Proz. wieder hergcben. Hapag minus 1,62 Prozent. Auch Auto- und Maschinenaktien verkehrten in schwächerer Haltung. Aschaffenburger Zellstoff minus 2 Proz. Dauaktien gleichfalls niedriger. Recht schwach lagen auch die Werte des Metallbankkonzerns: Scheideanstalt minus 3, Metallbank minus 2,5, Metallgesell- schast minus 1,5 Proz., Zuckeraktien setzten die rückläufige Bewegung fort Deutsche Anleihen schlossen sich der schwächeren Strömung an. Ausländisch e Renten waren dagegen gehalten und konnten teilweise leicht anziehen. Besonders Türken wurden höher. Der Frei- verkehr blieb lustlos. Deckerstahl 27, Benz 65, Drown-Doveri 85, Entreprise 8, Growag 58, Krügershafl 103, Lisa 42, ilfra 74 Prvz. Im weiteren Verlaufe wurde die Tendenz stimmungsgemäß etwas freundlicher, jedoch waren nennenswerte Kursbesserungen nicht zu verzeichnen. Rur I. G. Farben zogen um 0,25 Prozent an. Am Geldmarkt war das Angebot reichlich. Tagesgeld 4 Prozent. Monatsgeld 4,75 bis 6 Prozent je Adresse. Industrie-Akzepte 5 Prozent, Privatdiskonten 4,5 bis 4,62 Prozent. Im Devisenverkehr hatten die westlichen Frankenvaluten eine erneute scharfe Abschwächung zu verzeichnen. Paris gab gegen London auf 164,— und Brüssel auf 159,— nach. Auch Mailand lag mit 131,— gegen London schwächer. Mark und Pfund sind unverändert.
frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt, 8. Juni. Es wurden notiert: Weiten, Wetterauer, 30,25 bis 30,75, Roggen, inländischer, 20,50, Sommergerste für Brauzwecke 22 bjs 24, Hafer, inländischer, 21 bis 23, Mais (gelb) 17,75, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 42,50 bis 42,75, Roggenmehl 28,75 bis 29, Weizenkleie 9,25, Roggenkleie 11 Mk. Tendenz stetig.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 7. Juni. In Uebereinstimmung mit festeren Auslandpreisen sowie erhöhten Schlußforderungen für Weizen zeigte sich auch im Berliner Produktengeschäft größere Nachfrage. Die Notierungen zogen bis 2 Mark an, auch Roggen fest. Die Gebote für Jnlandware sind aber nur mäßig erhöht, da die erzielbaren Preise für Roggenmehl nicht mit den Getreidepreisen Schritt gehalten haben. Gerste ziemlich behauptet. Hafer in besten Sorten gefragt, sonst still. Im Lieferungsgeschäft stützte starke Nachfrage nach Julinotierungen den Weizen und Roggen. Auch Septembertermin folgte der Aufwärtsbewegung, doch gingen die Steigerungen hier für Weizen nicht über 1,50 Mark und für Roggen nicht über 1 Mark hinaus. Es notierten (1000 Kilogramm): Roggen, märkischer, 175 bis 186 Mark; Sommergerste 187 bis 200; Gerste, inländische, 179 bis 182; Hafer, märkischer, 194 bis 205; (100 Kilogramm) Weizenmehl 37 bis 39,25; Roggenmehl 25,25 bis 26,50; Weizenkleie 10; Roggenkleie 11,40 bis 11,50; Viktoriaerbsen 36.
Rundfunk-Programm.
Mittwoch. 9. Juni.
3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.3V bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Alte Operetten. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Ungarisch und Finnisch und ihre Literaturen", Vortrag von Dr. Ludwig Harald Schütz. 6.45 bis 7.15 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.15 bis 7.45 Uhr: Funkhochschule Frankfurt „Aus der Geschichte der deutschen Sprache II", Vortrag von Professor Dr. Naumann. 8.15 vis 10.15 Uhr: Norwegischer Abend.
Diese naturreinen, leichten, nicht parfümierten, überseeischen Marken, geraucht aus einer eleganten
Krüllschnitt
tinar Shag-Tabak
3
feinste Uber^-AuileM
üQrigihQl-PIdenkott-Pfeife“, sind das Gegebene für den Kenner, ihr Aroma ist sogar eine Freude für die Gattin, , zyjrnaJ da.nrv~w.enri _die. Pfeife blitzsauber^ ist,— Ein schönes Geschenk, ist stets eine „Original-Qldenkott-pf
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