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^n>- Einen wie lebhaften reignisse in unserer Gemeinde °Mden haben, bewies in der Semeinderatsdie außer- ung des Zuhörenaums. 2er esordnung betrag die Aus- ueinderatsbeschlusse- ch die Bürgermeisterei den ■ 1926 für jedes Gemeinde- fügen sollte. Einleitend führte us, daß er die Ausführung gesetzt habe, hierzu hätten ihn eranlaht, da der Gemeinderat in die Bekivaltung der Bürger- . Noch den gesetzlichen Bestün- ils der Gemeinderat auf feMm Einleitung eines Berwat- a h r e n s notwendig, der ®e- nun die Pflicht, sich zu ent- einem Beschluß beharre oder ing verzichte. Nachdem von fozia/öemokm/i/chen und der ei Erklärungen abgegeben Zurücknachde des Befchtches chäftigte sich Tcmeinderatsmil- chend mit der ganzen, Ange- zunächst nach, daß nirgends den Kommunalabgeordnelen
>s Boranjchiags ausgehändigt l aber werde, trotzdem auch ds steht, in wohl allen Lsädten, st sehr umfangreicher und aus- , den Abgeordneten vor der Be- ogar in einigen Landgemeindtn i Nachbarschaft erhalten die ® • vor der Beratung eine Ab- itags auszugsweise zugestellt, lieeck erst die Einle'tungcmes ■ährens notwendig sei, se> um Gesichts der Lappalie, um bie es
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verstehen. Zudem fehlten für die Aussetzung eines Beschlusses die erforderlichen Voraussetzungen, da der Beschluß weder ungesetzlich sei, noch gegen die Interessen der Gemeinde verstoße, sondern vielmehr im Interesse der Gemeinde gefaßt worden fei. Selbstverständlich mute er der Bürgermeisterei nicht zu, den gesamten Voranschlag in allen seinen Einzelheiten abzuschreiben und zu vervielfältigen, es genüge ein Zahlenooranschlag mit Angabe der im Vorjahre eingesetzten und tatsächlich verausgabten Summen sowie eine kurze Erläuterung zu den einzelnen Positionen, falls mehr oder weniger im diesjährigen Voranschlag angefordert wird. Unter dem Eindruck dieser Ausführungen erklärte sich der Bürger m ei st er nunmehr bereit, den Beschluß des Gemeinderats in dieser Form zur Durchführung 3U bringen. Ebenso erklärte sich der Gemeinderat mit dieser Art der Regelung der unliebsamen Angelegenheit einverstanden. — Heber die Vergebung einiger zur Verfügung stehender Wohnungen beschloß der Gemeinderat entspre- ch.ud den Vorschlägen der Wohnungskommission. — Dcr letzte Punkt der Tagesordnung lautete „Berichterstattung über d i e Gemeinde- r n t 5 f i U u n g e nw. Rach den Ausführungen des Bürgermeisters feien die Berichte in der Presse über bic Gemeinderatssitzungen zu beanstanden: er schlage de-halb vor, der Gemeinderat möge beschließen, daß in Zukunft die Berichterstattung in Mr Weise zu regeln, daß der Presse seitens der Bürgermeisterei ei» Abschrift des Protokolls zugestellt werde. In der ausgedehnten Aussprache hierüber wurde zunächst vergebens verlangt, daß der Bürgermeister einen einzigen Fall namhaft machen sollte, in dem der Bericht von dem tatsächlichen Verlauf der Sitzungen abweicht. Von allen Rednern zu dieser Sache wurde festgestellt. daß die Berichterstattung sich absolut an die Wahrheit halte und objektiv gestaltet fei. Zudem sei cs unmöglich, einer Zeitung oorschreiben zu wollen, von welcher Seite sie ihre Berichte bezieht. (Sehr richtig! D. Red.) Ebenso unmöglich sei aber auch, das Recht zur freien Meinungsäußerung, das in der Verfassung verankert sei, zu unterbinden. Die Oeffentlichkeit habe ein Recht darauf, von den Vorgängen im Gemeindeleben unterrichtet zu werden, dadurch werde das Interesse und die Anteilnahme dcr breiten Öffentlichkeit an den Vorgängen kommu- nalpolitischer Art wachgehalten. Da die Berichterstattung bisher ohne jeden Tendenz gehalten sei, wirke sie nur segensreich (und tritt von vornherein falschen oder entstellten Gerüchten entgegen. D. Berichterstatter). Der Vorschlag des Bürgermeisters wurde bei einigen Enthaltungen einstimmig zurückgewiesen.
ch Lich, 7. Juni. Die Staatsstraße nach Steinbach gilt als eine der ersten Derkehrsstraßen in der Umgebung von Lich. Wegen ihrer tiefen Lage am Talrand und wegen des dichten Waldes wird die Straße nur sehr schwer trocken, obwohl sie sich gegenwärtig infolge Vornahme von Walzarbeiten im letzten Herbst in recht gutem Zustand befindet. Run ist die Straße vor einiger Zeit in der Nähe des Albacher Hofes auf ihrer rechten Seite von dem dichten Unterholz befreit worden. Infolgedessen kann die Lust über die Straße hinstreichen, und die Straße wird an dieser Stelle verhältnismäßig rasch trocken. Es märe allerdings eine Aufräumung mit dem ganzen Gebüsch auf beiden Seiten längs der ganzen Straße innerhalb des Waldes oorzunchmen, bann wäre wirklich auch auf der ganzen Straße eine Besserung zu erwarten.
: Lich. 7. Juni. Unter Führung von Landwirtschaftsrat Dr. Lehr, Leiter des hiesigen Landwirtschaftsamtes, fand am Sonntag unter guter Beteiligung einheimischer Landwirte ein Gemarlungsrundgang durch die Sicher Gemarkung statt. Die dabei gemachten Devbach- tungen sollen unseren Landwirten zugute kommen. Fast im gesamten Feld mußte das massenhafte Austreten des Getreiderostes am Weizen beobachtet werden. Wahrend vor wenigen Wochen nur ganz vereinzelte Weizenäcker davon befallen toaren, hat sich der Rost heute über die ganze Gemarlung ausgebreitet. Auch von den enachbarten Gemeinden wird dasselbe gemeldet. Selbst am Sommerweizen macht sich schon der Rost bemerkbar. Dr. Lehr gab Maßnahmen be- fannt. um der Verbreitung des Rostes Einhalt zu tun. Auf der „Platte", nahe am Wald nach Hattenrod zu, hat der Drahtwurm, namentlich in den Haseräckern. großen Schaden angerichtet. Die Diclwurzeln, die zum großen Teil schon gesetzt sind, gehen insolge der feuchten Witterung der letzten Tage gut an.
: Beuern, 7. Juni. Am Sonntag hielt im alten Schulsaal Assessor Dächer vom Grünberger Landwirtschastsamt einen von Inter
essenten überaus gut besuchten Vortrag über Wiesenbewirtschaftung. Der Redner wies daraus hin, daß infolge der letzten nassen Jahre die tiefer liegenden Wiesen zum größten Teil Schaden genommen haben, und fordert deshalb dringend eine Entwässerung zu feuchter Wiesen, um dieselben vor völliger Versäuerung zu bewahren. Sodann sprach er über rechte Gräserauswahl und rechte Düngung. Besonders empfahl er die Anlegung von Korn post haus en. Auch gab er Ratschläge, um die Wiesen vor Ueberwuchcrung mit Unkräutern zu bewahren. An den Vortrag schloß sich eine weitgehende Aussprache an, in der namentlich Lehrer Müller viele Anregungen gab. Leider hatte der am Rach- mittag niedergehende Regen die Feldwege so aufgeweichl, daß sich der vorgesehene Rundgang durch die Fluren nur durch die am Dorf ende liegenden Wiesen erstreckte. Assessor Bocher machte die Landwirte bekannt mit guten Wiesengräsern und schädlichen Wiesenunkräutem.
Kreis Friedberg.
00 Nieder-Flor stabt, 7. Juni. Der Bau der Straße nach Reichelsheim ist nun beendet. Damit werden die dort und im Steinbruch beschäftigten 87 Arbeiter fast alle erwerbslos. Die Zahl der Arbeitslosen ist nun von 14 auf 73 gestiegen, die Gesamtzahl der Unterstühungsberechtigten beträgt 292. — Der Sportplatz soll, weil er in den besten Wiesen liegt, in den Wald verlegt werden. Unterhandlungen mit der Forstbehörde sind im Gange. Kommen sie zu einem günstigen Abschluß, dann hat die Gemeinde auch wieder einen Festplah, denn der alte ist inzwischen in kleineren Stücken an Landlose abgegeben worden. — Die Bauherren in der Siedlungsstraße kamen in unvorhergesehene Zahlungsschwierigkeiten. Auf den gekauften Bauplätzen stand noch eine Hypothek, die erst gelöscht werden muhte. Solange aber das Baugelände nicht im Grundbuch eingetragen war, konnte den neuen Besitzern, meistens Kriegsbeschädigten, nicht ihre Abfindungssumme ausbezahlt werden. Die Hypothek ist jetzt gelöscht, so daß die Ueberschrei- bung der Grundstücke und die Auszahlung der Gelder erfolgen kann. — Der Bezug der staatlichen Daudarlehen ist hier noch nicht geregelt. Die Gemeinde sollte, da in diesem Jahr mehrere Darlehen beantragt und zugesprochen sind, für nächstes Jahr ganz verzichten. Der Gemeinderat konnte sich nach reiflicher Ueber- tegung zu diesem Verzicht nicht entschließen. Sollten nun nicht alle vorgesehenen Darlehen ausbezahlt werden, dann müßten einige Häuser im Rohbau stehen bleiben. Damit blieben Wohnungen besetzt, die bei der Wohnungsnot sehr notwendig gebraucht werden.
h. Wölfersheim, 7. Juni. Am 11., 12. und 13. Juli hält der „Radfahrer-Bund 1922“, Sih in Friedberg, in unserem Orte sein zweites B u n d e s f e st ab, zu dem sich bis jetzt schon 55 Vereine aus Oberhessen und den Kreisen Ufingen und Homburg angemeldet haben. Am ersten Festtag wird der Bundeswimpel einge- weiht. Als Korsopreis ist ein künstlerisch ausgeführtes Diplom gestiftet.
Kreis Büdingen.
y Ridda, 7. Juni. Vorgestern wurde der unter großen Schwierigkeiten in Wallernhausen verhaftete, der Wilddieberei verdächtige Karl Kipper aus Ober-Seemen in den Walddistrikt Eulobenkopf geführt, um ein Gewehr aufzusuchen, das er einem Jagdgehilfen in Ober- Lais unter Bedrohung abgenommen und angeblich im Walde versteckt hatte. Der Verhaftete erklärte aber, er könne die Stelle des Verstecks nicht mehr finden. Rachmittags wurde er nach Gießen in Untersuchungshaft gebracht. Am Samstagabend brannte plötzlich am Fußpfad von hier nach Fauerbach eine uralte Eiche. Der hohle Daum hatte in Asthöhe einen Durchmesser von 3 Meter und eine Oeffnung, die so groß war, daß von oben ein Mann hineinkriechen konnte. Run wird vermutet, daß die fohle Eiche dem verhafteten Kipper als Schlupfwinkel gedient, und einer feiner Helfershelfer den Daum angezündet hat, um etwaige Beweis- gegenstände — vielleicht auch das Gewehr — die für die Täterschaft sprechen, zu vernichten. Die Höhle des Daumes wirkte wie ein Kamin und verlieh der Flamme eine gewaltige Stärke, so daß die Flammen hoch über dem Walde emporschlugen. Zum Glück war ringsum Duchenhochwald.
Die Feuerwehr von Fauerbach hielt an der Drandstelle Wache und konnte gegen 1 Uhr nachts erst die Reste des brennenden Daum- riesen um reiben.
Kreis Schotten.
Id. Schotten. 7. Juni. Reben Dickwurzeläckern, die binnen kurzem sehr starke Eetzpflanzen liefern können, finden sich in unserer Gegend solche, die von Schädlingen so stark heim- gesucht worden sind, daß sie umgeadert und neu bestellt werden müssen.
ld. Unter- Seibertenrod, 7. Juni. Viele in jeder Beziehung einwandfreie Tiere der Vogelsberger Rindviehrasse verlieren für den Liebhaber durch ihre zu Helle Färbung etwas an Wert. So finden sich auch in unserem Dorfe, das zu den wenigen Orten des Gebirges gehört, die zielbewußt an der Verbesserung der heimischen Rindviehrasse mitgearbeitet haben, zahlreiche Zuchttiere mit fast gelbroter Färbung. Um diesen züchterischen Uebelftanb zu beseitigen, erwarb der Landwirtschaftskammerausschuh für Oberhessen auf der Rotviehauktion, die vor kurzem in Frankenberg stattfand, einen in Hessen-Rassau gezüchteten, fast schwarzroten Dullen und stellte ihn hier auf.
□ fiaubad), 7. Juni. Die Vorbereitungen zu dem „A u s s ch u ß f e st ", dem Laubacher Nationalfest, das in kommender Woche stattfindet, sind schon in vollem Gange. Dieseö Fest wird schon seit vier Jahrhunderten, seit der Begründung der Reichsgrasschaft Solms-Laubach, in gleicher Form gefeiert: es ist entstanden aus einer Verschmelzung des Preisschießens der Laubacher Schüt- zengilde mit den Schießübungen des solrnsischen „Ausschusses" (der „ausgeschossenen", ausgewählten Miliz), und verbindet die Gegenwart mit dem alten deutschen Reiche. Auf drei Tage erstreckt sich die Feier, deren Tagung auf die zweite Woche vor Johanni festgesetzt ist. Arn Sonntag ist Vorfeier mit allgemeiner Volksbelustigung. Der Montag ist der Hauptfesttag. Eitt Zug von gegen 300 Mann zieht zum Schlosse und ladet den Grafen zur Teilnahme ein. Der Graf stiftet einen Hammel, der den ersten Preis darstellt. Hieraus beginnt das Preisschießen auf der sog. „Hölle". Am Dienstag- vormittag ist Schweinemarkt, am Nachmittag wieder Volksbelustigung. In diesem Jahr wird das Ausschuß-Fest erweitert, indem die Turnerschaften des 2. Bezirks des Gaues Hessen am Vormittag des kommenden Sonntags ihre volkstümlichen Wettkämpfe hier ausfechten werden. Die Turnerschaften werden morgens in Wetterfeld eintreffen und von hier nach Laubach marschieren. Die Wettkämpfe werden 8.30 Uhr auf der städtischen Bleiche beginnen. Mittags 1.30 Uhr stellt sich die Turnerschaft am Kriegerdenkmal auf und zieht geschlossen durch die Hauptstraßen der Stadt zum Turnplatz, wo bis 5 Uhr turnerische Hebungen geboten werden. Hierauf erfolgt die Ehrung der Sieger. Die auswärtigen Turnerschaften werden 7.30 Hhr zurückfahren.
ld. Helpershain,?. Juni. Hie und da tauchen im Vogelsberg das Schindelwerk nachahmende gestanzte Zinkblechplatten auf, die die Schindelung der Hausgiebel ersehen sollen. Es erscheint aber ausgeschlossen, daß dies ein vollwertiger Ersah für Dretterung sein kann, denn der Dlechbelag eines Giebels wird zu verschiedenen Jahreszeiten genau die entgegengesetzten Wirkungen einer Schindelung zur Folge haben; er wird im Sommer glühend heiß werden, dadurch den Aufenthalt im Hause ungemütlich machend, und im Winter die Stubenwärme nach außen leiten, während Schindelwerk die Sommerwärme mildert und im Winter die Jnnenwärme der Häuser zurückhält. Die hiesigen Schindler befurchten von der Neuerung keinen Abtrag und sind in diesem Sommer durch Ausbesserungen und Reuschindelungen voll beschäftigt.
Rheinhessen.
Mainz, 6. Juni. Unter der Führung des Dombaumeisters Prof. Decker nahm gestern der künstlerische Beirat im Landesbezirk Hessen des Dundes Deutscher Architekten eine De- s ichtigung der Wiederher st ellungs- a r b et t en am Mainzer Dom vor. Mit Genugtuung wurde festgestellt, daß die Sicherung der Fundamente in einer sachverständigen Weise durchgeführt ist, die nach menschlichem Ermessen ein weiteres Ausweichen der Mauerstütze unmöglich macht. Die vorhandenen Schäden sind ausgebessert, und es besteht heute nur noch eine
gewisse Gefahr für den Weftchor des Domes, der den mächtigen Turmaufbau Ignaz Reumanns aus den Jahren 1771—74 trägt. Der Ehyr ist zur Zeit eingerüstet und mit gewaltigen Rotträgern versehen, die man nach Deendigung der Restau» rierungsarbeiten wieder abbrennen zu können hofft. Augenblicklich sind die Statiker mit Berechnungen beschäftigt, um die Widerstandsfähigkeit der vier Tragbvgen sicherzustellen.
WSR. Alzey. 7. Juni. In einem Granitsteinbruch bei Reubamberg (Kr. Alzey) hat sich am Samstag nachmittag ein schweres Unglück ereignet. Mehrere Steinbrucharbeiter waren mit Sprengarbeiten beschäftigt, als plötzlich aus großer Hohe ein schwerer Felsbl 0 ck mitten in d i e Arbeiter- ! ch a r hineinstürzte. Zwei Arbeiter wurden sofort erschlagen, während zwei weitere lebensgefährlich und zwei andere Arbeiter leichter verletzt wurden.
Worms, 6. Juni. (WSN) Eine wackere Tat hat gestern nachmittag der Wormser Einwohner Hans Gotthöfer vollbracht. Er hatte gerade im Rhein ein Bad genommen und befand sich noch im Badeanzüge, als er bemerkte, daß ein französischer Soldat stromabwärts trieb. Kurz entschlossen sprang er in den Rhein, und es gelang ihm unter großen Schwierigkeiten, den Soldaten, der bereits bewußtlos war, ans Ufer zu bringen. Im Verein mit einem französischen Soldaten wurden sofort Wiederbelebungsversuche angestellt, die auch von Erfolg gefrönt waren. Der Gerettete wurde von den Beiden nach der Kaserne gebracht.
Preußen.
Kreis wcülar.
<> Aus dem Kreise Wetzlar, 7. 3unL Zur Vermeidung von UnfäUen durch unvorsichtiges Tragen von Sensen weist der Vorsitzende der Sektion Wetzlar der Rheinischen landwirtschaftlichen Verufsgenossenschaft auf die dieserhalb bestehenden llnsallverhütungsvorschristen hin. Nach denselben müssen Sensenklingen der ganzen Länge nach mit einer die Schneide vollständig bedeckenden und über die Spitze hinausragenden Verkleidung versehen ober durch Umwickeln geschützt werden. Dieser Schutz darf nur entfernt werden während der Zen des '-arbeitens und Schärfens. Zuwiderhandlungen ziehen Bestrafung nach sich.
A Leun, 7. Juni. Hier fand die 60jährige Jubelfeier des Männergesangvereins statt. Mit dem festgebenden Verein feierte am vergangenen Sonntag bas 1000jährige Lahnstädtchen Leun unb all bic vielen eingclabenen Scmgesbrüoer und (Säfte das Jubiläum. Der Festzug bewegte sich unter einem Fahnenwald durch die Straften nach dem Festplatz. Dem Festzug fuhr auch ein blumen- geschmückter Wagen mit drei über 8Ö Jahre alten Vereinsveteranen. Das vom Festverein gesungene Begrüßungslieb leitete die offizielle Feier ein, worauf Gemeindevorsteher Nee b zu einer Ansprache bas Wort ergriff, in ber er bie Versammlung begrüßte, einen Heberblick über bie Geschichte bes feiernben Vereins gab und die Bedeutung bes Festtages roürbigte. Der Redner schloß dann mit einem herzlich aufgenommenen Hoch auf das deutsche Lied. Nach einem Gebichtvortrog überreichten bie Feftjungsrauen eine prachtvolle Fahnenschleife mit ber Zahl 60, dich der Vereinsvorfitzende Seibel mit herzlichem Dank entgegennahm.
£5. Aßlar, 7. Juni. Am gestrigen Tage fand die Fahnenweihe des vor vier Jahren gegründeten hiesigen Gesangvereins „Sangcslusti" unter großer Anteilnahme der Ortsbewohner, auswärtiger Festgäste und vieler auswärtiger Gesangvereine statt. Der FestkommerS am Samstag unter Teilnahme der Bruder- und Ortsver- eine nahm einen schönen Verlauf. Aßlar bekundete seine Teilnahme an dem Feste de« „Sangeslusf-Sänger durch hübsche Ausschmük- fung der Häuser. Eine Musikkapelle geleitete die ankommenden Vereine zum Festplatze. Die Musik, die von dem Stadtorchester Wetzlar ausgeführt wurde, veranstaltete gestern Morgen ein gut besuchtes Konzert. Am Mittag ring der lange Festzug, in dem die neue verhüllte Der ein S- sahne von Jungfrauen des Ortes getragen wurde, durch den Ort. Rach der Ankunft auf dem Festplah hieß der zweite Vorsitzende der „Sangeslust", Bernhard, die Festgäste herzlich willkommen. Sein besonderer Dank galt der Gemeindevertretung und den Ortseingesessenen, durch deren Hilfe es möglich geworden sei, schon nach vier Jahren der Vereinsgründung dieses Fest der Fahnenweihe zü
Der dritte Schutz.
Kriminalroman von Ole Stesani.
6. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Guten Morgen, Brentheim! Nein — noch nicht. Aber in einer halben Stunde bin ich hier fertig. Willst du mir helfen?"
„Meine Augen taugen nichts mehr. Aber ich will es versuchen!"
Sie gelangten bis zur Gartenmauer, ohne auch nur bic Möglichkeit eines Fußabdrucks ober einer sonstigen Spur zu sinbcn.
Nun hatten sie alles abgesucht. Dicht an der Mauer stand ein Fliederbusch.
„Dahinter wirst du auch nichts finden!" sagte der Alte, als er den Rechtsanwalt in den engen Zwischenraum zwischen Mauer und Strauchwerk kriechen sah.
„Doch!" rief Kramer triumphierend. „Sieh nur, was hier liegt!"
Erregt zwängte sich Brentheim bis zu ihm durch unb bückte sich zum Boben nieber.
Hart an dcr Mauer lag ein runder, brauner Gegenstand: ein Knopf — mit geflochtenem Leder überzogen, das in der Mitte einen kleinen grauen Stein trug.
Der Boben war hier mit bichtem Graswerk überwachsen und zeigte keinen Abdruck.
Kramer hob den Knopf hoch und betrachtete ihn.
„Glaubst du, daß er wichtig ist? Einer meiner Gäste hat ihn vielleicht verloren."
„Das ist kaum möglich. Er kann noch nicht lange hier gelegen haben, das Leder sieht ganz sauber aus. Unb soviel mir erinnerlich ist, trug keiner deiner Gäste gestern einen Mantel. Seiner Gröhe und Art nach aber ist dieser Knopf hier keiner, den man an einem Anzug tragen Tann. Er gehört zu einem Mantel — einem Ledermantel eventuell, ober einem Gummimantel — vielleicht eines Sportsmannes ober Chauffeurs." Er blickte sinnend vor sich hin.
„Aber es kann doch jemand gestern einen Ledermantel gehabt haben, ohne daß du es gesehen hast!" warf ber gründliche Brentheim ein.
„Schon — aber bedenke nur den ganz ungewöhnlichen Platz! Es ist keiner deiner Gäste auf
I diesen Rasenfleck gegangen, viel weniger, daß sich I jemand hinter den Strauch gezwängt hätte. — Wer weiß, ob der Mann, der den Knopf verlor, nicht noch in diesem guten Versteck saß, als ich gestern nacht oben auf den Baum dort gestiegen war und mit Franz sprach."
Er blickte über den Strauch weg nach dem Hause hin. „Es ist schon möglich", sagte er endlich. „Von diesem Platz aus kann ein guter Schütze, zumal wenn Licht im Zimmer brennt, genau auf den Fleck zielen, wo ber Porzellanteller hing."
Er untersuchte die Mauer. Sie wies nichts Bemerkenswertes auf.
Während sie dem Haus zuschritten, sagte Kramer: „Erzähle mir etwas von deinem Gärtner. Wie lange kennst du ihn?"
„Franz? Verhältnismäßig lange Zeit schon. Er stand zehn Jahre lang in Essers Diensten in Bonn. Unb ehe bie Villa fertig war, als wir noch in Bonn wohnten, lernte ich ihn bei meinen Besuchen bei bem Weinhänbler kennen, unb er gefiel mir, so baß ich froh war, als Esser ihn mir bereitwillig überlieft. Er ist brav und zuverlässig — hat aber allerdings einen kleinen Fehler, den ich ihm noch abzugewöhnen hoffe."
„Welchen?"
„Er trinkt."
Die Kugel war nicht tief in die Wand bes Wohnzimmers eingebrungen. Sie war von bem an bieser Stelle besonders festen Mauerwerk aufgehalten und hatte sich breitgequetscht.
Kramer löste sie los unb wog bas Metall- klümpchen in der Hand. „Ein sehr kleiner Re- volver. Es könnte das kleine Modell 3 von Smith und Wefson sein."
Das Mädchen trat mit dem Frühstück ein, die Herren setzten sich zu Tisch.
Kramer fragte: „Maria — ich brauche Leberknöpfe für einen Sportsmantel. Wissen Sie, wo ich heut früh noch vor ber Abfahrt so was bekomme?"
„Leberknöpfe? Das wirb schwer halten, Herr Rechtsanwalt. Da müßten Sie wohl schon in Köln selbst nachschen."
„Hier gibt es nichts Derartiges? Kennen Sie nicht jemanben hier, der einen Mantel mit Lederknöpfen hat?"
„Sie schüttelte den Kopf. „Nicht, daß ich wüßte. Oder doch — ber Herr Professor Oelscher hat einen Gummimantel mit Lederknöpfen!"
„So?" Die Freunde tauschten einen Blick, Brentheim schütelte unmerklich den Kopf.
„Es ist gut, Maria, ich danke Ihnen!" sagte Kramer und machte sich über das Früstück her.
Gleich darauf kam Grete herein. Sie wurde von Brentheim freundlich, aber kurz und ernst begrüßt. Er teilte ihr mit, daß er genötigt sei, mit Kramer eine zwei- bis dreitägige Reise zu machen. Er bat sie, unbesorgt zu sein, er werde für Schutz im Hause sorgen. Dann ging er an seinen Schreibtisch, öffnete ein Schließfach unb holte zwei Armeerevolver heraus, unmobeme, aber zuverlässige Waffen. Maria machte ein Gesicht, als wolle sie jeben Moment fort- laufen.
„Einen laß ich bir hier", sagte Brentheim. „Natürlich ist es praktisch vollkommen überflüssig, aber es gibt bir vielleicht boch ein Gefühl ber Sicherheit. Er ist voll geloben. Lege ihn in die Lade des Schreibtisches in deinem Zimmer unb sieh zu, daß kein Unberufener ihn in die Hand nimmt. Er ist gesichert. Dennoch: Vorsicht!"
Grete nahm die Waffe mit einer natürlichen Mischung von Grauen unb Vergnügen in bie Hand. Ihr Augen blitzten, als sie sich bei ihrem Stiefvater bedankte.
Sie brachte die Herren zur Gartentür. Kramer verabschiedete sich. Brentheim gab ihr die Hand und schwieg, nach Worten suchend. Endlich sagte er schroff: „Benimm dich gut."
Sie zog ihre Hand zurück und nickte kurz.
Schweigend schritten bie beiden den Weg nach Mehlem herauf.
Aus dem Hause, das sie aussuchten, trat ihnen Mokinski entgegen. Er zog den Hut. Brentheim grüßte kaum zurück. Als Kramer sich umroanbte, sah er, daß der junge Mann ihnen mit einem finsteren unb erbitterten Ausbruck nachblickte, bann schritt er mit abgewanbtem Gesicht die Strafte hinunter.
Lachner fanden sie bei einem ausgiebigen Frühstück. Heberrascht von dem unerwarteten Besuch, sprang er auf.
„Ja —" sagte er mit einem Blick auf den gedeckten Tisch. ,Lch muß Kräfte sammeln, ich habe bie halbe Nacht gearbeitet." Unb er wies auf einen
Berg Notenmanuskripte, ber auf dem Fensterbrett lag.
„Hat Mokinski in dieser Nacht wieder eine Begegnung gehabt?" fragte Kramer.
Der Musiklehrer sah ihn fragend an. „Ach so!" sagte er, sich erinnernd. „Ich weiß es nicht, ich habe ihn heute noch nicht gesprochen. — Ich habe mir vorgenommen, mir nicht Angst machen zu lassen, glaube auch, eine mögliche Erklärung gefunden zu haben."
„So?" sagte Brentheim und blickte ihn mit hoch- gezogenen Augenbrauen an.
„Herrgott!^ Lachner wühlte errötend in seinen Manuskripten. „Unsere Wirtin ... ist Witwe unb schließlich noch keine ölte Frau."
Der Kommissar zuckte die Achseln. Dann begann er bem Musiker seine Bitte oorgutragen. Lachner war gern bereit bazu, in bie Villa Grete über- zusiebeln und auch tagsüber, soweit seine Stunden es ihm erlaubten, dort im Hause zu bleiben. „In acht Tagen allerdings fahre ich auf eine Konzerttournee nach Holland!"
„Bis dahin sind wir lange zurück. Es handelt sich um höchstens drei Tage. — Sehen Sie zu," schloß Brentheim finster, „daß nicht zuviel Unruhe im Hause ist. Haben Sie ein Auge auf Grete."
Sie verabschiedeten sich herzlich ttftb machten sich auf den Weg. Als sie aus ber Haustür traten, hörten sie schon Violinklänge aus dem Zimmer bes Alten.
Nun standen sie vor der Tür des Lazarett- ümmers in Sonnenburg. Röder, der Zuchthausbirektor, begleitete sie. Racoszy lag in einem abgesonderten Zimmer, Tao und Nacht ständig von einem Wärter bewacht. Als die Tür sich öffnete, sahen sie bie starken Gitter vor den Fenstern.
Der Wärter stand stramm, als er der Herren ansichtig wurde.
Mit bem Gesicht zum Fenster, auf einen Ellenbogen gestützt, eine Zigarette rauajenb, lag ber Kranke tm Bett.
„Racoszn!" rief ihn der Direktor an. Der Gefangene nahm keine Notiz von ihm.
Der Wärter rüttelte ihn an der Schulter. „Dreh dich um!" raunte er ihm zu. Aber Racoszy blieb mit abgewandtem Gesicht in seiner Stellung.
(Fortsetzung folgt.)


