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müßten, so wäre der Beschluß der Auflösung des TtarnmorchesterS einfach unverständlich. Man könnte, von allem anderen abgesehen, nicht be­greifen, wie man eine größere Zahl älterer Musiker einfach auf die Straße seht. Darüber müßte zunächst in oller Oeffentlichkeit gesprochen werden. Denn mit vollem Recht hat der Herr Finanzminister erklärt, daß er für die radüale Beseitigung bestehender kultureller Einrichtungen nicht zu haben sei. Aber selbst wenn ein kleiner Zuschuß seitens des Staates nötig wäre, sollte dieS nicht hinreichen, um eine Einrichtung zu be­seitigen, deren Verlust allseits schmerzlich emp­funden würde. Hoffen wir also, daß nach gründ­licher Prüfung der Verhältnisse daS Aauheimer Dinterorchcster der Provinz vberhessen erhalten bleibt. Hoffen wir, daß eS selbst unter An­spannung oll der latenten Kräfte, die in ihm enthalten sind, dazu beitrage, den Ruf Rau- heims auch in künstlerischer Beziehung zu be­festigen und zu erweitern. Sch.

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

In der vergangenen Woche blieb das Bör­senbild außerordentlich schwankend, und im Endergebnis zeigen sich mit Ausnahme von ein­zelnen Speziolbewegungen keine wesentlichen Ver­änderungen. Unter dem Drucke einerseits der sich erneut bemerkbar machenden innerpoliti­schen älnsicherheit und der Befürchtungen, die man an die sich häufenden inneren An­leihe-Emissionen knüpft, vermvchten gün­stigere Momente nicht zur Auswirkung zu kom­men So übte die Tatsache der Herabsetzung der Börsenumsatz st euer einen nur flüch­tigen Einfluß aus. Wenn man auch an der Börse nicht daran glaubt, daß der Vorfkrß der sozial­demokratischen Partei gegen die Ermäßigung der Börsenumsatzsteuer von Erfolg begleitet sein wird, so erinnert dieser doch wieder einmal an die durchaus kapitalfeindliche Einstellung der Sozialdemokratie, die man gerade in Börsen­kreisen vielfach schon zu vergessen begann Diese Einstellung hindert die Sozialdemokratie daran, das nötige Verständnis für die volkswirtschaftliche Aufgabe der Börse aufzubringen. Sie sieht in ihr lediglich einen Tummelplatz für Spekulanten. Ein wichtigeres Moment ist schon der zügellose Wettbewerb, der sich zurzeit bei der Auflegung von inneren Anleihen geltend macht, wo­bei ebenso, wie seinerzeit bei den Ausländsan­leihen. wiederum die Kommunen allen an­deren den Rang abzulaufen suchen. Man erwägt infolgedessen bereits ernstlich den Gedanken, auch für innere Anleihen eine »Beratungsstelle" einzurichten. Daß dieser starke Kapitalbedarf auf die Aktienkursbildung eine Rückwirkung aus­üben muß, liegt aus her Hand, zumal ihr von den Banken, um sich der übernomnrenen Anleihe- Pakete entledigen zu können, kräftig Vorschub ge­leistet wird Dies drückt sich auch in den Be­richten der Großbanken aus, die im Gegensatz noch zu den Berichten vor einigen Wochen in- bezug auf die Entwicklung am Aktienmarkt we­sentlich zurückhaltender sind. Die Beurteilung des englischen Generalstreiks ist an der Börse durchaus geteilt. Optimistischen Aus- Raffungen inbezug aus deutschen Rohstvsfabsah standen Befürchtungen auf ein ilebergretfen der Streitlust auf Deutschland gegenüber. Rich^sdesto- weniger tonnten Kohlenattien nicht un­wesentlich profitieren. Sie gewannen z. B. Har- pener rund 10 Proz. Eine Spezialbewegung trat wiederum in E l e k t r o w e r t e n ein, die in erster Linie auf Auslandkäufe zurückzuführen sein dürfte. Die Führung hatten hier Siemens mit einer Steigerung von etwa 16 Proz. Die Gerüchte, die sich hieran knüpften, daß bereits . eine Verständigung über das Ausscheiden des Elektrokonzerns aus der Rhein-Elbe- Union erzielt sei, eilen den Tatsachen voraus. Daß auf der anderen Seite an der Bildung ? eines Elektrotrustes eifrig gearbeitet wird, ist bekannt. Stark angegriffen wurden in der vergangenen Woche Rombach-Aktien, weil trotz aller Dementis die Ansich-, daß Rom- bach ohne eine kräftige Sanierung nicht aus dem Dilemma herauskommt, immer mehr überwiegt. Eine Spezialbewegung scheint sich in Hypo­thekenbanken anzubahnen, weil man damit rechnen muß, daß die Hypothekenbanken in aller Kürze wegen des guten Absatzes ihrer Pfand­briefe an eine Kapitalerhöhung denken müssen, wie das bereits jetzt von der Sächsischen Doden- kreditanstalt bekannt wird.

Am Geldmarkt scheint die lleine An­spannung des Ultimo bereits wieder überwunden, und die alte Flüssigkeit tritt erneut zu­tage. Die Anspannung der Reichsbank zum Ul­timo ging über das von ben letzten Monaten her bekannte Maß hinaus. Die Aussichten auf eine erneute Diskontermäßigung treten demnach wieder etwas mehr in den Hintergrund. Am internationalen Devisenmarkt spitzen sich die Ver­hältnisse immer mehr zu. Das augenscheinliche Fiasko der belgischen Stabilisie­rungsbestrebungen im Zusammentreffen mit Entlastungsmanövern der eng­lischen Finanz zu Gunsten einer Hochhal­tung des englischen Pfundes, haben einen ge­waltigen Sturz des belgischen Fran- k e n verursacht, dem sich trotz aller Klärung der französisch - amerikanischen Schuldensrage der französische Franken angeschlossen hat. 3m Osten mußte sich der rumänische Lei trotz aller Befchwichttgungsverfuche der rumänischen Regierung ebenfalls eine Deroute gefallen lassen Es hat den Anschein, als wenn die Inflation in einigen Ländern der Entente erst jetzt ins Rollen kommt.

Die Großhandelsinderziffer. Die auf den Stichtag des 5. Mai berechnete Großhandelsi.iüexzifseo des Statistischen Reichs- amts ist gegenüber dem 28. April um 0,6 Prozent von 123,4 aus 122,8 zurückgegangen. Von den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse um 0,7 Prozent auf 121,8 und die Industricstosfe um 0,4 Prozent auf 124,2 nachgegeben. Den

Rückgang der Industriestoffe hat vor allem die Preisbewegung der Textilroh- und -Halbstoffe bewirkt. 3m Durchschnitt April lagen die Agrar­erzeugnisse (121,5) infolge der zu Anfang des Monats eingetre.'enen Steigerung der Getreide- prcise höher, dagegen die Industriestoffe (124,9) niedriger als im März. Die Gesamlindexziffer stellte sich auf 122,7 im Durchschnitt April.

* Bevorschussung von Inkasso- devisen bei der Reichsbank. Die Fak­turierung des Exports nach valutaschwachen Ländern geschieht in großem Umfang nicht in der Währung dieser Länder, sondern in einer anderen, stabileren Währung. Um auch eine Mög.ichkeit für die Verwertung von Ausland­wechseln und -schecks zu schassen, die von der Reichsbank nicht angekauft werden, hat die Reichsbank erle.chternbe Bestimmungen für die Bevorschussung von Inkas 'odevi'en erlas en. Da­nach werden auf zum Inkasso eingere.chte De­visen Vorschüsse bis zu 75 Vrozent des Kurs­wertes gegeben, auch wenn die betreffenden Ab­schnitte eine längere Laufzeit (bis zu drei Mo­naten) haben.

* Vuderussche Eisenwerke A G. Wetzlar. Dio gestrige Generalversammlung ge­nehmigte den dividendelosen Abschluß. Zur Lage des Unternehmens äußerte Generaldirektor Dr. Groebler, daß Bestimmtes nicht gesagt wer- d-en könne. Das Geschäft hinge fast in jeder Be­ziehung vom Baumarkt ab und richtete sich dem­gemäß nach den Jahreszeiten. Die regelmäßige Belebung im Frühjahr habe stattgefunden, doch noch nicht in dem Maße, wie e5 erwartet worden sei. Immerhin beständen Anzeichen, daß die Be­lebung weitere Fortschritte mache. Die geldliche Lage fei gegenwärtig nicht mehr so angespannt, wie in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, und man nehme an, daß weitere Kredite als die von dem Bankenkonsortium gewährten nicht mehr in Anspruch genommen zu werden brauchen. Dr. Groebler wies sodann auf die schwere Be­lastung hin, die gerade dem Lahn- und Dillberg- bau aus den ständig vermehrten sozialen Lasten erwachsen sei und die neben den auch sonst nicht sehr glänzenden Verhältnissen des dortigen Erz­bergbaues dazu beigetragen hätten, daß etwa 80 Prozent der Gruben stillgelegt seien. ES wur­den heute nur Noch etwa 2500 Bergarbeiter gegen 7500 vor dem Kriege beschäftigt. Aus eine An­frage wurde bemerkt, daß für einen weiteren Ab­bau keine Veranlassung bestehe.

* Frankfurter Maschinenbau A.-G. vorm. Pokorny & Wittekind. Frank­furt. Die Bilanz von 1925 schließt mit einem Rohgewinn von 259 151,53 Mk. ab. Rach Av- zug der Abschreibungen von 196 441.16 Mk. (Im Vorjahre 223 261,73 Mk.) steht zuzüglich des Vortrages auS 1£24 ir.il 13 073,93 Mk. der Betrag von 75 784,30 Mk. zur Verfügung der General­versammlung, dessen Verteilung wie folgt vor- geschlagen wird: 6 Prozent Dividende auf hie Vorzugsaktien 19 080 Ml., Ueberweisung auf Delcredere-Konto 50 000 Ml., Vortrag für 1926 6704.30 Wk. (Generalversammlung 3. Juni.)

Frankfurter Bank, Frankfurt am Main. Die Ausschüttung einer Stamm­dividende von 6 Prozent bei einem Reingewinn von 196 043,44 Mk. wurde in der General­versammlung einstimmig genehmigt. Mit der See­handlung Hot das Institut ein Abkommen ge­troffen, nach welchem es die von der Seehand­lung angekauften Wechsel sofort hier zahlen kann.

* Amerika-Anleihe der Vereinig­ten Stahlwerke A.--G. in Vorberei­tung. Wie der DHD. aus Reuyork meldet, be­richten verschiedene amerikanische Zeitungen über Anleihe-Verhandlungen fünf deutscher Stahl­werke in Amerika. Es handelt sich hierbei um die noch in dieser Woche in die Vereinigten Stahlwerke ansrefei de: 'curi/en Montan-Unter- nehmungen. 3n ame: ilanischen Finanzkreisen rechnet man mit der Auflegung einer 40- bis 60-Millionen-Dollar-Anleihe durch Dillon Read im August, da die Verhandlungen im Laufe des Sommers wahrscheinlich zum Abschluß gelangen werden. (Eine Bestätigung für diese Meldung war bisher nicht zu erlangen, doch ist bekannt, daß bei der neuen Trust-Gesellschaft die Ab­sicht besteht, zu ihrer Finanzierung den ameri­kanischen Geldmarkt in Anspruch zu nehmen.)

Berliner Börse

'Eigener Drabt^erich! des® :ßc e Anzeigers".) Berlin, 7. Mai. Die S?mstagbörse er­öffnete bei lustlosem Geschäft in unein­heitlicher und etwas schwächerer Hal­tung. Die Verstimmung ging vom Schiff­ahrtsmarkte aus, an dem Infolge der end­gültigen Vertagung der Freigabeangelegenheit von Hamburger Dankenseite größere Ab­gaben erfolgten. Bei der rückläufigen Tendenz trug äußert)em die Entwicklung der innerpoli­tischen Lage und die enorme Geschäftsruhe bei, die auf sämtlichen Aktienmärkten herrschte. Am Elektromarkt kamen die bisherigen Umsätze ebenfalls zum Erliegen. Wenn trotzdem das Kursniveau im allgemeinen gehalten blieb, so lag dies an der zuversichtliche Stimmung der Börse, die nur wegen des vollkommenen Fehlens der zweiten Hand nicht zum Ausdruck kommen kann. Am Devis enmarkt fanden Inter­ventionen in den westlichen Frankenvaluten statt. Paris notierte gegen London 154,, Brüssel gegen London 157,50 Am Geldmarkt blieb die Lage weiter recht flüssig. Tagesgeld war tzu 4 bis 6 Prozent reichlich angeboten.

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtberich, desGießener Anzeigers".) ümn f j u r * - Mai. Tendenz uneinheitlich.

Die Bor,e eröffnete zunächst in freundlicher Hal­tung! der Sturz der Schiffahrtspapiere übertrug sich jedoch später auch auf die anderen Markte, die durchschnittlich 1 bis 2 Prozent nach- gaben. Das Termingeschäft fetzte mit einer ziemlichen Kauflust für Farben- und Montanwerte ein. Elektroaktien zogen ebenfalls leicht an. 21m Schiffahrtsmarkt traten infolge von Ab, gaben erhebliche Abschwächungen bis zu 2 Prozent em. Im variablen Berkehr wandte sich das

Hauotintereffe den A u t o a k t i e n zu, die $ bis li Prozent anzoaen. Der Freiverkehr lag aus­gesprochen flau. Benz 71, Growag 58, Ufa 51, Ufra 80 Prozent. Heimische Anleihen und Ren­ten waren bei kleinem Geschäft etwas niedriger. Auch Pfandbriefe gingen leicht zurück. Im weiteren Berlaufe machten sich auf die am Wochen­ende üblichen Realisationen hin, sowie infolge der schwachen Tendenz der Schiffahrtsaktien neuerliche Rückgänge auf allen Märkten bemerkbar. Rur I. G. Farben konnten auf die Vermutung einer hohen Dividendenausschüttung hin ihre Verluste wieder einholen und bewegten sich auf der Höhe der ersten Notiz. Am Geldmarkt überwiegt weiter das An­gebot. Tagesgeld 4i, Monatsgeld 51 bis 6 Prozent. Im Devisenverkehr sind die w e st l i ch e n Frankenvaluten weiter schwächer. Pa- ris gegen London 154, Brüssel gegen London 158, London lag gegen Kabel dagegen unverändert mit 4,85}.

fBörlentnrlc.

(Ohne Gewähr.)

Frankfurt a.M

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Siemens A Hal-SW ....

143,5

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142

Adlerwerke .filenet ......

64

65,25

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Daimler Motoren. ......

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63,5

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Heylig^nstaedk . . ......

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Motorenwerke Mannheim

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52

Frankfurter Armaturen

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Äonscrvensabrik Braun Metallgesell chaft Frankfurt .

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Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. tOhne Gewähr.)

7 Mai

8 Mai

Amtliche Noti rung

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Amtliche Noliernng nield Briet

Amm-Mov Buen.Aires Brst.-Antw Christian ja .ttop.'nhaa.'n Skolkholm Helnngforv tfialien London. Meunork . Baris.

Jchweft Cvanien yapan Rio de Ian Wien in D- Cefi- abflcfl Prag . . Belirad . Budap.st - ® u in arten Lissabon Danzig. - Non st nein Alben Canada.

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5.86

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2,19

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169 01 1.692 13,06 90.68

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168,57 1.687 12.88

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4.315

Berlin, 7 Mai

Meld

Brie'

Smertkanilche Vioiew.....

Belgische Noten . .... Dänische Noten .......

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Holländische Noten . . . Italienische Noten.......

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otnmanische Noten Cchwedische Noten Schweivr Noten Spanische Noten Tichschoilowakische Noten

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Berliner Pro;

Berlin,?. Mai. Di Aen von den Auslandmc zöhung der Schlußforderui Lufer im Inlande weiter dem anhaltenden Deckung

4,187

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4,207 13.07

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verwendet zur Färberei im Haushalt nur die seit über 50 Jahren bewährten

I fiere Tendenz von dem Vortag im Berliner Pro- duktengeschäst heute fortsetzte. Speziell der Wei- zen erzielte für prompte Lieferungen Kurs­gewinne bis zu 2 Mk.. auch Roggen befestigt, doch ist das Interesse für diesen Artikel gering, so daß die Gewinne am Lokomarkt kaum nen­nenswert waren. Das Mehlgeschäst ist etwas freundlicher in der Entwicklung, ohne daß aber von einer größeren Amsahtätigkeit gesprochen werden kann. Gerste hat kleines Angebot, aber auch die Kauflust hält sehr zurück. Aehnlich war die Lage für Hafer. Im Zeithandel veranlaßte das Fehlen weiterer Maiandienungen für Wei­zen stärkere Deckungen, der erste Kurs besserte sich um 3 Mk. Die übrigen Monate je 2 Mk. höher. Mai- und Iuliroggen 50 Ps. über Vor­tag, September 2 Mk. Cs notierten pro 1000 Kilogramm: Weizen (märk.) 294 bis 297, Roggen lmärk.) 174 bis 179, Sommergerste 193 bis 207. inländische Gerste 172 bis 188. Hafer (märk.) 192 bis 202; für je 100 Kg.: Weizenmehl 36.75 bis 29.50, Roggen mehl 25 bis 26.50, Weizenlloie 11 bis 11.25, Roggenkleie 11.80 bis 12, Viktoria- erbfcn 29 bis 39, kleine Speiseerbsen 26 bis 28, Futtererbsen 22 bis 26, Peluschken 22 bis 25, Ackerbohnen 22 bis 24, Wicken 23 bis 30. Lu­pinen (blau) 11.75 bis 12.75, Lupinen (gelb) 14 bis 15, Serradelle (alt) 24 bis 28.

Gießener Wochenmarkk§reise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: das Pfund Butter 2 bis 2,10, Matte 35 bis 40, Käse 050 bis 1,40, Wirsing 35 bis 40, Weißkraut 35. mottraut 35 bis 40, gelbe Rüben 40 bis 50, rote Ruben 15 bis 20, Spinat 35 bis 40, Römifchkohl 20 bis 25, Spargel 0,80 bis 1,20, Mischgemüse 25, To malen 1,00 bis 1,20, Zwiebeln 25, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 30 bis 50, Rhabarber 25 Kartoffeln 45, Aepfel 2045, Dörrobst 50, Kirschen 1,20, Erdbeeren 3,504, Honig 50, junge Haynen 1,101,20, Suppenhühner 1,101,30, Gänse 70 bis SO, Eier das Stück 10 bis 11, Blumenkohl 1,20 bis 1,30, Salat 15 bis 25, Salatgurken 1,20, Lauch 5 bis 20, Rettich 20 bis 30, Sellerie 20 bis 50, Radieschen" das Bund 15 bis 30, Tauben 0,80 bis 1,00 Mk. '

Zu haben in

Vüchertisch.

Rudolf Huch: Der Herr Reveu und seine M o n d g ö t t i n. Eine kuriose Affäre aus der Peruckenzeit. Reelams Univerfal-Bibliothek Nr. 6622 23. Die reich bewegte, anmutig verschlungene Handlung ereignet sich in der Zeit des ausgehenden Barock am Hofe eines deutschen Duodezfürsten. Der Held ist ein junger Künstler, dem nach mancherlei komischen und tragischen Irrungen und Wirrungen das ersehnte Glück wird. Das Ganze ist durchwebt von einer lieblichen, leise melancholischen Heiterkeit, die das Buch vielen teuer machen dürfte. 145

Grimmelshausen, Ewig währen der Kalender nebst Stücken aus dem jährlichen Wunder-Gcfchichts Kalender. Mit vielen Bildern ge­ziert. Zum erstenmal' wieder in Druck gegeben durch Engelbert Hegaur. Preis Leinen 11 Mk.'Verlag: Alb. Langen in München. Als dritter Band non (Brinv melshaufens Simplicianifchen Büchern erscheinen hier zum erstenmal in reicher Fülle seine Kalender­arbeiten, die eine Fundgrube von erzählendem, be­lehrende, volkskundlichem Gut erschließen. Grim­melshausen ist hier der vorbildliche Volksschriftsteller, der echte Vorläufer Hebels. In dialogischer Form plaudert er vom Kalenderwesen, von Feldbau, Wel­ter- und Gesundheitsregeln und Volksweisheit, und verbreitet sich ausführlich über Astrologie und Horo fkopie, er berichtet eine Menge wunderwürdiger Be­gebenheiten, kleine Erzählungen, deren Stoffe der Weltliteratur angehören, lustige Anekdoten von Simplicifsimus und feinen Kumpanen: kurz, er zeigt sich überall als echten Dolksmann und Humoristen, dem zuzeiten der Schalk lose im Racken sitzt. Ganz neu sind auch die herzhaften Gespräche und die vielen köstlichen kleinen Geschichten aus den Jahren kalendern, die erst jetzt aufgefunden morden sind. 39

Otto Hauser: Rassebilder. Verlag Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg. 1925. Rassenknnde als Wissenschaft ist erst das Ergebnis der Forschungen der letzten Jahre, wo die schon früher intuitiv erfaßten Wahrheiten unter der Sonde eraft wissenschaftlicher Forschung Erhär- tung und Bestätigung gefunden haben. Zu den Männern, die wertvolle Arbeit auf diesem so ver­worrenen Gebiet geleistet haben, gehört unstreitig der Wiener Gelehrte Otto Hauser. Er gibt in seinen letzthin erschienenenRassebildern" eine begrüßens­werte Ergänzung zu seinem Hauptwerk über die Rassenlehre". Um die Fülle des Stoffes zu meistern, beschränkt sich Hauser auf acht Gruppen, und an der Hand von 160 Bildtafeln, die eine Fülle über­zeugender Bildnisse und Kunstwerke, meist berühm­ter Männer und Frauen, bringen, erläutert er die Hauptmerkmale der menschlichen Grundtypen und sucht hier zum erstenmal die Stufenfolge der ein­zelnen Mischungen aufzuzeigen. Das Buch gibt eine anschauliche Anleitung zur näheren Betrachtung des eioenen Wesens, da ja durch die Rasse, durch die Mischung des Blutes, fast alle Lebensäußerungen d»s einzelnen bedingt sind und ist weiterhin ein Wegbereiter zur Menschenkenntnis überhaupt. 38

DIE ZUVERLÄSSIGSTE BREMSE!M GEBIRGE