Einzelbild herunterladen

Donnerstag, 8. April 1926

176. Jahrgang

ltt. 81 Erstes Blatt

jFtrnsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Der«

Ein Attentat auf Mussolini

Der Schuh einer irischen Geisteskranken. Der Diktator leicht verletzt

eine ältere dunkel

R evolver aus

Hindenburgs Militärjubiläum

rche St. Marcella fand nachmittags ein feier-

war prächtig be-

erwidert hierauf mit folgender Ansprache:

Mein Herr Reichswehrminister! Haben Sie herzlichen Dank für die Glückwünsche, die Sie mir zum heutigen 60jährigen Gedenktag meines Dienstantritts namens der Wehrmacht des Rek- ches dargebracht haben. Aus den Worten, die Sie an mich richteten, entnehme ich mit be­sonderer Befriedigung die Zusicherung, daß die Reichswehr sich als Crbin der hohen Tra-

Idyinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt.

dition der alten Armee fühlt und es als ihre y oberste Pflicht empfindet, die Tugenden, die

uyser altes Heer beseelte, zu pflegen. Sie wer­den es mir alten Soldaten nicht verdenken,

achten «affe®1

erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag».

Beilagen:

Siebener FamilienblStter Heimat im Bild Die Scholle.

ttonatsiBejugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger­lohn, auch bei Richter«

Briefe und antifaszistrfche ausländische Blätter gefunden.

Die Blätter heben hervor, daß die Atten­täterin bis zum Oktober des vergangenen Jahres in einer englischen Irrenanstalt! untergebracht war. Lieber die Beweggründe zur Tat berichten die Blätter nichts. Die eng­lische Botschaft gab bekannt, daß sie das Attentat aufs schärfste verurteilt und insbeson­dere bedauert, daß eine britische Staatsangehö­rige ein solches Verbrechen b-gangen habe.

Das Echo in England.

London, 7. April. (TU.) Das Attentat auf Mussolini hat in England größtes Aufsehen hervor­gerufen. Alle Blätter erinnern an die bisherigen Attentate und geben eine Uebersicht über die poli­tische Laufbahn Mussolinis, in der die Worte Dikta- | tur, Despotismus, Tyrannei und Autokratie sehr oft wiederkehren. In keinem Blatt findet sich ein Wort der Anerkennung und selbst die menschliche Teil­nahme kommt nirgendwo fühlbar zum Ausdruck. Ob Mussolini ein Beileidstelegramm der englischen Regierung erhalten wird, steht noch nicht fest. Die Tatsache, daß die Attentäterin britische Untertanin ist und den besten Kreisen dcr eng­lischen Gesellschaft entstammt, erschwert die amtliche Stellungnahme. t

Der italienische Diktator, so schreibt derStar , ist mit knapper Rot einem Schicksal entgangen, dem Tyrannen immer ausgesetzt sein werden. Niemand könne andern Menschen ein Regime der Knute auferlegen, ohne Repressalien heraufzube­schwören.

Amerika zum Attentat.

Reuhork, 7. April. (Kabeldienst der $11.) Die Reuhorker Blätter berichten über das Atten­tat auf Mussolini in großer Aufmachung. Sie verurteilen zwar das Attentat an sich, heben jedoch hervor, daß Mussolini Diktator sei und daher mit Attentaten rechnen müsse. Die meisten Blätter üben bei dieser Gelegenheit wie­der eine scharfe Kritik an Mussolini und weisen d«xuif hin, daß seine Machtpolitik Eu­ropa in neue Kriege stürzen könnte. Der- schiedentlich wird an das Attentat die Hoffnung geknüpft, daß es Mussolini als eine ernste War­nung ansehen möge.

Ein Opfer des Faschismus.

Demonstrationen in Rom.

In Rom ist die Erregung außerordentlich. Vor dem Dekanntwerden der Personalien der Frau, die den Anschlag aus Mussolini ausführte, verbreitete sich das Gerücht, daß sie slawischer ^Abkunft sei. Ein Trupp Studenten zog darauf nach der russischen Botschaft, um sie zu (türmen, wurde aber durch ein Aufgebot Cara­binieri daran gehindert. Auch die polnische Gesandtschaft und die anderen in Betracht kommenden diplomatischen Vertretungen wurden (sofort durch Carabinieris gesichert. Eine Volks­menge stürmte nach dem Attentat das Gebäude des oppositionellen BlattesII Mondo" und verwüstete es. Außerdem wurden die oppositio­nellen Blätter aus den Zeitungsständen heraus- grnssen und verbrannt. Einer der Tatzeugen gab an, daß er die Attentäterin kurz vor der Tat mit einem Manne mit weißem Bart habe sprechen sehen und daß er gehört habe, wie dieser ihr empfahl, etwas unter einer Zeitung zu ver­bergen. Offenbar war dies der Revolver. Tat- Irchlich hat die Attentäterin im Augenblick des Erscheinens Mussolinis ein Zeitungsblatt zur Be­mühung erhoben, unter dem sie den Revolver von kleinem Kaliber abfeuerte.

Das erste Extrablatt mit der Nachricht von dem Altentat auf Mussolini erschien gegen 2.30 Uhr. Es vermies besonders darauf, daß die Attentäterin eine Ausländerin ist, daß die Untersuchung gründ- Ld) geführt und alle Verantwortlichen festgestellt werden müßten. Nur fremde Interessen, welche die Schwächung Italiens wollten, hätten zu einem solchen Attentat führen können.

Aus Anlaß der Rettung Mussolinis haben alle öffentlichen Gebäude Roms und die meisten Privathäuser geflaggt. Gleich nach Dekannt- n, erden des Attentats beglückwünschte der König Russolini, desgleichen der Papst. Der größte Teil des diplomatischen Korps gab ebenfalls seine Karten bei Mussolini ab. Auch der deutsche Botschafter von Reurath sprach sofort dem Ministerpräsidenten seine Glück-

Zu dem Anschlag auf Mussolini werden wch folgende Einzelheiten bekannt: Rach Smweihung des Internationalen Chi- i ar gischen Kongresses verließ Mussolini in Begleitung mehrerer Kongreßteilnehmer unter Drifall der Menge das Kapitol, während eine bruppe von Studenten das faschistische LiedGio- dinezza" sang. Mussolini dankte lächelnd, indem er mit der Hand grüßte und begab sich über den Platz des Kapitols zu seinem Kraft- vagen. Während er den Platz überschritt, zog gekleidete Frau einen kleinen der Tasche, reckte beide Arme in die Höhe und schoß aus nächster Rähe auf sie nach seinem Gesicht zielte, am unteren Teile der

lag und Geschäftsstelle 61. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto:

Dwanffurtam Main 11686.

Dr. Meißner bei. Punkt 12 Uhr betrat der Reichspräsident den Saal und trat vor die Fahnen, die an der einen Längsseite Aufstellung genommen hatten.

Die Feier begann mit folgender

Ansprache des Reichswehrministers Dr. Gehler:

Herr Reichspräsident!

Heute jährt es sich zum 60. Male, daß Sie, Herr Reichspräsident, in die preußische Armee einqetreten sind. An diesem Gedenktage nimmt die junge Wehrmacht des Reiches den herzlichsten Anteil und es ist mir eine hohe Ehre, in dem Saal, in dem Sie die Fahnen der Regi­menter grüßen, in denen Sie gestanden haben, ihre ehrerbietigsten und aufrichtigsten Glückwünsche überbringen zu dürfen, nicht nur weil Sie kraft Ihres hohen Amtes an der Spitze der deutschen Re­publik unser Befehlshaber sind, sondern vor allem, weil wir in Ihrem ganzen Leben, das eine der ruhmreichsten Epochen der deutschen Geschichte erfüllt, die Verkörperung der Höch st en militärischen lugenden sehen, der Tugen­den, auf denen die bewunderungswerten Leistungen der alten Armee beruhten und die zu pflegen i d i e oberste Pflicht der Reichswehr, der Erbin dieser hohen Tradition sein muß, wenn sie die Erwartungen unseres Vaterlandes erfüllen soll. Diese Tugenden aber haben überall und immer geheißen und werden immer und überall heißen, solange es brave und ehrliebende Soldaten gibt: Pflichttreue, Tapferkeit, Vaterlands­liebe. Die denkwürdigsten Tage Ihres Lebens, die für immer der Weltgeschichte aegehören, haben sich mit diesen Tugenden zu einem goldenen Kranz ge­woben und haben Ihnen nicht nur die Liebe und Verehrung von Volk und Heer, sondern auch die Achtung und Bewunderung der Welt verschafft. Sollen wir Ihnen mehr danken für die stolzen Siege, die Ehrentage der deutschen Waffen oder für den I Heldenmut in den Tagen des Unglücks und der Nie­derlage, wo so viele sich an Ihrem Beispiel der Pflichterfüllung bis zum. letzten aufrichteten. Wir haben heute ein Recht, unsere Blicke mit Stolz und Dankbarkeit auf den Feldmarschall des alten und den Oberbefehlshaber des neuen Heeres zu richten und wir richten die heiße Bitte zum Himmel, daß Gott Sie, Herr Reichspräsident, als großes Vorbild im Heer und als Hüter dem Vaterland noch recht lange erhalte!

Reichspräsident von Hindenburg

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20/o mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An­zeigenteil Hans Füstel, sämtlich m Gießen.

Berlin, 7. April. (Wolss.) Die Umgebung des Reichspräsidenten-Palais in der Wilhelm- straße war heute schon in den ersten Vor­mittagsstunden von einer dichten Menschenmenge besucht, did Zeuge des militärischen Schauspiels anläßlich des GOjäbrigen Militärjubiläums des Reichspräsidenten sein wollte. Die Bürgersteige am Palais selbst waren dicht gefüllt mit Zu­schauern, darunter vielen Schulkindern, die Fähn­chen trugen. Punkt 9 30 Uhr vomiittags brachte die Kapelle des 9. Infanterie-Regimentes dem Rei^spräsidenten im Garten des Palais ein Morgenständcheii dar, das viele Zuhörer an die Mauern des Gartens lockte. Um 10.30 Uhr be­reits marschierten Schupomannschaften heran, die die Wilhelmstraße von den Linden bis zum Wilhelmsplatz absperrten. Der Vorgarten des Präsidentschastspalais prangte -in bunten Früh­lingsblumen. Der Aufgang, umrahmt von mili­tärischen Posten, ist mit Lorbeerbäume" ge­schmückt Auf dem Gebäude weht die Praftdent- schaftsflagge. Immer mehr Schupo abt ei langen rücken heran. Kurz nach 11 Uhr tritt die Wach- kompanie heraus und erweist den ankommenden hohen Offizieren die Ehrenbezeugungen, so unter anderem den Chefs der Heeres- und Marine- leitung, Generalobersten v. Seeckt und Admiral Zenker, sowie den beiden Reichswehrgruppen­kommandeuren General v. Lohberg. Berlin und General Reinhardt, Kassel.

Gegeii 11 Uhr ertönten von den Linden her Trommeln und Pfeifen. .

Die Fahnenkompagnie des Wachtregiments Berlin

marschiert im Parademarsch heran, auf den Sei­ten von berittener Schupo flankiert. Kurz vor dem Präsidenteiipalais seht die Musik ein. Die Trommler, die Pfeifer, dann die Kapelle, da­hinter die Fahnen und zuletzt die Kompagnie schwenken ein. Kurze Kommandos ertönen. Ge­neral v. Loßberg erhält die Meldung des Kompagnieführers der Fahnenkompagnie und be­gibt sich in das Palais.

iiikn% $o6. ner Öft u,,b n »5*

>Ä|e

leit Men.

M,**? »I tai

A,n- M- b t äii»8 eid) -'s

.test ,at e-ne Eammlu ** Aufsätze S zulammengebracht - ?lt der Frage bei °ue am Ekkehard? sud ju sehen, wie tstenvmans geaan» uch jetzt noch nach.

"136

dWschau.

1 Deltenraum Dienste der HanS Aundfunkgesellschas. iseln mit 52 Mil, est. Verlag E. H. mmlung wurde an« Herausgeber der nsorschungSiriuS", reSden, dessen zähl. idsunk-Torträge be­it haben. Durch 45 it aus dem Wege ts Reich der Urania lägen Teleskope (en- Ergebnissen der For- ittelbare Anschauung, bbildungen der Sonne sigen Protuberanzen r allerneuesten For- l Es folgen hoch» , deren bizarre For- Jegensah zu unserer Die Planetenabbi« chnungen des Warr, nd der Denus, wie vbachtungsbedingun- ten.

und Deltan- enskunst und Gesund- Liepmann. 2. er- Hage. 243 Seiten unu >on Quelle & Weher )il(e im Lebenskämpfe nmonischen Weltan« : des Ganzen mit fei' mer die grofw Linie . alle die, die den öden Materialismus in Stunden ö*1 eigene* das vorliegende Mich ngsges^'chie der Ra Lrnebels bis W&e" den heutigen Zwck zum lebendigen W >rAalurvonR.tz. Mdungen von Ä- einem ivrbWN Kosmos. GesellschB die Äarnwm «A im Bau des M» dn Sch» »"

> Ä fe«

Ä*

b-.

e m ünes von tc8 DuH i unyfl® Mich "** 130 lDm

Ätz-ZLS uche ^Lfohlemcit

n von c'n seiner bc rbteü^jLetling. n HI zugleich.^ ? egiv^'^Mduellga^,

wünsche aus.

Mussolini setzte den König, der zur Zeil auf dem Schlosse Rossore weilt, von dem Attentat tele- .graphisch in Kenntnis, woraus ihm der König seine Glückwünsche für die Errettung übermittelte. Der Kronprinz begab sich persönlich in die Woh­nung Mussolinis, um ihm feine Glückwünsche aus- ' zusprechen. Als üch Mussolini gegen 4 Uhr im Auto zum Palazzo Chigi begab, um an der Sitzung des iaszistischen Direktoriums teilzunehmen, brachte ihm : beaeiftertc Ovationen dar. In

Rom, 7. April. (Agenzia Stefani.) heule ictmittag um 11 Uhr Hal auf dem Platz des Capi­tols eine alte Frau aus nächster Rähe einen R e - i»lverfchu^ auf Mussolini abgefeuert r dem Augenblick, als er beim Verlassen des inter- lationalen chirurgischen Kongresses sich zu seinem 'lato begab. Mussolini wurde nur äußerst leicht ver­wundet. Das Geschoß durchschlug die Nasenflügel. IHnffoüni bewahrte vollkommene Ruhe und Kalt- blüHgteit Die Täterin, die man nur mit größter Niihe vor der empörten Menge in Sicherheit brin­gen konnte, wurde ins Gefängnis eingeliefert.

(Eine Ansprache Mussolinis.

Rom, 7. April. (WB.) Stefani. Musso­lini hielt vom Balkon des Palazzo Chigi eine Rede an die ungeheure Menschenmenge, die ihm stürmisch zujubelte. Er sagte u. a.: Ihr wolltet für einige Minuten meine Stimme vernehmen, damit ihr euch überzeugt, daß ihr Klang sich nicht geändert hat, ebenso wie ich euch versichern kann, daß mein Herz nicht schneller schlägt. (Beifall.) Mussolini sagte dann noch, er sei stolz, einer Generation anzugehören, die niemals zit­tere. sondern stets auf dem vom Schicksal vor­gezeichneten Wege vorwärts marschiere. Kein Ereignis und kein Mensch werde den un­widerstehlichen Vormarsch des sieghaften Faszis- mus aufhalten. Dem faszistischen Regime drohe auch keine Gefahr. Als aus der Menge der Zwischen­ruf ertönte: ..Aber vom Ausland", fügte Musso­lini hinzu, auch dieser Gefahr werde er ent­gegentreten. Auch vor den Fremden hätten die Faszisten keine Angst. Darauf forderte er die Menge auf, nur seinen Befehlen zu folgen und wie es Faszisten gebühre, in Ruhe und Ord­nung nach Hause zu gehen. Der Duce schloß mit den Worten:Es geht vorwärts. Wenn ich vorwärts gehe, so folgt mir. Wenn ich zurück­weiche, so tötet mich. Wenn ich sterbe, so rächt mich." Frenetischer Beifall folgte der Ansprache.

Die Attentäterin.

London, 7. April. (TU.) Die englischen Blätter bringen in ihren Spätausgaben aus­führliche Einzelheiten über die Persönlichkeit der Attentäterin Miß G i b s o n. Sie ist 50 Iahre alt und eine Schwester Lord Ashburnes. Rach den Berichten leidet sie an religiöser ^eberspanntheit. Sie hat vor einem Iahr in einem Anfall religiösen Wahnsinns einen Selbst­mordversuch gemacht. Ihr Bruder, Lord Ash- burnes, ist sofort nach dem Erhalt der Rach- richt des Attentats nach Rom abgereist. Ihr Vater war eine bekannte politische Persön­lichkeit in der englisch-irischen Politik der 90er Iahre. Er war irischer Lordkanzler in zwei konservattven Regierungen. Miß Gibsons Schwester lebt in London. Sie hat verschiedene Briefe von ihrer Schwester aus Rom erhalten, die aber nichts Außergewöhnliches enthalten. Die Attentäterin lieh nach der Tat e i n F l ä s ch- chen mit Iodtinktur fallen, die mit xinem noch nicht festgestellten Präparat gemischt war. Es scheint, daß sie mit dieser Mischung nach der Tat Selbstmord begehen wollte. Der Re­volver ist ein französisches Fabrikat vom Ka­liber 6.35 Millimeter. Die Verhaftete konnte erst nach längerem Bemühen der Aerzte wieder zur Besinnung gebracht werden, da sie unter den Mißhandlungen sofort ohnmächtig geworden ist. Sie gibt nur über ihre Personalien Aus­kunft, verweigert aber über das Mottv der Tat jede Aussage. Sie macht den Einduck einer Geisteskranken und man nimmt an. daß kein Komplott vorliegt. Bei einer Haussuchung in der Wohnung der Attentäterin wurden verschiedene

. Mussolini, indem Mussolini wurde .... Aase verletzt. Der Polizeipräsident, ein Hauptmann der Carabinieri und ein Schuhmann kürzten autf die Frau und verhinderten sie, vriter zu schießen. Sie' trennten sie von der Menschenmenge, die sie lynchen wollte. Mussolini griff instirckttv mit der Hand nach der Rase und zog sie blutüberströmt zurück. Der Mussolini lufällig begleitende Arzt Professor Dastinelft reichte dem Verwundeten sofort ein Taschentuch .um Dlutstillen. Mussolini bestieg sein Auto und !uhr in seine Wohnung, wo er kurz darauf den Herzog von Aosta, verschiedene Minister und Generale und hervorragende Mitglieder des saszistischen Direktoriums empftng. Er erklärte diesen, daß sich durch das Attentat nichts an !e nen Dispositionen für die nächsten Tage ändern loärde. Hm 4 Uhr wohnte Mussolini bereits tnicber einer faszistischen Versammlung bei. Er - wird am Donnerstag, wie vorgesehen, seine Reise nach Tripolis antreten. Man glaubt jedoch, daß der Ministerpräsident durch seine Verletzung stark am Reden behindert ist, so daß leine Reden wahrscheinlich vorgelesen werden müssen.

Paris, 7. April. (WB.) Wie dasJournal des Döbats" berichtet, ist in Cannes heute der ehe­malige italienische Minister und Abgeordnete A m e n d o l a in einer Klinik verstorben. Im Herbst vorigen Jahres habe er in Montecatini eine Kur durchgemacht. Das Hotel, in dem er gewohnt habe, M... .....

fei von Faszisten belagert worden, die ihn daß ich. heute umgeben von diesem ehrwürdigen schließlich mißhandelt und gezwungen hätten, das ruhmbedeckten Feldzeichen, unter denen ich den Land im Auto zu verlassen. Amendola habe noch größten Teil meines Lebens verbracht habe, in keine 30 Kilometer zurückgelegt gehabt, als er in demütiger schmerzlicher Erinnerung einen Hinterhalt gefallen sei. Banditen in schwarzen an die stolze alte Armee zurückdenke. Sie war Hemden hätten ihn übel zugerichtet und ihm drei ein Volksheer, das nicht nur feinen Zweck, Rippen eingeschlagen. Ameckdola habe sich fein Vaterland zu schützen, ehrenvoll erfüllt hat, in eine Klinik in Cannes geflüchtet, wo er sich einer sondern darüber hinaus eine Erziehungs- Operation habe unterziehen müssen, die er jedoch Hätte für unter ganzes Volk, eine hohe Schule nur wenige Monate habe überleben können. der Pflichterfüllung und der Vaterlandsliebe. Was wir an ihr verloren haben, können wir

. 1 iaszistischen

irllllti 8 tue Menge

1|V® e her Kirche vt. Marcello sano nat

" liajes Tedeum statt. Die Stadt

w flaggt und illuminiert.

GieWer Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vrvck und Verlag: vrühl'sche UniverfilÄr-vuch- und Ztelndruckerei H. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Seschästsstelle: Zchulftrahe 7.

in feiner vollen Bedeutung erst jetzt empfinden, ---- wo sie nicht mehr ist. Die neue Wehrmacht

L des Reiches, deren Vertreter ich hier vor mir

sehe, mußte auf anderer Grundlage errichtet Rach wenigen Minuten erscheint auf der werden. Rur gering ist ihre Stärke und an die

5-rehhe von den brausenden Rufen der Menge Stellle der Ehrenpflicht allgemeinen Waff-ndren-

bearüßt Reichspräsident v. H i n d e n - stes ist die freie Dienstverpflichtung getreten,

bura in großer Feldmarschallsunisorm mit dem Aber dadurch, daß diese neue Wehrmacht an

Marschallstab in der Rechten. Er schreitet, be- die große Tradition unserer militärischen Ver-

gteitet von dem Reichswehrminister und General gangenheit anknüpft und sie wahrt, dadurch,

v Loßberg zunächst die Wachtkompagnie und daß sie die hohen Tugenden selbstloser Pslicht-

darnach die Fahnenkompagnie ab, stürmisch be- treue, hingehender Vaterlandsliebe und opser-

grüßt von den Zurufen der Menge. Die Musik freudiger Tapferkeit übernimmt und er­spielte den Präsentiermarsch und setzte dann hält, ist auch sie ein Hort nationaler

mit dem Deutschlandlied ein, das von der Menge Kraft und eine Gewahr für die Erhaltung

mitgefungen wird Darauf wieder Präsentier- der soldatischen Eigenschaften in unserem Volk

martef) Die Fahnen, je drei des 3. Garde- geworden. Von diesem Geist erfüllt wird, so

regiments zu Fuß, des' Oldenburgischen Infan- bin ich überzeugt, auch die gegenwärtige Reichs-

terieregiments Rr 91 und des Infanterieregi- wehr und Reichsmarine getreu ihrem Fahnen-

ments Generalfeldmarschall v. Hindenburg 2. Ma- eid stets ihre Pflicht tun. Sie wird unbeirrt

surisches Rr 147 werden im Paradeschritt in vom Lärm der Gegenwart sich von keinem an»

das Palais getragen. Roch einmal grüßt der deren Gedanken leiten lassen als von dem bm-

Feldmarschall. noch einmal schreitet er die Wacht- gebender Vaterlandsliebe und von der Heber-

kompagnie ab schüttelt einer alten dort stehen- zeugung. in stiller selbstloser Arbeit der Zukunft

den Exzellenz in blauer Generalsuniform die des deutschen Volkes am besten zu dienen. So

Hand und verschwindet wieder im Gebäude. Mit grüße ich, der alte Soldat, in diesen Tagen der

klingendem. Spiel zieht die Fahnenkompagnie ab. Erinnerung an die Ruhmeszeit des alten Heeres

or-n der die neu erstandene Wehrmacht des Reiches mit

gläubiger Zuversicht, daß sie st e t s d e r T a t e n WritlltCrUng» fCier, der Väter würdig fein wird. Gemeinsam

bie um 12 Uhr im großen Saal des Präsidenten- als Kameraden wollen wir uns zu Deutschland hausen ftatfanb, nahmen Aborbnungen ber Trabi- bekennen, indem wir rufen: Unfer geliebtes tionstruppenteile ber durch bie Fahnen vertretenen teures Vaterland hurra, hurra, hurra!" Regimenter, bestehend aus Offizieren, Unteroffi- Der Generolfeldmarschall empfing dann in dem- -ieren und 'Mannschaften, sowie eine Traditionsab- selben Saal eine größere Anzahl von Aborb- teilung bes früheren PanzerkreuzersHinbenburg" nun gen militärischer und kameradschaftlicher teil ferner der R e i ch s w e h r m i n i st e r mit den Vereine, namentlich des Vereins Graf Schlieffen, Chefs der Heeres-und Marineleitung, des Vereins 3. Garderegiment zu Fuß, des Regi- die Oberbefehlshaber der Heeresgruppen, Wehr- ments Hindenburg, des Jnf.-Regts. 91, der ebema- kreisbefehlshaber Kavalleriedioisionskommandeure ligen Kadetten, des Reichskriegerbundes ...Kyfi-

und die leitenden Offiziere des Reichswehrministe- Häuser" und des Offiziersverbandes. Auf die an

riums die Generäle des Standortes Berlin, der ihn gerichtete Ansprache im Namen der Aborb-

Kommandant von Berlin, eine Vertretung ber Hee- nungen erwiberte der Reichspräsibent mit Worten

resbeamten unb die beiden Fe 1 dpröbste des des Dankes, in denen er ausfuhrte: Die Karne- Heeres sowie die Flaggenoffiziere, Stationschefs r a^) schaff, wie wir sie immer verstanden Haden, und Inspektoren der Marine. Dem Festakt wohnten bedeute Zusammenhalt und Einmuiia- auch der Reichskanzler und Staatssekretär | feit. Diese Einigkeit tut uns gerade ,etzt besonders