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Dörkenkvrle.

108,73

93 63,75 26,2i 5,25 108,6

45 47,5

66

25 5

4.5

108,25

43

46

43 | 93,12

66

26 I

4 75

1DG 43 5 !

46 5

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht desGiehener Anzeigers".)

Berlin, 8. März. Der Beginn der Genfer Verhandlungen war vorbörslich eine Mahnung für die Spekulation zur Zurückhaltung. Das Geschäft setzte daher außerordentlich still ein. Die

HvastwerK in Pacht zu nehmen. Verhandlungen mit dem Kraftwerk Mettlach sind bereits auf- Genommen, jedoch können Angab rn über den Verlauf und die Aussichten dieser Vorverhand- limgen vorerst noch nicht gemacht werden.

* Reue Betriebseinschränkungen und Entlassungen im Ruhrbergbau. Bei der Adler A.G. für Bergbau ist, wie her DHD. erfährt, die Entlassung von 700 Leuten beantragt worden. Es sollen hiervon ca. 400 Ar­beiter auf Zeche Johann Deimelsbera und ca. 300 Arbeiter auf Zeche Zentrum IVV am 1, April zur Entlassung kommen. Zeche Waltrop beantragt die Kündigungsgenehmigung für ca. 500 Arbeiter und 30 Angestellte zum 15. März für den 1. April.

* 2 0 Millionen 6 Vr proz. Württe m- bergische S ch a tz a n w e i s u n g en. Ein unter Führung der Preußischen Staatsbank, des Bank­hauses Mendelssohn & Eo. und der Reichs­kreditgesellschaft A. G. Berlin stehendes Kon­sortium hat 20 .Millionen Reichsmark öV^proz. Württernbcrgische Staatsschahanweisungen mit dreijähriger älrnlaufzeit übernommen. Ein Teil­betrag der Schahanweisungen ist im Ausland plaziert. Der noch vorhandene Bestand soll anfangs dieser Woche freihändig zum Preise von voraussichtlich 97 Prozent zum Verkauf kommen.

Frankfurter Armaturen - > Konservenfabrik Braun . . Metallgcsell'chaft Frankfurt Pet. Union A.-G......

Schuhfabrik öctj......

Sichel.............

Zellstoff Waldhof------

Zuckerfabrik Frankenthal . Zuckerfabrik Dagbäuscl . .

Frankfurt a.M.

Berlin

Stbiu;.i i-Uhr.

Schluß. Anfang

Kurs 1

fiitrs

flute !

Dalum:

6.3, 1

83.

6.3. |

8 3.

5% Deutsche Rcichsanleihe

.3875

0,396

0,382 I

0,345

4% Deutsche Reichsanleche .

1

1

0.385

3'/a0/n Deutsche Re,chöan leihe

0,360

.

1.3825

3% Deutsche Rcichsanleibe . Deutsche Svarprämienanleihe

<1.4 H)

0 41

0,400

U 221 |

0 235

4®/0 Preußische Konsuls . .

.355 '

0.37

4% Hessen........

0 35

0 395

3*/i°/o Hessen . .........

0 37

3°/0 Hessen........x.'.'

0.37

Deutsche Wcrtd. Dollar-Änk.

100

-

95 7

dto. Doll.-Schatz-Anweisug.')

99,4

99,55

4e/0 Zolltürken.........

12,25

12.3 12.1

5°/0 Goldmcxikaner ... .

39,75

39 25

Berliner Handelsgesellschaft.

148

147*

148'

Commerz- und Privat-Bank

110.5'

n r

110*

111*

Darmst. und Narionalbank .

128.25

128'

128.4*

Deutsche Dank.........

128

127,9*

128,2*

Deutsche Vereinsbank ....

73,5

Disconto Commandtt . . .

121.5*

120,5*

Metalldank..........

84 5

Mitteldeutsche Creditbank. .

102.5*

103*

102,7

Oefterreichische Creditanstalt.

6,62

6,9

t>,9

7

Westbank .........

0 039

0,039

-

Bochumer Guß . .......

85

8),5*

85.4*

Buderus ........

45.75

45

44,5

Caro ............

45a

46,25

Deutsch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke. .

88,25 88.75

89,75* -

88.75'

84 25*

89'

89,75*

fiarpencr Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben....

105,5

105,7*

105.7*

117,75

106*

-

Kaliwerk Westeregeln.....

124,75

121

122,25

122

Laurahütte.........

34

34,75

36

Oberbedarf. .......

48.25

50

47.5*

Phönix Bergbau ......

75.62*

76.1*

75 9*

76,75*

Rheinstahl...........

82*

82*

82'

82,2V

Riebeck Montan.......

81

83.5

Tellus Bergbau......

51

Hamburg-Amerika Paket. . .

Norddeutscher Lloyd . ...

139 5*

136 5*

140* 138*

139

135,75

Cheramische Werke Albin . .

1 40.5

_

Zementwerk Heidelberg .. .

85,25

85,75

_

Philipp Holzmann ......

67

66.25.

Anglo-Cont.-Guano.....

85

Chemische Mayer Alapin . .

H. G- Aarbenindnstrie, A^-G. Goldschmidt..........

Holzverkohlung ........ Rütgerswerke .........

127.5

69

121,6*

69,25

127*

08

128,7*

6.*,25

62,5

76.5

-.3

76

76,25

Scheideansialt.........

92

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft

94*

94,25*

94,L*

' 94

Bergmann . . ........

Mamkraftwerke ........

85

-d

84

83 25*

ischnckert...........

84,5*

.

84.4

85*

Siemens & Halske ......

105

104*

Adlerwerke Kleyer ......

43 18

1 49

43,75

46.5

Daimler Motoren. ......

39 5

43

40

44

Heyligenftaedt.........

Megmn.............

23

28

2

29,5

Motorenwerke Mannheim .

1

Aestsetzung der ersten Kurse brachte dann einen Um­schwung und eine prozentweise Steigerung Jur Schiffahrtsaktien. chapag und Norddeutscher Lloyd wurden in namhaften Betragen anschei­nend von der Wasserkante aus dem Markte ge­nommen. Die Festigkeit dieses Marktaebietes gab sodann der gesamten Börse einige 2mregung, so daß die Kulisse aus ihrer abwartenden Haltung her- ausging und zu Käufen schritt. Bei teil m e tj e lebhaften Umsätzen konnten daher nach der ersten Kursfestsetzung unter Führung besonderer Spezialwerte leichte Kurssteigerungen er­zielt werden. Im Vordergründe standen neben Schiffahrtswerten Kriegsanleihen, die bis zu zu 0,397höher gingen, ferner die Mehrzahl der Autoaktien, von denen Daimler 4 Prozent ge­winnen konnten. Auch die unnotierten Autoaktien waren stärker gefragt und höher. Nur Monta tz - werte machten diese Aufwärtsbewegung nicht mit, da hier die Krupp-Beröffentlichungen und die wei­tere Frankensenkung verstimmten. Pans gab gegen London bis auf 136,25 nach. Das Zu­standekommen der Staatsaktion für die oberschlesischen Eisenwerke war schon am Samstag spekulativ verwertet worden, für Oberbedarf und Caro traten heute sogar mehrprm zcntige Verluste ein. Am Geldmarkt stellte sich tägliches Geld auf 5 bis 6,5 Prozent bei reichlichem Angebot. Monatsgeld 6,5 bis 7,5 Prozent.

Devisenmarkt BerkinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Banknoten.

6 März.

8- März.

Amtliche Noti'rung Geld Brief

Amtliche Notierung 6>eld ! Brief

Amst-'stioti.

168.21

168^3

168.27

168,69

Bueu-Aires

1,693

i, 197

1,6j3

19 055

1,697

19,095

Brss.-Antw.

19,05

19,09

Christiania.

89,53

89,75

89.84

90,06

Kopenhagen

106,76

112,43

109,04

108.83

109.11

Stockholm .

112,71

112,58

112,76

Hclsingfors. Italien. . .

10.555

10,695

10.555

10,495

16.84

16,88

16.83

16,87

London. .

20,378

20,430

20,382

20,4 4

Neuyork . .

4,195

4.205

4,195

4,20*>

Parts...

15,16

15,20

15, o:;

15.07

Schwei; . -

80,74

80.94

80 745

80.915

Spanten.

5'1,11

59,25

59.11

69,25

Japan . . .

1.90

1,94

1,830

1,8*4

Rio de Jan.

0.615

1 616

1.618

Wien in D-- £?eft. abgest.

59,13

59,27

59,11

59,25

Prag ....

12,416

12,456

12,417

I2,4f6

Belgrad . .

7.38

7,41

7,385

7,405

5,895

3,045

Budapest. . Bulgarien.

5,875

3,1'35

6,895

3,045

3,875 3,035

Lissabon

21.225

i 1,275

21 22a

21,275

Danzig. . .

80,85

81.05

80 84

81.04

Konstantin.

',19

2,20

2.198

2.208

Athen. .

5.89

6.91

5 89

5.91

Canada. . .

4.172

4.182

4.175

4,185

Uruguay . -

4.295

4,305

4,295

4,315

Berlin, 6 März

Geld

Brief

Amerikanische Nölen * * *.

4.183

4.203

Belgische Nöten ......

, 19,00

19.10

Dänische Noten .......

108,18

109,02

Englische Noten........

20,35

20,45

Französische Noten ......

15.35

15 43

Holländische Noten......

167,78

168.62

Atalicnische Noten ......

16 88

16,95

Norwegische Noten......

89.32

8) 77

Deutsch-Oesterr.,äioo Kronen

59,015

59,315

Rumäniscbe Noten......

-

Schwedische Noten......

112,13

112,68

Schwester Noten .......

80,57

10,97

Spanische Noten.......

59,03

59,33

Tschechoslowakische Noten ..

12,38

12.44

Ungarische Noten.......

5.84

5,88

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtbericht desGiehener Anzeigers"^ Frankfurt a. M., 8. März. Tendenz: Fest.

Die neue Woche brachte der Börse eine wesentliche Belebung des Geschäftes und eine starke Abwärtsbewegung der Kurse. Der un­sichere Verlauf der Genfer Verhandlungen blieb ohne jeden Einfluß auf die schon vorbörslich lebhaft einsetzende Umsatztätigkeit. Die Börse ist im allge­meinen geneigt, eine optimistische Auffassung über die Genfer Verhandlungen an den Tag zu legen, und man rechnet mit einem günstigen Ausgange. Die Spekulation war infolgedessen zuversichtlich ge­stimmt und dehnte ihre Tätigkeit auf fast alle Märkte aus. Einige kleinere Privataufträge und der leichte Stand des Geldmarktes konnten die Kaufbewegung wesentlich fördern. Bevorzugt waren besonders Motorenwerte, von denen Kleyer 1,9 Prozent, Daimler 1,5 Prozent und Neckarsulmer 2 Prozent höher gingen, ferner waren Bauaktien weiter lebhaft gesteigert, Wayß & Freytag plus 2,68 Proz., Zement Heidelberg plus 0,5 Proz. Von Zellstoffaktien lagen Wald­hof 2,5 Proz. fester. Auch Zuckeraktien erzielten

Die LoKe Herzogin.

Roman von Ernst Klein.

Copyright by Carl Dimeter, Verlag, Berlin.

10. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Lady Grace eilte zur Tür, um die Anordnungen Zu treffen. Doch Karaschin sagte:

Ich danke, Mylord, und ich bitte, Mulady, sich nicht zu bemühen; ich habe mein Auto fahrtbereit unten stehen lassen, als ich an kam. Ich will sofort noch London zurückkehren, denn ich muß morgen nach Berlin fahren, wo ich bereits gewisse Verab­redungen getroffen habe."

Lord Burnham geleitete also den Russen als Beweis der Auszeichnung, die er ihm zuteil werden ließ, persönlich in die Halle und trat sogar an das Auto heran, als Karaschin darin Platz genommen hatte. Noch einmal schüttelten sie sich die Hände, dann brauste der große Rolls-Royce den Parkweg hinunter.

Im selben Mo mein kam von der anderen Seite ein kleiner schnittiger Rennwagen heran und hielt mit einem Ruck, der dem Chauffeur alle Ehre machte, vor der Cingangstür, in der Lord Burn­ham noch stand. Ein schlanker Manu mit braunem Schnurrbart sprang aus dem Wagen und begrüßte den Herrn von Burnham Tower.

Ah, Sie sind es, Herr Graf", rief dieser.Wir Haben Sie schon heute morgen erwartet."

Ich konnte nicht früher kommen, Mylord. Mein Chauffeur ist mir plötzlich krank geworden, und ich habe einen ärgerlichen Vormittag damit verbracht, einen Ersatz zu finden. So konnte ich erst um Mittag von London fortfahren", erwiderte der späte Oeft mit seltsam weicher, melodischer Stimme.

So kommen Sie jetzt wenigstens zurecht, um sich gleich mit uns zu Tisch setzen zu können", rief der Lord, und zu einem der Lakaien gewendet, be­fahl er:

Melden Sie Ihrer Ladyship, daß soeben Graf Las Valdas angekommen ist."

7. Kapitel.

In Burnham Tower wurde noch an der guten, alten englischen Sitte festgehalten, daß nach Beendigung der Tafel die Herren und Damen sich

zunächst getrennt ansiedelten. Inzwischen stellte die Dienerschaft in der Bibliothek die Bridgetische zu­sammen, an denen sich dann später die älteren Herrschaften niederließen, während das jüngere Volk im kleinen Salon die Tanzbeine in Bewegung brachte. .Dieses Vergnügen war zumeist mit dem persönlichen Opfer irgendeines der musikalischen Mitglieder verbunden, das sich an den Flügel setzen mußte, nm schlecht und recht die neuesten Shimmys herunterzuhacken. Es kam dabei weniger auf die musikalische Feinheit als auf den Rhythmus an. Mehr verlangte man beim abendlichen Tanz im kleinen Salon nicht.

Aber heute war es doch etwas anderes. Da nahm der neue Gast Graf Las Valdas am Flügel Platz, und die Tanzgemeinde der Lady Grace horchte auf. Das war mehr als die übliche Haus- ballkost, an die sie gewöhnt war. Das war Kunst, einschmeichelnde, verlockende, verführerische Kunst. Die schlanken Finger des Portugiesen machten aus dem Bananen-Gassenhauer nicht nur ein Stimulans für die Beine, sondern auch einen Genuß für die Ohren. Der Mann hatte magische Kraft in seinem Spiel. Die Harmonien, die er aus den schwarzen und weihen Tasten herausholte, schmeichelten sich ins Blut. Erhitzten es. Machten die Pulse schneller schlagen. Die Nerven vibrierten. Inniger schmiegten sich die Tänzerinnen an ihre Kavaliere. Las Valdas ließ dann die angelsächsischen Synkopen los und schmeichelte sich in die Musik seines heimatlichen Südens hinein. Ein Tango begann zu seufzen, weich, schmiegsam, in verhaltener Glut so spielte er den ganzen Abend. Unermüdlich. Nie sich wiederholend--

Lady Grace tanzte schon lange nicht mehr. Sie, sonst eine der Wildesten, zog es vor, nur den wun­derschönen Klängen zu lauschen. Sie lehnte sich an den Flügel, wies jeden Bewerber ab und trank die berauschende Musik in sich hinein. Las Valdas spielte nur für sie. Seine Augen- hatten die ihren gesucht und längst gefunden--

Endlich stand er auf. Vop allen Seiten stürmte man auf ihn ein. Applaudierte, dankte und lobte begeistert. Egoistisch, wie das Tanzvolk ist, wollte es ihn nicht aus seinen Fängen lassen. Aber er ver­beugte sich und bat um Gnade. Nur für eine halbe Stunde.

Gewinne von 1 bis 2'Proz. Am Montanmarkt betrugen die Kursbesserungen ebenfalls 1 bis 2 Pro­zent Schiffahrtsaktien fetzten die Höher- bemegung um 1 Proz. fort, ebenso waren Farbwerte 1 Proz. gebessert. Der Santen in artt lag ruhig und hatte keine wesentlichen Veränderungen aufzu­weifen. Der Kassamarkt der Jndustriepapiere tendierte in fester Haltung. Am deutschen !Ren^ tenmartt nahm die Umsatztätigkeit wieder einen etwas größeren Umfang an. 5proz. Reichsanleihe ereichten nahe 4 Proz. Schutzgebiet sehr fest 7 37. Am Jnlandrenten markt trat erneut Inter­esse für Türken, Ungarn und Rumänen hervor, die Kurssteigerungen waren allerdings nur gering. Pfandbriefe schlossen sich der Aufwärtsbewe- qung an. Der Freiverkehr bot ein etwas leb­hafteres Bild bei fester Stimmung. Beckerstahl 43 Prozent, Beckerkohle 53 Prozent, Benz 44 Prozent, Brown-Boveri 59,5 Prozent, Growag 53 Prozent, Krügershall 87 Prozent, Petroleum 73 Prozent, Ufa 57 Prozent, Ufra 63 Prozent. Im späteren Ver­lause wurde die Stimmung nach Erledigung der Kaufaufträge wieder unsicher, und an den führenden Aktienmärkten begannen die Kurse abzubröckeln. Der Geldmarkt ist weiter außergewöhnlich lässig. Privatdiskonten senkten sich auf 5 Proz.

Jndustrieakzepte mit Bankgiro 64 Proz. Tagesgeld ist unanbringlich. Monatsgeld 6 dis 8 Prozent je Adresse. Im D e v i s e n v e r k e h r setzte der fran­zösische Franken seine rückläufige Be­wegung fort. Die Pfundparität stieg auf 135,75 Prozent. London lag mit 4,851 gegen Kabel schwach. Die Reichsmark ist unverändert fest.

Berlin cv Produktenbörse.

Berlin. 6. März. Die Abgabeneigung für Weizen bleibt auch heute seitens des Inlandes sehr vorsichtig. Trotz etlvcis festerer Ausland- meldungen und leicht erhöhter Eifforderungen. konnten sich am Lokomarkt mittags keine Preis­veränderungen durchsetzen, nachdem im Frühver­kehr noch etwas bessere Kurse gesprochen wur­den. Das Hauptinteresse konzentriert sich viel­mehr aus den sehr spärlichen Roggen, der hier neuerlich anzog. Gerste und Hafer nur in besten Qualitäten gesucht, aber wenig offeriert. Bon Mehl Roggcnmehl mehr begehrt. 3m Lieferungs­geschäft eröffnete Märzweizen mit 262, 50 Pfennig niedriger, Mai und 3uli unverändert (264). Rog­gen sehr stark gekauft, doch scheint es sich hier in der Hauptsache wohl um Meinungskäufe hin-c sichtlich einer erwarteten Stützungsaktion der Preise zu handeln. März mit 163 2 Mark und Mai mit 176 sowie 3uti mit 179 je 2,50 Mar? höher. Es wurden notiert her 1000 Kilo: Weizen, märk. 249 bis 253, Roggen, märk. 148 bis 152, do. pomm. 146 bis 150, Sommergerste 162 bis 186, Futtergerste 136 bis 150, Hafer, märk. 159 bis 169, per 100 Kilo: Weizenmehl 32,25 bis 35,75, Roggenmehl 21,50 bis 23.25, Weizenkleie 10, Roggenkleie 8,90 bis 9, Biktoriaerbsen 26 bis 32, kleine Speiseerbsen 23 bis 25, Futter­erbsen 20 bis 22, Peluschken 20 bis 21,50, Acker­bohnen 20 bis 21. Wicken 22 bis 25, Lupinen, blau 11,50 bis 12,50, do. gelb 13,75 bis 14,50, Serradelle (alt) 14 bis 21, do. (neu) 26 bis 29, Rapskuchen 14 bis 14,50, Leinkuchen 18,80 bis 19, Trockenschnihel 8.20 bis 8.50, Kartoffelflocken 14 bis 14,25, Sohaschrot 18,60 bis 18,90.

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) . Frankfurt a. M., 8. Mürz. Es wurden no­tiert: Weizen, Wetterauer, 26,25 bis 26,50 Mk.; Roggen, inländischer, 17 bis 17,25; Sommergerste für' Brauzwecke 20 bis 22,50; Hafer, inländischer, 18,50 bis 21,50; Mais, gelb, 17 bis 17,50; Weizen­mehl, inländisches (Spezial 0) 39,50 bis 40; Rog­genmehl 25 bis 25,50; Weizenkleie 9 bis 9,25; Roggenkleie 9,50 bis 9,75; Erbsen 26 bis 34; Linsen 40 bis 70; Heu, süddeutsches, gut, trocken, 8,50 bis 9; Weizen- und Rogaenstroh 4,50 bis 5; Treber, getrocknet 16 bis 16,50. Tendenz: ruhig.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".)

Frankfurt a. M., 8. März. Auftrieb: 1066 Rinder (darunter 363 Ochsen. 30 Bullen. 673 Färsen und Kühe). 409 Kälber. 227 Schafe, 3910 Schweine. Rinder: Ochsen: Dollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 48 bis 55. junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 40 bis 47; Bullen: vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 46 bis 50 vollfleischige jüngere 38 bis 45; Färsen

und Kühe: Bollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 40 bis 55. vollfleischiye ausgemästetc Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 42 bis 48. wenig gut entwickelte Färsen 36 bis 47, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 33 bis 41. mäßig genährte Kühe und Färsen 22 bis 32, gering genährte Kühe und Färsen 18 bis 21. Kälber: Feinste Mastkälber 65 bis 70. mitt­lere Mast- und beste Saugkälber 56 bis 64. geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 55, geringe Saugkälber 40 bis 47. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50. ge­ringere Masthämmel und Schafe 35 bis 44, mäßig genährte Hämmcl und Schafe < Merzschafe) 25 bis 30. S ch w e i n e: Bollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 80 bis 82, unter 80 Kilogramm 72 bis 79, von 100 bis 120 Kilogramm 81 bis 83. von 120 bis 150 Kilogramm 80 bis 82, Fett­schweine über 150 Kilogramm 80 bis 82, un­reine Sauen und geschnittene Eber 65 bis 75. Marktverlauf: Rinder bei lebhaftem, Klein­vieh bei mäßig regem Handel ausverkauft. Bei Schweinen gedrücktes Geschäft und Deberstand.

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 4. März. Ein Kaufmann von hier hatte einen hiesigen Rechtsanwalt verklagt, weil dieser ihn durch verschiedene Aeußerungen in einem Termin vor dem Mietseinigungsamt Gießen beleidigt habe. Der Rechtsanwalt seiner­seits hatte Widerklage erhoben; der Privat­kläger habe ihn in öffentlichen Sitzungen des Amts- und des Landgerichts ebenfalls beleidigt. * Er hatte auch die Ehefrau des Privatklägers verklagt, weil diese ihn in einer Sitzung des Amtsgerichts ebenfalls beleidigt habe. Heute tarn nach längerer Beweisaufnahme und nach längeren Verhandlungen ein Vergleich zwischen den Parteien zustande. Darnach erklärte der Rechts­anwalt. daß er mit seinen Behauptungen in dep früheren Prozessen gegen den Privatkläger gar nicht von der Absicht ausgegangen sei. diesen zu beleidigen, daß er vielmehr alle seine Aeuße- rungen nur zur Wahrnehmung der Rechte seines damaligen Klienten vorgebracht und geglaubt habe, sie vorbringen zu müssen, und daß er eine Behauptung, durch die sich der Privcckkläger be­sonders gekränkt gefühlt hatte, nicht mehr auf­recht erhalte. Der Privatkläger nahm alle Aeuhe- rungen, durch die sich der Rechtsanwalt beleidigt fühtte. zurück und erklärte, daß er nicht die Ab­sicht gehabt habe, ihn zu beleidigen. Jeder Teil übernahm die auf seiner Seite erwachsenen Kosten und die Hälfte der Gerichtskosten. Die Privat­klage. die Widerklage und die Privatklage des Rechtsanwalts gegen die Ehefrau des Privat­klägers wurden hierauf zurückgenommen.

Büchertisch.

Architekt Professor Bodo Eb- hardt: Deutsche Burgen als Zeugen deutscher Geschichte. Unsere deutschen Burgen, Die altehrwürdigen Zeugen deutscher Vorzeit, bilden von jeher einen Hauptanziehungs­punkt für alle Kreise unseres Volkes. Es wird daher allgemein interessieren, wenn der beste Kenner deutscher Burgen, Bodo Ebhardt, in einem soeben erschienenen Werk mit dem Leser durch die deutschen Gaue wandert und alle die deutschen Burgen in Wort und Bild schildert, die mit der großen Geschichte unseres deutschen Vol­kes in Verbindung gestanden haben. Fr. Zillessen (Heinrich Beenken) Verlagsbuchhandlung, Ber­lin C. 91. 29

Rundfunk-Programm

deS Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Umschau".)

Dienstag, 9. März:

3.304 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.20 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Neue Schla­ger. 5.456.10 Uhr: Die Lefestunde. 6.156.45 Uhr: Ucberfetzung von Kassel: Vortrag über die volks­wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Geflügelzucht. 6.457.15 Uhr: Modeplauderei über moderne Stoffe und ihre Verwendung. 7.157.45 Uhr: Schachstunde. 7.458.15 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Uhr: Gastspiel Otto Walburg. 9.15 bis 10.15 Uhr: Klassische Buffo-Arien (Richard von Schenck).

Miß Lelia Elliot, die Tochter des berühmten Generals, nahm seinen Platz am Flügel ein. Sie erfüllte mit mehr Eifer als Kunst ihre gesellschaft­liche Pflicht, der Tanz konnte weitergehen.

Las Valdas schlenderte langsam aus dem Salon, doch an der Tür wendete er sich zurück. Lady Grace, die mit einigen Freundinnen plauderte, war ihm mit den Augen gefolgt. Er ließ die Portiere hinter sich fallen und trat in das anstoßende chinesische Zimmer, dessen rote Lackmöbel eine internationale Berühmtheit waren. Gemächlich wanderte er von einem Stück zum andern, mit Kennerblick die zier­lichen Köstlichkeiten bewundernd.---

Ein leichter Schritt hinter ihm, das Knistern eines Frauengewandes. Er drehte sich um--

Ich hielt es für meine Pflicht," lächelte Grace, Zhnen zu folgen und Sie zu fragen, ob ich nichts für Sie tun kann. Sie haben sich zum Wohle meiner Gesellschaft so angestrengt, daß ich es Nicht einer feilen Lakaienseele überlassen kann, zu fragen, ob Sie ein Glas Limonade oder ein Glas Champagner zu Ihrer Erfrischung wünschen?"

Las Valdas verbeugte sich. .Leins von beiden, Mylady, aber wenn Sie mir gnäbigft gestatten, eine Zigarette zu rauchen--"

Unter der Bedingung, daß Sie mir auch' eine geben, Herr Graf."

Die Zigaretten wurden angezündet der Mann und die Frau blickten einander in die Augen. Sie wendete sich ab unsicher, zögernd eine leichte Röte stieg ihr vom Halse herauf bis unter die lichten braunen Locken. Sie war hübsch. Sehr hübsch sogar. War hoch und schlank gewachsen, Championeß des Damengolfs von England. Aber sie war leicht­sinnig. Sie war flatterhaft die schöne Lady Grace. War immer bereit, einen Flirt einzugehen. Oft zwei, drei auf einmal. Aeltere Damen mit wohlfundierten Tugendgrundsätzen pflegten über sie die Achseln zu zucken und hinter den Fächern zu tuscheln. Doch Lady Grace war die zweite Tochter Lord Burnhams, sehr reich, sehr hübsch es gab Freier genug, die auf den Moment warteten, daß ihre Scheidung von ihrem Manne, dem Grafen Ne­ville, ausgesprochen wurde.

Nun stand sie in dem kleinen chinesischen Zim mer und begann mit dem Feuer zu spielen, das ihr aus den dunklen Augen des Portugiesen in einer nicht mißzuverstehenden Sprache entgegen«

leuchtete. Warum auch nicht? Sie kannte ihn acht läge, lange genug, um ihn gleich vielen andern vor ihren Triumphwagen zu spannen.

Sie haben wunderschön gespielt, Herr Graf!" hob sie an.Ich wußte nicht, daß Sie ein solcher Künstler sind! Schade, daß Sie nicht zugleich tanzen und spielen können. Ich denke, Sie müssen wundervoll tanzen!" .

Aus dem Salon kamen die Klänge eines fran­zösischen Walzers nicht gerade übermäßig dahinschmelzend unter den Sporthänden Miß El­liott, aber doch immer lockend genug.

Las Valdas legte seine Zigarette fort.

Wir können es ja versuchen, Mylady , lächelte er und unter dem braunen Schnurrbart blinkten seine starken weißen Zähne.

Welch ein hübscher Mensch! gestand sich die ko­kette Lady Grace.

Warum nicht?" gab sie mit gleichem Lächeln zurück und legte sich in seinen Arm

Gr tanzte wirklich wundervoll. Leicht und doch fest hielt er sie. Nicht so steif, so korrekt auf Meter­länge von sich entfernt, wie es die gute Sitte des englischen Ballsaales erfordert. Er zog sie an sich. Hob sie mit jedem Schritt. Langsam, langsam drehio er sie. Ihre Sinne drehten sich mit. Halb und halb schlossen sieh ihre Augen--

Sie schönes, begehrenswertes Weib!" flüsterte er ihr ins Öhr--Ich bete Sie an!"

Sie antwortete nicht. Ihre Lider öffneten sieh, ihr Blick küßte ihn--Er preßte feine Lippen

auf die ihrigen--

Ah--"

Die Musik brach ab. Stimmen wurden hinter dem Vorhang laut, Lachen, Händeklatschen--

Sie schreckte auf. Riß sich los--

Sind Sie mir böse, Grace?" flehte er.

Sie fuhr sich über die Augen. Erwachte vollends.

Fragen Sie nicht!" stammelte sie.

Dann trat sie vor den kleinen venetianischm Spiegel über dem Kamin, ordnete sich ihr Haar, puderte sich. Das war ihr erstes, lieber die Schulter wandte sie sich zu ihm zurück--

Ich bin nicht böse!" sagte sie.Aber bedenken Sie, wenn man uns überrascht hätte! Mein Ruf ist ohnedies das Lieblingsthema aller alten Jungfern beiderlei Geschlechts!"

(Fortsetzung folgt.)