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ntt, der sich dauernd fluchtartig zuruckzvg, durch die Seite, der Ringrichter, ein $err aus Butzbach, wollte ein Herausdrücken bemerkt haben und er­teilte Bormuth einen Verweis. Hiernach kämpfte Ludwig Wallenfels im Fliegengewicht und hätte einen verdienten Sieg mit nach Haufe gebracht, wenn nicht einige unerlaubte Schläge gefallen wären. (Genickschläge). Diese wurden nur dadurch bedingt,- daß der Butzbacher sich während des Kampfes dauernd drehte. Im Mittelgewicht mutzte Döring- Gießen den Kampf gegen den besseren Butzbacher aufgeben. Den Hauptkampf des Abends, über Hessen Ausgang ziemlich geteilte Meinung in Gießen bestand, wollte Butzbach unbedingt für sich buchen. Jedoch kam es anders. Nehren aus der ersten Staffel der Gietzener schlug sich mit Schneid und Bravour gegen den besten in der Mittelge- wichtsklasse und zwang seinen Gegner schon in der ersten Runde durch knock out zu Boden. Euler- Butzbach konnte sich von diesem Schlag nicht mehr erholen und wurde ausgezählt. Sehr enttäuscht sah Butzbach den Kampf der beiden zu Ende gehen, zu­mal kein Mensch in Butzbach daran gedacht hatte, den Favoriten Euler geschlagen zu sehen.

Die Sicherheit des Ringrichters aus Butzbach liefe sehr oft viel zu wünschen übrig. Es wäre ange­bracht, zu derartigen Veranstaltungen einen un­parteiischen Richter zu holen. Einige Fehlentschei­dungen zeugten wirklich nicht von einwandfreier Unparteilichkeit. Alles in allem wurde den ^Butz­bacher Boxsportfreunden ein selten schönes Schau­spiel geboten. Eine Wiederholung dieses Abends findet in allernächster Zeit hier in Gießen statt, zu dem auch noch andere, größere Kräfte verpflichtet sind.

Schwimmen.

Neue Erfolge Rademachers.

Am zweiten Ostertage begannen in Chikago die amerikanischen Schwimm-Meisterschaften, an denen sich diesmal auch die Deutschen Rademacher und Frölich beteiligen werden. In einem ein­gelegten 10t>-2)ards-Brustschwimmen hatte Rade­macher nichts zu schlagen, denn sowohl S p e n c e als auch S k e l t o n waren nicht angetreten. Die amerikanische Meisterschaft im Fünfkampf holte sich erwartungsgemäß Walter L a u f f e r (Cincinnati).

*

Sil. Chicago, 8. April. Der deutsche Meisterschaftsschwimmer Rademacher legte im Brust schwiinmen 220 Vards in der Zeit von 2 Minuten 47 Sekunden zurück und gewann damit nicht nur die amerikanische Amateurmeisterschaft, sondern stellte auch einen neuen Weltre­kord auf.

Rudern.

Giehener Slädteachter.

In Gießen sind die Vorbereitungen zur Durch­führung eines alljährlichen Städte- Achter-Rennens, wie in anderen Städten, zwischen Gießener Rudergesellschast von 1877 und dem Verein Rudersport 1913 einerseits und dem R. C. 1880 Wetzlar anderseits im Gange. Die Stadtverwaltungen von Gießen und Wetzlar haben für dieses Rennen einen Wan­derpreis gestiftet, der in diesem Jahre zum erstenmal im Herbst zur Austragung kommen soll.

Wirtschaft.

Die Reichsbank Ende März.

Aach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. März sind während der illtimo- woche erhöhte Ansprüche an die Bank gestellt worden. Die gesamte Kapitalanlage in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten hat sich um 197,4 auf 1 537,9 Millionen erhöht. 3m einzelnen sind die Bestände an Wechseln und Schecks um 121,4 auf 1 215,9 Millionen gestiegen, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß für 46,5 Millionen rediskontiert gewesene Wechsel in das Portefeuille der Dank zurückgeliefert wur­den, wodurch sich die Gesamtsumme der weiter­begebenen Wechsel auf 413,5 Millionen ermäßigte. Die Lombardbestände zeigen eine Zunahme um 72,1 auf 77,5 Millionen, die Bestände an Effek­ten eine solche um 3,9 auf 244,5 Millionen.

Auch die Zahlungsmittelanforde­rungen haben zugenommen. An Reichsbank­noten sind 645,9 Millionen in den Verkehr ab­geflossen, sodaß sich der Umlauf an Reichs- banknoten auf 3159,6 Millionen erhöht hat.

Die tolle Herzogin.

I Roman von Ernst Klein.

' Copyright by Carl Sünder, Verlag, Berlin.

36. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Ohne ein Wort zu erwidern, wandte Gloria sich zur Kellertreppe. Die Scheibe der Tür war so zer­brochen, wie Harald sie eingedrückt hatte. Sie griff durch das Loch durch beinahe hätte sie einen Schrei des Jubels ausgestoßen, von innen steckte der Schlüssel.

In der nächsten Sekunde waren sie im Hause. Standen vor der Türr, die Gloria leise hinter sich zuzog. Lauschten mit verhaltenem Atem. Grace klammerte sich an den Arm der Schwester.

Nichts regte sich. Und doch war in dieser schwar­zen, lautlosen Finsternis jenes undefinierbaren Et­was, jeües Rieseln der Stille, jenes Vibrieren des Nichts--! Die Hand auf Glorias Arm krampfte

sich zusammen. Sie selbst wurde nervös--

Don draußen herein klangen schnell vorüber­hastende Schritte. Erleichtert horchten die beiden Frauen aus ihren Schall bis er verhallte. Dann wieder dieses schwarze Schweigen!

Um Gottes willen, laß uns hinaus! Ins Freie!" zischelte Grace.

Sei doch nicht so erbärmlich feig!" gab Gloria ebenso leise zurück.Niemand ist hier! Komm!"

Sie drehte ihre Lampe an und hielt sie hoch. Im Hintergrunoe zeigte sich die Treppe ein kleines, kaum erkennbares Ding huschte vor dem grellen Strahle in rettende Finsternis.

Grace kreischte halblaut auf.

Eine Ratte!"

Um ein armseliges, kleines Mäuschen!"

In ihrer Erregung mußte Gloria lachen. Sie kamen hierher in tollkühnem Wagnis, und die Schwester war bereit, vor einer Maus davonzu­laufen!

Komm ober bleib' hier! Ich gehe." Ganz laut sprach sie das, um ihre Nervosität am Klange der eigenen Stimme zu stärken.

Sie schlichen die Treppe empor, die unter ihnen leicht knarrte. Als sie oben waren und das Licht der Straße hereinfallen sahen, verbarg Gloria die die Laterne unter dem Mantel und ging entschlossen aus die Tür zum Arbeitszimmer zu--

Der Umlauf an Renten bank schein en ist dagegen um 0,7 auf 1108,4 Millionen zurückge­gangen. Die Bestände der Reichsbank an solchen Scheinen haben sich um 13 auf 464,9 Millionen ermäßigt. 3n der Berichtswoche wurden 13,7 Millionen Rentenbankscheine getilgt, darunter 12,2 Millionen gern. § 7c des Ges. über die Liquidierung des Umlaufs an Rentenbankscheinen vom 30. 8. 24. Der Umlauf an Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen stellte sich so­mit am 31. 3 auf 4 268,1 Millionen gegen 4157,8 Millionen Ende Februar. Die fremden Gelder erfuhren im wesentlichen im Zusammen­hang mit den Zahlungsmittelanforderungen eine Abnahme um 337,8 auf 625,4 Millionen.

Die Bestände an Gold und dek- kungsfähigen Devisen sind weiter an- gewachsen und zwar insgesamt um 40 auf 1 972,3 Millionen. 3m einzelnen haben die Goldbe­stände um 41,9 auf 1491,1 Millionen zugenom­men, während die Bestände an deckungsfähigen Devisen um L9 auf 481,2 Millionen abnahmen.

Die Deckung der Roten durch Gold allein ging von 57,6 Prozent in der Vorwoche auf 47,2 Prozent zurück, die durch Gold und deckungsfähige Devisen von 76,9 auf 62,4 Prozent.

*

* Die Großhandels! ndexziffer für März. Die für den Durchschnitt März berechnete Großhandelsindexziffer des Statisti­schen Reichsamtes ist mit 118,3 gegenüber dem Vormonat (118,4) nahezu unverändert geblieben. Von den Hauptgruppen haben die Agrarerzeug­nisse von 112,4 im Februar auf 113,1 im März oder um 0,6 Proz. angezogen, wogegen die 3n- dustriestoffe von 129,5 auf 128,0 oder um 1,2 Proz. zurückgegangen sind. Die 3ndexziffer für Agrar­erzeugnisse stellte sich bei durchweg beträchtlich ge­stiegenen Getreidepreisen für den 31. März auf 118,1 und für den 7. April auf 119,3. Die 3ndu- striestoffe lagen dagegen am 31. März auf 127,1 und am 7. April auf 126,0. Für die Gesamtinder­ziffer ergab sich für diese beiden Stichtage ein Stand von 121,2 und 122,0.

* 1 5 0 - M i l l i o n e n - R e i ch s m a r k - A n -

leihe der Deutschen Reichspost. Der Ver­waltungsrat der Deutschen Reichspost hat be­schlossen, eine Inlandanleihe im Betrage von 150 Millionen Reichsmark ausziinehmen. Die Art der Auflegung steht noch nicht fest. Die Anleihe, von der zunächst zur Befriedigung des dringendsten Kre­ditbedürfnisses ein Teilbetrag von 70 bis 75 Mill. Reichsmark aufgelegt werden wird, ist vor allem zur Verlegung des Fernsprechkabelnetzes auf unter­irdische Leitungen bestimmt.

* Erweiterung der Main-Kraft­werke. Die Main-Kraftwerke in Höchst a. M. nehmen zur Zeit eine beträchtliche Erweiterung ihres Werkes vor. Sie lassen einen größeren Reubau ausführen, der zur Aufnahme von neuen Maschinen und Anlagen zur Erzeugung von 50 000 Volt dienen soll. Die Erweiterung steht in Zusammenhang mit der Ruhbarrnachung der Wasserkräfte der Lahn bzw. dem Anschluß des Werkes an die baherischen Elektrizitätswerke.

* A. Riebecksche Montanwerke A.-G., Halle. LautB. T." ist für das am 31. März be­endete Geschäftsjahr 1925/26 mit einer Dividende von etwa 5 Prozent zu rechnen.

Berliner Börse.

Berlin, 9. April. In Ermangelung jeglicher Aufträge von seilen des 2luslandes und des heimi­schen Publikums hatte die Spekulation heute freie Hand und setzte die Kurse durchweg um mehrere Prozent herunter, wobei in erster Linie wieder Argumente über eine bevor­stehende Verknappung des Geldmarktes eine Rolle spielten. Tatsächlich zog dann auch der Satz für täg­liches Geld auf 5,5 bis 6 Prozent an, ohne daß sich jedoch eine stärkere Nachfrage bemerkbar gemacht hätte. Auch die neuerliche Abschwächung des französischen Franken trug zu der Verstimmung bei. Besonders dringliches Angebot lag am M o n t a n m a r k t vor, für dessen Werte Abschwächungen bis zu 5,5 Prozent eintraten. Auch Elektroaktien lagen recht schwach. Die bisher favorisierten A u t o w e r t e mußten sich ebenfalls erhebliche Kursverluste gefallen lassen. Am Schiff­fahrtsmarkte waren Abgaben für Hamburger Rechnung zu beobachten. Nach Festsetzung der ersten Kurse blieb die Haltung zunächst stabil, teilweise konnten sich sogar leichte Erholungen durchsetzen. Im D e v i s e n o e r k e h r gab Paris gegen London erneut nach. Die Pfundparität stieg auf 141,25. Auch Brüssel lag schwächer mit 127,90 gegen London.

Legte die Hand auf die Klinke. Stockte plötzlich Da drinnen da war es geschehen! Da hatte sie einen Menschen erschossen--! Wieder

sah sie jenen furchtbaren letzten Blick in seinen weit aufgerissenen Augen--Ein kalter Schauer durch­

lief sie. Zum erstenmal, seit sie in dem Hause war, verspürte sie wirkliche Furcht Furcht vor der eigenen Tat.

Einen Moment stand sie ihr Herz klopfte wild --wie Schwindel kam es über sie--

Die Zähne biß sie zusammen. Oeffnete die Tür. Trat ein.

Stockfinster lag der Raum, ein Zeichen, daß die Fensterläden geschlossen waren. Sie zog die Laterne hervor und leuchtete

Der erste Strahl der Lampe fiel auf die Otto- mane. An ihr war er zurückgetaumelt war er gefallen--

Mein Gott!" flüsterte sie vor sich hin.

Grace stand neben ihr. Suchte wieder nach ihrem Arm.

Ist hier das Zimmer?" fragte sie leise, ganz leise.

Gloria nickte. Noch war die grauenhafte Erinne­rung zu stark in ihr, als daß sie sprechen konnte. Ihr Blick wies nur auf die Stelle--

Grace schmiegte sich an sie--

Meinetwegen--Gloria--hast du es

getan!"

Gloria ruckte sich jäh auf. Schüttelte gewaltsam alles Lähmende von sich ab. Mit raschem Schritt war sie an dem Lichtschalter bei der Tür und drehte das Elektrische an. Hell flammten die Birnen der alten Holländerkrone auf--und doch--fast

noch feindseliger, unheimlicher wies sich jetzt der Raum den beiden Schwestern. Wie wenn irgendeine Gefahr in ihm lauerte--

Gloria lachte auf. Kein fröhliches Lachen trocken, gepreßt, hysterisch beinahe.

Ein Glück, daß ich nicht an Gespenster glaube! 2Iber wir müssen anfangen wenn wir die Papiere heute ftnden, ist Harald morgen frei!"

Sie war endlich ruhig geworden. Der Gedanke an den Mann, der für ihre Tat im Gefängnis saß, 'hre Pflicht, ihn zu befreien, gaben ihr all ihren Mut wieder. Sie stellte sich mitten in das Zimmer und übersah es prüfend. Nun sie sich ihrer Aufgabe von Angesicht zu Angesicht gegenübersah, erkannte

Dorienkurfe.

Frankfurt a.M.

Berlin

Schluß, flur»

>-Uhc. Kur«

Schluß Kur»

Anfang fiurc

Datum: |

8.4. |

S. 4

8. 4.

9. 4

5% Deutsche Reichsanleihe .

0.4725

0,450

0,48

0,455

4% Deutsche Ncichsanleihe

0,46

3/□% Deutsche Reuhsanleihe

0,465

0,46

0,435

3% Deutsche ReichSänleihe Deutsche Sparprätnienanleihe

0,600

0,5525

0,290

0,29

4% Preußische Konsols . .

0,460

0,455

4% .veffen...........

0,450

3V9°/n fcenen..........

3% Hessen...........

Deutsche Wertb. Dollar-Anl.

0,445

0,465

_

100

99,5

bto. Doll Schav-Anweisng 'l

99,75

99,9

4*/o Zolltürken.........

13,525

13,12

5% Goldmexikaner .....

40,75

40,75

Berliner Handelsgesellschaft.

Commerz- und Privat-Bank.

154

115-

152"

114,5*

153,7*

114,5'

151,5*

114,5*

Darmft und Naiionalbank .

137,75

135.6*

138,5'

136'

Deutsche Bank.........

115,5

137'

135*

Deutsche BcreinSbank ...

«8

Discoftto Commandit ....

Metallbank...........

133,5

131,7'

133'

131'

99,25

_

Mitteldeutsche Creditbank . .

100.7-

101,4

100,2*

Oefterreichische Kreditanstalt.

Weltbank..........

7.62

7,62

7.5

7.62

0.061

0,056

Bochumer Goß........

97,25

97.5*

93*

BuderuS ...... . . .

69'

64

68,4*

63

Earo........... .

53,5'

53,62'

53*

Deutsch-Luxemburg......

6)clfcnnrebener Bergwerke. .

102,2'

98'

102,2*.

98*

102,5*

98,5*

102,2*

98,4*

Harpener Bergbau......

Bauwerke Aschersleben....

113,5*

105,5*

112,6*

109,2*

133

134,9*

132,2

Kaliwerk Westeregeln.....

138,75

139

135.5*

Laurahütte........ . . .

43

43

42

Lbetbedarf ..........

52,5*

54'

50,5*

Phönix Bergbau .......

Rlieinsiahl...........

86,5'

80,5*

85*

80.5*

95*

101

92.5*

99,5

95*

100,5

93,25*

98.5*

TelluS Bergbau........

68

Homburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd .....

160'

156.4'

155,1* 152*

159,9'

156'

155,5*

152,2*

Cheramische Werke Albin . .

50

_

Zementwerk Heidelberg . . .

102

Pbilipv Hofmann......

81,25

79

Anglo-Cont.-Guano.....

97,5

96

94

Chemische Mäher Alapiu . .

I. G. Farbenindustrie, A.-G.

144,7*

86

140,2*

144,7*

140,5*

«Goldschmidt..........

83

87,25

83

Holzverkohlung........

Rütgerswerkc.........

78

87,75

74

83

87,25

84

Scheideanstalt ........

117,5

-

-

-

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft

105,7*

103'

106,2*

105,7*

Bergmann ..........

Mainkrnftwerke........

104.2'

_

102,7*

99*

94,5

schuckert...........

92,5

87,75

93,25'

87,75*

Siemens & Halske ......

118'

118

114,2'

Adlerwerkc Kleher ......

64.5

65

65,25

61,62

Daimler Motoren. ......

69,25

60,5

69

Hehligenstaedt ........ Meguin.............

Motorenwerke Mannheim

32,5

16,5

z

60

Frankfurter Armaturen . . .

Konservenfabrik Braun . . .

28

17

_

_

Metallgcsell^ast Frankfurt.

112.5

88

89,75

_

Schuhtabrik Herz . ......

42,25

Sichel..... .

4,4

Zellstoff Waldhof.......

Zuckerfabrik Frankenthal . .

Zuckerfabrik Waghäusel . . .

129,5

129,25

125

56,5

63,75

55,75

62,5

58,5

frankfurter Börse.

Frankfurt. 9. April. Tendenz: Schwach. 3n der Dörsenveranlagimg ist eine Wendung zum Besseren nicht eingetreten. Die schwache Strö­mung, die sich an der Börse verschärfte, begegnete zwar etwas Widerstand, der aber gegenüber dem großen Angebot, das an den Markt kam, ein­flußlos blieb. Richt nur die Spekulation schritt zu Abgaben, sondern auch das Privatpublikum zeigte sich stark abgeneigt, wodurch sich eine ausgesprochene B a i s s e t e n d e n z über den ganzen Markt erstreckte. Die Kurs­verluste betrugen im allgemeinen mit Berück­sichtigung der im gestrigen Abendverkehr er­

littenen Einbußen 5 bis 6 Proz. Als Begründung der schwächeren Haltung wurde darauf hin­gewiesen, daß durch die vielen in

Aussicht genommenen Reu-Emissionen von

Stadt und Staatsanleihen eine Verknappung des Börsengeldmarttes herbeigeführt werden könnte, die, wie man glaubt, das Börsengeschäft ungünstig beeinflussen werde. Das angebotene Material fand nur schwer Unterkunft, infolgedessen waren auch erhebliche Kursverluste zu ver­zeichnen. Scharf gedrückt waren besonders Mon­tanaktien: Buderus minus 5, Deutsch-Lux minus 2, Gelsenkirchen minus 2, Harpener minus 4,5, Mannesmann minus 3, Rombacher minus 2,5 Proz. Gehalten waren nur vberschlesische Werte, und bei Rheinstahl bewirkten die leb­haften Umsätze eine nur geringe Ermäßigung des Kurses. Farben- und Chemiewerte hatten mit Ausnahme von Scheideanstall Kursrückgänge bis zu 3 Prozent zu verzeichnen. Am Elektromarkt erreichten

die Abschwächungen die Höhe von 2 Prozent. Schuckert waren stärker gedrückt, minus 5 Pro­zent. Der Bankaktienmarkt lag ziemlich gut behauptet, die Einbußen waren hier nur geringfügig. Schiffahrtsaktien gingen um 2 bis 3 Prozent zurück. Auch die bisher stark bevorzugten Auto-Aktien wurden von der allgemeinen Baissebewegung mitgerissen und mußten sich Verluste' gefallen lassen. Am Kassa-Markt betrugen die Einbußen im allgemeinen 3 bis 4 Prozent. Z e l l st o f f - Aktien gaben 1 bis >2 Prozent nach, Ma­schinen lagen um ca. 2 Prozent niedriger. Deutsche Anleihen setzten die Abwärts­bewegung fort. Ausländische Renten gaben geringfügig nach. Pfandbriefe ver­kehrten ebenfalls in schwächerer Stimmung. Eine Ausnahme bildete der Freiverkehr, der unfreundlich war. Decker Stahl 40, Becker Kohle 60, Benz 70, Brown-Boveri 67, Entre­prise 11, Growag 55,5, Krügershall 100, Ufa 53, Ufra 74 Prozent. Der weitere Verlauf brachte keine Aenderung. Die Rückgänge setzten sich aus allen Gebieten in mäßigem Umfange fort. Am Geldmarkt hörte man folgende. Sähe: Lager­geld 5 Prozent, Monatsgeld 5,5 bis 7,5 Prozent, Bankdiskonten 5 Prozent, 3ndusträ*-2lL,epte 5.75 Prozent. 3m Devis enverkehr trat eine neuerliche Abschwächung des fran­zösischen Frankens ein. Paris senkte sich gegen London auf 140,75. Auch Brüssel beginnt sich wieder etwas abzuschwächen. Mark und Pfund liegen unverändert fest.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

8 April.

9. April.

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

Amft..9iotl.

168,29

168,71

168,33

168,55

Buen.-Aires

1,663

1,667

1,669

1.673

Brff.'Antw.

16,22

16,26

15,79

15,83

Christiania.

90,12

90,34

90,19

90,41

Kopenhagen

109,92

110,20

109,89

110,17

Stockholm

112,39

112,67

112,38

112,66

Helsingfors

10,55

10,59

10,55

10,59

ytalien . .

16,865

16,905

16,87

16,91

London.

20,398

20,450

20,394

20,446

Neuyork . .

4,195

4,205

4,195

4,205

Paris. . .

14,62

14,66

14,35

14,39

Schweiz . .

80,99

81,19

80,99

81,19

Spanien

59,26

59,40

59,255

59,395

Japan .

1,937

1,941

1,9.37

1,941

>Hio de Jan

0,581

0,586

0,548

0,586

Wien in T -

Ceft. abgest

59,20

59,34

59,23

59,37

Prag ....

12,42

12,46

12,42

12,46

Belgrad . .

7,38

7,40

7,395

7,415

Budapest. .

5,87

5,89

5,87

5,89

Bulgarien .

3,045

3,055

3,0-15

3,055

Lissabon

21,325

21,375

21.325

21,375

Danzig. . .

80,92

81,13 .

80,92

81,12

Konstantin.

2,09

2,10

2,06

2,07

Athen. .

5,59

5,61

5,54

5.56

Canada. . .

4,193

4,203

4,193

4,203

Uruguav .

4,285

4,295

4.285

4.295

Banknoten.

Berlin. 8 April

Geld

Brief

Amerikanische Note« ..... Belgische Noten ........ Dänische Noten ........ Englische Noten........ Französische Note»......

Holländische Noten......

Italienische Noten......

Norwegische Noten......

Deutsch-Oesterr-, 5 ioo Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweizer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . . ,

4,181

16,19 109,65 20,352

14,66 167,88

16,91 89,92 59,12

1,73 112,04 81,05 59,18 12,385

5.835

4,201 16,27

110,19 20,452

14,74 168,72

16,99 90,38 59,42

1,77 112,60 81,45 59,48 12,445 5.875

. frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 9. April. Es wurden no­tiert: Weizen, Wetterauer, 28,25 bis 28,50 Mk.: Roggen, inländischer, 19,25 bis 19,50; Sommergerste für Brauzwecke 21,75 bis 24; Hafer, inländischer, 21 bis 23; Mais (gelb) 18,25 bis 18,50; Weizen­mehl, inländisches (Spezial 0) 41 bis 41,50; Roggen­mehl 28,50 bis 28,75; Weizenkleie 10; Roggenkleie 10,75 bis 10,90 Mk. Tendenz: fest.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 9. April. Auftrieb: 5 Kühe und Färsen, 1255 Kälber, 115 Schafe, 106 Schweine. Es wurden bezahlt per 100 Pfund Lebendgewicht: Kälber: feinste Mastkälber 74 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 65 bis 73, geringere Mast- und gute Saugkälber 55 bis 64, geringe Saugkälber 40 bis 54 Mark; Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringe Masthämmel und Schafe 35 bis 44.

sie, daß sie viel schwieriger war, als sie sich vorgestellt hatte. Jetzt hier, zur Nachtzeit, mit der vor Angst vergehenden Schwester in dem Mordhause--mit

dem grauenhaften Bilde vor den Augen--

Nein nein! Nicht nachgeben! Nicht vor ihren eigenen Nerven davonlaufen! Haralds wegen--!

Des Vaters wegen--

Wo nur um Himmels willen sollte sie anfangen? Schreibtisch? Schrank? Da war sicher schon Ryce am Werke gewesen--Sie erinnerte sich, einmal

eine Novelle von Poe gelesen zu haben, in der ge­schildert wird, wie jemand ein sehr wichtiges Doku­ment einen Brief oder so etwas an eine Stelle legt, an der nachzusehen niemandem einfiel. In einen Zeitungshalternicht? Oder war es in dem Kartenständer? Wer sollte dort einen Brief suchen, der Sein oder Nichisin bedeutete? Vielleicht hatte auch Las Valdas--

Grace, die während der ganzen Zeit neben ihr gestanden hatte, fuhr plötzlich mit grellem Schrei zurück.

Dort dort!" stammelte sie und wies mit ausgestrecktem Zeigefinger auf den Kelim, der vor der Tür zum Nebenzimmer hing.

Es hat sich etwas bewegt! Dort steht jemand!"

Unsinn--!"

Aber der Vorhang bewegte sich doch! Gloria riß den Revolver heraus.

Kommen Sie hervor oder ich schieße!" sagte sie zwischen den Zähnen durch.

Nicht doch!" erwiderte eine bekannte Stimme.

Der Kelim wurde zur Seite geschlagen das Monokel im Auge, trat mit tiefer Verbeugung Sir Walter ins Zimmer.

Guten Abend, meine Damen!" sagte er liebens­würdig. '

©lorias Augen flammten.

Sie hier?" rief sie.Sie haben uns nachspio­niert! Ich dachte, Sie seien ein Gentleman!"

Ich meine, cs Ihnen, Frau Herzogin, gestern vormittag bewiesen zu haben, als ich trotz Ihrer dringenden Aufforderung nicht alles auspackte, was ich wußte."

Gloria zuckte hochmütig die Achseln. Sir Walter konnte nicht umhin, festzuftellen, daß sie hinreißend schön aussah in ihrem Zorn. Grace, lieblicher, zwei­fellos, verschwand vollständig neben ihr. Ein schönes Weib und ein tapferes Weib! Dem tüchtigsten

Beamten in Seiner Majestät Geheimdienst schlug das Herz in der Brust. Helfen muhte man ihr, nicht sie bekämpfen!

Er ließ jede Ironie fallen. Spielte nicht mit seinem Triumph.

Frau Herzogin!" sagte er, indem er etwas nähertrat.Sie vergessen, daß in diesem Zimmer ein Mord--ein Mann erschossen wurde. Ganz gleich,

ob, mit rein menschlichen Augen betrachtet, dieser Mann den Tod verdient hat oder nicht das Gesetz verlangt, daß die Tat aufgeklärt werde. In unserem Untersuchungsgefängnis sitzt Lord Harald Neville, der sich dieser Tat anklagt--"

Sie glauben ihm nicht?" fiel ihm Gloria ins Wort, überrascht, von ihrer Empfindung fottgenssen.

Frau Herzogin wir müssen ihm glauben vorläufig. Denn wir tapoen vollständig im Dunkeln. Der Tod des portugiesischen Diplomaten ist mehr als ein Verbrechen aus Eifersucht. Wir haben den starken Verdacht, daß dieser Mann in irgendeiner Verbindung mit den russischen Plänen Ihres Herrn Vaters stand."

Das war ein kühner Schuß. Avec er ging ins Schwarze. Beide Frauen zuckten zus mmen - auch Gloria!

Scharf blickte Sir Walter sie an. Sie war nicht viel größer als er, und doch /am er sich so klein vor ihr vor! Verdammt war dieses Weib schön!

Was wissen Sie?" fragte sie.

Er zuckte wehmütig Die Achseln.

Nicht viel", gestand er freimütig.Eben des­halb sah ich mich dazu gezwungen, diese kleine Ko­mödie aufzuführen, fjrau Herzogin. Ich hoffte, Sic werden mich auf eine Spur bringen--"

Eine Frau auszuspionieren--?"

Ihm stieg unter ihrem Tone das Blut ins Gc sicht.

Frau Herzogin, muß ich das wiederholen, was ick vorhin sagte?" knirschte er.Ich aebe Ihnen mein Wort, daß ich Harald Neville ebenso gern aus dem Gefängnis befreien möchte--wie--

wie Sie selbst. Warum also nicht mir vertrauen? Ich wünsche doch nichts sehnlicher, als Ihnen zu helfen, Frau Herzogin!"

Seine Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Gloria begann zu schwanken ihr Blick suchte Grace---.

(Fortsetzung folgt.)