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Maingau.

WSR. Frankfurt a. M.. 5. Dez. Welche Vorsicht beim Hantieren mit Benzin geboten ist, zeigt toiebcr einmal ein Fall, der sich in der Kaiserhofsttaße abspielte. Die In­haberin einer Plissieranstalt reinigte ein Klei- dunasstück mit Benzin in der Bähe des gereizten Ofens. Plötzlich entzündete sich das Benzin und es entstand ein Zimmer- brand, der, ehe die Feuerwehr kam, gelöscht war, und dem eine Menge Damentlrider zum Opfer sielen. Die unvorsichtige Geschäftsfrau er­litt schwer eB randwunden. Inder ver­gangenen Rächt gegen 2 Llhr wurde der Ar­beiter Karl Müller beim Verlassen einer Wirtschaft in der Großen Fischergasse von einem Arbeiter Albert B. durch zwei Messer­stiche in den Hinterleib so schwer ver­letzt, daß er ins Heiliggeist-Hospital verbracht werden muhte. Der Täter wurde fest genom­men und ins Polizeigefängnis erngeliefert: er erklärte, keinen Grund für die Tat gehabt zu haben, und wisse nicht, wie er dazu gekommen sei.

gur 400-Iahrfeier der Universität Marburg. WSR. M a r b u r g, 4. Dez. Im Iahre 1927 wird bekanntlich die Universität Mar­burg die 400jährige Wiederkehr des Tages feierlich begehen fönncn, an welchem sie von Philipp dem Großmütigen als Pflege- stätte des akademischen älnterrichts und wissen­schaftlicher Forschung begründet wurde. Wie wir erfahren, ist für die Feierlichkeiten anläßlich des Iubiläums folgendes vorläufiges Pro­gramm (Aenderungen Vorbehalten) aufgestellt worden: Freitag, 2 9. Iuli, nachmittags Ent­hüllung des Gefallenendenkmals, abends daran anschließend Arckelzug der Studentenschaft und Begrühungsabend. Samstag, 30. Iuli, 10 Uhr Festgottesdienst, 12 Uhr interne Feier in der Aula, Begrüßung der Behörden usw. Sonntag, 31. Iuli, 11 Uhr Festakt und Ehrenpromotionen, nachmittags Festzug und Dolkssesl, abends Stadt- und Schlohbeleuchtung. Montag, 1. August, 11 Uhr Führung durch die Iublläums Institute (Kunstinstttut, Kinder­klinik, Hals-, Aasen- und Oyrenllinik), abends Festkommers. Der Festakt und das Festessen finden im groben Festzelt statt, das auf dem Kämpfrasen errichtet wird.

Marburger Studentenheim.

][ Marburg, 4. Dez. Im Zusammenhang mit der 400-Iahrfeier der hiesigen Uni­versität steht auch der Ankauf des althistorischen F o r st h o f s in unmittelbarer Nähe des Landgra­fenschlosses und des darüberlieaenden K u r h a u - ses Schloßberg (früher Schellenberg) für das Marburger Studentenheim. Es sollen dort etwa 70 bis 80 würdige und bedürftige Stu­dierende aus Mitteln der Studienstiftung des deut­schen Volkes ein Wohnheim finden. Der Erwerb des Kurhauses Schloßberg ist besonders einer hochher­zigen Stiftung des Präsidenten des Reichsverban­des der Deutschen Jedustrie, Geheimrat Prof. Dr. Karl Duisberg, zu danken, zu dessen Ehren das Gebäude nach der Uebergabe anläßlich des nächst­jährigen Universitätsjubiläums den NamenK a r l - Duisburg.Haus" führen soll. Ferner hat der Minister für Wissenschaft, Kun st und Volksbildung seine Unterstützung in Aussicht gestellt. Für die Einrichtung der Einzelzimmer des Forsthofes ist geplant, die Kirchenkreise der hessi­schen Kirche zu Kassel um Beiträge in der Form an­zugeben, daß einzelne Zimmer von ihnen ausge­

stattet werden und dementsprechend den Namen der betreffenden Kirchenkreise bzw. der Landschaft tra­gen. Einzelne Kirchenkreise haben ihre Bereiiwillig- keit dazu schon zum Ausdruck gebracht. Die ge­meinschaftlichen Räume werden voraussichtlich von den drei Psarrvereinen von Hessen-Kassel, Wies­baden und Frankfurt ausgestattet worden.

Tagung des mittelrheinischen zabrikanten-vereins.

Der Mittelrheinische Fabrikanten- Verein hielt dieser Tage eine Mitglieder­versammlung ab, die er diesmal nach Kreuznach verlegte. Die Versammlung wurde von dem stellv. Vorsitzenden, Kommerzienrat Karl Dhckerhoff, geleitet.

Zunächst berichtete der Geschiftsführec, Dr. h. c. Meesmann, über verschiedene wichtigere Vorgänge seit der letzten Versammlung, wobei er insbesondere auf die Verhandlungen im Reichstag über die besetzten Gebiete ein- gipg und mit Befriedigung feststellte, daß die Erklärungen des Ministers Bell über die stär­kere Berücksichtigung des besetzten Gebietes durch Aufträge des Reichs, der Länder und Gemein­den, ferner über die Rotwendigkeit, daß die Wirtschaft des unbesetzten Gebietes die alten geschäftlichen Beziehungen mit dem besetzten Ge­biet wieder voll anknüpfen müsse, und endlich, daß erhebliche Mittel zur Beseitigung von Rot- ständen zur Verfügung gestellt seien, sich in vollem Einklang mit den Wünschen des Wirt­schaftsausschusses des besetzten Gebietes befän­den. Auch die Ausführungen des Ministers, daß die von Deutschland gebrachten schweren und großen Opfer noch keine entsprechenden Gegen­leistungen auf der anderen Seite, insbesondere hinsichtlich der Zurückziehung der Besatzung, der Aufhebung der Gerichtsbarkeit usw. gefunden hätten sei doch z. B. die Besatzung nach den Angaben des Ministers im letzten Iahr nur von 88 000 Mann auf 80 000 Mann vermindert wor­den, wurden unter dem Beifall der Ver­sammlung vom Standpunkte der Wirtschaft aus stark unterstrichen. Es sei schwer verständlich, wie der französische Ministerpräsident am gleichen Tag in der französischen Kammer habe davon sprechen tonnen, daß bereits 90 Prozent der deutschen Forderungen erfüllt seien. Herr Rus­sell, Koblenz unterstrich'die Ausführungen des Geschäftsführers und ersuchte, dem Wirtschafts­ausschuß Material zur Verfügung zu Italien.

Hierauf hielt Dr. Walther Dy ck e r h o f f einen sehr interessanten Vortrag über seine wirt­schaftlichen Beobachtungen während eines etwa 1 ^jährigen Aufenthalts in Südamerika und den Vereinigten Staaten von Nord­amerika. Er kennzeichnete zunächst die Ver­hältnisse in den südamerikanischen Staaten, die noch ein Gebiet von ganz junger Kultur und starken Gegensätzen seien und deren wirtschaft­licher Schwerpunkt vor dem Krieg fast ausschließ­lich in dem Austausch eigner Rohprodukte und landwirtschaftlicher Erzeugnisse gegen ausländische Industrieerzeugnisse bestanden habe, während der Krieg den Anstoß zu einer eignen industriellen Entwicklung gegeben habe. Deutschland werde deshalb auf den südcunerikanischen Märkten nur Erfolg haben, wenn es in der Lage sei, Waren in bester Qualität bei mäßigen Preisen anzu­bitten und durch reelle geschäftliche Grundsätze sich das Vertrauen der Abnehmer zu erwerben. Erfreulicherweise finde der deutsche Exporteur in dieser Hinsicht steigende Anerkennung. Die

Ausfuhr habe sich merklich gehoben, und es bestehe gute Aussicht, daß Deutschland seine alte Stellung auf den südamerikanischcm Märkten wie­der gewinne. Zu den Vereinigten Staaten von Aordamerika übergehend, führte Rediwr aus, daß im Gegensatz zu Südamerika die Dortige Wirtschaft fast völlig auf den Inlandkonsum eingestellt fei, und zwar auf eine gleichmäßige Massenerzeugung, die durch die Gleichartigkeit der sozialen Verhältnisse mitbedingt werde. Der oberste Grundsatz der amerikanischen Wirtschaft bestehe darin, die Kaufkraft der Massen möglichst zu heben. Das geschehe durch eine sorgfältig durchdachte Organisation desDetriebs und weitest­gehende Ausnutzung der Maschinenkraft, an­dererseits durch hohe Bezahlung der dadurch relativ verminderten Zahl von Arbeitskräften, entsprechend ihrer gesteigerten Acbettsleistung. Einem Rachlassen des Absatzes begegne man durch eine Herabsetzung der Preise und hebe dadurch wieder den Verbrauch Die Wirkung des amerikanischen Wirtschaftens sei, daß in Amerika der Marxismus und erst recht der Bolschewismus keinen Boden finde, und daß zwischen Unterneh­mer und Arbeiter das Verhältnis wirklicher Arbeitsgemeinschaft bestehe. Wenn auch die amerikanischen Verhältnisse nicht auf Deutsch­land übertragen werden könnten, so ergebe sich doch manche wichtige Autzanwendung. Redner schloß mit der Zuversicht, daß die allgemein in der Welt anerkannte deutsche Tatkraft und Er­findungsgabe uns auch künftig wieder auf dem Weltmarkt Geltung verschaffen werde.

Sodann folgte eine Aussprache über das Ausstellungs- und Messewesen, die von dem Geschäftsführer durch Hervor­hebung der verschiedenen Mißstände eingeleitet wurde. Alsdann sprach Dr. Döring vom Reichsverband der Deutschen Industrie über die Aufgaben und die bisherige Tätigkeit des dem Reichsverband ang:schlossenen Ausstellungs- und Messe-Amtes der Deutschen In - d u st r i e, das die Wirtschaft über alle Veranstal­tungen unterrichte, ferner auf die Vermeidung überflüssiger Ausstellungen hinwirke und das Messewesen zu ordnen bemüht sei. Auch seien wieder Verbindungen mit dem Ausland ange- knüpst. um eine gegenseitige Verständigung über das Ausstellungswesen herbeizuführe:.. In der Diskussion wurde namentlich über d e Veranstal­tung vieler kleiner Ausstellungen Beschwerde ge­führt und außerdem auch auf die Mißstände in der Herausgabe viel zu vieler Adreßbücher und Propagandawerke, die nur von den Inseraten leben, hingewiesen, wodurch die. Wirtschaft un­nötig belastet werde. Am Schlüsse wurde eine Erklärung angenommen, in der zum Aus­druck gebracht wurde, daß das Lleberhand- nehmen der Ausstellungen und Messen, wie es namentlich durch den Wettstreit der Städte hervorgerufen worden sei, aus volks­wirtschaftlichen und nationalen Gesichtspunkten beklagt und der Reichsverband der Deutschen Industrie aufgefordert wird, in Verbindung mit den übrigen Spihenverbänden und den Fachaus­schüssen dahin zu wirken, daß 1. die Messen mehr konzentriert und nach Art und Umfang möglichst begrenzt werden, 2. die Ausstellungen nach ihrem fachlichen Wert geprüft und je nach Ausfall der Prüfung den beteiligten Industrien die Beteili­gung oder Richtbetelligung nahegelegt wird, 3. di« Entstehung der nach fachlichem Urteil über­flüssigen Messen und Ausstellungen verhindert wird. Ferner sprach sich die Versammlung gegen eine in Berlin 1930 geplante internationale Aus­stellung aus, wofür ein Bedürfnis nicht vorliege.

Don den Schlachtviehmarkten.

An den deutschen Schlachtviehmärkten bet vorigen Woche hat sich die Marktlage für alle Gattungen wenigstens einen Schein günstiger gestaltet: namentlich bei Schweinen und Schafen trat die Besserung deutlicher in die Erscheinung. In den Auftriebsziffern sind Abweichungen gegen die Vorwoche nicht zu verzeichnen. In der Preis­bildung sind große Llnlerschiede nicht einge'treten. 3m einzelnen waren die Preise für Rinder unter geringfügigen Schwankungen vorwiegend etwas gebessert, für Kälber vielfach leicht nach­gebend. für Schafe teilweise etwas besser und für Schweine unter kleinen Schwankungen be­hauptet.

Auf den nachstehenden Märkten wurden für ein Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert:

Rinder

Berlin

20-60

Bremen

20-54

Breslau

17-59

Chemnitz

20-60

Dortmund

25-58

Dresden

25-61

Düsseldorf

25-64

Elberfeld

25-60

Essen

30-63

Frankfurt M.

2062

Hamburg

16-59

Hannover

15-58

Husum

Karlsruhe

3058

Kastel

24-60

Kiel

17-50

Köln

20-64

Leipzig

25-61

Magdeburg

20-60

Mannheim

13-60

München

20-59

Stettin

18-56

Stuttgart

13-59

Zwickau

15-56

Kälber

Schake <

Schweine

43-90

30-55

66-78

50-87-

25-50

60-73

45-73

26-58

62-80

50-75

38-50

65-79

45-90

30-46

64-79

55-75

27-60

66-83

45-82

62-80

55-85

65-79

48-105

30-50

64-78

52-77

25-43

65-78

35-93

23-52

60-75

40-85

30-50

60-76

36-46

6070

25-40

73-81

44-64

65-80

31-110

24-52

45-72

50105

30 45 -$2-81

35-70

35-55

62-82

42-72

25-46

60-81

44-78

32-45

62-79

50-76

56-74

30-83

15-54

65-79

50-71

60-80

5575

25-52

72-82

Rundfunk-Programm.

Dienstag, 7. Dezember:

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Sugenb. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Operetten- mufft. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Manfred Marlo spricht überDas Meer", Schauspiel von Kurt Heynicke als sinfonisches Hör- spiel. 6.45 bis 7.15 Uhr:Altdeutsche Tafel­malerei", Vortrag von Dr. Oswald Götz, Assistent am Städelschen Kunstinstttut. 7.15 bis 7.45 Uhr: Die Schachstunde. 7.45 bis 8.15 Uhr:Warum gibt cs eine Arbeitersängerbewegung?". Vortrag von Max Bartsch. 8.15 bis 9.15 Uhr: Flötenkonzert. 9.15 bis 10.45 Uhr: Uebertragung von Kassel-Das Meer", Schauspiel von Kurt Heynicke, als sinfonisches Hör­spiel in vier Abteilungen, bearbeitet von Kurt Hey­nicke und Manfred Marlo: Musik von Eugen Bodart.

Sprechstunden der Redaktion.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen.

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Vortragsfolge: J. S. Bach, Passacaglia in C-moll, für 2 Klaviere einger. von H. Keller Fr. Chopin, Rondo op. 73 M. Reger, Variationen und Fuge über ein Thema von W. A. Mozart.

Die Flügel sind aus dem Pianolager August Förster, Gießen.

Eintrittskarten: 3., 2. und 1. Mk. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 0.75 Mk. bei Herrn Sekretär Ritter. I,M4c

Heute bis elnschl. Donnerstag:

Variete

7 Akte nach Motiven des Felix Hollflnderschen RomansDer Eid des Stephan Hüller.

In den Hauptrollen:

Boß Emil Janning*

Seine Frau Maly »elechaft

Das fremde Mädchen Lya de Pyttl Artlnelli ......... Warwick Ward

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