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Ceifhmg bc8 Deutschen Rademacher von 1 Min. 15,8 Cd. auf 1 Mm. 15,6 Sei.

Stüdtejchwimmkampf

der Deutschen Turnerschaft.

3m StLdtrschwunmkam-f der brutschen Tur­nerschaft Leipzig -Berlin, der am gestri­gen Sonntag im Earolabad in Leipzig abgeyalt« wurde, siegte Leipzig mit 54 Punkten wahccn^ Berlin 33 Punkte erzielt:. Bon den drei Kämp­fen gewann Leipzig 6, Berlin 2.

Die Futzballergebnisse vom Sonntag.

Btaiabejirt:

Liktorm Hanau 948-ff. Hanau 93 1:1.

Rot-Deiß Frankfurt a. M.Viktoria Aschaffen­burg 6:1

v. f. L. Neu-IsenburgF. S. D. Frankfurt a. M. 2:6.

Eintracht Frankfurt a. M.Germania Frankfurt a.M. 2:1.

Offenbacher KickersUnion Niederrad 5:1.

Bayern:

Wacker München1. F. ff. Nürnberg 0:1.

F.ff. Fürth1. F C. Bayreuth 2:1.

2L S. '15. NürnbergBayern München 1:2.

Schwaben Augsburg1860 München 2:5.

Rheinbezirk:

03 Ludwigshafen3.93. Darmstadt 4:1.

Phönix MannheimSp. 93g. Sandhofen 5:2.

5.13. DaldhofD. C. Pirmasens 8:2.

L. f. L. NeckarauB. f. R. Mannheim 4:2. Phönix LudwigshafenF. 93. Speyer 3:1.

IDürttembetg-Baben:

93. f. 9t. HeilbronnStuttgarter 5. ff. 0:0.

Union BückingenFreiburger F. ff. 1:4. Stuttgarter KickersD. f. D. Stuttgart 1:4.

S.ff. FreiburgPhönix Karlsruhe 3:1.

Sportfreunde StuttgartKarlsruher F. B. 2:5. Rheinhessen-Saar.

1. 8. 6. 3tat - F «. D Mainz 05 4:1.

Alemannia Worms F. V. Saarbrücken 0: 0.

Doruffia Neunkirchen -- Dormatia Worms 0:0.

Gintracht Trier - 0. C. Wiesbaden 1: 5.

Hessen-Hannover.

Gruppe Süd Hessen 09 Hermairia Kassel 0:2.

Kurheffen Kassel Borussia Fulda 2:2.

S. Dg. Marburg B. f. B. Gießen 1: 2

Gruppe West: Göttingen 05 Sport Kassel 5: 1.

Staffel 03 Sp. Bg. Münden 9: 4.

Einbeck 05 Sv. Bz. Döttingen 3:4.

Der Berliner Fußballmeister geschlagen.

3n feinem Spiel am geilt gen 6mt . gegen Wacker 04 erlitt der Berliner Fußballmeister Hertha Berliner Sportklub - feine erste Niederlage in der diesjährigen Meisterschaft. Er verlor 2: 5.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

Lich, 5. Dez. Auf eine in jeder Beziehung wohtgelungene Werbeoeranftaltung, die dem deutschen Turnen manchen neuen Freund gewonnen haben dürst:-, kann unser Sur n oe r- e i n von 1 860 zurückblicken. Bei vorzüglichem Besuch sand gestern abend in der Turnhalle ein Werbeturnen statt, an dem nutzer den ver­schiedenen Abteilungen deS Vereins auch be­freundete Turner aus Nidda, (Sieben und (Scoben-ßinben, die als Mitglieder der Gau­werberiege bekannt find, teilnahmen. Nach herz­lichen Begrühungsworten des Vorstandsmitglte- des A H i s g e n wickelte sich eine reichhaltige Darbietungsfolge ab. Was die Gäste an Reck, Barren und Pferd boten, war über alles Lob erhaben, und fand den immer wieder stürmischen Beifall der Zuschauer. Aber auch der Verein selbst konnte sich mit seinen fin(langen sehen lassen Die Freiübungen der aktiven Turner, die Volkstänze der Turnerinnen und die Stabübun­gen der Altersturner toaren Jn ihrer wirkungs­vollen, exakten Ausführung ein beredtes Zeugnis für die fleißige Arbeit, die die Turnwarte und Vorturner geleistet. Don der Gröhe der Deutschen Turnerfchaft gab der Film vom Hermanns-

Gießener Stadttheater.

Gastspiel des Mainzer Ltadtttzcatcrs: Der Freischütz."

Daß WebersFreischütz" immer noch in alter Jugendsrische seine Hörer zu bannen vermag, zeigte die Aufführung im Gießener Stadtlheater. Damit erweist sich aber auch die überragende Bedeutung des in seiner Art inmitten der gesamten Opern- Produktion einzig dastehenden Werkes, und seine Vorrangstellung hat es sich nun schon weit über ein Jahrhundert erhalten.

Denn als erste unter den Opern stellt sie den deutschen Menschen in seiner vollen Wesenseigen tümlichkeit dar, zum erstenmal wird in der Oper eine nationale Sprache in der Musik gesprochen. Alle die vorhergehenden Operwerke der Klassiker äußern mehr ein universelles Menschentum, hier er­wuchs das Derk aus dem deutschen Wesen:Das deutsche Märchen, die schauerliche Sage waren es, die hier den Dichter und Komponisten unmittelbar dem deutschen Volksleben nahebrachlen-, das seelen- volle, einfache Lied des Deutschen lag zugrunde, so daß das ganze einer großen, rührenden Ballade glich, die mit dem edelsten Schmucke der frischen Romantik ausgestattet, das phantasievolle Gemüts leben der deutschen Nation auf das charakteristischste besingt.E (R. Wagner.)

Und doch, nur allein der deutsche Stoff hätte ein solches Werk nicht bedingen können. Weber mußte mir einer neuen Form des Schaffens und des Musiklebens den Weg zeigen.Es sind Dinge darin, die in dieser Weise noch nie auf der Bühne waren, die ich daher ohne den mindesten Anhalt an schon Vorhandenes gänzlich frei aus meiner Phantasie schaffen mußte. (Weber.)

Und dieses Neue war das Herauswachsen seiner Personen aus der unmittelbaren Umgebung, kurz­um das. was wir heute gern als Milieu bezeichnen. Holte die Musik bisher wohl auch das menschliche Innenleben .^schlossen, so waren aber bisher musi­kalische Aeußerung und szenisches Erlebnis Parallel- vorgänge gewesen: bei Weber verschmelzen beide zu einer Einheit; denn in ihm bricht ein neuer Typ des Schaffenden sich durch, des Synästhetikers, bei dem alle seelischen Funktionen sich zu einer Einheit durchdringen, wo das vom Auge Erschaute sich in

lauf der Deutschen Turnerfchafi. an dem sich im vergangenen Jahr ja auch trelcr Snrnt eretn sehr zahlreich beteiligte, ein anschauliches, ein­drucksvolles Bild. Der Abend, der ganz auf ernste Werbearbeit und auf dir geistigr Durch­dringung her Darbietungen ein gestellt war, fand feinen Höhepunkt mit einer fchllichtni Shren­ke i e r. Die Turner Hermann Dietz. Wil­helm Fey, Ludwig Scher ff und Wil- belm Wacker, von denen die drei ersten schon 50 Jahre dem Turnverein angehörrn, sind vom Gau Hessen für würdig befand m wor­den, durch Verleihung deS Gauehrenbrie­fes ausgezeichnet zu wcröen. Da sie als Wett- tinner und Kampfrlchier einst im Gau und durch stille, unrerfcroffene Vorst and-arbeit auch im Ver­ein verdienstvolle Arbeit für b:e deutsche Turn- fache geleistet haben. Der 2. Gaurertreter, Re­dakteur St. Schneider lButzbach), würdigte die Verdienste der Genannten in e.ner echt tur­nerischen Ansprache, gratulierte tot Auftrage des GauvorftandeS und überreichte deck Ausgezeich­neten die kunstvollen Urkunden. ES find die ersten Gauehrenbriefe, die der Verein ausgr- bändigt bekam. Vor einigen Jahren schon sind drei Turner deS Vereins, die \\ä>_ einst als Turnwarte und durch ihre rege Tätigkeit im Gau besondere Verdienste erwarben, mit dem Shrenbricf des Mittelrheinkreises der D. T. ausgezeichnet worden. Diese Inhaber des KreisehrenbrieseS find die Ehren- Mitglieder Philipp Ohwald, Christian Vater und der inzwischen verstorbene Turn­lehrer Wilhelm Langsdorf.

a. Großen-Linden. 4. Dez. Zur Feld bereinigung der Gemarkung Är.'ßen-Linden waren wegen der Bonitierung der Grundstücke 95 Reklamationen eingereichl worden. Eine Anzahl fanden inzwischen ohne Schiedsgericht ihre Erledigung. Jn der abgelaufenen Woche tagte das Schiedsgericht mH der Povzugskommission hier, um die Begründung der Retlamationen zu hören. Am 6 und 7. Dezember erscheinen die Mitglieder des Schiedsgerichts noch einmal, um die in Betracht kommenden Grundstücke zu besichtigen. Hiernach er geht das Urteil. Behält der Reklamant recht, so ist er frei von Kosten, unterliegt er. so hat er anteil­mäßig an den Kosten mitzubezahlen.

T r e i s a. d. Lda., 4. Dez. Während an anderen Orlen eine rege Bautätigkeit herrscht, ist diese in unserer Gemeinde verhältnismäßig ge» ring, obwohl eS auch hier an Wohnungen man­gelt ttnb an Daulustigen nicht fehlt. Dies mag hauptsächlich darin feinen Grund haben, daß kein gutes Baugelände vorhanden ist. Das bei der Feldbereinigung vor einigen Jah­ren für diesen Zweck vorgesehene Gelände hat sich liegen der Grundfeuchtigkeit als wenig ge­eignet erwiesen. Es ist nun beabsichtigt, durch Abholz,«n des sogenannten ..Buchvaldes" unter­halb des Dorfes nach Mainzlar zu weitere Bau­plätze zu getoinnen. Die Gemeinde steht wegen dieses Platzes, der Staatseigentum ist. mit dem Fiskus in Unterhandlungen. Die Neubauten in her ..Simme". die bereit« vor mehr als zwei bzw. drei Jahren begonnen sind, schreiten nur langsam voran: drei davon gehen nunmehr ihrer Vollendung entgegen, während ein weiterer in nächster Zeit in Angriff genommen werden soll. Am nächsten Montag soll hier mit dem Schlagen des Holzes in Staats- und Ge­meindewald begonnen werden. Es sind zu diesem Zweck vier Rotten ausgestellt. Auch in der hiesigen Gemarkung scheint der Wildbestand in diesem Jahre ziemlich gering und nur Füchse in größerer Zahl vorhanden zu sein. Bei einer kürzlich hier sta'.taehabten Jagd wurden ein Reh, ein Hase und eine Schnepfe erlegt.

Krcis Fricdbcrst.

sf. F r i e d b e r g. 5. Dez. In der Nacht auf Sonntag wurde in der hiesigen Augustiner- schule ein Einbruch verübt. Den Spuren nach handelt es sich um zwei Personen. Es sind offenbar dieselben Täter, die in der letzten Zeit in einer ganzen Anzahl von Schulen der Um­gegend derartige Einbrüche begangen haben. Ob­gleich die Einbrecher zahlreiche Schubladen und Schränke öffneten, war die Deute nur ganz ge­ring, da sie es offenbar nur auf bares Geld abgesehen hatten und der Versuch, einen Kassen­schrank zu offnen, vergeblich war.

z£ Bad-Nauheim, 5. Dez. Nachdem vor drei Wochen Einbrecher den beiden hiesigen Schulen einen Besuch abgestattet und dabei Geldbeträge (etwa 80 Mk.) mitgenommen hatten.

imreflettierrer, unmittelbarer Weise musikalisch äußert.

Und daraus erklärt es sich, daß feine Gestalten unmittelbar näher an uns herantreten, uns greif­barer werden, die Distanz zwischen unserem Innern und der Szene fortfällt, wir hören und erblicken ein Stück unseres eigenen deutschen Wesens. Mögen auch von anderen bis dahin die Gestalten noch so naturgetreu, menschlich gezeichnet worden sein, sie stehen bem^örer doch noch in einer gewissen objek- tivierenden*Fsrne gegenüber. Wir können sehr wohl eine Mozart-Arie im Konzertsaal losgelöst von der Szene vollwertig musikalisch genießen, eine Arie der Agathe oder des Aennchen wohl kaum, wenn wir nicht noch ein sehr starkes Erinnerungsbild von der Bühnenfituation haben.

And dieser innige Kontakt mit dem Szeni­schen mußte auch auf Webers Schaffe rsform einen weitgehenden Einfluß aus üben. Beim Erleben der Situation drängt es in ihm zur Aeuherung, und mit einer eminenten Sicherheit weih er manchmal mit wenigen Tönen sich bildhaft zu verständigen, rind so werden wir bei ihm weniger eine mo­tivische Ausnützung des angeschlagenen Themas antrerfen, als stets andere der Szene folgende motivische Neubildungen. Lind das mag erst recht ein Grund fein, dah feine Opernmusik trotz feiner volkstümlichen Wurzel ohne die Szene schlechthin nicht denkbar ist. Wege, die nach ihm Richard Wagner weiter ausbaut.

Da, wo bei Weber die Erfindung frei flieht, wo kein bewuhter Wille zum Grohen die In­tuition behindert, da wird seine Melodik stets volkstümlich erscheinen, denn sie ist ein Ausfluß der Naturhaftigkeiü Lind selbst da, wo er schein­bar Tonmalerei bringt, wie zum Beispiel in der Wolfs'chlucht. da sind es die Spannungen beim Erleben der Naturkräfte, die sich in ihm unmittel­bar ohne Reflektion auslösen, und so biete- monik ausstrahlen. Es ist eben Musik, die mit der Szene gehört sein will, aber sich nicht for­malistisch zerlegen läßt 11 nb von diesem Ge­sichtspunkt aus können wir Beethovens Aeuhe­rung verstehen:Ich sehe freilich, waL Weber will, aber er hat auch verteufeltes Zeug hinein­gemacht ! Wenn ichs lese, wie da bei der wilden Jagd. so muh ich lachen, und eS wird doch das Rechte sein. So was muh man hören, nur hören, aber da ich.*

erfolgte in der Rächt zum heutigen Sonntag wieder ein Einbruch in Die Ober- realfchule. In dem Amtszimmer des Direktors trutben. genau wie vor drei Wochen, die Schub­laden erbrochen. Soweit bis jetzt festgestellt wer­den konnte, üi em Sprechapparat mit Platten für den fremdsprachlichen Unterricht mitgenom­men worden. Anscheinend handelt es sich um dieselbe Einbrecherbande, die u. a. vor etlichen Tagen im LandgerichrSgebaude :nGießen und dann in einer Hanauer Schule .Gastspiele" gegeben hat.

DEN. Vilbel, 4. Dez. Bürgermeister N e ch - thien teilte in einer Bürgerverlammlung mit. daß die Schaffung einer Autolini« Vilbel Fe a) e n b e i m Offenbach gesichert fei. Der Ver­kehr durfte Anfang Januar ausgenommen werden.

Mrcie AlHfeld.

M Alsfeld, 5. Dez. Geste tu fand hier im großen Saale des Deutschen Hauses" die vierte staatsbürgerliche Bildungs- tagung der Reichszentrale für Hei- matdienst, Landesabteilung Hessen, statt. Die Beteiligung war gut, insbesondere von selten der Lehrerschaft. Die Leitung lag in der Hand deS Herrn Karl Olime tt von Franlfurt. Vormittags sprach Dr. Ziegler. Assistent am Seminar für Soziologie an der Universität Frank­furt a. M.. über das Thema: .Die Genfer Ta­gung und die deutsche Außenpolitik. Erlebnisse und politische Betrachtungen eines Augenzeugen." Interessant waren m Dem Vortrage besonders die Ausführungen, wie in dem Völkerbund ge­arbeitet wird. Am Nachmittag sprach Regie­rungsrat a. D. Dr. Keck, Syndikus der Indu­strie- und Handelskammer Frankfurt a. M.. über »Wirtschaftspolitische Gegenwartsfragen", wobei er insbesondere die Bedeutung bed Begriffes der Weltwirtschaft und die Zusammenhänge der einzelnen Wirtschaftszweige, insbesondere von Landwirtschaft und Industrie, mit diesem Pro­blem erläuterte. Als dritter Vortragender solgU Studienral Dr. König aus Gießen mit dem Thema .Dom Reich, vom Doll uird von den Grenzen", der die Zuhörer durch die deutschen Sprachgebiete im Westen. Süden und Osten Euro­pas führte, die trotz Abtrennung vom Deutschen Reiche ihre volkliche Eigenart bis auf den heuti­gen Tag sich erhalten haben. Er erblicktin den durch den Krieg gefchasienen staatlichen De hält- nissen eine günstige Aussicht, dah endlich der Gedanke eines Grohdeutschland doch zur Aus­führung kommen werde. Interessant waren ins­besondere seine Ausführungen über den An­schluß von Deutsch-Oesterreich. Reicher Beifall lohnte alle Redner. Den Dank der Versamm­lung für die sehr lehrreichen, fachlichen Vorträge ter Redner gab am Schluffe der Tagung Kreis- direktor Dr. Stammler Ausdruck, dabei die Hoffnung ausfprecheird. die staatsbürgerliche Ta­gung im nächsten Jahre wieder in Alsfeld be­grüßen zu dürfen. Den Dank an alle Mitwirk en­den sprach der Leiter Karl O l l m e r t auS Frank­furt auS.

(!) Groß-Felda. 4. Dez. Unser Marktflecken ist feit Anfang dieses Monats Gendarmerie­station geworden. Gendarmeriewachtmeister Heß. der bisher in Ortenberg stationiert war, hat die Lei­tung der Station. Sein Dienstbezirk besteht aus den Orten Groß-Felda, Ermenrod, Schellnhausen, Zeil» bach, Klein-Felda, Kestrich, Windhausen bis zu den Gemarkungsgrenzen. Dieser Dienstbezirk war vorher teils den Stationen Nonnenrod und Nieder-Ohmen zugeteilt.

(!) Storndors, 4. Dez. Vor einigen Tagen ist unser langjähriger Lehrer-E d e l m a n n von hier nach Beuern im Kreise Gießen verzogen, wo er eine neue Lehrerstelle angetreten hat. Länger als ein Jahrzehnt versah er den Unterricht an der hiesigen ersten Klasse. Seine Schüler verlieren in ihm einen gewissenhaften, gerechten Lehrer, der allezeit weiter­strebend aus dem Gebiete der neuen und neuesten Er ziehungs- und Unterrichtslehre gründlich zu Hause war und vorbildlich wirkte, lieber ein Jahrzehnt war er der rührige Dirigent des hiesigen Männergesaug- vereins. Lehrer Edelmann war auch lange Jahre der verdienstvolle Obmann des Bezirks-Lehreroereins Windhaufen.

ld. Aus dem Vogelsberg, 4. Dez. Dieser Tage beginnen in fast allen Förstereien die Holz h a u e r n r b c i t c n. Die Zahl der Holzhauer ist überall gestiegen, da sich arbeitsuchenden Klein­bauern andere Berdienstmöglichkeiten, wie Wege­bauten u. dgl nicht bieten. Die Holzhauerei wird

deshalb bald beendet feilt Es ist mit frühen Holz- oersteiqenlngen zu rechnen.

z. Eifa, 4. Dez. Dieser Tag? vollzog sich hier ein Wechsel in der Besetzung der L-hr erstelle, her von unliebsamen Vorgängen begleitet war. Schulverwalter Z e b ' u ß. der hier «mßerorhrntlich beliebt ist. Icurde von der Schulaufsichtsbehörde nach Rei­bertenrod versetzt, während her dortige Lehrer Hofmann bic diesige Schulst eile erhielt. Als Lehrer Zeh fuß jetzt den Ort verlieh, wurden ihr- a Ebre:». sogar die Kirchenglocken ge­läutet. drüberc Schritte an zuständiger Stelle in Darmstabl und in D s'cld. das Verbleiben de» Herrn Zchsirsi in unterem Orte zu erwirken, toaren ohm- Erfolg g'blieb;n. Darüber waren zahlreich - Einwohner fo erbittert, dah sie bei der Anl nft des neuen Lehrers Hofmann M i 6 - sallenskundgebungen veranstalteten, die sich gegen den Lehrer richteten und an denen auch di- Schuljugend sich beteiligte. Nun- urchr iit feget ein Schulftreik ausgebrochen. Das völlig vrr'ehlte Verhalten der Gemeinde ist sehr bcMucrlid) und to rd übrigens wohl auch noch ein gerichtliches A tchsp el haben. Wie von sachverständiger Seite betont wird, muhte her Austausch der Lehrer vorgenommen werden, ha Lehrer Hosmann schon nah zu 14 Jahre im Dicnft ist. Schulverwalter Zehfuß aber erst etwas über 3 Jahre und daS vorfchriflsmähige Alter noch nicht erreicht bat

Starkenburg.

Darmstadt, 5. Dez. Hier wurde der HilfSförster Heinrich Kalbfleisch au» Romrod wegen Schwindeleien in Gießen und Darmstadt se st genommen. Sine äl­tere Frau, die au3 der Anstalt Philipps- hospital bei Hofheim entwichen war. wurde hier angehalten, gerade als sie sich im Woog ertränken wollte. Sie wurde in das Stadt- krankenhaus eingeliefert.

Rheinhessen.

Lpd. 21 i c D c r o [ m. 5. Dez. Der in der Wiesenmühle defchä'tigte 27jahrige Müller Fr. Horn wurde vom Schwungrad deS Motor» erfaßt und auf der Stelle getötet.

Preuhen.

Kreis Wetzlar.

CO Lützellinden, 4. Dez. Bei einer heute in einem Teile der hiesigen Feldmark abgehaltenen Treibjagd wurden 28 Hasen erlegt. Im Vorjahr betrug die Strecke ungefähr das Doppelte, ein Beweis dafür, daß der Bestand an Hasen in diesem Jahr sehr stark zurückgegangen ist.

KrciS Kirchhain.

98691. Kirchhain,!. Dez. Nach einer Statistik der Kreisbehörde hat die Lebereaelseuche im Kreise Kirchhain große Verluste an Vieh verursacht. Insgesamt sind der Seuche zum Opfer ge­fallen: 715 Rinder, 420 Ziegen und mehrere taufend Sckase. Die größten Verluste haben die Gemeinden Scyweinsberg und Mardorf aufzuweisen, nämlich Schweinsberg 189 Rinder, 220 Ziegen und Mardorf 249 Rinder und 83 Ziegen.

Dberlahnkreis.

WSN. Weilburg, 5. Dez. Hier ist eine Fernsprech -Vermittlungsstelle mit «elbstanschlußbetrieb eingerichtet worden, die am 10. Dezember in Betrieb genommen wird.

Kreis SSimbttM.

WSN. Diez, 4. Dez. Der Zuchthäusler Kleins, der noch sechs Jahre abzusitzen hat, wurde beurlaubt. Diesen Urlaub benutzte er zu neuen Einbrüchen und Untaten. Es gelang, ihn in Bingen wieder festzunehmen.

Kreis Usingeir.

WSN. Usingen, 5. Dez. Bekanntlich wurde dieser Tage im Waldesdickicht bei Ufingen der Haus­verwalter Zeitler aus Frankfurt a. SOL er­schossen aufgefunden, der sich von seinen Jagd- freunden getrennt hakt--. Obwohl es den Anschein hatte, dah ZeiUer durch eigene Hand ober einem Unfall zum Opfer siel, mußte doch die Frage nach- geprüft werden, ob nicht ein Verbrechen vorlag. Die behördliche Untersuchung des Falles hat ergeben, daß unzweifelhaft Selbstmord vorliegt.

Und über die romantische Well äußert sich Tveber einmal selber:3n dem Freischütz liegen zwei Hauptelemente, die auf den ersten Dlick zu erkennen sind: Jägerl:ben und daS Walten dämonischer Mächte, die Samiel personifiziert... Die wichtigste Stelle für mich waren die Worte des Max:mich umgarnen finstere Mächte", denn sie deuteten mir an, welcher Hauptcharakter der Oper zu geben sei." Und daß ihm die Zeich­nung des Dämonischen gelungen ist, mag Beet­hoven bestätigen:Ter Kaspar, das Untier, steht da tote ein Haus. Heber all too der Teufel dis Tatzen reinsteckt, da fühlt man sie auch." Und ein Romantiker unserer Tage (Hans Pfitzner), sieht die Natur in ihrem Weben und Wirken auf Menschenfeele und Menfchenfchicksal:Das Herz des Fresichütz ist das unbefchreiblich innige und feinhörige Naturgefühl. Die Hauptperson des Freischütz ist sozusagen der Wald, der deutsche Wald im Sonnenglanz, von Hornklängen und Jagdlust belebt, her Wald im mitternächtigen Gewitter imb finsterer verrufener Schlucht, im ersten Aus blitzen der Morgenfrühe, im traulichen Hereinrau'chen in das abendliche stille Förster­zimmer." Und die Menschen in dieser Umgebung stehen im innigsten Kontakt mit ihr, es find nicht nur Menschen, die sich nur durch ihr Ge­wand unterscheiden, sondern Persönlichkeiten m individueller Ausprägung mit der ihnen eigenen Sprache, man denke z. B. nur an den Bauer Kilian.

Und diese Welt wurde lebendig vor uns von der ersten Note der Ouvertüre an (Weber: Wer sie zu hören versteht, wird die ganze Oper in nuce darin finden") bis zum Jubel des Lchluhfinales eine W^>ergedenlfe.ec, wie sie nicht würdiger sein konnte. Ern jeder mit seinem persönlichen Wesen an seinem Platze, eine Ab­rundung hn Spiel, insbesondere auch in dem in der Oper gefürchteten Dialog, wie man es sich schlechthin nicht besser denken konnte.

Olga Stephan war eine Agathe, frei von The ater all!, um so stärker in der Gestaltung, von einer Jimigkeit. wie sie eben mir der deut­schen Jungfrau eigen ist, und ihr Gesang wuchs aus der Szene, besonders die große Arie war ein Höhepunkt voller Stimmung: und Aennchen «Rose Book) als aufheilernde Freundin mit sprühen­

der Lebenssreude und neckischem Wesen, gesang­lich und darstellerisch gleich groß.

Heinz P r y b i t war als Kaspar in der Maske schreckhaft teuflisch, um so stärker noch in Spiel. Dialog und gesanglicher Dramatik. Han» Hoefflin gab dem Max gesangliche drama­tische Höhepunkte, unh auch im Ensemble erwie» er sich als ein feinsinniger Sänger mit wunder­bar schmiegsamem, wohllautendem Organ.

Emil Sieger! (Crbförster) mit väterlich warmen Tönen, Walter H a g n e r (Eremik) mit wundervoll rundem Stiinmklang. Paul Ber­gers charakteristischer Kilian, August Stier, ein Fürst voll Würde; und alle die vielen, be­sonders auch der Chor, die, jeder an recht« Stelle, sich in den großen Rahmen fügten, jeder zu seinem Teile die Bedeutung des Arends stei­gernd. Karl Löffler hatte für die ein­zelnen Szenen recht charakteristische Bilder ge­schaffen, an denen das Auge seine Freude haben tonnte, und Ludwig Keim hatte die an ihn herantretenden Beleuchiungsschwierigkeiten, be­sonders in der Wolssschluchtszene (wilde Jagd) mit sehr erfreulichem Erfolg gemeistert; es mutz dies um so mehr betont werden, da gerade der Freischütz" mit seiner eigenartigen Musik vom Szenenbild stark abhängt.

Das Orchester war einzig abgerundet in seiner Leistung, das Auf tauchen von charakte­ristischen Wendungen in einzelnen Instrumenten ließ auf eine besonders feinsinnige und liebe­volle Durcharbeitung schließen, wie man ihr bei ständigen Repertoireopern feiten begegnet, r» war eben eine Feftauffühcung und ein ganz besonderes Verdienst von Generalmusikdirektor Paul Vreisach; er hatte augenscheinlich das Derk von allen Einschleppungen des tradittonel- len Bühnenbetriebes befreit, um so unmittelbarer konnte Weber zu uns sprechen.

Der Theaterdireltion gebührt der Dank all« für die so außerordentlich aWrunfcete Vorstel­lung, und man wird mit allerhöchsten Erwar­tungen kommenden Gastspielen der Mainzer Op« entgegen seh en. Nur daS Publikum mühte wäh­rend der Ouvertüre mehr Disziplin zeigen, Heilig­te iten, gar Geldzählen, dafür bietet die Paus^ wenn es durchaus fein muh, doch genügen! Zeit. -Hi