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Seite der Versuch gemacht werden sollte. Deutsch­land eine ständige Kontrolle für die Ab- rüstung aufzuzwingen. Stresemann werde seine Zustimmung hierzu nicht geben können, Cham­berlain könne sie nicht zugeben und Briand auch nicht, wenn er nicht Locarno und Thorrh in die Brüche gehen lassen wolle. Lind Poin- carä habe inzwischen zweifellos erkannt, daß das unmöglich sei. Lui jeden Fall aber re­spektiere er Verträge. Wenn es immer noch eine offene Frage sein sollte, ob die Bestimmungen des Art. 213 des Friedensvertrages in Einklang gebracht werden könnten mit einer ständigen Kontrolle in Deutschland, dann solle das Haa­ger Schiedsgericht entscheiden. Kein ter- nünftiger Mensch könne daran zweifeln, wie das Urteil ausfallen werde.

Deutschlands Reparationsleistungen.

Der Bericht Parker Gilberts über das zweite Dawesjahr.

Berlin. 5. Dez. (WTB.) In feinem Be­richt über die RrparatwnHahluiigen im zweiten Planjahr erklärte der Deneralagmt. daß Deutschland pünktlich gezahlt und zur seichteren Abwicklung der Zahlungen erheblich beigetragen hat. Während die Zahlungen des ersten Planjahres zu vier Fünfteln durch die auswärtige Anleihe finanziert wurde, hat Deutschland im zweiten Planjahr den Gesamt­betrag von 1220 Millionen Goldmark allein aufgebracht. Die Aufstellung ebenmäßiger Pro­gramme für die Leistung von Zahlungen im dritten Jahre ist damit gewährleistet. Die Deutsche Reichsbahn gesellschaft und die deutsche Industrie haben ihre Verpflichtungen prompt erfüllt. Unter Hinweis auf das Gle chgewicht im Haushalt, dir Produktivität des neuen Steuerprogramms und die Wohl gewahrte S a- bisität der butschen Währung betont der Gene- rcüagrnt besonders die Stärkung des inländi­schen Kapitalmarktes und das Anwachsen der Spartätigkeit. Auswärtige Anleihen seien jedoch in der letzten Zeit fast z u r e i ch l i ch nach Deutschland geflossen. Der Generalagent hebt dann noch die verhältnismäßig günstige Ent­wicklung des deutschen Außenhandels hervor, der in dem am 31. Oktober 1923 abgeschlossenen Jahr einen ülcbrrschutz von 216 Millionen ergeben hat.

Die deutsch-englischen Jndustriellen-Sesprechungen.

London, 4. Drz. (Reuter.) Die Bespre­chungen zwischen Vertretern der deutschen und der englischen Industrie sind heute zu Ende ge­gangen. Beide Teile haben ihre große Be­friedigung über die erzielten Fortschritte und über die großen Zukunftsmöglichkriten zum Aus­druck gebracht, die sich für eine Zusammenarbeit der Industriellen beider Länder bieten. Em Com- munique, das von Sir Max Muspratt und Geheimrat Duisberg gemeinschaftlich unter­zeichnet ist, stellt fest, daß im Verlaufe der Be­sprechungen die Frage internationaler Kartelle und Syndikate nicht erörtert worden ist und noch viel weniger irgendwelche Anregungen für ein gemeinschaftliches Vorgehen der deutschen und der englischen Industrie gegen die Industrie anderer Länder. Die Vertreter der beiden in­dustriellen Organisationen würden einen der­artigen Schritt nicht nur für einen Verstoß gegen die guten Sitten, sondern auch für die un­glaublichste Torheit halten.

Deutschland weift den polnischen Protest zurück.

Die Wahlen in Ostoberschlesien.

Berlin, 4. Dez. (Wolff.) Auf die dem Aus­wärtigen Amt von dem hiesigen polnischen, Ge­sandten überreichte Note vom 30. November, tn der gegen die Erklärungen der Regierungsparteien des Reichstages vom 23. November zu den Gemeinde­wahlen in Polnijch'Oberschlesien Protest eingelegt wurde, hat das Auswärtige Amt unter dem 3. De­zember dem polnischen Gesandten eine Antwortnote zugehen lassen, in der dieser Protest als nicht berechtigt bezeichnet und weiter aus- gesührt wird:Die beanstandete Erklärung hat das Verhalten der deutschen Minderhei- i e n in jenem Gebiet bei den Gemeindewahlen zum Gegenstand. Es liegt auf der Hand, daß diese Wahlen für das Sckicksal der deutschen Mmber- heiten von großer Bedeutung sind. Es handelt sich somit um eine Angelegenheit, a n der Deutsch­land ein durchaus legitimes Interesse hat. Das ergibt sich schon aus der bloßen Tatsache, daß die Rechte der Minderheiten in Ob er schießen Gegenstand eines deutsch-polnischen Vertrages sind, nämlich des Genfer Abkommens über Oberschlesien vom 15. Mai 1922. Unter diesen Umständen kann nach Ansicht der deutschen Regierung nicht die Rede davon sein, daß die Erklärungen des Reichstogs- aboeordneten Emminger eine unzulässige Ein­mischung in innere polnische Angelegenheiten dar­stellen. Die Erklärungen überschreiten auch in ihren Einzelheiten keineswegs den Rahmen, in dem außenpolitische Angelegenheiten dieser Art in den Parlamenten aller Länder behandelt zu werden pflegen. Wenn Sie in Ihrem Schreiben schließlich noch hervorheben, daß derartige Erklärungen die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen zu stören geeignet seien, so mühte ich demgegenüber doch betonen, daß die Gestaltung dieser Be­ziehungen, soweit dabei Oberschlesien in Betracht kommt, in er ft er Linie von der genauen Innehaltung des erwähnten Genfer Abkommens abhängt. Ich darf in diesem Zu­sammenhang auf die vielfachen Klagen der deut­schen Minderheiten in Polnisch-Oberschlesien Hin­weisen und Ihre Aufmerksamkeit insbesondere auf die deutschfeindliche Kundgebung in Kattowitz vom 28. November lenken, an der sich sogar der polnische Innenminister und der schlesische Wojwode beteiligt haben.

Lager Großpolens."

Eine faszistische Organisation der polnischen Rechten.

Warschau. 4. Dez. (WB.) Die Arbeiten des Führers der polnischen Rechten. Qlonunt Dnowski, an der Schaffung einer neuen, alle nationalen Elemente des Landes umfassenden volltischen Gruppierung schreiten vorwärts. Heule vormittag begann in Posen ein von Dnowsti einberufener, mit 300 Personen beschickter Kon­greß. auf dem die Gründung der 1

neuen politischen Organisation die den I

RainenCager G r oh polens" führt,

vollzogen wurde. Wie von den Einberufenen des Kongresses ausdrücklich versichert wird, ist das Lager Gcohpolens" keine Organisation im par­lamentarischen Sinne des Wortes, sondern es beruht auf der Vereinigung streng diszi­plinierter Kräfte. Das Hauptziel der Gruppierung sei. die Vereinigung aller nationaler Kräfte in einem großen Lager um die polnische Ration zu organisieren Als Mitglieder des Obersten Rates fungieren u. a. neben Dnowski der bekannte nationalbenwfra- tische und frühere Finanzminister Abg. Plu- c z i n s k i. der frühere Generalstabsches General Stanislaus Haller, der ehemalige Wojwode von Wolhymen Dembfki u. a. Dnowsll er­öffnet den Kongreß mit einer Rede, in der er u. a. aus führte: der heutige Stand der poli­tischen Organisation des politischen Lebens ent­spreche nicht mehr den Btdürfutssen des Tages. Die neue Organisation werde sich zu Beginn ihres Bestehens mit den laufenden Fragen der Politik nicht beschäftigen. Sie würde ihre ganzen Kräfte der organisatorischen Arbeit widmen und ihre Reihen derartig schulen, dah sie fähig seien, dem großen Ziele, das allen vor Augen stehe, zu dienen. Der Unterschied gegenüber anderer politischen Organisationen bestünde vor allem in dem unbedingten Grundsatz der Hierarchie, dec Manneszucht und der persönlichen Verantwortung. Hierauf wurde eine lange programmatische Erklärung verlesen, in der das Ziel der Organisation festgesetzt wird, die polnische Ration und den großpolni­schen Staat mächtig zu machen. Dies könne nur geschehen durch enge Verknüpfung mit der römisch-katholischen Religion, mit dem Staate und durch Bekämpfung von allem, was die Ration zersetzen, schwächen oder erniedrigen kann.

Der Reichskanzler für öen mnerpoiichchen Ausgleich Eine Rede vor dem Verein Berliner Presse.

Berlin, 5. Dez. (WB.) Vor dem Verein Ber­liner Presse hielt heute Reichskanzler Dr. Marx eine Rede, in der er an die Worte erinnerte, die er an der gleichen Stelle vor etwa drei Jahren gesprochen hatte, überaus schwere und ernste Worte mit einem Ausblick auf eine ernste Zukunft des deutschen Vol­kes mit großen Anforderungen an seinen Opfersinn, Pflichterfüllung und Vaterlandsliebe. Der Reichs­kanzler gedachte des damals amtierenden e r ft e n Reichspräsidenten Friedrich Ebert, dessen edle und starke Persönlichkeit immer mehr erkannt werde, je mehr wir ooranschritten. Das deutsche Volk sei inzwischen vorangekommen, nicht allein infolge der Weisheit und Energie der Reichsregierung-, das ganze Volk habe hier mit- gewirkt. Das Hauptmoment am Vorwärtskommen ei bie konsequent fortgesetzte Linie der Außenpolitik. Der Kanzler sprach den Wunsch aus, daß es Dr. Stresemann vergönnt ein möge, weiter glückliche Schritte auf dem Wege der Verständiguna mit den anderen Staaten zu er­reichen. Der Reichskanzler fuhr fort:Wir sind in den nächsten Tagen mit ganzem Herzen und ganzer Aufmerksamkeit bei den Verhandlungen in Genf. Wir sind zur Verständigung feit langen Jahren bereit gewesen.

Mr erwarten aber auch nunmehr von der Gegenseite, daß man sich endlich auch dort der Einsicht nicht verschließt, daß eine dauernde Be­setzung weiter Gegenden unseres Vaterlandes nicht dazu beitragen kann, das Verhältnis zwi­schen Deutschland und seinen ehemaligen Geg­nern weiter zu kräftigen und zu festigen.

Fremde Botschafter und Gesandte, so erklärte der Kanzler, hätten das Verhalten des deutschen Volkes während der schweren letzten Jahre und gegenüber harten Regierungsmaßnahmen wiederholl mit den Worten höchster Anerkennung gerühmt. Er dankte dem ganzen deutschen Volke in allen seinen Schichten für die großen Opfer. Besonderen Dank richtete er an den Reichspräsidenten von Hinden- bürg, der nach tatenreichem Leben in hohem Alter keinen Augenblick gezaudert habe, dem Ruf zu fol­gen, der ihm neue schwere Pflichten auferlegte. Der Redner erinnerte daran, daß er einmal sehr ernst­haft den Gedanken einer Notgemeinschaft d e s deutschen Volkes erwogen habe. In dieser Beziehung sei. die Arbeitsgemeinschaft im Reichsverband der Deutschen Presse geradezu vor­bildlich. Sollte, sagte der Kanzler, das deutsche Volk nicht diesem Beispiel folgen, sollten wir im deutschen Volke uns nicht einmal zusammenschließen können, und noch dazu jetzt in einer so schweren Zeit, in der der Zusammenschluß aller Kräfte er­forderlich ist; sollten wir nicht alles, was uns trennt, zurückstellen und den Austrag von Meinungsver- schiedekcheiten auf spätere Zeiten verschie­ben können?

Die KoaMionspolttik der DeutschenDolksparLei

Eine Rede

des Fraktionsvorsitzenden Dr. Lcholz.

Insterburg, 6. Dez. ($11.) Auf einer Konferenz der Kreisvereins- und Ortsgruppen­vorsitzenden der Deutschen Dollspartei sprach der Vor fitzende der Reichstagsfraktion. Dr. Scholz, über die Außen- und Innenpolitik der Deut­schen Vollspartei und ihre Stellung zu den anderen Parteien. Dr. Scholz führte u. a. aus: Die heutige Regierung ist ebenso wie das Kabi­nett Luther verfassungsmäßig als neutrales Kabinett der Mitte festgelegt und muß daher jeweils die Mehrheit suchen, wo sie sie findet. Bei einer Regierungserweiterung tarnt nur die Frage entscheiden, welche Koalition eine längere Dauer verbürgt. Die innere Heber» einstimmung zwischen den Deuts chna tio- nalen und den bürgerlichen Parteien der Mitte ist entschieden größer als mit den Sozial­demokraten. Sollte die große Koalitton wirk­lich zustande kommen, so wäre es ein Gebilde von Wochen, keine dauernde Regierung. Wan muß daber nach der anderen. Seite gehen und hoffen, daß die Deutschnationalen sich zu prak­tischer Mitarbeit zurückfinden werden. Die Sozial­demokratie muß den Kampf gegen die kapita­listische Weltanschauung ausgeben, bevor man nut ihr paktieren kann. Sie muß einsehen lernen, daß die beste Sozialpolttik die Blüte der Wirtschaft ist. Das Ziel der Deutschen Dolls- partei bleibt nach wie vor die Zusammen­fassung sämtlicher bürgerlicher Par­teien.

Der Dortmunder Zchulstreil.

Kultusminister Beckers Erklärung im Landtag.

Berlin. 4. Dez. (DDZ.) Im preußischen Landtag fanb die Besprechung größerer An­ragen der Deuischnationalen und der Deutschen Dolkspartei statt, die sich gegen die Heber­trag ung der Schulaufsichr über alle nicht katholischen Schulen des Schulaufs.chtsbe- zirkes Dortmund - Land I an einen difsi- dentistischen Schulrat wenden.

Abg. Meyer-Herford (D.Vp.): Im Mit­telpunkt der Beschwerden steht die Tatsache, daß ein Dissident zum Kre.sschulrat für Dortmund ernannt worden ist. Die endgültige Ernennung durch Minister Becker ist erfolgt, trotzdem der evangelische Oberkirchenrat als der berechtigte Hüter der evangelischen Interessen mehrfach den Minister ersuchte, Risch alle nicht mehr als Schulrat in Dartenstern zu verwenden. Der Ober- kirchenrat hat Rischalle auch für andere evan­gelische Schulen als völlig unbrauchbar be­zeichnet. Der Minister hat R.schalle zunächst nach Hamborn gesandt, wv ihm evangellsche und katholische Schulen unterstellt waren. Hier genügte aber ein einfacher Einspruch, daß _ der Minister ihn sofort abberief. (Hört! Hört!) Don dort ist er nach Dortmund versetzt worden, um als Dissident re i n evangelischen Schulen vorzustehen. Das muhte als un­gleiche Dehandllrng, als Imparität _ und in­tolerant empfunden werden. (Hört! Hört!)

vier Fünftel der Dortmunder in den Aufsichts­bezirk fallenden Schulen stad evangelische Be- kenntnisschulen. nur ein Fünftel sind weltlich.

Der Beschluß des Landtages alxr verlangte, bei der Auswahl der KrriZschulräte und Schul- aussichtsbeamten mehr als bisher auf die An­schauungen und den Willen der Bevölkerung Rücksicht zu nehmen und Mißgriffe in dieser Hinsicht zu beseitigen." Eingaben, Deputationen, Bitten, Die Ernennung rückgängig zu machen, halfen nichts. Der Minister empfing sogar n.e- manden. In Westfalen ist die Religion heillg. Jetzt streiken zwei Drittel aller Schulen, und es wären noch mehr, wenn nicht auf Lehrer, Beamte usw. ein Druck ausgeübt würde. Auch dir katholische Elternschaft hat ihre Sympathie zum Ausdruck gebracht. Richt Kraftproben, son­dern Verständigung ist das Gebot wahr­haft staatsmännischer Weisheit." Der Redner schließt mit der Aufforderung an den Minister: Im Ramcn der schwer bedrängten evange­lischen Bevölkerung reiche ich Ihnen die Hand zum Friedensschluh. Geben Sie nach; rufen Sie den Schulrat Rischalke sofort ab, richten Sie für ihn auf andere Weise einen vorübergehenden Bezirk ein und geben Sie den evangelischen Schülern einen evangelischen Schulrat wie den lathvlischen Schulen einen katholischen."

Abg. Oelze (Dn.) begründet dir deutsch- Nationale Interpellation.

Kultusminister Dr. Becker:

Schulrat Rischalke ist int Jahre 1924 von meinem Herrn Amtsvorgänger mit der Ver­waltung des rein evangelischen Kreises Barten- st e i n (Ostpreußen) beauftragt worden, ohne daß Ne Deutsche Dollspartei damals irgendwelchen Einspruch erhoben hätte. (Hört, hört! links.) Als­bald nach seinem Eintritt setzte ein überaus hefti­ger Kampf der Kirche gegen ihn ein, und der evangelische Oberkirchenrat hat mehrfach um die Abberufung Rischalkes ersucht, obwohl von keiner Stelle irgendwelche Tatsachen aus der Amtsführung Rischalkes zu meiner Kenntnis gebracht worden sind, die ihn für den Schul- aufsichtsdienst ungeeignet erscheinen lassen. Trotz dieser Sachlage habe ich geglaubt, in besonderem Entgegenkommen gegen evangelische Belange dem Wünsch des evangelischen Oberkirchenrats ent­sprechen zu sollen und Rischalke aus einem rem evangelischen in einen gemischt evangeli­schen Kreis zu versetzen. In Dortmund Land sind von rund 8000 Schulkindern etwa 1740 in weltlichen Sammelklasfen. Ferner sind von den vier Schulräten des Landkreises Dortmund jetzt zwei Katholiken, ein Evangelischer, der als Vertreter der Vekermttnsschule anzusehen fein wird, und Rifchalke. Es ist somit jede Dichtmtg vertreten, und

Mit Rücksicht auf die gemischte konfessionelle Lage unserer Bevölkerung mutz alles geschehen, um die Schulaufsichtsbeamten aus der religiösen

Sphäre herauszuhallen.

Durch die Kreise des Westens geht der Gedanke, als ob die jetzige Regierung, vor allem der der­zeitige Kultusminister, eine im wesentlichen katho- lisierende Tendenz verfolge. (Sehr wahr, rechts.) Ich nenne mich mit Stolz Dr. der evangelischen Theologie. Ob der preußische Kultusminister aber evangelisch oder katholisch ist, das fonnrit ver­fassungsrechtlich gar nicht In Frage. Wie keiner mehret Vorgänger, so bin auch ich nicht in der Lage, zu verhandeln, solange der Streik andauert. Eine Versetzung Rischalkes, wie es gewünscht wird, kann nicht in Frage kommen. Der Friedensschluh kann nicht darin bestehen, daß ich die Gesetze ver­letze. Von der Eltern wird das Recht auf kon­fessionelle Schulaufsicht verlangt. Das ist jetzt unmöglich. Wirken Sie auf Ihre Parteifreunde im Reichstage ein, daß wir recht bald zur Vor­lage und zur Verabschiedung des Reichsschul- ge'etzes kommen, damit dieser unerquickliche Zu­stand aufhört, und wir wieder zu einem religiösen Leben in der Schule kommen.

Grzejinchi entschuldigt sich Der Preußische Innenminister zu den Haus­suchungen bei westdeutschen Industriellen.

Berlin, 4. Dez. (BDZ.) Der Snneit- minister Gtzesinski gab im Landtag fol­gende Erklä rung ab: Im .^rühzahr dteles Jahres haben bei einer Reihe von Wirtschasts- führern Durchs uchungen stattgcfunden.Man hat wiederholt der lleberzeugung Ausdruck ge­geben, ixlß die Durchsuchungen eine genügende Unterlage nicht hatten. Ich habz am 6. Ro° vember bereits beklagt, dah durch gewisse Maß- nahmen auch prominente Personen in Mitleidenschaft gezogen worden find. Ich habe mich inzwifchen beim Herrn Ober- reichz anwalt nach dem Stande der An- gelegenbeit erkundigt. Der Herr Oberreichs. anttKÜt hat mir mitgeteilt, daß er auf Grund her bei den Durchsuchungen am 11. und 12. Mai 1926 gefundenen Beweisstücke ein Ermittlungs­verfahren lediglich gegen den Iustiz- tai Clah eingeleitet habe. (Hört, hört! bei den Kommunisten.) Rach der zur damaligen Zeit j gegebenen Sachlage ist den Behörden unb Per­

sonen, welche Durchsuchungen für notwendig hiel­ten. und den beteiligten Polizeibeamlen. die Durchsuchungen in weitem Umfange not genommen haben, wegen dieses Vergehens ein Vorwurf auch heute nicht zu machen. Cs ist besonders mfofern einwandfrei gehandelt worden, als die nach fristgemäßem Ermessen Dorcnwmmenen Durchsuchungen ohne Ansehen der Person durch- gelührt wurden. Auf der anderen Seite sehe ich nicht ein, den Männern, die keinerlei staatsgefährliche Pläne verfolgt ha­ben, mein Bedauern ausdrücklich auszu sprechen, (Gelächter bei den Kommu­nisten) dah sie durch politische Maßnahmen, die durch die öffentliche Ruhe, Sicherheit unb Ordnung als notwendig veranlaßt worden waren, in Mitleidenschaft gezogen worden find.

Austritt Theodor Wölfls aus der Demokratischen Partei?

Berlin, 6. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die die Blätter melden, ist Theodor Wolff, der Chef- rebatteur des Berliner Tageblatts, aus der Demokratischen Partei wegen ihres Derhaltens in Sachen des Gesetzes gegenSchmutzundSchund ausgetreten. Laut Montagspost" betonte Theodor Wolff, daß dieser Schritt weder an seiner demokratischen Grundauf- assung noch an der Richtung des Berliner Tageblatts etwas ändere.

Kunst und Wissenschaft.

Der Maler Monet gestortz^u.

Paris, 6. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der be­kannte französische Maler Monel ist gestern im Alter von 86 Jahren gestorben.

Claude Monet wurde am 14. November 1840 in Paris geboren, wuchs aber in Le Havre auf, wo er seinen Lehrer Doudin kennenlernte. Bereit» als Sechzehnjähriger stellte er seine ersten Bilder aus. Bei einer späteren Ausstellung (zusammen mit Renoir und Sisley) wurde Eouroet auf ihn auf. merksam; andere Bilder wurden abgelehnt, es hat ihm aber weniger geschadet, als genützt, da sich alsbald auch Zola für ihn, wie zuvor für Manet, einsetzte. Auf einer England reise empfing er nachhaltige Eindrücke von Turner; nach der Rückkehr schloß er sich mit Pissaro, Renoir, Manet, Degas u. a. zu einer bl­onderenGruppe" zusammen, bie alsbald (nach Monets BildImpression") als Impresfionisten be­zeichnet wurden, die sich anfänglichen Widerständen zum Trotz auch durchsetzten; Monet darf nicht nur um dieses Bildes willen, dos den Namen her- gab- als einer der Väter des Impressionismus bezeichnet werden. In feiner Malerei bevorzugte Monet die Landschaft, von der er, vor allem durch eine in feiner Sehweife gewandelte Auffassung unb j differenzierte Wiedergabe des Atmosphärischen, ein völlig neues künstlerisches Bild vermittelte. Es würde hier zu weit führen, den umfassenden Ein- 1 jlüfsen Monets unb feines Streifes auch nur andeu- tungsweife nachzugehen.

Das labafforfdjungsinftihif in Karlsruhe.

Unter bem Vorsitz bes Staatssekretärs Hoff- I mgnn vom Reichsemährungsministerium hat bie | erste Sitzung des Kuratoriums des Tabaks or- s ch u n g s i n st i t u t s für dos Deutsche Reich statt- gefunden. Zugegen waren auch Vertreter der Re- i gierungen von Preußen. Bayern und Sa- Öen. Die vom Reichsemährungsministerium vorge I legten Satzungen wurden angenommen und zwei I Bauentwürfe zur engeren Wahl bestimmt. Die f Badische Landwirtschastskammer stellt den Bauplatz ] und das notwendige Versuchsgelände zur Verfügung, , während die Baukosten und die Einrichtung aus Reichsmitteln und durch namhafte Zuschüsse der badi- schen Regierung ausgebracht werden. Mit dem Bau soll im Frühjahr 1927 begonnen werden.

Aus aller Welt.

Schneefälle in Süddeutfchland.

Sie Schneefälle im Schwarzwald haben bis Sonntag früh angehalten. Die Schneehöhe beträgt jetzt über einen halben Meter. Auch in der Rheinebene hat es In der Rächt | zum Sonntag geschneit. Desgleichen werden von | Den Vogesen starke Schneefälle gemeldet. In > Garmisch-Partenkirchen hat der Schneefall, der ] in der Rächt zum Sonntag einsetzte, den ganzen | Tag über in verstärktem Maße angehalten. Im Tal liegt der Schnee einen halben Meter hoch.

Raubüberfall.

Samstag nachmittag wurde die in ihrem Land» Haus in der Kolonie Seefeld bei Berlin allein woh­nende Frau M a u r i f d) a t mit schweren Derlei, zungen ausgefunden. Verdächtig ist ein Mann, der am Ireitagvormittag bei der Frau erschien und an­gab, Abonnenten für einen Familienkalender zu ] werben. Der Täter ist wahrscheinlich ein Russe. Er 11 hat Frau Marischat mit einer Flasche mehrmals | über den Kopf geschlagen und ihr schwere Verletzun­gen beigebrach!. Dann durchwühlte er bie ganze Wohnung und stahl aus einer Kommobe einen Zehnmarkschein.

Ein Branbffifler verhaftet.

In Iungferndorf In der Tschechoslowakei würbe ein 37 Jahre alter Arbeitsloser auS Domsdorf verhaftet, als er einen von ihm selbst gelegten Brand wieder löschen wollte. Er hat eingestanden, seit 1923 überall in Deutsch- V land und der Tschechoslowakei, wo er , betteüid umherzog, Scheuern und Schober L in Brand «jeftedt zu haben. Im ganzen | werden ihm nicht weniger als zwölf bis fünf- I zehn Brandstiftungen zur Last gelegt.

Lharley Chaplin als Ehemann.

Wie aus Los Angeles gemeldet wird, will | sich bie junge Gattin Eharley Chaplins mit der | Begründung scheiden lassen, daß chr Gatte ] sich ihr gegenüber brutal benehme. Einzelheiten I sind noch nicht bekannt mit Ausnahme eines I ; Falles, wo Chaplin gute Freunde feiner Frau, die bei ihr zu Gaste waren, schwer beleidigt haben folL Chaplin seihst erklärt dazu, er habe sich dagegen gewehrt, sein HauS zum Schauplatz eines Zechgelages zu machen. Die junge Frau des berühmten Filmfchauspielers will in der Scheidungsllage eine Abfindungssumme! : von zwei Millionen Dollar und außer- I bem verlangen, daß sie die beiden Kinder^ aus ihrer Ehe mit Chaplin zugesprochen erhält. I

$£-ttcrvoraussage.

Vorübergehend etwas milder und vereinzelt I leichte Riederichlage, im ganzen wenig Aende- $ rung des meist wolkigen durchweg trockenen Wet- , ters bei leichtem Rachtfrost.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 22, Minimum minus 2,8 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: minuS 0,6 Grad CelsiuS.

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M sich l breitet, hört i Flur Rapfen. W, Mansche beruhigend nach chen hat leine A ng anüo^t, \t ..Herein", recht qehl dem eintu !«n, staunenden Hänschen," bt km Är.äblein ohne Zögern | immer brav g> chen steht erst aber hebt er der AMM i es tragen, unb Heu is ein lie DLIaus,abei 4rem nun doch N ju Hilfe, Mwbevegung aikolmis dein ( <ten ein:

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Dill jei ..6o, sagt von dir, da b: M hier zu st Hen. ..hast du Heu Iepsel Dilina!

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bis ;