Die Schulhausbaufrage in Gießen
schnittszahl von 38
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Statistik:
Nachdruck verboten.
11. Fortsetzung.
so ungelöste Reste einer
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den Bahnsteig und hielt er war alles in einer Eine Abonnementskarte.
stolzen Ueberzeugung.
Langsam ging sie über den» Stationsvorstand —
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wird eine Senkung
der die
an-
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2.
Klasse 18 Mk.. Kiefern 3. Klasse 21,60 Mk.. Klasse 20,10 Mk., 5. Klasse 14,15 Mk.; Fichten Klasse 28 Mk., 3. Klasse 19,10 Mk., 4. Klasse
Rose".
Als sie vor das Gebäude kam, war da kein Wagen, statt dessen stand Herr von Brockdorf und sah in die Ferne nach Gottesgabe hinüber, von wo auch nicht die kleinste Staubwolke ein Fuhrwerk ort' kündigte.
Als Rose schlank und behende an ihm vorüber-
smd.
Die Fortbildungsschulpflicht besteht vom 14. bis 17. Lebensjahr. Die 1915'18 eingetretene starke Senkung der Geburtenziffer bewirkt demnach 1929/32 ein Absinken der Schülerzahl, zumal Jahrgänge normaler Stärke jährlich ausscheiden. Dagegen bringen die Jahre 1934'36 Zugänge von anormaler Stärke, während umgekehrt in den Jahren 1932'35 anormal schwache Jahrgänge abgeben. Im einzelnen wird auf die vorstehende Zusammenstellung verwiesen, aus der das Nähere ersehen werden kann.
Der Bau eines Volks- und Fortbildungsschulgebäudes erscheint mit Rückl^ ' auf den derzeit bereits vorhandenen und künftig steigenden Raumbedarf geboten.
zweifelte Lage gebracht habe. Es fei Pjlicht d Staates, baß er der Kirche zu Hilfe eile und seine jur!"'tche und moralische Verpflichtung erfüllt.
Abg. Jensen (Offenbach) ist der Meinung, daß die Kosten für den Pfarrdienst nicht ermäßigt werden könnten. Die Ausgaben im Etat seien nicht zu ermäßigen, und eine Erhöhung der Kirchensteuer sei unmöglich. Der Staat müsse unbedingt den Beitrag erhöhen, dazu sei er rechtlich und moralisch verpflichtet.
Präsident D. Dr. Freiherr Heyl zu Herrnsheim schloß sodann die allgemeine Aussprache und schlug vor, daß vor Beginn der Spezialberatung nochmals die Ausschüsse tagen, um die Derhand- lungen abzukürzen. Die Versammlung war mit diesem Vorschlag einverstanden.^ Die Beratungen wurden hierauf abgebrochen. Nächste Sitzung Donnerstag.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
Großen-Linden. 5. Mai. Dieser Tage hier eine Jnteressenten-Dersammlung zwecks
getreten. Die Auseinandersetzung in Hessen zwischen Staat und Kirche ist nicht so schwer. Aus- gerechnet der hessische Staat, der der Landes- nrchc so viel zu verdanken hat. behandelt sie so schlecht; er wird sie aber in Zukunft noch brauchen (Beifall). Der Redner erhob dann unter Zustimmung der Anwesenden einen feierlichen Protest gegen das Verhalten des Staates und führte weiter aus: Zum Pessimismus liegt für die Kirche im allgemeinen keine Veranlassung vor; wenn die christliche Ethik wieder unser Volk beeinflußt, so werden wir nicht untergehen.' Bedeutsam« Erfolge für die Kirche sind die Bewegung für den Zu- sammenschluh der Landeskirchen, das Weltkonzrl in Stockholm und die Freundschaftstagung der Kirchen. Der Redner schloß seine Ansprache mit dem Wunsche, daß Gottes Segen auf dieser Ta- aung ruhen möge.
Rach einigen personellen Mitteilungen des Präsidenten wurde in die Tagesordnung ernge- treten. Vizepräsident Dr. Bernbeck gab einen Lieberblick über den Voranschlag der Landeskirche, über Einnahmen und Ausgaben. sowie über den Fehlbetrag und die An der Steuererhebung. 3m wesentlichen decken sich die Mitteilungen mit den Angaben der Vorlage der Kirchenregierung. in der u. a. ausgefuhrt
dem 31. März 1926 laufen die drei ersten von der Kirchenverfassung als Finanzperwde gedachten Rechnimgsjahre der Evangelischen Landeskirche in Hessen ab. Cs wären nunmehr für die drei weiteren Jahre die Einnahmen und Ausgaben zu bewilligen. Da die Wirtschaftsund Finanzlage der Landeskirche noch nicht geklärt ist. um mit Sicherheit über die Einnahmen und Ausgaben im voraus für drei Jahre befinden zu können, so ist der Antrag bergefügt. es wolle der Landeskirchentag die Kirchenregie- rung ermächtigen, jeweils vor Beginn eines der nächsten Rechnungsjahre nach Anhörung des Finanzausschusses die Einnahmen und Ausgaben der Landeskirche einer Durchsicht zu unterziehen und über die Deckungsmittel zu beschließen. Während der Voranschlag für 1925 eine Ausgabe von 4 920 900 Mark Vorsicht, konnte in dem Voranschlag für 1926 bis 1928 die Ausgabe auf 4 671 791 Mark gesenkt werden, indem man für unvorhergesehene Ausgaben einen geringeren Betrag einstellte. Indessen schließt auch der neue Voranschlag mit einem Fehlbetrag von 1 249 400 Mark ab. für den eine Deckung zunächst noch nicht vorhanden ist. Es wird darum beantragt, der Landeskirchentag wolle:
1. den Voranschlag in Ausgabe und Einnahme venehmigsn;
2. beschließen, den Fehlbetrag von 1249 400 QHarf zu decken, durch
a) Ausschlag von 300 000 Mark auf die Kir- ckiengemeinden des Landes;
b) Aufnahme eines Darlehens beim Staat in Höhe des Restes;
Mit dem Jahr 1932
Schülerzahl eintreten. Vom Jahre 1923 ab ist Geburtenzahl wieder als normal und konstant zusehen. Sie beträgt im Jahre etwa 550. Die Zahl der in den Jahren 1927 bis 1930 zu erwartenden Abgänge an Schülern, die acht Jahre die Volksschule besucht haben, ist genau ermittelt. Dagegen ist die Zahl der im 4. Grundschuljahr aus der Volksschule in die höheren Schulen übertretenden Schüler auf Grund der Erfahrungen in den letzten Jahren mit 44 Prozent des Jahrganges anzunehmen.
Es wird jedoch kaum erwartet werden dürfen, daß der hessische Staat einen dieser Vermehrung der Schülerzahl entsprechenden Mehrbedarf an Lehrkräften genehmigen wird; wahrscheinlich wird er entsprechend dem Vorgehen in ben letzten Monaten verlangen, daß ein erhöhter Klassendurchschnitt zugrunde gelegt wird. Nimmt man diesen auf 42 Schüler bzw. 45 Schüler an, so ergibt sich folgendes
durchschnittliche Stärke von 24. Nach Ausscheidung der Sonderklassen ergibt sich für die Normalklassen eine Durchschnittsstärke von 41. Es ist jedoch richtio die Gejamtdurchschnittszahl von 38 der Berechnung zugrunde zu legen, da die Sonderklassen in ähn lichem Umfang wie die Norrnalklasjen eine Er- Höhung der Schülerzahl werden tragen können.
Bei Beibehaltung der jetzigen Gesamtdurch- Schülern werden künftig er-
war doch gerade soviel eingebildet, daß man sich sagte: „Darum bin ich doch ebensoviel wert und am Ende noch viel mehr. Es kommt nicht auf den Platz an, sondern aus den, der ihn einnimmi. — Trotzdem! — Das waren s „ '"
In der Stabtoerorbneten-Sitzung vom vorigen Freitag richtete Stadtv. Fischer die nachstehende
Anfrage an die Stadtverwaltung:
1. Welches ist der Raumbedarf der Volks - und Fortbildungsschulen in den Jahren 1927 bis 1930?
2. Wieviel Räume stehen in diesen Jahren für Klassen der Volks- und Fortbildungsschulen Daraus- ichtlich zur Verfügung?
3. Ist die Stadtverwaltung bereit, ein ausreichendes, für längere Zeit berechnetes Sauprogramm für d i e Bedürfnisse der Volks- und Fortbildungsschulen alsbald vorzu- legen und Vorlage über die Finanzierung zu machen?
Insbesondere: Ist die Stadtverwaltung bereit, Baukapita 1 zu diesem Zwecke auf dem Anleihe- roege zu beschaffen?
Die Antwort der Stadtverwaltung erfolgte in der Sitzung durch mündlichen Bescheid durch den Beigeordneten Dr. S e i b. Nunmehr liegt die Erklärung schriftlich wie folgt vor:
Im laufenden Schuljahr beläuft sich die Gesamtzahl der Schüler und Schülerinnen der Volksschule auf rund 2600. Es sind 68 Klassen eingerichtet, entsprechend der Zahl der von dem Landesbildungsamt bewilligten Klassenlehrer-Stellen. 58 Klassen befinden sich in den Schulgebäuden einschl. alte Aliceschule; 7 Klassen sind in dort befindlichen Baracken untergebracht. Für 3 Klassen mußten Räume außerhalb der Schulgrundstücke gemietet werden. (Konfirmandensaal Kirchstraße, israelitisches Gemeindehaus und Gymnasium.) Es kann damit gerechnet werden, daß im Herbst d. I. der Neubau an die Bezirksschule bezugsfertig wird, und daß bann 5 neue Räume zur Verfügung stehen.
Bei einer Gesamtschülerzahl von 2600 und 68 Klassen ergibt sich eine Durchschnittsklassenstärke von 38 Schülern. In den 68 Klassen sind 11 Sonderklassen (Hilssklassen, Förderklassen, Klassen mit erweiterten Lehrzielen) enthalten. Diese haben eine
Person — die Karte hin. _____
Er nickte, er wußte doch Bescheid mit „uns' Fräuln
____________ damit gerechnet, daß die Durchschnittsstärke der Normalklassen im gleichen Verhältnis wie die Gesamtburchschnitttstärke steigen wird. Die in einer derartigen Erhöhung der Durchschnittsstärke liegenden Bedenken können nur mit Rücksicht daraus zurückgestellt werden, daß es sich um eine vorübergehende Erscheinung handelt.
Für den Bedarf der Fortbildungsschule an Räumen lassen sich bestimmte Angaben nicht machen, da ein Ueberblick über den zu erwartenden Zu- und Abgang fehlt. Etwa ein Drittel sämtlicher Fortdildunosschüler hat seinen Wohnsitz außerhalb Gießens. Die Stärke des Zustroms schwankt in den einzelnen Jahren mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage sehr erheblich. Zur Zeit ist die gesamte Fortbildungsschule in 17 Sälen untergebracht, während etwa 20 Räume dringend erwünscht erscheinen. Die Fortbildungsschule als besondere Schulart ist erst nach dem Kriege geschaffen worden. Es fehlt daher naturgemäß ein besonderes Fortbildungs- schulveböude,. dessen Errichtung dringend notwendig ist. Die Gesamtzahl der Fortbildungsschüler beläuft sich auf rund 2100, die in 89 Klassen untergebracht
Das lachende Haus
Roman von Sophie K l o e r ß.
Neubelebung des im Jahre 1905 gegründeten Mitteldeutschen Geflügel- und Kaninchen- Züchterverbandes statt. Zum vorläufigen Vorsitzenden wurde Herr Sommeriad - Großen- Linden gewählt. Die Hauptversammlung soll am 30, Mai in Kinzenbach abgehalten"wei»den. Der Verband will durch Vorträge und Ausstellungen die Ge- slügel- und Kaninchenzucht fördern.
= Staufenberg, 5. Mai. Als eine rohe Tat muh man es bezeichnen, daß an der Kreisstraße von hier nach Daubringen an den Masten der Fernsprechleitung 25 Isolatoren durch Steinwürfe zertrümmert worden sind. Als Täter sind von der Gendarmerie einige junge Bürschchen aus dem benachbarten Daubringen ermittelt worden, die hoffentlich eine exemplarische Strafe als Belohnung erhalten werden.
t Gründer g, 5. Mai. Die letzte staatliche Nutz - und Brennholzversteigerung des Forstamts Grünberg für dieses Jahr fand in Saaseu.
genbe Aufgaben zurückstellen. Gebäude, die schon während des Krieges fckwer gelitten haben, könnten kaum noch pfleglich beyanbelt werden. Es fehle bann auch bas Gelb für bie Pflege innerkirchlichen Lebens, für Jugenbpslege, Pflege ber Armen und Kranken, sowie für anbere Aufgaben. Ais Vertreter einer Gemeinde fühle er sich verpflichtet, diesen Notschrei hinauszugeben an das Land. Auf mindestens 5 Jahre werde das kirchliche Leben gelähmt. Gegen den hessischen Staat müsse Anklage erhoben werden, weil er die Kirche in diese geradezu ver-
vor Beginn deS Rechnungsjahres 1927 und 19z8 nach Anhörung deS Finanzausschusses die Ein- nahmen und Ausgaben nachzuprüfen und über bi« Twtwendigen Deckungsmittel zu beschließen.
Abg. S1 rvh - Darmstadt erstattete als Vorsitzender des Finanzausschusses einen ausführlichen Bericht über die Vorlage und gab dazu eine Reihe von finanztechnischen Erläuterungen Der Redner machte u. a. auf verschiedene Sparmaßnahmen im Voranschlag aufmerksam. Eine Kürzung der Pfarrgehälter wäre von den schwerwiegendsten Folgen; sie könnte höchstens nur dann durchgefuhrt werden, wenn sie auch der Staat für seine Beamten beschließen sollte Es mühte das aber die ultimo ratio sein. Verhängnisvoll wäre eine solche Maßorahme u. a. auch für ben theologischen Rachwuchs. Rur kleinere Pfarrstellen könnten aufgehoben, andere Sparmaßnah- men jedoch nicht durch geführt werden. Der Redner begründete dann näher die oben mitgeteiltea Anträge. __ '
3n der Generaldebatte führte Abg. Dr. Avema rje-Darmstadt u. a. aus, daß man jetzt so viel vom Rechtsstaat spreche, aber der Staat müsse dann auch der Kirche gerecht werden und den Staatszuschuh zahlen. Der Staat habe für das Theater und alle möglichen andere Dinge Geld, jedrch der Kirche verweigere er ihr Recht. Es bleibe vielleicht nichts anderes übrig, als den Schuldner, den Staat, zu verklagen. Der Ausgang eines solchen Prozesses sei nach den Erfahrungen von Sachsen nicht zweifel
haft. Der Redner nahm verschiedentlich in zustimmendem Sinne Bezug auf die Anträge der Kirchenregierung.
Abg. L a m p a s - Friedberg verlangte bie Bereitstellung von größeren Mitteln für bie Evangelisation. Es sei gerabezu ungeheuerlich, baß bie. Lan- beskirche ihren Finanzdebarf von ben einzelnen Gemeinden aufbringen lassen müsse. Zu den Lasten der Kirchengemeinb.en aus früheren Jahren kämen nun noch neue Lasten, die geradezu untragbar wären. Die Kirchengemeinden müßten künftig brin-
22,10 Mk., 5a-Klasse 20,15 Mk., 5b-Klasse 16,15 Mk., Derbstangen je Festmeter: Fichte 1. Klasse 18,40 Mk.. Nutzknüppel: Eiche 2. Klasse 9,50 Mk.; Brenn Holz pro Raummeter Scheiter: Buche 11,35 Mk., Eiche 6.60 Mk., Fichte 5,50 Mk., Knüppel: Buche 8 35 Mk., Eiche 4,80 Mk., Fichte 4,80 Mk., Kiefern 4 Mk.; Reisig: Buche 2,15 Mk., Eiche 1 Mk.; Stöcke: Buche 4,80 Mk., Eiche 3,90 Mk., Fichte 1,50 Mk. — In anerkennenswerter Weise haben sich einige Freunde des auf einer Forschungsreise in Brasilien verunglückten Professors Theo Koch, eines geborenen Grünbergers, zusammengetan, um die Errichtung eines Denkmals für den hochverdienten Mann in die Wege zu leiten. Für die Aufstellung eines Gedenksteines hat man ein idyllisch gelegenes Plätzchen in der Nähe der Schießstände, unweit ber Alsfelber Straße, in Aussicht genommen. .Es soll ein Ausschuß gebilbet werben, der bie Angelegenheit mit einem Aufruf an bie Bürgerschaft in bie Wege leiten soll. Bekanntlich hat unsere Stadt zu Ehren ihres großen Sohnes eine Straße bereits Theo Koch-Straße benannt. — Nach jahrelangen Bemühungen ist jetzt die Beseitigung der alten Scheunen in der Bahnhof st raße in Gang gekommen. Die Stadt hat mit ben Besitzern zweier Scheunen ein bahinziekenbes Abkommen getroffen. Es bleiben nun nur noch zwei biefer alten Gebäude übrig, bie hoffentlich auch halb einem schöneren Bauwerk Platz machen werben. — Seitdem, der Warthof in den Besitz der Landwirtschaftskammer übergeganaen ist, zeigt er ein sehr vorteilhaftes Aussehen. Die im normen Frühjahr einge- fäte Weideanlage weist einen vorzüglichen Graswuchs auf. Die Weide ist vollständig eingc- friebigt, am 10. Mai soll bas Weidevieh aufg^ trieben werben. Eine weitere Weibefkäche von über 60 Morgen ist jetzt bereits für nächstes Jahr ein- gesät worben. Die früher sehr baufälliae Feldscheune ist völlig neu hergestellt unb kann als Weibesta11 oerwanbt werben. Die Obst bäume zeigen nach einer sehr guten Blüte reichen Fruchtansatz unb versprechen eine schöne Ernte. Dir Z u f a h r t st r a ß e n zum Hose unb zu den
gehen wollte, zog er ben Hut. „Sehen gnäbiges Fräulein einen Wagen? Ich bin leiber etwas kurz- s ch„^iuch nicht ben Schatten eines Wagens, Herr von Brockborf. Werben Sie ermattet?"
„Allerdings. Aber der Herr Verwalter belieben wahrscheinlich sogqr bie Herrschaftsgäule auf bem Selbe ju beschäftigen. — Gestatten gnäbiges Fräulein, baß ich mich anschließe?" Ohne eine Antwort abzuwarten, trat er an ihre Seite. „Ich habe Sie nicht im Zuge gesehen."
,Zch fuhr britter." Wie sie das sagte, trat der schmale Fuß ein bißchen fester auf.
„Das einxic Wahre bei dieser Wärme. Ich hätte es auch tun sollen."
„Ach nein," sagte bie kleine ehrliche Rose. „Der Wärme wegen nicht. Aber ich fahre jebe Woche zweimal zur Stabt uno nehme Zeichenunterricht. Und da ist es doch ein Unterschied für meine Mutter."
Brockdorf neigte sich verbindlich. Allerliebst, die Kleine in ihrer fadengeraden Ehrlichkeit, aber doch so ein ganz wenig spießbürgerlich. Man kann, ohne zu lügen, doch über solche Bekenntnisse mit Schweigen hingehen. Als wenn er das nicht selber wußte, was die in die dritte Klasse bannte.
„Ich hätte mich gefreut des Wagens wegen, um Ihnen einen Platz anbieten zu können. Aber unsereiner denkt, und Herr Heider Stessen lenkt."
Etwas in seinem Ton ließ Rose fragen: „Sie stehen sich nicht mit Ihrem Vetter?"
„Mit? — Er war niemals mein Vetter. — Stehen? — Abstoßende Pole, Fräulein Bunsen. Zum Beispiel, Herr Steffen, dessen Fähigkeiten ich durchaus nicht unterschätze, ist mit Leib unb Seele Landmann. Ausgezeichnet für das Land, daß es solche Leute gibt. Mir — ich kann es nicht ändern — verbindet sich der Begriff .Landmann' immer mit Viehställen, mit Dunghaufen und — ja — mit aller- lei ähnlichen nützlichen und höchst unsympathischen Dingen."
„Aber Sie haben doch selber ein Gut."
„Wenn Sie gestatten — sogar zwei. Aber sie sind seit langen Jahren verpachtet, und man sagt mir, mein Pächter zöge sich einen warmen Rock dabei an. — Nun, diese Leute müssen auch leben. Ich bin ihm dankbar, daß er mich ber Sorge um Vieh unb Düngung überhebt."
„unb Sie langweilen sich nie?"
1927
1928
1929
1930
Es wirb babei
Als Rose gegen Abenb auf ben Hamburger Hauptbahnhof kam, um heimzusahren, sah sie Aribert von Brockborf ben Bahnsteig entlanggehen unb in ein Abteil zweiter Klasse steigen.
Das war schon bas brüte Mal in kurzer Zeit, bah sie zusammen und doch getrennt heimwärts fuhren.
Sie war ihm auch zweimal begegnet, wenn sie die Post abholte, die sonst oft lange auf der Station lag. Einmal hatte er sie eine kurze Strecke begleitet und gefragt, wie es den Apfelbäumen ginge, unb ob die Rosen jetzt ebenso reich blühten unb ihrer Namensschwester Ehre machten.
Sein Ton hatte etwas freundlich Herablassendes gehabt, so wie ein Erwachsener zu einem Kinde spricht, das ihm gut gefällt, das er aber nicht ganz für voll ansieht. Uno Rose hatte bas sehr scharf empfunden, denn sie war eine kleine, nachdenkliche Person, und ihr Gefühl war schnell und tief.
Am kleinen Bahnhof stieg sie zögernd aus dem Zug. Sein Abteil war weiter vorne, unb sie wünschte, er möchte auf bem Wagen unb fort- gefahren sein, ehe sie aus ber Sperre trat. Es war solch komisches Gefühl, wenn er ba vom Wagen herab grüßte und sie bescheidentlich zu Fuß weiter trippelte.
Gott, man war doch nicht eingebildet. Oder man
Fräulein? — Ich bin bem Verwalter sehr verbun- ben, baß er mir ben Wagen nicht geschickt hat. - Auf Wiebersehen." — Es führte lanbein ein Fußsteig gerabe am Kanal hin nach Gottesgabe, ben schlug er ein.
Rose schritt leichtfüßig weiter.
Mutter Mau hatte trotz ihrer achtzig Jahre unt ihrer müben Hänbe unb Füße noch ausnchmenk gute Augen. Auch bie Gebauten liefen noch ganj munter, spannen unb woben bas Einerlei ihre; Tages in allerlei Muster unb trafen mit ihm Schlüssen meist mitten ins Schwarze.
Ihre Augen spähten bem Mäbchen entgegen.
„Guten Abend, Mutter Mau."
„'n Abenb, ’n Abenb. Na ja, na ja." Unb ein Kopfschütteln.
„Was ist benn?"
„Was is? All is so, als bas is. Aber bie alter Brummers um bie Rosen — nee, nee, — bie soll! Fräulein Rose man jagen. Is nichts mit los."
„Ja, ja, werb' ich schon tun." Alte Leute reden oft wnnberlich. Wer hört barauf? — Aber abenb* im Bett, als ber Tag noch einmal vorüberglstt. tarnen bie Worte wieder. Sollte bas auf sie gehen unb Brockborf? Das wäre boch zum mindesten eint Dreistigkeit--
„Hör' mal, Ille--"
„Was benn?"
„Ach, nichts." — Nein, lieber nicht davon on fangen. Ille und Thora — sie waren doch wohl »M die geeigneten Richter über solche Dinge. Wie s« lachen würden! — Und sie konnte heut solch Lachen nicht vertragen. — Gerade heute nicht. — So t" hielt sie den kleinen Gang in dieser Begleitung lu' sich. — Das erstemal, daß sie etwas nicht ben S40’1 ftem erzählte.
Iven Lornsen strömten bie Stoffe zu in eine! Fülle wie die Rosen, bie in ganzen Sträußen ot Jlles Stöcken hingen. — Solch ein gesegnete Sommer! Sonnentage ober Regentage — alle gesüllt bis zum Rande mit Kraft, mit Lachen, yerrlicher Arbeit
Die Doktorarbeit war vollendet. Ein Roman w gönnen — kleine Skizzen unb Lieber schwirrten I' reichlich um ihn her, er konnte nur ben kleinsten -!*'•- fangen unb nieberschreibeir.
(Fortsetzung folgt.)
„Wer bas Leben kennt unb versteht, finbet immer genug Freuben In ihm. Ich reife viel. Im..nächsten Jahre geht es nach Brasilien, bort war ich noch nicht. Unsere neuen Dampfer finb roieber so gut gebaut unb ausgestattet, baß es eine Lust ist, mit ihnen hinauszufayren. Waren Sie schon über See?"
„Ich? Ach, wie sollte ich!" Er klang brennenbe Sehnsucht aus bem Seufzer, ber Roses Worte begleitete.
Da begann ber Mann zu erzählen von Mexiko, wo er im vergangenen Jahr gewesen, von ben frembartigen Stäbttn und Menschen, von ben Kostbarkeiten, bie er sich mitgebracht, unb bann glitt er nach Jnbien hinüber, unb von Jnbien nach Nor- wegen, und überall schilderte er die großen Hotels, die Sammelpunkte der internationalen Globetrotter, schilderte bie Feste in Norwegens Fjorben, wo brei Dampfer mit Norblanbreisenben zu gleicher Zeit bie stillen Buchten zu schrnetternbem Leben erweckten, unb wenn es Rose auch war, als fehle in seinen Schilberungen ein Etwas, ein Letztes — sie war viel zu jung unb unerfahren, sich barüber Rechenschaft geben zu können. Vielleicht war es auch nur das, buchte sie, baß sie sich bas Reisen in fremden Ländern nicht so leicht, so bequem unb unterhalten!» vorgestellt hatte
„Sie finb beneidenswert, Herr von Brockdorf."
Es kam keine Antwort. Sie wandte ihm den Blick zu und sah seine Augen an ihren Aigen hängen. „Ach nein, Sie sind beneidenswert, Fräulein Bunsen. Sie haben noch die Augen, die in Licht sahen. Wenn Sie. die schöne Fremde sehen würden — es müßte ganz anders für Sie sein als für einen Menschen, der schon so viel Bitteres--*
Da brach er ab.
Er ist ja geschieden, dachte Rose und wurde ganz weich vor Mitleid. Was mag er durchgemacht haben! Das geht ihm natürlich immer nach.
Sie traten aus bem Hölzchen, durch das die Straße geführt. Hundert Schritte vor ihnen lag die Kanalbrücke, dahinter schon der Katen des Hofes. Man sah auf der Bank vor seiner Tür jemand sitzen: Piepenstehls achtzigjährige Schwiegermutter sonnte sich noch ein bißchen, ehe sie mühsam in bas Feberbett kroch.
Trotz feiner Kurzsichtigkeit bemerkte Brockborf die Gestalt, unb am Kanal hielt er ben Schritt an. „Darf ich mich hier von Ihnen oerabschieben, gnäbiges
statt. Die Preise blieben gegen bie vorhergehenden Versteigerungen etwas zurück. Es wurden bezahlt für Stammholz pro Festmeter: Eiche 3. Klasse Mk., 4. Klasse 38 Mk., 5. Kl. 27 Mk., 6. Klasse Mk.; Buche 3. Klasse 27 Mk.. 4. Klasse 20 Mk.,
forderlich:
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1928
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