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berührt werden. Die Parteien haben, vorbehaltlich der Zuständigkeit bereits bestehender Schiedsgerichte, die Wahl zwischen dem vorgenannten'Haager Gerichtshof und einem besonderen Schiedsgericht zwischen dem vorgenannten Haager Gerichtshof und einem besonderen Schiedsgericht zwischen je zwei der beteiligten Staaten. Das letztere ist zu empfehlen, da der Haager Gerichtshof überlastet würde, auch zu schwerfällig arbeitet. Diese Schiedsgerichte sind nach dem Verfahren zu bilden, das für das Schiedsgerichtswesen im Hager Abkommen 1907 vorgesehen war. Es sind ferner Ständig^ Verglcichs- tommissionen zwischen den beteiligten Staaten einzurichten, die vor Anrufung eines Schiedsgerichtes angegangen werden l ö n n e n . um die strittigen Fälle zu klären and einen Vergleich herbeizuführen. Alle anderen Streitfragen, d. h. solche, die keine Rechtsfrage enthalten, m ü s s e n . wenn sie nicht diplomatisch geregelt werden können, der Ständigen Vergleichskommission unterbreitet werden. Kommt hier keine Einigung zustande, so kann jeder Teil den Völkerbundsrat anrufen, der nach Art. 15 der Völ- kerbundssatzung entscheidet. Eine eigentliche Gerichtsbarkeit kömmt also nur für streitige Rechtsfragen zur Anwendung. Aber wo ist ein Streit, der nicht zugleich einen Streit um vermeintliches „Recht" in sich schließt'' Die Ständigen Vergleichskommi' sionen bestehen ja aus fünf Kommissaren (je einem nationalen oeider Staaten und drei neutralen), und dieselbe Beseszungsart wird auch für die erwähnten Locarno-Schiedsgerichte mangels anderweitigen Abkommens gelten, da sie auch für die Schiedsgerichtsbarkeit nach dem Haager Abkommen 1907 im Zweifel maßgebend war. Diese Art der Besetzung der Schlichtungs- und Gerichtsinstanzen erscheint als die geeignetste. Große Aufgaben stehen ihnen bevor. Möge die Praris dem theoretischen Zdeal entsprechen. __ ___
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
Wieseck, 4. San. Die seltene Feier der diamantenen Hochzeit der Eheleute St a r I Kling I. und Klara, geb. Dechert. brachte dem Jubelpaar eine Fülle von Beweisen der Liebe und Verehrung. Der Ortsgeistliche nahm in der Wohnung die kirchliche Weihehandlung vor nach einer Ansprache über Psalm 126,3: „Der Herr hat Großes an uns getan, des sind wir fröhlich!" Sm Rainen des Kirchenvorstandes übergab er mit dem gleichen Wandspruch ein sichtbares Zeichen der Wünsche der Kirchen- gemeinde. Sm Sabre 1 92 5 wurden hier getauft: 74 Kinder (1924: 53), konfirmiert: 61 (81). Getraut wurden 29 Paare (22) und kirchlich beerdigt 31 Gemeindeglieder (34). — Von dem Bethelfilm, dessen erster Teil am 2. Ao- vember letzten Sahres in unserer Kirche gezeigt wurde, wird der zweite Teil nächsten Samstag gegen Abend für Kinder und abends für Gr-- ivachsene ebenda vorgeführt werden. Die Filme des zweiten Teils zeigen u. a. das Liebeswerk der Schwestern t>ün Sarepta, Bethels Mitarbeit am Wiederaufbau unseres Volkes und Hoffnungs-- tal, eine Zuflucht für Hoffnungslose.
> Oberhörgern, 5. San. Auch unsere Gegend wurde von der Üeberschwemmung nicht verschont. Die sonst so friedliche Wetter hat sich auf der Talstrecke von Münzen berg bis Garn buch in einen großen See verwandelt. Das Wiesengelände zu beiden Seiten des Flüßchens ist vollständig überschwemmt. Sn den Jetten Tagen macht sich nun ein allmählicher Rückgang des Wassers bemerkbar. Besonders gefährdet sind bei der Tleberschwemmung immer die hier an den flachen Ufern gelegenen Mühlen. Auch diesmal war das Wasser bis weit in die Höfe eingedrungen; bei einer der hiesigen Mühlen hatte es sich sogar bis in das Mühlwerk (Eingang verschafft, so daß das Mahlen vorübergehend eingestellt werden mußte. Auch die übrigen Mühlen können, da die Mühlräder unter Wasser stehen, nur mit Hilfe der Elektrizität ihren Betrieb weiterführen. Die Gam- bacher Mühle war völlig vom Verkehr abgeschnit- ten. Der Besitzer muß heute noch, wenn er das Dors erreichen will, eine weite Strecke durch Wasser fahren. Glücklicherweise hat die Bahnstrecke Butzbach—Lich durch das Wasser keinen Schaden erlitten.
X Langd, 5. San. -Untere im Fahre 1910 erbaute Wasserleitung ist anscheinend von vornherein nicht fachmännisch ausgeführt worden, denn schon seit Sahren hat man sich mit der Tatsache abgefunden, daß die Leitung nach einem
Regenfall eine eher einer Lehmemulsion als einem Trinlwasser ähnelnde Flüssigkeit liefert. Die Ursache dieses älebelstandes ist bis jetzt leider noch nicht ergründet und ihn: trotz mehrmals vorgenommener Reparaturen nicht abgcholfen worden. So ift es wohl verständlich, daß das Leitungswasser nach dem andauernden Regen in letzter Zeit nahezu ungenießbar war und die Bevölkerung (ich schon vom hygienischen Standpunkte aus nach baldigster Abhilfe sehnt.
Arcis
..£ Bad-Nauhei m, 4. Jan. An der Ijentigcn c r st e n Sitzung des neuen Stadtver- o r d n e k e n t o l l e g i u in s nahmen außer dem Bürgermeister und den drei Beigeordneten sämtliche' 21 Stadtverordneten teil. Bürgermeister Dr. Kayser eröffnete die Versaminlung, an der auch Zuhörer in größerer Zahl teilnahmen, mit Worten herzlicher Begrüßung. Er führte unter anderem aus, daß wir in einer Zeit der Widersprüche lebten. Im Hinblick auf die große Bedeutung der Stadtoerordnetenwahl für Stadt und Geineinde sei schon die geringe Wahlbeteiligung, die nur 63 Prozent betragen habe, ein Widerspruch gewesen. Ein Widerspruch sei es auch, wenn man den A bbau der Verwaltung fordere, im selben Atemzuge aber höhere Letstungeen von der Stadtverwaltung verlange. Redner hält es für notwendig, gerade auf den letztgenannten Widerspruch besonders hinzuweisen, weil er aller Voraussicht nach des öfteren das neue Parlament beschäftigen werde. Als wichtige Leitsätze empfiehlt der Redner den Stadtverordneten, einmal die finanzielle Lage und L e i st u n g s f ä h i g k e i t der Stadt stets zu berücksichtigen, da-.n wie in jedem Privatbetriebe auch für den städtischen Haushalt die größtmögliche Sparsamkeit anzustreben. Oberster Leitstern -oder Tätigkeit eines Stadtverordneten müsse das Wohl der Stadt sein und bleiben, das durch etwaiges Gebundenfein an die Wähler niemals beeinträchtigt werden dürfe. Durch Handschlag wurden darauf die 10 neu in das Stadt- parlament eingetretenen Stadtverordneten durch den Bürgermeister verpflichtet. Sodann konnte in die eigentliche Tagesordnung eingetreten werden, die sich mit der Wahl der Ausschüsse und Deputationen beschäftigte. Berichterstatter war im Auftrage des seitherigen Finanzausschusses Stadto. Krauß. Die Besetzung des Finanzaus- a u s s ch u s s e s , des Bauausschusses und des Güterausschusses ging einigermaßen reibungslos uonftatten, da man sich bei der Verteilung der Sitze unter Berücksichtigung des ÄtärkeoerhältnissLS der Parteien nach dem Grundsatz der Loyalität zu einigen verstand. Die Besetzung der Verwaltungsräte und die Wahlen zu den verschiedensten Koni- missionen führten aber zum Teil zu stürmischen Auseinandersetzungen, vor allem die Wahl zum Wohlfahrtsamt und zum Schulvorstand. Nachdem bei der Besetzung des letzteren dis Wünsche der Linken durch die Mitte und Rechte überstimmt worden waren, lehnte sie die ihr weiter zugedachten Vertretungen in den noch zu verteilenden Aemtern restlos ab.
* Rendel, 5. San Der Turnverein Rendel hielt am Samstag eine Abend» Unterhaltung ab unter Mitwirkung der Turnerin nenabteilung des Turnvereins Wieseck (Lahn-DünSberg-Gau). Schon lange vor Beginn war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein flott gespielter Marsch eröffnete das Programm. Hierauf sprach der Vorsitzende Fr. Bingmer herzliche De- grüßungsworle. Alsdann begann die Turne- rinnenabteilung Wieseck, nachdem eine der Samen einen kernigen Prolog gesprochen, mit ihren Vorführungen. Unter der bewahrten Leitung des Herrn Euler (Wieseck) wurden Reigen. Tanze, Stabübungen, Freiübungen, Haltungsübungen und vieles andere gezeigt: auch um Darren und Pferd zeigte die Riege ihr Können unter der Leitung ihres Vorturners Bernhardt (Wieseck). Sämtliche Hebungen offenbarten große Hingabe und Liebe zur Tur-> necei und wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Der Gelangverein „Männerchor" brachte unter der Leitung seines Dirigenten Gg. S t e i n m e tz - Klein-Karben einige wohlgelungene Chöre zu Gehör, die reichen Beifall fanden. Turner Gg. Bayer trug ein schön gesprochenes Melodram vor. Turner Wilh. Clarius und Turner Soh. Adam fangen Lieder für Bariton. Alle Vortrage ernteten reichen Beifall. Auch die Turn er des Vereins wurden für ihre guten Leistungen am
Darren sowie für die sehr gut ausgesührten i Pyramiden durch reichen (Beifall belohnt. Richt zuletzt sei der vorzüglich zusammengesetzten Musiikapelle gedacht, die durch ihre schönen Vorträge alle Zuhörer erfreute. Am Schluß des Programms dankte Turnfreund Daher allen Mir- wirkenden für ihre Mühe, ganz besonders aber den W ie | c d e r (3 ä ft en. die durch ihre Mitwirkung dem Abend ein echt turnerisches Gepräge gaben. Zur Erinnerung an den schönen Abend erhielt jede der Turnerinnen sowie auch deren Leiter ein kleines Andenken. Herr Euler dankte im Ramen der Gaste. Ein Tanzvergnügen bildete den Abschluß der Veranstaltung.
Vilbel, 5. San. iWSR.) Das Reichspost- Ministerium hat die geplante Einrichtung von Kraftpostwagen von Offenbach nach Vilbel bzw. von Vilbel nach Homburg vor der Höhe wegen fehlender Mittel ab- gelehnt.
Kreis Büdingen.
y. Bad-Salzhausen, 5. San. Gestern sand hier die Z w a n g s v e r st e i g e r u n g des G a st- haus es ,Lur Jägers ruh" statt, dessen Besitzer in Konkurs geraten war. Obgleich das Haus erst vor zwei Jahren erbaut worden ist, wurden nur 15 000 Mark als Höchstgebot erzielt, etwa nur zwei Drittel der Taxation.' Ein weiteres Zeichen des großen Geldmangels war die Erklärung der meisten Interessenten, daß Barzahlung nicht erfolgen könne. Die Genehmigung der Versteigerung wurde nicht erteilt, vielmehr soll Mitte Februar das Haus noch einmal versteigert werden, wenn sich nicht inzwischen ein freihändiger Verkauf ermöglichen läßt.
th. Leidhecken, 5. San. Dieser Tage waren es fünfundzwanzig Jahre, daß der hiesige Polizeidiener Adam Bischoff seinen Dienst versieht. Aus diesem Anlässe wurde ihm von der Gemeinde ein Ehrengeschent in Gestalt einer silbernen Standuhr überreicht und vom Musikverein, zu dessen Vorstand er gehört, ein Ständchen gebracht. Der Vater und seres jetzigen Polizeidieners versah dieses Amt ebenfalls etwa 30 Safjre.
Kreis Schotten.
lg. Gedern, 4. Jan. Mit dem heutigen Tage trat der seitherige Gemeindesorstwart Karl Diehl, der mit der Uebertragung einer Försterstelle in Jügesheim (Kreis Offenbach a. M.) in den hessischen Staatsdienst übernomemn wurde, seine dortige Stelle an. In Herrn Diehl verlier! die Gemeinde einen gewissenhaften und pflichtgetreuen Beamten, der sich allseits großer Beliebtheit erfreute. Die Feuerwehrkapelle, welcher er angehörte, und die ihn nur ungern scheiden sieht, brachte ihm Sonntagabend ein Ständchen. Der Leiter der Kapelle, Karl ©trupp, widmete dem Scheidenden nun Abschiede herzliche Worte.
Eichelsdors. 5. San. Die Firma S. Himmelsbach sah sich infolge der feit einiger Zeit in der Holzindustrie bestehenden Absatztrisis genötigt, den Betrieb der hiesigen Z w e i g n i e & er lassung für 14 Tage st i l lzu l e ge n. Auch das Werk in Ridda führte bereits seit Wochen verkürzte Arbeitszeit ein. — Die erste Drennholzversteige- r u n g in der hiesigen Oberförster ei wird am nächsten Samstag in der Försterei Langd abg<> halten. Man ist im allgemeinen der Ansicht, daß die Holzpreise unter denen des Vorjahres liegen toer&en, da die herrschende Geldnot den Steigerern Mäßigung auf erlegen dürfte. Da die K>rstverwaltung den größten Teil der gefällten Buchenstämme wegen günstigerer Verwertung als Rutzholz abzusetzen gedenkt, werden Duchen- scheiter nur in kleinen Mengen zur Versteigerung gelangen. Auch das Losholz soll in diesem Jahr nicht mehr die übliche Zusammensetzung haben, sondern in der Hauptsache aus Eiche und anderem Holz von minderer Heizkraft bestehen. Das wird zur Folge haben, daß sich auch die Bewohner der waldreichen Gegenden immer mehr auf Kohlenfeuerung einstellen, was geeignet ist. den Kohlenbedarf zu Reigern.
•8= Herchenhain, 5. San. Die letzten Tage des alten Jahres haben auch uns, bem höchstgelegenen Dorfe in Hessen, zum Abschied noch einmal starken Sturm gebracht. Sn den Wäldern sind in starkem Maße Wind- f ä l l e zu verzeichnen. Auch in dem Dorfe richtete der Sturm durch Abdecken vieler Dächer großen Schaden an. Am empfindlichsten machte sich der fürchterliche Sturm am elektrischen Licht bemerkbar. Trotzdem unser Ortsnetz schon zwei
mal umgebaut worden ist. sind bei jeder stärkeren Luftbewegung unangenehme Störungen zu verzeichnen. Sn diesen Tagen warm sie so stark, daß während der F e i e r t a g e v i e l e H ä u s e r ohne Licht waren. Die Zuleitungsbrähte schlugen andauernd zusammen, so daß lange 5 e u c r g a r b c n entstanden. Ein eigenartiges Feuerwer!. bei dem man das Gruseln lernen konnte. Kurzschluß entstand trotzdem sehr feiten, da unsere ganze Leitung sie ist in den Snslätionsjahren erbaut anscheinend sehr schlecht geerdet ist. Aehnliche Feuerstrahlen zeigten sich auch an fast allen Panzersicherungen der Häuser. An einzelnen schossen Stichflammen heraus, die das Schlimmste befürchten liehen Es mußte mit dem Ausbruch von Feuer gerechnet werden, zumal auch an einzelnen Stellen der Leitungsrohre sich ähnliche Stichflammen zeigten. Sn Scheuern u. Dgl., wo brennbares Material wie Heu. Stroh usw. dicht an den Leitungen lagert, wäre es wohl auch zu einem Brande gekommen. Fun: Glück blieben wir vom Schlimmsten verschont. Llls der 'Sturm dann noch zwei Dachständer umgerissen hatte, wußte man sich nicht mehr anders zu Helsen, als dar» elektrische Licht vom Ämsorrnerhaus aus auszuschalten. Das ganze Dors war nun in Dunkel gehüllt.
Krers Alsfeld.
-er. Homberg a. b. Ohm, 5. San. Der Gemeinderat hat ein im Distrikt „Schweinestall" gelegenes Gelände an die Firma Oebr. Becker verpachtet, die dort einen Stein - bruch anzulegen gedenkt. — Sn den letzten Tagen haben sich die gewaltigen Wassermaiien der Ohm wieder verlaufen, nur in der Umgebung von Schweinsberg, einer ehemaligen Wasserburg, steht noch alles unter Wasser. Weil die Fisch.- in den trüben Fluten nichts sehen, halten sie sich vielfach in der Räh e d es 51 f erlauf. Deshalb benutzen Fischer diese Gelegenheit zum Fischen. Auf diese Weise gelang es einem Pächter, einen Hecht von 10 Pfund mittels eines Hamens zu fangen.
Hreis Lauterbach.
$ Crainfeld, 5. San. Gestern fand die Beerdigung des im 68. Lebensjahre verstorbenen R echners unserer Gemeindekaffe. Sebastian Fritz II., statt. Der Entschlafene, der nach der Aufgabe seines Zimm^rgeschäfts einen umfangreichen Baumaterialienhandel betrieb, war auch Feuervifitator und Bauschätzer in Drmrdversicherungsangelegenheiten. Die große Johl der Leidtragenden, die dem Berewigterr die letzte Ehre erwies, war ein Beweis dafür, daß sich der Henngegangene in weiten Kreisen der Bcvöllerung des Vogelsbergs großer Wertschätzung und Beliebtheit erfreute.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
* Wetzlar, 5. San. Sn der gestrigen Vollversammlung dch' Sndustrie- und Handelskammer für den Kreis Wetzlar wurden für bas Sahr 1926 Bergrat Dr. G r o e b- ler zum Vorsitzenden, Apothekenbesiher Georg^L ah r zum ftellvertreteicden Vorsitzenden, irnb Walzwerksdirektor Schmitt zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden gewächll.
Kreis Marburg.
3C Marburg, 6. San. Der hier im Ruhestand lebende Altbürgermeister Marburgs, Geheimrat S ch ü I e r, begeht heute feinen 90. Geburtstag. Der Subilar stand als Nachfolger des Oberbürgermeisters Rudolph von 1884—1907 an der Spitze der Gemeindeverwaltung. Unter seiner Amtstätigkeit entwickelten sich das Süd- und das Biegenviertel, die Stadt wurde kanalisiert und das Elektrizitätswerk eingerichtet. — Der Verkauf des Gemeindeobstes brachte den Landgemeindendes Kreises Marburg im letzten Safyre eine Gesamteinnahme von rund 35 940 Mk. gegen 25 000 Mk im Sckyre vorher.
Kreis Biedenkopf.
Rodheim a. d.Dieber, 5. San. Herr Oskar Mühner von hier feiert am 10. Januar fein 25jähriges Subiläum Im Dienste der Buderusuchen Eisenwerke in Wetzlar. Gr war längere Sahre Betriebsführer auf den Gruben des genannten Unternehmens an der unteren Lahn und leitet feit etwa 5 Sahren den
wragwiT.irauMgmAiiBWiw-'»» "» w—■—w—
Pelzmärlel.
Ein Nürnberger Spielzeugroman.
Rach dem Stalienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein.
Copyright 1925 by A. Scherl G. rn.b. H., Berlin.
32. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Rauf, runter, hierhin, dorthin — mit Ermuntern und Ermahnen, mit Schelten und Kommandieren und Händereiben und Sichbewundern- lassen, mit den Vorfreuden und Beklemmungen eines Festleiters verging ihm der Vormittag im Fluge. Se höher aber die Sonne stieg, desto mehr wuchs seine Llnruhe.
„Endlich — da kommen sie!"
Aber es waren nur ein paar Fischreiher.
„Seht aber sind sie es wirklich!"
Es war ein Zug Schnepfen.
Willkommen, willkommen!"
" Es waren bloß Wildenten.
Pelzmärtel kriegte es mit der Angst zu tun. Alles in Rechnung gestellt, hätten die Reisenden schon vor einigen Stunden eintreffen müssen, spätestens am frühen Rachmittag. Setzt aber sing es bereits an dunkel zu werden, und kein Storch weit und breit! Es wurde Rächt. Die Schwalben hatten um die Erlaubnis gebeten, sich zurückziehen zu dürfen, sie feien todmüde. Von düsteren Ahnungen erfüllt, rief Pelzmärtel einen älhu an, der zufällig auf der Stadtmauer hockte, und sandte ihn auf Kundschafttmg aus.
„Die Uhu sind tapfer, gelt?“
..Bekanntermaßen!“
Aber der Llhu kehrte ünverrichteterdinge zurück. Bis zu den ersten Hügelletten fei fein Schnabel und keine Feder zu erblicken.
„Ich begreife das nicht mehr", sagte Pelz- märtel weinerlich. „Sie sind doch abgereist! Die Fee Morgana hatte doch ihr Eintreffen für den heutigen Tag zugesichert!"
„Schicke morgen die Schwalben aus", riet der ilbu. „Sie finden überall Kameraden, die sie aussragen können. Was die eine nicht weih, weiß die andere. Sie können Stafetten bilden bis weit hinein nach Stallen "
Sn Scharen schwirrten im ersten Morgengrauen die schnellen Boten aus.
„Habt ihr drei Swrche vorbeiziehen sehen?" „Sa, drei Störche."
„Drei Störche in nördlicher Richtung."
„Hier vorbeigezogen."
„Dorbeigezogen?"
Die Antwort war immer die gleiche. Pelzmärtel raufte sich die Haare. Wie stehe ich nun da! Was soll ich bloß anfangen? Was sage ich dem Puppenpeter?
Fisi hatte das lange Warten satt bekommen.
„Wenigstens die Spielsachen könntest du auS ihrem dunklen Verlies herauslafsen", tagte sie und machte einen Buckel.
Pelzmärtel sah sie unwillig an: „Alm mir neue Scherereien auf den Hals zu ziehen, he?"
„Was Scherereien, was auf den Hals ziehen!" gab Fifi ärgerlich zurück. „Sch meine einfach, man mühte jetzt, wo Puppenpeter in Freiheit ist, sie Öen armen Rürnbergern zurück- geben, das gehört sich. Sie habeiw—"
Sie konnte den Satz nicht vollenden. Pelzmärtel fuhr wie ein Sprungteufel in die Höhe:
„So, so, großartig! Die Spielsachen zurück- geben! Ausgerechnet den Schuften, die daran schuld sind, daß ich mich in dieser Klemme befinde. Das schlage dir nur aus dem Kopf! Der einzige, der mir am Herzen lag, war der Puppen- peter, und wenn ich Otto und Liefe! erlaubt habe, zurückzukehren, fo nur ihm zuliebe. Shm ganz allein! älnd solange Puppenpeter nicht seinen Frieden hat, können die anderen meinetwegen verzappeln. Sch hatte gesagt: An Weihnachten. verstanden! Lind jetzt bleibt es bei Weihnachten. Richt einen Tag früher!"
Außer sich vor Zorn, drehte sich Pelzmärtel auf dem Absatz herum, rannte im Galopp zum unterirdischen Gang, schläferte, die Spielsachen, ohne auf ihr Gesammer zu hören, wieder ein, berichtete Bringglück, daß er abreife, und reifte tatsächlich spornstreichs zu den Feen.
Sm SauseschriLt ging es auf dem roten Riklausschlitten, der von einem großen Bernhardinerhund gezogen wurde, dahin. Zwei kleine Wanderer, die den Sch litten führer nicht erkannten, weil er das Zeichen feiner Würde, ein Tannenbäumchen. das er fonft immer bei sich trägt,
zu Hause gelassen hatte, wären um ein Haar überfahren worden.
„Unerhört!" sagte Lu. „Wie kann man nur so rücksichtslos fahren!"
„So ein Lümmel!" sagte Li. „Ober jagte ihn vielleicht die Angst?"
Kopfschüttelnd trippelten sie weiter. 'Pelzmärtel hatte die beiden winzigen Wanderer nicht einmal gesehen, waren sie doch nicht größer als Sunikäferchen.
Das seltsame Verhalten des Zughundes, der bald nach rechts, bald nach links schnupperte, als ob er eine Spur gewittert habe, wo doch nichts zu sehen war, nahm ihn ganz in Anspruch. Auf einmal fing der Hund leise zu winseln an, dann bellte er, und Pelzmärtel war es, als ob ihm Gebell antwortete. Aber wie er amh angestrengt nach allen Seiten Llmschatr hielt, es war nichts und niemand zu crbliden. Unb auch Pelzmärtel setzte kopfschüttelnd seinen Weg fort.
Wie kann es nur zugegangen sein, so werdet ihr such fragen, daß Lu und Li allein die Straße zwischen dem Zauberkreis und der Stadt Nürnberg dahergezogen kamen? Das ging fo zu.
Berauscht von dem Zaubertrank Alcinas, hatte die Reisegesellschaft eine Rächt, einen Tag und noch eine Rächt in tiefem Schlaf verbracht. Gerade als sie sich die Augen rieben, schwirrten die ersten Schwalben vorbei, die Pelzmärtel als Kundschafter ausgesandt hatte, über den Zauberkreis hinweg, ohne ihn zu sehen. Uno über die unschuldigen Schwalben brach nun ein sonderbarer Streit aus. Zanksüchtig unb halsstarrig behauptete Luginsland, das feien keine Schwalben, sondern Käuzchen und schickte sich an, auf sie Sagb zu machen. Es fei Zeit, etwas m den Magen zu bekommen, sonst sterbe er vor Hunger, und daran fei nur Wicsenstelz schuld, maulte er, dem Storchensräulein eine lircks und eine rechts versetzend. Hatte er Fieber? Offenbar phantasierte er. Aber statt Rachsicht mit ihm zu haben, gab cs ihm Wiesenstelz bissig zurück und zeigte ihm sogar unehrerbietig den Rücken. Die Aus* einandersehung noch zu verscbärfen, mischte sich jetzt Schnabelspitz ein und hieb auf beide loS, daß ihnen die Sterne vor den Augen tanzten. ES war ein Höllenspektakel. Aber damit nicht genug, gerieten nun Karl der Große und Kuni
gunde, die einander nicht mehr fannten. in di« Haare und beschimpften sich gegenseitig wie keifende Marktweiber. HanS Sachs riß die Saiten von feiner Laute herunter, schwang sie wie eint Keule um sein Haupt und schrie, er müsse ft erben. Der Verfolgungswahn saß ihm im Genick.
Seiner Sinne nicht mehr mächtig, hatte Krachauf eine fürchterliche Rauferei mit sich selber begonnen, schlug den Kovs gegen die Zeltpflöcke und tobte: „Sch bring dich um, ich bring dich um!“ Florindo und Harlekin verdroschen sich blindlings, daß die Fetzen flogen, und Ro- saura und Eoralllna, statt sie zu trennen, titu»- lierten sich Gans und alte Ziege, wobei es Ohrfeigen regnete. Die Bleisoldaten hatten blank gezogen, erklärten den Bürgerkrieg und spießten sich auf die Bajonette, wie man Rösthühner aufspieht. „Rieder mit dir! Ich schlitz' dir den Leib auf! Sch schneide dich in Stücke!"
Kurz, es war ein einziges Gemetzel. Vor Schrecken starr, unfähig, ein Wort herauszu- bringen, sahen Otto und Liesel zu. Darauf blickten sie einander ins Gesicht, erkannten sich nicht mehr, stürzten mit geballten Fausten aufeinander los, würgten, kratzten, bissen sich wie zwei Hyänen. Diese Fußtritte! Diese Rippenstöhel Richt einmal wenn die Schule aus ist, geht es so zu, nicht einmal von den Straßenschlachten der Jungens verzeichnet die Geschichte derart wilde Szenen. Waren die Streiter erschöpft, so foppten sie sich, schnitten einander Grimassen, und wenn einer zu sprechen anfangen wollte, überschrien sie ihn oder lachten ihn aus.
„Ach waS, Rürnberg! Gibt e» }a gar nicht! Alles Einbildung!"
„Du willst Liesel heißen! Den Damen hast du gestohlen! Schäm dich du Scheusal!"
„Rußknacker haben immer einen Schnupfen! Krrr — frrr! Kra — kra! Hazi!"
,.Hazi, hazi!"
„Shr seid halt neidisch, weil itzr's nicht fa schön könnt."
Sie, Herr, wer sind denn Sie? Karl btt Große? Hat sich waS Großes! Die Krone ist ihm auf die Rase gerutscht, und sei» Wantet schaut auS--" , ■-
(Fortsetzung ftMgt)


