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Das grotze Würfelspiel.

/ (Martina Dilemar.)

< Roman von Franz Laoer Kappus.

82 Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Niemand bekümmerte sich mehr um das Krankenhaus Landsberger Allee". Vergessen waren die Millionen, die in dem Werk steckten. Alle Augen bohrten sich nur in die Ziffern, die von dem House in der Canovastraße handelten. Bis auf den Pfen- nia wußten die Zeitungsleser, wieviel bei dem Bau erspart worden war; jeder konnte vorrechnen, was der Bau gekostet batte und was er hätte kosten müs­sen. Man schlug die Hände Über dem Kopf zusam­men. Man wollte es nicht fassen. Man ereiferte sich bei den Bierttschen, in der Straßenbahn, in den Pausen der Theater und Konzerte. Die Suggestion der Massen wirkte Wunder.

Gebrochen schlich Carsten seiner Wege.

Und noch immer folgte Schlag auf Schlag. Un­ausgesetzt schrillte die Klingel in der Mauerstraße. Auf einmal kamen Leute dutzendweise um ihr Geld. Große und kleine Lieferanten, mit denen besondere Zahlungsbedingungen ausgemacht waren, bestanden plötzlich auf sofortige Regulierung. Manche brachten ihre Rechtsanwälte gleich mit. Haarscharf führten die den Beweis, daß in solchen Fällen jede Verein­barung null und nichtig sei. Was sie unter solchen Fällen verständen? fragte der alte Grumbach ge­reizt. Den ganzen langen Tag schlug er sich jetzt mit diesen Menschen herum. Einige gaben klein bei und begnügten sich schließlich mit größeren Abschlags­zahlungen. Andere blieben hartnäckig und drohten mit dem Prozeßwege. Aber konnte man sich, wie die Dinge lagen, auf den Prozeßweg einlassen?

Carsten stampfte Geld aus dem Boden. Er ließ die Wälder in Franken und Thüringen öffentlich feilbieten. Mtt schwerer Mühe gingen sie um die Hälfte ihres wirklichen Wertes ab. Auch die Bau­plätze in Breslau und Königsberg sollten daran glauben: aber kein Käufer fand sich. Da schlug er die Villa im Grünewald los.

Julie Wilemar zitterte am ganzen Leib, als er davon erzählte.

Das hast du getan?"

Ich mußte ja."

Kein Wort sprach Julie mehr darüber. Stumm ging sie in den weiten Räumen auf und nieder. War Das nicht das Ende? raunte es in ihr. Ein alter Mann kauerte drüben in seinem Fauteuil. War sie nicht selbst alt geworden? Irgendwo wehte ihr Eben­bild aus dem Glas eines Spiegels. Langsam kehrte sie um, schaltete alle Lichter ein und lächelte sich selbst zu. Leise sprachen ihre Lippen:Du Frau, du was willst du noch? Merkst du denn nicht, daß der Sommer vorbei ist?" Starr blickte ihr Bild sie an.Merkst du es wirklich nicht?" Man mußte nicken, dachte Julie, dann nickte die andere auch.So ist's recht jetzt weißt du es. Jetzt gibt es gar keinen Zweifel mehr."

Julie kam zurück.

Also, Bernhard Carsten" Sie streckte ihm die Hand entgegen. Schon rauschte das Blut wieder in ihr. Schon wußte sie, daß der Spiegel gelogen hatte. Noch ergab man sich nicht. Nur den alten Mann da mußte man ziehen lassen, dann war alles gut. Das Leben ging weiter. Tausende lagen einander in dieser Sekunde in den Armen, Tausende preßten das heiße Dasein an sich. Noch zählte man zu denen. Man durfte nur nicht kleinlich fein.Also, Bernhard Carsten"

Endlich gab er ihre Hand frei.

Leb' wohl, Julie! Wann kommst du wieder?" Wie bei einem furchtsamen Kinde wölbten sich seine Lippen. Gequält sprangen seine Augen umher.

Wohin sollte ich denn kommen, Bernhard Car­sten? In die zwei oder drei Zimmer vielleicht?" Julie reckte sich hoch. ,Das wirst du doch kaum ver­langen."

Wir haben das Auto", stammelte er.

Vielleicht; du kannst mich ja anrufen." Und nun schloß sich die Tür hinter ihr.

Carsten stand auf, schritt hin und her, dachte und überlegte.

Nur einmal hatte er in den letzten Wochen mit Doktor Morell gesprochen.Und was nun? Was nun?" war alles gewesen, was er damals heroor- bringen konnte.

Klar hatten die Augen Morells auf ihm geruht. . »Die Dinge müssen ablaufen. Zunächst gibt es niqjts anderes. Später wird man ohnedies dazu- fehen."

Und wenn ich darüber zugrunde gehe?"

Wieder Sie, immer noch Sie?" Unvergeßlich blieb das ironische Lächeln Morells.Sie werden daran nicht zugrunde gehen. Denken Sie mehr an das Krankenhaus. An das Krankenhaus müssen Sie denken, wenn Sie sich aufrichten wollen."

Gott, Carsten dachte ja daran. Jeden Morgen fuhr er nach der Landsberger Allee. Immer brachten die halben Stunden eine kleine Erleichterung. Fast vollbelegt waren die dreihundert Betten. Tag und Nacht klingelte das Telephon in der Aufnahme­kanzlei Aerzte, Schwestern und Hauspersonal waren vollauf beschäftigt. Kaum daß Carsten eine flüchtige Auskunft erhalten konnte. Hier und dort und Überall stand er im Wege. Man hatte keine Zeit für ihn. Die Kranken wollten betreut sein. Die Kranken gingen über alles. Die Kranken drängten ihn zum Tore hinaus.

Dennoch war ihm warmer ums Herz, wenn er unten in sein Auto stieg.

Oft und oft dachte Carsten an Martina.

Alles in ihm rief nach dem Mädchen. Immer wider sprang aus feiner qualvollen Einsamkeit ihr Name. Hundertmal im Tage zuckte seine Hand nach dem Telephonhörer. Hundertmal fuhr sein Arm zu- rück. Sofort war das Zimmer von den Worten er­füllt, die sie damals gesprochen hatte.Soll Ihr Werk zusammenbrechen, wenn Sie mich belogen haben? Schwören Sie mir beim Gelingen dieses Werkes, daß Sie die reine Wahrheit gesagt haben?" Lebendig stand sie da. Ihre großen blauen Augen bettelten und drohten. So entschwand sie, so erschien sie wieder: hundertmal im läge.

Aber einmal einmal brachte Carsten den Mut doch auf.

Martina wollte kommen.

Und sie kam wirklich; schon am nächsten Abend saß sie Carsten gegenüber.

Ich danke Ihnen, Fräulein Martina", sagte Carsten bewegt.Ich weiß, es war fein leichter Weq hierher."

Martina lächelte angestrengt.

Viel hat sich seit unserer letzten Begegnung er­eignet." Carsten schleppte die Worte.Nie hätte ich gedacht, daß die Dinge so hart aneinander stoßen können. Vor drei Wochen im Krankenhaus: es war der schönste Tag meines Lebens. Und gleichzeitig der schrecklichste, an den ich mich erinnern kann/ Er stützte den Kopf in die Hand und murmelte zwischen

den Zähnen:Eigenllich mußte es ja so kommen.

Leise bewegte Martina die Hand mit dem Täschchen.

jjeute war der Weg zu Ihnen leichter als das erstemal." Traurig blickten ihre Augen auf den Mann.Gemeinsames Unglück verbindet mehr als gemeinsame Arbeit. Auch mein armer Vater leidet furchtbar."

Ja, Ihr Vater." Carsten schaute auf.Wie geht es ihm? Seit vielen Tagen hat er sich nicht sehen lassen."

Ich fürchte um feine Gesundheit", sprach Mar­tina still.

Carsten seufzte stöhnend.

Lange fiel kein Wort zwischen den zweien. Im Dorraum hantierte Netteldeck mit seinem Schlüssel- bunb. Lärmend ratterte die Rollplatte über den amerikanischen Schreibtisch.Guten Abend, Fräulein Hannold."Guten Abend, Herr Nettelbeck." Der Blechkasten wurde über die Schreibmaschine beim Fenster gestülpt. Jede Einzelheit sah Martina durch die Wand.

Mit schweren Gliedern erhob sich Carsten. Er ging zur Tür und warf sie ins Schloß. Ein schmaler Spalt war offen geblieben. Dann setzte er sich wieder.

Nach einer Weile sagte er mit einer Stimme, die aus einem Gewölbe zu kommen schien:Ich bin Ihnen noch eine Erklärung schuldig, Fräulein Mar­tina."

Sie sind mir keine Erklärung schuldig, Herr Carsten."

Doch," nickte Carsten,doch. Auch das muß sein. Auch das muß aus dem Weg."

Geängstigt fragte Martina:Aus dem Weg?" Ihr war, als richtete sich etwas drohend auf. Unge­wöhnlich starr blickte durften sie an. Fremde Züge furchten sein Antlitz. Doch gleich daraus senkte er die Lider.

Ich will mich nicht rechtfertigen. Meine innere Verfassung soll erklären, was Sie vom Grunde auf- gewährt hat. Wenn Sie mich verstehen, werden Sie mir vielleicht auch verzeihen."

Ich habe Ihnen nichts zu verzeihen, Herr Carsten."

(Fortsetzung folgt.)

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Ärgert dich dein Fußboden (o reiße ihn nicht heraus, fondern pflege ihn mit LOBA-Beizc, der Wafferediten, mit dem Raben I

Du kannst dst>d ruhig deinen Morgengefang anstimmen, denn mit LOBA-Beize hast du keine Mühe Auftrag und Glanz erreichst du spielend leicht veil Ge tücht fo zäh ist, vie andere Beizen. Ihr famtartirer Glanz tut deinem Auge wohl, ße ist sofort Begehbar, färbt nicht abu. dunkelt nicht nach.

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Etabnhofstraße 34

Heute letzter Taff:

Rin-Tin-Tin und Heimliche Sünder

Ab morgen bis einschließlich Sonntag:

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6 zwerchfellerschütternde Akte aus dem Leben einer praktischen Berlinerin.

Ferner das ausgezeichnete Beiprogramm!

Bruno Kastner Henny Porten Curt Bois Angelo Ferrari Paul Morgan Franz Groß

PERSONEN:

Arved Angerapp, Großkaufmann Cäcilie, seine Frau .............

Ali ben Mokka, ihr Seelenfreund Der Filmstar................. ...

Der Regisseur.....................

Der Friseur........................

Die Köchin......................

-..................... Alice Torning

Ein Mädchen vom Lande.. .Eine, die nicht genannt sein will???

Wegen des zu erwartenden großen Andranges zu den Abendvorstellungen zu diesem ausgezeich­neten Lustspiel, bitten wir höflichst, nach Möglich­keit die Nachm-Vorstellungen besuchen zu wollen.

Astoria-lichtspieie

Heute letzter Tag:

DerHundvonBaskerville

Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Fred Thomson in seinem neuesten und besten Cowboy und Wildwestfilm in 6 Akten:

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