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Dank der Gemeinde verlieh Bürgermeister Richard Dorbach in einer herzlichen Ansprache Aus­druck.

Kreis Büdingen.

nb. Ridda, 2. Hob. Gestern wurde an der hiesigen Gewerbeschule das Winter­semester eröffnet. Sie Tagesschule, die zur Meisterprüfung und selbständigen Führung eines Gewerbes vorbereitet, zählt 84 Schüler, die höchste Defuchsziffer feit dem heute genau 36jähriaen Bestehen der Anstalt. In die Unterklasse wurden 37 Schüler neu ausgenommen. Ein großer Teil der Schüler stammt von auswärts. Sie gewerb­liche Fortbildungsschule zählt fünf Klaffen mit 180 Schülern. Am Sonntagabend gab der G e - sang vereinS ä n g e r k r a n z" einen sehr gut besuchten Konzert- und Theate r - abend. Sen Höhepunkt der Veranstaltung bil­dete die Aufführung des breialtigen Smg Piels ®Iodentürmer6 Töchterlein" durch 'Jlatgluoer bzw. Angehörige des Vereins. Aeuemgeubte, musikalisch und inhaltlich wertvolle Männerchore, sowie die Musik der bekannten Kapelle ^.opp aus Gießen sorgten für angenehme Unterhaltung. Sas Theaterstück hat solchen Beifall gesunden, daß eS in dieser Woche noch einmal aufgeführt werden soll. n _

y. Bad Salzhausen, 2. Noo. Ein Hand­werksbursche erbrach hier das am Ende des Äurparkes gelegene Landhaus, das Oberbade- meister Möbus gekauft, aber noch nicht bezogen hat. Nur Betten und Möbelstücke hatte er darin unter« gebracht. Zufällig kam der neue Besitzer in das Haus, als der unangemeldete Kurgast gerade das mollige Bett verlassen hatte und Toilette machte. Der Gastgeber wider Willen veranlaßte die Verhaftung des sauberen Gastes. Dieser ge« stand, daß in dem Hause nach Geld, Kleidungs« stücken und Eßwaren gesucht, aber nur leere Schränke und Kisten gefunden hatte.

Kreis Schotten.

Laub ach, 1. Rov. Gestern abend eröff­nete die hiesige Konzert - un.d Vortrag S- Derelnigung ihre Beranstaltung tm Fest- saale des gräflichen Schlosses durch einen in allen Teilen befriedigenden Liederabend. Sas Berliner Bokalterzett Margarethe Strunk, Margarethe Roll, Elisabeth Böhm bot eine Reihe von altdeutschen, italienischen und neueren Volksliedern in wundervoller Klangschönheit. Am Flügel bewies die hiesige Klavierlehrerin Elisa- Leth Dolp, wie tief sie in den Geist dieser Lieder eingedrungen ist. S?r vor 22 Iahren begründete Geflügel- und Vogelzucht- verein Laubach und Umgegend, der durch die Kriegs- nrib Inflationszeit in seiner Tüt'gkeit schwer beeinträchtigt worden war, hat durch die treffliche Leitung seines Vorstandes, vor­nehmlich feines Vorsitzenden. Bäckermeister Pitz, einen neuen Aufschwung genommen. Eine große Anzahl tüchtiger Geflügelzüchter von Laubach, Ruppertsburg, Wetter'e,d. Stockhausen, Freien­seen, Lardenbach, RöthgeS sind neuerdings dein Verein beigetreten. Ieht hat man eine Geflügel- Ausstellung für Laubach und Amgegend auf Ende Ianuar kommenden IabreS festgesetzt. Zur Beschaffung von Ausstellungskäfigen werden An­teilscheine auSgegeben. Ebenso hat der Verein be­schlossen, einen Ehrenpreis für die vom 7. bis 9. Ianuar in Büdingen statlfindende Derdands- Geflügel-Ausstellung zu stiften und sich an dieser Ausstellung mit 20 Stämmen zu beteiligen.

KrciS Alsfeld.

»-»> Alsfeld, 2. Noo. Ein nicht alltägliches Schauspiel konnten die Bewohner unserer Stadt heute erleben, nämlich die Verbrennung von einer Million Zigaretten unter einem Kesselfeuer Die frühere hiesige Zigarettenfabrik Wista, die nach kurzer Zeit ihren Betrieb wieder ein« teilte und in Liquidation trat, hatte noch einen Bc- tcinb von etwa einer Million Zigaretten im städti« chen Weinhause lagern, die noch zu versteuern waren. Da die Firma die neue Materialsteuer nicht bezahlen konnte, war der Verkauf der Zigaretten nicht möglich. Diese wurden daher auf Anordnung der Zollbehörde unter Aufsicht von Zollbeamten in mehreren Wagenladungen ir die Brauerei Wal­lach verbracht und dort unter dem Kesselfeuer ver­brannt. Die Ware war noch brauchbar.

ö" Homberg a. d. Ohm, 2. Noo. 9m Hotel Hessischer Hof" fand eine gut besuchte P r o t e st - Versammlung des Hessischen Landbun­des, Bezirk Homberg a. d. Ohm, statt. Es wurde eine Entschließung wegen der zu hohen Nachsorde« rungen der Land- und forstwirtschaft­lichen Berufsgenossenschast Dar in- tobt an Versicherungbeiträgen angenommen unb an die Kreisgeschäftsstelle des Hess. Landbundes Alsfeld zwecks Weiterleitung nach Darmstadt ge­sandt. Weiter kamen die Mitglieder des Geflü­gel-Kaninchen- unb Vogelzüchteroer­eins Homberg a. d. Ohm unb Umgegend hier zusammen. Bei reger Anteilnahme würbe bie Ver­teilung ber Vorarbeiten zur 6. Geflügel-, Ka­ninchen« unb Vogelausstellung am 4. und 5. Dezember erledigt. Das Preisrichteramt wird für Geflügel Otto Södler zu Nicder-Gemünden, für Geflügel K. Gerhardt in Kirch-Göns aus­üben.

= Ober-Ohmen, 2. Rov. In unserem Sorfe sind tm Laufe der Zeit -die einheimi­schen Vogelsberger Rind Viehzucht en nahezu verschwunden. Es sind per mei­stens Kleinbauern vertreten, die ihre Gespann­arbeiten mit Küh-rn leisten. Run sind seit längerer Zeit aus diesen Kreisen Stimmen laut geworden, die in unserem Sorfe die Vogelsberger Zucht gefördert wissen wollen. Man betont dabei, daß das Vogelsberger Rind eia vorzüg­liches, schnelles Zugtier ist, das in dieser Eigen­schaft das Simmentaler entschieden übertrifft, ferner ist es ein Produkt der heimischen Scholle, also das Ratürlichere für unsere Gegend. Sadurch ist es der Segeneration in geringerem Maße unterworfen, wodurch sich die Zucht billiger stellt als bei dem anspruchsvolleren Simmentaler, das hier sehr schnell entartet, Unb endlich ist das Vogelsberger Rind zäh, ausdauernd, von ge­sunder Körperkonstitution und ein rationeller und sparsamer Futterverwerter. Man hat auch schon im Gemeinderat Über die Bedeutung und Trag­weite dieser Gedanken Erörterungen gevllogen, wenn auch über die Anschaffung eines Vogels­berger Bullen noch keine definitiven Beschlüsse gefaßt wurden. Sie Idee marschiert aber. Hoffent­lich wird es nun nicht mehr lange dauern, bis diese Wünsche unserer Kleinbauern erfüllt sind. Ser Freiherrlich Riedeselsche Förster Falk schoß dieser Tage sieben im Fluge be­findliche Krähen mit einem Schuß. Eine au3g~$e:dr.ef Schußlmstung.

z. Brauerscbwend, 2. Rov. Sie Be­drohung des Bahngeländes bei un­serem Sorfe durch rutschende Erbmassen hat umfangreiche Sicherung sarbeiten not­wendig gemacht. Schon feit Monaten sind viele Arbeitskräfte damit beschäftigt, die wandernden Erbmassen abrubeben und wegzuschaffen. Sa trotzdem die Gefahr nicht gänzlich be'e'tigt werden konnte, wird jetzt versucht, das Hebel bei der Wur-el anzupacken. Es Wird angenommen, daß der Erdrutsch durch verstopfte unterirdische Wasseradern verursacht werbe. Mit Hille der Wünschelrute hat man daher im benachbarten Gelände den Lauf dieser unterirdischen Quell- b ä ch e festgestellt, die nun gefaßt und ab­geleitet werden.

Kreis Lauterbach.

Schlitz, 2. Rov. E'ne Mitgliederversamm­lung hielt am Freitag die hiesige Ortsgruppe der Seutschen Volkspartei ab. Einleitend gedachte Landtagsabg. Sr. Riepot h der Ver­dienste des allzufrüh verstorbenen 1. Vorsitzenden, Fabrikanten Zöller. S e Anwesenden erhoben sich zu Ehren des Snhingegangenen von ihren Blähen. In einem längeren Vortrag gab dann Sr. Riepotb ein klares Bild über tue finan­zielle Lage Hellens und erörterte eingehend alle Gründe, die die Oppositionsparteien bewoaen haben, bas Volksbegehren auf Auflösung des hessischen Landtags zu stellen. Er verurteilte, daß in der hessischen Fin am verwalt ung in den ver­gangenen Iahren keine Versuche gemacht wurden, die Ausgaben den verminderten Einnahmen an- zupass-m, und daß man heute die ganze Sylfe vom Reich erwarte. Anschließend berichtete Pro- vinz'alg'chchäftsführer W e i ß e r in f"r*en Worten

über seine Eindrücke auf dem Reichsparteitag der S. D. P. in Köln. Sie Ausführungen beider Redner wurden mit lebhaftem Beifall ausge­nommen.

sl. Maa r, 2. Rov. Billiges Brot will der hiesige Spar - und Sarlehnskassen- verein (Raiffeisen) seinen Mitgliedern ver­schaffen. Es wurde in der jüngsten Generalver­sammlung beschlossen, Korn bei den Mitgliedern zu kaufen und aus dem daraus gewonnenen reinen Roggenmehl Brot backen zu lassen. Ser Vierpfundlaib soll 65 Pfennig kosten. Sie Ein­richtung kommt vor allem den Richtlanbwirten unter den Genossen zu gute, doch kommen auch die Landwirte auf ihre Kosten. Sie Verbilli­gung des Brotes ist dadurch möglich, daß der Zwischenhandel ausgeschaltet wird. Rechner Boß gab einen kurzen Geschäftsbericht, der recht günstig aussah. Sic Spareinlagen haben erheblich zuge­nommen. Geschäftsführer Hak (Gießen) beglück­wünschte den Verein zu seiner günstigen Entwick­lung.

Starkenburg.

WSR. Offenbach, 2.Rov. Im hiesigen Hauptbahnhof wurde dieser Tage ein etwa 20 Iahre alter Mann mit einer schweren Schuhverlehung im Unterleib aufge­funden. Gr hatte einen geladenen, jedoch nicht ge­sicherten Revolver in der Tasche (!) getragen, der sich von selbst entladen hatte. Gr muhte ins Krankenhaus eingeliesert werden.

Rheinhessen.

WSN. Rüffelsheim, 2. Nov. In der letzten Woche sind hier die letzten Arbeitslosen, unb zwar bei ber Firma Adam Opel, unter- gebracht worden. Wenn der Geschäftsgang bei den Opelwerken sich weiter so günstig entwickeln sollte, wie in den letzten Monaten, dürften künftighin Ein­stellungen auswärtiger Arbeitsloser erfolgen. Nüsselsheim ist damit wohl die erste deutsche Stadt, die gegenwärtig keine Erwerbslosen hat.

Preußen.

Oberlahnkreis.

WSR. Weilburg, 2. Rov. Ser Landes­kirchenrat hat die Wahl des Pfarrers Troch aus Frankfurt zum zweiten Pfarrer der hiesigen Kirchengemeinde b e st ä t i g t. Troch wird sein Ämt am 14. ds. Mts. antreten.

Kreis Marburg.

sch. Marburg, 2. Noo. Die Frage des Aus« scheidens der Stadt Marburg aus dem Kreisverbande ist akut geworden; heute hatten sich die Stadtverordneten in vertraulicher Sitzung mit ihr zu beschäftigen. Die öffentliche Sit­zung war daher nur von kurzer Dauer. Bewilligt wurde die Aufnahme eines Darlehen s von 19 775 Mark aus dem Fonds der produktiven Erwerbslosenfürsorge für die Kanalisierung des Wehrdaer Weges, der Betrag von 16 400 Mark für den Anschluß der im Bau begriffenen Häuser auf der Lahninsel an das städtische Kanalnetz und für die Gasleitung zu diesen Häusern, außerdem 18 000 Mark für die Verlängerung der Wasserleitung am Wehrdaer Weg. Zur Unterstützung des Werkes Das deutsche Bürgerhaus im Deut­sch e n Reiche", für das der Frankfurter Archi­tekten- und Jngenieurverein die Bearbeitung des Landes Hessen-Nassau übernommen hat, wurden 1100 Mark bewilligt. Von diesen Mitteln sollen sechs für die Baugeschichte Marburgs wichtige Auf­nahmen alter Fachwerkhäuser unentgeltlich zur Ver­fügung gestellt werden. Zur Aufwertung der Jnflationsanleihen wurde beschlossen, grundsätzlich von einer Barablösung der Mark­anleihen abzusehen, allgemein Kleinrentnern 8 Pro­zent als Barablösung zu gewähren und dem An­gebot von Inflationsanleihen zwecks Rückkauf zu folgenden Beträgen stattzugeben: öproz. Anleihe von 1922 für 1000 PM. 0,95 RM., 8proz. An­leihe für 10 000 PM. --- 0 25 RM., lOproz. Anleihe für 10 000 PM. 0,20 RM., 18proz. Anleihe von 1923 für 1 Million PM. 0,05 RM. Der Bau einer städtischen Rodelbahn wurde mit Stimmenmehrheit adgelehnl. Im übrigen ist noch

zu erwähnen, daß ber Magistrat für die Errichtung eines Taubstummenheims in Marburg städl. Parzellen an ber Großseelheimer Straße anbietcl.

|| Marburg, 2. Noo. Nach hier cingelaufener Nachricht würbe ein fett drei Iahren in Cincinnati (Nordamerika) ansässiger junger Marburger namens Konrad Spieß dort aus dem Heimweg zu nächtlicher Stunde ermordet und ausge- raubt

Kreis Limburg.

WSR. Limburg, 2. Rov. Ser Bischof von Limburg Sr. Augustinus Kilian feierte gestern seinen 70. Geburtstag. Sa der Bischof sich eine festliche Begebung deS Tages verbccken patte, trat er äußerlich kaum in Er­scheinung. Lediglich das Pontifikalamt, das einen ungeheuren Besuch aufwies, trug heute morgen ein besonders feslliches Gepräge d.rrch die glanz­vollen Sarbietungen des Somchors, der fre große Messe von Bruckner meisterhaft unter Mitwir­kung der G iehener Reichswehrkapelle zum Vortrag brachte, während der bekannte Or- ganift am Stefansdom in Wien, Walter, die Orgel meisterte. AuS dem ganzen Bistum und weit darüber hinaus trafen zahlreiche Glück­wünsche, darunter viele von führenden Persön­lichkeiten des öffentlichen Lebens, ein. U. a. hatte Regierungspräsident Ehrler- Wiesbaden ein in herzlichen Worten gehaltenes Schreiben gesandt.

Maingau.

WSN. Frankfurt a.M., 2.Nov. Dieser Tage wurde im Walde dicht bei Neu-Isenburg die , Leiche des seit kurzem vermißten 27 Jahre alten Arbeiters Heinrich D e u s e r aus Erzhausen auf­gefunden. Er hatte seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. In letzter Zit ist in verschie­denen Städten, u.a. auch in Frankfurt a. M., ein Betrüger aufgetreten, der sich als Vertreter einer größeren auswärtigen Firma ausgab. Er suchte hie­sige Geschäftsleute auf unter der Angabe, daß ihm seine Reisekasse ausgegangen sei. Es ge­lang ihm auch in weiteren Fällen, auf dieses schwindelhafte Vorgehen Beträge zu erlangen.

WSR. Ried, 2. Rov. Gestern morgen stürzte beim Abmontieren einer Lokomotive ein 26jähriger Schlosser aus Dreieichenhain a b. Er erlitt einen Schädel- bruch und mehrere Rippenbrüche. In hoffnungslosem Zustande wurde der Verimglückte dem Krankenhaus zugesührt. Rach- mittags erlitt ein am Kessel beschäftigter Ar­beiter durch ein ab geschleudertes Eisenstück einen Unterschenkelbruch. Auch er wurde dem Krankenhaus zugeführl.

(flroft - Wiesbaden.

WSR. Wiesbaden, 2. Rov. Ser Ko- lonialf ilmI ch hatf einen Karne- r ab e n, der hier laufen sollte, ist von der Besahungsbehörde verboten worden.

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Beschluß.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Jos. Strauß & Co. und deren Inhaber H. Natt in Gießen

wird Termin zur Abnahme der Schlußrechnung und zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis, sowie zur Be­schlußfassung über den Antrag des Konkursverwalters auf Aufhebung des Konkursverfahrens auf

Montag, den 22. November 1926, vormittags 11 Uhr,

vor das unterzeichnete Gericht, Zim­mer Nr. 112 (1. Obergeschoß), anbe­raumt. 9032C

Der Schlußtermin ist weiterhin Dafür bestimmt, über die nicht verwertbaren Vermögensstücke zu bestimmen und die nachträglich angemeibeten Forderungen zu prüfen.

Die Rechnung mit Belegen liegt den Beteiligten jeden Werktag vor dem Ter­min Aur Einsichtnahme auf der Genchts- schreiverei des unterzeichneten Gerichts während der Zelt von 10 bis 12 Uhr vor­mittags offen.

Gießen, den 26. Oktober 1926.

__________Hessisches Amtsgericht.__________

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