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Kreis Friedberg
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Nachdruck verboten.
2 Fortsetzung.
Sonnenburg, in
Fach seiner Briefer sorgfältig und
sf. Friedberg, 2. Juni. Der ein, der Tagesordnung der gestrigen Stadt n e t e n v e r s a m in l u n g mar die Beratung des städtischen Voranschlags für 1926. , Es wurde zunächst der wichtigste Punkt, die Einnahme durch Steuern, auf der der ganze Voranschlag beruht, zur Beratung gestellt. Hierbei kam es gleich bei Titel 60 Nr. 9 (Getränkesteuer) zu Sliter lebhaften Aussprache. (Der Zuhörerraum war mit Angehörigen des Gastwirtegewerbes angefüllt.) Der Sprecher der Sozialdemokraten (Jhl) sprach sich gegen diese Steuer aus, ebenso der Beig. Langsdorf (Demokrat), während der Beig. Dr. Leuchigens (Du.) sich für Beibehaltung aussprach. Ebenso bat der Bürgermeister Dr. Seyd dringend um Genehmigung, da er die mit 30 000 Mk. eingestellte Einnahme im
Nach dem Essen rauchten die Herren eine Zigarre, dann gingen sie aus.
Sie bestiegen den kleinen Dampfer, der von Köln kam und sie nach Königswinter bringen sollte. Er war nicht so voll wie gewöhnlich, die heiße Sommersonne hatte viele abgeschreckt.
Brentheim starrte ins Wasser und sog an seiner Pfeife. „Nun — was sagst du zu Grete?"
„Sie ist sehr schön geworden."
„Ja — das wird mir wohl noch viel Sorge machen!" sagte Brentheim seufzend. „Es geht schon los."
„Wieso?"
„Ich habe mir meinen Lebensabend bedeutend ruhiger gedacht. Aber bei Ims wimmelt es von Gästen. — Du weißt, daß ich nicht dich meine! — Aber abends kommt viel Besuch aus der Umgegend zu uns in den Garten, sogar aus Köln kommen neuerdings ein paar Leute vom Gericht herüber. Da wird musiziert — Lachner, der alte Musiklehrer, den du vorher sahst, spielt so schön Geige und Grete
Friedberg, 2. Juni. Der einzige Punkt ~ " lverord -
Ein älterer Herr in Heller Kleidung und ahne Hut kam langsam vom Fluß herauf, sorglich einen Diolinkasten unter dem Arm tragend. Er begrüßte sie, Kramer mit freundlichen Augen musternd.
„Ich bin um fünf Uhr bei Ihnen, Brentheim!" fagte er im Vorbeigehen.
„Schön!" rief der Kommissar a. D. „Grete wird Sie mit Sehnsucht erwarten."
„Er gibt ihr Musikstunden", sagte er erläuternd zu Kramer.
Oelscher blickte dem Daoonschreitenden unfreundlich nach-, Brentheim bemerkte es und lächelte leise.
Dann verabschiedeten sie sich von dem Professor.
Der Weg senkte sich talwärts, lieber einen niedrigen Steinzaun rechter Hand wies Brentheim auf einen großen, dichtbewachsenen Garten. „Da sind wir. Williamen bei mir zu Hause!"
„Wunderschön!" sagte Kramer begeistert.
Sie gingen durch den Garten auf das Haus zu.
„Vater!" rief eine helle Stimme aus einer in Büschen versteckten Laube. Ein junges, blondes Mädchen in hellem Sommerkleid lief auf die Herren au, langsam folgte ihr ein junger Mann, der sich höflich verneigte.
Brentheim musterte ihn mit verhaltenem Unwillen. Er begrüßte seine Stieftochter unfreundlicher, als er es wohl hatte tun wollen.
Das ist die Grete!" sagte er zu Kramer. „Kennst du sie noch?"
Der Rechtsanwalt reichte ihr überrascht die Hand. Aus dem Kinde, das er vor mehreren Jahren gekannt hatte, war ein schönes junges Mädchen geworden.
Grete war die Tochter eines verstorbenen Regimentskameraden von Brentheim. Ihre Mutter war tzei ihrer Geburt gestorben, der Vater hatte ein verschwenderisches Leben geführt und einige nicht ganz einwandfreie Geschäfte unternommen, die dadurch beendet wurden, daß er sich erschoß. — Brentheim adoptierte das Kind, als es sieben Jahre alt war, und hatte Grete seit zehn Jahren bei sich. —
gehen.
Kramer holte aus dem inneren tasche ein Schreiben hervor, das ernst und aufmerksam durchlas.
Am Kopf des Briefes stand:
„Direktion des Zuchthauses Sachen Racoszy."
Der dritte Schuh
Kriminalroman von Ole Stefan i.
weder Hut noch Mütze, sondern haben bxe Köpfe mit weihen Kappen bedeckt. Diesen beiden Ge- falten glaubt man es germ dah sie des Trostes bedürfen und dah jede Forderung, welche die neue Zeit an sie stellt, in ihren Augen em Sakrileg ist, das sie begehen will, weil fie es begehen müssen. . _
Da macht es die türkische Frau anders. Sie tut einfach nicht mit, und kleidet sich, allen Drohungen und gutem Zureden zum Trotz, wie ie es will. Denn nur für die Lehrerin und Schülerin ist das Tragen des Hutes obliga- torisch. Gegen die beiden Kategorien wird mit Strenge vorgegangen, wenn sie der Kleider-Ver- ordnung zuwider handeln. Bei allen anderen drückt die Behörde ein Auge zu, und laßt |ie gehen, wie sie wollen. Die einen gehen tief Der- chleie'rt wie zu Abdul Hamids Zeiten, die anderen umwinden sich das Haar mit schwarzen oder bunten Tüchern, die meisten so chik wie irgend möglich, und noch andere gehen mit dem Hut. Wie zahlreich die letzteren sind, kann man nicht sagen, denn sie unterscheiden sich nicht mehr von den Frauen der ihnen nahestehenden Nationen. Man kann auch nicht sagen, aus welchem Grunde die Regierung in dieser Hinsicht so milde und nachsichtig ist. Ob aus dem Grunde, weil sie ihre Frauen zur Genüge kennt und ganz §enau weih, daß sie gegen das „zarte Geschlecht" och nicht aufkommt, oder ob sie gleich anderen der Meinung ist, daß das, was die Frauen wollen, auch Gott will? Rehmen wir das ley-
paukt Klavier dazu. Dann wird getanzt und gequatscht — und der ganze Rummel dreht sich bloß um das Mädel. Dabei ist der Balg noch nicht achtzehn Jahre. Du kannst mir glauben: ich habe das bald satt!"
„Nun," sagte Kramer lächelnd, „es ist doch schön für so ein junges Ding, wenn sie Gesellschaft hat. Soll sie sich denn nur um dich kümmern?
„Aber nein!" rief der Alte. „Ich gönne es ihr ja von Herzen. Aber das unruhige Blut ihres Vaters ist in ihr. Das macht mir oft Angst."
„Aber du behältst sie doch immer im Auge. Es sind doch sicher alles nette, zuverlässige Menschen!"
„Ja — weißt du —" Brentheim sah den Anwalt an, „da ist zum Beispiel dieser Molinski. Mit dem steckt sie am meisten zusammen. Und das paßt mir nicht!"
„Oelscher selbst," setzte er grimmig lächelnd hinzu, „Oelscher ist auch hinter ihr her.. Den Molinski nimmt er nicht ernst, ober hast du seine Wut aus den braven, alten Lachner bemerkt — nur weil der täglich bei uns ist und sie unterrichtet?" —
Der Schiffsjunge läutet an der großen Glocke, der Dampfer lief den Landungssteg an, und die beiden Herren betraten das Ufer, durchschritten den kleinen Ort und gingen den Weg zum Drachenfels hinauf.
Auch hier trafen sie wenig Menschen. Kramer gewahrte zu seinem Erstaunen, daß der Kommissar unruhig um sich blickte und jeden Mann, der ihnen entgegenkam, scharf musterte.
Er war auf einmal ausfallend wortkarg geworden. Aus halber Höhe bog er in einen Nebenweg ab. „Wohin willst du?" fragte der Rechtsanwalt. „Das wirst du sehen, mein Junge. Ich habe dir was Interessantes zu zeigen."
Sie gingen schweigend weiter. Die Hitze war betäubend. Und in dem waldigen Gelände, das sie jetzt durchschritten, wurde es auch kaum frischer.
Eben schien Brentheim beginnen zu wollen, als er züriickfuhr und still stand, die Augen scharf auf eine Gestalt gerichtet, die auf dem Gipfel eines Hügels stand.
Es war ein Mann in einem dunklen Anzug und mit einem Strohhut. Seine Gesichtszüge konnte Kramer bei dieser Entfernung nicht erkennen.
Im nächsten Augenblick war die Gestalt verschwunden.
Der junge Mann, der ein Skizzenbuch unter dem Arm trug, stellte sich vor: „Molinski."
„Ist das Essen fertig?" fragte Brentheim. „Ich denke, wir gehen ins Haus. — Für Sie wird es nun wohl auch Zeit, zu gehen, Professor Oelscher erwartet Sie", sagte er kurz zu Molinski.
Der Jüngling empfahl sich verlegen. Die drei schritten stumm dem Hause zu.
Ein Dienstmädchen nahm Kramer Mantel und Handtasche ab und geleitete ihn auf sein Zimmer im Obergeschoß. •
Nachdem er sich gewaschen und umgezogen hatte, setzte er sich auf das Fensterbrett und genoß den Anblick, der sich iym bot.
Der Garten war in gutem Zustand. Flieder- und Goldregenbüsche wuchsen an der niedrigen Steinmauer, die ihn von der Landstraße trennte. Auf dem Weg zum Hügel nach Mehlem zu sah der Anwalt Molinski langsam und mit gesenktem Kopf
Brentheim stieß einen Fluch aus und begann wie wild durch das Gestrüpp hindurch auf die Stelle hin- zueilen, wo sich eben noch der Mann gezeigt hatte.
„Wer war das?" rief ihm Kramer zu.
Brentheim gab keine Antwort und keuchte weiter den Abhang hinauf. Dem Anwalt blieb weiter nichts übrig, als ihm nachzulaufen.
Nach einigen Minuten hatten sie d^e-Höhe erreicht und blickten sich um. Von dem Mann war keine Spur mehr zu sehen. In den glühenden Strahlen der Nachmittagssonne lag die Landschaft friedlich da.
„Weg ist er!" murmelte der Kommissar und ballte die Fäuste.
„Wer denn?" fragte Kramer wieder, noch immer atemlos.
Der Alte sah ihn an und lachte kurz. „Komm lieber weg!" sagte er, den Anwalt mit sich gehend. „Wir sind hier oben allzu deutlich sichtbar!
Kramer folgte ihm voll Verwunderung. „Warum sollten wir es denn nicht sein? Für wen sichtbar?"
„Für den," sagte Brentheim, indem er rasch talwärts schritt, „der etwa den schlechten Einfall haben würde, mit einem Revolver nach uns zu zielen!"
Kramer stieß einen Rus des Schreckens aus und faßte nach der Hand des Alten: „Scherzest du?"
„Nein!" sagte der zwischen den Zähnen. „Gleich wirst du etwas sehen, über das du dich wundern wirst!"
Sie kamen auf einen kleinen Platz, wo ein paar breitästige Buchen dichten Schatten gewährten.
„So!" sagte der Kommissar. „Das ist mein Lieblingsplatz. Hier habe ich oft ausgeruht. Und nun wollen wir uns mal den dicken Baumstamm da näher ansehen, an dessen Fuß ich gewöhnlich —"
Er hielt inne und sah erschrocken zu dem Baum hin, auf den er soeben gewiesen hatte.
Kramer gewahrte herzutretend frische Splitter am Fuße des Stammes und in Kopfhöhe etwa ein vielleicht fingertiefes Loch in der Rinde, das jemand vor kurzer Zeit mit einem Messer aus-- gehöhlt zu haben schien.
„Donnerwetter!" rief der Kommissar, indem er sich von seiner Verblüfftheit erholt hatte. „Das ist doch allerhand!"
(Fortsetzung folgt.)
3. Evangelischer Frauentag Deutschlands
* Darmstadt, 1. Juni.
Für den Abend des zweiten Tages hatten die Darmstädter Frauenvereine die auswärtigen Gäste zu einem sehr stimmungsvollen Teeabend in die । „Vereinigte Gesellschaft" eingeladen, wo den zahlreich Erschienenen, unter denen viele prominente j Persönlichkeiten sich befanden, mit dem Spiel „Mozart auf der Reife nach Prag" ein besonderer Genuß geboten wurde.
3. Tag.
Der 3. Tag brachte vormittags die Mitgliederversammlung der Vereinigung. Diese wurde dadurch bedeutsam, daß das neue Arbeitsprogramm beraten und angenommen wurde. Als Ziel der Vereinigung wird darin angegeben:
1. An der Herausarbeitung und Durchsetzung eines echt deutschen und echt evangelischen Frauenideals und an der Bildung einer einheitlichen, öffentlichen, evangelischen Frauenmeinung zu arbeiten.
2. Dafür zu sorgen, daß der evangelische Frauenwille in der Oeffentlichkeit nachdrücklich zum Ausdruck und zur Geltung kommt und im öffentlichen wie im privaten Leben die Anschauungen christlicher Sittlichkeit und christlichen Glaubens sich wieder durchsetzen.
3. Auf eine unter einheitlichen Gesichtspunkten stehende Beeinflussung der Gesetzgebung durch die evangelische Frauenwelt hinzuwirken.
Außerdem wurde ein organisatorischer Ausbau der Vereinigung und ihre Erweiterung durch die Aufnahme zweier neuen Frauenverbände vorgenommen.
Der Nachmittag führte die Teilnehmer der Tagung im Sonderzug nach der Lutherstadt Worms, wo nach der Begrüßung durch Pfarrer 0. W o l t e r, Freiherr D. Dr. v. Heyl zu Herns- heim und Oberbürgermeister Rohn eine Kundgebung am Lutherdenkrnal stattfand, bei der Oberkirchenrat Zentgraf, Mainz, eine Ansprache hielt. Mehrere tausend Menschen umsäumten das Denkmal und ebenso groß war die Zahl derer, die darauf in die Dreifaltigkeitskirche strömten, wo Professor Di Dr. Elert- Erlangen über „Luthers Bedeutung f ü r die Welt" einen wissenschaftlichen Vortrag hielt.
Luthers Sendung ist uns vor allem unter der Wirkung des Krieges von einer neuen Seite her aufgegangen. Die Meinung ist zerbrochen, als könne man aus dem, was in der Welt vorgeht, Gottes Liebe erkennen. Das Leben ist vielmehr voller unlösbarer Widersprüche, in die uns Gott bewußt hineinzieht. Wir sind alle Gottes Zorn verfallen, weil wir alle mit Schuld belastet sind, die wir nie einholen, auch nie vermeiden können. Luther lehrt nun wieder den Zweck dieser Widersprüche
städtischen Haushalte nicht entbehren tonnte; vom Jahre 1927 müsse diese Steuer doch durch gesetzliche Bestimmungen in Wegfall kommen. Ein Wegfall dieser Einnahme müsse entweder eine Erhöhung der Gewerbesteuer oder der Strom- und Gaspreise mit sich bringen. Bei der folgenden Abstimmung wurde die Steuer mit 16 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Noch interessanter gestaltete sich die Beratung der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz (56 Pf. für je 100 Mark Steuerwerk), die mit 158 222 Mk. eingestellt ist. Wenn auch von allen Seiten die Härte und Ungerechtigkeit dieser Steuer anerkannt ist, so bildet doch dieser Posten gewissermaßen das Rückgrat des ganzen Voranschlags. Auch hier erklärte der Vertreter der Sozialdemokratie, daß sie gegen diese Steuer stimmen würden, woraus Beig. Dr. Leuchtgens den Widerspruch dieser Partei im 'Hessischen Landtage und der Stadtverordnetenversammlung feftstellte und erklärte, daß unter diesen Umständen die Dn. Partei ebenfalls dagegen stimmen würde. Da mit dieser Ablehnung der ganze Voranschlag hinfällig würde, wurde die Sitzung auf 15 Minuten unterbrochen, um den Parteien Gelegenheit zur Besprechung zu geben. Nach der Pause erklärte der sozialdemokratische Sprecher, daß seine Partei dafür stimmen würde unter der Bedingung, daß Einkommen unter 1000 Mk. nicht von der Steuer betroffen würden. Der Bürgermeister sowohl als auch Beig. Windecken bemerkten, daß eine derartige Bindung nicht eingegangen werden könnte, daß man aber den Härteparagraphen in möglichst entgegenkommender Weise handhaben wolle. Die nun folgende Abstimmung ergab Annahme mit 16 gegen 3 Stimmen bei 5 Enthaltungen. Die übrigen Posten wurden bann ohne Debatte angenommen. Bei Beratung der Ausgaben stellte bei Punkt 14 (Volks- und Fortbildungsschule) der Skadto. Raute den Antrag, die Summe von 3600 Mk. auf 5000 Mark zu erhöhen; der Antrag wurde abgelehnt.— Bei Punkt 23 (Denkmäler und Kunstpflege) ist ein Beitrag von 5000 Mk. für das zu errichtende Kriegerehrenmal eingesetzt. Hierzu bat Stadtv. Raute (Soz.) um das Wort, Dr. Leuchtgens jedoch stellte den Antrag, über diesen Punkt keine Debatte zu eröffnen. Der Antrag wurde angenommen,, die sozialdemokratische Partei fühlte sich durch diese Annahme vergewaltigt und verließ unter Protest den Gaal. Schließlich wurde bei der Schlußabstimmung der gesamte Voranschlag, der in Ausgabe und Einnahme mit 396 733 Mk. abschließt, mit allen gegen 3 Stimmen (Dn.) und einer Enthaltung angenommen. Der Voranschlag ist, nach den Ausführungen des Bürgermeisters, mit der größten Sparsamkeit ausgestellt, ohne jedoch kulturelle Einrichtungen zu gefährden und ohne eine Steuererhöhung zu bedingen.
Z Bad-Rauheirn. 1. Juni. Oluf eine wohlgelungene Veranstaltung kann dte hiesige Singakademie mit ihrem gestern abend, im Kur- häufe gegebenen Vokalkonzert zurückschauen. Das Tn Zusammenstellung und Ausführung künstlerische Programm bot Frauenchöre mit Klavierbegleitung und außerdem geistliche, weltliche und Volkslieder a cappella für gemischten Chor. Musikdirektor Rofenmeher erwies sich wieder als em Leiter mit tiefem musikalischem Empfinden.
• Dad-Rauheim, 2. Juni. In der Folge der sportlichen Veranstaltungen in Bad-Rauheirn während dieses Sommers wird eine der bedeutendsten und anziehendsten das Große Reit- und Fahr-Turnier mit Jagdspringen sein, das die Turnier-Abteilung des Reichs- verbandes-SportkarteU Verlin am Samstag und Sonntag, 5. und 6. Juni, veranstaltet. Die Wettkämpfe finden an beiden Tagen nachmittags 4 HT)r auf der ..Roten Heil" statt, einer westlich des großen Teiches an der Straße vom Teichhaus nach dem Golfplatz gelegenen Wiese. Die nach Anzahl und Qualität hervorragenden Amnel- dungen lassen einen vorzüglichen Sport erwarten, so daß sich den Vc'uchern sehr spannende Eindrücke bieten werden. H. a haben genannt: Graf Erbach-Erbach, Freiherr von Oppenheim (Köln), außerdem der große Frankfurter Turnierstall des Herrn Oppenheimer (Frankfurt a. M.). Freiherr v. Langen, einer der bekanntesten deutschen Turnierreiter, Major Vürckner. der beste Dressurreiter Deutschlands, die beiden Brüder Grafen Hohenau, die deutschen Springspezialisten, Frl. v. Opel, die anmutige Jagd - Spring -- Reiterin, Frau Franke, die vielseitig erprobte Dressur« und Spring-Reiterin.
----- Butzbach, 2. Juni. Der hiesige T u r n- und Sportverein, der 1846 gegründet
nach einem zweiten Weibe gelüftet, dieses so schnell wie möglich zu freien, wer sich aber von einem solchen befreien will, gibt diesem schnell den Laufpaß. ,
Mit der Sommerzeit sind wir auch vereingefallen. Denn als man nach hervorgegangener Ankündigung am l.Mai die müden Glieder eine Stunde früher zur Arbeit zwang, erfuhr man zur Mittagszeit, daß die Order, die Uhren schon an diesem Tage eine Stunde vorzustellen, aus Angora noch gar nicht erfolgt sei. Das nächste- mat, wenn die Zeitungen wieder von der Fortlegung der Sommerzeit auf den kommenden Tag sprechen werden wird man aber vorsichtiger sein, denn die geraubte Stunde am Schlaf gibt einem niemand wieder.
Sonst haben eine Menge neuer Bestinunungen schon gesetzliche Kraft erhalten. Alle Fremden, die des Tiirlischen in Wort und Schrift nicht mächtig sind, berührt besonders eine an alle Gastwirte und Kellner ergangene Verordnung. Wenn man nämlich jetzt nach eingenommenem Mahl seine Rechnung mit dem Wirt oder Kellner machen will, wird einem ein Zettel vorgelegt, den man nach allen Seiten dreht und auch nach Zuhilfenahme seiner Brille nicht entziffern kann. Die Rechnung ist, wie sich herausstellt. in türkischer Sprache und mit arabischen Buchstaben geschrieben. Bisher bediente man sich des Französischen und der lateinischen Schrift. Schließlich kann man es den Türken nicht verdenken, wenn sie in ihrem Lande die Einrichtungen treffen, die ihnen passen. Andererseits wollen sie aber den Touristen den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen. Dagegen sprechen jedoch wiederum die polizeilichen Bestimmungen bei den ewigen An- und Abmeldungen. --
Welchen Eindruck Konstantinopel jetzt macht? Ja, es ist eine Provinzstadt geworden, die in manchen Punkten an den Balkan erinnert. AUes, was der früheren Hauptstadt Glanz und Bedeutung verlieh, ist für immer dahin, oder nach Angora verlegt. Aber das alte Stambul läßt sich trotz aller Reuerungen und Verschönerungen, an denen man es nicht fehlen läßt, nicht aus seiner beschaulichen Ruhe stören.
Da sitzen wir wieder wie einst in besseren Tagen im Hose der Hagia Sofia auf niedrigen Stühlen und schlürfen unseren „cafe türk“ aus winzigen Tassen. Hm uns herum sitzen die vertrauten Gestalten in ihren langen Röcken, mit ihren langen Bärten und Pfeifen, aber mit Schirmmützen auf dem Kops. Unbehindert betreten wir die Moschee. Selbst die früher unerläßlichen Pantoffeln, ohne die man das Heiligtum beileibe nicht betreten durste, vergißt man anfänglich, uns zu reichen. Am Eingang fällt der Blick auf eine neue Hfjr mit der .französischen Zeit' und einen gregorianischen Kalender an der Wand. Einige Moslim stehen davor und betrachten beides verständnislos. Sie schütteln nicht einmal den Kopf. In der Mitte der Moschee verrichten Frauen, die ehedem den Raum nicht betreten durften, ihr Gebet, und in einiger Entfernung hockt ein Mann mit der „Melone" (Hut) auf dem Hinterkopf. Dann gehen wir weiter, an der weißlei^htenden Ahmed-Moschee vorüber, über den wetten Hippodrom mit seinen stolzen bhzanttnischen Denkmälern, durch enge Gassen, vorbei an den Ruinen verbrannter hölzerner Baracken. Hebet und zieht ein großer Raubvogel immer engere Kreise und stößt plötzlich auf ein uns unsichtbares Opfer nieder. Rach einer Wendung stehen wir wieder vor einer kleinen von Säulengängen umschlossenen Moschee. In den Gängen ftnb die aus Miechischen Gebieten vertriebenen Mohammedaner untergebracht. @3 bedürfte des Pinsels eines Malers und des beredten Dichterwvrts, um die Szenen wiederzugeben, die man hier erblickt. In Lumpen l gehüllte Gestalten hocken in Gruppen zwischen uw gestürzten antiken Säulen und verzehren ihr f dürftiges Mal, das die Frauen in primitivsten Gefäßen auf offenem Feuer bereiten. Hebet zer- ' bcn'tcnen Kapitellen trocknen gewaschene Rehe in allen Farben. Schwatzlockige Kinder wälzen sich im Staube. Aber man sieht weder die Lumpen noch den Schmutz, sondern nur das Malerische dieser, von der Sonne vergoldeten Bildet. In der Heinen Moschee empfängt uns eine wahre Farbensymphonie von Blau in Blau. Denn der Raum ist von oben bis unten in herrlichen alten Fayencen in diesen Farbtönen aufgelegt. Von der Kanzel spricht ein Imam mit beredten Worten zu zwei uralten Männern, deren Augen an seinen Lippen hängen. Sie tragen
aus der Ehriftusoffenbarung heraus verstehen: Der Mensch soll sich begnadigen lassen, indem er den Glauben lernt. Der begnadigte Mensch wird befreit von dem Zwang, sündigen zu müssen und wird durch die sittliche Tat Herr der Welt. Er gestaltet nun die Welt von Gott aus, indem er nicht sich selbst, sondern dem andern lebt. Der Redner schloß mit einem Appell an die evangelischen Frauen Deutschlands, in dem Leben für andere auch die Erfüllung ihrer besonderen Sendung zu suchen.
Oberin v. Tilling faßte in einem Schlußwort das Ergebnis der Tagung zusammen: „Es ging darum, daß wir umdenken müssen in vielen Dingen, daß wir wieder erkennen lernen, daß es der Herr ist, der hinter den Dingen steht." Ein gewal- tiges Schlußbekenntnis war das von Tausenden gemeinsam gesprochene Vaterunser. Die praktische Auswirkung der Tagung wird eine Fülle neuer lebendiger Frauenarbeit zum Wohle, des Dolks- ganzen in allen Gauen Deutschlands sein.
Oberhessen.
Landkreis Gicszen
£ Wiefeck, 3. Juni. Auch in der gestrigen Sitzung des Gemeinderats stand der Voranschlag für 1 926 auf der Tagesordnung. Mit allen gegen die Stimme des Beigeordneten beschloß der Gomeinderat auch diesmal, die Beratung des Voranschlags erstdannvorzu- nehmen wenn der Beschluß, der die Vervielfältigung des Voranschlagsentwurfs und vorherige Aushändigung an tue Gemeinderatsmitglieder verlangt, durchgeführt ist. Im Anschluß hieran erklärte der B ü r g e r m e i st e r. den Beschluß n i ch t d u r ch - führen zu wollen. (Weiteret Bericht folgt.)
# Obbornhofen, 2. Juni. Gestern wurde unter großer Beteiligung einer unserer ältesten Einwohner zu Grabe getragen. Es war der frühere Landwirt Hermann Philippi. Er stand im 76. Lebensjahr. Ein Herzschlag hatte dem Leben des noch rüstigen und fleißigen Mannes em schnelles Ende bereitet.
!—! Aus dem Lumda t a 1, 2. Juni. Infolge des warmen Sommertegens der letzten Tage hat sich der G e t r e i d e st a n d in unserm Tale erheblich gebessert. Besonders der Roggen steht sehr gut im Halm. Leider tritt auch hier der Getreideblasenfloh sehr stark auf. Bei einigem scharfen Hinsehen auf einen Roggenacker fallen einem bald Die weißen Grannenfäden der teils von oben, teils von unten ausgefressenen und dann verwelkten Aehren auf. Der Schaden dieses Insektes, das wohl sehr schwer zu bekämpfen ist, wird allem Anscheine nach sehr groß werden. Auch die Sommerfrucht, die wegen der Kälte im Wachstum sehr zurückgeblieben war, holt jetzt das Versäumte gut nach. Den höher gelegenen Wiesen ist der Regen noch sehr zustatten gekommen. In den Gärten ist jetzt nach dem langen Wachstumstillstand neues Leben zu spüren. Rur wird die Schneckenplage dieses Jahr wieder sehr groß. Frisch gesetzte Pflanzen we.den bald von ihnen abgetreten, und es heißt jetzt bei den jungen Pflänzchen täglich Nachsehen, wenn man nicht selbst das Rachsehen haben will. Sägespähne, um die Pflanzen gestreut, können die Hebeltäter etwas vertreiben helfen. — Mit der Obsternte sieht es dieses Jahr sehr betrüblich aus. Das Deeren- obst in den Gärten ist zum größten Teil erfroren. An den Apfelbäumen haben die Apfelblütenstecher und Frostspanner wieder großen Schaden angerichtet. Hier rächt sich der frevelnde Hebermut der Halbwüchsigen, die im Herbste die mit viel Mühe angelegten Klebegürtel abgerissen
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