Ausgabe 
3.6.1926
 
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würde, anders Pflicht haben. Mitte.)

Wbd el Krims Schicksal.

Paris, 2. Juni. (LU.) Wie die Blätter aus Fez melden, wird Abd el Krim voraus­sichtlich in den nächsten Lagen nach Fez gebracht werden. 3n Targuist sind jetzt 250 Rifleute in Haft, die sich führend an der Aufstandsbe- wegung beteiligt und freiwillig den Franzosen unterworfen haben. Wie dieChicago Tri­büne" aus Fez berichtet, beabsichtigt die f p a» nischeRegierung Abd el Krim unter An- klage zu stellen, weil er den Tod von 22 spanischen Offizieren verschuldet haben soll. Die spanische Regierung behauptet, die Offiziere seien mtt dem Bajonett niedergemacht worden. Auch andere Führer der Riftruppen sollen vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Es wird be­hauptet, die Spanier würden zwar nicht die Derhängung der Todesstrafe, wohl aber längere Gefängnishaft verlangen, die in einem spanischen Militärgefängnis verbüßt werden mühte.

Die spanische Regierung hatnochmalsdie Auslieferung Abd el Krims gefor­dert. Sie begründet dies damit, dah Abd el Krim früher in spanischen Diensten gestanden habe und infolgedessen als ein Aufständi­scher bettachtet werden müsse. Seine Aus­lieferung an die Franzosen sei seine persönliche Angelegenheit, da er nicht mehr im Ramen der Rifleute mit Frankreich Frieden schließen könne. Die Auslieferung an Spanien sei aber schon

(Mit erhobener Stimme): Wenn ich gehandelt hätte, würde ich einfach meine als preußischer Staatsminister verletzt (Lebhafte Zustimmung links und in der Ich persönlich würde den Volksentscheid

Wettervoraussage.

Meist wollig Winde zuerst auf nördliche, später auf südliche Richtung drehend, gewitter- hafte Regenschauer, Temperaturen schwankend.

Lieber Deutschland liegen mehrere Teilwirbel, die eine Hochdruckwetterlage noch nicht aufkom- men lassen, und die den Witterungscharakter noch unbeständig gestalten.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 21,2 Grad Celsius, Minimum 10,4 Grad Celsius. Heu­tige Morgentemperatur: 12,3 Grad Celsius.

deswegen notwendig, weil er die spanischen fangenen sehr schlecht behandelt habe.

Gereizte Stimmung in Frankreich.

" AoteS J Tagen finden in statt, die der Doten Kreuzes aiebige fürsorali Während vor m 1918 au8 ben $ reiche Üutoenining ift dies heute nat nicht mehr möglich die LeMchtung, liebt dienende stutzen. Am komm hiesigen,Aoie«§ stützt von den Dii onlassung der Äe

dar Auslandbeut Aerein: 8j Uhr Lichtspielhaus, Bi giments". Ast Mallory".

realfchüler erschossen und ein siebzehnjähriges Mädchen verwundet auf. Es wurde festgestellt, daß das Mädchen ihren Begleiter durch drei Revvlverschüsse getötet und dann ver- ücht hat, sich selbst zu erschießen.

Die deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen.

Paris, 2. Juni. (WB.) Der Vorsitzende des Verwaltungscrusschusses des Arbeitsamtes des Völkerbundes, Fontaine, der Mitglied des in Luxemburg gegründeten deutsch-französi­schen Ausschusses ist, dessen Aufgabe darin be- stebt, die Wirttchaftskreise beider Länder mit objektiven Nachrichten zu versehen, erklärte dem Genfer Vertreter der Havasagentur, wie oft seien die Beziehungen zwischen Frank­reich und Deutschland durch tendenziöse oder unkontrollierbare Nachrichten gestört wor­den. Die Gründer der Vereinigung seien der Ansicht, dah das beste Mittel, um Reibungen zwischen den beiden Nachbarvöllern zu vermei­den, ssi, sie mit richttgen Nachrichten über die Lage zu versehen. Man habe nicht die Absicht, offiziell die politischen Beziehun- ?en zwischen Frankreich und Deuts ch- and zu verbessern. Das Ziel, das man sich gesteckt habe, sei bescheidener und praktischer. Cs werde in Paris und Berlin je ein Bureau errichtet. Ein Deutscher leite das Bureau in Paris und ein Frairzose das in Berlin. Jedes dieser Bureaus werde sich in enger Fühlung mit der öffentlichen Meinung der beiden Länder halten, und es sei sogar möglich, dah der Ausschuß dazu übergehe, ein Nachrichtenblatt in beiden Hauptstädten, das in beiden Sprachen erscheint, zu gründen.

DeutjcheParlamentarrer inParis

Paris, 2. Juni. (TU.) Eine Abordnung deut­scher Parlamentarier, der insbesondere auch deutsche Wirtschaftspolitiker angehören, stattete heute nach­mittag dem Kammerpräsidenten 5) c r r i o t einen Höflichkeitsbesuch ab. Spater wurde die deutsche Abordnung auch von B r i a n d empfangen. Der Besuch dieser deutschen Abordnung gilt einem Mei­nungsaustausch mit dem Komitee zur Ausfüh­rung der Naturalleistungen.

Brmnd reift nach Gens.

Paris, 2. Juni. (TU.) Briand wird zur Einweihung des neuen Gebäudes des Internatio­nalen Arbeitsbureaus bereits am Samstag nach Genf reisen. Am Montag beginnt betanntlich die Tagung des Lölkerbundsrats, die die ganze Woche ausfüllen wird. Briand wird jedoch nur den beiden ersten Sitzungen des Rates bei­wohnen.

dungssache um nichts Wetter, als dah das Kö­nigshaus genau so zu behandeln sei, wie jeder andere.

Abg .Kasper (Komm.) erllärt, für die Notlage des Bolles habe der Finanzminister nichts übrig.

Abg. Falk (Dem.): Der Vergleich mit den Hohenzollern war abgeschlossen worden vorbehalt­lich der Zustimmung des Landtages. Glauben Sie. Herr v. Richter, daß sich für diesen Ver­gleich eine Mehrheit im Landtage gefunden hätte? (Abg. Dr. v. Richter schüttelt verneinend den Kopf.) Ich kann es mit den Grundsätzen, mit denen ich groß geworden und ergraut kün, nicht vereinbaren, für diesen Volksentscheid zu stim­men. (Ra also!" rechts.) Aber die Schuld der Reichsregierung Luther mit den deutschnationalen Ministern an dem Zustandekommen des Volks­entscheides ist nicht klein. Wir wissen ganz genau, dah leider unsere Anhänger im Lande uns die Gefolgschaft verweigern würden, wenn wir sie auf unfern Standpunkt festnageln wollten. (Ge­lächter rechts Zurufe bei den Kommunisten: Ihre Anhänger tun dasselbe!") Ich glaube nicht, bah der Vollsentscheid die erforderliche Stimmenzahl aufbringen wird. Dann wird es Aufgabe des Reichstages sein, eine annehm­bare Lösung zu finden, und dabei rechnen wir auf die Mitwirkung sowohl der Deutschen Volks­partei wie der Sozialdemokraten. (Beifall in der Mitte.) ,

Abg. Müller- Franken (Wirtsch. Vgg.) führt die im deutschen Volk herrschende große Beunruhigung auf die Gesamtentwicklung des modernen Staates in wirtschaftlicher und pöli-

Rufe links: Ihnen.")

Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff: Die Ausführungen des Herrn Abg. v. Richter zur Fürstenabfindung haben meine Verwunderung hervorgerufen, weil Dr. v. Richter als früherer Finanzminister doch eingehend über die Ver­hältnisse unterrichtet ist. Es war eben damals mit einem Eingreifen des Reiches nicht zu rechnen. Die richterliche Entscheidung in der Auseinandersehungsfrage war ebenfalls unzweck­mäßig. Die Ärteile in Thüringen haben dem Fasse den Boden ausgeschlagen. Da kam der demokratische Antrag im Reichstage, der doch nur die Aufgabe hatte, das Volksbegehren aufzu­sangen und in richtige Bahnen, zu leiten. (Sehr wahr!" in der Mitte.) Was den Vorwurf an­langt, wir hätten den Vergleich nicht dem Land­tage vorgelegt, so ist zu erwidern, daß das Staatsministerium sich einmütig auf den Stand­punkt gestellt hat, daß eine Vorlage des Ver­gleiches solange nicht zu einer Behandlung dieser Materie im Landtage fuhren wird, bis nicht vom Reiche eine grundsätzliche Entscheidung getroffen wurde. Auch die Deutsche Volkspartei hat im Reichstage den Gedanken einer reichsgesehlichen Regelung der Auseinandersetzung vertreten. Wenn eine vernünftige Regelung nicht gefunden ist. so liegt die Schuld nicht bei der preußischen Staatsregierung, und auch nicht bei mir per­sönlich. (Zustimmung in der Mitte.)

Das Haus vertagt sich auf Freitag 12 Tlhr.

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Paris. 3. Juni. (SU.) Der französische Ministerpräsident hatte am Mittwoch eine lange Unterredung mit dem spanischen Botschafter de Leon. Die Unterhaltung bezog sich auf die Grenzfestsetzung in Marokko. Beide Regierungen planen die Einsetzung einer gemisch­ten Kommission, die an Ort und Stelle die Moda­litäten der Grenzführung regeln wird. Es ist auch die Rede davon, dah diese Kommission sogar die Entscheidung über das Schicksal Abd el Krim- treffen soll. Vorläufig soll Abd el Krim in Fez verbleiben. Die Stimmung der französischen Oeffentlichkeit gegen Abd el Krim wird Zusehend gereizter. Es wird behauptet, daß eine Woche vor der Kapitulation spanische Soldaten, eingeborene und französische Senegalesen in großer Zahl erschos­sen worden seien. Wenn dafür einwandfreie Be­weise erbracht werden könnten, so sei es nicht ausgeschlossen, daß Abd el Krim vor ein Kriegs­gericht gestellt werde.

An der französischen Front.

Paris, 3. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die gesamte Familie sowie die hauptsächlichsten Per­sonen der Umgebung Abd el Krims, im aanzen etwa 150 Personen, sind in der französischen Linie eingetroffen.

Die französischen Truppen können Targuist, in einer Mulde und innerhalb der spanischen Zone liegt, nicht besetzen. Die Franzosen müsien sich daher mit den Spaniern darüber verständigen, süd- lich Targuist einen Posten einzurichten, der die Aus­läufer des Tales beherrscht und es ermöglicht, daß l die französischen Truppen den Spaniern zu Hilfe eilen könnten, wenn diese angegriffen würden.

Nach einem offiziellen Kommunique aus Rabat haben französische Truppen die Anhöhe Djebel Utka, 30 Kilometer nördlich von Uerga, eingenommen. Dadurch ift die Umzingelung der Beni S e r u a I oeenbet.

nicht begrüßen. Es war Aufgabe des Reichs­tages, eine Entscheidung herbeizuführen, und daß ich bei den entsprechenden Verhandlungen ver­sucht habe, den preußischen Rechtsstandpunkt zu wahren, wird mir niemand verargen können. (Lebhafter Beifall links und in der Mitte, anhaltende Zurufe und Zischen rechts.)

Abg. Waentig (Soz.) erklärt, die Frage der Msindung der früheren Fürsten fei nicht nur eine reine Rechtsfrage, sondern wesentlich eine politische Frage.

Abg. Dr. v. Richter (D. Vp.) wendet sich gegen die Ausführungen des Finanzministers in der Frage der Fürstenabfindung und erklärt, wenn die preußische Staatsregierung, vertreten durch den Staatspräsidenten und den Minister für die Finanzen, einen Vertrag ab- schlieht, so muh man verlangen, dah die Re­gierung sich mit ihrer ganzen Kraft hinter den Vertrag stellt. Ich glaube jedenfalls, daß es die Pflicht des Finanzministers gewesen wäre, etwas ruhiger und wesentlicher vom partei-demo­kratischen Standpunkt aus Stellung zu nehmen. Wir bedauern lebhaft, dah der derzeitige Fi­nanzminister in der letzten Zeit sich besonders start in verschiedenen Versammlungen, besonders des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, betätigte und auf diese Weise sich in rein politische Dis­positionen hineinziehen läßt. Der Redner kommt auf die Sparsamreitspolttik zu sprechen, die sei­tens des Finanzministeriums auch Dem Land­tage gegenüber viel stärker als bisher betont werden mühte. Der Finanzminister müsse sich auch gegen Vorwürfe der Unpopularität stark machen. Cs handele sich in der Fürstenabfin-

tischer Beziehung zurück. Die Sozialisierungs­bestrebungen des Staates lehnen wir ab, ebenso wie jeden Eingriff des Staates in die Privat­wirtschaft. Wir stehen auf dem Standpunkt: Keinen Pfennig mehr, aber auch keinen Pfennig weniger für die Fürsten, als ihnen wivllich zusteht. (Sehr richtig rechts Gelächter links.) In dem Moment, wo wir uns von dem Boden des Rechtes durch Enteignung der Fürsten ent­fernen, sinken wir tief hinab mit unserem Ein- ' ite der Völker. Darum müssen wir

lscheid bekämpfen. (Zustimmung rechts, Ihre Wähler stehen ja nicht hinter

Preußischer Landtag.

Berlin. 2. Juni, 11 Mr vorm. Das Haus überweist den zunächst vorliegenden Gesetz­entwurf, der für die Vollendung des Mittelland­kanals weitere 2 832 000 Rin. zur Verfügung teilt, an den Hauptausschuh.

Der Gesetzentwurf, der umfangreiche Neuord­nungen von Gemeinden und Kreisen Oberschle- iens vorsieht, geht zur weiteren Beratung an den Gemeindeausschuß.

Nächster Gegenstand der Tagesordnung ist die zweite Beratung des Haushalts des Finanzministeriums. Der Hauptausschuh hat hier aus Ersparnisgründen rund 1,3 Millio­nen gestrichen. Er empfiehlt die Annahme meh­rerer Anträge, die u. a. das Staatsministerium ersuchen, mit allem Nachdruck eine Vereinfachung und Verbilligung der staatlichen Verwaltung durchzuführen.

In der allgemeinen Besprechung greift Abg. v. Rohr (Dn.) den Finanzminister an, ins­besondere wegen seiner Meinung über die Aus­einandersetzung mit den Fürsten. Die Politik eines Staates, die auf Raub angewiesen ei, müsse seine Partei immer ablehnen.

Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff er- klärt, der Streit wäre nicht entstanden, wenn man sich strikte an das allgemeine Landrecht ge­halten hätte. Darnach war das gesamte unbe­wegliche Vermögen Eigentum des Staates. Auf diesen Standpunkt hat sich auch das preußische Staatsministerium gestellt, dah die von der Krone beanspruchten Besitztümer Staatseigentum sind. (Lebhafte Zustimmung links. Großer Lärm rechts. Die Deutschnationalen rufen im Chor: Keine Enteignung". Im Lärm des Hauses gehen die weiteren Ausführungen des Ministers zum größten Teil verloren.) Der Volksentscheid ist in der Verfassung vorgesehen. Wie die Ent­scheidung auch ausfällt, man kann sie unter keinen Umständen einen Raub nennen. (Erneuter Lärm rechts.) Die preußische Staatsregierung hat den Vergleich nur abgeschlossen, weil damals mit einem Eingreifen des Reichsgesehgebers nicht mehr zu rechnen war, und es für den preußischen Staat eine ungeheuere Schädigung bedeutet hätte, wenn die Auseinandersetzung in vielen kleinen Prozessen erfolgt wäre. (Lebhafte Zurufe rechts.) Ich will den preußischen Richtern keinen Vor­wurf machen. Wenn der König früher persönlich entschied, so geschah dies durch Kabinettsorders. Diese Kabinettsorders können noch jetzt rechts­verbindlich für den Richter sein. Wenn diese Kabinettsorders weiter bestehen sollten, so kann auf diese Weise der jahrhundertalte Streit zwischen Krone und Staat nicht gerecht beendet werden. (Großer Lärm rechts und Zurufe:Dieb­stahl!") Die Ansprüche des preußischen Staates, wie sie in dem Rechtsgutachten vom Jahre 1922 dargelegt wurden, sind rechtlich unbegründet. Bei dem Vergleich aber war es ganz unmöglich, den Rechtsstandpunkt des preußischen Staates ganz durchzufetzen. Nachdem nun der Reichsgesetzgeber eingegriffen hat, haben wir Gelegenheit genom­men, zu versuchen, unseren Rechtsstandpunkt auch durchzusehen. (Fortgesetzter großer Lärm bei den Deutschnationalen. Rufe bei den Kommunisten: Ruhe im Kuhstall!") Wenn Der Reichsgesetz- geber die Länder ermächtigt hätte, die Ausein­andersetzung mit ihren ehemaligen Fürstenhäu­sern durchzuführen, dann wären wir früher im Preußischen Landtag ganz sicher zu einer Aus­einandersetzung gekommen. Leider sind Die Dinge anders gegangen, und wenn es darauf anfani, ein Reichsgesetz für Die Auseinandersetzung zu schaffen. Dann mußte Preußen versuchen, ihm eine solche Fassung zu geben, daß fein Rechtsstand- punkt zur Geltung kam, so wie er 1922 dargelegt

Reichsminifier Dr. Kröhne in Hessen.

DarmstaDt, 2. Juni. Reichsminister Dr. Kröhne wellte gestern in Darmstadt, um Der hessischen Regierung seine Aufwartung zu machen. Am Nachmittag besuchte er Staatspräsident UI - rich und Finanzminister Henrich: der Besuch trug mehr Höflichkeitscharakter, als er Der Er­örterung von Ressortsragen des Reichsministers gewidmet war. Besprechungen über Der- kehrsfragen werden auf Wunsch der Stadt Mainz heute in Mainz stattfinden, wozu Der- tretet der Regierung, der Stadt Mainz und des Mainzer Wirtschaftsgebietes geladen sind. Zur Erörterung Der Verkehrsfragen, die in Anwesen­heit des Reichsverkehrsministers stattsindrn, ist es für Die Oeffentlichkeit von Wichtigkeit, zu wissen, daß die Reichsbahn und Die dieses Ver­kehrsinstitut betreffenden Fragen nicht mehr zum Arbeitsgebiet des Reichsverkehrsministers ge­hören. Der Minister fährt nach der Mainzer Konferenz um 1 ilfjr nach Koblenz weiter.

Aus -er Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 3. Juni 1926.

Don der Industrie- und Handelskammer Giehen.

In Gemeinschaft mit den übrigen» hessischen Industrie- und Handelskammern hat sich die Kammer für das Aufwertungssperr­gesetz ausgesprochen, da eine Wiederaufrollung der Aufwertungsfrage unausbleiblich zu neuen schweren Erschütterungen der Wirffchaft führen muß.

Ein vom Gesetzgebungs-Ausschuß des Hes­sischen Landtags gefaßter Beschluß, welcher eine paritätische Besetzung der amtlichen Be­rufsvertretungen fordert, hat dem Hessi­schen Industrie- und Handelskammertag Gelegen­heit gegeben, der ©taatdregierung seinen ab­lehnenden Standpunkt erneut zum Ausdruck zu bringen.

Der Steuernot der Wirffchaft widmet der Hessische Industrie« und Handelskammertag un­ausgesetzt die sorgfälttgste und ernsteste Beach­tung: er ist beständig bemüht, in mündlichen wie schriftlichen Verhandlungen mtt der Staats­regierung eine Milderung Der uner­träglich en Steuerlasten durchzusehen.So hat er erst jüngst von neuem die eindringliche Forderung gestellt, daß nun endlich einmal eine endgültige Veranlagung zur Ge­werbesteuer für 1925 und 1926 auf der Grundlage des gewerblichen Vermögens nach dem Staiide vom 1. Januar 1925 und des ge­werblichen Erttags für 1925 erfolgt. Ebenso ist er bestrebt, eine wesentliche Senkung der Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz her- beizuführen, unter welcher die Wirffchaft nicht minder wie die Allgemeinheit schwer zu lei­den hat.

Die hessischen Industrie- und Handelskam­mern haben gegen Die geplante Errichtung von Berufsberatungs st eklen wesentliche Be­denken nicht geltend gemacht: nur haben sie eine Zentralisierung der Berufsberatung in mög­lichst wenigen Aemtern als wünschenswert be­zeichnet, Damit einerseits allzu große Kosten ver­mieden werden und andererseits die zur Ver­fügung stehenden Mittel nicht in zu flehte Sum­men aufgeteilt zu werden brauchen.

In ihrer letzten Vollversammlung hat Die tandelskammer beschlossen, die Oesfentliche andelslehranstalt Giehen in ihre Trägerschaft zu übernehmen.

Die hessischen Industrie- und Handelskam­mern haben sich Dafür eingesetzt, daß auch Den stellvertretenden Mitgliedern in Den Landes­eisenbahnräten gestattet wird, an Den Sitzungen, wenn auch nicht sttmmberechttgt, teilzu­nehmen.

Zum Sommerfahrplan 192 6 hat Die Kammer Der Reichsbahndirektton Frankfurt a. M. Fahrplanwünsche in großer Anzahl münd­lich wie schriftlich vorgetragen, welche die Strecken Giehen-Fulda. Giehen-Gelnhausen, Gießen-Frank- surt a. M., Gießen-Köln, Gießen-Coblenz, HerS- feld-Alsfeld betrafen. Leider haben diese Be­mühungen um Verbesserung des Fahrplans nicht den wünschenswerten Erfolg gehabt.

Mehrfache Beschwerden über Transport- s chäden von Eisenbahngut gaben Ver­anlassung, die Reichsbahnverwaltung zu bitten, das Personal erneut auf sorgfältigste Behand­lung Der Cisenbahngüter hinzuweisen.

In älnterstützung einer Eingabe des Verbands der Tabakindustriellen von Gießen und AlmgegenD hat Die Kammer das Ministerium für Arbeit unD Wirtschaft gebeten, sich gegen jede Verschiebung in Dem bisherigen Verhältnis Der steuerlichen Belastung zwischen Den einzelnen Zweigen des Tabalgewerbes zu­gunsten Der Zigarettenindustrie im Reichsrat zu erklären.

Der Hessische Industrie- und Handelskammer- tag sprach sich bei dem Deutschen Industrie- und Handelstag für eine Verlängerung des Gesetzes über Den Verkehr mit unedlen Me­tallen aus.

In einer Eingabe DerHandelskammer an Den Deutschen Industrie- und Handelstag wurde dieser ersucht, für eine Ermäßigung des Einfuhrzolles für Ha arhüte nach Polen bzw. Danzig besorgt zu sein, da durch den gegenwärtig dort erhobenen hohen Einfuhr­zoll die gesamte deutsche Haarhutindustrie emp­findlich geschädigt wird.

Die Kammer hat Den hessischen Minister für Arbeit und Wirtschaft wiederholt Darum gebeten, Darauf hinzuweisen, daß in Zukunft bei Lie­ferungen für hessische Anstalten und Behörden in erster Linie hessische Firmen berücksichttgt werden.

Die immer zahlreicher werdenden Fälle, in denen Die Handwerkskammer zur In­dustrie und Handelskammer bei­tragspflichtige Firmen zu ihren Kosten heranzieht, gaben Veranlassung, erneut auf eine endgültige einheitliche Regelung der Frage Fabrik und Handwerk im Wege der Reichsge- sehgebung" zu Dringen.

Bei Dem hessischen Minister für Arbeit und Wirtschaft hat sich die Kammer gegen jede sche­matische Festsetzung des Zahlenver­hältnisses zwischen Angestellten und Lehrlingen in kaufmännischen Betrieben aus­gesprochen.

Die von Der Kammer schon seit langem er­strebte Anpassung der Verkaufszeit der S t r a ß en h ä n d l e an Diejenige des orts­ansässigen Kleinhandels soll demnächst zum Ge­genstand einer mündlichen Aussprache zwischen der Verwaltungsbehörde und Den beteiligten Wirtschaftskreifen gemacht werden.

Der Finanzausschuß des Landtags hat Die Regierungsvorlage über Den Entwurf eines Ge-

Aus aller Wett.

2800 Opfer der Katastrophe in Burma.

Rach einem amtlichen Bericht aus Rangoon beläuft sich Die Zahl Der bei Der letzten Sturm­katastrophe an Der Arakan-Küste ums Leben Gekommenen auf 2800. Auch Der Sach­schaden ist enorm.

Unwetter und Erdbeben in Italien.

In der Gegend von Bergamo ist ein heftiges Unwetter niedergegangen. Der Hagel vernichtete die Maulbeerbäume. Am Iseosee wurden zahlreiche Straßen verschüttet. In einzelnen Sttichen wurden von dem Zyklon sämtliche Bäume entwurzelt. Die Felder bieten ein Bild trostloser Verwüstung. Die Etsch ist infolge der heftigen Regengüsse im Stei­gen begriffen. Einer Blättermeldung zufolge wurden zwei leichte wellenförmige E r d st ö ß e in San Piero in der Romagna verspürt. Es ist jedoch keinerlei Sachschaden angerichtet worden.

Meuterei auf einem Dampfer.

Der von einer Konstantinopeler Schiffsagen­tur beladene DampferMaria" sollte von Kon- stanttnopel nach Constanza fahren. Der Dampfer ist jedoch nicht nach seinem Bestimmungshafen, sondern nach Dem russischen Hafen Novorosisk ge­fahren, nachdem die Mannschaft gemeutert und den Kapitän über Bord gewor­fen hatte. Die Ladung des Dampfers wurde von Der Besatzung in dem russischen Hafen ver­kauft. Die Schiffsmannschaft ist nach dem In­nern Rußlands geflüchtet. Der Besitzer hat sich an das Haager Seegericht gewandt.

Schwere Explosion im Danziger Hofern

Durch eine K e s s e l e x p l o f i o n auf einem norwegischen Dampfer am Ausgang des Danziger Hafens wurden drei Heizer und ein Kohlentrimmer auf der Stelle getötet. Zwei der Getöteten sind Danziger Staatsangehörige.

Ausschreitungen französischer Soldaten.

In GerrnerSheim wurden Drei junge Mädchen von französischen Soldaten belästigt. Als sich Die Mädchen gegen die Zudringlichkeiten wehrten, trat einer der Soldaten einem Mädchen mit Den schwer genagelten Schuhen in Die Hüfte und versetzte ihm obendrein einen Schlag ins Ge­sicht. Es darf erwartet werden, dah Die fran­zösische Militärverwaltung endlich gegen diese unerhörten Roheiten einschreitet.

Unglück bei einer Fahnenweihe.

In Würzburg ereignete sich bei der Fahnen­weihe eines Iugendvereins ein schweres Änglück. Zahlreiste Personen hatten Dabei auf erhöhten Plätzen, die man durch Bretterauflegen aus Fäs­ser, Gartenzäune usw. geschaffen hatte, Platz genommen. Plötzlich stürzte das Gerüst ein und riß 30 bis 40 Kinder mit in die Tiefe. Mehrere Knaben, ein Mädchen und ein junger Mann er­litten schwere Verletzungen.

Line siebzehnjährige Mörderin.

Dor einigen Tagen fand man im Walde in Der Nähe von Hamburg einen 13jährigen Ober-

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