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Preußen.

Erhöhung des Tchulgeldes an den höheren Schulen Preußens.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat das preußische Slaatsministcrium, bedrängt durch die schlechte Finanzlage von Staat und Gemeinden, vom 1. April ab das Schulgeld an den staatlichen Höheren Schu­len Preußens auf 200 Reichsmark jähr- 11 ch erhöht. An städtischen Höheren Schulen darf ein Schulgeld bis zu diesem Satz und für auswärtige Schüler weiter der bisherige Zuschlag von 25 Proz. erhoben werden.

Kreis Wetzlar.

2J Wetzlar, 1. März. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung wurde die Vereidigung der im Mai 1924 gewählten vier unbesoldeten Beigeordneten nachträglich rorgenommen. Man gab hieraus ohne Widerspruch die Zustimmung zur Aufnahme eines Hy p o t h c - kendarlehns in Höhe von 177000 Mk. bei der Landespsandbriefanstalt, das zu einem Zinssätze von etwas mehr als 10 Proz. einschl. der Unkosten her- eingenommen werden kann. Alsdann kam der Drinalichkeitsantrag der SPD.-Fraktion zur Behandlung, den erst im vorigen Jahr neu benann­ten Solmser Platz in Friedrich-Ebert-Platz umzubenennen Bekanntlich war im vorigen Jahre von^gleicher Seite der Antrag auf Benennung als Rathenau-Platz eingebracht worden, der jedoch da­mals auch mit der Stimme des Bürgermeisters ab­gelehnt wurde. Bei der jetzigen Debatte war beson­ders das warme Eintreten des Sprechers der demo­kratischen Fraktion für die Umbenennung bemer­kenswert Bei der Abstimmung kam denn auch eine Mehrheit in dieser Richtung zustande. Wenn auch der Bürgermeister erklärte, daß die Umbenennung Sache der Polizeiverwaltung sei, so ist an der Zu- stimmung des Bürgermeisters als Polizeiverwalter nicht zu zweifeln, trotzdem im vorigen Jahre allge- mein die Ansicht vorherrschte, Straßen und Plätze nur mit heimischen Ortsnamen zu be­nennen. Als letzter Punkt kam eine Anfrage der D BP. - F ra k t i o n zur Besprechung, die sich auf die bekannten Versammlungen wegen Errich­tung neuer Kraftpostlinicn von Gie­ßen bzw von Butzbach nach den Orten des K l e c- bachtal-s und bis noch Brandobern darf bezog. Von den Antragstellern wurde hierbei die Vermutung geäußert, daß bei der geplanten Ver­kehrsregelung die Interessen der Kreisstadt zu kurz kommen würden, und es wurde um tatkräftiges Ein­treten der Verwaltung für die Belange der Stadt ersucht Nach den Auskünften des Bürgermeisters und des Stadtrats ist die Stadt bereits in dieser Richtung tätig gewesen und weiter bemüht, hier Wandel zu schaffen. Besonders soll der neue Ver- kchrsvercin weiter in der Sache tätig bleiben.

n Wetzlar, 1. Mürz. Wie wir weiter hören, hat sich die Stadtverordnetenversamm­lung in ihrer jüngsten Sitzung auch mit dem von uns bereits gemeldeten Geländeaustausch zwischen der Stadt und der ©ärmere*. Linsen- maier beschäftigt und dem Tausch in der vorge- schlagencn Form z u g e st i m m t. Damit ist das letzte Hindernis für den Ausbau des unteren Teils des Mühlgrabens aus dem Weg ge­räumt. Durch das Verschwinden des in äußerst schlechtem Zustande befindlichen Anwesens wird das Städtebild in dieser Gegend auf das beste gehoben.

1 Wetzlar, 28 Fcbr. Die Veranstaltungen am heutigen Dolkstrauertag nahmen in unserer Stadt einen allgemein erhebenden Ver­lauf. Der Festgottesdienst der evangelischen Ge­meinde im Dom versammelte eine selten große andächtige Gemeinde. Die Festpredigt selbst hielt Pfarrer L ü h l. Rach dem GottÄdicnst fand auf drm Heldensriedhof auf dem neuen Friedhof eine schlichte, erhebende Gedenkfeier statt. Die Hauptrcde hielt hier Pfarrer Schmidt. Rach ihm sprachen noch kurz der katholische Pfarrer Witsch und der jüdische Lehrer K a h en ftei n. Eine große Anzahl Kränze wurde niedrrgelegt.

rlr. Dorlar, 28. Febr. In würdiger Weise wurde auch hier eine Gedächtnisfeier zu Ehren der gefallenen Krieger veranstaltet. An den Vormittagsgottesdienst, der von sämtlichen Vereinen besucht wurde, schloß sich eine Gedächtnisfeier am Denkmal an. Von sämtlichen Vereinen wurden hier Kränze niedergeleot.

<> Dornholzhausen, 1. März. Hier hat sich ein Mannergesangverein ge­gründet, dem über 20 Mitglieder beigetreten

Die tolle Herzogin.

Roman von E r n st Klein.

Copyright by Carl Sünder, Verlag, Berlin.

5. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Natürlich. Man muß ihn in seiner Diskretion festhalten."

Gewaltmittel sind verpönt und dann--

sie kompromittieren zu leicht. Sie sehen also, Herr Wood, so geistreich unser kleiner Apparat ist, so gut er funktioniert so ist seine Handhabung doch immer mit großem Risiko und großen Kosten ver­bunden. Die Polizei, die in unserer Stadt besonders gut organisiert ist, muß auch bedacht werden, damit sie das Verständnis für die sozialen Bestrebungen nicht verliert, deren wir uns befleißigen. Und nun kommen Sie, ein GentlePardon, ich erinnere mich und wollen uns noch eine außerordentliche Steuer auferlegen'. Bedenken Sie doch, daß ich meiner Pa­riser Schneiderin meine letzte und auch meine vor­letzte Rechnung noch schuldig bin! Es ist ein wahrer Jammer!*

Wie sie da vor ihm hockte, verführerisch einer von den mit dem Satan verbündeten Engeln, der beim Sturz aus dem Paradiese in die Hölle aus Versehen auf der Erde hängen geblieben war.

Hm" sprach James Wood,diese Umstände komplizieren natürlich die Sache sehr. Ich müßte 1 i i n wollte ich nicht behaupten, daß mein- A'1bl in ganz außerordentlichem Maße angeregt ' Eine so elegante Frau, die ihre Toiletetn nicht bezahlen kann! Dieser Jammer greift mir ans Herz, und ich werde mich daher ich hatte die Absicht, das Doppelte zu verlangen mit zweitausend Pfund begnügen."

Aristides Sperazzii machte auf seinem Fauteuil eine heftige Bewegung, doch Madame Lsonie brachte ihn durch eine einzige Handbewegung zum Schweigen, ehe er noch reden konnte.

Sie verzeihen, Herr Wood," lächelte sie,mein Bruder hat ein etwas heftiges Temperament. Die Summe, die Sie zu nennen belieben, klingt etwas hoch, aber ich meine, wir können die Sache ja in aller Ruhe besprechen, nicht wahr?"

Jetzt war es James Wood, der sich zu ihr hin­beugte. Doch was sie in seinen Augen sah, war nicht

sind. Dirigent des Vereins ist Lehrer Watz von hier.

Kreis Biedenkopf.

ah. Rodheim a. d. Bieber, 1. März. Der gestrige Volkstrauertag unterschied sich, nach seinem äußeren Gepräge beurteilt, fast von keinem anderen Sonntag. Rathaus und Schule hatten in den Reichsfarben auf Halbmast ge­flaggt. Am Morgen fand ein Trauergottesdienst statt.

Lberlahnkrcis.

WSR. Villmar a. d. Lahn. I. März. Gestern vormittag gegen 9 älhr sollte der von Gießen kommende sahrplamnähigc v-Zug den hiestgen Bahnhof auf der Fahrt nach LimburgKoblenz paksieren. Kurz vorher war jedoch vom Streckenper^onal ge­meldet worden, daß ein starker Felsblock zwilchen Aumenau und D llmar sich vom Berge losgelöst hotte und auf die Geleise ge­stürzt war, wodurch die 0-Zugstrecke versperrt wurde. Der Zug konnte in Aumenau noch recht­zeitig z u m Halten gebracht werden. Die Räu­mungsarbeiten wurden sofort oufgenommen, und mit großer Mühe gelang die Wegräumung des Felsblockes. Mit etwa einstündiger Verspätung konnte der O-Zug dann die Fahrt fortsetzen. Rur durch die Aufmerk'amkeit des Streckendienstperso­nals ist ein folgenschwerer Eisenbahnunfall ver­hütet worden.

Maingau.

Frankfurt a. M., 1. März. (WSR.) Am Freitagmittag hatte sich ein großer, mit 1800 Tonnen Kohlen beladener niederländischer Kahn

quer vor die Hntcrmain brücke gelegt, wodurch feit drei Tagen die ganze Mainschiff­fahrt gesperrt werden mußte. Rachdcm der Kahn in andauernder Tag- und Rachtarbeit geleichtert worden war, gelang c5 heute vormittag, ihn a b - zuschleppen. Die Schiffahrt hat kurz darauf wieder kräftig eingesetzt. An der Riederräder Schleuse ist ein unbekannter Toter aus dem Main geländet worden. Er ist ein großer kräftiger Mann mit blonden, vorn stark gelichteten Haaren im 2llter von 25 bis 30 Jahren. Er trug eine silberne Uhr mit der Rümmer 37 736. sowie eine feinaliedrige goldene Hhrkette bei sich. Heber die Persönlichkeit des Toten war bis jetzt nichts zu erfahren.

WSN. Frankfurt a. M., 1. März. In der Nacht zum Samstag erstach der 26jährige Metzger Fritz Röhl im Haufe Johannitergasse 11 in schwer betrunkenem Zustande den 2öjähriaen Tagelöhner H e r m a n n I u n g, der kurz daraus an Verblutung starb. Röhl wurde verhaftet.

Groß - Wiesbaden.

WER. Wiesbaden, 1. März. Der preu­ßische Staatsrat hat seine Zustimmung zu der Erweiterung des Stadtkreises Wiesbaden durch die Eingemeindung von Biebrich, Schierstein und Sonnenberg gegeben. Die Gingemeindungsangelegenheit geht jetzt an den Landtag, der darüber endgültig beschließen wird. Durch die Eingemeindung wird Wies­baden einen Zuwachs von etwa 30 000 Ein­wohnern und 4617 Hektar Flächeninhalt er­halten. Der Restkreis Wiesbaden hat sich mit der Ausgemeindung bereits einverstanden er­klärt.

Turnen, Sport und Spiel.

Handball.

Turngemeinde Marburg Männerturnverein Gießen 0:2.

ch Die ungünstige Witterung und die dadurch hervorgerusenen schlechten Platzverhältnisse be­einträchtigten das Treffen am Sonntag in hohem Maße. Jedoch der Eifer der beiden Mannschastm gestaltete das Spiel recht spannend, so daß bei recht ansprechenden Leistungen von einem guten Sport gesprochen werden kann.

Die erste Halbzeit sah die QHännertumer säst dauernd im Vorteil, die aber durch die oft mehr als zahlreiche Verteidigung der Gäste keine zähl­baren Erfolge erringen lönnen. Rach der Pause konnten die Marburger das Spiel offener ge­stalten. Die zeitweise ihrerseits schön emgelait-rtea Angriffe schnterten jedoch, an der hervorragend arbeitenden Hintermannschaft der Einheimischen. Diese sehteit nun alles daran, um zu dem ver­dienten Siege zu gelangen. Ihre Angriffe wur­den immer häufiger und gefährlicher, so daß der Gästetvrwart oft fein ganzes Köinren aufbieten mußte, um die zahlreichen Torschüsse zu meistern. Trotz ganz vorzüglicher Abwehr konnte er nicht verhindern, daß zunächst der Rechtsaußen und alsdann der Halbrechte der Riännerlurner je ein Tor erzielten, und somit das Treffen für ihre Farben entschieden.

Der Schiedsrichter, Turner Heinrich Fisch, vom Turn- und Sportverein Butzbach, war dem Spiel ein aufmerksamer und gerechter Leiter.

Das Spiel T. V. S ch l i h gegen T. D. 1 8 4 6 Gießen wurde von Schlitz abgesagt.

M. T. D. Gietzen (Spielabteilung)

ch Vor einigen Tagen hielt die Spielabteilung des Männerturnvereins Gießen ihre erste diesjährige Spielerversammlung ab. Der derzeitige Spielwart, Turner A. Slawitzki, brachte einen ausführlichen Bericht über die vergangene Spielzeit und die hiermit verknüpfte Tätigkeit der Abteilung. Wie hieraus ersichtlich, wurde innerhalb dieser Zeit recht gute Arbeit geleistet, was besonders durch die erzielten Er­folge zum Ausdruck kam.

Einen interessanten Punkt der Tagesordnung bildete u. a. die Spielplatzfrage, die ein­gehend erörtert wurde. Erfreulicherweise konnte hierzu berichtet werden, daß mit allem Rach- Örud an der Vollendung des am Schisfenberger Weg gelegenen Spielplatzes gearbeitet und dieser

für die kommende Saison schon soweit hergerichtet wird, daß Hand- und Faustballspiele dort ab­gehalten werden können. Cs dürfte dann den einzelnen Abteilungen Gelegenheit geboten fein, mehr als bisher an die Oeffentlichkeit zu treten und damit werbend für ihre schöne Sache zu wirken.

Sehr zu begrüßen ist die Tatsache, daß nun auch das Schlag- und Tromm elballspiel ausgenommen und besonders gepflegt werden soll.

Fußball.

Aus dem Taunusgau des 5. F. D.

SportklubViktoria" Ridda Gaumeister.

i. Rach verschiedenen sehr schönen Freund­schaftsspielen gegen altbewährte Gegner der enge­ren Heimat trat der SportklubViktoria" Ridda den Weg nach Ober-Roßbach an. um dort gegen den Romensvetter um die Meisterehre zu kämpfen. Zuvor hatten die Riddaer ihren Bezwinger Sportverein Schotten auf dessen eigenem Spielfeld auf derBockzahl" ein­wandfrei geschlagen. Auch die Alemannen aus Gedern, die gegen RiddasViktoria" in die Sranken getreten waren, mußten sich nach sehr flottem Spiel als bezwungen bekennen. So hatte man diese Freundschaftsspiele benutzt, um die Vorbereitung für den Meisterkampf zu beenben, der nun am vorigen Sonntag in Ober-Roß- bach im Vorspiel stieg. Dort hatten die Riddaer in den Rohbachcr ..Viktorianern" einen recht zähen! Gegner, der in der ersten Halbzeit ganz ener­gischen Widerstand entgegensetzte. Doch nach der Halbzeit besann sich Ridda eines Besseren, und wenn daS Resultat bei Halbzeit noch unent^ schieden stand, so verliehen die Spieler vom 2. Bezirk mit einem überlegenen Siege das Feld. An diesem Sonntag sollte nun Roßbach zum Rückspiel in Ridda antreten. Riddas Spieler warteten jedoch vergebens, so daß ohne End- kampf dem SportklubViktoria 1912 Ridda die Meisterschaft des Taunusgaues im Mainbezirk des Süddeutschen Fußball-Verbandes zufiel. Da­mit rückt der rührige Verein auf.

Turnen.

Dom Lahn-Dünsberg-Gau.

T Waldgirmes, L März. Unter der Lei­tung des Bezirksturnwartes Karl Gisset aus Rod­heim fand gestern hier die erste Vorturn er-- ft unde des 1. Bezirks des L a h n - D ü n s b e r g-

Begierde, sondern kaltes, unbeugsames Wollen. Er wollte zweitausend Pfund. Und er war entschlossen, sich auch nicht eine halbe Krone ablisten zu taffen.

Madame," sagte er, «v,Sic sind eine der ent­zückendsten Frauen, denen ich bis jetzt in meinem an Frauen nicht gerade armen Dasein begegnet bin. Wenn nicht meine Lage eine so desparate wäre, würde ich diese zweitausend Pfund nehmen denn zahlen müßte sie mein verehrter Gnsiireund, ob er will oder nicht würde Ihre Schnciderrechnungen erledigen und den Rest des (Selbes mit Ihnen durch­bringen. Ich habe schon größere Summen auf den Altären der Liebe geopfert und um weniger schöner, weniger reizvoller Frauen willen, als Sie sind---"

Jetzt aber war der Herr Bruder nicht mehr zu halten. Alle Vorsicht vergessend, schleuderte er ihr auf Spaniolisch etwas zu. Hastige, wutgifttgs Worte. Sie machte ein böses Gesicht und schüttelte den Kopf.

Janus Wood schenkte sich gelassen eine neue Tasse Kaffee ein und meinte wohlwollend, nachsichtig für die Schwächen eines aus Rand und Band ge­ratenen Mitmenschen:

Nein, mein lieber, guter Sperazzi, Sie werben den Ibrahim nicht heraufrufen unb mir nicht von ihm den Schädel einfdjlagen lassen"

Mit weil ausgerisfencn Augen starrte ihn der Levanttncr an.

Sind Sie denn ein Teufel?" stammelte er. Verstehen Sie Denn Spaniolisch?"

Wie Sie sehen. Und damit Ihnen nicht wieder eine solche Entgleisung passiert, möchte ich Sie dar­aus aufmerksam machen, daß selbst die Anwesenheit einer so entzückenden Frau mich nicht davon ab­halten würde, die Drohung wahrzumachen, mit der ich unsere eigene kleine Unterredung zu eröffnen gezwungen war."

Sperazzi wallte etwas entgegnen. Doch wieder schnitt ihm Madame Lsonies Hanbbewegung Wort und Wut mitten entzwei. Sie lachte. Sic amüsierte sich augenscheinlich köstlich.

Darf man fragen, welcher Art diese Drohung mar5" flötete sie.

Reben wir nicht davon, Madame Ihr Bruder weiß Bescheid. Doch, um nach dieser kleinen Unterbrechung auf unser eigentliches Thema zurück­zukommen, lasten Sie mich Ihnen sagen, baß ich

beim Betreten Ihres Hauses ein Pfund unb einen Revolver besaß--"

Der Revolver sollte wohl in Aktton treten, wenn das Pfunb verloren war?"

Stimmt vielleicht sogar in diesem Zimmer."

Pfui, wie melobramarisch! Unb nochmals pfui, wie feig! Hat ein Mann wie Sie wirklich keine andere Alternative?"

Bah was heißt das: ein Mann wie ich! Ich kann vielleicht einen Smoking stilvoller tragen als andere Geschlechtsgenosten aber sonst doll) wozu von Dingen sprechen, die unerquicklich unb, wie ich sehe, geeignet find, mich in Ihrer guten Achtung herabzusetzen! Ich habe von dem Revolver unb bem Psunde nur gesprochen, um Ihnen in zwei Worten meine Lage zu fdplbcrn. Ihre Roulette hat alles getan, mich dem Tode näherzubringen, und ich stelle diesen Umftanb in Rechnung, wenn ich mein Leben mit zweitausend Pfund einschätze. Sic werben zugeben, daß biese Summe eher zu niedrig gegriffen ist."

Zweifellos, Herr Wood, jedoch--"

Ich hatte die Absicht, viertausend Pfund zu uer langen, ober Herr Sperazzi wußte, was er tat, als er Sie sich zum Sukkurs herbeiholte. Ich begnüge mich zwar jetzt nicht mit weniger als viertausend, aber ich bringe zweitausend davon in Abzug für bie angenehme Stunbe, bie ich Ihnen banke. Madame, ich hoffe, Sie anerkennen, daß ein Mann, der vor dieser Stunde nichts vor sich sah als den Lauf seines Revolvers, sich nicht nobler erweisen kann. Mein ganzes Leben tariere ich mit zweitausend Pfund, unb eine Snmbe'bes Ihrigen mit ebensoviel."

Sie blickte ihn lange an. Seltsame, ihm unver­ständliche Lichter griffen aus der Abgrunbtiefe ihrer Augen empor. Das Lächeln um ihren roten, sinn­lichen Mund würbe sphinxgleich.

Unb wenn ich wenn wir Ihnen bas Gelb geben--?" fragte sie.

Sperazzi sprang auf. Gestikulierte. Rollte bie Augen. Schrie. Griechisch, spaniolisch, arabisch alles durchsinonber.

Setze bich!" herrschte sie ihn an. Ohne ihn an­zublicken. Denn ihre Augen hingen immer noch an denen Woobs. Sogen sich an ihnen fest.

Du bist verrückt bu bist wahnsinnig--"

röchelte ber dickc Mann , , _ ,

Setze dich!"

Gaues statt. Trotz bes schlechten Wetters waren 20 Turnwarte und Vorturner angetreten. Durchge­turnt wurden bic Freiübungen für das biesjährigc Gaufest in Atzbach. Anschließend fand Besprechung her einzelnen Stellungen unb barauf ein allgemeine-' Kürturnen an den Geräten statt, wobei bie Vereine wieber gegenseitig Lehrreiches gewinnen konnten. Als Ort für die nächste Bezirksvorturnerstunde wurde Aßlar bcftimml.

Wassersport.

Schwimm- und Springlehrkursus in Giehen.

Das sportliche Leben unserer Stadt ist um ein Ereignis reicher. Der am Samstag und Sonntag stattgesundene Schwimm- und Springlehrkursus, den der hessische Landesbeirat für Leibesübungen in Gießen im städtischen Hallenbad unter Mitwir­kung hervorragender Kräfte auf dem Gebiete der Sportpädagogik veranstalten ließ, ist ohne Zweisel als ein bedeutsamer Schritt vorwärts in der Sport-, insbesondere der Schwimmsportbewegung Gießens anzusprechen. Unb zwar ist bei einem Heberblick über das Gebotene zunächst als wesent­lichstes Moment anzusehen, daß neben der Be­deutung, die der Lehrgang für die Weiter­entwicklung unseres heimischen Schwimmsports hat, diesmal der Sport der breiteren Oefsentlich- keit von einer völlig neuen Seite nähergebracht worden ist. Denn während seither meist nur der Wettkampf, also der mehr oder weniger vollkom­mene Sport dem großen Publikum gezeigt wurde, hatte es diesmal Gelegenheit, einen Blick in die Werkstatt zu werfen, wo in kleiner unb klein­ster Arbeit und nach wohlerwogenen Grund­sätzen an dem einzelnen das geschaffen wird, was für die Abhaltung von Wettkämpfen un­erläßlich ist. Mit diesem Einblick in das Heben nnb Arbeiten am Körper war dann aud) ohne weiteres gegeben, bah jeder, der den Vorträgen und praktischen Ergänzungsübungen gefolgt ist. sich davon überzeugen konnte, daß neben der Körperlichkeit", ja vielleicht über ihr, die Ge­dankenarbeit. die Theorie im Sport steht. Man kann wohl behaupten, daß manch einer gerade nach dieser Richtung hin ein völlig neues Bild vom Betreiben der Leibesübungen befoinmen hat. das vor allem eine, wenn auch nicht große Zahl nach diesen Kursen erkannt hat. daß bic Sportbewegung doch viel mehr ist als lediglich das Streben, sick; körperlich zu betätigen.

Der Lehrgang war nach verschiedenen Ge­sichtspunkten in drei selbständige Vorträge ein- geteilt. Er begann am Samstagabend. Die Vor­bereitungsarbeiten unb die Durchführung war vom hessischen Lanbesbeirat. der Veranstalter des Lehrgangs war, dem Gießener Schwimmverein übertragen worden. Wie schon vor einiger Zeit erwähnt, ist der hessische Lanbesbeirat für Leibe-- Übungen eine von der Regierung geschaffene Ein­richtung, die als Berater in allen sportlichen Fragen und insbesondere bei der Verwendung von staatlichen Mitteln für Sportzwecke befragt wird. Mit Hnterstühung des Deutschen Schwimm­verbandes hatte der Landesbeirat zwei bekannte Kräfte, den Lehrer an der deutschen Hochschule für Leibesübungen, Kellner, der auch im Schwimmsport selbst als einer der besten deutschen Rückenschwimmer eine Rolle spielt, und Julius Stern, einen in früherem Jahren oft genannten Springer, gewonnen. Die Beteiligung seitens der Schwimm- und anderen Sportvereine an den Kursen war den Verhältnissen entsprechend gut, vor allem ist zu begrüßen, daß die Behörden und Schulen bei sämtlichen Vorträgen vertreten waren. Aus Kreisen des Schwimmsports waren Dr. Geisow, der erste Vorsitzende des Deut schen Schwimmverbandes. und Dr. Friedrich, der Vorsitzende des hessischen Landesbeirates unb gleichzeitig Vorsitzender des Gaues l Kreis 5 des Deutschen Schwimmverbandes, zugegen.

Als erstes wurde in einem zweistündigen Vortrag am SamstagabendDieTechnikdes Schwimmens" von Sportlehrer Kellner behandelt, nachdem der Kursus durch den ersten Vorsitzenden deS Gießener Schwimmvereins und mit einem Stafselwcttkampf eröffnet worden war. In anschaulichster Weife erläuterte der Vor­tragende zunächst die für das Schwimmen gelten­den allgemeinen Grundbegriffe, um dann auf die mehr sportliche Seite, die für das sportliche Schwimmen in Frage kommenden einzelnen ..La­gen": Brust-, Rücken-, Seite- unb Frei st il- schwimmen einzugehen. Durch eigene Darstel-

Gehorsam ließ er sich in einen Fauteuil nieder fallen. Brummte unb knurrte aber vor sich her.

Nun?" wieberholie sie.Sic haben meine Frage noch nicht beantwortet! Wenn ich Ihnen bie zwei­tausend Pftind geben würbe ?"

Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, baß id)"

Ach daran habe ich nie gezweifelt", lochelic dos schone Weib.Meine Frage will etwas anbere-?. Zweitausend Pfund sind eine schöne Summe Gel­bes für eine Stunde meines Lebens jedenialls zu viel. Wenn wir sie Ihnen trotzdem geben, hofjeu wir sic auf gute Verzinsung anzulcgen. Herr Wood mir konnten einen Mann wie eie ausgezeichnet brauchen."

James Wood grinste.

3d) würbe sicher immer daneben treten."

Sie als Croupier! Aber aber--ein

Croupier für zweitausend Pfunb! Nein, mein Hen. Sie sollen uns Dienste leisten, bie ein anderes Ka­liber an Mann erfordern. Wollen Sie?"

Ich bin leiber nicht in der Lage, gleich den irrenden Rittern alter Zetten schönen Frauen um ber Ehre einer Schärpe wegen zu dienen. Ich muß fra­gen, was versienc ich dabei?"

Die Dienste, bie wir von Ihnen verlangen, sind and) gar nicht romantischer Art. Sie sind lehr nüch­tern unb oft nicht ungefährlich. Aber sie machen sich bezahlt. Wollen Sie?"

Hm Madame! Sehen Sie, wenn ich mich auch nicht gern an bie sogenannten besseren Zeiten erinnere, so sind doch noch gewisse Ideen unb An schauungen in mir lebendig, die, io rückständig Sic Ihnen auch erscheinen mögen, doch meiner Dienst­fähigkeit für Sie eine gewisse Grenze ziehen."

Mabamc Löonie lächelte, erhob sich von der Otto­mane unb reckte den schlanken, geschmeidigen Körper.

Stiebet Aristides," sagte sie,geh' ins Bureau und hole das Gelb!"

Wieber Blick und Gegenblick zwischen ben betben. Unb der Mann, dessen Wut sie eben vorher noch bändigen mußte, lächelte wie sie. Lächelte unb verließ dos Zimmer.

James Wood schob sich langsam empor. Teufel was wollen die beißen auf einmal? Das Lächeln der Fran--? Man wird ja sehen---

(Fortsetzung folgt.)