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schlage haben jedoch den Wunsch nach Kolonien nur noch lebhafter werden lassen.

Seitdem ein englisches Blatt den Gedanken ausgesprochen hat, daß Deutschland irgend­ein Mandat über eine seiner alten Kolonien er­halten müsse, verbindet sich in Italien der heiße Wunsch nach Kolonien mit einer bedauerlichen 2lnin«o-ität gegen Deutschland, wie man Jie z. D. schon in der Einleitung zum Referat über die Locarno-Vorlage in der Kammer seststellen muhte. Dos »besiegte" Deutschland, hieß es darin, dürfe nicht eher Mandate erhalten als das sieg­reiche Italien! Man nennt Kamerun oder Logo, und Italien wird sicherlich für irgendein Mandat auch politische Opfer bringen und Ver­pflichtungen eingehen. Für dm ganzen Faszismus ist der Erwerb, und zwar der baldige Erwerb von Kolonien zu einer Prestigefrage ge­worden. Italien will durchaus sein Impero, d. h. sein Kolonialreich, haben Wer sich dem wider­setzt, meinte neulich die Lribuna, wird die Ver­antwortung für die kommenden Dinge tragen müssen. In diesen: Zusammenhang gewinnt das Interesse, das die hiesige Öffentlichkeit der Ta­gung der Mandatskommission entgegen» bringt, gewinnen auch manche andere politischen Vorgänge der jüngsten Zeit eine besondere Be­leuchtung._

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

* Klein-Linden, 1. März. Am Volks- trauertag fanden hier zwei Gedenkfeiern statt. 2lm Vormittag versa,mnelten sich die Gemeinde­glieder zu einem Trauer-Gottesdienst, in dem Pfarrer Ackermann die Predigt hielt. Die Äachmittagsfeier auf dem Friedhof wurde durch Chöre des Posaunenchors eingeleitet. Ansprachen hielten Pfarrer Ackermann und der Vor­sitzende des KriegervereinS. Beide Ansprachen gipfelten in dem Aufruf, die Gemeindeglieder möchten dazu beitragen, daß den Gefallenen bald eine Ehrenstätte bereitet werbe. Eine Kol­lekte von 77 Mark kommt dem Kriegerdenbnal- fonds zugute.

f. Klein-Linden, l. März. Am Sams­tagabend hielt die hiesige Spar- und Dar- lehnskasse ihre diesjährige ordentliche Hauptjahresversammlung bei sehr gutem Besuch in der Wirtschaft Rinn ab. Aus dem Geschäftsbericht deS Direktors, Schreiner­meister Wilhelm Fey war zu entnehmen, daß die Kasse sich im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr günstig entwickelt hat. Die Spareinlagen haben sich gegenüber dem Vorjahr ungefähr verdreifacht, was hauptsächlich auf die Einfüh­rung des Sparmarkensystenrs zurückzuführen ist. Die Mitgliederzahl stieg von 76 am Anfang auf 107 am Schlüsse des Geschäftsjahres. Die vor­geschriebenen Ersatzwahlen zum Vorstand und Aufsichtsrat ergaben die Wiederwahl des Vor­standsmitgliedes, an Stelle eines aus der Kasse ausgetretenen Aufsichtsratsmitgliedes wurde Eisenbahnsekretär Karl Klein neugewählt. Der Verbandsoberrevisor Hartmann-Gießen gab auf 'Anfrage aus der Mitte der Versammlung wertvolle Aufklärung über den heutigen Stand d«8 Geldmarktes, sowie über Hypothäenbeschaf- hing. Auf Antrag des Vorstandes wurde be­schlossen, den Zinsfuß für ausgeliehene Gelder um 2 Prozent zu ermäßigen.

ß. L e i h g e st e r n, 1. Mörz. Der Volks- t r a u e r t ä g brachte hier eine vollbesetzte Kirche. Unser Ortsgeistlicher, Lic. Dr. Jäger, hatte seiner Gedenkrede den Text 2. Korinther 6, 9 und 10 zu­grunde gelegt. Der Kriegerverein marschierte ge­schlossen mit Fahne zur Kirche, sein Vorsitzender legte -t später unter markigen Worten einen Kranz an dem Gedenkstein unserer 41 Gefallenen nieder. Um 1 Uhr riefen die Glocken in einviertelstündigem Geläute die Herzen zu ehrendem Gedenken der großen Opfer.

y. Lollar, 1. März. Der Vvlkstrauer- t a g wurde dahier in würdiger Weise unter Teil­nahme weiter Kreise begangen. Vor dem Ge­fallenendenkmal in Kirchberg legte der Vorsitzende des hiesigen Kriegervereins Ludwig zur Treue, Lehrer Taubert, im Ramen dieses Vereins und der übrigen erschienenen Vereine von Dau-

Wurde der Johnson sehr erbost und meinte, schon der oben benannte Green habe den Schüttler mit Recht eine Krähe benannt, so sich mit den Federn eines anderen schmücke, einen Affen, der alte Musterleistungen zu Nachahmungen nähme, ein ab­soluter Hans Faktotum.

Lachte der Schüttler über den erbosten Herrn Johnson, der seine Backen aufgeblasen hatte, und mit gespreizten Beinen hinter dem Tische stand mit gesträubtem Schnurrbart, als wolle er seinen Geg­ner gleich fressen, und zum Zeichen dessen würde er einen welschen Roman des Huen von Bordeaux sich für das Hochzeitsspiel hernehmen, den sich auch Green schon einmal hergenommen habe.

Viel ward noch hin und hergeredet und gestritten und festgesetzt, daß das Hochzeitspaar dargestellt würde durch den weisen Theseus und die tapfere schöne Königin der Amazonen Hyppoliia, die zuerst feindlich einander gewesen und sich alsdann dennoch vermählet, ähnlich dem Brautpaare.

So mit vielem Zechen und Reden ging der Abend in die Nacht, und mit einem Bärengebrumme im Schädel verbrachte ich den Morgen zum Tage.

Danach bin ich noch öfters in jenes Globus­theater und in jene Taverne gegangen, die ein jeder kennet an einem sifchschwänzigen Meerweib, das draußen am Portale angenagelt ist.

Hörte ich vielerlei über den Schüttelspeer, gutes und böses, wie es der Frau Welt beliebet. Honig­süß nannten ihn die einen und durch spanisches Gewürz aufgeblasenen Bauch die anderen. Jnson- derlich aber grollten ihm aniht die Magister, baccalaurei und gelehrten Poeten, weil er sich un­terstand im früheren Jahre, da der englische Schweiß viel englisches Leben verdampfen ließ, und darum kein Spiel in Theatern sein durfte, ein episch Poem zu machenVenus und Adonis". Und sind die gelehrten Poeten darum ergrimmt, maßen die Muse der Tragödie und Komödie allhier geringer geachtet wird, als Poeme, so in einem Buche zu lesen sind. Der Szenenschüttler aber hat sein Poem dem jungen Grafen Southampton gewidmet, der auch die Widmung annahm. Danach im Maien fand die Feier des Beilager statt des Herrn Thomas Heneage und der Frau Gräfin Southampton. War ein gar lustiges Fest, an dem gar viel getrunken, gelacht und gescherzt wurde, aber der schönste Scherz blieb doch das Spiel von dem Szenenschüttler.

Es war gegen Abend, da es noch hell war. Da gingen die Braut und der Bräutigam und die Damen und Herren in einen großen gerüsteten Saal, in dem ein Vorhang gefpannet, und teilte den Saal in zwei Hälften.

Da erschollen Geigen und Trommeln und der Vorhang ward fortgezogen, da war gar artig zu

bringen. Mainzlar. Staufenberg und Rutters­hausen einen Kranz mit warmen Dankesworten nieder. Unmittelbar vorher hatte ein erhebender Gedächtnisgottesdienst in der nahen Kirche statt­gefunden, wobei die genannten Vereine und zu­gehörige Gemeindeglieder vertreten waren.

Bg. Großen-Duseck, 28. Febr. Zu einer eindrucksvollen Feier gestaltete sich der heutige Gottesdienst zum Gedächtnis der Gefal­lenen. Er wurde durch einen Musikvortrag des Posaunenchors, der auch bei den gemeinsamen Liedern mitwirkte, eröffnet. Der Geistliche sprach über Ev. Ioh. Kp. 9 V. 4, rühmte das Pflichtbe­wußtsein und dis Treue der Krieger und er­mahnte, daß jeder auf seinem Posten ihnen nach­streben und nach Frieden und Einigkeit trachten solle. Unter Glockengeläute erfolgte die Verlesung der Ramen der Gefallenen, die der Posaunenchor mit dem LiedeIch hatt' einen Kameraden" ab­schloß. Der Gesangverein ..Eintracht" trug zwei schlichte, zu Herzen gehende Lieder vor. Mit einem von Pfarrer S ch m i d t in Gleiwitz für den Volks­trauertag verfaßten gemeinsamen Liede erreichte die Feier ihr Ende.

: Allertshausen, 1. März. Bei der im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Langebruch, ab­gehaltenen Brenn- und N u tz h o l z v c r st e i g e- r u n g nahmen auch einige Steigerer aus den Nach­barortschaften teil. Die Preise, die für Brennholz erzielt wurden, sind als verhältnismäßig hoch be­zeichnen. Es wurden durchschnitllich bezahlt für je zwei Raummeter: Buchen-Scheitholz 3032 Mk., Buchen-Knüppel 2425 Mk., Buchen-Stockholz 12 bis 16 Mk., Fichtcnknüppel 1416 Mk. und Fich- ten-Stockholz 35 Mk. Das Meter Buchenreisig kam auf 3 Mk. zu stehen. An Werkholz gelangten na­mentlich Fichten-Derbstangen mittlerer Qualität zur Versteigerung, die auf 2025 Mk. pro Festmeter kamen. Fichtenstammholz geringer Qualität erzielte pro Festmeter den Preis von 2025 Mk. An Eichenstammholz gelangten nur zwei Stämme zum Ausgebot, und zwar ein Stamm 3. Klasse von 1,10 Festmeter, für den 45 Mk. geboten wurde und ein Stamm 4. Klasse von 1,30 Festmeter, für den 32 Mk. geboten wurden. Der Zuschlag zu den beiden letzten wurde jedoch vorerst nicht erteilt.

I Weickartshain, 28. Febr. Auch hier wurde der Volkstrauertag in einfach-schlich­ter, würdiger Form begangen. Um 112 Uhr fand am Kriegerdenkmal auf dem Friedhof eine Feier statt, bei der der Pfarrer von Freienseen predigte.

t Grünberg, 1. März. Zur Feier des Dolkstrauertages waren sämtliche Ver­eine mit ihren Fahnen in der Kirche erschienen, der Musikverein und der GesangvereinSänger­kranz" wirkten mit. Rach dem Gottesdienst fand am Denkmal eine weitere Feier statt, bei der Bürgermeister 3 o d e l die Ansprache hielt und im Ramen der Stadt einen Kranz niederlegte. Eine weitere Kranzniederlegung erfolgte vom VereinSängerkranz".

Lich. 1. März. Der außergewöhnlich hohe Stand des Grundwassers macht sich in vielen Häusern unangenehm bemerkbar. Selbst in den höher gelegenen Teilen der Stadt führen zahlreiche Keller jetzt Wasser, eine Er­scheinung, die in vielen der betroffenen Hauser seit Jahren nicht beobachtet worden ist. Auch nicht beim letzten Hochwasser der Wetter.

2$. Lich, 2. März. Der Teil der hiesigen Gemeindejagd, der seither von Dr. Han- stein und Hotelier Löcher in Bad-Rauheim ge­pachtet war, ist in die Hände Gießener Jäger übergegangen. Die Pachtzeit war noch nicht abgelaufen. Die Rauheimer Pächter haben die Jagd freiwillig abgetreten.

ri. Lich, 1. März. Außer durch den Trauer-- gotiesbienft in der Marienstiftskirche und einer sich daran anschließenden Feier am Kriegerdenkmal, bei der Stiftsdechant Lenz die Ansprache hielt, wurde der Volkstrauertag in unserer Stadt durch eine eigenartige Abendfeier begangen, zu der sich die gesamte Bevölkerung einstellte. Man hatte sich sechzig Lichtbilder kommen lassen, die den König Tod in seinem blutigen Werk auf den Schlachtfeldern, Krie­gergräber, Feldgottesdienste und das Wirken der wackeren Sanitäter und ihrer Hunde zeigte. Bürger­meister Völker als Vorsitzender des Volksbil­dungsvereins hielt den erläuternden Vortrag, der an passenden Stellen durch Vorttäge der Gesangvereine,

sehen, wie König Theseus und die Amazonenkönigin zur Hochzeit schritten. Danach kam ein Scherzspiel von gemeinem Volk, so den Herrn König ergötzen wollten mit einem Hochzeitsscherze, wie's Hand­werker zu tun pflegen. Alsbald aber gehet das Spiel in den Wald unter Elfen, so von Titania und Oberon beherrscht werden. Menschen und Elfen ver­mischen sich und ist sonderlich ein Kobold mit Namen Puck, der viele Kurzweil und Unfug stiftet.

War es künstlich zu sehen, wie der Wald von dem Gärtner geschaffen war. Hinten nämlich hatte der Saal eine weite Pforten durch die der Garten des Hauses mit feinen Bäumen zu sehen war. Hatte der Gärtner grüne Sträucher von außen bis in den Saal hineingestellt, so daß die Maschinen des Glo­bustheaters gar nicht vermißt wurde.

Endlich nach viel Schimpf und Scherz versöhnet sich alles, was sich zuvor entzweit, sonderlich Titania und Oberon, der die Elfe damit geneckt hatte, daß er sie verblendete, so daß sie einen Esel liebele. Sehr artig war es alsdann wie zum Schlüsse die Handwerkerschelmen vor dem Theseus und der Hyppolita ihr Spiel verübten recht zum Gelächter der Gäste, beider, der des Theseus und der des Herrn Thomas von Heneage.

Neben dem Herrn Franziscus Baco saß ich und betrachtete das Spiel, wurde von ihm geschärft, auf daß ich verstand, wie listig der Szenenschüttler alles ins Spiel wob, was ihm die Freunde aus der Taverne aufgetragen, die Pagen der Königin, das Lob des Adels gegen den Derunglimpfer Spen­cer und anderes mehr.

Hernach lobten alle die Herren Southampton und Rutland, so dieses Spiel angestiftet hätten, als wären sie selbst die Szenenschüttler gewesen. War besonders die Frau Königin gnädig und crlaubete dem Southampton, daß er die Lady Vernon hei­raten bürfe.

Gedachte aber kaum einer eines Wortes des Szenenschüttlers und so machte ich mich alsbald auf und ging in die Taverne. Fond ihn allda vor einem Zinnkruge mit dunkelm Bier, welches Porter genannt wird, fitzen und brüten.

Ich sagte ihm zierlich viel Schmeichelei und Lob über das Werk, insbesondere über die Verse.

Er aber wies dies Lob ab und meinte, Verse machen, wäre für einen der Kunst Kundigen als Mauersteine aufeinander legen für einen Baumann. Alsdann aber wies er mich hin wie schwer es ge­wesen, ein schon Spiel zu machen in einem House, wo nicht des Theaters Maschinen und Gerüst wären. Und zeigte mir. wie künstlich gebaut der Hochzeits- scherz wäre, wie er erst im Haufe des Theseus spielen ließe, dos wäre das Hans des Herrn Tho­mas Heneage. Dann wäre eine Szene der Schel­

Gedichtoorträge von Schülerinnen der Fortbildungs­schule und gemeinsamen, vom Posauncnchor beglei­teten Liedern unterbrochen wurde. Für die Schüler der Stadtschule und der Fortbildungsschule war der Vortrag unter Mitwirkung von Schülerchören bereits am Nachmittag gehalten worden.

ds. Langsdorf, 1. März. Am gestrigen Volkstrauertag versammelte sich unsere Ge­meinde zunächst an dem im Jahre 1923 erbauten Ehrendenkmal zu einer würdigen Gedenkfeier, bei der Pfarrer Göckel aus Hungen sprach. Von hier aus bewegte sich die Trauergemeinde zur Kirche, wo Pfarrer Göckcl predigte. Die Gemeinde ist Herrn Pfarrer Göckel sehr dankbar, daß er sich trotz seines Dienstes in Hungen auch der hiesigen Feier widmete.

Kreis Friedberg.

<£ Bad-Nauheim, 28. Febr. Der Volks­trauertag, dessen Vorbereitung in den Händen der StadtverwalMng gelegen hat, wurde heute früh um 9 Uhr durch eine erhebende Feier aus dem Ehren­friedhof begangen. Trotz der schlechten Witterung war die Teilnahme oller Bevölkerungskreise sehr stark. Die Militärvereine, die Turn-, Sport- und Gesang­vereine, der Stahlhelm, das Reichsbanner, der Jung- fturm, zusammen 14 an der Zahl, waren mit starken Abordnungen vertreten. Nach der eindrucksvoll ver- laufenen Feier auf dem Friedhof fand Kirchgang der verschiedensten Bekentnisse statt.

pb. B u tz b a ch, 1. März. In würdiger Weise wurde der gestrige Volkstrauertag auch hier begangen. Aus dem Ehrenfriedhof fand eine Feier statt, zu der die Bevölkerung sich sehr zahl­reich eingefunden hatte. Bürgermeister Dr. Jan­sen hielt die tiefempfundene Gedächtnisrede. Anschließend erfolgten Kranzniederlegungen.

*** Gambach, 1. März. Gestern morgen sand auch in unserer Gemeinde ein Trauergottes­dienst aus Anlaß des Volkstrauertages statt. Die Predigt hielt Missionsinspektor Hoff­mann aus Barmen. Rach dem Gottesdienste spielte der Posaunenchor am Denkmal vor der Kirche im Gedenken an unsere Gefallenen das LiedIch hatt' einen Kameraden".

§§ Ober-Florstadt, 1. März. In seiner jüngsten Sitzung verhandelte der Gemeinde­rat u. a. folgende Punkte! Ein durch das Hochwasser der Ridda geschädigter An­wohner hatte bei dem Kulturbauamt Friedberg Beschwerde gegen die Gemeinde er­hoben mit dem Antrag, die an der Mittelgasse geschaffene Einfahrt in die Ridda zu beseitigen oder so umzugestalten, daß sie nicht mehr eine dauernde Gefahr für die Anwohner des Flusses bedeute. Die Dammsenke solle ausgeglichen und die Einfahrt in den Fluß verringert werden. Diese müßte so gestaltet werden, daß sie bei Hoch­wassergefahr durch Dammbalken geschlossen wer- öen kann. Der Antrag wurde ein Opfer der Finanznot. Eine zweiteDeschwerdegegen die Gemeinde betraf die Vernachlässigung der Gräben am Waldrand in der Ge­markung Ober-Florstadt. Ein Vorschlag, die Ab­leitung des Wassers durch Drainrohrleitung mit Einfallschacht und Rost durch den Krötenpfuhl nach dem Griesgraben zu bewerkstelligen, verfiel gleichfalls aus finanziellen Gründen der Ableh­nung. Für die Tleberlassung seine- Brun­nens zu Gemeindezwecken verlangte ein hiesiger Einwohner 100 Mk. pro Jahr, der Ge­meinderat genehmigte aber nur 50 Mk. Ein weiterer Punkt betraf die Festsetzung des Pacht­preises für den Schulacker. Die Pacht­summe wurde auf 50 Mk. festgesetzt, für das weniger gute Gelände in unserer Gemarkung ein ziemlich hoher Preis. Die Zahl der Er­werbslosen ni unserer Gemeinde ist in An­betracht der schlechten wirtschaftlichen Sage auf dem Arbeitsmarkt gering. Ein Teil davon ist zur Zeit damit beschäftigt, die Wasserrimren in den Straßen einer notwendigen , Ausbesserung zu unterziehen.

Kreis Büdingen.

th. L e i d h e ck e n, 1. März.. Gestern vor­mittag fand in der hiesigen Dorfkirche die Gedenkfeier für die im Weltkriege Gefalle­nen statt. Hieran schloß sich eine kurze Feier am Denkmal vor der Kirche.

men vor einem schmutzigen Vorhang. Nun bas Hauptstück des Abends konnte der Gärtner fein säu­berlich bereiten, alsdann kämen die Schelmen und machten Lärm, da könne der Gärtner etzliche Sträu­cher fortrüden, damit Platz wäre für einen Zug des Theseus, der hernach käme und wieder in feinem Saal säße. Ich muß gestehen, daß es fo einfach schiene, daß einer es gar nicht merkte. Er aber erklärte mir, das fei die Hauptkunst gewesen, denn anfunften im Globustheater hätte er freie Bahn, da spielten die Actores von hinten nach vorne und von vorne nach hinten und wenn das große Gerüst umgestürzt werden müsse oder eine Treppe gebaut oder Fahnen aufgerichtet, da ließe er nur die vorn einen großen Lärm machen, wie beim Julius Ca­sar in der Szene des Posten Cinna, der erschlagen wird. Das geschehe nur, damit hinten alles ver­stellet werden könne. Notwendig müsse die Szene onme endigen, damit hinter den Vorhängen alles gerichtet werden könne.

Und so wies er mir das Geheimnis des schnel­len Spiels ohne Unterbrechungen nach, durch die kluge Berechnung des Erfinders, der fo erfände, daß immer Platz zur Veränderung auf der Bühne fei.

Mußte ich solches alles höchlichst bestaunen und bewundern.

Bildliche Darstellungen aus dem Kreise Homers.

In der Aula des Gymnasiums wurde vom Ver­ein der Freunde des humanistischen Gymnasiums eine Ausstellung von Bildern aus dem Kreise Ho­mers eröffnet. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Oberregierungsrats W e l ck e r, ergriff Studienassessor Dr. Kling das Wort, um einen knappen Ueberblicf über die hier zusarnmengebrach- ten Arbeiten sowohl, wie über die Entwicklung der künstlerischen Darstellungen aus dem homerischen, d. h. dem großen troischen Sagenkreise überhaupt zu geben. Die Ausstellung soll vor allem das Nachleben Homers, die Wirkung auf unsere späte Zeit oer- deullichen. Künstlerisch liegt der Ausgangspunkt etwa in der Zeit Winckelmanns und des Neuhumanismus. Mit den Neufchöpfungen verbinden sich Rekonstruk­tionsoersuche. Die Ausstellung zeigt z. B. die Wieder­herstellungen der delphischen Gemälde Polygnots, um die die Brüder Riepenhaufen (1803 und 1805) sich bemüht haben. Die Klassizisten im Zeitalter Winckelmanns sind vor allem Car st en s, Prel­ler, Genelli und Flaxmann, die sich mit Vorliebe der Gestaltung homerischer Landschaften zu- wandten. Unter ihnen kann wohl Friedrich Preller als der populärste und in gewißem Sinne klassische

th. L e i d h e ck e n , 1. März. Bei der in tm» je rem Nachbarwalde Nieder-Mockftadt abge­haltenen zweiten Holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: je 2 Raummeter Buchen­scheiter 33 Mk., 2 Raummeter Eichenscheiter 18 und 20 Mk., 1 Raummeter Buchen- und Eichcn- reiser zirka 13 Mk.

Kreis Schotten.

ö Schotten, 1. März. Gestern fand in der Stadtkirchr in feierlicher Weise unter Mit­wirkung des Gesangvereins die Feier des D o l k s- trauertages statt. An den Gedenktafeln der Gefallenen legte der Bürgermeister namens der Stadt, und der Vorsitzende des Kriegervereins Kränze nieder. Auch das Denkmal im alten Friedhof wurde geschmückt.

X!X Schotten, 1. März. Nachdem bereits im vergangenen Jahre im hiesigen Amtsgericht und in einem Prioathause mit Erfolg ein gebrochen worden war, wurde in der Nacht auf Samstag dem Kreisamt und dem Finanzamt ein Dje­des b e f u ch abgeftattet. Die Einbrecher haben sämtliche Tischschubladen, teils mit Sperrhaken, teils mit Stemmeisen geöffnet. An den Kassenschränken haben sie sich nicht vergriffen. Während ihnen ihm Kreisamt außer einigen Pfennigen nichts in die Hände fiel, war der Besuch im Finanzamt lohnen­der. Hier soll es sich um e i n i g e h u n d e r t M a r k handeln, die mitgenommen wurden.

?" Eichelsdorf, 1. März. Dieser Tage spielten mehrere Kinder auf dem Betriebs- platz des hiesigen Sägewerks, wo wieder ein­mal die Arbeit ruhte. Sie vergnügten sich damit, die Drehscheibe eines Schienengeleises in Bewegung zu setzen. Dabei wurden dem sechsjährigen Söhnchen eines hiesigen Landwirts zweiGlieder des klei­nen Fingers vollständig abgerissen. Der Holzschlag in der hiesigen Försterei ist in diesem Jahre so gering, daß keine Brennholz- Versteigerung stattfinden soll.

X!X Feldkrücken, 1. März. Dieser Tage fand die Verpflichtung und Einführung des neugewählten Bürgermeisters statt. Der bisherige Altbürgermeister S ch l e u n i n g war seit 1882 im Dienst, also 44 Jahre. Der Kreisdirektor von Schotten, Geheirnerat B o e ck rn a n n, würdigte in treffenden Motten die verdienstvolle Tätigkeit Schleunings. In feine Dienstzeit fielen die Erbau­ung des neuen Schulhauses, der Wasserleitung, An­legung von Waldbeständen und Melioration der Hutweiden. In fein Amt tritt nun der Gast- und Landwirt Louis Kaiser. Die Ueberüeferung der Akten sand anschließend an die Verpflichtung statt. Damit ist nun endlich auch die Ruhe wieder in tm- in unser Dorf eingezogen.

Starkenburg.

WSR. Offenbach. 1. März. In her Raiyr zum Momag gegen 1 Tlhr ereignete sich zwischen Offenbach und Mühlheim ein s chw er e r A u to - zusammenstoß. Em von Offenbach kommen­des Auto, das ein anderes überholen wollte, prallte dabei gegen die Mauern der Kreis­erziehungsanstalt an, wodurch der vordere Teil in Trümmer ging. Das andere Auto, das aus- weichen wollte, prallte gegen einen Baum und wurde vollständig demoliert. Don den Insassen wurde einer schwer verletzt nach dem Kranken­haus gebracht. Die übrigen kamen mit leichten Verletzungen davon.

Rheinhessen.

WSR. Alzeh, 1. März. Der mysteriöse Leichensund bet Oberwiesen in der Röhe von Alzey hat seine Aufklärung gefunden. Der Mann hatte sich aus bisher unaufgellärten Grün­den die Stichwunden selbst beigebracht und sich zu diesem Zwecke entflei&et, da Hose und Hemd keinerlei Sttchwunden aufweifen. Man ver­mutet in dem Toten einen in Gauodernheim an­sässigen Sozialrentner.

WSR. Worms, 1. März. Die Erwerbs­losigkeit in der Stadt Worms ist jetzt zum Stillstand gekommen. Seit ungefähr 14 Tagen werden in Stadt und Kreis ungefähr 3800 Er­werbslose gezählt. Eine Zunahme ist inzwischen nicht erfolgt.

Homerillustrawr gelten mit feinen Landschaften, die, auf exaktem Studium beruhend, mehrfache llmkom- Positionen erfahren haben. Als Parallelerscheinung zu den Klassizisten ist der Engländer John Flax- mann zu nennen, der bei uns wohl noch mehr ge­schätzt wurde, als in seiner Heimat; feine Umriß- Zeichnungen zur Ilias und Odyssee haben ihn de- rühmt gemacht. Den Klassikern in vielem nahestehend: Peter Cornelius mit den im Auftrage Ludwigs von Bayern geschaffenen Fresken der Münchener Glyptothek, deren künstlerischen Zentralpunkt eine Darstellung der Hochzeit des Peleus und der Thetts bildet. Don modernen Meistern, die sich mit dem homerischen Kreise bildnerisch beschäftigt haben, findet man Ludwig von Hofmann und Lovis Corinth auf der Ausstellung, die im übrigen nicht Vollständigkeit erstrebt, sondern nur einen andeu­tenden Ueberblitf geben will. Der Vortragende be­schloß seine Einführung mit einem Hinweis auf die menschlich-geistige Bedeutung des Altertums auch für unsere Gegenwart. Bei einem überschauenden Rundgang fesseln die großen, unausgefüttten Um­risse bei Schutz, die kolorierten, streng klassizisti- schen Gestalten auf den Rekonstruktionen der Brüder Riepenhausen nach Polygnot, die figurenreichen, massigen Kompositionen von Cornelius: aus der neueren Kunst heben sich sehr wirksam gegen die älteren Arbeiten die stilisierenden, linear gehaltenen Schwarz-Weiß-Blätter L. v. Hofmanns und eine Folge glänzender Radierungen von Corinth ab, die wohl für den modernen Blick am geschlossensten und wuchtigsten wirken in ihrer genialen Tradi- tionslosigkeit, wie sie auch z. B. dasTrojanische Pferd", eine der letzten großen Malereien des toten Meisters, auszeichnet.

Ausstellung christlicher Kunst.

EineAusstellung christlicher Kunst" wurde in der Mainzer Kunsthalle eröffnet. Diese Aus­stellung ist eine Zusammenfassung von Werken christlicher Kunst aus Bildhauerei, Malerei, Gra­phik und Kunstgewerbe: angefangen von den Altmeistern christlicher Kunst Gebhard Fugei, Leo Samberger, Datth. Schmitt u. a. bis zu den jüngsten Werken ringender junger Künstler, die modernes Kunstempfinden mit christ­lichem Geist füllen wollen. Der Kern dieser Aus­stellung wurde im Frühjahr 1925 alsDeutsche Abteilung für christliche Kunst" auf der 3. inter­nationalen Kunstausstellung in Rom gezeigt. Be­deutend vergrößert wurde diese Ausstellung durch Werke aus Privatbesitz und Reufchöpsungen, die eben aus der Hand des Künstlers kommen und erstmals gezeigt werden.