28. ©ffriebe Fischer und Grete Meurer. Tv. 1&46 Gießen. Hedwig Fleischer, Tv. Ridda, 2mma Lein, Tv. ®runberg 146 P.i 30. Käthe Barth, Tv. Heuchelheim, 144 P.- 31. Liefet Hofmann, Mtv. Gießen, Lucie Zerbe. To. 1846 Gießen, Anneliese Dirlamm, Tv. Hungen, 143 P.; 32. Frieda Krüger, Tv. 1846 Gießen, 142 P.: 33. Agnes Koch und Liesel Lichtenfels, Tv. Grünberg, 141 P.; 34. Paula Graubner, Tv. Grünberg, 140 Sts.; 35. Käthe Preiß und Marie Reh, Tv. 1846 Gießen, 138 36. Elisabeth Weigel.
Mtv. Gießen, 137 P - 37. Elli Leinberger, Tv. Heuchelheim und Anneliese Wollrab, Tv. Grünberg, 136 P - 39. Hanni Marquardt. Tv. 1846 Gießen. 134 P.; 40. Mariechen Siek, Tv. Grünberg, 133 P.. 41. Hermine Obmann, Mtv. Gießen, Lucie Scheel Tv. 1846 Gießen, Bertha Feldmann, Tv. Grünberg, 132 P.
Breitensträier schlägt Young knock out.
Hamburg. 1. Sept. (TU.) Gestern abend sand hier der mit Spannung erwartete Boxkampf zwischen dem früheren deutschen Schwergewichtsmeister Hans Dreitensträter <162 Pfund) und dem englischen Schwergewichtler Fred Poung (164 Pfund) statt. Es gelang Breiten- *tröter, der seinem Gegner sofort scharf zu Leibe ging, bereits in der dritten Runde knock out zu schlagen. Der Engländer konnte sich von dem ihm beigebrachten rechten Haken erst geraume Zeit nach der Auszahlung erholen.
Die erste Etappe der A.D.A.C.-Reichsfahrt. Heiligendamm, 31. Aug. (TU.) Llach
Zurücklegung der ersten und schwierigsten Etappe der ADAC.-Reichsfahrt von Braunschweig über Hannover. Linden, Bremen, Hamburg, Heide, Husum, FlenSburg. Kiel, Lübeck nach Bad Heiligendamm mit etwa 850 Kilometer trafen gegen 11 Tlhr vormittags Erisp (Frankfurt a. QM.) auf Stoewer und Werder (Frankfurt a. M.) auf Amilcar mit weitem Vorsprung vor den übrigen Teilnehmern hier ein. Bis 4 4Ihr nachmittags waren 83 Wagen am Tagesziel angelangi. Größtenteils haben sie die Strecke ohne Strafpunkte zunäckgelegt.
Oberhessen.
Lauvkreis Gictzcn.
t Londorf, 30. Aug. Unser diesjähriges Mifsiousfest sand gestern wieder im Walde bei Allertshausen statt. Nachdem >chon im Vormittagsgottesdienst Mis'ionar Walter über das Licht, welches die Mission in die Heiden- länder bringt, gepredigt hatte, sprachen im Waldgottesdienst des Rachmittags der Schriftsteller Heinrich QI a u m a u n, Ranzhausen, über die rechte christliche Gemeinschaft in Hous, Familie, Gemeinde, Volk und Vaterland, und Missionar Walter, Q3euern, erzählte von seinen Erlebnissen in Kamerun. Die Vorträge wurden von zwei sein empfundenen Ehören deS hiesigen Kirchengesangvereins, einigen gemein- sam gelungenen Chorälen der zahlreich Qkr» sammelten und der Kapelle des Posaunen- chores Oppenrod, die sich dantenswerter- incife zur Verfügung gestellt hatten, umrahmt. Pfarrer Hofmann von hier sprach zum Schluß ollen Teilnehmern und Mitwirkenden herzlichen Dank aus.
: Hungen. 31. Aug Am Samstag fand im „Solmser Hof" eine Konferenz des Bezirkslehrervereins Hungen statt. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden wurde in der üblichen Weise des Qlblebens eines Mitgliedes, des Lehrers i.R. Ruckelshausen, gedacht. 3m Mittelpunkt der Tagung stand ein Referat des Lehrers Schmidt-Hungen über die Methodik des neuzeitlichen naturgeschichtlichen Unterrichtes. Er wies zunächst an Hand des neuen Lehrplanes, sowie der neuen preußischen Richtlinien die neuzeitlichen Forderungen dieses Unterrichtsfaches auf: Die Erfassung von Tier und Pflanze in ihren wirklichen Lebenszusammenhängen, stärkere Betonung der heimatlichen Ra- tur a. a. Die weiteren Ausführungen galten den neueren methnischen Bahnen, die durch diese Forderungen bedingt sind. 3n der Aussprache wurden noch manche praktischen Winke gegeben und vor allem darauf hingewiesen, daß nunmehr der Lehrer selbst eine größere Vertrautheit mit
Sturm in Schmalebeck
Roman Din Sophie Kloerss.
Copyright 1926 by Aug. Scherl G. m. b. H., Berlin. 11. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Ich denke, ganz wunderherrlich, liebes Kind. Gerade so wie der Wandsbeker Bote singt: Am Rhein, am Rhein, da wachsen unsre Reben, gesegnet sei der Rhein —" Ein kleines Lächeln: „Ich werde sie in diesem Leben nicht dort wachsen sehen. Wir — aber das sag' ich nur dir ins Ohr, kleine Ilse — wir kamen nur bis Hamburg. Da haben wir schöne Tage an der Elbe verlebt. In Nienstedten. — Ja — War für alte Leute auch sehr nett. Wenn man in den Sechzigern ist, tut es auch die Elbe, es braucht nicht mehr der Rhein zu sein."
„Ach", sagte das Mädchen nur leise, und etwas Wehes war in ihr. Resignation! — So sah die aus! — So gütig, ein bißchen heiter, ein bißchen schwer- mülig---Lieber Gott, vierzig Jahr' gewartet
haben auf die Rheinreise mit der Geliebten, und dann bleibt man zehn Meilen von daheim sitzen, und irgendwo in weiter Ferne braust der schöne, stolze Strom. Und man kehrt zurück und läßt die Glocken singen: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud' —"
„Es war da ein nettes, kleines Wirtshaus", er- zählte der Kantor. „Wir bekamen zwei saubere Zimmerchen. Ich unten im Hause, die beiden Damen oben. Und alles war sehr idyllisch. Die Hühner flogen uns auf den Tisch, wenn wir Kaffee tranken. Die Eier waren frisch aus dem Nest, die sie uns da lochten. Und wenn wir ein Stückchen die Straße hinginnen, kamen wir an den Deich und konnten den Fluß hinuntersehen. Da gehen jetzt Dampfschiffe. Das war recht interessant. — Ja. — Ja. —
So, und wie ist es inzwischen mit Schubert ge- gangen? Fleißig geübt ? — Singen wir erst einmal einige Tonleitern."
Er schlug leise an: „Do, re, mi, fa, sol ----—
Famos, famos! Die Stimme sitzt ä la merveille. Sie ist em gottbegnadetes ftreatürdjen, kleine Ilse."
Hanse lauschte vom Garten her, wie die zwei musizierten. Kleine Ilse! Wer sie singen hörte, konnte nicht glauben, daß ein zierliches zwanzigjähriges Mädchen am Klavier stand. So tief und voll war die Stimme, so voll Ernst und Hoheit. Die Winterreise, die so selten von einer Frau gesungen Wer
ber heimatlichen Ratur brauch! Deshakb will der Verein künftig öftere Erkursionen veranstalten Am Schlüsse wurden noch schulpolitischr Fra- gen erörtert.
: 3nHeiden, 31. Aug. 3n unserem Dorfe macht sich immer mehr der Mangel einer Ä a nalisation geltend. Eine große Anzahl Häuser hat während der nassen Jahreszeit regelmäßig Wasser in den Kellern, der neue Schulhof wird zeitweise ganz grundlos. Auch die Provin- zialverwaltung drängt zur Anlage der Kanalisierung, da ihr hohe Unkosten durch die Ausbesserung des Rohrnetzes der Wasserleitung entstehen, für dessen Unterhaltung die Provinz aufkommen muh. Durch die starke Bodenfeuchtigkeit wird die Schädigung der Rohre, die an und für sich in unserer Gegend infolge der chemischen Zusammensetzung des Bodens bedeutend ist, noch erhöht. Man beabsichtigt daher, im kommenden 3ahr die Kanalisierung vorzunehmen, zumal man hofft, dafür die Erwerbslosenfürsorge in Anspruch nehmen zu können. Auch dürste Wohl die Provinz Geldmittel für diesen Zweck vorschießen
^rcis Aricdbcrg
Friedberg, 31. Aug. Der Friedberger Herbstpferdemarkt findet am 26- Oktober in Verbindung mit einer Prämiierung statt. Bei der Prämiierung werden der Landwirtschastskammer-Ausschuß für Oberheflen, der Wetterauer Reiterverein, der Verband her Warmblutzüchter Hessens Mitwirken. Von der Stadt Friedberg, der Landwirtschaftskammer und den anderen Korporationen stehen namhafte Preise zur Verfügung. Aus Anlaß des Marktes soll auch eine Ausstellung von landwirtschaftlichen Geräten veranstaltet werden.
* Bad-Rauheim, 31. Aug. Hier weilte zum 40. Male der Oberstudiendirektor a. D. Dr. Aschermann aus Soltau. Die Kurverwaltung ehrte den treuen Gast mit besten Wünschen und Einern Blumenarrangement. Auch im Eleo» noren-Holpiz Bad-Rauheim wurde des 3ubl- läums freudig gedacht, wohnt Dr. Aschermann doch schon seit zwanzig 3ahren regelmäßig in diesem Hause.
pb. Butzbach, 31. Aug. Gestern mittag kurz nach 1 Uhr ertönte zweimal kurz die Feuer- j i r e n e , zum Zeichen, daß die hiesige Freiwillige Feuerwehr nach auswärts zur Hilfe verlangt wurde. In Rockenberg war bei Landwirt Landvogt, vermutlich durch Funkenflug der Dreschmaschine, Feuer ausgebrochen, und man hatte die hiesige Motorspritze angefordert. Nach etwa 15 Minuten rückte die Spritze ob, trat jedoch in Rockenberg nicht in Tätigkeit, da das Feuer bereits durch die Ortswehr unterdrückt war.
1) . Wölfersheim, 31. Aug Gestern ereignete sich an einer der hier tätigen Dreschmaschinen ein s chwerer Unfall Als der aus Münzenberg stammende Motorsührer M. an der Strohpresse einen Schaden abstellen wollte, geriet er mit der einen Hand in ö i e Presse und wurde dabei derart verletzt, daß er nach Anlegung eines Rotoervandes ins Krankenlxms in Friedberg verbracht werden mußte.
00 Aus der We11erau, 31. August. Der Raubwürger, auch blauer oder großer grauer Würger (Neuntöter) genannt, kommt in der Wetterau noch häufig vor. So konnte u. a. im letzten Sommer ein Paar an der Straße bei Staden beobachtet werden, das scheinbar in einem der an der Straße stehenden Obstbäume nistete. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Ungeziefer, so daß er in Baumanlagen, die er als Nistorte bevorzugt, nützlich ist, wenn er auch gelegentlich einmal ein junges Vögelchen erwürgt.
Kreis Vüdingen.
A Ridda, 31. Aug. Gestern wurden hier die frühen Sorten der städtischen Dirnen versteigert. Die meisten ‘Säume zeigten reichen Behang, doch waren verhältnismäßig toeirig Steigliebhaber erschienen und daher die Preise niedrig. Der Zentner Honigbirnen kam durchschnittlich auf 1,50 Marn der Zentner Speisebirnen auf 3 Mark am Baume zu stehen. Die späteren Sorten, meistens Wintertafelbirnen, sollen bei der städtischen Aepfelversteigerung erst mitverkauft werden. - Die Aepselernte fällt in unserer Gemarkung nur mäßig aus. Die meisten Bäume der sehr großen Obstanlagen der Stadt liefern diesmal keinen Ertrag
Id. Aus dem oberen Ridba 1 al, 31. Aug. Durch das herrliche Hochsommerwetter begünstigt, schreitet die G r u m m c t c r n t c rasch vorwärts. Rach Menge und Güte fällt sie ganz
den kann, schien geradezu geschaffen für diesen tiefen und doch so weichen Alt.
Hanse pflückte die ersten Johannisbeeren, die in diesem warmen Sommer sehr früh reiften. Irgendwo in der Gartentiefe hörte sie die Stimme ihres Jungen. Er rief mit'einem Kuckuck um die Wette. Sommerlich froh klang es zwischen dem Buschwerk her. Und dann wieder aus dem Hause der Gesang. Sonst kein Geräusch. Friedlich war es in Schmale- beck. Nicht einmal das Rumpeln eines Wagens kam von der Straße her. Einmal ging die Hausglocke, da kam wohl der Schwiegervater von seinem Morgenspaziergang heim. Dann war es also bald zwölf Uhr, den der alte Herr war sehr pünktlich.
Der Kantor fand heute kein Ende. Jetzt saug Ilse den „Wegweiser".
Hanse richtete sich auf von ihrem Beerenbusch, stand unbeweglich und fühlte jeden Ton und jedes Wort in tiefster Seele.
Wer gab dem Kinde das Empfinden für die dunkle Tiefe dieses Liedes? Für dies Lied der Lebensmüden, der Einsamen, der Weltverlassenen? — Lag — ihr selber unbewußt — noch das Leid des Kindes um die verlorene Mutter in ihr? Waren damals dunkle Tage für das kleine zärtliche Geschöpf gewesen, die lange in Vergessenheit versanken und die doch in solchen Augenblicken des Gehobenseins aufwachten und in Wort uno Stimme hineinklangen?
Der alle Kantor saß eine Weile still und sann dem Liede nach.
Es war nicht so einfach, Musikunterricht in Schmalebeck zu geben. Die Gesangstunden im Doktorhause waren Oasen in einer großen Wüste.
Endlich stand er auf, strich Ilse über die Hand und sagte väterlich zärttich: „Vor dir liegt noch eine lange helle Straße, Ilsebill. So lang und — will's Gott^— so hell, daß man nicht einmal die Schatten der Ferne ahnt. Und unsereiner, der schon das große Dunkel sieht, der hat keine Furcht mehr vor ihm. So schafft der gütige Himmelsherr seinen armen Menschenkindern immer den Ausgleich."
„Und die gehen müssen, ehe sie die Angst vor der Dunkelheit überwunden haben? So wie meine Mutter gehen mußte?"
„Auf die wartet im ewigen Garren der hellste Fleck, und ihre Engel stehen dem Thron des Herrn am nächsten. Die jung gehen dürfen denen ist viel
vorzügUck aus ko daß es vielen Landwirten möglich sein wird, den Ausfall der Einnahmen aus der Obsternte durch den ©erlauf von Heu einigermaßen auSzugleichcn. - Ausfallend groß ist der Preisunterschied beim Verkauf der F r ü b b i r n e n. Während Eßbirnen etwa 15 Pf. das Pfund kosten, stellen sich frühe Honigbirncn bei Versteigerungen höchstens aus 1 Pf., da der Vogelsberger eben zum Honiglochen keine Zeit bat. weil die Sonnentage zum Heimsahren der Frucht und für die Grummeternte ansgenüht werden müssen.
L_ Echzell. 31. Aug. Gendarmerie- Wachtmeister Schneider, der sieben 3obre an hiesiger Station tätig war. wurde als StationSsührer nach Homberg a. d. 0. verseht.
Blofeld. 31. Aug. Hier st a r b der letzte Veteran von 1870 71, 3akob Klotz, im Alter von 78 3ahren.
Mrcie Schotten.
,~l ßaubad). 30. Aug. Sonntag sand eine Kirchenvisitation durch Oberkirchenrat Wagner, den Superintendenten der Provinz Oberhessen. statt. 3n der gefüllten Stadtkirche hielt Pfarrer Rebel den Altardienst ab. Dekan Vvlp predigte über „Kommt her zu mir, ihr Mühseligen und Beladenen." Sodann hielt Oberkirchenrat Wagner eine Ansprache unter Zugrundelegung des Textes: Gehet hin und tuet desgleichen!", worin er die Pflichten eines Cbristenmenschen ausführte unb der mancherlei Erinnerungen gedachte, die ihn mit Laubach verbinden (er ist Ostern 1888 vom hiesigen Gymnasium abgegangen). Der gutgeschulte Kirchenchor. geleitet von Oberreallchrer Gerhardt, verschönte den Gottesdienst durch verschiedene erhebende Gesänge. Am Rachmittag sand Prüfung der Schüler in der christlichen Lehre statt. Gestern fand eine außerordentliche Hauptversammlung des hiesigen Vereins für Geflügel- und Kaninchenzucht (Vorsitzender: Bäckermeister Pitz) statt. Der Verein hat sich in letzter Zeit gut entwickelt, er zählt über fünfzig Mitglieder und gehört dem ober-- hessischen Verband und dem Landesverband an. Zur Beratung kam die Anschaffung von Au s st e ll u n g s?äf i g e n: zur Bestreitung der Kosten dieser Anschassung beschloß man die Ausgabe von Aktien.. Außerdem sand die Abgabe von Fußriagen für Geflügel statt. - Weiter erfolgte gestern innerhalb des Krieger- und Militär-Vereins die Verteilung der Preise für das Preisschießen der Vereinsmitgliedei-. Den ersten Preis erhielt StudiosuS Roßbach, den zweiten Landwiri Hermann Desck. den dritten 3nstallateur Döll: den Preis auf der Ehrenscheibe errang Kaufmmm S. Heinern a n n.
Ärcis Lauterbach.
Lauterbach. 31. Aug. Zu der großen landwirtschaftlichen Aus st eil u n g , die vom 25. bis 27. September in der Spieß- Turnhalle und auf dem umliegenden Gelände stattfindet, treffen die Stadt Lauterbach und die Landwirtschaftskammer große Vorbereitungen. Die Ausstellung verspricht sehr reichhaltig zu werden, denn es find namentlich aus dem Ge- biete der Viehzucht, die dcr Hauptzweig der Landwirtschaft im Vogelsberg ist, sehr viele 2111« Meldungen eingelaufen. Die Ausstellung wird in 11 Gruppen sämtliche Gebiete der Viehzucht, des Ackerbaues, des Obstbaues, der Bienenzucht, der Milchwirtschaft. Maschinen. Geräte und Hilfsstoffe. sowie wissenschaftliche Arbeiten umsassen. Als Eigenart des VogelsbergeS wird die Ausstellung in Gnippe Obstsorten Hasel- und Walnüsse zeigen, sowie in Gruppe wissenschaftliche Arbeiten Hutweidenverbesserung, Grünlandgewinnung und Meliorationsversuche.
Starkenburg.
WSR. Da r m st a d t, 31. Aug. Bei dem im 3ahre 1923 in Darmstadt gegründeten Zirkus Geschwister Birkeneder sind in diesem 3ahre größere ilnterfcblagungen borge* kommen, die sich auf ungefähr 20 00*0 Mark belaufen. Die beiden ungetreuen Angestellten darunter ein Darmstädter, wurden verhaftet.
Rheinhessen.
WS2i. W o r m s, 31. Aug. Ein blutiges Ende nahm die gestern in E i ch bei Worms abgehaltene Kirchweihe. Als sich das Ehepaar
Staub und Lärm und Streit und Neid erspart, liebes Kind."
Er nahm Hut und Stock und ging. Ilse sah ihm vom Flurfenster nach, wie er die Straße hinunter und vom Markt abwärts in feine kleine Gasse hineinwanderte. Nun wurde er wieder das Glockenspiel ziehen. Mittagsläuten. Und seine stillgewordene Seele hörte hier auf Erden schon Harmonien, die einmal in einem Jenseits noch tausendmal herrlicher Hingen würden.
Der Großvater hatte von ihm erzählt, wie er vor langen Jahren in die Stadt gekommen. Ein armer Offizierssohn, der zur Musik gegriffen, weil ihm das Studium unmöglich war. Und weil er seine Kunst liebte. Schmalebeck sollte die erste Station der großen Lebensreise jein.
Schmalebeck aber war das ganze Leben geworden.
Ein Schauer überflog das Mädchen. Nur nicht so steckenbleiben in der Enge. Nur nicht immer diese kleinen Straßen, diese niedrigen Häuser, diese her zensguten und so arg befcf)iäntten Mensck>en. Hanse war ein Mensch voll Kraft und Frohsinn unb tausend Gedanken, die andere Frauen nie dachten. Aber auch Hanse ließ manches Mal die Augen finken und stöhnte auf: „Schmalebeck erwürgt mich."
Ein Geräusch, als ginge jemand im Wohnzimmer hin und her, ließ sie aufhorchen. Wer ging ba9 Sie schritt schnell zur Tür unb sah in die Stube.
Ein dunkler Herr in grauem Gehrock, stattttch gewachsen, wenn er auch den Vater nicht erreichte, wandte sich — im Gehen einhaltend — zu ihr herum. Dunkle Augen sahen sie fest und sondierend an, Iuristenaugen. Sie prüften den Menschen mit dem ersten Blick auf fein moralisches Soll und Haben.
Dies hübsche, sierliche Kind konnte nur Wohi gefallen erregen. Der Fremde verneigte sich und jagte: Fräulein Rottmann? — Rechtsanwalt Raben. — Aus Hamburg. Ich wollte mir erlauben, Ihren Eltern meinen Besuch zu machen. Das Mädchen sagte mir, Ihr Herr Vater würde sogleich erscheinen."
„Unsere Meta? Verzeihen Sie, Herr Rechtsanwalt, die ist sehr töricht. Sie hat es noch nicht gelernt, einen Unterschied zwischen Besuchern unb Patienten zu machen, und da mein Vater Krankenbesuche macht — — —" Man hörte draußen die Glocke gehen. „Das wird er aber fein. Wenn Sie noch einige Minuten Zeit haben —"
Georg Muth nachts um 1 43 <tuf bem Rachhausewcg befand geriet c8 mit einem bisher unbekannten jungen Mann in Wortwochsel, in dessen Verlauf der Bursche das Messer zog »mb der 24 3ahre alten Frau einen lebensgefährlichen Stich in den Hals beibrachtE. Die Frau brach bcwußttos zusammen. Rach Anlegung eines Rotverbandes wurde sie in der Rächt in das hiesige Krankenhaus eingellefert lieber die Persönlichkeit deS flüchtig gegangenen Messerhelden verlautet noch nichts Bestimmtes, doch nimmt man an. daß es sich um einen jungen Burschen aus GimdSheim handelt.
DSR. Gimbsheim. 31. Aug Gründlich hereingefallen ist ein Kartofseldiev von hier Als der bestohlene Landwirt auf seinem Acker den Kartosfclbiebstahl feststellte, machte er auch eine weitere unvermutete Entdeckung. Er fand eine Lohntüte mit 45 Mark Inhalt. auS der auch der '21 a m e des Kartoffeldiebes hervorging, der nicht wenig erstaunt war, als er" die gestohlenen Kartofseln restlos bezahlen und den Rest der 45 Mark als Strafe an die Armenkasse abführen muhte.
Preußen.
Kreis Wetzlar. i
H Wetzlar, 31. August. Dcr gestrige Sonn. Q tag und der heutige Montag haben den Wetzlarern die Kirmes gebracht. Nach althergebrachtem Brauch ist es hier die schulpflichtige Jugend, die die Kirmes feiert, während feit Jahrzehnten die Erwachsenen an den sonst üblichen Kirmessreuben keinen Anteil mehr haben. Auf den freien Strotzen unb Plätzen ober in den geschützten Höfen baut sich unsere Iugenb aus Latten unb Brettern ihre Kir- meshütten, bie mit allerhanb Laubwerk verbaut werden. Ein großer Kirmesbaum mit buntem Papiergehänge bildet bas Wahrzeichen einer rechten Kirmesseier. Tische unb Bänke in der Kirrneshütte werben mit Blumen geschmückt unb bienen zum Aufenthalt der Iugenb, die hier den Tag bei Kasfee unb Kuchen oder sonstigen von den Eltern aestis- teten Süßigkeiten verbringt. Gemeinsame Gesänge, Spiele unb Neigen dienen der Abwechslung. Abends bei einbrechender Dunkelheit werden die beliebten Lampions angesteckt und bann geht es unter dem Gesang fröhlicher Marschlieder durch bie Straßen der Stadl voran der fiinneebaum. Ein wirklich schönes unb harmloses Treiben, wobei besonders auch die „Alten" ihre Freude haben.
XX Atzbach, 31. Aug. Großes Pech hatte gestern morgen ein Motorradfahrer, der. von Kinzenbach kommend, an der Ecke deS Fei- lingschen Haules die Kurve nach Dorlar zu nicht bekommen konnte. 3m raschen Tempo fuhr er in die des Weges kommende Gänseherde und fuhr drei Tiere tot. Er selbst stürzte und sein Rad erlitt starken Bruch, so daß er den Weg nach Wetzlar nicht sortsehen konnte. Das Motorrad wurde beschlagnahmt, während dcr Reisende auf einem geliehenen Fahrrad seinen Weg sortsetzte. Am Abend nach hier zurückgekehrt, wurde der Sachschaden durch den Landjäger des Bezirks sestgeftellt
<> Lützellinden, 31. August. Das diesjährige Kleinkinderfest sand am Sonntag auf dem gewohnten Platze statt, auf welchem man später ein eigenes Kleinkinderheim zu errichten gedenkt. Pfarrer Koch leitete das Fest durch eine Ansprache ein. Die Kleinen trugen Verse und Gedichte vor und erfreuten sich an Sang und Spiel unter Leitung der Schwester R ü h l. Zur Verschönerung der Feier trugen der Gemischte Chor unb der Posaunenchor durch Gesang- unb Musikvorttage bei. Nach Beendigung des Festes kamen Brezeln an die Kinder zur Verteilung.
<> Großrechtenback, 31. August. Die hiesige Landjäger st eile ist vom 1. September ab dem Oberlandjäger Simon zu Kraftsolms übertragen worden.
<> Aus dem Hüttenberg, 31. August. Eine f t b r alte Sitte hat sich in den Gemeinden des H ü 11 e n b e r g s bis auf uen heutigen Tag erhalten: Wenn ein junges Paar heiratet unb nach der stattgefundenen Eheschließung vom Standesamt — meist mit Pferd und Wagen — zurückkehrt, läßt es sich die Dorfjugenb, darunter auch die Schutt kinder, nicht nehmen, das Paar burd) Vorhalten langer Stangen, Querfpannen von Seilen usw. zu „hemmen". Der Bräutigam zeigt sich bann durch kleinere Geldgeschenke erkenntlich, bie von ben Schutt lindern sofort in Zuckersteine usw. umgesetzt werden: junge Burschen kaufen sich für das „Hemmgeld" Rauchwaren oder trinken dafür Bier. Oft kommt
„Stören möchte ich nicht. Ihr Herr Vater wird ermüdet sein."
Sie huschte hinaus, rief ben Vater, lief in bei Garten. „Du, Muttel, liebste, drinnen ist ein feiner Herr. So einer, wie er sich nur alle sieben Äahre einmal nach Schmalebeck verirrt. Er will dir seine Aufwartung machen. Unser Trampel hat ihn in die Wohnstube gesetzt und da sitzen taffen."
„Thomas Raben", sagte Hanse, und das Herz tat doch einen kurzen Ruck.
„Raben. Ja, das war der Name. Wußtest du, daß er kommen würde?"
„Es war anzunehmen. So, er ist also drinnen. Trag' die Beeren hinein. Kind. Ich will ckir nur die Hände waschen."
Einen Augenblick vor ihreyi Manne trat sie in das Zimmer. Der Besucher, der ihr seit einer Viertelstunde enlgegenroartete, jah keine Erregung in den freundlichen Zügen. „Thomas. — Herzlich willkommen. Was führt denn dich einmal nach Schmalebeck?"
„Eine geschäftliche Angelegenheit. Und da sie sich nicht in einigen Tagen erledigen wird — ich werde häufig herfahren müssen —, sagte ich mir, ich wollte doch an eurem Hause nicht vorubergehen."
„Das hätten wir dir auch nicht vergeben. Wie geht es zu Hause bei euch?"
„Danke. Wie jo das Leben geht. Meine Schwestern sind verheiratet. Mein Vater seit fünf Jahren tot. Die Mutter lebt mit mir zusammen, aber sie kränkelt. Sie ist ja auch den Siebzigern naher als den Sechzigern. Aber du kennst sie ja, kein Mädchen kann es ihr zu Dank rechnen."
„Du solltest ihr eine Tochter geben.“
Er sah sie eint Sekund« prüfend an, dann hinaus in den Garten. „Ich habe wenig Zett. Morgens m das Bureau, zum Eßen nach Haufe, bann wieder in die Stadt, unb abends sitzt man über den Akten. So gehen die Tage hin. Geselligkeit? — Die wenigen alten Freunde, die uns damals treugeblieben sind, und die Klienten, mit denen man einmal hkxr und da frühsttickt---damit ist der Beck^hr zu
Ende."
„Gönnst du dir nie geriepT*
(Fortsetzung M*)


