lang« Zeit stand, übermittelte durch den Vorsteher des hiesigen Bahnhofes ein Anerkcnnungs- und Glückwunschschreiben und ein Geldgeschenk, der Veteranen- und Kriegerverein ehrte sein Ehrenmitglied mit einem Glückwunsch und einem Geschenk. Gleichzeitig wurde dem Jubilar ein Glückwunschschreiben des ehemaligen Großherzogs von Hessen überreicht. Ein Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten von Hindenburg hat Biehl als Teilnehmer des Feldzuges 1870,71 bereits vor drei Jahren erhalten.
in. Grüningen, 30. März. 2lm vorigen Samstag konnten die Eheleute 'Adam Mar- steller und Frau Sophie, geb. Fay, in seltener Rüstigkeit ihr goldenes Ehejubiläum begehen. Zahlreiche Glückwünsche wurden dem Jubelpaar zuteil. Bertretcr der Kirche und der Gemeinde dankten dem Jubilar für seine frühere langjährige Tätigkeit in der Kirchen- und Gemeindevertretung. Abends brachte der Adam- Jsheimsche Gesangverein dem Jubelpaar ein Ständchen dar. — Am Samstagnachmittag brach im nahen Grüninger Dorf-Gill er Markwald «in Brand aus, dem ungefähr 1000 Quadratmeter Buchen- und Fichtenschonung zum Opfer fielen. Durch das energische Eingreifen einiger Grünmger Einwohner konnte das Feuer an einer weiteren Ausbreitung gehindert werden.
Kreis Büdingen.
rl. Büdingen, 30. März. Dieser Tage fand hier ein Sprechtag der ländlichen Genossenschaften des Frankfurter Berbandes im Bezirk Büdingen statt. Direktor I o l k von der Genossenschaftlichen Zentral-Kasse in Frankfurt schilderte zunächst die Lage auf dem Geldmarkt und die Auswirkungen der neuen Zins- Politik auf das ländliche Genossenschaftswesen. Cs ist kein unbegründeter Optimismus, wenn man eine fühlbare Erleichterung für die Landwirtschaft davon erwartet, wenn es auch nur ein kleiner Anfang ist. Direktor Kuhn von der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft sprach über die den Rotverhältnissen anzupassende Warenwirtschaft, er warnte vor Hoffnung auf plötzliche Besserung, und wies darauf hin, wie besonnene, verantwortungsbewußte Arbeit ander Scholle allein aus dieser Rot herausführen könne. Der Hauptgeschäftsführer des Berbandes, Herr Beck, klärte über die Revisions- und andere Tätigkeit des Berbandes auf und sprach über die notwendigen Arbeiten der Berwaltungs- organc der Genossenschaften. Eine rege Aussprache schloß sich den Borträgen an. Im Schlußwort wies d^s Berbandsratsmitglied S ch n i e r l e auf die fruchtbringende Wirkung dieser Sprechtage hin.
Kreis Alsfeld.
te* Alsfeld. 26. März, ülniversitätsprofesfor Dr. Küster (Gießen) hielt hier im Physiksaale der Oberrealschule, auf Beranlassung der Dürer- Gesellschaft, einen Lichtbildervortrag über „Die Darstellung der Pflanzen in der bildenden Kunst." Er stellte in seinem Bortrage zusammen, vom Altertum ausgehend, was im Laufe der Geschichte die Künstler von den Pflanzen gesehen haben und was ihnen davon darstellenswert erschien. Den Höhepunkt bildet Albrecht Dürer. Als einen weiteren großen Meister zeigte er Matthias Grünewald. Es steckt eine Art Kulturgeschichte in der Betrachtungsweise, wie sie durch die Borführung der Werke erzielt werden soll. Der ausgezeichnete Vortrag des Botanikers der Landesuniversität Gießen fand großen Beifall. — Auf Veranlassung des hiesigen Derkehrs- und Derschönerungsvereins hielt Gartenbauinspektor Schwarz (Gießen) im „Deutschen Haus" einen Lichtbildervortrag über das Thema „Landschaftsgestaltung und Heimatschuh". Dem Vortrag ging ein Rundgang um Alsfeld voraus, den verschiedene Mitglieder des Vorstandes gemeinsam mit dem Vortragenden am Rachmittag zwecks Besichtigung der städtischen Anlagen unternommen hotten. Rachdem der Vortragende auf die Veränderung des allgemeinen Landschaftsbildes durch die kulturelle Entwicklung hingewiesen hatte, gab er seine weiteren Erläuterungen an Hand einer Reihe von Lichtbildern. Er zeigte dabei, wie durch geschmacklose Bauten und Anlagen, durch Anbringen von Reklame- und Verkehrsschildern die Landschaft verschandelt wird. Wohltuend berührten dagegen die Landschaftsbilder, in denen eine der Landschaft angepaßte Bauweise mit reizvollem Baum- und Sträucherschmuck das Gefühl ungestörter Harmonie auslöste. Der Redner bezeichnete die ruhige Wirkung bei der Landschaftsgestaltung als ein Haupterfordernis in unserer aufgeregten Zeit. Der Alsfelder Verkehrs- und Verschönerungsverein wird die Anregungen nutzbringend verwenden.
-er. Homberg, 30.März. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete am zweiten Osterfeiertage in der vollbesetzten Stadthalle einen plnterhaltungsabend. Bei ausgezeichneten Darbietungen der Feuerwehrkapelle, die ein vielseitiges musikalisches Programm flott zu Gehör brachte und dafür verdientermaßen den lebhaften Beifall der Besucher erntete, ferner bei der wirkungsvollen Aufführung mehrerer Theaterstücke und schließlich bei flottem Tanzvergnügen verlebten die Teilnehmer des Abends einige schöne älnterhaltungsstunden.
Kirche und Schule.
X W i e s e ck, 30. März. Zu einer dankbar aufgenommenen Feierstunde verhalf unsere Gemeinde die älebertragung der Matthäus- p a s s i o n aus Frankfurt am Karfreitag in die Kirche. In selbstloser Weise hatte sich das Radio- fachgeschäft Friedrich Kehler hierfür zur Ver- fügung gestellt. Zur Einleitung und in der Pause sprach der Ortsgeistliche über Johann Sebastian Bach und sein Werk und gab einige Erläuterungen zu dieser Passion. Am ersten Ostertag zeigte sich unsere Kirche in einem neuen Schmuck. Anläßlich seines zehnjährigen Bestehens stiftete unser Frauenverein neue Antependien für Altar, Kanzel und Lesepult. Die Bemalung der aus weißer Seide bestehenden Stücke lLuther - wappen, Kreuz. Weinrebe mit Kelch) schuf ein lunger Architekt Herbert Sattler; die übrige Handarbeit kam aus der geschickten Hand von Ellh P o st. Die wohlgelungenen Arbeiten sollen demnächst in der Buchhandlung der Pilgermission einem weiteren Kreis zugänglich gemacht werden. Der neue Schmuck ist für die Festtage der christlichen Gemeinde bestimmt. Am zweiten Ostertag fand die Konfirmation von 12 Knaben und 15 Mädchen statt.
8 Alten - Buseck. 30. März. Die Zahl unserer K o n f i r m a n d e n ist in diesem Jahre sehr klein. Es kamen am 2. Osterfeiertag nur 8 Knaben und 5 Mädchen zur Einsegnung. Davon entfielen 2 Knaben und 2 Mädchen auf unsere Rach- bargemeinde Trohe.
Wirtschaft.
Vom 12. April wieder amtliche Kursfeststellung.
Das üursveröffentlichungsverbol wird aufgehoben.
Berlin. 30. März. (WTB.) In der heutigen Vollversammlung des Börsenvorstandcs, Abteilung Wertpapierbörse, ist nach eingehender Erörterung der noch zu treffenden Vorbereitungen einstimmig beschiossen worden, die amtliche K u rsfe st st c ll u n g am 12. April wieder auszunchmen. Es ist regierungsseitig in Aussicht genommen, zu demselben Zeitpunkt das Kursveröffentlichungsverbot aufzuheben. Ferner wurde beschlossen, die Börsenvcrsammlung vom 12. April ab in der Zeit von 12 bis 14 ilfjr, Samstags von 11 bis 13 plhr, abzuhalten.
Frankfurt a. M., 30. März. (WTB.) Wie der Frankfurter Dörsenvorstand, Abteilung Wertpapierbörse, mittcilt, wird gemäß den Berliner Beschlüssen, ebenfalls am 12. April mit der Wiederaufnahme der amtlichen K u r s f e st st e l l u n g an der Frankfurter Börse begonnen werden.
* Frankfurter Handelsbank AG. norm. Frankfurter Viehmarktsbank Frankfurt a. M. Die gestrige GV. der Gesellschaft genehmigte einstimmig den dividenden- losen Abschluß für das Geschäftsjahr 1931 und beschloß, den ausgewie^enen Reingewinn in Höhe von 6330 Mk. auf neue Rechnung vorzutragen. Ferner wurde die Einziehung von 75 000 Mk. eigener Aktien beschlossen.
* S a r o t t i A G., D e r l i n. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Sarotti AG., Berlin, wurde der Abschluß auf den 31. Dezember 1931 genehmigt und beschlossen, der auf den 23. April einzuberufenden GV. die Verteilung einer Dividende von 4 Prozent (7 Prozent) auf das divi- dendenbcrechtigte Aktienkapital von 13,5 Millionen Mark vorzuschlagen.
Deal enmarkt Berlin — Frankfurt a. M.
30. Mär, 31. Mär,
zielten Verkehrs doch wieder zu st a r k, als daß sich die freundlichere Grundstimmung kursmäßig hätte stärker auswirken können. Nur ganz wenige Papiere, Ehade und Svenska, waren etwas erholt, während die meisten übrigen Märkte vollkommen unverändert lagen. Im Verlaufe trat in Syenskaaktien aber wieder Angebot hervor, das den Kurs, der 2 v. S). höher eingesetzt hatte, um etwa 5 Mark drückte. Sonst waren noch Otovi etwas schwächer, vor allem aber waren Schiffahrtsaktien stärker rückgängig. Hapag und Lloyd verloren innerhalb weniger Minuten fast 10 v. H. ihres effektiven Wertes, wobei man einmal auf den schlechten Jahresabschluß der Cunard-Linie, vor allem aber auf die amerikanische Konferenz und die abermalige Ermäßigung der Passagierpreise teilweise um 20 v. Sy hinwies. Hiervon ausgehend konnten sich auf verschiedenen übrigen Märkten die Anfangskurse ebenfalls nicht behaupten. Siemens gingen um 2 v. Sy zurück, auch die Montanwerte neigten zur Schwäche, dagegen lagen Reichsbankanteile und Farben relativ widerstandsfähig. JG.- Chemie Basel setzten sogar aus den gestern bereits erwähnten Gründen ihre Aufwärtsbewegung um etwa 4 o. Sy fort. Auch am A n l a g e m a r k t war die Tendenz heute zunächst etwas beruhigter. Im Einklang mit der festeren Haltung der Deutschen Bonds im Auslände waren Reichsschuldbuchforderungen höher und in mittleren Fälligkeiten bis zu 1 o. Sy gebessert, gaben aber später einen Teil dieses Gewinnes wieder her. Auch Altbesitzanleihe und Reichsbahnvorzugsaktien konnten sich anfangs etwas erholen. In Goldpfandbriefen war das Geschäft gering, die Kurse bröckelten im Verlaufe eher etwas ab. Industrieobligationen lagen uneinheitlich. Am Geldmarkt schien der Ultimo bereits überwunden. Tagesgeld erfuhr mit 6,75 bis 8,75 v. Sy zwar keine Veränderung, der Privatdiskont wurde jedoch erwartungsgemäß ermäßigt, und zwar um */i6 v. Sy auf 5,75 d. Sy in der Mitte. Er stellt sich also jetzt auf 5,3/ie Geld und 5nhe Brief.
Gießener Wochennmrktprcise.
' Gießen, 31. März. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt; Süßrahmbutter 130 Pf., Landbutter 120, Kochbutter 90, Matte 25 bis 30, Wirsing (gelb) 15 bis 20 (pro Ztr. 12 bis 15 Mk.),
Wirsing (grün) 25 (pro Zentner 20 bis 22 Mk ), Weißkraut 10 (pro Zentner 6 bis 6,50 Mk ), Rotkraut 12 bis 15 (pro Zentner 8 bis 9 Mk.), Kartoffeln 4,5 (pro Zentner 3,80 bis 4 Mk.), gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, ülnterkohlrabi 5 bis 8^ Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30,
Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 50 bis 60,
Zwiebeln 20 bis 22. Meerrettich 30 bis 60'
Schwarzwurzeln 25 bis 35. Aepfel 8 bis 15,
Dörrobst 25 bis 30, Hüffe 35 bis 40, Honig 40 bis 45, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pfennig pro Pfund; Tauben 60 bis 70, Eier 8, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 25 bis 30. Endivien 15 bis 30, Sellerie 10 bis 40, Rettich 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Käse 5 bis 10 Pfennig pro Stück; Radieschen 15 bis 20 Pfennig pro Bund.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
F r a n f f u r t a. M., 31. März. Auftrieb: 116 Rinder. 958 Kälber, 65 Schafe, 661 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 42 bis 46 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 41, geringe Kälber 32 bis 35; Schafe: Mast- lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 29 bis 32, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 24 bis 28; Schweine: voll- fleischige von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 37 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfun5 36 bis 40 Mark. — Marktverkauf: Kälber rege, Schafe mittelmäßig, geräumt, Schweine schleppend, nahezu ausverkauft.
Rundfunkprogramm
des Frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-plmschau".)
Samstag, 2. April.
7.20 Uhr: Frühkonzert. 12.05 (von Berlin): Konzert. 15.15: Stunde der Jugend. 17.05: Nachmittags- konzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Kardinal Paeelli", Vortrag. 19.05: Vortrag. 19.35: „Musikalische Grundbegriffe — Ihr Wesen und ihre Bedeutung", Vortrag von Hans Rosbaud. 20.05: Mannheim: Konzert des Orchesters des Nationaltheaters Mannheim. 22.35 bis 24: Tanzmusik.
Banknoten.
Serlln, zo. Märs
Geld
Alles
Frankfurt gut behauptet
2.49 83,88 81,37 31,94
4,20
58,58
86,58
15,70
16,52
169,71
22,11
82,98
4,22 58,82 86,92 15,76 16,58
170,39 22,19 83,32
2,51
84,22
81,69
32,06
Reichsbankdiskont 6 Proz. — Lombardfah 7 Proz.
Amerikanische Note».......
Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten Französische Note« Holländische Note» ...... Italienische Noten........
Norwegische Noten Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten........
Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
»rief
Geld
25rit(
©elfmgftrtl .
7.243
7,257
7,243
7,257
Wien. . .
49,95
50,05
49,95
50,05
Prag . . .
Budapeft . .
12,465
12,485
12,465
12,485
56,94
57,06
56,94
57,06
Sofia . . .
3,057
3,063
3,057
3,063
Holland . .
170,08
170,42
170,08
170,42
OSlo.... Kopenhagen.
83,17
83,33
84,17
84,33
86,76
86,94
87,81
87,99
Stockholm .
84,07
84,23
85,51
85,69
London. . . Buenos MreS
15,74
1,068
15,78
15.94
15,98
1,072
1.068
1,072
Neuyork
4.209
4,217
4.209
4.217
Brüfjcl.
58,74
58,86
58.74
58,86
Italien. . .
21,82
21,86
21,84
16,53
21,88
16,57
Paris . . .
Schweiz
16,56
16,60
81,55
81,71
81,51
81,67
Spanten
31,97
32,03
32,02
82,47
32,08
Danzig
82,47
1,384
82,63
82,63
Japan .
1,386
1.419
1,421
Rio de Ian..
0,254
0,256
0,259
0,261
Jugoslawien.
7,413
7,427
7.413
7,427
Ltilahon .
14,34
14,36
14,49
14,51
Frankfurt a.M., 31. März. (WTB. Drahtmeldung.) Die heutige Börse war sehr wenig verändert. Rach der Schwäche in den letzten Tagen hat die Beruhigung in der Kreuger-Angelegenheit weitere Fortschritte gemacht, und die internationalen Werte lagen eher etwas fester. Das Geschäft war außerordentlich gering, weil es an Anregungen fehlte und Orders so gut wie keine Vorlagen. Die eher feste Reuhorker Börse blieb fast ohne Eindruck. Anfangs neigte die Tendenz auf Realisationen der Spekulation eher etwas zur Schwäche, doch konnte sich später wieder eine Erholung durchsetzen, so daß die Kurse gut behauptet waren. Auffallend schwach lagen nur Schiffahrtswerte, von denen Hapag und Rorddeut- scher Lloyd je 2 Prozent einvühten. Man sprach von Exekutionen, aber auch die Ermäßigung der Passagierpreise der amerikanischen Schiffahrtsgesellschaften durfte nicht ohne Einfluß geblieben sein. Don internationalen Werten eröffneten Svenska gut behauptet, Chadeaktien konnten sich um 2 Mk. befestigen. Die feste Haltung der JG.- Chemie Basel (erneut plus 3 Prozent) regte auch den übrigen Farbenmarkt an. IG. konnten sich nach anfangs schwächerer Haltung später wieder auf das Abendniveau erholen. Elektro-, Kunstseide- und Dankenwerte lagen vollkommen unverändert. Montanaktien zwar nicht einheitlich, Gelsenkirchen zogen etwa 0,50 Prozent an, während bie übrigen Werte eher etwas schwächer tendierten. An den Rebenmärkten herrschte Geschäftsstille. Am Rentenmarkt lagen Altbesitz und Reichsschuldbuchforderungen 0,50 Prozent fester. Reichsbahnvorzugsaktien zogen 1 Prozent an. Am Pfandbriefmarkt lagen Liquidationspfand- briefe gut gehalten, Goldpfandbriefe bröckelten verschiedentlich um 0,25 Prozent ab. Von Jndu- ftneobligationen gewannen Mittelstahl zirka 1 Prozent. Im Verlaufe war die Tendenz auf bie Schwäche der Schiffahrtswerte etwas abgeschwächt. Besonders Siemens waren angeboten und 3 Prozent niedriger, auch Svenska gingen um 5 Mk. zurück. JG.-Chemie Basel lagen dagegen unverändert fest und bekundeten am Farbenmarkt für Farbenindustrie gut behauptete Haltung. Am Geldmarkt zog Lagesgeld infolge des Quartalsultimo auf 6,50 Prozent an, doch war die Beanspruchung nicht besonders stark.
Berlin etwas beruhigter.
B e r I i n, 31. März. (WTB. Funkspruch.) Obwohl sich in der großen Linie seit gestern nichts geändert hatte, konnte man heute vormittag im Einklang mit Neuyork eine etwas beruhigtere Stim- m u n g feststellen. In der Tat hat die Kreuger-An° gclegenheit durch das Eingreifen der schwedischen Regierung einen Aufschub erfahren. Im großen und ganzen übte die Spekulation am Berliner Platz aber weiterhin Zurückhaltung, und sie schien nur anfangs ctroas Deckungsneigung zu bekunden. Die Geschäftslosigkeit war zu Beginn des offi-
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers".
Problem Nr. 319.
Don Dr. E. Zepler, Berlin.
8
6
5
4
3
2
7
1
h
4
6
3
8
7
2
g h
a b
Schwarz, a b c d e t g
d e
Weiß.
Weih 7 Steine: Kc7; Tf8; Lai; Se6, f4; Bc3, e2.
Schwarz 10 Steine: Ke5; Ta4; Ba7, b6, c6, e3, e4, e7, g6, h7.
Weih zieht und seht in drei Zügen matt.
Problem Nr. 320.
Don H. Detter, Dresden.
Weih 8 Steine: Ka5; De7; Td2, g5; Lei; 5dl. d7; Bf5.
Schwarz 10 Steine: Kf4; Del; Tfl, gl; Lg3; Shl; Bb5, f2, f3, g2.
Weih zieht und setzt in zwei Zügen matt.
Partie Nr. 234
Bremer Eröffnung
Die nachstehende äuherst scharfe Angriffspartie wurde im Wettkampf Carls gegen Dr. Antze in Bremen, März 1931, gespielt.
Weiß: C. Carls.
Schwarz: Dr. O. Anh*..
1. c2-c4 1. Sg8-f6
2. Sbl -c3 2. e7-eb
3. e2-e4 3. d7-d5
Dies wird auch von Aljechin empfohlen; es erscheint besser als 3 Lb4 wegen 4. e5 und 3 e5 wegen der Schwäche des Punktes d5. 4. e4-e5 4. bfu-e4
Ein origineller Versuch, der hier sonst durch 4 d4 5. eXf, dxc 6. bXc (Antze — Foerder, Duisburg) fortgesetzten Variante, neues Leben einzuflößen.
5. c4xd5
Flohr setzte hier gegen Thomas in Hastings 1932 besser mit 5. Sxe4, dxe4 6. Dg4 fort.
5. .. . 5. Se4xc3
Falsch wäre 5. ..., exd wegen 6. Da4 -s- usw.
6. b2xc3 6. Dd8xd5
7. Sgl-f3 7. c7-c5
8. Lf 1 — e2 8. Sb8-c6
9. 0-0 9. Sc6xe5?
Anstatt dieses fragwürdigen Dauerngewinns sollte Schwarz lieber seine Entwicklung durch Le7 usw. beenden. Rach dem verfehlten Textzug dürfte das schwarze Spiel auf die Dauer nicht zu halten sein.
10. Sf3xe5 10. Dd5xe5
11 Le2-b54- H. Ke8-d8
Auch 11 Ld7 ist nicht angenehm.
12. Tfl —el 12. De5-d5
13. c3 —c4 13. Dd5-d4
Besser sofortiger Rückzug; dies gestattet nur dem Weihen noch rascher seine Figuren zum entscheidenden Schlag zusammenzuziehen.
14. Tal-bl 14. a7-a6
15. Lei - b2 15. Dd4-d6
16. Lb2-e5 16. Dd6-e7
17. Lb5-a4 17. f7 — f6
Die schwarze Stellung ist hilflos und wird nun vom Anziehenden in wenigen energischen Zügen über den Haufen gerannt.
18. Le5—c3 Droht La5-f- usw.
18... . 18. Lc8-d7
19. TblXb? 19. Ld7xa4
20. Lc3-a54- 20. Kd8-c8
21. Ddlxa4 21. Kc8xb7
Falls 21 Dxb7 22. De8 matt.
22. Tel - bl-f- 22. Kb7-a7
23. La5-b6+ 23. Ka7-b8
24. Lb6-d8-s- 24. De7-b7
25. Tblxb7 4- und matt in zwei Zügen.
Lösung des Problems Nr. 313.
Don K. QI. L. Kubbel.
1. Dhl —h6! (Droht 2. Dg8 usw.) .. ., c7 — cb. 2. Dh6-d6 usw. 1 Tf5-f6 (f7, f8). 2. Dh6x h7 usw 1. ..., Tf5-f4. 2. Dh6xf4 usw- 1. . . Kd3xe4. 2. Lb3-c2+.
Lösung des Problems Nr. 314.
Don Jsaefs und Lewman
1. Sf7-g5! usw.
Aus der Schachwett.
Weltmeister Dr. Aljechin tritt demnächst eine Weltreise an, die ihn über Marseille, Port Said, Colombo, Saigun, Schanghai, Kobe, Honolulu. San Franzisko nach Los Angeles- führen wird. Im Laufe des Sommers wird er dann über Reuhork nach Paris heimkehren. In allen Häfen wird Aljechin Vorstellungen geben und Vorträge halten und vom Dampfer mit Orten, welche durch Rundfunk erreichbar sind, Beratungspartien spielen. Der Weltmeister gedenkt auf dieser Reise auch die altindischck Form des Schachspiels kennen zu lernen, die er dann für die Herausgabe einer Geschichte des Schachspiels verwerten will.
In dem sehr stark besetzten Winterturnier 1931/32 der Berliner Schachgesellschaft siegte L. Rellstab +?V2 aus 10 vor K. Richter >7. 2lhues + 6V2. Helling -s-6 (vorjähriger Sieger), Sämisch -j- 5, B. Koch und Roteboom je + 4Vs-
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom Redaktionstisch.
Der ©ratisfenor.
Während einer Probe zu den „Hugenotten" an der kaiserlichen Hofoper in Wien. Am Dirigentenpult der berühmte Kapellmeister Hell- m e s b e r g e r , auf der Bühne aber, in der Rolle des Raoul, ein versuchsweise zugelassener Provinzgast. Gemäß dem damaligen Modus „auf Engagement", das heißt ohne Bezahlung.
Schon nach dem ersten Akt war die Enttäuschung allgemein. „Run, was sagen Sie?" wandte sich einer der Solisten an den Dirigenten. „Finden Sie seinen Raoul nicht geradezu jämmerlich ?“
„Ach, lieber Freund", darauf Hellmesberger, „einem geschenkten Raoul schaut man nicht ins Maul!"
Rundfunk bei Shakespeare.
Ich las im „Hamlet", — so wird in Reclams Llniversum erzählt —. Als ich bei der 2. Szene des 2. Aktes, wo Hamlet sich über Polonius lustig macht, abgerufen wurde, fand ich bei meiner Rückkehr meinen zwölfjährigen Jungen in das Buch vertieft. Er hatte an der aufgeschlagenen Stelle weitergelesen und fragte ganz aufgeregt: „Vater, wann hat der Shakespeare gelebt?" — „Um die Wende vom 16. zum 17. Jcchrhundert." — „Dann fjat es also schon damals Rundfunk gegeben?“ — „Aber nicht doch, Junge, der ist doch erst im 20. Jahrhundert erfunden." — „Das kann aber nicht stimmen. Sieh mal, hier steht doch: „Hört, Güldenstem! — und ihr auch — an jedemOhreinHörer..."


