Ausgabe 
30.9.1932 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

mittel-

immer

Buntes Allerlei

8.35,

a'vcb am 16. Woher bet Atheitgebn-

lachnchteo.

eichsregierung ier Bayern, Zachen, n, Freiherr von hen Regierung ]emad)t. Aus diesem it bem ßt/omtmni

sind die Meldungen, i die Wiederein- Hebens* mit voll- ot erwogen werde,

Oer Bankier Ludwigs XVI.

Zum 200. Geburtstage von Jacques Necker am 30. September.

Don Dr. Guido Hellmer.

Unser« Pferde! Dir lieben sie, sie sollen uns nicht nur Fortbewegungsmittel sein. Ihr Seele wollen wir, Kameraden der Arbeit wollen wir sie nennen. Wir reiten und fahren sie, gut,

die auch dem Stettin erhebliche Zuwendungen ge­macht hat. Der Plan, ein Heim für alleinstehende, hilfsbedürftig« grauen zu errichten, »ft dadurch vereitelt worden, daß durch die Inflation da» Ka­pitalvermögen oerlorengegangen ist. Die Mitglieder hoffen trotzdem, in absehbarer Zeit ihr Ziel -u er» reichen. Gerade in der Gegenwart ist da» Bedürfnis nach einem Heim dieser Art sehr bringend, da e» nicht nur in Gießen, sondern auch auswärt» viele alleinstehende Frauen gibt, die nicht mehr in der Lage sind, in selbständiger Wirtschaftsführung durch da» Leben zu kommen.

Srieffoffen her Hebaktion

Gießen. Ueber Lehrbücher (oder Rezepte) für di« Herstellung von Lederfetten, Schuhcreme ufto. wird Ihnen wohl ein Drogist ober Buchhändler Auskunft erteilen. Vielleicht gibt Ihnen auch die in Berlm erscheinende Zeitschrift ..Chemisch-Technische Monat», hefte, vereinigt mit: Die Seifen-, Del- und Fett-

1 industrie" sachdienliche Fingerzeig«.

4. ab Alten - Duseck 9.OO, Wieset 9.10;

5. ab LaunSbach 8.26, Wißmar 8.36, Krof­dorf 8.50 Llhr.

Stahlhelm-Aufmarsch in Gießen.

An dem 1. Hessischen Grenadi«rtag in Gießen wird sich auch der Stahlhelm, B. d. F. in größerer Zahl beteiligen und mit über 1000 Mann aufmarschieren. Die auswärtigen Kameraden so schreibt man unr, die schon im Laufe des Samstag nachmittag eingetroffen sind,, werden in Massenquartieren untergebracht. Der Stahlhelm oer- bindet mit dieser Veranstaltung gleichzeitig eine Feier

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UFL udrand des rhemi» »lager befind«. Me nvm-rsachen. 3m mit eine Bemt»

Wem ein. !o inanöia unterdrückt (Solle) behandelte S überraschenden

Wklti bei amten über 14 000 -eborgen werden. Hirn- und Larven- en sind auch Leber» rmen. Weiter fand - Den letzten Dvr» rof. Dr. H. Krieg iite Sspedition im Spedition erstreckte iete de- nördlichen )ie Erforschung der Menschen von ihrer

g, September werden Präsidenten über dar rmittlung-v"' >utz und Pach erschutz, chterung für den lerösfenllichi.

3. ab Hochelheim 8.30, Hörnsheim Abzweig Rechtenbach 8.45, Lützellinden 9.00, Klein-Linden 9.15;

schenke".

** Hermann Stichel 70 Jahre alt. Am morgigen Same tag, 1. Oktober, kann unser Mit­bürger Hermann «tichel seinen 70. Geburtstag feiern Der Jubilar ist für viel« Gießener Ein­wohner eine bekannte Persönlichkeit und noch m auter Erinnerung. Dom Jahr« 1907 war er am ließener Stadttheater, seit der Eräffnungsvorstel. lung Wallensteins Lager", bis 1928 aktiv tätig, und er wirkt auch heute noch aushilfsweise mit. Trotz seines hohen Alters ist der Jubilar noch sehr rüstig und erfreut sich wegen seine» humorvollen Wesens allgemeiner Beliebtheit. .

* 50 Jahre Gartenbaubetrieb Ru­dolf Schneider. Ami. Oktober kann die Firma Gartenbaubetrieb Rudolf Schneider am Schiffenberger Weg auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken. Johannes Schneider sen. hat aus kleinsten Anfängen heraus den Betrieb zu einer ansehnlichen Höhe entwickelt und ihn im

ferfamen, lag s§o° Gipfel ber W Salzkammergut

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Jahre 1919 seinem Sohne Rudolf übergeben, der es verstand, das Geschäft durch Strebsamfeit und Fleiß nach neuen Richtungen und Grundsätzen zu vervollkommnen Sein Da ter, dem es in diesem Jahre vergönnt war, seinen 80. Geburtstag zu eiern, stand ihm dabei in nimmermüder 2Irbeit zur Seite. Die Firma erfreut sich in breiten De- völkerungskreisen des besten Rufes.

' VereinOber hessisch«» Damen- beim*. Der unter dem Protektorat Ihrer Durch- taucht der Fürstin zu Solms-Hohen- o l m s - L i ch stehende Verein ,^Ob er hessisches Damenheim «. D. zu Gießen hielt seine Mitglieder- vcrsamTnlung im Gemeindesaal der Lukasgemeinde ab. Die Ltersammlung wurde von Kirchenral Strack geleitet. Der Rechner, Pfarrer Bechtols- Heimer, legt« di« Rechnung vor, die dem Dor- tandsmitglied, Amtsgerichtsrat Jockel, zur Prü- ung übergeben wurde. Der seitherige Dorstand wurde wiedergewählt. Der Ute rein entstand im Jahre 1911 hauptsächlich auf Anreguna des im Juli 1915 verstorbenen Fräulein» Mathilde Strock,

die Schweiz zurück, wo er bei Genf die nochmals vor allem durch seine Tochter, die berühmte Schrift­stellerin Frau von Slatil und ihre dortige litera­rische Hofhaltung berühmt geworden« Herrschaft Coppet erwarb. Dom Schauplatz der Staatsgeschäfte war er mit seiner Verabschiedung keineswegs ab­getreten. Schrift auf Schrift ließ er teils zur Ver­teidigung feinerGeschättsführun a als Finanzgewaltiger, teils zur Anklage des herrschen­den Hoffysternr, vor allem seines Nachfolgers C a Ion ne, der den immer rapider fortschreitenden Verfall der sronzöstschen Finanzen Verantwortung»- flüchtig demS ü n d e n b o ck" Recker und dessen Mißwirtschaft zuschob, in die Welt gehen. So ge­riet er nicht in die Vergessenheit.

Im Jahre 1788 rief die französische Oesfentlich- («it angesichts der sich häufenden Finanzmiseren nach Recker al» dem Retter In der Rot. Man mußte ihn von neuem auf seinen alten Posten berufen. Ins Ungeheure wurde diese Volkstümlichkeit Reckers gesteigert durch die von ihm erzwungene Einberufung der Generalstaaten, das heißt der Stände, denen er klipp und klar die Lage der Staatsfinanzen enthüllte. Gerade durch diese Offen- heit und durch das Derfprechen durchgreifender Re- formen versuchte er vor allem, den mächtig sich ent­wickelnden dritten Stand der spater recht eigentlich die Revolution förderte und ausführte zur Nachgiebigkeit gegen den Hof zu bewegen. Es gelang ihm nicht, und der Hof benutzte da» als An- laß, schnell ein« Art Staat» st reich ouszufüh- ren und den unbequemen Minister zu entlasten und insgeheim aus Frankreich zu versagen.

Recker wandte sich wieder nach Coppet ober dieser Schritt des Hofes war mit der Anstoß zu der ! roßen Empörung, die zu offener Revolution ührte: in Paris brach unmittelbar darauf der lufftanb los, die Bastille wurde erstürmt der König wurde gezwungen, den verbannten Minister zum drittenmal auf seinen Posten zu be­rufen. Recker» Reise nach Paris war ein wahrer Triumphzug aber auch sein« Popularität vermochte di« wilde Hetze der Ereignisse nicht mehr lange zu überdauern.

Die Finanzen waren nicht zu retten, Recker» Aus­kunftsmittel waren erschöpft seine bisherige Volkstümlichkeit gma stürmisch über auf den gewal­tigen Redner und Demagogen TH r ab e au, der sich gegen ihn stemmte. Roch einem knappen Jahr neuer Amtsführung erbat und erhielt Recker im Jahre 1790 seine Entlassung und entfernte sich aus Frankreich, verlacht und umhöhnt vom Pöbel. Wie- der setzte er sich auf sein Gut Coppet, aufmerksam die Zeitereignisse verfolgend und eingreifend mit literarischen Veröffentlichungen.

Seine Zeit kam nicht mehr wieder. Im Jahre 1804 starb er zu Coppet, zehn Jahre nach seiner Frau Susanne, einer geborenen Curchvd de la Raste, die ursprünglich Erzieherin war, al» Gattin Recker» aber trefflich und würdig zu repräsentieren verstand und sich Verdienste durch ihre charitattven Be­mühungen erwarb. Spater wandte sie sich der Schriftstellerei zu hnb vererbte ihr Talent der Toch­ter, der Frau von Stakl, der einflußreichen Freun- bin aller Berühmtheiten ihrer Zeit.

Grundlage der Gleichberechtigung. Zu Recht de- stehe der Ausdruck August Abels, des jung, deutschen Außenpolitikers, daß hierfür beute 12 Albr vorbei sei. Der geeignete Zeitpunkt sei In den Jahren 1925 bis 1927 gewesen, zur Zeit des Borstoßes des Ordens in dieser Hinsicht. Da­mals galt es, einmal in Frankreich selbst Lage und Stimmung zu erkunden und eine Derständi- flung zu fördern; zum andern aber galt es, die Schwache der französischen Währung und Wirt­schaft bei den Verhandlungen über die deutsch- französischen Wirtschaftsbündnisse auSzunutzen und national-politische Forderungen zu stellen. Das. sei aber nicht geschehen, wofür Deutschland heute büßen müsse. Dagegen sei die Bereinigung unzu­länglicher Zustände zwischen beiden Staaten durch­aus möglich. -

Alsdann hielt Studienassessor Dr. Trapp den Hauptvortrag. Zunächst schilderte der Redner das Wesen des Grenzaürtels im Westen von der Schweiz bis Flandern. Gr wie« auf die durch hie Grenzziehung von 1919 geschaffenen unzuläng­lichen Verhältnisse hin; besondere Bedeutung legte er den völkischen Bewegungen in Elsah-Lothringen und Flandern bei. Sodann schilderte er die Ent­wicklung der Grenze aus der Geschichte heraus. Das Reich der Franken hatte eine Einheit Deutsch­lands mit dem Westerk geschaffen. Allmählich ent*

Eifersucht im Gchlangenhauek.

Das Schlangenhaus des Londoner Zoo, das sonst meist eine Stätte träger Ruhe ist. war dieser Tage der Schauplatz eines grimmigen Kampfes, der zwischen zwei Riesenschlangen von 5 Meter Länge ausgefachten wurde. Seit den Tagen, da der Alligator George wegen seiner Mordlust zu dauernder Einzelhaft verurteilt worden war, hat man ähnliche Schlachten in dem Reptilienhaus nicht mehr gesehen. Es scheint aber, daß nicht an­geborene Kampflust die Ursache der wilden Szene war, sondern daß hier eine .Liebestragödie" den Hintergrund bildet. In dem Schlangenkäfig hatten früher drei Riesenschiairgen friedlich beieinander gehaust, von denen eine ein Männchen, die zwei anderen Weibchen waren. Als aber in diesen Tagen ihnen ein vierter WohnungSgenosse, eine Riesenschlange von 5 Meter Länge zugesellt wurde, da war das Idyll auf einmal gestört. Der Reuankömmling war ebenfalls ein Männ­chen, und eS scheint, daß sich fein älterer Ge­schlecht Sgenosse durch ihn in seinen Rechten, .Hahn im Korb" zu fein, beeinträchtigt fühlte. Am Morgen, als der Wärter im Reptilienhaus erschien, waren die beiden mitten im heißesten Kampf, der ohne fein Da^wischentreten sicher mit dem Tod des einen geendigt hätte. Obwohl der frühere Bewohner des Schlangenkäftgs der Klei­nere war, hat er doch seinen Rebenbuhler arg zugerichtet. Bei dem Kampfe, dem die beiden Weibch-n als völlig gleichgültige Zuschauerinnen beiwohnten, war daS Farnkraut, mit dem der Boden des Käfigs wie mit einem molligen Tep­pich belegt war, wlld umhergeschleudert worden. Die unterlegene Schlange muhte in das Kranken­haus der Reptilien gebracht werden, wo ihre zahlreichen Wunden desinfiziert und die schlimmste von ihnen zugenäht wurde. Der Pattent liegt nun in beschaulicher Ruhe mit 38 Stichen in feinem Leib auf dem Krankenbett und kann über das ewige Thema »Weib" befinnliche Betrach­tungen anftellen... D. B.

Kl« pke, verbracht.

Kraff poff-Son Verfahren zum Grenadieriag in Giehen.

Vom Postamt Gießen wird unS mitgeteilt, daß am Samstagabend für alle von Gießen aus verkehrenden Kraftpostlinien um 2 3 .1 5 11 br an der DolkSballe zu Giehen Omni- buffe bereitgestellt werden, um den Be­suchern des Drenadiersestes Gelegenheit zu ge­ben, nach Beendigung des Biwaks und des Zapfenstreiches nach ihren Wohnorten zurückzu- kehren. Zum Besuche der Veranstaltungen am Sonntagvormittag (10 Uhr Feldgottes, dienst und 11 Uhr Paradej werden folgende Sonderfahrten eingerichtet:

1. ab Gambach 8.15 Uhr, Ober-Hörgern 8.20, Abzweig Münzenberg 8.24, Eberstadt 8.28, Hof Düll 8.32, Dorf Gül! 8.40, Holzheim 8.54, Grüningen 9.04, Steinberg 9.07;

2 ab Albach 9.00, Steinbach 9.10;

mäßig und schlecht und werden sie lieben.

So wollen wir sie grüßen, die stummen raben:An die Pferbel"

Nochmals: Fahnen heraus!

Gießen, den 30. September 1932.

An die Pferde!^

An bi« Pferde!" Am Grenadiettag in Giehen wird mancher alte Soldat dieses Kommando fett langer Zeit zum erstenmal wieder hören, und es wird ihn erinnern an feine Dienstzeit^ in ber es ihm wie beute dem jungen Soldaten Symbol war für sein innige» Verhältnis zu seinem treuen vier- b einigen Kameraden. Er weiß auf Grund feiner Erlebnisse aus Kriegs- und Frtedenszett das Pferd am beiten zu schätzen. Kommt ihm nicht mit dem Motor ihr Menschen, die ihr da» Pferd nur durch die Formel kennt, mit ber ihr bi« Kraft eurer Maschinen meßt. _ ,

So sind heute gerade die Soldaten, die in Aus­übung ihres Dienstes mit Motor und Pferd zu­sammen arbeiten müssen, beider Leistungen aus- lüsten und abwägen lernen, bestrebt, den Gedanken und Glauben an bas Pferd in den breiten Schich­ten und Betrieben unseres Volkes wieder neu zu erwecken. Sic glauben an die Pferde, glauben, daß sie alt werden, so alt wie bie Erde unb ihr« Menschheit, daß sie all« Maschinen überleben.

Von Erlebnissen und Taten der Menschen hat man schon viel gelesen und gehört. Man hat un­zählige Denkmale dafür gesetzt. Aber von den Taten der Pferde hört man nur selten. Allein ihr«

Unlöslich ist da» Mannesleben diese» Schweizer», der während zweier Jahrzehnte bedeutsam in die französischen Staats- und Finanzgescdäste eingriff, ist Jacques Recker, geboren zu Genf am 30. Sep­tember 1731, mit dem jäh absteigenden Geschick ber bourbanischen Monarchie unb mit der Vor­geschichte der großen französischen RevGlution verbunden. Bald al» Retter in der Not gepriesen, bald als unfähiger Prahlhans oer- lacht unb verdammt, weist dieses Dasein Kurven unb Schwankungen auf, bie hineingezeichnet in eine be- deutsam« Evache der Weltgeschichte, nachzuziehen von beträchtlichem Reiz ist.

Reckers Vater war geborener Brandenburger unb Professor des Staatsrechts. Der Sohn machte eine kurze kaufmännische Lehrzeit durch und trat bereits als Achtzehnjähriger in das Pariser Bankhaus Ver- nct ein, dessen Teilhaber er bald wurde. Seinem außerordenttichen Geschick sind zur Hauptsache die glänzenden Geschäfte zu verdanken, bie dieses Haus vor allem während des Sieb en- jährigen Krieges machte. Diese Geschäfte auch waren es, die es dem dreißigjährigen Recker ermöglichten, sich nach zwölf Jahren Bankierschaft schon mit einem Vermögen von mindestens sechs Millionen Franken aus dem Bank­haus Bernet zu entfernen, um, gemeinsam mit Thelussen, eine eigene groß« Bank aufzu­machen.

Acht Jahre später, im Jahre 1768, ist er bereits Ministerresident Genfs am Pariser Hof und Syndi­kus der Ostindischen Kompanie. In dieser Zeit oer- öffentlichte er sein erstes wissenschaftliches Werk, ein lehrreiches Buch über das Merkantil- system, unb half bereits mehrmals sowohl mit eigenem Reichtum als auch mit seinem Kredit dem sranzÄischen Staatsschatz, dessen Ebbe sich in schnell­stem Tempo hin zur Katastrophe zu vergrößern begann, aus ber Verlegenheit.

Diese Hilfeleistungen waren für seine Laufbahn sehr einträglich. Nachdem er sich zum zweitenmal von den Bankgeschäften zurückgezogen hatte, er­nannte Ludwig XVI. im Jahre 1776 Recker, bef- en Haus seit längerem schon der Sammelpunkt ber glänzendsten Pariser Gesellschaft geworden war unb dessen Ruf wuchs dank mehrfacher literarischer Der- öffentlichungen, die Bezug auf bas Finanzwesen hatten, zum Finanzrat unb ein Jahr darauf zum Generaldirektor des königlichen Schatzes, also , zum französischen Finanzminister. Auf diesem Posten war es Reckers äußerstes Be­streben, das Defizit zu verringern, Ein­sparungen zu ermöglichen «r zeigte sich gewandt unb uneigennützig, aber nicht gerade als produktiver Staatsmann. Sein wichtigstes Auskunftsmittel, der (Ebbe im Staatsschatz zu begegnen, waren A n - leihen und neue Schulden. Gerechterweise muß ihm zugestanden werden, daß der Hof seinen Einsparungsmaßnahmen meist heftigen Widerstand entgegensetzte. Recker beantwortete diesen Wider- stand mit einer ebenso tapferen wie rücksichtslosen Veröffentlichung über die Mißwirtschaft und Verschwendung de» Hofes, ein Schachzug, ber ihm im Jahre 1781 bie Entlassung einbrachte.

Recker zog sich zunächst nach St.-Quen, bann in

be» 85. Geburtstages feines Ehrenmitgliedes, be» Herrn Reichsorästdenten.

Zur Teilnahme am Biwak de» Bataillon» tritt der Stahlhelm am Samstag 19.30 Uhr am Brandplatz mit den bereits eingetroffenen Kamera­den an und marschiert mit Musik durch bie Sonnen- straße, Kreuzplatz, Seltersweg, Löwengasse, Dahn- bofstrahe, Westanlage, Sübanlage, Gartenstraße, Lubwigsplatz Kaiserallee zum Trieb.

Der Stahlhelm nimmt am Fetdgottesdienst am Sonntagoormittag teil. Antreten 8 Uhr in ber Nordanlage, von wo aus geschlossener Anmarsch durch folgende Straßen erfolgt: Nordanlage, Mühl- strahe, Bahnhofstraße, Alicenstrahe, Ludwigstraß«, Kaiserallee. Noch der Parade de» Reichswehrbatail­lons wird der Landesführer Groß-Hcsien, Kapitän a. D. Weiße, den Vorbeimarsch der ver­sammelten Stahlhelmeinheiten abneh­men, wobei zum erstenmal die neu aufgestellte Gie­ßener Stahlhelmkapelle spielen wird. Anschließend wirb ber Stahlhelm auf bem Trieb burch Feldküchen verpflegt. Den Wehrsportübungen der Reichswehr werden die Stahlhelmkameraben mit besonderer Auf­merksamkeit folgen, da der Stahlhelm es von jeher als seine ganz besondere Ausgabe betrachtet, den Wehrwillen im deutschen Volke wachzuhalten und die Jugend auf den Wehrdienst vorgubereiten.

--------- - . Schichalsfragen

Kriegstaten verdienen em Denkmal der Erinnerung. . Tttoftnronit

Immer sind sie ber treue Kamerad ihrer Reiter OtV veUtfcyeN ^veflgrenze.

unb Fahrer aewesen, taten ihre Pflicht, bis sie die Stoatsbürgerabenb im Iungdeutfchen Orden. Granate hinstreckte, unb fi« dalagen gebrochenen . Tage hielt, wie man uns berichtet - Blickes, die Hufe gen Himmel gestreckt, noch im .. .Drude:c schäft Gießen des Jung- Tode erschütternde Zeugen treuer Hingabe und deutfchenOrdens seinen Staatsbürgerabend Pflichterfüllung bi» zuletzt . , ab der sehr gut besucht war. Studienrat E1 o tz

Wi« oft hatte draußen der Meldereiter auf em- tc -Fersammlung und gab zunächst einen

lamem Ritt von Femden gejagt und gebeßt, fein 4U^rBnd über Thema des Abends von

Leben und seine Freiheit nur feinem Pferd zu außenpolitischen Gesichtspunkten aus. Die Kern­verdanken, wenn es s«m Letzte» hergab, um zu . irn Westen sei das Verhältnis

entkommen. Wie oft konnte der Retter im Rebel, Deutschlands zu Frankreich. Heute sei keine Mög. schneesturm unb m stockfinsterer Rocht mchts licbkeit ossen zu einer Verständigung auf der Besseres tun als sich dem hochentwickelten Orts- I -- . ----- o..

sinn seines Pferdes anzuvertrauen, bas ihn sicher den Rückweg finden ließ. Sie taten viel, unsere Pferde! lieber eine Million blieb vor bem Feind! Fast eine halbe Million erlitt SchußverlHungen. Roch heute tun manche dieser stummen Kän.sffer ihren Dienst vor friedlichem Pflug. Doppelte Dank­

barkeit dafür!

Daher glauben die Soldaten an euch, ihr Pferd«, sie fühlen sich dazu verpflichtet! Aus den großen Städten seid ihr verschwunden, dort hat euch bie Maschine unb ber Motor verschlungen. Die Stra­ßen, solang« Jahre von euch beschritten, wurden mit einem Panzer verhärtet. Dem federnden Boden unb die Fühlung mit der lebendigen Erde hat man euern Hufen geraubt. Um jo größer ist ber echten Reiter Liebe zu euch, um so lauter richten sie bie Bitte an euch alle, deutsche Starnmesgenoffen: Helft uns mitarbeiten, unseren treuen vierbeinigen Ka­meraden wieder Geltung zu verschaffen.

Erfreulicherweise hat die dsuffche Pferdezucht in den letzten Jahren Fortschritt« zu verzeichnen. Das Material ist gut, das zeigen neben unseren be- kannten Gestüten auch die Privatzüchter in unse­rem Vaterland. Mit Stolz können wir immer wie- ber trotz unserer wirtschaftlichen Notlage die Lei­stungen unserer Pferde auf den internationalen Turnieren verzeichnen. Auch das kleine deutsche ......

Heer führt sie noch die aus dem Fnedensheer toidelk bedingt durch die Verschiedenheit bekannten und bewahrten Abstammungen: Den . politisAn Entwicklung, der Unterschied in der edlen volljährigen Ostpreußen, bas geeignetste Rett- J^der Folgezeit wurde dann die staat-

unb Patrouillenpferd. Den Hannoveraner als Rett- * Trennung beider Landschaften Tatsache. Das vferd und im schweren Zug, bekannt durch eine ^^sche Reich das Ostreich, reichte zunächst weit Widerstandsfähig kett gegen Wttterungseinflufse. H^et deS heutigen Frankreich hinein. Dre

Ebenso bewahrt sich der Holsteiner als gute» Zug- <5^^ staatlichen Trennung hatte zwischen Pft^d. . beiden Deichen Gegensätze außeirpolitischer Art zur

so gilt auch beute noch mi« oor unb in bem Der Redner gab zwei Beispiele an. bei

Kriege das Glaubensbekenntnis des deuffchen Sol- «g infoIg(, Schwächeperioden deS Rei-

daten: _ . - . .. I che- zu Einmischungen Frankreichs in die Jnnen-

polittk Deuffchlands kam. Einmal die Dovpelwahl von 1212. die den ©taufen Friedrich (gestützt von Frankreich) gegen den Welfen Otto (gestützt von England) in den Kamps führte. Die Schlacht bei Bouvines 1214 entschied mit einem Sieg Frank- 6. 1 reichs zugunsten Friedrichs. Das zweitemal machte

Kam<: sich der Einfluß Frankreichs bei den Gegensätzen m der Zeit des Interregnums 1256 bis 1273 bemerk­bar. Im Verlauf der Geschichte bildete sich mm- mehr Frankreichs Gier nach der Rheingrenze her- Unsere Mitbürger werden noch einmal gebeten, die in den folgenden Jahrhunderten bis heute bereits von heute mittag an die u s e r mit eine Quelle steter Beunruhigungen Europas

Flaggen zu schmücken, damit die Straßen wurde. Zum Schluß seines DorttageS erläuterte

unserer Stadt beim Einholen der alten hessischen Aedner die Grenz Verhältnisse vvn heute. In Regimentsfahnen ein würdiges Bild bieten. Die Re- per Aussprache ergab sich viel Zustimmendes zu

gimentssahnen werden, wie gestern schon mitgeteilt, den einzelnen Punkten des Dorttages,

um 1 7 U h r von der Fahnenkompanie unseres Ba- Einweihung

taillon» am Bahnhof feierlich in Empfang genommen ncucn Heims ber Gießener Orbenejugenb. und durch bie SaWfftrahe <b>« ?lm Sonntag totste bie Drüber,chatt Sietzen

Liebigftraße, Frankfurter Straße, Scltersweg, Son- ^unadeutlcken Ordens ihr neues Jugend- nenstraße, Reuen Baue, Licher Straße zur Wohnung |>e fl , ^mrdc bei überaus

des Landeskommandanten in Hessen, Oberstleutnant | L^iligung der Or?enSjugend auSgesüllt mit Wehrsportkämpfen. bei denen die Gieße­ner im Gesamtergebnis gegen Wehtar. Butzbach Leihgestern, Klein-Linden. Allendorf, Rodheim und Holzheim siegreich blieben. Der Rachmittag begann mit einem feierlichen Konvent zur Eröff­nung und Sehergabe deS Heims. Bruder Komtur K r a u s ch hielt eine begeisternde, anfeuernde Rede an die Ordensjugend und gab ihr für das neue Heim den Geleitspruch mit auf den Weg: .Durch Pflicht zur Freiheit". Seine Rede war eine ernste Mahnung an die deutsche Jugend, ein Hinweis auf die großen Männer unseres DolkeS. Den 2lb- schluß der Tagung bildete ein Geländespiel der Ordensjugend. Der Abend vereinte die Ordens- fugend mit den Brüdern der Bruderschaft Gießen und deren Familien, sowie zahlreichen geladenen Gästen zu fröhlichem Beisammensein in der.Derg-

Gne Nase für 22 Pfennig!

Mehr ist sie nicht wert sagt bas römische Schwurgericht unb damit basta! Obwohl es sich nicht etwa um eine bestellte, eine beim Orthopäden ge­kaufte Werktagsnas« aus Paraffin handelt, sondern um eine frifchtebendig« Nate, eine gutgewachsene unb angewachsene Nase, eine Frauen na fe sogar, ja ein« römische Nase. Und diese» Schönheitsideal hat der Mechaniker Alfvebo feiner geliebten Marietta mir nichts, dir nichts aus dem Gesicht herausgebissen. Der Barbar sagt ber Staatsanwalt. Beantragt gwei Jahre Zuchthaus, bie bas Gericht auch be­stätigt, und im übrigen, was den materiellen Scha­ben anbelangt, mildernde Umstände. Nicht der Nasenabbeißer ist der Schuldige, sondern bte Nchen- trägerin sagt di« Verteidigung. Denn da» Näs­chen Mariettas hatte außer bem legitimen Bewun­derer Alfredo auch andere ...

Es ergab sich einerseits zwar, daß Alfredo «in jähzorniger, brutaler Kett fei, Marietta allerdings anderseits zu nachgiebig unb sanft war, wenn ihr Mann den Penaten fernblieb. Und einmal schleu­dert« sie ihm den Namen ihres Liebhabers ohne diesbezügliche Aufforderung Ins Gesicht, worauf Alfredo ihr ins Gesicht sprang. Das Nafenabbeihen gehött im Süden zu dem umfangreichen Entstel­lungskomplex des sfregiare, wobei weniger mit Vitriol, als mit Fingernägeln, Rasiermessern und Zähnen gearbeitet wird, hauptsächlich mit den Zähnen. Den beliebtesten Anhaltspunkt bietet ber Gesichtsoorsprung, wie ja jeder Romsahrer weiß, der auf bem Pincio gewesen ist unb bie Marmor- büsten dort sämtlich mit angeflickten Nasen ange­troffen hat. Cs gibt zu diesem Behuf sogar einen städtischen Nasenreparateur, der Marietta freilich nicht mehr helfen kann. Sie fft auf Lebenszeit steegiata, verstümmelt. Jedoch bewiesen die Rich­ter Verständnis für bie volkstümliche Aktion Al- für feine Brutalität, r die Nase.

Denn e* war eme provozierende