Zreitag, 50. September 1952
182. Jahrgang
Nr. 250 Ws Blaff
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London, „Times" sagt konferenz ist
Abschluß der französischen Manöver.
Paris. 29. Sept. (WTD.) Die französischen Manöver bei Ehalons-sur-Marne sind
ober Wettrüsten?
30. September. (DTB. Funkspruch.) in einem Leitartikel, die Abrüstungs- von einem völligen Zusammenbruch
in Butzbach.
bept< Zum heutige- Stück ausgetrieben. A l bis sechs Wochen c: sechs bis acht Doch vn acht bis 13 Doch- : Handel war rege, r! 1 berstand.
in Friedberg.
!9. Sept. Beim gckigen V !zahit sür sechs Lochen sechs bis acht Lochen
)is zwölf Wochen alt 1! g. : handel wrblitb etn»- iertel.
Annahme von Anzeige» für die lagesnnmmcr bis zum Nachmittag vorher.
preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für R— Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20* „ mehr.
LhefredaKteur:
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen.
1 932 ihren Wohnsitz in der Gemeinde hätten. Der Gemeindewähler müsse, wenn er seine Stimme aus sachlichen Erwägungen heraus ub- geben sollte, eine gewisse Kenntnis der örtlichen Verhältnisse haben, für defen Er- langung die s e ch s m o n a t i g e F r i st des Gemeindewahlgesetzes nicht unterschritten
Oie Verwaltungsreform in Preußen.
Fraktion der Arbeitsgemeinschaft stimmte auch deren Mitglied Reichsinnenminister Freiherr von G a y l gegen die Vorverlegung der Kommunalwahlen. Nur eine Zweidrittelmehrheit des Landtages kann den Einspruch des Staatsrates gegen die Durchführung der Gemeindewahlen am 6. November wirkungslos machen. Da aber die Mehrheitsverhältnisse im Landtag dahin feststehen, daß einff solche Zweidrittelmehrheit nicht zu erreichen ist, gilt es als unwahrscheinlich, daß das Landtagsplenum wegen dieser Angelegenheit noch einmal vor den Reichstagswahlen zusammenberufen wird.
Der Einspruch wird damit begründet, daß der Staatsrat ein Bedürfnis für diese Neuwahlen nicht anerkennen könne. Die Vertretungen der Gemeinden und Gemeindeoerbände hüten nicht nur Aufgaben der Gesetzgebung und Kontrolle zu erfüllen, sondern bei der Vermal- tu na der Gemeinden und Gemeindeverbände mitzuwirken. Dazu sei eine gewisse Stetigkeit erforderlich, die durch die vierjährige Wahlperiode gewährleistet sei. Auflösungen vor Ablauf dieser Frist sollten nur dann erfolgen, wenn die Vertretungen ihre Ausgaben nicht erfüllten. Rücksichten auf die in dieser Zeit schnell wechselnden V o l k s st i m m u n- gen seien nicht geeignet, eine vorzeitige Auflösung zu rechtfertigen. Auch erscheine die Verbindung des Wahltages für die Gemeindevertretungen mit der Reichstagswahl unzweckmäßig. Schließlich bestünden dagegen Bedenken, daß alle über 20 Jahre alten reichsdeutschen Männer und Frauen das Wahlrecht haben sollten, die am 1. Oktober
Einspruch gegen die Vorverlegung der Kommunalwahlen in Preußen.
Oie Wiederankurbelung der Abrüstungskonferenz
Ein plan der kleinen Mächte unter Anlehnung an Hoovers Abrüstungsvorschlag.
Don unserem römischen E-Korrespondenten. Rom. Ende September 1932.
Paris. 22. Sept. Wie der »Temps" aus Rom erfährt, werde sich Italien in voller Uebereinstimmung mit der englischen Politik halten. Auf jeden Fall ist Italien, so erklärt man in offiziellen Kreisen, nicht in der Lage, Deutschland zu unterstützen. Dazu sei Italien aus politischen und finanziellen Gründen jeder Wiederaufrüstung Deutschlands abgeneigt. In Rom verfolge man mit wachsender Beunruhigung die deutsche Machtpolitik und das Wi ederauf- leben des preußischen Militarismus, der sich anschicke, die Welt nach einmal ins Unglück zu stürzen.
So geht die Meldung durch die internationale Presse und wird je nach Sympathien mit aus- reizenden oder abschwächenden Ueberschriften Der- sehen, neutrale Zeitungen kommentieren sie, ihre Kommentare werden von der französischen Presse übernommen, Quelle und Leitung der Rachricht verschwimmen und schließlich kommt das heraus, was man in Paris haben wollte: S o d e n k t Italien.
Es ist Zeit, dieser Verfälschung der öffentlichen Meinung, dieser kriegsmäßigen Pressemache ein Ende zu bereiten. Jeder unparteiische Zeitungsleser sollte wissen, daß die römischen Meldungen des „Temps" in Paris bestellt ober fabriziert werden, je nach bem Bebarf des Quai d'Orsay. Nun ist der'Temps allerdings noch immer der Lautsprecher der französischen Regierung, jo, der Großsender, gegen den es keine Selektion zu geben scheint. Um so wichtiger ist es zu wissen, auf welche Weise der Eiffelturm aus Rom erfahrt, was er mit großem Tonaufwonb verbreitet. Druck auf den Knopf: der Romkorrespondent des Temps meldet, daß die italienische Regierung von der deutschen Gleichderech- ttgungsforderung unangenehm überrascht
noch gedruckt werden, heute zu Ende gegangen. Die rote Armee, von französischen vornehmlich aus nord afrikanischen Truppen bestehend, war nach längerem Aufmarsch gegen die Stellungen der blauen Armee in
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entsprochen werden könne, ohne die Sache der Abrüstung zu schädigen. Die britische Denkschrist zeige die Bereitwilligkeit, Teile des Versailler Vertrages durch eine neue Konvention zu ersetzen. Die Hauptschwierigkeit liege bei Frankreich, das zwischen zwei Wegen wählen müsse, nämlich zwi- jchen einer jetzt oorzunehmenden kontrollier- ten Begrenzung der Rüstungen, die verbunden ist mit gewissen Zugeständnissen an die berechtigten deutschen Forderungen und einem ungeregelte^ Wett r ü ft e n. Die britische Regierung muß jetzt eine Politik for-
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linis nicht, sie sind so unhöslich, über das Spiel za lächeln. Sie schauen belufhgt zu. wie die deutschen „®teueltatcn“ exhumiert und wieder exportiert werden, wie man den Popanz des preußischen Militarismus stopft und den blechernen furor teutonicus aufzieht. Das alles schreckt he nicht. Wenn die ..Insormation" Italien beschwört, doch ja nicht das allgemeine Interesse durch die Llnterstühung des deutschen Standpunkte« zu opfern, so fragen sie erstaunt, wieso denn auf einmal das französische Interesse das intercsse generale sei. Es liegt etwas Konstruiertes, etwas eigenartig Mechanisch-Automatisches in der französischen Denkweise: die Interessen Frankreichs sind die Interessen Europas; werden sie bedroht, so wird der Weltfriede bedroht; bedroht sind sie, wenn der Deutsche ebensoviel Luft zum Atmen verlangt wie der Franzose; ärgert man sich in Paris, so hat ... man sich überall zu ärgern. Will man' in Rom
mutieren und verkünden, die das in großer Gefahr den Umschwung der mussolinischen Politik, so frat befindliche Prinzip der Rüstungsbegrenzung schützt, ihn der Vertreter des Temps unverzüglich zu liefern.
Die italienischen Zeitungen drücken das alles noch erheblich schärfer aus. Der Tevere z. V. spricht vom Delirium der armen Marianne. Sie sei gemeingefährlich geworden, die Luft in Frankreich offensichtlich vergiftet, die Lügenpropaganda hingegen in schönster ‘Blüte, wie die französischen und französisch-tschechischen Kanonenfabriken. Frankreich, so lieft man in den Leitartikeln, kniee auf dem Leib Deutsch- 1 a n d s , drücke ihm aber gleichzeitig heuchlerisch die Hand- Die ganze Unruhe in Europa sei auf nichts anderes als diesen widernatürlichen Zustand zurückzuführen. Kein Friede sei möglich, so lange eine Großmacht und eine Kulturmacht ersten Ranges wie Deutschland die Kugelkette eines Verbrechers nachschleisen müsse.
Die Bilder mögen aber noch so drastisch gewählt werden, der römische Vertreter des Temps berichtet weiter so, wie es die Kinder in Frankreich gerne hören. Man sei halt doch in Rom alarmiert über Deutschland. Run ist es der Re-
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Berlin, 29. oept. (BDZ.) In seiner heutigen Vollsitzung hat der Preußische Staatsrat mit 74 Stimmen aller übrigen Parteien gegen sechs kommuni st ische (die NSDAP, ist im Staatsrat nicht vertreten) beschlossen, Einspruch gegen das vom Preußischen Landtag verabschiedete Gesetz zu erheben, wonach die Kommunalwahlen in Preu- icn zusammen mit der Reichstagswahl am 6. November ftattfinben sollten. Mit der
nimmt, daß in den preußischen Staatsministerien die schon feit längerer Zeit angeregte Zusammenfassung nunmehr durch die Beseitigung einiger preußischer Ministerien in die Praxis übergeführt werden soll. Dabei wird man wahrscheinlich darauf abzielen, bestimmte preußische Mini- fterialaufgaben auf die vorhandenen Reichsmini st erien hinüberzunehmen, was vor allem bei der Landwirtschaft und vielleicht auch bei der Volkswohlfahrt in Frage kommen soll. Aus diese Weise wird die Zahl
sorgliche Kündigung bezeichnet. In informierten Kreisen wird jedoch erklärt, daß dieses Vorgehen mit der geplanten Derwaltungsreform in den zentralen oberen Instanzen zusammenhängt. Man wird wohl nicht sehlgeyen, wenn man an-
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meiner Hinsicht auf eine Verteidigungs- Zwecken dienende Miliz mit den normalen Waffen einer Verteidigungsstreitmacht zu beschränken, deren Gröhe und Zahl genau zu beschränken ei. Es liege kein Beweis dafür vor, daß Deutschland irgend etwas getan habe, was mit diesem Ideal in Widerspruch stehe.
In England geht die Meinung überwiegend dahin, daß es unmöglich ist, ein großes Land dauernd in einer untergeordneten Rechts st ellung zu halten. Deutschlands Argument in der Gleichberechtigungsforderung sei im wesentlichen gut und es sei eine dringende Angelegenheit geworden, zu entscheiden, auf welche Weise und bis zu welchem Grade ihm
bedroht, wenn das dringende Problem der Rechtsgleich h e i t nicht gelöst werden kann. Für sogenannte Geheimrüstungen Deutschlands scheine kaum Beweismaterial vorzuliegen. Einige der französischen Befürchtungen seien übertrieben. Wenn z. B. 140 000 Polizisten als Reserve erster Klasse hingestellt würden, so wäre dabei vorausgesetzt, daß das Land im Kriegsfälle von Polizei entblößt werden könnte. Ueberdies habe ja j e d e s Land eine Polizeitruppe, die als Reserve gerechnet werden könnte. Ader ganz abgesehen von der Kopf- ftärke, besitze die Reichswehr jedenfalls gegenwärtig die Kriegsmaschinen nicht, die allein einer modernen Armee wirkliche Offensivkraft geben. Das Ideal der Konferenz fei, die Streitkräfte in allge-
Genf, 29. Sept. (ERD.) Der dänische Außenminister Dr. M u n ch machte in einer Pressekonferenz Mitteilung über einen Plan zur Aktivierung der Abrüstungskonferenz. Es handele sich, erklärte Dr. Munch, vorläufig um eine Diskussionsgrundlage, die zunächst für Beratungen innerhalb der acht Staaten gedacht sei, die bereits im Sommer verschiedentlich geschlossen in Abrüstungsfragen au f - getreten seien. Diese Staaten sind: Dänemark, Schweden, Rorwegen, Holland, Belgien, die Schweiz, die Tschechoslowakei und Spanien. ES komme jetzt daraus an, einige Hauptgrundsätze auszuftellen und daS Ziel und den Zweck der schrittweisen Abrüstung genau zu präzisieren. Es würden hauptsächlich drei Punkte zur Erörterung gestellt,
1. wirksame Abrüstung gemäß dem Hooverplan auf qualitativem und quantitativem Gebiet,
2. eine Bestimmung des Angreifers, 3. kollektiv« Verträge zurBekämp- fung des Angreifers (das Wort Sanktionen kam in den Ausführungen Munchs nicht vor).
Munch betonte noch, daß eine älniversallöfung, die also auch die Vereinigten Staaten umfassen würde, angestrebt werde. Er bemerkte, daß die Schassung einer kleinen internationalen Luftflotte, hauptsächlich zu Investigationszwecken, in Erwägung gezogen werde. Munch hob wiederholt hervor, daß man sich sehr schars an den Hooverplan anlehnen wolle. Von anderer Seite verlautet, der Gedanke der progressiven Abrüstung solle so verwirklicht werden, daß zunächst, und zwar f ü r einen Zeitraum von etwa fünf Jahren, die Staaten sich zu einer etwa 20- prozentigen Herabsetzung ihre sRü - stungsniveaus verpflichten sollen. Von dieser prozentualen Rüstungshcrabsehung sollen aber ausdrücklich die Staaten, deren Rüstungs- fragen durch den Versailler Vertrag geregelt worden sind, ausgenommen werden. Rach einem gewissen Zeitraum, etwa nach fünf Jahren, sollen weitere prozentuale Herabsetzungen vorgenommen werden. Der Hauptausschuh der Abrüstungskonserenz, der voraussichtlich im Rovember zusammentreten wird, soll mit diesen Plänen besaßt werden.
Oer Reichsaußenminister über seine Genfer Eindrücke.
Berlin, 30. Sept. (CNB. Funkspruch.) Reichs- außenminister Freiherr v. Neurath äußerte sich vor Vertretern der Presse über seine Genfer Tätigkeit. Bei den Arbeiten des Völkerbundes habe der Minister feine besondere Aufmerksamkeit den Wirtschaftsfragen gewidmet. Diese Arbeiten, führte der Minister aus, scheinen mir deswegen von besonderer Bedeutung, weil ja auch der Völkerbund an der kommenden Weltwirtschaftskonferenz und ihrer Vorbereitung besonders beteiligt ist. Ferner habe ich es mir angelegen sein lassen, daß die M i n • derheitenfragen diesmal wieder auf deut- schen Antrag in der 6. Kommission der Bundesver- sammlung zur Sprache kommen und habe Vorberei- lungen getroffen, daß der deutsche Standpunkt dabei sowohl im Rat als auch in der Bundesversamm- hing nachdrücklich zum Ausdruck kommt. Sehr wichtig erscheint mir auch nach meinen Genfer Eindrücken, daß die Frage der Reorganisation der obersten Leitung des Sekretariats in einer Weise gelöst wird, die den Grundsatz der Gleichberechtigung aller Mitgliedsstaaten auch innerhalb des Sekretariats des Völkerbundes besser als bisher verwirklicht. Der deutsche Vertreter in der 4. Kommission wird den Standpunkt vertreten, daß die Reorganisation vor allem nach dem Grundsatz der Sachlichkeit und der Sparsamkeit erfolgen muß. Personalsragen sollten daher nicht in den Vordergrund gestellt werden. Die Frage des Nachfolgers des Generalsekretärs wird erst im November zur Sprache kommen.
Der Reichsaußenminister berichtete dann über die Gespräche, die er mit verschiedenen Detegations- ührern über politische Fragen geführt hat, die an ich nicht auf der Tagesordnung der Bundesver- ammlung standen.
Times fordert britische Mialive.
Will Frankreich Gleichberechtigung
■s Gießener Anzeiger
von einzelnen Nummern
ZGZ General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Giehen. v 1
5rann°i?amMain°ii68s. druck und Verlag: vrühl'sche Univer^ütr-Vuch. und 5teiAdnlckerei L Lange i« Siegelt. §chriftlett«g SefchLftrstelle: Zchulstra-e 7.
Abbau in den Zentralinstanzeu. gierung zu bunt geworden Sie suhlt sich ver. pflichtet, „ein paar deutliche Worte an lenen Berlin, 30. Sept. (DdZ -^st^/ftrruch.) Irn französischen Presse zu richten, die sich
preußischen Wohlsahrts-, Landwirtfchafts' und vergeblich abmüht, Verwirrung anzustiften und Handelsministerium ist sämtlichen Staatsangestell- über öic Haltung Italiens willkürliche Hypo- ten zum 1. April nächsten Jahres gekündigt g^fen zu verbreiten". Jin Leitartikel des nffi- worden. Diese Maßnahme Wirb zwar nur als vor- | aiBycn ®iornaic d'Jtalia erklärt dessen^ Leiter Virginia G a y d a klipp und klar, daß die angeblichen Zeichen einer italienischen Beunruhigung über die politische und wirtschaftliche Wiedergeburt Deutschlands nirgends zu erblicken seien. „Um aber diesen täppischen Dolmetschern des italienischen Standpunktes endgültig jeden Vorwand zu einem gewollten Mißverständnis zu nehmen, wollen wir nocheinmalunzweideu- t i g fest ste11en , daß Italien die nationale Bewegung in Deutschland auf ihrem schnellen Vormarsch zur Läuterung und Reinigung der Ration nicht mit Beunruhigung, sondern im Gegenteil mit Sympathie verfolgt." Weiter: „Die französische Presse streut mit vollen Händen den Samen der Zwietracht .. .. , । und Verdächtigung zwischen die italienische und
der preußischen Ministerien von bisher sieben — heische Ration, aber bie'e Methode haben wir außer den Ministerpräsidenten — aus vier bis durchschaut und unsere beiden Rationen
fünf herabgesetzt, wahrend man als Ziel öi<,1 AU rc^ unö scharfsichtig, sie der Verwaltungsreform für die restlichen preu- ßabcn ^ch aus langer Erfahrung viel zu viel ßischen Ministerien eine Personalunion mit gc[€rnt, um V\d) in dieses ebenso perverse wie de m Reiche erstrebt. kindische Spiel hineinziehen zu lassen. M i t G e -
--------- nugtuung verfolgt vielmehr Italien die in Deutschland geplante neue Jugend
erziehung. Wir anerkennen, daß die Frie- densverträge allen Ländern, Siegerstaaten in-
I ITl PI Blfr'K o 11A Fl nm begriffen, Die Abrüstung auferlegen, aber wenn
Ml Ulvi WI vJ !▼ Hl ♦ ♦ ♦ Frankreich und seine Verbündeten davon nichts
J wi'sen wollen, kann man keinem anderen
Oie französische Propaganda an der Arbeit-Stimmungsmache gegen Deutschland Staat der Weit das gleiche Recht auf
HM,r v Sicherheit verweigern. Italien hat keine
wurde. Am nächsten Tag: Der Romkorrespondent Angst vor Deutschland, noch fürchtet es dessen
des Temps erfährt, daß sich in der außenpolitischen weitere Entwicklung. Es ist überaus absurd und
Auffassung Italiens ein Umschwung anbahnt, grotesk, unter lächerlichen Vorwänden eine große
Am dritten Tag: Wie dem Temps aus Rom gc- Ration in einen Mindervertigkeitszustand halten
drahtet wird, fürchtet man dort bei einem Eingehen zu wollen, eine Ration, eine Zivilisation, die
auf die deutschen Forderungen usw. Siehe oben, auf gleicher Stufe steht und stehen muß wie die
Es kommt über die Alpen, wie man’s ruft. Uebri- italienische und französische." gens ein netter Mensch, dieser Vertreter des Temps, Deutlich, sollte man meinen. Aber der TempS er kann nichts dafür. Die italienischen Kollegen be- berichtet auS Rom ---
bandeln ihn nicht gerade liebenswürdig, er muß ----------
sich's gefallen lasten, täglich von der römischen Presse Große LustschutzÜbUNg in CRottl. dementiert zu werden. Aber er darf lächelnd _ . , —.... , , »
von sich sagen: Je dementierter, um so gedruckter! Rom, 29.
Seine Zeitung bringt alles, was sie will. Um so auf «'ne^lb Tage berechnete Luft-
dicker er phantasiert, um (a lieber ist ihrs. Wenn >ch.uHubung in der^^italienischen Hauptstadt. D re. ihn Mussolini selber korrigiert, sie deckt ihn. Ein uachtllche Flugzeug angriffe wurden hocherfreuliches Verhältnis zwischen Zeitung unb M inTn h e t unb
Korrespondent, gewiß, aber im Palazzo Chigi geJ Licht g e I o f cht „o d e r ab geb lend et unb fällt diese Interessengemeinschaft weniger. Man will f hoi hon firh moArfach
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Die französische Propaganda freilich arbeitet wie wurden Gasschuhübungen durchgeführt, damals, io, als ob Italien noch immer die kleine, Die Flugzeugge'chwader warfen Feuerwerkskör- willensschwache, leicht verführbare sorellina wäre. p?r Qbi die in beträchtlicher Höhe verpufften. Sie In Paris, Io meinen die italienischen Blätter, habe ^lbst waren das Ziel des Uebungsschießens man anscheinend jedes Gefühl dafür verloren, wie der Flugabwehrkanonen. Bei der nächtlichen beleidigend grobe Köderei fei, sonst könnte sich Hebung eines teilnehmenden Bombenflugzeuges nicht ein früherer Minister, der Likörfabrikant ereignete sich ein tödlicher Unfall. DaS Hennessy, hinstellen und mit hohlem Schüler- Flugzeug stieß gegen einen Deleuchtungspfahl pathos deklamieren, Italien habe seine Gloria be- und überschlug sich, wobei ein Fliegerhauptmann gründet, indem es die Welt, unsere Welt (sagt ums Leben tarn.
ausdrücklich Monsieur Hennessy im Duotibien) gc-1 -- - - - ----- —
gen d i e Barbaren verteidigte, die die Pax romana bedrohten. Eh bien, jetzt sei e s wieder so weit —!


