Ausgabe 
30.6.1932 Erstes Blatt
 
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Protest wollen toir offen Ausdruck geben in der Erwartung, baß die hessische CRegterung für die Folgezeit sich ihrer Verpflichtungen besser als bisher bewußt ist. um von sich aus die Finanzlage der Stadt erleichtern zu helfen.

Die gegenwärtigen Zahlen des Voranschlages sind fast ohne Bedeutung, da unsere ganzen öffentlichen Verhältnisse viel zu sehr flüssig ge­worden sind. Ich glaube nicht, daß wir unter der jetzigen Vot noch mit den veranschlagten Einnahmen werden rechnen können, obwohl wir als Maßstab das Aufkommen des verflossenen Jahres angenommen haben. Aber die Verhält­nisse haben sich weiter erheblich verschlechtert und die Steuerkraft der Bürger ist immer mehr im Schwinden begriffen. Wir haben deshalb von Anträgen Abstand genommen, möchten aber doch einige Wünsche äußern, die wir zu gegebener Zeit als Anträge wieder vorbringen werden. Der Redner wünscht: Anderweitige gesetzliche Regelung des Wohlfahrtswesens mit dem Ziele einer Entlastung der Stadt, damit eine allmähliche Senkung der Steuerlasten eintreten kann. Wei­tere Ermäßigung der städtischen Werktarife. Weitere Abstriche an den sachlichen Kosten. Ver- mehrte Beschränkung der Ausgaben für frei­willige Beiträge an Vereine usw- Stillegung der städtischen Regiebetriebe des Steinbruchs und des Kraftwagenbetriebs, keine weiteren Ruck­lagen für die Kraftwagen und llebertragung der Fuhren an Gießener Fuhrunternehmer. Alle städtischen Arbeiten sind in weitgehendem Maße dem Handwerk zuzuführen, städtische Betriebe dürfen hierbei keine Konkurrenz machen. Bei Arbeitsvergebungen und Lieferungen in etfter Linie Berücksichtigung hiesiger Bewerber Schlie­ßung der Verkaufsstellen in den Straßen um 20 llhr, um dadurch die jetzige Konkurrenz für die Ladengeschäfte zu unterbinden. Erhöhung der Filialsteuer nach den Gesichtspunkten der Arbeits­gemeinschaft der Mitte. Abbau des Hauszins- steuer und Verwendung der freigewordenen Be­träge zu Jnstandsehungsarbeiten an den Häu­sern. wodurch große Arbeitsmöglichkeiten für das Handwerk erschlossen werden. Senkung der Der- gnügungssteuer. um die Abwanderung von 'Ikt» einen nach auswärts aufzuhalten. Weitgehendes Entgegenkommen bei Steuerstundung und Ge­suchen um Steuererlaß. Weiterer Ausbau der Schule in den Eichgärten, wenn auch nur in Ab­schnitten. Erschöpfung aller Möglichkeiten zur Be­lebung des Baugewerbes.

Zum Schlüsse betonte der Redner noch ein­mal die große Bedeutung des Mittelstandes als Hauptstütze des Fundaments für das kommunale Gemeinwesen und verlangt dementsprechende Rücksichtnahme auf den Mittelstand. Insbesondere wendet er sich dabei an die städtische Beamten­schaft. die vor kurzer Zeit eine Bewegung unter­stützt habe mit dem Ziele, die hiesige Geschäfts­welt aus dem Warenbezug für die Beamten aus­zuschalten. Er betonte,

die Beamtenschaft der Stabf müsse sich darüber klar sein, daß das Leben und Bestehen des ortsansässigen Mittelstandes zugleich ihr eignes Leben und Bestehen bedeute.

Wenn sie diese Lieberzeugung gewinne^ werde sie nicht ein« Bewegung unterstützen können, die auf einen Boykott gegen die Gießener Geschäfts­welt hinauslaufe. Das Ziel müsse sein, durch Sparsamkeit und Arbeit zur Rettung aus der Rot.

Oie Kommunisten Kästner und Siorck bringen in längeren Ausführungen ihre rein parteipolitisch eingestellten Argumente vor. ma­chen dabei die schon in früheren Sitzungen ve- kanntgegebenen Propagandaanträge geltend und richten an das Haus von rechts bis zur SPD. einschließlich erneut die Ansage des schärfsten Klassenkampfes.

Siadiraismiigl. Uscher (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) weist in kurzen Darlegungen darauf hin. daß wie der Verlauf der Lausanner Konferenz er­neut beweise die eigentliche LIrsache der gan­zen deutschen Rot nur in der Politik Frank­reichs begründet ist. er betont ferner die gewal­tige Bedeutung der starken Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt, erinnert an die zunehmende Belastung der Kommunen durch die Wohlfahrts­ausgaben und bringt zum Schluß das Einver­ständnis seiner Fraktion und auch seine persön­liche Zustimmung zu einem zunächst nur in Ab­schnitten durchgeführten Weiterbau der Schule in den Eichgärten zum Aus­druck. Er hofft, daß wenigstens ein Stockwerk des Baues bis zum Herbst oder zum nächsten Früh­jahr bezugsfertig sein wird.

Stadiraismiigl Horn (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) weist auf einen Antrag seiner Fraktion hin, der auf eine Senkung der Gewerbesteuer- sähe abzielt und von der Verwaltung mit der Versicherung entgegenkommender Stellungnahme ausgenommen worden ist. Der Antr^ toirb in der nächsten Sitzung des Finanzausschusses zur Erledigung kommen. Weiter bringt der Redner die Anerkennung großer Teile der Bürgerschaft für den freiwilligen Arbeitsdienst des Deutschna­tionalen Handlungsgehilfenverbandes bei der Planierung des Platzes vor dem Schulhaus in den Eichgärten zum Ausdruck.

etaöfratemifgl. Mann (Soz.) erklärt, seine Fraktion werde ihren Antrag auf Beschlußfassung über die Senkung der Gas- und Strompreise nicht zurückziehen.

Oie Abstimmung.

Hierauf kommt das Haus zur Abstimmung. Der Antrag der SPD.-Fraktion auf Wiedererhöhung der Mittel für K i n d e r s p e i s u n g« n von 12 000 auf 20 000 Mk. wird gegen die Stimmen der SPD. und der beiden Kommunisten abgelehnt. Gegen die gleiche Minderheit wird auch dem An­trag der SPD. auf sofortige Beschlußfassung über

eine weitere Senkung der GaS- und Strompreise die Zustimmung versagt.

Hierauf wird in der Gesamtabstim­mung mit allen Stimmen gegen die beiden Kommunisten der Voranschlag für 1932 mit einem Abschluß von 5981 76^81 Mk. in der Betriebsrechnung, mit 891 380,53 Mk. tn der Vermögensrechnung, und mit der Deckung des Fehlbetrags in der Detriebsrechnung tn Hohe von 489035,87 Mk. aus Vermögensmitteln ange­nommen.

Errichtung von Kleinstwohnungen.

Das Haus stimmt sodann einem ProM auf Errichtung von 10 0 Klein st Wohnun­gen beiderseits der Krofdorfer S t r a ß e zu. Die Wohnungen sollen in einstöcki­ger Fachwerksausführung ohne Unterkellerung hergestellt werden. Zunächst sollen 30 Wohnungen erstehen, die bis Ende des Iahres bezogen werden können. Von der Einführung von Gas und elek­trischem Strom soll abgesehen werden. Kleber die Finanzierung wird der Finanzausschuß beschlie­ßen. Stadtratsmitgl. Loeber (Arbeitsgemein­schaft der Mitte) weist bei dieser Gelegenheit er­neut auf die große De sch ä f t i g u n g s n o t des Handwerks hin und fordert, daß keine Arbeiten der Stadt nach auswärts ge­geben werden, sondern vollständig dem hiesigen Handwerk zugute kommen müssen.

Tagung der hessischen Allertumssorscher.

Bingen. 28. Iuni. Der Verband Hes­sischer Geschichts- und Altertums­vereine hielt seine Jahrestagung hier ab. Aus allen Teilen des Hessenlandes hatten sich die Dereinsvertreter eingefunden.

Bei einem geselligen Beisammensein am Sams­tagabend eröffnete der Vorsitzende, Geheimrat von Hahn -Darmstadt den Derbandstag. Bür­germeister Dr. Sieglitz begrüßte namens der Stadt den Verband und dankte für den Besuch. Er erwähnte u. a. auch die Einrichtung des Binger Heimatmuseums und konnte zu seiner Freude unter den Tagungsteilnehmern Studien­direktor Blecher- Friedberg begrüßen, der als der eigentliche Begründer der städtischen Alter­tumssammlung anzusehen ist. Im Mittelpunkt des Abends stand der mit Lichtbildern unterstützte Bortrag von Prof. Dr. Behrens, erstem Direktor des Römisch-germanischen Zentralmuse­ums in Mainz, über:

Dingen zur Römerzeit".

Gegenüber den früheren Tagungsorten, so führte der Redner u. a. aus, hat Dingen den Vorzug, auch eine römische Vergangenheit aufzuweisen. Mit der Erforschung der römischen Vergangen­heit Dingens hat vor etwa 150 bis 160 Jahren der Pfarrer Gärtler begonnen, der die ersten Rotizen gesammelt hat. Das wichtigste hat aber erst im Jahre 1848 der Arzt Dr. Keuscher in einem Aufsatz der Zeitschrift des Vereins zur Erforschung rheinischer Altertümer in Mainz niedergelegt. Einen neuen Auftrieb erhielt die Erforschung durch die Gründung der Altertums­sammlung im Turme der Burg Klopp im Iahre 1897. Dann hat die Gründung des Binger Ge­schichtsvereins im Jahre 1909 das Interesse für die römisch« Vergangenheit Dingens in weiter« Kreis« getragen. Die Professoren D lecher und Como übernahmen die mühselige Arbeit der Anfertigung eines Jnventariums, auf Grund des­sen der Redner im Jahre 1920 einen gedruckten Katalog der Altertumssammlung herausgeben konnte. Der römisch« Ramen von Bingen ist uns in der antiken Literatur (Tazitus, Amionus, Marzellinus, Ausonius) und durch Inschriften bekannt. Mehr und bessere Auskunft geben die Bodenfund«, di« im Laufe der Jahre bekannt geworden sind. Aus ihnen (Siedlungsfunde. Grab­stein« und and«re Inschriften) kann man sehen, daß Bingen schon vor Christi Geburt eine rö­mische Garnison gehabt hat, nachdem Drusus hier eines seiner fünfzig Kastelle auf dem linken Rheinufer angelegt hatte. Die Funde sind in verschiedene Museen gekommen, ehe das_ Binger Museum gegründet wurde. Dieses bemüht sich, wenigstens Gipsabgüsse der wichtigsten Stücke aufzustellen. Einen besonderen Rang nimmt das erste Grab ein, dessen Instrumentarium noch nicht in allen Einzelheiten gedeutet ist. Die Höhe des antiken Kunstgewerbes wird deutlich, wenn wir die Gewandnadeln (Fibeln) betrachten, ebenso die Dronzefiguren und die in Dingen reich ver­tretenen Glasgefäße. Weitere Figuren stellen oft Gottheiten dar, die in Dingen erkannt wurden. Die ersten Spuren des Christentums sind bei der Pfarrkirche und in der Räh« des Technikums zutage gekommen.

Im Sitzungssaal« auf Burg Klopp eröffnete Sonntag vormittag Geheimrat von Hahn die

Geschäftssitzung des Verbandes.

Aus dem Jahresbericht des Vor­sitzenden war zu entnehmen, daß unter den Folgen der allgemeinen Wirtschaftskrise nicht so sehr der Verband, als vor allem einzelne ihm nahestehende Vereine zu leiden gehabt ha­ben. Di« einzelnen Vereinen, wie dem Historischen Verein für Hessen und dem Oberhessischen Ge­schichtsverein, seit Jahrzehnten gewährten Staats- Zuschüsse haben wesentliche Abstriche erfahren. Auch der Mitgliederstand hat sich bei den mei­sten Vereinen im ungünstigen Sinne entwickelt. Aus der Arbeit des Verbandes ist die Tätigkeit des im Vorjahre gewählten Ausschusses für eine Bibliographie zu erwähnen. Die bereits mehrfach besprochenen Bestrebungen, die Jugend d«r Schulen für geschichtliche Dinge zu interessieren, haben Erfolg gehabt.

Aus dem Bericht des Schatzmeisters ging hervor, daß 1931 die Einnahmen 1328,41 Mark, die Ausgaben 1149,22 Mark betrugen, so daß «in Kass«nb«stand von 179,19 Mark ver­bleibt.

Der V o r st a n d wurde einstimmig wieder­gewählt. Er setzt sich zusammemL stf dem Vor­sitzenden Geheimrat von Hayn - Darmstadt, stellvertretenden Vorsitzenden Landgerichtsrat i. R. Dr. Rees-Mainz, Schriftführer Archivrat Dr. C le mm-Darmstadt, Schatzmeister Dr. L. Kraft-Darmstadt, Beisitzer Llniversitäts-Pro- fessor Dr. Mayer- Gießen. Oberstudiendirek- tor Dr. Faber- Friedberg, Bürgermeister Metzler- Worms, Oberstudienrat Professor Geißler- Bensheim, Prof. D r o ck m a n n - Offenbach und Lehrer H e u s o h n - Büdingen.

Zur Llebernahme der näch stjährigenVer- bandstagung hat sich Butzbach, Gießen und Darmstadt gemeldet. Der Historische Ver­ein für Hessen feiert im Frühjahr 1933 in Darm­stadt sein lOOjähriges Bestehen und ließ durch seinen Vertreter anregen, mit dieser Feier die Tagung des Verbandes der Geschichts- und Alter­tumsvereine in Hessen zu verbinden. Zugunsten von Butzbach-Gießen zog dann aber der Hist. Verein seinen Antrag zurück.

Es folgte dann der Bericht über die Angelegen­heiten der Bibliographie, worüber das Ausschuhmitglied Prof. Esselborn «inen Be­richt ausgearbeitet hatte. In der folgenden Aus­sprache über diesen Punkt wurde von Prof. Dr. Mayer- Gießen angeregt und man erklärte sich damit einverstanden, daß die Arbeiten nun­mehr in Angriff genommen werden sollen. In die Bibliographie sollen auch die Aufsätze und Erscheinungen in Dereinszeitschriften und den Beilagen der Lokalzeitungen ausgenommen wer­den. Die Unterstützung bei diesen Arbeiten durch die kleineren historischen Verein« und derjenigen, die heimatgeschichtliche Aufsätze schreiben, ist not­wendig. Weiter wurde angeregt, mit den Ar­beitsgemeinschaften der Lehrer und Pfarrer Füh­lung zu nehmen.

Wie weiter mitgeteilt wurde, plant der Hi­storische Verein für Hessen zu seiner 100-Jahr- feier die Herausgabe des WerkesEin Jahr­tausend mittelrheinischer Kunst" von Professor Back, der vor einigen Monaten verstorben ist und dieses Werk dem Historischen Verein über­lassen hat.

[IV

irtschafi.

Freundliche Grundstimmung in Berlin.

Berlin, 30. Juni (WTB. Funkspruch.) Die im Verlaufe der gestrigen Börse eingetretene Be­festigung der Kurse machte heute vormittag eher noch Fortschritte. Die ersten offiziellen Notie­rungen zeigten bann auch überwiegend B eise­rn n g e n von 0,5 bis 1,5 v. H., zum Teil sogar 2,5 v. H. Die G r u n b ft i m m u n g war freund­lich, da di« Nachrichten aus Lausanne und auch aus Genf wesentlich günstiger lauteten. Sogar di« französische Presse spricht heute von einer günsti­gen Wendung in Lausanne, und man ist der An­sicht, daß wahrscheinlich anfangs oder Mitte der kommenden Woche der Abschluß zustande kommen wird. Man nahm ferner mit Befriedigung zur Kenntnis, daß Amerika eine Weltwirtschafts­konferenz nur r nutzbringend hält, wenn vorher das Reparationsproblem endgültig geregelt ist, und man glaubt, daß auch diese eindeutige Erklärung der Bereinig­ten Staaten ihre Wirkung auf Frankreich nicht verfehlen wird. Die nachgiebigere Haltung Frank­reichs soll sich bereits, nach neuesten Meldungen, auf der Abrüstungskonferenz zeigen, da angeblich die französische Delegation Hoooers-Dorschlag jetzt als Berhandlungsgrundlage annehmen wolle. Hin- zu kamen die Kurssteigerungen zum Schluß der gestrigen Neuyorker Börse, die Londoner Diskont- ermäßigung auf 2 v. $)., durch die die Hoffnung auf eine baldige Reichsbankdiskontfenkung genährt wird, vor allem aber die glatte Ueberwin- bung des Ha l b j a h r e s u l t i m o s , ohne daß der Geldmarkt eine wesentliche Anspannung ersah- ren hat. Die Tatsache, daß die Couponzahlungen gleichfalls durchweg infolge der rechtzeitigen Vor­bereitungen glatt erfolgt sind, hat eine große Be­ruhigung hervorgerufen, vor allem am Renten­markt, an dem auch schon die Verkäufe der letzten Zeit nachgelassen haben. Schwierigkeiten sind bei den Couponzahlungen nicht entstanden, auch nicht in der Rheinprovinz, da die Reichsbank der Lan­desbank der Rheinprovinz bekanntlich einen Ueber- brückungskredit gewährt hatte.

Deutsche Anleihen lagen ziemlich fest, gleich- falls Reichsfchuldbuchforderungen, die 1 v. H. an- zogen. Im Verlaufe war die Kursgestaltung nicht einheitlich bei Schwankungen bis z v. H. nach beiden Seiten. Vereinigte Stahlobligationen waren unter Schwankungen schwächer.

Frankfurt fester.

Frankfurt, 30.Junl/(WTB. Drahtmeldung.) Zu Beginn der heutigen Börse herrschte im Anschluß an die Abendbörse ein weiter festerer G r u n d t d n vor, da man die Weiterentwicklung in Lausanne günstiger beurteilte, zumal auch die Auslassungen der Auslandspresse einen guten Eindruck hinterließen. Das Geschäft hielt sich zwar in engen Grenzen, doch nahm die Kulisse in Ver­bindung mit kleinen Kundenorders einige Rück- bedungen vor, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse im Durchschnitt Besserungen bis- zu 1 v. H. festzustellen waren. Die Ermäßigung der Londoner Diskontrate um i auf 2 v. H. blieb ohne Einfluß. Am Chemiemarkt eröffneten IG. mit 88 v. H. nur mäßig höher, während Deutsche Erdöl mit plus li o. H. etwas mehr in den Vordergrund traten. Von Rentenwerten lagen Licht und Kraft mit plus li v. H. recht fest, Siemens gewannen etwa 1 v. H., im übrigen lagen die Kurse gut be­hauptet. Am Montanmarkt zogen Buderus 1 v. H. an, wogegen Phönix und Stahlverein nur knapp gehalten waren. Kaliwerte tendierten zunächst ein- beitlich, Salzdetfurth besserten sich um 1 v. 5>., Aschersleben gingen dagegen um i v. H. zurück. Schiffahrtspapiere lagen gut behauptet. Von Neben« werten verzeichneten Aku, Zellstoff Waldhof und Zement Heidelberg Besserungen bis zu i v. H.

Das Geschäft am Anleihemarkt war bsitte ruhig. Alt- und Neubesitz hatten zu Beginn ipro- zentige Kursbesserungen aufzuweisen. Späte Reichs­schuldbücher wurden lebhaft gehandelt und gewin­nen li v. H.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

F r a n k f u r t a. M., 30. Juni. Auftrieb: 150 Stück Rinder, 3 Färsen, 1015 Kälber, 91 Schafe, 1123 Schweine. Es wurden notiert: beste Mast- und Saugkälber 35 bis 40 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 31 bis 34; geringe Kälber 25 bis 30. Schafe: Mastlärnmer und jüngere Masthärnmel, Weidernast: 27 bis 30; mittlere Mastlärnmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe: 20 bis 26. Vollfleischige Schweine von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 40 bis 44; vollfleischige Schweine von zirka 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 38 bis 43; fleischige Schwein« von zirka 120 bis 160 Pfd. Le­bendgewicht 36 dis 39. Marktverkauf: Kälber und Schafe schleppend, geräumt; Schweine mittelmäßig, geringer Uederstand.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v. H, Lombardzinsfuß 6 v. H.

Frankfurt a. Ul.

Berlin

Gchluß-l lurs |

1-Uhr« Äur<

Schluß« turs

vnfong« Kurs

Datum

29.6.

30.6.

29.6

30 6.

6% Deutsche Reichsanieihe v. 1921

51,5

50

7% Deutsche ReichSanlcihe v. 1929

58,5

58,4

5'/i% D»ung»AnIeihc von 1930 .

60,75

60,9

Deutsche Anl.-Wlöi.-Echuld mit

Auslos.-Rechten.......

37,25

37,75

36,9

37,65

Desgl. ohne AuSIos^Rechte . . .

3,5

3,6

3,55

3.6

8% Hell. Bolkssiaat von 1929 <rüch,ahlb. 102%)......

43

44

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Ansios.-Rechten . ......

35

_

Deutsche ftomm. Sammelabl.

Anleihe Serie 1.......

32

33

_

8% Franks. Hhp.-Ban« Goldpse

15 unkündbar bis 1935 ....

62

_

1% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. unkündbar bis 1936 Serie 16 .

61,5

_

<y,% Franks. Hyp..Bank Stau.- Psandbriese.........

76

_

4'/.% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu

Goldpse...........

75,13

_

8% Pr. Landespsandbrlesanstalt Psandbriese R. 19......

_

7% Pr. Landespsandbriefansialt

Psandbriese R. 10

4% Oesterrelchtsche Goldrente .

8,75

4,20% Ocsterreichische Silberrent

1

4% Ungarische Goldrente . . .

4,75

5,75

4,9

4% Ungarische Staatsrente v. 1911

4'/i% desgl. von 1913 . .

5% abgesl. Goldmexiianer von 9£

4,75

4% Türkische Zollanlcihe von 191

2,6

2,55

2.65

4% Türkische Bagdadbahn-Anleih Serie 1 . . . .

2,65

*

2,85

4% desgl. Serie II......

2,65

2,6

2,65

6% Mumän. vercinh. Rente v. 190

4N%RumSn.vereinh.Rentev.l91

4% Rumänische verelnh. Rente

3,13

3

3

2)6% I. Anatolier......

15,5

Frantturi a. 2)1.

Berlin

Schluß-l lurs |

k-Uhr- Kurs

Schluß« turs

Anfang« Kurs

Datum |

29.6

30.6

29 6.

30.6.

Hamburg-Amerika Pakei . .

Hamburg-Südam. Dampsschiss

t.

10,25

10,5

10

10,65

0

Hansa Dampsschiss . .

0

17,5

Norddeutscher Lloyd ....

6

11

11

11

11,5

A.G. |ut Verkehrswesen Akt.

26,25

26,9

Berliner HandclSgesellschast .

8

88

89

Commerz, und Privat-Bank .

7

16

16

Darmstädter und Nationalbank Deutsche Bank und

8

18,25

18,5

*

Tisconto-Gesellschast. . .

6

30

30

Dresdner Bank......

6

18,25

16

Reichsbank........

12

122,7"

122,5

123,5

A.E.G...........

. 7

20,5

21

20,5

Bergmann........

. 9

Elektr. Lieserungsgesellschaft.

10

56,5

Licht und SFrafi......

IC

65

66,25

65,5

66

Felten & Guilleaume.... Gesellschaft sür Elektrische

6V,

36

36,4

36

Unternehmungen ....

9

52

51,9

52,5

Rheinische Elektrizität . . .

. 9

Schuckert & Co.......

11

57

57

56,25

56,75

Siemens & Halske.....

u

116,75

117,5

117

117,5

Lahmeyer LCo.......

12

73

-

24

23

22,5

Deutsche Erdöl......

60

61

59,75

61

Gelsenkirchener ......

32,5

32,4

31,65

Harpen er . . .......

. (

45,5

47

hoesch Eisen........

. 6

-

24

25,25

Mle Bergbau.......

10

Klöcknerwccke.......

. 1

21

21,5

Köln-Neuessen.......

ey,

ManneSmann-Röhren . . .

.

37,25

36,5

36.9

ManSsclder Bergbau ....

. i

15

15

Oberschles. Kokswerke . . .

. i

29,5

30,5

Phönix Bergbau......

Rheinische Braunkohle«. . .

6,25

16,13

16,5

16.4

lf

165

166,25

165

Rhetnstahl ........

.

39,5

40,25

39,25

40,5

Franiiuri o. JJl.

Berlin

Schluß«! lurs |

l«Uhr« Kurs

Schluß« Iure

Anfang- Kurs

Datum

29.6.

30.6.

29.6.

30.6.

Riebeck Montan......

7,2

«

Bereinigte Stahlwerke . . .

. 4

14

14

14

14,13

Ltavi Minen......16'/,

10,5

10,13

Kaliwerke Aschersleben . . .

10

86

85,5

85

86

Kaliwerke Westeregeln . . .

10

96,4

96

96

Kaliwerke Salzdetfurth . . .

16

152

153,5

152,5

154,5

I. G. Farben-Indusme . .

Verein, chem. Industrie Frank-

12

87,75

88

87,25

88,25

surt a. M.........

-

_

Scheideanstalt.......

10

131,5

131 Ts

Goldschmidt. .......

. O

16

16

Rütgerswerke.......

. b

30,75

31

32,25

MetaUgesellichast. .....

. b

24,13

23,5

Phtltpv Holzmann .....

Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Karlstadt. . . .

. 8

29,5

__

29,5

28,5

. 7 . 7

37

37,5

Wahß L Frehtag.....

. O

3,25

3,25

Schulthet« Payenhoser . . . Aku lMgemeine Kunstseide)

15

O

30,5

31,75

47,75 31

49

31

Bemberg.........

0

26,13

26,75

Zellstoff Waldhos.....

12

24,75

25

24,5

25

Zellstoff Aschaffenburg . . .

(

14

Dellauer Gas .......

. 9

80,9

10.9

Daimler Motoren.....

. O

11

_

83

Deutsche Linoleum ....

.

27

_

27

?7 5

Orenstein & Koppel ....

. 0

_

91 r75

Leonhard Tietz......

.

50

-

51,25

8,5

169,5

Sven.ka.........

n

Lbade..........

170,5

169

Frankfurter Maschinen . . .

Grttzner.........

Mainkraftwerke Höchst a. M..

-

1 16

16

1 48

_

Süddeutscher Zucker .

100

Deoisenmarki Berlin Frankfurt a. 2H.

Banknoten.

29. Juni

30. Juni

Amtliche Geld

lotierung Brief

Amtliche

Geld

Notierung Brief

Helsingfor» .

Wien. . . .

6,893

51,95

6,907

52,05

6,843

51.95

6,857

52,05

Prag . . .

12,465

12,485

12,465

12,485

Budapest. »

Sofia . . .

3,057

3,063

3,057

3,063

Holland . .

170,28

170,62

170,43

170,57

Oslo . . . .

74,83

74,97

74,78

74.92

Kopenhagen.

82,67

82,83

82,62

82,78

Stockholm .

77,92

78,08

77,82

77.98

London. . .

15,175

15,215

15,16

15,20

Buenos A'reS

0,948

0,952

0,948

0,952

Reuyork . .

4,209

4,217

4,209

4,217

Brüssel. . .

58,54

58,66

58,54

58,66

Italien. . .

21,43

21,47

21,44

21,48

Paris . . .

16,54

16,60

16,54

16,58

Schwei, . .

81,97

82,13

81,92

82,08

Spanien . .

34,67

34,73

34,47

34.73

Danzig. . .

82,27

82,43

82,22

82,38

Japan . .

Rio de Jan..

1,139

1,141

1,149

1.151

0,325

0,327

0,325

0,327

Jugoslawien.

6,693

6,707

6,693

6,707

Lissabon .

13,84

13,86

13,84

13,86

Berlin, 29 . Juni

Geld

Brief

Amerikanische Noten.......

4,20

4,22

Belgische Noten .........

58,38

58,62

Dänische Noten .........

82,48

82,82

Englische Noten.........

15,135

15,195

Französische Noten........

16,50

16,56

Holländische Noten........

169,91

170,59

Italienische Noten........

21,54

21,62

Norwegische Noten........

74,65

74,95

Deutsch-Oesterreich, 1 1OO Schilling

Rumänische Noten........

2,49

2,51

Schwedische Noten ........

77,74

78,06

Schweizer Noten.........

81,79

82,11

Spanische Noten. ........

34,53

34,67

Ungarische Note» ........

*

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5 Pro

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Aus Grund der Setotöi und des Aeichsarbeilsn sind die Äranfenlaffen fooröen, die gemäß A ll.6.32 über Wahnahm uslo. zu erhebende Abgo und dieselbe an die Ae obzusühren.

D«i der unterzeichneten: erhältlich, die über die' Auslunst geben.

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