Ausgabe 
29.9.1932 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

in

Buntes Allerlei

der weiße macht. Di,

3m Rahmen deS Hessischen Grenadiertages Gießen sindet vom 30. September bis 2. Oktober eine militärische Ausstellung in der Ererzierhalle in derNeuenKaseme statt, deren Besichtigung sür Inhaber der allae- meinen Eintrittskarte kostenlos gestattet und be-

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»schäft. SmilOriiit Sy?* ? ^rltn iin 6et»l=ib,n

Jugend auf der Landstraße

Schicksale aus unserer Zeit in Akten.

Von Eonrad Bose.

** Pauschalsätze bei den Feldberei- nigungskosten. Durch Verordnung des Äf­fischen GcsamtministeriumS rom 27. September werden an Stelle der nach § 67 des Feldbrreinv- gungsgesetzc« vom 22. November 1923 für die im Feldbereiniqungsversahrcn auszusührenden Ar- ^riten der Dermessungsämter von den Feldberei- nigungSgesellschasten zu erstattenden baren Aus- lagen deS Staates Pauschbeträge je Hektar der Vereinigungsfläche cingesührt. Die Pauschsahe sind nach einer Tabelle gestaffelt, entsprechend der Art der Ausführung (ebenes, hügliges oder ge- birgiges Gelände), der durchschnittlichen Betriebs- große (6 Klassen) und der Zersplitterung bcS allen Tesihes. Besonders berücksichtigt werden die Vo- nitierung, die Sonderkulturen, die Ausscheidung von zukünftigem Daugelände und als allgemeine Kosten (Amtskosten. Tagfahrten. Kostenausschlag. Schreibhilfe) ein Sah von 10 Mark. Ausserdem sind roch besondere Ermäßigungen vorgesehen. Die gesamten Leistungen sind in Jahresraten abzutra- gcn und zwar zweimal 10 Prozent, zweimal 15 Prozent und zweimal 25 Prozent.

S pende für Wohlfahrtszwecke. Wie uns vom Städtischen Wohlfahrtsamt mitgeteilt wird, hat das Modehaus Nowack den gesamten Er­lös an Eintrittsgeld gelegentlich der beiden Mode­schauen dem Städtischen Wohlfahrtsamt für soziale Hilfszwecke zur Verfügung gestellt. Der Erlös be­läuft sich auf 206,25 Mark.

Modenschauvchmucker. Nachdem Herr Steiner. Frankfurt, der zu den Modeschauen der Firma Schmücker am Dienstag konferierte, abberufen worden war, übernahm Herr Hub vom hieligen Stadttheater die Conference. H u b hatte sehr schnell zwilchen sich und dem Publi- tum den Kontakt hergestellt, so daß sich binnen Kurzem die angeregteste Stimmung cnttoidcltc. Mit einigen geschickt ei ngc ft reuten Anekdoten unterhielt er ausgezeichnet: für Verschiedene Ge­sangsvorträge fand er lebhaften Beifall. Die vorgeführten Kleider wußte er durch seine tref­fenden ergänzenden Bemerkungen ausgezeichnet zu charakterisieren. Er trug wesentlich dazu bei, die Stunden der Modenschau zu einem unter- Haltsamen Erlebnis zu machen. Dem gestrigen Bericht über die Modenschau Schmucker ist nach- zutragen, daß die gezeigten Damenhute der Hut- abteiluna der veranstaltenden Firma entstammten.

* Silberne Hochzeit. Am heutigen Don­nerstag begehen Oberpostsekretär F e n ch e l und Frau 'Bückingstraße 2 wohnhaft, das Fest der silber­nen Hochzeit. Der Jubilar ist besonders als Dor- sitzender des Reichsbundes der Zivildienftberechtigten in weiteren Kreisen bekannt geworden.

Amtsgericht Gießen.

Die schon am folgenden Sitzungstage wieder aufaenommene Gerichtsverhandlung betreffend die Zertrümmerung eines Feuermel- ders in der Rodheimer Straße (vgl. den Bericht in Nr. 223) hatte insofern etn über- raschendes Ergebnis, als der Angeklagte, trotzdem seine Täterschaft bewiesen war, wegen man-

Auf Neu-Guinea im Stillen Ozean finden sich, roh auf den Felsen gezeichnet und primitiv gemalt, Hunderte von rätselhaften Zeichnungen, die den Ge­lehrten bisher völlig unerklärlich sind. Der britische Anthropologe F. E. Williams hat diesen einge­kerbten Felsmalereien eine mühsame und gefahr­volle Forschungsarbeit gewidmet. An neun verschie­denen Standorten hat er sie untersucht und muß nun auch, nach vielen Unterredungen mit den Ein- geborenen, zugeben, daß der ursprüngliche Sinn dieser Zeichen wohl für immer unbekannt bleiben wird. Die Papuas interessieren sich überhaupt nicht für die künstlerische Betätigung von Menschen, die den Dschungel vor wer weiß wieviel hundert Jah­ren bewohnt haben. Sie zeigen nur eine gelinde Neugierde für die Plätze, wo die Zeichnungen ge- funben wurden, vor denen sie aber weder Scheu noch Ehrfurcht bekunden. Gelegentlich oerheim ichen sie Fundstellen, die ihnen bekannt sind, aber ledig­lich deshalb, weil sie es nicht gerne fehen wenn der weiße foann sich in ihren Dörfern zuschaffen macht. Diese bemalten Fels-Graoierungen gleichen zum Teil den Buchstaben H, E, U, X und M, einige erinnern an die Zahlen 7 und 8, die meisten aber scheinen eher siimbollsche Zeichen oder einfach zeich- nerische Darstellungen zu sein. Unter diesen findet man Spiralen, konzentrische Kreise, Halbmonde und Ovale, die mit eingekragten ober gemalten Strichen gefüllt sinb, endlich Figuren, bie Eibechsen, Fische, Käfer, Bäume und Menschen darstellen mögen, letz-

gclnbcn Beweise» f re i g e s p r o ch e n wurde, da der Richter auf Grund der Beweis- ausnahme mit der, wenn auch entfernten. Mög­lichkeit rechnen mußte, daß Dorsatz nicht vorlag. daß vielmehr der Täter, der in seiner Trunken­heit mit seinem Stock in der Lust herumfuchtelte, die Scheibe unabsichtlich eingeschlagen und auf den Knopf einen Druck ausgcübt hat. Zweifel an der Schuld eine« Angeklagten^en aber nach einem bekannten Rechtsarund'atz stets zu de icn Gunsten verwertet werden. Zeugen haben be­stätigt, daß der Angeklagte stark betrunken war. daß er mit seinem Stock auf der Straße häufig Lufthieb« schlug, daß es dunkel gewesen und ihm Glauben zu schenken ist, wenn er von dem Tor- handensein eine» Feuermelders an dortiger Stelle überhaupt nichts gewußt haben will. Daraus, daß er nach geschehener Tat ausriß, konnte ein Dorsatz nicht gefolgert werden, da ihn allein schon daS Klirren der Scheive hierzu veranlaßt haben kann. Die Doraussetzungen einer fahrläs­sigen Handlung mögen vorgelegen haben, da» Strafgesetz kennt aber für sie bei Sachbeschädi­gungen kein« Strafe, doch sollte der Angeklagte straflos nicht auSgehen. Das Hessische Polizei»

3n den Akten der Iugendstellen. der Pflege- Heime für wanderndes Bolk finden sich unzählige Schicksale ausgezeichnet, die einen Begriff geben können von der ungeheuren Bielsalt der Ge- schehnisse, die sich heute auf den Land­straßen abrollen ... ,,

Auf den Bahnhöfen greift man junge Menschen auf, verhungert und weinend, im Stadtpark, am Ende ihres Proviants und ihrer Weisheit, nut zerrissenen Schuhen, staubbedeckt Man forscht nach ihren Papieren, das ist Pflicht jede» Be­amten. man verständigt die Eltern, ob e« sich vielleicht um einen Ausreißer handelt ... Ist aber alles in Ordnung, wie cs sein muß. so tut man sich um für die jungen Leute, man gibt ihnen zu essen und zu schlafen, man fragt bei allen möglichen Stellen nach, ob nicht viel­leicht gerade ein Posten als Kupferschmied, als Heizer, als Schuster, als Näherin, als Fabrik­arbeiter und -arbeiterin frei ist. Das ist nun leider selten von Erfolg gekrönt. Mit Ndresf^i von Jugendheimen und Pflegestellen außerhalb, die auf ihrem Wege liegen, entläßt man sie wieder. Für viele von ihnen ist das ihre erste Berührung mit den Behörden. Das war ja gar nicht so schlimm I In Zukunst werden sie alle weit weniger Scheu haben, sich bei einer Jugendherberge oder einem Pflegeamt zu melden.

Indessen, ohne daß sie es wissen ruhen ihre Namen weiter in den Kartotheken. Kommen sie eines Tages wieder, so wird man sie als Be­kannte begrüßen. Die alle, das Heer der wandernden arbeitslosen Jugend.

..Joseph und HanS. unzertrennliche Freunde, im Salzkammergut beheimatet, seit Jahren schon auf der Wanderschaft, ausgerüstet mit allen möglichen Papieren, gültig zur Bereisung von ganz Europa. Zustand der Kleider gut. Trotnant reichlich vorhanden. Benutzen teils die Eisen­bahn. solange ihr Geld reicht, gehen bann weiter »u Fuß. bis sie vorübergehend Arbeit finden. Diel herumgekommen in den letzten Jahren. Am Bahnhof in B. aufgegriffen, Rückfrage bei den Eltern, bestätigende Antwort: Die Eltern haben nichts dagegen, daß ihre Buben aus der Walze

renb der Kassenstunden von JO bis 13 11 br und von , 16 bis 17 Uhr täglich Anmeldungen von Abonne- i ment» für alle drei Tage und für alle Plah- gattungen entgegen.

Oer Schießdienst im Reichsheer.

DaS Programm des Hessischen Grena­diertages am 1. und 2. O k t o der in Gießen umfaßt u. a. «in Preisschießen des Bataillons und einen Schießwett­bewerb für zivile Zuschauer. Man einer wird sich fragen: Warum liest und hört man immer wieder vom Gewehrschiehen beim Reichs­heer? In einem kommenden Kriege wird dcr In­fanterist ja keine entscheidende Rolle mehr spie­len und wo er doch auftritt, durchkämpft er die Schlacht nur mit der Handgranate.

In Wahrheit hat wohl di« Entwicklung des Weltkrieges den Maschinenwaffen eine gestei­gerte Bedeutung zuerteilt, jedoch di« Wichtig­keit des Gewehres in keiner Weise berabgemin- bert, im Gegenteil seine unbedingte Notwendig» leit erneut bewiesen.

Auch ein neuzeitliches Gefecht kann nur enlschie- den werden durch die lebendige Stoßkraft der Infanterie, durch die Schützen, die sich durch das vernichtende Abwehrfeuer des Gegners, durch das Trommelfeuer der Artillerie und die dichten Garben der feindlichen Maschinengewehre nach vorne arbeiten, jeder sich selbst überlassen und kämpfend mit dem Einsatz seiner ganzen Persön­lichkeit. ,

Halbe Menschen sind dieser Aufgabe nicht ge­wachsen. nur der hochwertige, moralisch gefe­stigte Einzelkämpfer kann diesen Anforderungen genügen. Gerade heute im Toben des Groß- kampfes gilt es mehr denn je in der Kriegs- gesch.chte der Menschheit:

..Im Felde, da ist der Mann noch was wert, Da wird das Herz ihm gewogen.

Da tritt kein anderer für ihn ein, Auf sich selber steht er bann ganz allein! So kämpfen sich auch heute noch die Gewehr­schützen, die Träger der Stoßkraft der Infanterie in treuerRottenkameradschgfr' durch "Rauch und Qualm der Schlacht nach vorn, sich gegenseitig durch das Feuer ihres Gewehres schützend und unterstützend und von rückwärts Überwacht durch das deckende Feuer der schweren Waffen.

ES leuchtet ein, daß nur ein vorbildlich aus­gebildeter und ausgerüsteter Soldat dieser schwe­ren Ausgabe gewachsen sein kann.

Oder möchtest du, der du diese Zeilen liest, mu leeren Händen durch das Toben eines Groß­kampftages von Trichter zu Trichter nach vorn springen, nicht nur der Artillerie und den Ma­schinengewehren des Gegners, sondern auch seinen schlechtesten Gewehrschützen hilflos ausgelieferti Tann ist auch er für dich ein unüberwiiwliches Hindernis, gleich als ob du einem schweren Maschinengewehr gegenüberlägest, und du wur­dest die Bedeutung der verächtlich fortgeworfenen Waffe erkennen, da sie dir das Leben retten könnte. Unb was nutzt bich enblich dein Gewehr in diesem Augenblick, wenn du nicht verstehst, es wirkungsvoll zu gebrauchen?

So ist es also doch nicht ganz so falsch, wie du glaubst, daß im Reichsheer auf den Schieß- dienst gerade mit Gewehr so großer Wert gelegt wird.

Schon in den ersten Tagen erhält der Rekrut seineBraut", das Gewehr, zur liebevollen Pflege überantwortet. Der Tag, an dem es zum ersten- mal hinausgeht zum Schießen, rechnet zu den großen Ereignissen seines militärischen Lebens.

Die Schießübungen, vom Leichteren zum Schwe­reren fortschreitend, sollen ihn mit Vertrauen zu seiner Waffe erfüllen und seine Schiehsertig- keit schulen. Nach seinem liebertritt zum Feld­truppenteil tritt dann zu der Fortsetzung in der Schießausbildung mit dem Gewehr 98 bie inten­sive Ausbildung am Maschinengewehr.

3e nach seinen Leistungen im Schießen mit dem Gewehr 98 wirb der Schütze in bie ver­schiedenen Schiehklassen eingeteilt, in denen bie Anforderungen von der 2. zur 1. von da zur Besonderen und zur Scharfschützenklasse sich stei­gern. Schießabzeichen, die die besten Schützen erhalten (schmale Silberstreifen, die am linken Aermelaufschlag getragen werden). PreiSschießen unb Einzelprüfungsschiehen sollen die Lust und Liebe zum Echießdienst fördern und erhalten.

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Oer Musik-Oeteltiv.

Den Komponisten, die, wenn ihnen nichts ein- fällt, bei jenen Kollegen naschen, denen etwas ein­gefallen ist, wird jetzt das Handwerk gelegt. In Amerika hat «in Deutsch-Amerikaner sich als Musik- Detektiv niedergelassen. Sein Beruf ist, alle neuen Schlager, die auskommen, darauf hin zu prüfen, ob sie nicht nur urheberrechtlich; sondern auch musi­kalisch eineOriginal-Komposition" darstellen. Er tut das nicht im Auftrag dcr Erben von großen Musikern, sondern er ist von einem amerikanischen Sender engagiert, den Rundfunkhörern in regel- mäßiger Folge Musikanalysen vorzutragen. Er nimmt sich irgend eine Schlagermelodie oor unb beweist von Motiv zu Motiv, wenn fatale Aehn- lichkeiten mit Stellen aus den Werken der Klassiker vorhanden sind. Den Schlagerkomponisten, die kein reines Gewissen Haden, ist da? natürlich sehr unan­genehm. Es kommt aber auch vor, daß noch lebende Komponisten von Kollegen bestohlen werden. In einem solchen Fall einigt man sich in Amerika durch Teilung des Verdienstes. Eine Firma halte einen Schlager herausgebracht, für den bereits Zwei Kom­ponisten verantwortlich zeichneten. Der Musik-De­tektiv wies nach, daß drei andere amerikanische Komponisten schon vorher die gleiche Idee gehabt hatten. Auf dem Umschlag des Notenblattes sind setzt fünf Personen als Komponisten verzeichnet.

Geheimnisvolle Ielsenzeichnungen.

sind, im Gegenteil sic lassen sie grüben unb ihnen alle« Gute wünschen. Die Eltern sind angesehene HanbwerkSleute im Dalzkammer- 9UkarI unb Wilhelm, aus R. am Rhein, cin- getroffen zur freiwilligen Melbung. ba sie 0a8 Plakat ber Fürsorgestelle gelesen haben. Vie wollen nach Dresden, wo sie früher einmal ge­arbeitet haben. S'.e glauben, dort weiteres Aus­kommen zu finden, lleberwiesen in» Jugendheim, von dort an die Wohlfahrtsstelle, wo sie neue Schuhe und Kleider erhallen. Nach drei Tagen setzen sie ihre Wanderschaft fort/'

Otto durchgebrannt von zu Haufk. wo uner­freuliche Derhältnifse herrschen. Er wollte ferner Mutter als Erwerbsloser kein Kostgeld abgeben« Seine Papiere sind nicht in Ordnung, weshalb et in Schutzhaft genommen wird. Nach einem halben Tag überwiesen in das Jugendheim beS Polizeipräsidiums Berlin, wo seine Angaben über- prüft werden sollen."

..Zwei jünge Mädchen au» Sachsen, wollen ihren Namen nicht angeben. Man hat sie zu Hause nicht« lernen lassen. Sie haben nur gelegenheits- weise gearbeitet, in ber Fabrik, im Restaurant, im Bureau. Sie suchen richtige Arbeit, sind des­wegen auf die Wanderschaft gegangen. Abge­rissen verhungert und weinend werden ne in einer Parkanlage von ber Polizeistreife gefunden. Sie Haden seit Tagen kein Bett gesehen- Man bringt sie in ein Jugendheim und verständigt die Eltern, die sie abholen unb ihnen Straflosig­keit zusichem." _, . . . -

Karl aus Altenburg, früher Schmied, sehr kräftig, ohne Schädigungen durch das Wander­leben. das er seit Jahren führt. Sem Ziel ist Bremen, wo er sich anheuern lassen will. Er hat einen Onkel in Amerika. Sein Daker hat ihm die Erlaubnis zum Heber,iebeln gegeben, fein Onkel erwartet ihn drüben, kann ihm aber nicht das Reisegeld schicken."

So sehen, ohne Kommentar, die Akten aus. die sich in der Berliner Iugendwanber- zentrale befinden . -.

strafgesetzbuch sieht in Artikel 219 für starke Trunkenheit ein Ausfluß derselben nach 4er- gerni« erregendem Unfug auf der Straße Be­strafung vor, unb das Gericht erkannte demgemäß auf eine Geldstrafe von 15 Mark.

Eine Anzahl Arbeiter wurde in nahen Wal­dungen mit einschlägigen Arbeiten beschäftigt. Es waren sämtlich Wohlfahrlsempsänger, dar­unter der Angeklagte. Sie wurden von einem Forstwart au« der Ferne überwacht und beob­achtet al« sie sich zusammenstellten und eifrig unterhielten. Sr ging aus sie zu und,wurde mit dem Kommando: ..Augen link«! " empfangen. Jetzt machte er ihnen Dorhalte und e« kam zu Aus- einanderlehungen. während deren der Angeklagte ihm zuries: ..Hast du denn überhaupt in deinem Leben >chon etwa« gearbeitet?" Hierin war frag­los eine Beleidigung deS Beamten, wahrend er -ich in Ausübung seine« Deruses befand, zu erblicken. Allzu milde durfte die Siras« nicht auSsallen. zumal die Arbeiter eine drohende Hal. tuna gegen ihn einnahmen und er 2xitiid)Icuen befurchten mußte. Der Angeklagte erhielt eine Geldstrafe von 25 Mark.

sonders zu empfehlen ist. ..

Die Ausstellung gibt einen Ueberblid über Die gesamte Ausrüstung mit Waffen und ®erat, über die ein Infanterie-Bataillon verfugt. Die Wir­kungsweise der Waffen wird an Lehrgewehren unb durch dort befindliche Unteroffiziere erläutert. Eine Zusammenstellung über die zuständige Nach­richten-. Pionier- unb Sanitäts-Ausstattuyg ver­vollständigt das Bild.

Die Ausstellung ist vom 30. September 14 Ahr ab ber Bevölkerung zugänglich.

Oie Ladengeschäfte

am nächsten Sonntag geöffnet.

Das Polizeiamt teilt mit: Auf Grund des § 105b der Reichsgewerbeordnung in der Fassung der Ber- ordnung vom 5. Februar 1919 ist für alle Geschäfts- zweige des Handelsgewerbes in der Stadt G i e n der Gewerbebetrieb in offenen Der- taufs ft eilen die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern am Sonntag, 2. Oktober, in der Zeit von 12 bis 14.3 0 und von 16.30 bis 18 Uhr gestattet.

Gießen, den 29.September 1932.

Abonniert im Stadttheater!

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrie­ben: Die IubiläumSspielzeit deS 25- jährigen Bestehen« deS Stadtthea- ter« Gießen nimmt in einigen Tagen ihren Anfang. Eröffnet wird die Spielzeit am Dienstag, 4. Oktober, mit einer Ausführung von Goethes Schauspiel .Egmont" unter der Spielleitung von Intendant Dr. Rolf P r a s ch. Die gesamte Musik, die Beethoven zu diesem Schauspiel eigen« tom- ponirrte. wird der Gießener Orchesterverein unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Dr. Stefan TemeSvary zu Gehör bringen.

Mit dieser Eröffnungsvorstellung ber Spielzeit 1932,-33 wird auch gleichzeitig die Reihe der AbonnementS-Dor st ellungen eröffnet, unb zwar ist diese Ausführung die erste Dar­stellung im DienStag-Abonnement. Die Spielzeit sieht auch in diesem Jahre wieder drei Abonne­ments-Spieltage vor. Dienstag. Mitt­woch, Freitag. Jedes Abonnement umfaßt je 32 Dorstellungen, bie sich aus 25 Schauspielvvr- stellungen. 6 Operettenausführungen unb einem Operngastspiel zusammensehen. Ein erneuter ein­greifender Preisabbau gewährt ben Abonnenten eine durchschnittliche Ersparnis von 20 bis 25 Prozent gegenüber den Kassenpreisen. Außerdem genießen bie Abonnenten eine gan*e Reihe von Sondervergünstigungen. Zunächst Hetet die Gesamtzahlung deS Abonnements in acht be­quem zahlbaren Raten eine außerordentliche wirt­schaftliche Erleichterung Ferner erhält jeder Abonnent 10 Dorzugsgutscheine gratis, die an allen Abonnements-Dorstellungen gültig sind und aus allen Plätzen 10 Prozent Preisermäßigung gewähren. Bei allen Gastspielen außer Abonne­ment erhalten die Abonnenten Preisermäßigung und Dorbestellungsrecht. Eine Abonnements­neuerung ist in dieser Spielzeit erstmalig von der Intendanz eingeführt worden: wer eine ganze Loge von 4 bzw. 5 Plätzen abonniert, dem bleibt jeweils ein Rückplah unberechnet, so daß nur 3 bAto. 4 Dorderplätze in Anrechnung kommen. Außerdem gewährt die Intendanz allen, die neue Abonnenten dem Theater zuführen, eine Werbe» Prämie, die sich sogar bis zu einem Frei-Abo n- n e m e n t auswirken kann. Die Kasse nimmt wäh-

Enllprechend den Schicßklassen im Schießen mit Gewetzr 98 gibt es dieselben Schiehklassen für das Schießen mit leichtem und schwerem Maschinen- acwehr. Preis, und Prüfungsschießen mit diesen Waffen finden ebenfalls statt und sollen als Anreiz zur Förderung der Leistungen dienen.

Nach erfolgter Ausbildung imSchulschießen", die die Kenntnis und Beherrschung ber 'IBaife über­haupt bezweckt, erfolgt die Ausbildung imGefechts­schießen", bei der wie beim Schulschießen vom Leichteren zum Schwereren fortschreitend, der Schütze zum Gebrauch seiner Waffe im Gelände unter möglichst kriegsmäßigen Bedingungen erzogen wird.

Unter den heutigen Verhältnisien, in denen nur «in kleiner Teil der wehrhaften Jugend yim Dienst mit der Waffe im Heer herangezogen werden kann, ist natürlich die Wichtigkeit der Ausbildung in den Lchützenvereinen und Kleinkalibervereinen bedeutend gestiegen. In diesen Vereinen ist die Möglichkeit geboten, weitere Kreise in der Kenntnis der Waf­fen, ihrer Behandlung und im Schießen auszu­bilden, eine Ausbilbung, deren Wichtigkeit für den Ernstfall auf der Hand liegt.

Bei dem für die Gäste des I. Bataillons 15. In- fanterie-Regiments angefetzten Preisschießen am 1. Oktober wird auf den Schießständen nicht mit Kleinkaliberbüchfen, sondern mit der Wehrmanns- büchse (umgearbeitetes Militärmodell) geschossen.

Hessen ftaggt

an Hindenburgs Geburtstag.

Wie bekannt, hat Reichspräsident v. Hinden­burg gebeten, aus Anlaß feines 85. Geburtstages am 2. Oktober von amtlichen Feiern abzusehen. Die hessische Regierung hat diesem Wunsche entsprochen und in Ucbereinftlmmung mit der Reichsregierung angeordnet, daß- sämtliche Diensigebäude des Lan­des und der Gemeinden am 2. Oktober in d en Reichsfarben zu flaggen haben. Auch in den Schulen wird in angemefsener Weise des Geburtstages des Reichspräsidenten gedacht.

Eine militärische Ausstellung in der Neuen Kaserne.

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Kunst.

^Adiner und Wahrend eines sich mit der neibelunft der- befinden sich Uen von Dres. anntesten seiner --oaugrunö im ft Zahl von Mris, ^ch.

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Klinger. Han st, b' Albert. An- ferner die Hab« a". .95 Köpse". dfe". - Auch in ssischen Aunstder- ch charakteristische

'kscher unb «erste.

von Geheimrat iburg in MeS- hen Sitjung der scher Ufltur» be beschlossen, die Hannover ab;u- at Pros. Dr. Karl lNg von ihm der- I nicht mehr selbst s. Dr. Hörlein- den als neue Mit- n Frisch-Mün- iwih-Leipzig in mnig wurde eint iCT, in ber dir die für bie M- hast erforderlich« ! sinken zu hoffnungsvoll Er­möglich wäre Sic nicht nut bit im

i Aeichs immerhin für die gedachten 3al)re unverkürzt inaui eine toenn ahmen gehaltene die aui) in Hvi- b \i\ und deren Zuwendungen bar-

> Monatshefte'- lirth G.m.b.H. ln deutschen Mo- em Oktvberhcft 1932 - Nation" ihm 30.

dem Laufenden M, xhicksal des Deutsch- tgelegcrjeln^* ^de^nüntttgl^ in, solange er gmg. in drohte, nummerte

stimme.

nicht, Ihre Mnne ien eine angenehme

tere mit einem Kopfschmuck von Federn. Einige der Fundstellen dieser uralten Bildergalerien zeigen die eingehämmerten ober gemalten Figuren auf der Unterseite von überhangenden Felsen, also unter einem natürlichen Schutzdach, andre dagegen befin­den sich unter freiem Himmel, allen Elementen aus­gesetzt. Manche wollen unter den geschmückten Fel- sendachern die geschützten Stätten sehen, wo sich der Stamm zu versammeln pflegte, andre vermuten, daß hier die religiösen Zeremonien stattgefunden hatten. Für die eine wie für die andere Vermutung liegt jedoch nicht ber gcringfte Beweis vor. Die oer- blidjenen Farben weifen zumeist rot, weiß und gelb auf und verschiedene Zusammenstellungen dieser Farben. Hier und dort tritt die schwarze Farbe auf. Womit die Ureinwohner die Zeichnungen ausge» führt haben, ist nicht bekannt. Die meisten schei­nen mit rohen Pinseln, einige mit den Finger- pißen ausgeführt. Die Kerbungen sind wohl mit charfen Steinen und starken Beinstücken in den Fei­en geritzt worden. An und für sich nicht tief, sind ie, allen Elementen ausgesetzt, noch undeutlicher ge­worden. Diese verwitterten und verblichenen Zeichen sind augenscheinlich das Werk eines Urvolkes der Insel. Da man die Zeichnungen an nicht weniger als neun Fundstellen entdeckt hat, nimmt man an, baß ber Urroalb von Neu-Guinea noch viele solcher primUioen und geheimnisvollen ftunftgalerien birgt.

Goldgräber-Tod in der Wüste.

Der rätselhafte Tod zweier Engländer, deren Leichen in der Wüste an einer Stelle, etwa 75 Kilo­meter von Kosseier am Roten Meer entfernt, im Sande aufgefunöen wurden, läßt vermuten, daß es sich hier um die Tragödie zweier Goldjäger handelt. Früher einmal war Attalah in den Bergen am Roten Meer eine reiche Goldmine, die aber vor einigen Jahren aufgegeben wurde, meU fie aus- gebeutet schien. Ein Engländer namens Duffill er­warb nun im Jahre 1929 von der Regierung eine Konzession, um nach Gold in dcr Nachbarschaft die. ser Mine zu graben. Er machte sich mit einem Gefährten namens Heß an die Arbeit, und es scheint daß bie beiben guten Erfolg hatten, denn Heß befand sich bei einem Besuch in Kairo vor eini­gen Monaten im Besitze größerer Mittel. Er war aber in io schlechtem Gesunbheitheitszustand, daß man fürchten mußte, er werde die Anstrengungen der Arbeit in der furchtbaren Hitze nicht lange aus« hallen. Dieses Gebiet am Roten Meer ist nämlich eine ber heißesten Stellen der Erde. Man nimmt an, daß Heß starb unb von feinen Gefährten ober­flächlich im Sanbe bestattet wurde. Die beiden waren die einzigen weißen Menschen in dieser verlassenen Wüstengegend, und der Verlust des Freundes zu« Jammen mit der unendlichen Einsamkeit und dem erbarmungslosen Sonnenbrand mag den Geist des Zurückgebliebenen verwirrt haben. Da Duffill bet der Auffindung feiner Leiche einen Revolver fest mit derHand umklammert hielt, so nimmt man an, daß er sich selbst das Leben genommen hat...