um so gröberen Prozentsatz ermäßigt, je größer die Vermehrung der Velegschast oder der Arbeiterschaft ist.
Der Lohn wird aber nicht rm gleichen Ausmaß ermäßigt werden dürfen, wie die Belegschaft an- steigt, damit die in dem Betrieb gezahlte G efa m t- lohnsumme nicht nur erhalten bleibt, sondern sich sogar noch erhöht. Ich bin mir bewußt, daß diese Maßnahme einem Teil, und zwar dem jetzt beschäftigten Teil der deutschen Arbeiterschaft Opfer auferlegt, aber die Opfer gehen zugunsten der heute Arbeitslosen. Und wenn auch der Einzelne eine kleine Einbuße erleidet, so wird die Gesamtlohnsumme erhöht, die allgemeine Kaufkraft also gesteigert. Auf diese Weise werden wir eine weitere erhebliche Zahl Erwerbsloser der Arbeit wieder zuführen können.
Die Reichsregierung beabsichtigt, das Tarif- recht und das Schlichtungswesen in seinem wesentlichen Inhalt aufrechtzuerhalten. Was sie aber immer wieder betonen muh. ist die Erwartung, daß die Beteiligten ihre Verhältnisse mehr als bisher im Wege freiwilliger Selbstbestimmung ohne staatliche Mitwirkung und ohne Bevormundung ordnen. Es ist "in erster Linie ihre Aufgabe, die Tarifverträge so auszugestalten, daß die Nach
teile. die mit einem zu weitgehenden Tarifschematismus notwendig verbunden sein müssen, verschwinden.
Der wertvolle Kern des Tarifgedankens, den ich in der Sicherung der Existenzgrundlage des Arbeitnehmers. in der Verhinderung unlauterer Lohnkonkurrenz und vor allem in der arbeitsgemeinschaftlichen Zusammenarbeit der beiderseitigen Verbände sehe, muh erhalten bleiben.
Unsere Tarifverträge sind vielfach immer noch zu starr und nehmen auf die besonderen Verhältnisse der einzelnen Gebiete. Betriebe und Arbeitnehmergruppen nicht gebührend Rücksicht.
Besonders am Herzen liegt mir die Erhaltung der Produktions statten. Es sollte in der heutigen Zeit nicht Vorkommen, daß Betriebe, die bei vernünftiger Berücksichtigung ihrer besonderen Notlage aufrechterhalten werden könnten, infolge der Starrheit tariflicher Bindungen zum Erliegen kommen. Die Reichsregierung hat den Beteiligten schon wiederholt nahegelegt, für derartige Sonderverhältnisse Aus- nahmemöglichkeiten im Tarifvertrag selbst vorzusehen. Leider ist dies nicht überall in dem erforderlichen Umfang geschehen. Ich halte es daher für notwendig, für diese Fälle nunmehr im Verordnungsweg Abhilfe zu schaffen.
Ueberflaiwit - Große Seroalliwreform.
Alle diese Maßnahmen dienen zunächst nur einer Liebergangszeit. Sie werden deshalb auf zwölf Monate befristet. Sie sollen es der Wirtschaft ermöglichen, sich aus ihrer bisherigen Erstarrung zu lösen und den eigenen wirtschaftlichen Gesetzen zu folgen. Ich erwarte, daß der gewaltige Anstoß, den unsere gesamte Volks- wirtschaft durch eine
Entlastung und damit Befruchtung um etwa zwei Milliarden Reichsmark und eine zusätzliche Beschäftigung von einer bis zwei Millionen
Arbeitsloser
erfährt, auch die Lage der Landwirtschaft direkt und indirekt außerordentlich bessern wird. Die Hebung der Kaufkraft der Allgemeinheit wird den Landwirt eher dazu befähigen. Erzeugnisse zu angemessenen Preisen auch wirklich besser absehen zu können, als dies heute der Fall ist, insbesondere E £«n Erzeugnissen der bäuerlichen Deredelungs-
. Es würde zu weit führen, mich heute über eine Reihe wichtiger Eingetragen, wie vor allem dLs Zinsproblem zu äußern. Daß wir diese Frage auf dem privatwirtschaftlichen Wege mit allen Kräften vorwärts treiben, ist ebenso selbst- verständlich wie daß wir «ine D i s k o n t s e n - k u n g für die allgemeine Wirtschaft binnen kurzem durchführen werden. (Dravo!) Ferner aber sollen die 12 Monate, in denen lene Nothilfe abläuft, dem organischen il m - und Neubau unser es Staats- und Wirtschaftswesens dienen, der die eigentliche Aufgabe unserer Zeit ist. Erst wenn wir der Not der Stunde etwas mehr entrückt sind wie heute, werden wir ein Sozial- und Finanz programmauf lange Sicht auf- bauen können. Für «ine politische Programmrede wird im Reichstag Gelegenheit sein. Dort werde ich über die Gebiete der inneren und äußeren Politik reden, die ich heute nicht be- rühren kann. Ich möchte nur auf eines ein gehen auf '
die Anpassung unseres gesamken Staats- und Verwallungsapparals an die Armuk der Tlafion.
(Lebhafter Beifall.) Ich darf hierbei darauf hin- weifen, in welcher Weise bereits in Preußen unter ber tatkräftigen Leitung des Reichskommiffars Dr. Bracht die Probleme der Derwaltungsrefonn angepaßt worden sind. Pläne sind durchgeführt worden die zum Teil seit mehr als 20 Jahren erwogen rooroen sind, und schließlich noch jahrelang in den Schreibtischen geschlummert haben, oder im Land- tag stecken geblieben sind. 58 Landkreise sind ein- gespart worden, Kreise, die seit altersher bestanden,
Anekdoten
um Gerhart Hauptmann.
Äon Gerhard Krank.
Gerhart Hauptmann wurde mit dem diesjährigen Goethe-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet.
Gerhart Hauptmann kauft in Neapel ein Geburtstagsgeschenk. Mit dem Antiquitätenhändler feilscht er nach Landessitte um den Preis. Endlich sagt der Händler mit seinem verehrungsvollsten Augenaufschlag: „W eil Sie es sind, Signore, werde ich dreihundert statt vierhundert Lire rechnen'"
Hauptmann nickt strahlend: Ja. ja, denkt er der Ruhm ist doch eine schöne Sache! Und Stolz'läßt seine Brust schwellen.
„Bitte schön. Signore, darf ich Ihnen das Paket- chen zuschlcken? Ins Palace-Hotel? Gewiß .. und Ihr werter Name, Signore?"
*
Bei Tische sprach man von der Ehe. Jemand wandte sich an Hauptmann: „Ich meine, der Mann der feine Frau schlecht behandelt, verdient, daß ihm das Haupt über dem Kopfe angezündet wird!"
Hauptmann, der diesen cholerischen Mann gut kannte, lächelte: „Nun, ich denke, Sie werden Ihr Haus anständig versichert haben?!"
»
Der Maler H. M. Pechstein bot Hauptmann ein Hiddensee-Bild zum halben Katalogpreise an. Schmunzelnd erwiderte Hauptmann: „Schön, das Bild nehme ich. Was kostet der Katalog?"
*
Ein junger Dichter beklagte sich bei Gerhart Hauptmann, daß die großen Dichter nicht mehr Auge und Ohr hätten für die jungen Dramatiker, daß sie sich nicht dazu verstehen könnten, ihnen zu helfen auf ihrem schwierigen Wege. Hauptmann widersprach. Der Dramatiker wehrte ab: „Ich werde es Ihnen beweisen! Ich schicke Ihnen morgen ein neues Stück und ich wettss mit Ihnen um fünfzig Mark, daß Sie es nicht einmal ganz lesen werden ...!"
Hauptmann bekam das Stück, ein elendes Machwerk. Tags darauf schickte Hauptmann per Postanweisung fünfzig Mark an den jungen Autor. Auf der Rückseite stand: „Gewonnen!"
*
r-j?rQUptmann hörte einem Streite zwischen einem Schlagerkomponisten und einem Operettendirektor zu. Der Komponist verlangte einen höheren Gewinnanteil. Hauptmann mischte sich darein: „Einen regel-
als die Postkutsche das schnellste Beförderungsmittel war, die aber im Zeitalter von Telephon, Eisenbahn und Auto eine überflüssige Verwaltungsbelastung darstellen.
Diesen ersten Maßnahmen wird eine große organisatorische Verwaltungsreform folgen. Lebhafter Beifall, Bravo!) Eine verwallungs- reform an Haupt und Gliedern, die, wie ich hoffe, vom preußischen Staatsminifterium in wenigen lagen verabschiedet werden wird.
(Bravo!) Diese Reform ist eine unentbehrliche und entscheidende Voraussetzung für eine Reichs- r e f ö r m. Sie wird die Doppelarbeit von Ober- Präsidenten und Regierungspräsidenten beseitigen und jedem von ihnen seine getrennte und selbständige Zuständigkeit geben. Die Sonderoerwaltung auf kulturellem, wirtschaftlichem und technischem Gebiet werden einheitlich dem Regierungspräsidenten bzw. den Landräten angegliedert werden. Die- .sen Maßnahmen soll eine Verkleinerung und Vereinfachung in der Zentralinstanz, eine Finanzresorm und eine Re- form der Selbstverwaltung folgen. (Bravo!) Die Beseitigung des Dualis- mus z w i s ch e n Reich und Preußen und die dadurch möglich gewordene Reform an Haupt und Gliedern beweisen, daß die Regierung — mehr als jede andere in den letzten 14 Jahren — gewillt »st zu handeln. (Bravo! Lebhafter Beifall.)
Eingliederung der Jugend.
Mjt tiefer Sorge verfolgt die Reichsregierung eine der verhängnisvollsten Wirkungen der Einengung des deutschen Lebensraums. Millionen der nachwachsenden Iahrgänge, junge Menschen voll Tatendrang sind nach der Ausbildung vom Berufsleben und damit von einer äußeren und inneren Existenzgrundlage ausgeschlossen. Mit ihnen leiden Millionen von Vätern und Müttern. Die Reichsregierung nimmt diese Sorge auf.
praktische Schritte zur Eingliederung dieser wichtigen Kräfte der jungen Generation aller Schichten werden getan werden, mögen die
Opfer auch noch so schwer sein.
(Bravo!) Ganz besonders ernst ist die Lage des akademischen Nachwuchses. Hier plant oie Reichsregierung zunächst Zwischenschaltung eines praktischen Iahres zwischen h o h e r e r Schule und Hochschule anzuregen und durchzufuhren und gleichzeitig den Hochschulen die unabweisbare Pflicht nahezulegen, nach die-
rechten Gewinnanteil fordern Sie? Das finde ich nicht gerechtfertigt!"
rüstet^so benn "'ch*'" frage der Komponist ent«
Hauptmann wiegte das Haupt: „Sie haben höchstens Anspruch auf Finderlohn!"
Gerhart Hauptmann war irgendwo auf dem Lande und pflegte jeden Morgen an den nahen Fluß zu gehen, um zu baden. Er hatte herausgesunden, daß er seinen Weg bedeutend abkürzen könne, wenn er £urd) ein Grundstück ginge, dessen Gartentür nie verschlossen war. Als er eines Morgens diese Tür gerade aufgeclinkt hatte, bemerkte ihn der Besitzer des Gartens und rief ihn an:
„Hallo. Sie da, das ist der falsche Weg!"
Der Dichter drehte sich um: „Wissen Sie denn, wohin ich will?"
„Nein!"
„Wie können Sie dann wissen, ob ich auf dem richtigen Wege bin oder nicht?"
Hauptmann verlangte nichts als Ruhe, wenn er 3ur 6^0(111^ reifte. Vor feinem Sommerhause in Hiddensee hing oft ein Schild: „23 or mittags nicht zu Hause — nachmittags nicht z u sprechen!"
*
Ein alter Freund des Dichters hatte bei einer Fest- spielauffuhrung eines Hauptmann-Werkes die Regie übernommen. Nach der Generalprobe fragte der tjreunb: „Nun sage mir, wie hat dir meine Regie gefallen? Du mußt wissen, ich habe das nur zu meinem Vergnügen getan!"
Gerhart Hauptmann lächelte: „Das haben wir alle gemerkt, mein Lieber!"
Geheimnisse der Trommelsprache
Wie die Wilden im ««sch „telegraphieren".
Die unheimliche Schnelligkeit, mit der sich Nachrichten durch den afrikanischen Busch verbreiten, wo es weder Telegraphie noch Rundfunk gibt! hat seit jeher das Erstaunen der in diese Regionen verschlagenen Weißen erregt. Von einem solchen überraschenden Fall berichtet der englische Reiseschriftsteller Williams I. Makin in einer Londoner Zeitschrift. Als er einst die Nachricht von dem nahenden Tode eines Häuptlings in Deschuana-Land seinem etwa 80 Kilometer entfernt weilenden Nachfolger überbringen wollte und im schnellsten Tempo etwa 60 Kilometer in seinem Kraftwagen zurückgelegt hatte, trat ihm ein Eingeborener in den Weg, der ihm mit aller
fern Iahr auf jede nur denkbare Weise die Zahl der Studenten dem Bedarf der Berufe anzugleichen. Die praktischen Kenntnisse dieses Werkjahres werden von gleichem Nut- zen sein für diejenigen, die nach ihrer Entschei
dung sich praktischen Berufen widmen, wie für diejenigen, die studieren. Iedenfalls geht es nicht länger an, daß jährlich mehr als 10 000 der Hochschulabsolventen für immer der Hoffnung beraubt sind, einen Beruf zu finden.
Gegen parteiherrschafi.
Diesem Neubau auf allen Gebieten wird die Arbeit der nächsten Monate gewidmet fein. Sie kann nur geleistet werden durch eine autoritäre unabhängige Regierung, die sich ihrer Verpflichtung gegen Gott und die Nation im Tiefsten bewußt ist. (Dravo! Lebhafter Beifall.) Aus dieser Lieberzeugung heraus halte ich es für meine Pflicht,
Störungen dieses Merks durch die Einflüsse der Parteien abzuwehren.
(Dravo!) Große Aufgaben im Dienste der Nation rönnen nur von dem gelöst werden, der sich dem ganzen Volk und nicht nur einer Partei oder Klasse dienstbar glaubt. Der Grundsatz derReichs- verfassung: „Die Staatsgewalt geht vom Volke aus" kann nicht bedeuten, daß diese Staatsgewalt dem taktischen Spiel der Parteien im Parlament ausgeliefert werden soll. (Lebhafter Deifall.) Lind wenn heute von einer Koalition zwischen Zentrum und NSDAP, gesprochen wird, an die ich nicht glauben kann, weil sie dem ganzen antiparlamentarischen De- kenntnis der Nationalsozialisten widerspricht, so wäre der geheime Grundgedanke solcher Koalition doch nur der, daß die eine Partei die andere zu vernichten wünscht. (Sehr richtig!)
Ich frage, ob die Not des deutschen Volkes in dieser Stunde wirklich noch ein solches Kulissen
spiel erträgt? (Nein!) Auf der anderen Seite denken wir nicht an eine Abweichung von den Grundgesetzen der Verfassung oder gar an einen
Wechsel der Staatsform.
Die Verfassung selbst hat in der Institution des Reichspräsidenten dem Spiel der Parteien gegenüber den ruhenden Pol geschaffen, an dem die einheitliche und unabhängige Führung der Staatsgeschäfte verankert ist. Von dieser zugleich autoritären und demokratisch e n G e w a l t, die sich uns in der Person unseres Reichspräsidenten von Hindenburg darstcllt, hat die Reichsregierung die Rechtfertigung und den Auftrag ihres Wirkens. (Bravo!)
Nun rufe ich Sie alle, meine anwesenden Freunde, ich rufe das ganze deutsche Volk auf, hinter uns zu treten und uns bei der Durchführung dieser Pläne zu helfen die der Rettung Deutschlands dienen sollen. (Dauernder Beifall.) Möge das deutsche Volk nicht in innerpolitischem Hader und in verblendeter Selb st Zerfleischung diesen Ruf überhören. Unser Glaube an die Zukunft der Nation ist so unerschütterlich, wie der jener Millionen, die einst auf den Schlachtfeldern für sie geblutet haben. Und deshalb rufe ich heute dem Lande zu:
„Denft nur an Deutschland!"
(Lauter, anhaltender Beifall.)
KPN. im Reichstag gegen NGOAp.
Berlin, 28. Aug. (VDZ.) Die kommunistische Abgeordnete Frau Klara Zetkin weilt seit einigen Tagen in Berlin, um sich auf die Lleber- nahme des Alterspräsidiums des Reichstages vorzubereiten. Einige Vertreter der kommunistischen Reichstagsfraltion hatten am Samstag eine Llnterrebung mit Frau Zetkin. Lieber diese Llnterredung wird von der kommunistischen Reichstagsfraktion eine Mitteilung aus- gegeben, wonach Frau Zetkin erklärte, fraft sie trotz nationalsozialistischer Drohungen jede polizeiliche Schutzmaßnahme schärf st ens ablehnen werde.
In Liebereinstimmung mit der kommunistischen Reichstagsfraktion hat das Zentralkomitee der KPD. einen Beschluß gefaßt, der sich für die Ausschaltung der Nationalsozialisten bei der Wahl des Reichstagspräsidiums einseht. Die Kommunisten werden im ersten Wahlgang für ihren eigenen Kandidaten stimmen. Sollte in diesem Wahlgang der nationalsozialistische Kandidat nicht gewählt werden, so wollen die Kommunisten im zweiten Wahlgang ihre Stimmen für den sozialdemokratischen Kandidaten abgeben, um die Wahl eines Nationalsozialisten zum Reichstagspräsidenten zu verhindern.
Zweihunderiausend Weber streiken in England.
Anschluß von 2500ÜVSpinnern?
London, 27. Aug. (TLl.) Am Samstagvormittag legten 200 000 Weber und Weberinnen in Lancashire die Arbeit nieder. 800 Baumwollwebereien wurden geschlossen, Hunderttausende von Webstühlen stehen still. Das volle Ausmaß des Streikes wird sich
Würde eines Verkehrsschuhmannes Halt gebot und ihm mitteilte, daß der Häuptling, den er vorhin verlassen habe, bereits zu seinen Ahnen heimgegangen sei. Makin wollte ihm nicht glauben, da bei seiner Abfahrt der Arzt noch eine längere Lebensdauer in Aussicht gestellt hatte und er auch nicht verstand, wie die Todesnachricht, selbst wenn sie wahr wäre, sich so schnell über 60 Kilometer ohne Telegraph hätte verbreiten können. Er setzte seinen Weg fort, aber 8 Kilometer weiter kam ihm der in Aussicht genommene Nachfolger des Häuptlings bereits entgegen, bereit, fetn Erbe anzutreten. Makin wandte den Wagen und kehrte in den Kraal zurück, wo er tatsächlich erfuhr, daß der Tod bereits eingetreten war. Eine Vergleichung der Zeit ergab, daß dieses Ereignis zehn Minuten später bereits den 60 Kilometer entfernt weilenden Schwarzen bekannt war.
Dies ist nur ein Beispiel für die Schnelligkeit und Genauigkeit, mit der die Buschtele- graphie, die ihr Netz über das ganze Land ausgebreitet hat, arbeitet. Die Schläge einer Trommel in der Nacht und die scharfen Ohren der Schwarzen sind keinen Störungen unterworfen. Diele Weiße haben sich schon bemüht, das Geheimnis dieser Telegraphie zu enthüllen, aber es ist zweifellos eines der am besten gehüteten. Der Code der Trommeln ist wie ein jeder Telegraphencode abgekürzt. Einige Schläge auf ein hohles Instrument, und ein Dorf, das hundert Meilen entfernt liegt, empfängt kaum 30 Minuten später eine ausführlich« Botschaft. Oft klingen diese Trommelrufe durch die afrikanische Nacht. Zunächst ein dumpfes „Dum... Dum... Dum", das Rufzeichen. Dann folgen unaufhörliche weitere Schläge, bis aus der Ferne eine Antwort zurücktönt. Das Klopfen vollzieht sich mit einer Schnelligkeit, hinter der das Ticken eines Morfe-Apparates zurücksteht.
Die Erfahrung hat die Eingeborenen gelehrt, daß der von einer Anhöhe ausgehende Schall weiter getragen wird, als wenn er von der Gbene ertönt. Darum wählen sie die Sendestelle stets auf einem Baum oder einem Hügel. Wäh- renö des Tages werden auch Nachrichten durch vloße Rufe von einem Hügel zum andern weiter- gegeben, und es ist erstaunlich, wie weit die
•.* und die Stille jener Gegenden den Schall trägt. In der Totenstille der Nacht aber rann eine Trommelbotschaft viele Kilometer weit vernommen werden. Genau so wie heute jedes Schiff und jede drahtlose Station ihr eigenes Rufzeichen hat, so kommt ein besonderes Zeichen auch jedem Häuptling in Afrika zu. Die Knöchel der
. erst bei Beginn der neuen Arbeitswoche zeigen. I Daß mit einer baldigen Beilegung des Streikes nicht zu rechnen ist, ergibt sich aus der Aeuße- rung des Weberführers Naismith: „Die Wahrscheinlichkeit einer Einigung zwischen Fabrikanten und Webern innerhaw der nächsten Zeit ist nicht einmal 1:1 000 000.“ Der Streik, der voraussichtlich weitgehende Entlassungen in den angeschlossenen Industrien nach sich ziehen wird, bedeutet für die Baumwollindustrie in Lancashire einen wöchentlichen Verlust von 1,5 Millionen Pfund an Aufträgen und Löhnen. Ein führender Industrieller erklärte, daß der Streik in einem Augenblick eintrete, in dem ihn die englische Baumwollindustrie am wenigsten ertragen könne. Es sei wahrscheinlich, daß sich Lancashire auf Iahre hinaus nicht erholen werde. Auch der Spinnerverband, dem 250 000 Textilarbeiter angefchlossen sind, beschloß am Samstag, innerhalb der nächsten zehn Tage eine Streikabstimmung zu veranstalten.
Raubüberfall in München.
Ein frecher Raubüberfall wurde dieser Tage in der Gollierstraße in München verübt, wo die Baugenossenschaft Ruppertusheim ihr 'Bureau hat. Die Genossenschaft hatte ein Rundschreiben versandt, daß 10 v. H. der Einlagen von den Mitgliedern erhoben werden könnten. Als das erste Mitglied zur Abholung des Geldes erschien, traf gleichzeitig vor dem Hause ein Auto ein, dem vier junge Burschen entstiegen, hinter dem Mitglied in das Bureau stürzten und über 300 0 Mark raubten, worauf sie mit dem Auto flüchteten. Wie der Polizeibericht noch mitteilt, wurde auf den Kassierer ein Schuh abgegeben, der aber fehlging. Ein Straßenhänd- ler, der sich den Räubern in den Weg stellte, wurde durch einen Schuh lebensgefährlich verletzt. Das von den Tätern benutzte Auto war in München gestohlen worden. Der ganze Vorgang spielte sich in wenigen Minuten ab. Von den Räubern hat man bisher keine Spur.
Verantwortlich für Politik: I. D.: Ernst Blumschein.
Wilden entlocken einer Trommel so viele verschiedene Tonnüancen, daß nur ein Mensch mit Wolfsohren sie unterscheiden kann. Aber alle diese Zeichen sind im Busch so wohlbekannt, daß ein Häuptling, der seine Standesgenossen zu einer Versammlung berufen will, seinem „Telegraphisten" auherhalb der Hütte nur die Namen der Ginzuladenden nennen muh, und schon tönen die Rufzeichen über das Land. Außerdem gibt es aber auch Code-Botschaften, die nur von besonders geschulten Trommlern gesandt werden können, die den größten Teil ihres Lebens mit der Liebermittlung von Nachrichten^ bei öffentlichen Angelegenheiten verbringen und die verschiedensten Code beherrschen.
Es gibt unendlich viele Arten der Trommeln, die den afrikanischen Busch durchtönen. Da sind solche, die die Eingeborenen zum Tanze rufen und die mit elementarer Wildheit geschlagen werden. Dann gibt cs königliche Trommeln und schließlich jene furchtbaren, todkündenden Trommeln, die mit ihrem dumpfen „Bum ... Bum ... Bum ..." die Stämme zum Krieg aufrufen und deren Klang das Herz des weißen Mannes erstarren läßt. In Kamerun und im Kongo bedienen sich die Eingeborenen höl- zerner Trommeln, indem sie den Stamm eines dicken Baumes aushöhlen. Andere haben die Gestalt von Kobolden und Riesen mit Kops und Füßen an den beiden Enden, während der Rumpf als eigentlicher Schallerreger dient. Daneben gibt es aber auch so kleine Trommeln, daß ein Mann sie bequem unter dem Arm tragen kann: mit einem solchen Instrument wandert er durch die Steppe und spricht zu Hörern, die weit entfernt ihm lauschen.
Vor einigen Jahren erhielt ein Forscher, der eine Expedition nach Westafrika leitete, einen plötzlichen Scroeis dafür, wie weit die Macht der schwarzen Telegraphie reicht. Sooft er sich einem Dorfe näherte, wurde er stets von einem seltsamen feier« litten Empfangskomitee begrüßt, das schon genau wußte, wie er hieß, was er in diesem Teil des Busches suchte, aus wieoielen Weißen und wievielen einheimischen Trägern seine Schar bestand, wo er herkam und wohin er dann weiterziehen wollte. Aber ganz besonders bei der Verfolgung von Verbrechern keiftet die Trommeltelegraphie unschätzbare Dienste. Wie schnell auch ein Eingeborener laufen kann, der Schall der Trommeln, der Kunde von seiner Tat gibt, überholt ihn doch. Der flüchtige Pferde- oder Rinderdieb, der Mann, der mit dem Blut eines-heimlichen Mordes befleckt ist, der Diamanten. oder Golddieb, der sich und seine Beute in der Einsamkeit des Busches zu verbergen hofft — fi<! alle zittern, wenn der Schlag der Trommeln durch die Stille der Nacht hallt.
Os
Sie
ßoM jät » d
-sS
<i"c Än Ertrags I w S für den
VA bilden- < I Win Ausruf
|eld 26 3u(i Sat I völlig I Wien onJL. M-
ÄR 69 kL'Z istSK Xbarf aber bei ? i Wollen
” WiWime foitsühren können, lie unterbrach- . Jas deutsche 2oik
1 s^ine Marine erschc ' ff» dner ur verdienen, die ryr land gaben', m zeigen soll, vir dcr zu ehren weih und Zerrissenheit fest S gerührt wird: ein wie hoch und wer Arbeit seiner Mari den deutschen Nam wieder zu Ehren zu in dem der Wlljss bar sein mag. im seinem großen Füh
Aus allen Teiler täglich neue Anreg mit besonderer 6täi die schon einmal Z Sammlungen ein ( „Frauenlob". Das : Taifun vor Japan Dirtuna dieser vatc Zeiten bis heute üb \ Der Flottenbund * Deutsche Flotten-De Pflicht, all diele aus
1 danken und Wünsche I zufammenzusassen u
„Dolksspende Niobe zahl deutscher Frauc bestellen und aus a Ausruf. Auch die kle mung -u diesen ®t kommen.
epenbe werben übe Niobe"' Merlin Nr. 126 sämtlichen Banken, - fallen, Postanstalten u gekennzeichneten Stelle
Das Dand(
Die Gegenwart zk hartes Joch. Die jedem Einsatz der gai lich entsteht da bald harten Muh sich zr zu suchen, um neu sich die Freude zu t Lebens als Ausgb besser geeignet als fönn da die unberfie der sie verstehen lerr »reilich will auch 2eim Wandern dü ^ussards, die Wildsc di- Sme- der Ko. ; Anen
W entgehen. Dies H es erst, die das Denuh werden lasse gessen w^d man. hat ^ushalt der Aatur Werden uns die Stu
ZU rif SBS Ä;
e der §aA"derfalke Fää darüber u s,^Dt in sunde qÄ Qt9etn, f0
«1 Energie tnnAr *■ we
mit W Herzen! °'‘enen (
«Ä '°»d
handelt w^ Prodis I. die
in Aderde de
Lieber
»•A’iä > oried


