Einzelbild herunterladen

Aus der Provinzialhauptüadt.

Sichen, den 29.März 1932.

Hygiene in der Küche.

Don Dr. med. Curt ttayfer.

Für die Hygiene in der Küche ist ein gewisses liebevolles Verständnis notwendig, zumal ja heutzutage vielfach die Küche nicht nur ihrem eigentlichen Zweck dienen kann, sondern oft ge­nug gleichzeitig al- Wohnraum benutzt werden muh.

Oberster Grundsatz aller Hygiene ist Sauber­keit. Deshalb suche man vor allem unnötige Staubfänger, wie die von alterSher überkomme­nen Küchenspitzen, Wandkrüge usw. au beseitigen. Der Fußboden der Küche soll möglichst aus Was- serundurchläffigem und Uid)t zu reinigendem Material bestehen. Da man dies meist nicht selbst ouSsuchen kann, empfiehlt sich für die Küche ein Fuhbvdenbelag von Linoleum, der bei Behänd- lung mit ölgetränkten Tüchern etwaige Staub­bakterien am besten bindet, Ueberhaupt darf in der Küche nie trocken auSgesegt. sondern es muh stets feucht aufgewischt werden.

Sehr wichtig ist ferner die Sorge für gute und reine Luft. Häufige« Lüften und sorgfältiges Be­decken aller Speisen ist troimfiten. Auf diese Weise wird man auch der Fliegengefahr am besten obhalsen, die nicht gering veranschlagt werden sollte. Kann doch durch Fliegen, die sich auf die fertigen Speisen setzen, mitunter schwerste Krankheit übertragen werden.

Krankheitskeime sind es auch, die durch un- hygienisches Geschirrspülen dem Körper zugcsührt werden können. Das Ghgeschtrr wird meist ge­dankenlos in eine mit lauem Wasser gefüllte Abwaschfchüsfel getan und dann mit einem Lap­pen abgerieben. Ein so gereinigter Teller ist durchaus nicht rein! Es Haftel ihm vielmehr eine, wenn auch für daS blohe Auge nicht sichtbare Fettschicht an. die unter Umständen tausende von krankmachcnden Bakterien beherbergen und ernähren kann. Auch wer besonders sorgfältig zu sein glaubt und das Ehgeschirr mit heißem Soda- oder Seisenwosser abwäscht, handelt hygie­nisch noch nicht richtig, denn bei diesem Der- sahren gehen noch ganz erhebliche Mengen Soda und Seife bei der Wiederbenuhung in die Spei­sen und damit in den Körper über, wo sie krank­haste Schädigungen hervorzurufen vermögen. Heißes Soda- oder Seifenwasser soll man zwar zum Reinigen von- und Trinkgeschirren be­nutzen, aber man veraesse nie dabei, mit heißem, klaren Wasser nochAuspülenl

Heber oller dieser, mehr sachlichen Hygiene darf die Hausfrau die persönliche nicht ganz ver­gessen. Daß man Speisen und Geräte nur mit sauberen Händen onfassen darf, ist wohl selbst­verständlich. Eine schöne, saubere Küchenschürze wird der Hausfrau zur Zierde und der Hygiene zum Ruhen gereichen, diese Schürze darf man aber nicht in kritischen Augenblicken von kleinen Kindern als Taschentuch benutzen lassen oder sich selbst, z. B. wenn plötzlich Besuch kommt, die Hände daran abtrockncn.

Sehr wichtig ist natürlich für die Hausfrau auch die Gesunderhaltung ihrer eigenen Person. CS sei hierbei nur an den Wert praktischer Arbeitseinteilung, an Bermeidung unnötiger Wege und unnötigen Stehens bei Arbeiten er­innert, die sich, wie etwa das Gemüsepuhen, oder das Kartoffelschälen, bequem auch im Sitzen erledigen lassen. Mit dem Hin- und Herschleppen schwerer Kochtöpfe werden häufig nutzlos Körper­kräfte vergeudet. In den meisten Fällen tut es auch ein leichter Aluminium-Kochtopf, der neben der Kräfteerfparnis auch anderen, wichtigen For­derungen der Hygiene zu genügen vermag und selbst hygienisch völlig einwandfrei ist. Die Be­hauptung, daß Aluminiumtöpfe bei längerem Kochen kleine Mengen Metall an die Speisen abgeben, die der Gesundheit schaden könnten, ist durch einwandfreie wissenschaftliche Unter­suchungen auch deS deutschen ReichsgesundheitS- amtes alS falsch erwiesen worden.

So ließe sich noch eine ganze Reihe von Rat­schlägen zur Hygiene in der Küche geben, allein den meisten Hausfrauen dürfte cs kaum schwersal- len, gröbere Derstöße zu vermeiden, wenn sie nur im entscheidenden Moment in der Küche nicht an die Regeln der Hygiene zu denken vergessen.

Neuregelung der Bierpreise.

Die Gastwirte beschweren sich über ungerechte Behandlung. WSR. Der Reichskommissar für Preisüber­wachung hat seinen Beauftragten für Hessen und Hessen-Rassau ersucht, die von ihm erlassene all­gemeine Bierpreissenkungs - Ver­ordnung in denjenigen Bezirken restlos durchzuführen, die noch der von demDr- auftragtcn für Hessen und Hessen-Rassau getrof­fenen Einteilung nicht unter die notleidenden Weinbaugebiete fallen. Für letztere ist der Be­auftragte für Hessen und Hessen-Rassau, zu einer Sonderregelung mit der Maßgabe ermächtigt worden, daß er die von ihm bereits vor einiger Zeit vorgenommenc Bierpreissenkung um den vol­len Betrog der Biersteuerfenkung zu erweitern hat. Auf Grund dieser Direktiven hat der Be­auftragte für Hessen und Hessen-Rassau jetzt eine neueBierpreisonordnung getroffen, die für die Brauereien am Ostcrsamstag, für die Gastwirte am Osterdicnstog in Kraft tritt. Die Anordnung des Reichskommissors betr. die Senkung der Bierpreise sindet Anwendung auf die im Rcgierunqsbezirk Kassel, mit Ausnahme des Stadt- und Landkreises Hanau, sowie auf die in dev Provinz Oberhessen befindlichen Brauereien für Dollbicr, sowie auf die im Regierungsbezirk Kassel, mit Ausnahme des Stadt- und Landkreises Hanau, und auf die in der Provinz Oberhessen befindlichen G a ft ft ä t t e n. Die gebundenen und nicht gebundenen Preise der Brauereien für Bier mit mehr als 11 Prozent Stammwürzegehalt im Regierungs­bezirk Wiesbaden, im Stadt- und Landkreis Hanau, sowie in den Provinzen Starken­burg und _ Rheinhessen werden mit Wirkung vorn 26. März 1932 gegenüber dem Stande vom 8. Dezember 1931 über die nach der Verordnung des Reichspräsidenten vom 19. März 1932 ein­getretene Steuerermäßigung hinaus um 1 Mark pro Hektoliter gesenkt. Die Brauereien dürfen bisher gewährte Rabatte oder Vergütungen auf die vorgcschriebene Ermäßigung nur in Anrech­nung bringen, wenn die Rabatte oder Rückver- gütungen aus einem bestimmten Anlaß gegeben worden sind, und dieser Anlaß fortgefallen ist. Unter die Rabatte ist nicht die Derlegerspanne als solche zu rechnen. Die Ausschankpreise der Gaststätten senken sich je nach der Größe des Ge­fäßes um 1 bis 8 Pfennig. Die Flaschenbier-

ZAHLEN IN MILLIONEN __SJk.

MOLKEREI PRODUKTE

KARTOFFELN

6k FRcIDEvRElS

GEWÜRZE

HULSENFRÜCHTE

FLEIcCII

SCHMALZ

ZUCKER

ALKOh. .

GETRÄNKE

KAFFEE .TEE, KAKAO

GEMÜSE und OBST

3m Jahre 1931 hat Deutschland insgesamt für mehr als 2,6 Milliarden Mark Nahrung s- und Genvßmittel aus dem Ausland bezogen. Obwohl diese Summen weniaer als die Hälfte des deutschen Nahrungsmittel-Importes im Jahre 1928 ausmacht, ist sie noch etwa sechsmal so groß wie die gesamte deutsche Lebensmittel'-Au sf u h r. Eine günstigere Gestaltung dieses Verhält­nisses kann sich erst ergeben, wenn die Verbraucher mehr als bisher die im Inland erzeug­ten Waren bevorzugen.

preise ermäßigen sich mit Wirkung vom 29. < März anteilig um den Betrag, um den die Steu­ern für das Hektoliter gemäß der Verordnung des Reichspräsidenten vom 19. März 1932 er­mäßigt worden sind.

Der Vorstand der Dastwirte-Innung Hessefn, Sitz Darmstadt, gibt in einer Erklä­rung bekannt, daß die Gastwirte nicht in der Lage sind, die beabsichtigte Bierpreissenkung durchzuführen. Die Gastwirte seien bereit gewesen, sich gleich­mäßig mit den Brauereien an dem Preisabschlag au beteiligen. Runmehr habe der Preiskommis­sar für Hessen angeordnet, daß die Brauerei- en von dem verfügten Abschlag nur eine Mark, die Wirte hingegen bis ju 8 60 Mark zu tragen haben. Diese ungerechte Behandlung veranlasse die Gastwirte zu scharfen Gegenmaßnahmen.

Abg. Or.Niepoth über diepolitischeLage

Die Deutsche Dolkspartei, Orts­gruppe Gießen, hielt am Mittwochabend im GasthausHindenburg" ihre 3ahrcs-Hauptver- sammlung ab. Der Ortsgruppenvorsihende, Ober­reallehrer Appel, erstattete zunächst den Tä­tigkeitsbericht von 1931, aus dem ein reges Wirken der Ortsgruppe ersichtlich war. Weiter gab er bekannt, daß der Ortsgruppen- und Provinzgeschäftsführer Heinemann seinen hiesigen Posten verlassen werde, um einem Rufe des Parteiführers Dingeldeh als General­sekretär für den Wahlkreis Westfalen-Süd zu folgen. Der Ortsgruppenvorsihende und der Landesvorsitzende der DVP. in Hessen, Abg. Bürgermeister Dr. R i e p o t h, Schlitz, dankten dem scheidenden Geschäftsführer mit herzlichen Worten unter voller Anerkennung seiner hin­gebungsvollen Arbeit im Dienste der DVP. 'm Gießen und in Oberhessen. Sodann erstattete der Rechner, Bankdirektor Mattern, den Rech­nungsbericht, aus dem ein günstiger Stand der Ortsgruppenkasse hervorging. Dem Rechner wurde mit Dankesworten für seine ausgezeich­nete Kassenführung einstimmig Entlastung erteilt. Die Dorstandswahl erbrachte die einstimmige Wiederwahl der bisherigen Mitglieder des Orts- gruppenvorstandeS.

Hierauf sprach der Landesvorsihende, Abg. Bürgermeister Dr. R i e p o t h, über die politische Lage. Er begrüßte das Ergebnis der Reichs- präsidentenwayl vom 13. März, das er als einen Sieg der politischen Vernunft bezeichnete. Hit- l e r habe den historischen Augenblick versäumt, als er nach dem Scheitern der vom Reichskanzler Dr. Brüning angeregten Wiederwahl Hin­denburgs durch den Reichstag Hinden­burg nicht von sich aus zur Wiederwahl vor- geschlagen habe. Der Redner wies besonders darauf hin, daß Hitler sich zunächst wie Dinaeldey in Koblenz öffentlich erklärt habe auch für Hindenburg aussprach, dann aber nach den Beratung n mit seinen Unterführern und mit Hugenberg umschwenkte. Hugenberg als treibende Kraft habe verhindert, daß Deutsch­land in dieser wichtigen Angelegenheit endlich einmal einig wurde. Hugenberg gelte die Parteipolitik mehr als das Wohl Deutschlands. Der Redner sprach sich entschieden für die Auf­rechterhaltung und die Stärkung des Wehr­gedankens und des Wehrwillens aus, forderte vom Stahlhelm strengste Ucberparteilichkeit und lehnte dessen einseitige politische Tendenz ab. Er betonte, daß Deutschland keinen Parteipolitiker als Reichspräsidenten brauchen könne. Das deutsche Volk habe in seiner Mehrheit am 13. März bei der Entscheidung für Hindenburg den richti­gen politischen Instinkt gehabt. Die Wahl Hit­lers, so erklärte der Redner, würde zu schwer­sten innerpolitischen Verwickelungen geführt ha­ben, weil er sein Parteiprogramm nur mit aller Rücksichtslosigkeit im Gegensatz zu allen übrigen Parteien werde durchführen können und dadurch der Kampf des deutschen Volkes gegeneinander ausgelöst werde. Daran müsse die deutsche Wählerschaft bei der zweiten Reichspräsidenten­wahl denken, und sie müsse sich noch stärker als bisher zu Hindenburg bekennen. Die Deutsche Dolkspartei werde diesen Weg weiterhin mit Entschiedenheit gehen, dabei aber in klarer po­litischer Opposition gegen Brüning bleiben. Der Redner besprach dann die bekannten Gründe der Deutschen Volksparkei für ihre Parole: für Hindenburg, gegen Brüning. Er forderte sodann, die REDAP. unter allen Umständen in die politische Verantwortung zu zwingen, damit sie durch Teilnahme an der Regierung in realpoliti- fcher Weise handeln müsse Sodann beschäftigte sich der Redner mit der Absplitterung von der DVP. in Westfalen-Süd. die er als Entlastung für die Gesamtpartei bezeichnete, da sie einen einseitigen schwcrindustriellen Druck fortnehme, dem sich die Partei niemals werde beugen können.

Der zweite Teil seine- Referats galt der Be­sprechung der jüngsten politischen Entwicklung in Hessen, wobei er sich entschieden gegen die bis­herige Tätigkeit der Rationalsozialisten im Land­tage wandte. Gr wies befonber« auf die be­kannten Anträge der RSDAP. im Landtage hin, die er in eingehender Besprechung samt und sonders als reine Aaitattonsanträge charakteri­sierte, und besprach sodann daS Boxheimer Doku­ment, daS ungeschminkten Bolschewismus ent­halte. Zum Schlüsse sprach sich der Redner für eine Politik der Besonnenheit und der ernstesten Verantwortlichkeit aus, die stets nur auf daS Wohl des Staates und des ganzen Volkes ge­richtet sein müsse, auch wenn tne Partei zu einer Regierung in Opposition stehe.

3m Anschluß an den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag fand eine längere Aus­sprache statt.

Gießener Wochenmarktpreise.

Gießen, 29. März. Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Kochbutter 100, Süß­rahmbutter 130, Landbutter 120, Matte 2530 Pf. das Pfund, Gier 8, Käse 510 Pf. das Stück, Wirsing (gelb) 1520, (grün) 25, Weißkraut 10, Rotkraut 1215, Gelbe Rüben 1012, Rote Rü­ben 1012, Spinat 2530, Unter-Kohlrabi 58, Grünkohl 15-20, Rosenkohl 25-30, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 5060, Zwiebeln 2022, Meer­rettich 3060, Schwarzwurzeln 2535, Kartoffeln 4,5, Aepfel 8-15, Birnen 10-12, Dörrobst 25- 30, Honig 4045, Rüsse 3540, Zunge Hähne 8090, Suppenhühner 70-80 Pf. das Pfund, Tauben 60 bis 70, Blumenkohl 3070, Galat 2530, Endivien 15-30, Ober-Kohlrabi 8-10, Lauch 5-10, Ret­tich 10-15, Sellerie 1040 Pf. das Stuck, Ra­dieschen 1520 Pf. daS Bund, Kartoffeln 3,80 bis 4,00, Weißkraut 6,00-6,50, Wirsing (gelb) 12,00-15,00, (grün) 20,00-22,00, Rotkraut 8,00 bis 9,00 Mk. per Zentner.

Bornotizen.

TageSkalender für Dienstag. Stadltheater: .Romeo und 3ulia", 20 bis gegen 23 Uhr. Cafö Leib, 20.30 Uhr, Vortrag über Gas und Feuer im Motor". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Meine Cousine aus Warschau" undRango".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, die Neu­inszenierung des TrauerspielsRomeo und Julia" von William Shakespeare. Spielleitung: der In­tendant. In den Titelrollen Beatrice Doering und Raimund S ch e l ch e r. Eine neuartige, für die Drehbühne eingerichtete Aufführung. 24. Vor­stellung im Dienstagabonnement. Morgen, Mitt­woch, bleibt das Theater wegen Vorbereitung der großen Operettenpremiere am Donnerstag, 31. März, geschloffen. Donnerstag, 19,30 Uhr, als 24. Vorstellung im Mittwochabonnement Morgen geht's uns gut!" Schlagcroperette von Hans Müller, Musik von Ralph Dcnatzki, dem Komponisten vonMeine Schwester und ich". In den Hauptrollen Heinrich Hub, der auch die Spielleitung hat, und Eva Herms als Gast. Musikalische Leitung Walter Moehl, tänzerische Gesamtleitung Ewald Däulke. Girls: Tanzgruppe Däulke, Solo: Ewald und Anni Bäulke. 3m Pro­gramm ist als Reuheit für Gießen eine Früh­jahrsmodenschau geplant. Beginn 19.30 Uhr, Ende nach 22 Uhr. Operettenpreise.

* Die Po st beziehet des Gießener Anzeigers erhalten die3llustrierte" erst heute.

*' D i e Ofterfeiertage erfüllten am ersten Sage mit feinem schönen Frühlingswetter die Erwartungen, die man hinsichtlich des Ausslugs- verkchrs allgemein an die Feiertage geknüpft hatte. Dagegen brachte der gestrige zweite Sag, nach dem Witterungsumschlag in der vorher­gehenden Rächt, den von den Landwirten und Gärtnern herbcigesehnten Frühlingsregen, für die Ausflugslustigen und die 3nhaber der Ausflugs- gaftorte aber eine Enttäuschung da bei dem regnerischen Wetter der rege Wandererverkehr vom ersten Feiertage keine Fortsetzung fand. 3n den Kirchen waren die Gottesdienste an beiden Feiertagen gut besucht. Der Reiseverkehr auf der Reichsbahn war vor dem Feste am Gründonners­tag lebhaft, dann flaute er ab und erreichte erst am gestrigen zweiten Feiertag abend wieder grö­ßeren Umfang. Die Züge wurden verstärkt ge­fahren. Vollkommenen Ofterfrieben hatte erfreu­licherweise auch die Polizei zu verzeichnen, ebenso die Eanitätswache, Die an keinem der Feiertage in Anspruch genommen wurden.

' Personalien. Auf Grund der hessischen Sparverordnung tritt am 1. April der Ministe­rialdirektor im,Ministerium für Kultus und Dil- dungswesen, Otto Ur st ad t, in den Ruhestand. Auf Grund des Altersgrenzegesetzes toirb am

1. Mai der Kreisdirektor Leopold d. W e r n e t in Grbach ebenfalls in den Ruhestand treten.

ee Mandatsveränderung im Stadt» rat. An Stelle deS verstorbenen Stadtratsmit- gliedeS Redakteur Friedrich Vetters ist Frau Helene K r ö ck als neues Mitglied in den Gieße­ner Stadtrat eingetreten.

" Dienstjubiläen bei der Reichs­bahn. Dieser Tage konnten Reichsbahnzugführer Gottfried Loh beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Dutenhofen, auf eine 35jährige. Reichsbahn- sekretär Philipp Pauly bet der Güterabferti­gung Gießen, wohnhaft in Gießen, Reichsbahn- assistent Friedrich 3 u n g beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Klein-Linden. Reichsbahnassistent Wilhelm Lang beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Watzenborn-Steinberg, und Reichsbahnzug­schaffner Heinrich HeibertShausen beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Daubringen, auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zu­rückblicken. Die Reichsbahnverwaltung ließ den 3ubilarcn von den Leitern des Bahnhofs und der Güterabfertigung Glückwunschschreiben über­reichen. Von den Mitarbeitern wurden den 3ubi- laren zahlreiche Ehrungen zuteil.

Die Zigarrenpreise können nicht mehr gesenkt werden. Vom ReichSver- band Deutscher Zigarrenhersteller, Bezirksgruppe Hessen-Unterfranken, wird uns mitgeteilt: 'Der Preiskommissar hat die Zigarrenpreise nachkon­trolliert. Mit einem Brief vom 22. März an den Reichsverband Deutscher Zigarrenhersteller G.V. stellt Dr. Goerdeler fest, daß er sich nach eingehender Prüfung der Sachlage entschlos­sen habe, keinerlei Maßnahmen zur Senkung der Preise für Zigarren durchzuführen. Das ist eine amtliche Bestätigung, daß die Zigarrenpreise an ihrem niedrigsten Stand angelangt sind und daß mit einem weiteren Dilligerwerden der Zigarren nicht zu rechnen ist.

Großfeuer in Grebenau.

Grebenau (Kreis Alsfeld), 29. März. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Eine gewaltige Feuersbrunst, der drei Wohnhäuser und zwei Scheunen zum Opfer fielen, brach heute gegen 5 Uhr in un­serem Orte aus. Die Flammen, deren Ausgangs­punkt bis jetzt noch nicht genau bekannt ist, ver­breiteten sich mit ungeheurer Schnelligkeit über das Wohnhaus und die Scheune deS Land­wirts Heinrich Spohr, das Wohnhaus und die Scheune des Landwirts Georg Müller und über das Wohnhaus des Schneider­meisters Kranz. Sämtliche Gebäude, die einen zusammenhängenden Baublock bilden, brann­te n vollständig nieder. Am schwersten betroffen wurde der Landwirt Müller, dem mit dem Wohnhaus auch das gesamte Mo­biliar verbrannte, während es der Fa­milie selbst nur mit Mühe gelang, gerade noch das nackte Leben zu retten. Mit den Scheunen der Landwirte Spohr und Müller sind die Heu - und Strohvorräte und die in den Scheunen untevgebrachten landwirt­schaftlichen Maschinen den Flammen zum Opfer gefallen, ferner vecbr nnten von dem Viehbestand deS Landwirts Müller eine Ziege und sämtliche Kaninchen, während eine Kuh so schwer zu Schaden kam, daß sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch eingehen wird. DaS Mobiliar des Schneidermeisters Kranz und des Landwirts Spohr konnte gerettet werden, ebenso der Viehbesitz des Landwirts Spohr. Da­gegen sind dem Schneidermetster Kranz sämt­liche Hühner und der ganze Bestand seiner Kanarienzucht in den Flammen umgekom­men. Zur Bekämpfung deS gewaltigen Brandes waren neben der Ortsfeuerwehr die Wehren von Dieben, Wallersdorf und GulerSdorf, sowie die Motorspritze von Alsfeld am Brandherd. Gegen 8 Uhr war es gelungen, den Brand zu lokalisieren. Der Schaden ist sehr groß. Die Entstehungsursache des Feuers ist bis jetzt noch nicht bekannt.

Straßenbau

im freiwilligen Arbeitsdienst.

I Ober-ßaiS, 26. März. Der freiwil­lige Arbeitsdienst soll nun auch in un­serer Gemeinde in Gang kommen. Mit seiner Hilfe soll ein seit 3ahren gehegter Plan, der wegen Mangel an Mitteln immer wieder zurückgestellt werden mußte, endlich zur Durchführung kommen. Es handelt sich um die Chaussierung der Hohen Straß e, die auf dem Höhenrücken zwischen Lais- und Hillersbachtal hinzieht und ein Stück einer uralten Fernverbindung Frank­furt FuldaThüringen darstellt. Die Chaussie­rung dieser Straße wird nicht nur den anliegen­den Grundbesitzern aus Ober-Lais und Glas­hütten zugutekommen, sondern auch eine neue, wertvolle Verbindung beider Orte mit Ortenberg Herstellen. Zur Ausführung der Arbeit, als deren Trager die Gemeinde Ober-Lais und daS hessische F o r ft a m t Konradsdorf gemeinsam erscheinen, haben sich bereits 44 Leute gemeldet.

Rundfunkprogranim.

Mittwoch, 30. März.

7.20 Uhr: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Schul- fünf. 12.05: Konzert auf Schallolatten. 13.05 (von Köln): Mittagskonzert. 15.15 bis 16: Stunde der Jugend. 17: Baden-Baden: Konzert des Städtischen Orchesters. 18.40:Der Iugendstiel ist nicht mehr lächerlich", Vortrag von Dr. Hermann Gunders- Heimer vom Kunstgewerbemuseum Frankfurt a. M. 19.05: Mannheim:Rechenknisse, luftiges und vor­teilhaftes Rechnen", Vortrag von Dr. Karl Men- ninger, Heppenheim a. d. B. 19.35: Unterhaltungs­konzert. 20.05: Länder-Querschnitt: Italien. 21.35: Der tapfere Kassian, Singfpicl in einem Aufzug von Arthur Schnitzler. 22.15 (von Berlin): Zeit­bericht. Die Arbeitslosigkeit in USA.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Mittwoch, 30. März. 19.30 bis 22.30: ,A)thello". Donnerstag, 31., 20 bis gegen 23:Hoffmanns Erzählungen". Freitag: 1. April: Geschlossen. Samstag, 2., 19 bi« nach 22.45:Der Rosenkavalier".

Schauspielhaus. Mittwoch, 30. März, 19 bis 23 30:Faust", 1. Teil. Donnerstag, 31M 19 bis nach 23:Wallenstein". Freitag, 1. April, 20 bis gegen 22.30:Caramba! oder Dolores und die Parallelen". Samstag, 2., 20 bis gegen 23:Der Raub der Sabinerinnen",