„Das Reich hält zu Ostpreußen."
Reichswehrminister Groener wamt Polen und Litauer.
Königsberg, 28. März. (TU.) Die „Königsberger Allgemeine Zeitung" brachte in ihrer Osterausgabe eine hochbedeutsame Erklärung des Reichs- wehrministers Groener unter der Ueberschrift: „Das Reich hält zu O st preuße n." Der Minister erklärt dann, die memelländische Frage sei eine Angelegenheit, der man mit heißem Herzen, aber klarem Kopf gegenüberstehe. Deshalb werde eine friedliche Lösung gesucht. Aber unsere friedliche Einstellung sei keineswegs ein Eingeständnis der Schwäche. Die deutsche Politik werde, wie es Brüning kürzlich unzweideutig zum Ausdruck gebracht habe, in ihrem Kampf um das Recht keinen Schritt zurückweichen. Sie werde im Einklang mit Gesetz und Vernunft ihre ganze Kraft dafür einsetzen, daß Ostpreußen dem Reich erhalten bleibe.
Der Minister fuhr dann fort: Ich verstehe das Gefühl der Vereinsamung und Bedrohung, das in Ostpreußen angesichts seiner isolierten Lage und angesichts des ungeheuren Mißverhältnisses zwischen unserer militärischen Macht und den Rüstungen unserer Rachbarn herrscht. Ich weiß, daß gerade in letzter Zeit die Besorgnis um sich gegriffen hat. Ostpreußens Bedrohung steige von Tag zu Tag. Ich unterschütze diese Defa h r nicht. Aber auch hier gilt es. ruhig Blut zu bewahren, denn wir wissen, Ostpreußen ist nicht schutzlos fremden Machtgelüsten preisgegeben. Für diese Provinz sorgt zunächst der dort stehende Teil des deutschen Reichsheeres. Deren Schuh und der gesicherten Verbindung mit dem Reich dient ferner die R e i ch s m a r i n e. unterstützt von einer Bevölkerung, die Gut und Blut für die Verteidigung der Heimaterde einzusetzen bereit ist.
Auf jeden Fall bedeutet die Abwehrkraft O st Preußens für jeden Angreifer ein starkes Risiko des Mißerfolgs.
Denn darüber soll Klarheit herrschen: Ein feindlicher Einbruch in O st Preußen, unter welchem Vorwand er auch erfolgen mag. stößt nicht auf passiven, sondern auf aktiven Widerstand und dieser Widerstand beschränkt sich nicht auf den Osten, sondern er wird getragen sein von der ganzen moralischen und materiellen Kraft des deutschenVol- k e s, das in dieser Lebensfrage der Ration über alle Partei schranken hinaus einig zusammenhält. Das ist auch der Sinn der Erklärung des Herrn Reichspräsidenten, die er vor Monatsfrist an den Provinzialausschuß gegeben hat."
Das Oirschauer deutsche Gymnasium unterdrückt.
D i r s ch a u , 28. März. (WTD.) Eine Öfter» Überraschung besonderer Art hat das polnische Kultusministerium der deutschen Bevölkerung in Dirschau und Umgebung bereitet. Auf den Einspruch des Direktoriums gegen die Schließung des deutschen Gymnasiums in Dirschau hat jetzt das Kultusministerium als letzte Derwaltungsinstanz dem Direktor durch das Thor- ner Kuratorium einen endgültigen abschlägigen Bescheid zukommen lassen. Die letzte Hoffnung der deutschen Eltern ist jetzt die Beschwerde beim Völkerbund, die in dieser Angelegenheit bereits anhängig gemacht worden ist.
Das Britische Weltreich.
Irland.
Republikanische Osterkundgebungen gegen die englische Herrschaft.
Dublin, 28. März. (Reuter.) Zur Erinnerung an den Auf st and von 1916 fanden am Ostersonntag in allen größeren Städten des irischen Freistaates große Kundgebungen der irischen republikanischen Armee statt, an denen jedoch keine irischen Regierungsmitglieder teilnahmen. In Dublin allein beteiligten sich an den Kundgebungen 15 000 Personen. Sie marschierten in militärischen Formationen mit Offizieren an der Spitze jeder Abteilung. Auf die republikanische Armee folgten die republikanischen Pfadfinder und anschließend die republikanischen Frauenverbände. Tausende von Menschen sahen dem Schauspiel zu. Auch in Allster wurde eine geheime Kundgebung ab- aehalten, obgleich die nordirische Regierung sie streng verboten hatte. Auf allen Veranstaltungen wurde eine Kundmachung des republikanischen Armeerates verläsen, die sich in scharfen Worten gegen die englische Herrschaft wendet und die Errichtung einer freien irischen Republik fordert. Die Rotwendigkeit für das Bestehen der republikanischen Armee, so heißt es in der Kundmachung u. a., sei so lange gegeben, wie Irland gezwungen sei, ein Mitglied des englischen Weltreiches zu bleiben. Cs sei die Pflicht aller Republikaner, den englisch-irischen Vertrag zu beseitigen. Die Jugend wird aufgefordert, die Führung zu ergreifen, die Verbindung mit dem mörderischen Imperialismus zu durchbrechen und die Macht den Händen derjenigen zu entreißen, die diesen Imperialismus verewigen mochten.
De Vglera hat dasWeekend in Dublin verbracht und die Antwort an die britische Regierung entworfen. Wie verlautet, wird er darin erklären, daß die irische Regierung den Treueid gegenüber dem König von England als eine rein inländische, sozusagen häusliche Angelegenheit ansehe, und daß seine Abschaffung keineswegs eine Verletzung des Vertrages mit England bedeuten würde. Indessen besteht Grund zu glauben, daß man hinsichtlich der Iahreszah- l u n g e n zu einem Kompromiß gelangen werde.
Malta.
Verstimmung übereine italienischeDrohrede
Malta, 25. März. (WTB.) Eine Rede des italienischen Unterstaatssekretärs des Innern G i u n t a hat in hiesigen enalischen Kreisen Erregung hervorgerufen. In der Ansprache, die Giunta vor An- gehör säender maltesischen Faschisten- organisation hielt, sagte er, offensichtlich unter Bezugnahme auf den Entschluß der britischen Regierung, Italienisch als Lehrfach in den Gemeindeschulen aufzugeben, ipß England den Faden nicht zu sehr anspannen sollte; sonst würde er reißen, und alle Kanonen der Welt, alle Flotten und alles Geld würden nicht ausreichen, die Erhebung eines Volkes zu verhindern. „Einst, als ich noch ein Junge war", so fuhr er fort, „sah mich ein alter Mann die Fenster eines österreichischen Gebäudes in Triest durch Steinwürfe zertrümmern. Er riet mir, von meinem Vorhaben abzustehen, denn Italien habe keine Flolle, keine Soldaten und kein Geld, um Krieg zu führen, und Oesterreich-Ungarn sei zu stark. Niemand war damals da, ihm zu sagen, daß innerhalb von 14 Jahren dieses Reich verschwinden würde."
Aus aller Welt
legt. 2m einzelnen hat sich die Regierung bereite erklärt, den Theatern in Paris ein Drittel und m der Provinz einViertelihrerStaats- steuern zu erlassen, was 5,5 bzw. 3 v. H. der Gesamtsteuerlasten ausmacht. Die Lichtspieltheater ihrerseits erhalten einen Kredit von 12 Mill. Franken, der unter die in Schwierigkeiten geratenen Unternehmungen verteilt werden soll. Die den Theatern gewährten Erleichterungen beziehen sich auch auf die Konzertunternehmungen, wahrend die Kabaretts und Varietes nicht berücksichtigt worden sind. Diese von Tardieu bewilligten Maßnahmen bedürfen noch der Zustimmung der Kammer.
Erdbeben in Serajewo.
Serajewo (Bosnien) ereigneten sich am Ostersonntag im Verlauf von mehreren Stunden ' uu/ f.chw ere Erdstöße. Die Erdstöße wa° ren schließlich so stark, daß die Bevölkerung in Angst auf die Straße stürzte, um sich int Sicherheit zu bringen. Außer zahlreichen Sprüngen und Rissen in den Mauern wurde jedoch kein Schaden angerichtet. Der Herd des Erdbebens li^t ungefähr 20 Kilometer nördlich von Sera- jetoD.
Bund ongeslellier Akademiker lechnisch-nalurwissenschaftlicher Berufe.
. Ze*: "^d angestellter Akademiker technisch-na- ttrrwissenschaftlicher Berufe E V. hielt dieser Sage in De^in seine 13. ordentliche Sprecher- hnmnVL q5l^Ftiaaat Dr. Wankelmuth ßom Relchsarbeitsmimsterium gab einen Äeber- blick über die gesamte Sozialversicherung unter ^twrhebung der Probleme, die für den angestell- ten Akademiker von besonderer Bedeutung sind. Der Korreferent Dr. Ruben behandelte vor allem die Fragen, ine für den vom Bunde vertretenen Derufskrers von aktuellstem Interesse geworden st"ö. Dre angestellten Akademiker fordern ihre grundsätzliche Herausnahme aus der gesetzlichen §I?^nversicherungspflicht; die Zulassung von Ersatzkassen für die akademischen Berufe, und für Me Angestelltenverslcherung vordringlich eine an- B^fex?*rabrc$un9 der geltenden Verfiche-
fvrdert dringend eine befriedigende Reugö-
„(Braf Zeppelin" auf bet Rückreise.
Wie die Hamburg - Amerika - Linie mitteilt, passierte das Luftschiff „Graf Zeppelin" auf ferner Rückfahrt von Pernambuco Dienstagmorgen um 8 Uhr (MEZ.) Kap de Creus, nordöstlich von Barcelona. Rach einer soeben aus Buenos Aires bei der Deutschen Lufthansa in Berlin eingetroffenen Meldung ist die Post des „Graf Zeppelin" in Pernambuco von ?em..’™t.,I’er Lufthansa in Verbindung stehenden brasilianischen Condor-Syndikat übernommen und rn durchgehendem Tag- und Rächt- entlang der südamerikanischen Küste nach Buenos Aires befördert worden. Die Landung des Condor-Flugzeuges erfolgte am Freitag um 15.30 Uhr, so daß sich also für p t e $ o ft 5 u ft e H u n g auf der Strecke Deutschland-Buenos Aires die neue Rekordbeförde- rungszeit von 4V2 Tagen ergibt.
Schweres Verkehrsunglück in Hamburg.
■Samstag versuchten Kommunisten in Eimsbüttel 3u demonstrieren. Beim Hellkamp wurden Beamte dec Staatspolizei hart bedrängt. Herbeieilende Ord- nungspoliz.sten zerstreuten die Ansammlung. An der Ecke Osterstraße und Schulweg ereignete sich ein soigenichwerer Unfall. Auf noch nicht geklärte Weise wurden hier mehrere Personen, und zwar Bolgh und deren zehnjähriger Sohn, wohnhaft Eichenstraße, sowie eine Schwester der Frau Bolgh durch einen Streifenwagen der Ordnungspolizei, dessen Besatzung den Kriminalbeamten zur Hilfe zu kommen hchte a n - ?/f x ^„^"jöhrige Sohn und die Schwe- ster der Frau Bolgh wurden getötet. Der Ehemann Bolgh erlitt schwere innere Verletzungen, während Frau Bölgh anscheinend unverletzt blieb. Bei dem starken Bremsen des Polizeiautos stürzte der Oberwachtmeister Vaul- sen vom Trittbrett und erlitt so schwere Verletzun- aen, daß er auf dem Transport in ein Kranken- Haus starb. Eine eingehende Untersuchung ist im Gang.
kein Thealerskreik in Frankreich.
Der für den 29. März angekündigte Gene- rnNtreik der französischen Theater und Lichtspielhäuser ist in letzter Stunde a b g e b l a s e n toorbem Zwischen der Regierung und den interessierten Kreisen wurde nach langen Verhandlungen ein provisorisches Abkommen getroffen, das den Konflikt wenigstens vorläufig bei-
staltung des Patentgesetzes, das Verbot entschädi- gungsloser Konkurrenzklauseln und gesetzliche Maßnahmen gegen unberechtigte Eingriffe in laufende Individualverträge; Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für die stellungslosen technischen Akademiker und den akademischen Rachwuchs sowie Eindämmung des unnatürlichen Zustroms zu den Hochschulen und Universitäten durch verschärfte Auslese schon auf den Unterstufen der höheren Schulen und eine zweckmäßige Reform des Hochschulwesens.
Beim Boxkampf getötet
2n Aalborg wurde bei einem internationalen Boxkampf der finnische Leichtgewichtsmeister Wäkewä getötet. Sein Tod dürste auf einen Kinnhaken zurückzuführen sein.
Line Zuschauertribüne während eines Rugbyspieles eingeäschert.
Am Karfreitag wurde die große Tribüne auf dem berühmten Headingley-Fußball- platz bei Leeds während eines Rubyspieles innerhalb einer Stunde völlig in Asche gelegt 300 Menschen muhten sich in größter Eile in Sicherheit bringen. 13 000 Menschen sahen dem Schauspiel zu. Cs gelang, eine Panik zu verhindern. Das Spiel mußte schließlich abgebrochen werden.
Lin Schmuggler erschossen.
Als am Morgen des ersten Ostertages b ci Strählen (Reg.-Bez. Düsseldorf) ein verdächtiges ^vchmugglerauto trotz verschiedener Halte- signale die Fahrt fortsetzte, wurde es von Zollbeamten beschossen. Die Beamten setzten dann dem Auto auf Rädern nach und fanden es etwa einen Kilometer entfernt haltend. Vor dem Auto lag ein junger Mann tot, durchbohrt von den Kugeln der Gendarmen. Der zweite Fahrer hatte sich davongemacht. Im Wagen wurden etwa zehn Zentner aus Holland eingeschmuggelter Kaffee und Tabak gefunden.
Auf der Spur des Lindbergh-Vabys.
„Rew Vork Rews" weiß zu melden, daß ein Pastor mit den Entführern des jungen Lindbergh in Verbindung stehe. Das Kind soll sich an Bord eines Dampfers, der vor Rorfolk liegt, befinden.
Eine ägyptische Schule eingeflürzt.
In Shebinelkvm stürzte das Dach einer Schule ein. 32 Schüler und Schülerinnen wurden unter den Trümmern begraben. Dis jetzt wurden drei von ihnen als Leichen geborgen. Viele wurden schwer verletzt.
In den Flammen ums Leben gekommen.
In Desingheim (Württemberg) brach in einem Zweifamilienhaus ein Brand aus, bei dem die 32 Jahre alte Frau des Arbeiters R. Joos, die Mutter von sechs Kindern ist, in den Flammen ums Leben kam.
19 Todesopfer des Osterverkehrs in Frankreich.
Der starke Ausflugsverkehr an den Osterfeier- tagen hat wie alljährlich in ganz Frankreich zahlreiche Verkehrsunfälle zur Folge gehabt. Rach den bisherigen Meldungen sind 19 Personen ums Leben gekommen und 60 schwer verletzt worden.
Am Gartenzaun aufgespieht.
In W i e s b a d e n ist der zwölfjährige Schüler rxranz Pfau beim Ueberklettern eines Zaunes des Vorgartens ausgerutscht und in eine Stocketenspitze gestürzt, die den bedauernswerten Jungen regelrecht aufspießte. Schwerverletzt wurde der Verunglückte nach dem Krankenhaus ge- bracht. «
Bor Antritt seines Urlaubs quittierte Sator drtt von der Post übernommene größere Summe, di» nacb München Überwiesen werden sollte. Di» Rückbestätigung an die Post von München aus. die in der Zeit der Abwesenheit Sators hätto erfolgen müssen, blieb aber aus. Aus diese Weise kamen die Unterschlagungen ans Licht. Eine Reihe von Leuten soll dem Sator eine große Zahl Gefälligkeitswechsel im Laufe der letzten Jahre unterschrieben haben, die bei Verfall immer wieder prolongiert wurden. Zuletzt bestand aber diese Prolongation und auch die Diskontmöglichkeit nicht mehr, so daß man annimmt, daß Sator au« diesem Grunde die Unterschlagungen beging. Die Summe von 50 000 Mark soll übrigens aus vielen einzelnen Unterschlagungen herrühren, die zum Teil schon längere Zeit zurückliegen.
Kunst und Wissenschaft.
Abschluß der Goelhe-Gedächlniswoche in Weimar.
Mit einer der bereits zur Tradition gewordenen „ Faust"-Aufführungen unter der Spielleitung des Generalintendanten Dr. F. Tllbrich sand die Goethe-Gedächtnis-Woche am zweiten Osterfeiertag ihren Abschluß. Dis zuletzt wurden die Veranstaltungen, sowohl den^^eatervorstel- lungen als auch den Vorträgen, dieser Huldigung für Deutschlands größten Dichter, lebhaftes Interesse entgegengebracht, wie der in unverminderter Stärke anhaltende Fremdenzustrom beweist. Drei Höhepunkte ragen vor allem hervor: die Gastspiele „Tasso" des Wiener Burgtheaters, „Die natürliche Tochter" der Dresdener und der „Faust" des Deutschen Rationaltheaters in Weimar.
haydn-Feier in Rohrau an bet Leith.
„Die Reihe der in Oesterreich geplanten Feierlichkeiten anläßlich der 200. Wiederkehr des Geburtstages Joseph Haydns wurde von der Bundesregierung und den beiden Ländern R i e- derö st erreich und Burgenland mit einer Feier in Rohrau an der Leith, dem Ge - burtsort Haydns, eingeleitet. Rach einem Festgottesdienst begaben sich die Teilnehmer zum Geburtshaus Joseph Haydns, wo Bundespräsident Miklas in einer Ansprache das fünft* tusche Schaffen Joseph Haydns charakterisierte. Dann folgte die Enthüllung eines Porträtreliefs am Geburtshaus Haydns. Hierauf sprach Bundeskanzler Dr. Bure sch im Rarnen der österreichischen Bundesregierung. Rach einer Ansprache des Tlnterrichtsministers begaben sich die Festteilnehmer vor das Denkmal Joseph Haydns, wo der Bundespräsident im Ramen der Republik Oesterreich einen Kranz niederlegte.
Der hat bas Pyramibon erfunben?
Aus Anlaß einer Meldung, in der der verstorbene Professor Karl Spiro als Erfinder des Pyramidons bezeichnet wurde, weist die I. -G. - Farbenindustrie A. - G. darauf. hin, daß das Pyramidon nicht von Profess or Spiro, sondern von dem Chemiker Dr. Friedrich Stolz erfunden worden ist, der diese Erfindung als Angestellter der damaligen Farbwerke vorm. Meister, Lucius und Brüning gemacht hat. Dr. Stolz lebt gegenwärtig in Frankfurt a. M.-Höchst im Ruhestand. — Prof. Spiro hat sich mit Geheimrat Fi lehne seinerzeit mit der pharmakologischen Prüfung der Stolzschen Erfindung befaßt, und diese Herren haben sich hierbei, wie auch bei der Einführung des Pyramidons, sehr verdient gemacht.
Zusammenstoß
zwischen Eisenbahnzug und Lastkrastwagen.
Sonntag, gegen 4 Uhr, für ein Auto mit Anhänger durch die unverschlossene Schranke in die Rähe der Station Emmendingen. Der Lastkraftwagen wurde von der Lokomotive eines von Freiburg kommenden Zuges 'erfaßt und vollständig z e r t r ü m m e r t. Der Wagenführer May wurde schwer verletzt, der Beifahrer Aug. Kaufmann auf der Stelle getötet. May wurde in die Freiburger Klinik geschafft, ist aber bald nach feiner Einlieferung gestorben. Der Schrankenwärter. der die Schranke nicht geschlossen hatte wurde verhaftet.
Der Walfischfang in der Elbmünbung.
Am Karfreitag wurde, wie bereits kurz berichtet, >n der Elbmündung ein Walfisch von über 8 Meter Länge gefangen, der das stattliche Gewicht von etwa 12 000 Psund ausweist. Der Koloß wurde nachHamburg weitergeschleppt, wo er von Tausenden von Zuschauern erwartet am Samstagmorgen eintraf. Es handelt sich um ein mittelgroßes Exemplar des Blau- oder Finnwals, der sich nur äußerst selten bis in die Gewässer der Nordsee verirrt. Taucher Sievers, der die Bergung des Wales vorgenommen hatte, trat sofort mit der Hamburger Fischereidirektion, chwie mit den Firmen Hagenbeck und Umlauf in Verbindung. Bisher sind jedoch Abschlüsse über die Verwertung des Wales noch mit keinem der Interessenten getätigt worden. Der Wal wird zunächst abgehäutet werden, um später das Gerippe präparieren zu können.
Der Erfinder der Ansichtspostkarte gestorben.
In Göttingen ist der Buch- und Papierhändler Heinrich Lange, der älteste Buchdrucker der Stadt, im Alter von 84 Jahren gestorben, nachdem er bis in die letzten Tage sein Geschäft gemeinsam mit seinem Sohn geleitet hat. Das „Göttinger Tageblatt" bemerkt dazu: „Nicht alle Göt- tiger wissen, daß der Verstorbene der Vater der Ansichtspostkarte war. Als Generalpostmeister Stephan die Postkarte in der Reichspost emfuhrte, war Heinrich Lange der erste, der die Postkarte mit Bildern und Glückwünschen zu den verschiedenen Anlässen versah. Er hat damit eine Industrie ins Leben gerufen, die esnen ungeheueren Aufschwung erhielt und unge- zahlten Tausenden in der ganzen Welt Arbeit und Verdienst verschaffte."
Schwere Unterschlagungen eines Reichsbankvorstandes.
Fnlenbcrrs am Main wurde der 38 Jähre alte verheiratete Reichsbankvorstand r 2** vator verhaftet und ins Unter- suchungsgesangnis des Landgerichts Aschaffen- & Summe be-
S bisherigen Stellungen auf
Mark. Sator ist als Reichsbank- beamter feit dem Jahre 1919 in der Reichsbank- ft in 2KiIten6erg tätig, der er als Amts- letter Vorstand. Die Aufdeckung der Hnterfchla- Mngen erfolgte in der Abwesenheit des Beamten. Gr hatte vor fünf Wochen einen vierwöchigen er vor acht Tagen zuruck- cchrt, wurde er svfvrt vom Dienst suSpenl^ert.
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Wettervoraussage.
Der durch das Atlantiktief über West- und Mitteldeutschland vollzogene Witterungsumschlag dehnt sich auch auf den östlichen Teil des Reiches aus. Vorerst dauert der Störungseinfluß noch fort, denn eine weitere Staffel milder ozeanischer Luft mit Niederschlägen bringt vor. Der Warmluft folgt später etwas kühlere nach, in deren Begleitung der Wit- terungscharakter wechselhaft bleibt und die Bewölkung teilweise zurückgeht. Unter mehr westlichen Winden wird dann wieder leichte Auffrischung einsetzen und Niederschläge werden mehr die Form von Schauern annehmen.
Aussichten für Mittwoch: Bei südwestlichen Winden mildes, meist neblig-wolkiges Wetter mit zeitweisen Niederschlägen.
Aussichten für Donnerstag: Wechselnd wolkig mit kurzer Aufheiterung, noch mild, aber im ganzen etwas frischer, Regenschauer, um West drehende Winde.
Lufttemperaturen am 28. Mürz: mittags 7,9 Grad Alsius, abends 5,7 Grad; am 29. März: morgen» 4,1 ©rab. Maximum 8,2 Grad, Minimum 4,1. — er&tempcraturen in 10 cm Tiefe am 28. März: Abends 4,9 Grad; am 29. März: morgen- 4A Grad CelstuL, Ä MederichKg« 1F mvr» ” W


