Oberheffen.
Lanotrcis (Wcften.
ch Rödgen, 28. Jan. Am Dienstagnachmittag wurde die 5 e I ö - und a l o i q g u Oec Gemeinde, die 71 Hektar Wald und 340 Hektar Feld umfaßt, auf weitere sechs Jahre verpachtet. Der PachtpreiS beträgt 460 Mark, seither 700 Mark. Pächter wurden zwei Herren aus Gießen.
ch Vollbringen, 27.Jan. Am Sonntag hielt der Grieger- und Schühenverein seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Wilhelm WaltherVII. begrüßte die Mitglieder und gedachte des ehrwürdigen Reichspräsidenten v. H.ndenburg. sowie der verstorbenen Kameraden, deren QIniXcntcn wie üblich geehrt wurde. Für seine 50jährige treue Mitgliedschaft erhielt der Polizcidiener i. R. Karl Schäfer!, die entsprechende Auszeichnung der „Hassia" durch den Vorsitzenden überreicht. Die Mitgliederzahl hat im vergangenan Vereinsjahre wieder eine Zunahme erfahren. Die Rechnung, die von dem Rechner Ludwig Dort!, vorgctragen wurde, ergab einen kleinen Heberschuß. Vom neuen Jahre ab ist dem Kriegerverein der bereits bestehende Schühenverein angegliedert worden. Der Verein führt nunmehr den Ql amen „Krieger- und Schützen- verein Daubringen". Die Wahl des Vorstandes brachte folgendes Ergebnis 1. Vorsitzender Wilhelm Walther VII., 2. Vorsitzender Heinrich Mohr, Schriftführer Joh. Reif, Rechner Ludwig Dort!., Beisitzer Ludwig Jung, Heinrich Kraushaar, Ludw. Mohr I., Hch. Dierau (letzterer als Vertreter des Schühenvereins), Vereinsdiener Karl Frey. — Dieser Tage fand hier die einzige Versteigerung des Drenn- und Ruhholzes statt. Vs wurden bezahlt für je zwei Raummeter: Kiefernrundscheit 10 bis 12, Kiefernknüppel 8 bis 9, Tannenknüppel 6 bis 8, Eichenknüppel 6 bis 7 und Erlenknüppel 6 bis 7 Mark, Dchichthausen kosteten durchschnittlich 5 bis 7 Mark, Kiefernreiser 2 bis 3, Vuchenreiser 8 bis 10 Mark je fünf Raummeter. Fichtenstangen 1. Kl. wurden das Stück mit 2, 2. Kl. bis zu 1,50, 3. Kl. mit 0,80 bis 1,00 Mark bezahlt.
LI Großen-Linden, 27. Jan. Am Sonntag fand die Hauptversammlung des Eisen- bahnVereins Großen-Linden und Umgegend statt. Den Jahresbericht erstattete der 1. Vorsitzende, Reichsbahnsekretär SPehrer. Dem Bericht war u. a. zu entnehmen, daß in neun Fällen kranke oder erholungsbedürftige Mitglieder oder deren Angehörige durch die Bezirksfürsorge in Heilstätten und Kurorten Aufnahme fanden und daß von der Bezirksfürsorge hierfür rund 1280 Mark Zuschüsse geleistet wurden. Der Kassenbericht ergab ein günstiges Bild, dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die sahungsgemäß ausscheidenden Dorstandsmitglieder, 1. Vorsitzender Spehrer, Rechner Keßler, Beisitzer Volk, Viehmann, Friedrich i^nd Grimmel, wurden wiedergewählt. Folgenden Mitgliedern, die auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken können, wurden Ehrenurkunden überreicht: Oberbahnhofsvorsteher Langsdorf, Stellwerksmeister Feller, Rangieraufs. her Zörb, Loh,Dop f. Weichenwärter Arnold. Hoßbach und Zugschaffner Georg Jung I.
# Riede, -Bessingen, 27. Jan. Dieser Tage hielt der hiesige Garten, und Obftbau- verein Im Gasthaus Latz seine erste ordentliche Generalversammlung ab Rach Bekanntgabe des Ge- schäfts- und des Kassenberichtes wurde der seitherige Vorstand iEmil Zimmer 1. Vorsitzender, E. Pein II. Schriftführer und Karl Maul, Rechner und Kassierer) einstimmig auf drei Jahre wiedergc. wählt. Im Mittelpunkt der Versammlung stand ein Vortrag mit Lichtbildern, den Landwirtschaftsrat Dr. Lehr (Lich) über das Thema: „Wie erziele ich eine Ertragssteigerung in Obst- und Gemüsebau^ hielt. Der Redner ging auf die Bedeutung der Oua- litätsware, auf Bodenbearbeitung, Schädlingsbekämpfung, marktmäßige Herrichtung der Ernte und verschiedene andere einschlägige Fragen ein. Der Vortrag fand ausmertsame Zuhörer.
o. Ober-Bessingen, 27. Jan. Der hiesige Ob st- und Gartenbauverein hielt am Samstag seine Generalversammlung ab. Rach der Rechnungsablage und der Entlastung des Vorstandes wurde über die für 1932 vorgesehene Arbeit im Verein lebhafte Aussprache geführt. Sodann kamen Obst- und Gartenbau-Erzeugnisse, Mittel zur Schädlingsbekämpfung, Fachliteratur usw. zur Verlosung. Der Verein will in diesem Jahre einen Versuch im Anbau von Marktsorten des Gartenbaues vornehmen.
Kreis Büdingen
i. Bobenhausen, 27. Jan. Rach einem Beschluß der Grundstückseigentümer soll das Feld- ber einigungsverfahren, das bereits vor Drei Jahren eingeleitet worden war, nunmehr e i n g c st e l l t werden. Da das Aufbringen der hohen Kosten fast unmöglich ist, sah man sich zu diesem Beschluß genötigt.
Kreis Schotten.
WSR. Gedern, 23. Jan. Der Vorstand des Landbundes in Gedern hat im Hinblick auf die gegenwärtigen Zeit e.-hä tnise beschlossen, bis auf we teres den Milchpreis auf 18 Pfennig ?r^.ßitcr und den Preis für die Butter auf 1 Mk. pro Pfund zu fenten.
Giarkeuburg.
Die Veruntreuungen beim Oberversicherungsamt Darmstadt
WS2k. Darmstadt, 28. Jan. 2m Anschluß an die Verhaftung auch der Ehefrau des wegen Unterschlagung in Untersuchungshaft liöcn.'cn Verwaltun. s ekretärs Franz Schalles vom Oberversicherungsamt wird bekannt, daß nach den bisherigen Feststellungen die unter- f ch la gene Summe etwa 100 000 Mark beträgt. Obwohl das Ehepaar ein recht verschwenderisches Leben führte, ist kaum anzuneh- men, daß dieser hohe Betrag restlos verbraucht ist. Man nimmt deshalb an, daß ein Teil des Geldes in Sicherheit gebracht ist. Die Ermittlungen werden fortgesetzt.
Preufeen.
Kreis Biedenkopf.
"WSR. Biedenkopf, 28. Jan. Von den im Zusammenhang mit den umfangreichen Ofendiebstählen auf der Ludwigshütte f e ft • genommenen neun Personen, die zur Zeit Im Gerichtsgefängnis in Marburg In Untersuchungshaft sitzen, sind nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen einige recht vielseitig auf dem Gebiete des Eigentumsvergehens
Wirtschaft.
Holzversteigerungs * Termine.
Samstag, 30. Januar.
Gemeinde Wißmar: Zusammenkunft bei Gastwirt Sfttenborf, 9.30 Uhr.
Hessisches Forstamt 6d)iffenbera: Zusammenkunft hi der Gastwirt Gg. Sommer VI. zu Watzenborn- Steinberg. 9 Uhr.
• Mainzer Aktien-Bierbrauerei, Mainz Die Generalversammlung genehmigte einstimmig die Regularien und beschloß die Verteilung einer Stammaktiendividende von 3 (13) Prozent. Auch die Einziehung von 300 000 Mk. im Besitz der Gesellschaft befindlicher eigener Aktien wurde nach kurzer Diskussion beschlossen.
Frankfurt ruhig.
Frankfurt a. M., 28. Jan. Tendenz: schwacher, Renten behauptet. Bereits am gestrigen Tage haben sich im Esfektenfrciverkehr von Bureau zu Bureau Anzeichen einer schwächeren Tendenz und eines ruhigen Geschäftes bemerkbar gemacht. Auch heute fetzte sich eine weitere Minderung des Kursniveaus durch, wobei man in der Hauptsache auf die Schwäche der internationalen Börsen verwies,' daneben machte sich auch eine gewisse Ermüdungserscheinung geltend. Die Spekulation nahm weitere Glattstellungen vor, denen keine Kauforders gegenüberftanben. Das nur in geringem Umfange herauskommende Material wurde glatt aufge- nonunen, doch bröckelten die Kurse Der Spezial- werte, so IG.-Farben, Reichsbank, Siemens und Schuckert bis zu 2,5 v. H. ab. Bei letzteren wartet man die seit gestern in Gang befindliche Auf- sichtsratssihung ab. An den übrigen Marktgebieten stellten sich etwa 1- bis l,5prozentige Verluste ein. Mehr gedrückt waren am Montanmarkt Mannesmann, die 2 v. H. verloren und auf dem ermäßigten Kursstand angeboten blieben. Die Umsahtätigkeit hielt sich allgemein in engsten Grenzen.
Am Rentenmarkt beobachtete man verstärktes Interesse für Reichsschuldbuchforderungen und Reichsbahn-Vorzugsaktien, die auf ihrer gestrigen Basis gesucht waren. Auch Goldpfandbriefe blieben gefragt und behauptet. Don Liquidations- Pfandbriefen zogen Frankfurter Hhp.-Liqul. erneut um 0,5 v. H. an, während Rhein. Hyp.Liqui. offeriert blieben und 0,5 v. H. niedriger lagen. Einiges bestand auch für Städte-Altbefihanleihen. Der übrige Anlagemarkt lag gefchästslos.
Auf eintreffende kleine Kauforders und aus festere Anfangsmeldungen pon den Auslandbor- fen zogen die Kurse am Aktienmarkt im Rachmittagsverkehr wieder leicht an. Heber das gestrige ermäßigte Riveau kamen sie aber nicht hinaus.
Am Rentenmarkt machte sich besonders nach Reichsaltbesih Rachfrage bemerkbar, die etwa 0,5 bis 0,75 v. H. anzogen. Auch Kommunal- und Städteanleihe erfreuten sich etwas regeren 3nter- effes bei leicht gebesserten Kursen. Eine merkliche Geschäftsbelebung war jedoch am Aktien-, wie am festverzinslichen Markt nicht zu verzeichnen.
Berlin fest.
B e r l i n , 29. Jan. (WTB. Funkspruch.) Nachdem schon gestern abend unter Führung von Spezialwerten eine kräftige Erholung eingetreten war, die zu neuen Höchstkurfen geführt hatte, blieb die Stimmung im heutigen Freiverkehr, trotz des schwächeren Reuyork und der Unsicherheit an den übrigen Auslandsbörsen, f e st. Das Geschäft kam zwar in Gang, war im großen und ganzen aber nicht umfangreich, da die Märkte wiederum nur sehr geringes Angebot zur Verfügung hatten. 1t lebhaftem Jntere.se wurden die politischen Ereignisse in Schanghai aufgenommen, im Voroergrunde der Äskussionen in den Bankbureaus stand aber die Frage über die zukünftige Gestaltung der deutschen Mark, die durch ein Gerücht, das von einer neuen Rotverordnung der Finanz- und Währungsfragen wissen sollte, aufgeworfen worden war. Dieses Gerücht ist anscheinend entstanden einmal durch den Wagemannschen Reform- plan, der augenb.icklich von den zuständigen Regierungsstellen geprüft zu werden scheint, und zum anderen durch eine gestern ftattgefuntene
vertrauliche Besprechung über die Form der beabsichtigten Dankensanierung. Jedenfalls war das Interesse für Aktien, und besonders für Spezialwerte, wieder vorhanden.
Während Banken, Schiffahrts- und Montan- papse.e wieder vernachlässigt lagen, zogen Kali- und Elektrowerte um 1 bis 2 Prozent an. Besonders die Elektronebenwerte waren wieder lebhaft gefragt. Heber 2 Prozent hinaus waren dann nur Spezialwerte unter Führung von Re chsbank und Farben gebessert- Aku gewannen z. B. 3 Prozent, Chade etwa' 4 Mk. und Reichsbankanteile selbst etwa 4 Prozent. Auch am Pfandbriefmarkt war die Tendenz freundlich, ohne daß jedoch die Goldpfandbriefe wesentliche Kurs- Veränderungen erfuhren. Kommunalobligationen begegneten dagegen wieder stärkerem Interesse und waren erneut etwa 0,5 Prozent gebessert. Auch Re'.chsschuldbuch waren etwa 0,5 Prozent höher als gestern, ebenso wurden Deutsche Anleihen zu gebesserten Kursen umgeseht. Reichsbahnvorzugsakt.en und Farbenbonds gewannen etwa 1 Prozent, Arbedbonds waren dagegen vernachlässigt.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H.
28.3anuar
29. Januar
Amtliche Notierung
Bmillche
Notierung
25rlci
®clD
Arie
Helsingsor» .
Wien
6.354
6,366
6,374
6.386
49.95
50,05
49,95
50,05
Prag
12,465
12,485
12,465
12,485
öubapefi . .
Sosia . .
56.94
57,06
56.94
57,06
3.057
3,06:
3,057
3,063
Holland
169,58
169,92
169,58
169,92
LSI»
78,82
79,87
78,91
78,92
79,08
Royenhagni.
80, i:
80,12
80,28
Stocldolm
81,12
81,2!
81,37
81,53
London
14.51
14.55
14.55
14,59
Buenos Äire«
1.043
1,041
1,043
1,047
Nennork
4,209
4,217
58,81
4,209
4,217
Brussel
58.69
58,71
58,83
Italien . .
21.08
21,12
21,08
16,57
21,12
Bark« . .
16,57
16.61
16,61
Schweiz
82,10
82,26
82,07
82,23
35,44
Spanien
35,36
35,4^
35,36
Danzig
82,07
82.23
81.97
82,13
Japan
Rir> ve ft an..
1,528 0.254
1,532
1.499
1,503
0,256
0.257
0,259
Jugoslawien. Lissabon
7,463
7.477
7.463
7.477
13.24
13 26
13,29
13,31
Banknoten
23trlln, 28.Januar
ffitio
»rief
itlmerilanische
Noten
4,20
4,22
Belgische Nokcn ...
58,55
58,79
Dänische Nolen ....
79.94
80,26
Englische Noten.....
14.52
14,58
Iranzösische Nolen ....
16.53
16.59
Holianvilche Noien . . .
169,21
21.03
169,89
Italienische Noten . . .
21,11
Norwegische Noten
78,74
79,06
Deuksär-ceslerteich, • 100 Schilling
Siunianische Noten . .
2,49
2,51
Schwedische Noten ...
81,19
81,51
Schweizer Noten.....
81,89
82,21
Spanische Noten . . . .
35,23
^5,37
Ungarische Roten . .
Reichsbankdiskont 7
o. f). Lombardzinsfutz 8 v h.
Befestigung der Reichsmark.
Berlin, 28. Jan. (WTB.) An den internationalen Devisenmärkten war die Befestigung der Reichsmark beachtenswert. In der Hauptsache ist diese Festigkeit auf die Erwartung zurückzuführen, daß die Bank von Frankreich den 25-Millionen-Dollar-Kredit der Reichsbank wiederum prolongiert. In Amsterdam konnte heute vormittag der Kurs auf 58,5250 anziehen, in Zürich auf 121 und in London auf 14,68, während er in Paris mit 598 gut behauptet blieb. Das englische Pfund blieb heute unverändert mit 3,4675 gegen den Dollar, 8.6125 gegen den Gulden, 24,8650 gegen Brüssel und 17,78 gegen Zürich, während es mit 88,15 gegen den französischen Frank fester lag. Der Dollar war heute früh etwas leichter, konnte sich aber im Laufe des Dormittags wieder erholen. Die anderen Devisen waren meist unverändert.
Am Rachmittag konnte sich die Reichsmark weiter befestigen; sie zog in Amsterdam auf 58,7650, in Zürich auf 121,10, in London auf 14,6550 und in Reuyork auf 23,63 an. Das englische Pfund war gut behauptet, mit 3,47 gegen den Dollar, 8,62 gegen den Gulden. 88,18 gegen Paris und 17,7850 gegen Zürich. Der Dollar war weiter fester, er konnte in Amsterdam bis auf 248,50 anziehen, schwächte sich aber am Nachmittag leicht auf 248,4375 ab. Der französische Frank war wieder etwas leichter, die Rorodevisen blieben gut behauptet.
tätig gewesen. Diese Leute werden sich neben ihrer Teilnahme an den Ofendiebstählen auch noch wegen Holzdieb stählen und Jagdfrevel zu verantworten haben. Hebrigens ist die Gerichtsbehörde jetzt auch dahinter gekommen, daß die Gefangenen den Dersuch gemacht haben, sich gegenseitig geheime Mitteilungen zuzustecken, um dadurch das Ergebnis der Unter- suchung zu beeinflussen. Dem Kassiberverkehr wurde durch strenge Maßnahmen sofort ein Ende bereitet.
Kirche uni) Schule.
DekanatStonferrn; bei evangelischen Geistlichen biö Lekanatö Gießen.
Die erste Konferenz des neuen Jahres tagte am Dienstag unter dem ’2)oriiß von Dekan Gußmann - Kirchberg im Markussaal zu Gießen. Rach Schrlftlesung und Gebet von Pfarrer W a h l - Lang-Göns wurde eine Reihe dienstlicher Angclcgei.heilen besprochen. Pfar.er Wahl hielt dann einen Dortrag über „Der freiwillige Arbeitsdienst". Der Gedante ist im Fluß: Träger der Arbeit sind der Staat, Provinzen, bürgerliche und kirchliche Gemeinden: neben christlichen Organisationen auch die Wehrverbände. Auch bei gesetzlichem Schutz bestehen Bedenken: die Derbindung von Arbeitsdienst und Siedlung, wie bei der Umschulungsarbeit der Inneren Mission, bietet erfreuliche Aussichten. In der Aussprache wurde der freiwillige Arbeitsdienst begrüßt, aber auch vom Staat ein offizieller Ar- beitsdienst verlangt und Damaschkes Bodenreform unterstrichen.
Landkreis Gictzen.
X W l e s e ck, 28. Jan. 2m 2ahre 1931 wurden In unserer evangelischenPsarreib3 Kin- der getauft, gegen 55 im Dorjahr; dazu in n14 (7). Konfirmiert wurden 32 Kinder getraut wurden 40 Paare (29).
beerdigt wurden 43 Gemeindeglieder, von denen 10 in Gießen verstärken. Am Äbend- mahl nahmen 728 (780) Kommunikanten teil. -Vu1nScn. 27. 2an. 2n Anwesenheit des Superintendenten von Oberhessen, Oberkirchen
rat D. Wagner- Gießen, fand hier unter dem Donih von Dekan Engel im „Solmser Hof'" eine Dekanatskonferenz der ® e i ft - lichen unseres Dekanates statt. Die Konferenz wurde mit Schriftlesung, Schristbetrachtung und Gebet durch den Leiter eröffnet. Rach Begrüßung des Superintendenten Wagner, des neu ins Dekanat eingetretenen Pfarrers Hotz - Dillingen und der Erschienenen und nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten hielt Pfarrer Bock-Hungen einen Dortrag über »Die Gottlosenbewegung und unsere Stellung zu ihr", der den vollen Beifall der Versammlung fand.
Amtsgericht Giehen.
Ein Fahrradmarder aus einem Nachbarorte erhielt wegen Diebstahls eine mehrmonatige G e fängnis strafe. Von dem Richter befragt, wie er zu dem Diebstahl komme, gab der Ange- klagte die zynische Antwort, er sei schon Jahre lang erwerbslos, da hätte er auch einmal etwas verdienen wollen Es war ihm bekannt, daß in einem hiesigen unverschlossenen Schuppen ein Fahrrad untergestellt zu werden pflegte; nachts holte er sich das Fahrrad und fuhr damit in ein Dorf, wo er es für 18 Mark verkaufte. Namentlich der billige Preis trug dem Käufer wegen Hehlerei eine Anklage ein. In ihr hieß es, er hätte aus den Umständen unbedingt den Schluß ziehen müssen, daß es sich um ein gestohlenes Rad handle. Noch der Beweisaufnahme war aber das Rad minderwertig, arg ver- braucht und verrostet. Nicht mit Unrecht erklärte er auch, derartige Notverkäufe seien heutzutage gang und gäbe. Dazu kommt, daß er sich über die Personalien des Verkäufers nach Möglichkeit verläfsigt hatte. Aus diesen Gründen wurde er auf Grund mangelnden Beweises freigesp rochen.
Auf der Straße Gießen—Reiskirchen ereignete sich om 20 Oktober v. I. ein Zusammenstoß zwischen
• n41 eines biefigen Metzgers und einem landwirtschaftlichen Einspänner. Die Beweisaufnahme, insbesondere die Feststellungen eines Zeugen Hinsicht.' lich der Stellung der beiden Fahrzeuge unmittelbar nach dem Zusammenstoß, ergab die Schuld des Auto- fuhren», der offenbar bei seiner Fahrt die rechte Fahrbahn so, wie es Vorschrift ist, nicht eingehalten
cI-T ROVANI LLE
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 27. Jan. Ein jüngerer Schreiner- geselle war eines Sittlichkeitsverbrechens im Sinne des § 176 Z. 3 StGB beschuldigt. Er war im vollen Umfange geständig. Auf Antrag des Staatsanwalts wurden ihm mildernde Umstände bewilligt und gegen ihn die gesetzliche Mindeststrafe von 6 Monaten Gefängnis auäge- sprochen: außerdem wurde ihm ein Monat der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Das Urteil wurde nachträglich anerkannt.
Ein auswärtiger Maurermeister hatte sich wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Er hatte eine ältere Frau in der Dorfstraße mit seinem Auto an- und totgefahren. Ursprünglich gab er an, er habe die Frau schon aus größerer Entfernung gesehen, er habe auch Signal gegeben. Auf Grund dieser Angaben und nach Anhörung eines Sachverständigen, der ein fahrlässiges Handeln des Angeklagten bejahte, wurde die Anllage erhoben. Heute schränkte der Angeklagte die früheren Angaben ein und behauptete, er sei, als er die Frau gesehen, nur etwa 10 Meter entfernt gewesen. Das Gericht sprach den Angeklagten frei, eS bestünden immerhin Zweifoi an der Schuld des Angeklagten und es müsse deshalb zugunsten des- f eiten erkannt werden.
Der Rechner eines oberhessischen Spar- und Vorschußvereins war der Untreue beschuldigt. Vergehen gegen § 146 des Genossenschaftsgesetzes. Er soll eine Reihe von 2ahren hindurch sich größere und kleinere Beträge der Genossenschaft angeeignet und zum Rachteil derselben verfügt haben, so daß ein Gesamtschaden von etwa 23 000 Mark entstand. Die umfangreiche Beweisaufnahme ließ an der Schuld des Angeklagten kei- ' nen Zweifel aufkommen. Der Staatsanwalt beantragte 9 Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf 8 Monate Gefängnis und auf eine Geldstrafe von 203 Mk.; mildernd wurde berücksichtigt, daß die Kontrolle durch den Dienst- und Aufsichtsrat der Kasse nur mangelhaft aus- geübt wurde.
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Sk J Kl K°P,schmerzen jeglicher Art, Migräne.
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0 Pulver- od. 12 Oblaten-Packung RM 1 10
und auf diese Weise den Unfall veranlaßt hat. Sachschaden war nicht entstanden. Er wurde zu einer namhaften Geldstrafe verurteilt.
Eine öfters vorbestrafte Ehefrau sagte einem in Dienst befindlichen Polizeiwachtmeister auf dem Marktplatz in Anwesenheit vieler Menschen auf moralischem Gebiet üble Dinge nach, als er gerade da- für Sorge trug, daß der dort verhältnismäßig enge Bürgersteig nicht durch unvcranlaßtes Stehenbleiben von Passanten — darunter befand sich auch die An- geklagte — einen regelmäßigen, zur fraglichen Zeit lebhaftem Verkehr entzogen werde, zumal sich in letzter Zeit derartige, auch an hiesiger Stelle schon zur Sprache gefommene Verkehrsstörungen häuften. Schon ein Hinweis darauf, daß durch solche Verkehrsstörungen auf den Bürgersteigen Passanten leicht auf dte Fahrstraße gedrängt und die Zugänge zu den Häusern und Läden erschwert werden können, sich auch an vielen Stellen ter Stadt die Schienen- gleise der Straßenbahn ganz in der Nähe der Fußsteige befinden, sollten genügen, um das Hinsicht ch der Strafbarkeit derartiger Verfehlungen oft un- gläubige Publikum zu überzeugen, daß die Polizeibeamten, die ja erfahrungsgemäß nur krasse Fälle — und stets nach Warnungen — zur Anzeige bringen, zum Einschreiten zwecks Veranlassung eines Strafverfahrens berechtigt sind. Die.Angeklagte erhielt wegen Beamtenbeleidigung eineWocheGe- fängnis. **
Kunst und Wissenschaft.
Sophus Michaelis f.
2n Kopenhagen ist der bekannte dänische Schriftsteller Sophus Michaelis im Alter von 66 Jahren gestorben. Michaelis wurde am 14. Mai 1865 in Odense geboren. Er studierte Kunstgeschichte und Literatur und war dann Rcd-kteur an rer.chiedencn Blättern. Als Schriftsteller ist er vor allem durch seine Romane „Aebelo", „1812" und „Helenen und Barbar" bekannt geworden- Auch als Dramatiker hat er Erfolge erzielt, insbesondere mit der in der ganzen Welt aufgeführten „Revolutionshochzelt". Weniger bekannt ist außerhalb Dänemarks, daß Michaelis auch als Lyriker einen hohen Rang beanspruchen darf und daß er neben 2akobsen und Bang zu den größten Sprachschopfern seines Landes gerechnet wird.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem
Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung j Film und Geschichte.
Dem, was in Rr. 21 des Gießener Anzeigers über den Vorck-Film geschrieben wurde, kann man gewiß in vielem zustimmen; vor allem ist ja Werner Krauß als Borck eine ganz wundervoll gelungene Gestalt. Aber wenn es heißt: „Der Film könne der feststehenden Heberlieferung nicht Gewalt antun, und könne aus der Fabel nicht mehr machen, als da ist", so möchte ich dazu bemerken, daß Herr Hans Müller mit den geschichtlichen Tatsachen doch in einer Freiheit geschaltet hat, die mir über das zulässige Maß hinauszugehen scheint. Sein Gedanke, den General selber nach Berlin reiten und vor dem Könige einen Fußfall machen zu lassen, scheint mir doch der groteskeste Hnjinn zu sein, den man sich erdenken kann. Der wirkliche Verlauf, wie chn Droysen in seinem ausgezeichneten Buche so packend geschildert hat, war reich genug an spannenden, geradezu dramatischen Momenten, um zu seiner wirkungsvollen Darstellung solcher Sensationen gar nicht zu bedürfen. W. K.
Letzte Nachrichten.
Ehina appeUieri an ten Völkerbund.
Genf, 29. Jan. (WTB. Fun'spruch.) Der Vertreter Chinas im DölkerbundSrat, Botschafter Dr. Pen, hat heute vormittag den Antrag gestellt, baß der DölkerbundSrat s i ch sofort auf Grund deS Artikels 15 mit dem chinesisch-japanischen Konflikt befassen soll. Zur Begründung des Antrages wird dem Vertreter des WTB. von 6cm Botschafter Yen erklärt, daß das bisherige Verfahren dcS DölkerbundsrateS auf Grund des Artsiels 11 zu keinem Erfolg geführt habe.


