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28.12.1932 Erstes Blatt
 
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Oie Ereignisse des Lahres 1932 im Bild

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Wie die Nationalsozialistische Korrespondenz mit­teilt. ist die vom 30. Dezember d. I. bis 4. Januar 1933 geplante Sondertagung der Hitler­jugend in Gotha abgesagt und auf einen spä­teren Termin verschoben worden.

Aus aller Welt.

Zwei Kinder beim Brand einer Wohnlaube ums Leben gekommen.

In Berlin brach in der Wohnlaube des Ar- beiters E h e l e b e n auf der KolonieFalkenstein" ein B r a n d aus. der die graste Wohnlaube voll­ständig einäscherte. Die Feuerwehr mußte mit Roh­ren stärksten Kalibers vorgehen: um eine weitere Ausdehnung des Feuers zu verhüten und die an­grenzenden Wohnlauben zu schützen. Beim Auf­räumen der Brandstelle fand man unter den Trüm­mern die verkohlten Leichen der beiden Kin- der des Arbeiterehepaares, der vierjährigen Wal­traut und der zweijährigen Ingrid.

Bukarester Hotel in Flammen.

In dem siebenstöckigen HotelBritannia" in Bukarest brach nach einer Meldung Berliner Blät­ter Feuer aus. Alle Feuerwehren von Bukarest und Umgebung arbeiteten fieberhaft an der Lö­schung des Brandes. Zahlreiche Frauen und Kin­der konnten sich nur dadurch retten, daß sie aus den Fenstern in Sprungtücher sprangen. Das Gebäude, das 500 Zimmer enthält, fiel größtenteils dem Feuer zum Opfer. Der Sachschaden wird auf 40

Mineralöl-Steuer wieder auf 3,80 AM. erhöht.

Berlin. 27.Dez. (LU., Die Ausgleichs­steuer-Mineralöle (Mineralölsteuer), die in der Zeit vom 1.3uli bis 30. September mit einem Satz von 0,10 Mark für einen Doppelzentner als fast aufgehoben gelten konnte, dann mit Wirkung bis zum Zahresschluß auf eine Mark heraufgesetzt wurde, nachdem durch die Bildung der neuen Tveibstoffkonvention auch für die deutschen Erzeuger ein gewisser Marktaus­gleich geschaffen war, wird jetzt durch eine neue Verordnung vom Reichsminister der Finanzen und Reichswirtschaftsminister vom 1. 3anuac 1933 an b i s auf weiteres auf den vom 1. Mai 1931 bis Ende des ersten Halbjahres 1932 geltenden Satz von 3,80 Mark je Doppelzentner wieder erhöht.

Chemie. 19. Franklin D. Roosevelt, der neugewählte Präsident der Vereinigten Staaten. 20. Lebrun, Frankreichs Staatspräsident seit der Ermordung Doumers. 21. Der Pole Zwirko, Sieger im Europa- Rundflug ll-32, stürzte kurz nach seinem Siege töd­lich ab. 22. Oerhart Hauptmann, dessen 70. Geburts­tag ganA Deutschland feierte. 23. Hungermarsch eng- lischer Arbeitslosen auf London. 24. John Gals- roorthy, der englische Romandichter, erhielt den Nobelpreis für Literatur. 25. Die zerstörte IG.-Fa- brik in Premnitz bei Rathenow (Brandenburg), wo durch eine Sauerstoffexplosion 12 Personen getötet wurden. 26. Der irische Staatspräsident de Valero, der Irlands Unabhängigkeit von England weiter durchfocht. 27. Das Revoloerattentat auf den fran­zösischen Präsidenten Doumer (Porträt 28): der schweroerwundete Staatsmann wird zu seinem Auto gebracht, wenige Stunden später verstarb er.

1. Goethe, dessen 100. Todestag in diesem Jahre in der ganzen Welt begangen wurde. 2. Das Wrack des SchulschiffesNiobe", das am 26. Juli im Fehmarn- Belt unterging, wobei 69 Mann der Besatzung zu­meist Seekadetten, den Tod fanden. 3. Hindenburg, der am 10. April zum zweitenmal zum Präsidenten des Deutschen Reiches gewählt wurde. 4. Bei einem furchtbaren Erdbeben auf Chalkidike wurden viele hundert Menschen getötet. 5. Professor Piccard, der einen zweiten Ballonaufstieg (6) in die Stratosphäre unternahm, wobei er eine höhe von über 16 000 m erreichte. 7. Bergungsoersuche an der Unglücksstelle des englischen U-BootesM 2, das mit 55 Mann Besatzung Untergang. 8. Der deutsche Flieger Ber- trom, der bei einem Fernostflug an der unbewohnten Westküste Australiens notlanden mußte und viele Wochen mit seinem Gefährten entsetzlichste Entbeh- rangen litt, bis die beiden aufgefunden wurden

Mglerungsmsls in Bulgarien.

Die Agrarpartei stürzt das Kabinett Muschanoff.

Sofia, 28.Dez. (LU.) Die Agrarier bean­spruchen Vergrößerung ihres Einflusses innerhalb ber Regierung. 3n einer mehrstündigen Sitzung des Ministerrates wurden die Forderungen der der Agrarpartei angehörenden drei Minister be­handelt. ohne dast es jedoch zu einer Einigung ge­kommen wäre. Darauf haben die drei Minister am Dienstagabend dem Ministerpräsidenten Mu - schanosf ihre A b sch i e ds g e s u che schrift­lich überreicht, wodurch dieser gezwungen ist, am Mittwoch dem König den Rücktritt des Ge­samtkabinetts bekanntzugeben.

Oberschlesisches Schmugglerparadies

Von unserem E. E.-Korrespvndenten.

Der Führer der chinesischen Delegation in Genf Dr. Pen ist zum Botschafter in Moskau ernannt worden.

3n Rotterdam sind in mehreren Privat- wohnungen und Geschäftshäusern Waffen­sendungen beschlagnahmt worden,«dieim Einzelfalle aus 25 bis 100 Revolvern und dazu­gehöriger Munition bestanden. Alle diese Sen­dungen stammen aus Belgien und sollten, wie die Polizei annimmt, nach Deuts chland ge­schmuggelt werden.

9. Ausbruch eines Kordilleren-Vulkans im Westen Südamerikas. 10. Reichsinnenminister Dr. Bracht, kommissarischer Innenminister in Preußen. 11. Der preußische Ministerpräsident Otto Braun, desien Ka­binett durch die Regierung Papen die Amtsgewalt entzogen wurde. 12. Von den erbitterten Kämpfen um Schanghai, die schließlich zur Einnahme der Sta't durch die Japaner führten: japanische Panzer­wagen fahren in eine Vorstadt ein. 13. Dr. Brüning, Reichskanzler bis zum Mai. 14. von Papen, der Nachfolger Brünings. 15. General von Schleicher, der bisherige Reichswehrminister, übernahm im De­zember das Kanzleramt. 16. Wolfgang von Gronau (unten rechts) mitfeiner Mannschaft, mit der er im Dornier-Wal die Welt umflog. 17. Das Wahrzeichen des Olympia von Los Angeles: Das riesige Ein­gangstor des Hauptstadions. 18. Dr. Irving Lang- muir (USA.), diesjähriger Nobelpreisträger für

B e u t h e n, Dezbr. 1932.

Was so ein richtiger oberschlesischer Schmugg­ler ist, der liest, sofern er überhaupt liest, nur mit Grausen die Berichte von der deutsch-hol­ländischen Grenze, wo die Schmuggler in Panzer­autos fahren und die Grenzbeamten totschiehen, wenn sie nicht aus dem Wege gehen. Schmuggel, das ist hier «in« viel gemütvollere Angelegen­heit, und gefahrvoll eigentlich nur für den Schmuggler selbst, der, ohne Waffe, von dem Grenzposten über den Haufen geschossen werden kann, wenn er nicht aufpaßt. Er schmuggelt ja auch eigentlich nicht aus Gewinnabsichten, viel­mehr tut er es, um aus der Rot der Arbeits­losigkeit herauszukommen. An der Grenze des 3ndustri«g«bietes gibt es ganze Schmugglerdörfer, weil es ganze Arbeitslosendörfer gibt.

Butter, Eier und Geflügel ist auf der polnischen Seit« billig: auf der deutschen zahlt man den doppelten Preis dafür. Die Differenz ist der Gewinn. Ein Gang in der Woche mit einem Sack voll Butter reicht, um die Familie acht Tage lang durchzubringen. Bananen, Apfelsinen, Maggiflaschen und Rasierklingen sind wieder in Deutschland so wohlfeil, daß man auf der pol­nischen Seit« dafür gute Preise erzielt. Und um bi« Weihnachtszeit kommt noch der Gefälligkeits­schmuggel für deutsch« Spielwaren als lohnender Rebenverdienst hinzu. Schließlich Zigaretten und ZlZarren, wegen des polnischen Tabakmonopols. J30?'11 Schmuggelgang geht Zug um Zug vor !'ch- ^m besten ist es, man ist mit den eigenen Zollbeamten unter einer Decke. Dann ist der klei­nere Teil des Risikos schon Überstanden. Wo das nicht anaeht, hilft der Maschinist einer Grube, di« fünfzig Meter über der Grenze steht, der von sei­nem Arbeitsplatz aus den polnischen Zollposten be­obachten kann. Wenn die Luft rein ist, gibt er das verabredete Zeichen. Und am anderen Tage hat er seinen Tabak im Beutel oder die Gans in der Bratpfanne. Oder einer gibt, wie das schon hero und Leander, allerdings zu anderen Zwecken, ge­trieben haben, ein Lichtsignal aus dem Fenster. Bei Dunkelheit natürlich, und der Schmuggel ist ja ein dunkles Gewerbe, das meist des Nachts aus­geübt wird. Am Tage treffen die Schmuggler nur ihre Vorbereitungen. Glücklich ist, wer Kinder da­bei verwenden kann. Denn auf Kinder darf der Grenzposten nicht schießen. Kinder können im Spiel einmal knapp über die Grenze laufen. Wenn sie dabei an einer genau festgelegten Stelle etwas verlieren, so ist das für den, der am Abend dort im Dunkeln suchen kommt, schon viel einfacher. Bei Ruda bildet ein Bach die Grenze: der Bach hat Inseln, und an dem Dach wächst Gras, das die Zieaen [reffen. Hier wird vor den Augen der pol- nifchen Zollbeamten die Geschichte des Odysseus mit dem Polyphem aufgeführt, der in der Wolle am Bauch seiner Tiere hängend sein Schmuggelgut in Sicherheit brachte. Und dann gibt es natürlich auch Chancen an den Stellen, an denen die Züge grö­ßere Strecken über fremdes Gebiet fahren: polnische Züge kommen über Beuthener Flur in Beuchen als Kopsttation an und werden erst hier kontrol­liert deutsche Züge fahren über Tarnowitzer Ge­lände. Das sind Schmugglermöglichkeiten, die die allgeringften Spesen und die klemste Gefahr brin-

Kleine politische Nachrichten.

Aus Gründen der Vereinfachung der Rundfunk- organisation ist mit ber Aufgabe des Staatskom- misfars und des preußischen Staatsvertreters im Programmbeirat bei der Südwe st deutschen Rundfunkgesellschast der Oberpräsident a. D. Dr. S ch w a n d e r in Oberursel betraut wor­ben. Der bisherige Staatskommissa^Oberregierungs- rat Hammacher bei ber Regierung in Wies­baden ist zum Stellvertreter des Staatskommissars ernannt worden.

Der Direktor ber DBG., Fritz D r o l a t, war zur verantwortlichen Vernehmung vor den Un­tersuchungsrichter geladen. Da er bei dieser Ver­nehmung die gegen ihn vorliegenden bringenden Derdachtsgründe des Meineids nichtev^kräs- ten konnte und Fluchtgefahr besteht, hat der Un­tersuchungsrichter entsprechend dem C<u.iU«.ag ber Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen ihn er­lassen. Drolat wurde in das Untersuchungsge­fängnis eingeliefert.

Der Präsident des Senats ber Freien Stadt Bremen, Bürgermeister Dr. D o n a n b t, hat sich, den Wünschen des Senats entsprechend, bereit er­klärt, das Amt des präsidierenden Bür­germeisters für ein weiteres Jahr zu führen.

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Wahrscheinlich wird der britische Botschafter in Berlin, Sir Horace R u m b o l b , bald zurücktreten und durch den jetzigen Botschafter in Konstanti­nopel, Sir George Clerk, ersetzt werden.

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Der amerikanische Botschafter in London, Mel­lon, hat erklärt, daß er sich nach dem 4. März 1933 ins Privatleben zurückziehen werde.

Roosevelts Europa-Politik.

Starke Zurückhaltung wahrscheinlich.

Washington, 27. Dez. (WTB.) Der Konfe­renz Norman Davis' mit Roosevelt wird hier starke Beachtung geschenkt. Man schließt aus dem Hinweis Roosevelts auf feine Unterhaltung mit Clemenceau während der Versailler Verhandlungen, daß Roosevelt Frankreichs Bestehen auf Sicherheit offenbar billige und Davis von einem weiteren Einsetzen des amerikanischen Einflusses in Genf abgeraten hab«, bis die Lag« dort soweit geklärt sei, daß Hoovers A b - r ü ft u n g s p I a n , mit dem Roosevelt sich vor kurzem in einem Telegrammwechsel einverstanden erklärt hatte, sachlich erörtert werden könne. Offenbar halte Roosevelt eine Diskussion über die Herabsetzung der Rüstungen für verfrüht, so­lange n-chl die prinzipiellen Fragen des Rüstungs- cmsgleichs, der Sicherheit und der Begriffsbestim­mung der Angriffswaffen geklärt feien.

Im Staatsdepartement wurde diese Auffassung indirekt durch die Bemerkung Stimsons bestätigt, er wisse nicht, ob Norman Dams nach Genf zu- rückkehren werdeTimes" meldet, daß Norman Davis, nachdem er sich mit Roosevelt besprochen hab«, in Neuyork eine Unterredung mit Ebmond Dag, einem ber amerikanischen Ver­treter im Vorbereitenden Ausschuß der Weltwirt­schaftskonferenz haben werde. Dag fahre am Mttt- roock nach Genf ab, er werde der erste Be­auftragte ber noch nicht im 21 m t be- kindlichen Regierung Roosevelts s e in, der nach Elkwpa komme. Es sei jedoch sehr zweifel­haft, ob Dag ander« als negative Anweisungen mitnehmen werde. Nach demDmlg Expreß" hat Roosevelt bereits vor 14 lagen einen Son­derbeauftragten nach Europa entsandt, um die Mei­nungen verschiedener Persönlichkeiten in London, Pans und Rom über die Kriegsschuldenfrage ^u hören. Der Name des Beauftragten werde jedoch nicht bekanntgegeben.

Der Welihilssverband.

Genf, 27. De,;. (WTB) Das Abkommen über ben Welthilfsverband, das vor mehreren Jahren durch eine Dölkerbundskonferenz unter Vorsitz des damaligen deutschen Reichsinnenministers Dr. Kulz abgeschlossen wurde, ist, wie das Völker­bundssekretariat mitteilt, mit dem heutigen Tage i n S r a f t g e t r e t e n. Der Verband, der sich auch auf Richtmitgliedsstaaten des Völkerbunds er­strecken kann oder erstreckt, hat den Zweck, b e i großen Naturkatastrophen, wie Erd­beben, Ueberfchwemmungen und dergl., welche die Hilselelftpngsfähigkeit der betroffenen Lander über- schreiten, sofort eine umfassende interna- v 0 n a l e HllfStätigkeit ins Werk zu setzen, die sich m ihrer praktischen Durchführung haupt- iachlich auf bie internationalen und nationalen ? o ^'Organisationen stützen soll. Das Inkrafttreten des Abkommens wunde dadurch verzögert, daß zunächst durch bie ihm beigetretehen Staaten ein bestimmter Gründungsfonds qe- sichert werden mußte. Die Leitung des Welthilfs- verbandes liegt in den Händen eines General- rat«, ber alle zwei Jahre, unb eines ausfüh- T e n b e n Ausschusses, der mindestens alle Jahre einmal zusammentritt. Dem Verband gehören zur Zett 28 Staaten an.

Japan beginnt mit dem Bau eines neuen Panzerkreuzers von 10 000 Tonnen, der eine große Ähnlichkeit mit dem Panzerschiff Deutschland" haben soll. Er wende besonders schnell und das modernste Kriegsschiff in der japa­nischen Marine fein.

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Die kolumbianische Regierung trifft ernste Vorbereitungen, die im September von den Peruanern besetzte Hafenstadt Leticia am Ama­zonas zurückzuerobern. Es liegen bereits zwei große kolumbianische Transportschiffe klar, die Maschinengewehre, Gewehre, Luftabwehrgefchütz« und große Mengen Munition geladen haben. Wei­tere Schiffe sollen in nächster Zeit ausgerüstet wer­den. Peru hat in Rio be Janeiro Vorstellungen ?eaen bie Maßnahmen Kolumbiens erhoben, da die olurnbianischen Schiffe durch brasilianisches Ge­biet kommen werden, wenn sie den Amazonas hinauf nach Lettcia fahren.

gen, denn rote schn«ll ist das Paket aus dem Fenster geworfen.

Die Statistik der deutschen und polnischen Zoll­behörden über erfaßtes Schmuggelgut ist löblich, aber gibt keineswegs ein Bild von den wahren Verhältnissen. Die großen Devisen- und Ge­treideschiebungen, die ab und zu aufgedeckt wer­den, sind ebenso nur Teile des Betriebes wie die Ergebnisse bei der Zollkontrolle an der Grenz­übergangsstelle oder auf der grünen Grenz«. Ruch. bie polnisch«n Zollwächterhäuschen alle zweihundert Meter an der grünen Grenze ent­lang vermögen nicht, den Anreiz des Schmuggel­verdienstes, der ja hier im dichtbevölkerten 3n- dustriegebiet aus einem Nebenverdienst ein Le­bensverdienst wird, zu unterbinden. Und so tau­chen immer wi«der die.phantastischen Gerüchte auf, tote Polen seine Grenze gegen die deut­schen Waren schützen will: Unsichtbare Strahlen sollen, toerm sie durch einen Schatten unterbro­chen werden, im nächsten Kontrollhaus ein Klin­gelzeichen auslösen, um die Zöllner zu alatmtc-' ren. Das Reueste ist die Parole, die dieser Tage in derPolonia" zu lesen stand: Stacheldraht zwischen Polen und Deutschland! Das wäre ein Zustand, wie er in der ganzen Welt bisher nur an der polnisch-russischen Grenze existiert und bei dem man nicht weiß, ob man ihn so ganz ernst nehmen soll. Denn die Gedanken find zoll­frei, und die Schmuggler aller Länder haben noch immer ihre besonderen Wege gefunden.

Ein Lob aber unseren braven Zollbeamten, die bei Wind und Wetter ihren schweren Dienst tun. Fuhr ich da kürzlich in der Straßenbahn von Beuthen nach Kattowitz. Cs war noch vor der polnischen Kontrolle, am deutschen Zollhaus. Eine Frau holte unter ihrem Umschlagetuch eine Wurst hervor (die man in Polen für den halben Preis kauft) und fragte den Beamten ganz verängstigt, ob der Pole sie. wohl damit durchlassen würde. Da warf sich der deutsche Zöllner in die Brust, sein Auge bekam einen Schimmer von vergange­ner, großer Zeit humanistischer Weisheit, und er sprach laut, daß alle im Wagen es hören konnten:Aber liebe Frau, was machen Sie in Polen mit der Wurst? Sie tragen ja Eulen nach 2lth?nl"Eulen nach Athen..." wiederholte er unb stieg aus bem Wagen. Der Frau, mit ber Wurst in der Hand, blieb der Mund offen- stehen.

Oie NSDAP. unb bas Aoiwerk ber Deutschen Zuaenb

München, 27. Dez. (TU.) Das footroerf ber Deutschen Jugend, zu dem Reichspräsident und Reichsregierung aufgerufen haben, wirb vom Völkischen Beobachter" alsdie typisch« Verlegenheitslösung eines unfähigen Systems' be­zeichnet. Das körperlich unb geiftig hungernde jung« Deutschland, so erklärt das Blatt, lehne einen Zu­stand ab,, in dem es zum Almosenempfänger er­niedrigt werde, statt ehrlichen Pflichten dienen zu können. Der greife Reichspräsident finde den Weg zur deutschen Jugend viel leichter unb schneller, wenn er endlich Adolf H i tle r mit der Regierungs­bildung beauftrage.

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