Ausgabe 
28.10.1932 Erstes Blatt
 
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nationale Interesse hinzuweisen, um nicht zu antworten." Franklin Bouillon stimmte dem Vorschlag zu. Lieber den Antrag Marins, der bekanntlich die sofortige Behandlung der Schuldenfrage verlangt, wird am Freitag abge­stimmt werden.

Sine Schweizer Stimme zum Konflikt Preußen-Reich. Basel, 27. Oft. (TU.) Die schweizerische

Presse hat die Entscheidung desStaa t s- ge richtshofes ausführlich wiedergegeben, sich jedoch größtenteils der eigenen Meinungsäuße­rung enthalten. Die .Baseler Nachrich­ten" sehen in dem Prozeß in Leipzig an sich schon etwas ganz Außergewöhnliches. Anders- w o, so bemerkt das Blatt, korrigiert man Staats­streiche entweder überhaupt nicht, oder man tut es mit einem anderen roten Saft als Tinte: mit Blut. Die deutsche Methode ist sehr hu­man, aber nicht sehr politisch. Sie hat im vorliegenden Falle fest gestellt, was recht ist, aber sie hat das Verhältnis zwischen Reich und Preußen beträchtlich kompliziert. Nun sei anzunehmen, daß sowohl der Reichskanzler von Papen als der wiederhergestellte preußische Ministerpräsident Braun gescheit genug sein würden, über diese Schwierigkeit hinweg z u einer vernünftigen Vereinbarung zu gelangen. .Sie wahren Schuldigen im deut­schen Falle seien die großen Parteien, die aus Derantwortungsscheu vor ihrer Pflicht, dem Wählerwillen an gepaßte Regie­rungen zu bilden, auszukneifen pflegten. Den Anfang habe der Austritt der Sozialdemo­kraten aus der Reichsregierung beim Sturz ihres Kanzlers Müller gebildet.

Goebbels spricht in Hamburg.

Hamburg, 27. Oft. (TU.) Auf einer Wahl- kundgebung dcr NSDAP, sprach der Berliner Gau­führer Dr. Goebbels. Die Nationalsozialisten könn­ten an keiner Regierung teilhaben, die im Lande wieder den inneren Zwiespalt aufreiße, ebenso, wie sie keine Politik mitmachen könne, die den Arbei­tern die Löhne und den Rentnern die Renten kürze, dagegen aber die großen Konzern« subven­tioniere. Hierin sei nur die Vorbereitung zum Bol­schewismus zu erblicken. Wenn wir, so betonte Dr. Goebbels mit Nachdruck, die Verantwortung über­nehmen, dann wollen wir auch dementsprechend die Macht. Setzen wir aber unsere Bewegung ein, so ist das der letzte Sprung. Hilft dies nichts, so wird Deutschland reif sein für den Bol­schewismus. Und deshalb gibt es für uns nur die eine Möglichkeit: Heran an die Macht und daß un­ser Einsatz gewinnt. Wenn uns auch die Papisten auf dem Boden der Diplomatie vielleicht überlegen sind, in einem sind mir überlegen, nämlich im Kampf auf dem Fechtboden des Volkes. Sollten wir uns hier einmal treffen, dann würden die Herren vom Herrenklub ihr blaues Wunder er­leben. Wenn sie sagen, sie bleiben auf ihrem Thron sitzen, so erklären wir, daß wir fk unter allen Um­ständen entfernen werden. Genau so treu, wie Hitler am 13. August dem deutschen Volk gegenüber ge­blieben ist, genau so wird das deutsche Volk am 6. November Hitler die Treue halten. Glaubt Herr v. Papen in uns das Volk zu treffen, so können wir ihm nur sagen: Gehen Sie aus dem Wege, denn jetzt fängt es an, ernst zu werden. Wir haben uns nicht dem Marxismus gebeugt und werden uns er ft recht nicht vor Ihrer Klinge beugen. Uns kriegen Sie nicht klein. Sie mögen ruhig auch den neuen Reichstag auflösen. Wir kommen wieder. Wir werden immer da fein, selbst, wenn der Name Papen längst vergessen sein wird.

DieWnischastspariei in Hessen

Frankfurt a. M., 27. Dtt. Auf einer Wahl- kreiskonferenz der Hessischen Wirtschaftspartei er- stattete Rechtsanwalt Ludwig (Ober-Ingelheim) einen Bericht über die politische Lage. Er bedauerte, daß die Sammlung der bürgerlichen Mitte geschei­tert sei. Die Zeit sei reif für eine starke mitteistän- dische Bewegung. Nachdem der Zusammenschluß von oben gescheitert sei, müßte für die Zukunft die Einigung von unten her versucht werden. Für die diesjährige Reichstagswahl bliebe nichts anderes übrig, als möglichst viele Stimmen auf die alten Parteien zu vereinigen. Die Wirtschaftspartei habe durch Listenverbindung mit der Baye­rischen Volkspartei dafür Sorge getragen, daß keine Stimme verloren gehe. Die Heutschnatio- nale Dolkspartei Hobe leider eine Listenoerbindung obgelehnt. Die Politik der Wirtschaftspartei habe sich als richtig erwiesen. Die Wirtschaftspartei fei es gewesen, die Brüning immer wieder gehalten habe. Nachdem die Treibereien der NSDAP, den Sturz Brünings herbeigeführt hätten, sei es ein Unding, daß diese Partei jetzt auf einmal mit Brü­ning gemeinsam das Vaterland retten wolle. Das hätten sie schon früher gekonnt. Die Wirtschafts­partei könne diesen Weg Brünings nicht mitgehen. Ähre staatspolitische Einstellung zwänge sie heute mit aller Entschiedenheit, das Kabinett Popen zu unterstützen. Es wurde dann einstimmig beschlossen, für die Reichstagswahl folgende Kan- didoten aufzustellen: Reichsminister a. D. Dr. Dr. B r e d t, Malermeister Jean Höfling, Sa­nitätsrat Dr. Walzer.

Dietrich spricht für die Gtaatspartei.

Karlsruhe, 28. Dtt. (CNB.) Die Deutsche Staatspartei veranstaltete eine Wahlkundgebung, bei der Reichsfinanzminister a. D. Dietrich u. a. aus­führte, die gegenwärtige Lage sei nicht nur verwirrt durch die Auflösung des Reichstags, sondern neuer­dings noch oesonders durch die Entwicklung des Streites ReichPreußen. Wenn die Rechtsfrage der Zulässigkeit des Vorgehens des Reiches schon strittig sei, könne kein Zweifel darüber sein, daß, wenn jetzt das Urteil des Staatsgerichtshofes von der Reichs­regierung nicht respektiert werden sollte, ein solches Vorgehen einen glatten Staatsstreich bedeute. Dem unmöglichen Zustand in Preußen müsse ein Ende gemacht werden. Zum Wirtschaftsprogra mm der Reichsregierung führte der Redner aus, nach­dem die Reparationen tot seien, sei ein großzügiger Versuch, der Wirtschaft neues Leben einzuhauchen, unter allen Umständen gutzuheißen. Aber die Voraussetzung der Beseitigung der Repa­rationen genüge nicht. Es müsse auch eine R e - gelang der deutschen Privatschulden an das Ausland erfolgen. Alle Autarkie- und Kontingentierungspläne müßten fallen, weil sonst das Ankurbelungsprogramm zum Scheitern oer- urteilt sei.

Aus -er provinziathauptsta-t

Wissen Sie's schon

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Elektriker Wolter aus Reichenbach, der Sturm­bannführer Staats aus Fürstenstein, der Stan­dartenführer Rauscher aus Dittmannsdorf, der Gruppenführer Heines aus Breslau, der Stabsführer Hahn aus Breslau und der Land­wirt Podolski aus Hindenburg. Die ersten fünf Genannten befinden sich in älntersu- ch u n g s h a f t. Die Anklage gegen Wagner, Po- lomski und Wolter lautet auf versuchten Mord in Tateinheit mit Verbrechen gegen das S p re n g st of f g e s e tz , gegen Wagner auch wegen Richtanmeldung von Waf- fen. Die Angeklagten Staats, Rauscher, Heines und Hayn sind wegen Begünstigung, Po- dciiki wegen Beleidigung in Tateinheit mit Bedrohung angeklagt. Die Ermittlungen wegen der Eprengstoffanlchläge in Heidersdorf. Groß- Kniegnitz und Gollschau find noch im Gange. Die in einem Teil der Presse verbreitete Vach- richt über weitere Verhaftungen trifft nicht zu.

* Etadttheater-Abonnement. Die Einlösung des zweiten Abschnitts des Stadt- Lhecrter-Abonnements muß Dienstag, Mittwoch und Freitag nächster Woche erfolgen. Wan be­achte die heutige Bekanntmachung der Bürger­meisterei.

Gemütliches über BLAU PUNKT!

So-o-o gemütlich ist es bei uns,seitdem mein Herr die BLAU PUNKT raucht? = Neulich hat er sogar nichts gesagt, als der Mann wegen der Hundesteuer kam.

Es ist auch etwas Herrliches, wenn man zu 4 Pfg. eine Zigarette gefunden hatt die schmeckt. als ob sie mindestens 5 kostet, dabei lang und dick ist. Außer- dem die Wertmarken ... Nein, wenn wir das alles hier erklären müßten,

Gesteigerte Beitragseinnahmen der Sozialversicherung.

Berlin. 28. Ott. (WTB. Funkspruch.) Die Deitragseinnahmen der 3nvaliden-Der- sicherung find nach den vorläufigen Feststel­lungen von etwa 51,3 Millionen Mk. im 3uli auf 52,2 Millionen Mk. im August und auf 55,1 Mil­lionen ML im September gestiegen. Die Sep­tember-Einnahme liegt damit rund 3 Millio­nen ML über dem bisherigen monat- lichenIahresdurchschnitt. DieTeitrags- einnahmen der Angestelltenversiche­rung stiegen von 22,1 Millionen Mk. im 3uli auf 22,7 Millionen Mk. im August und auf 23,3 Millionen ML im September. Die Vertrags- einnahmen in der Arbeitslosenversiche­rung betrugen int 3uli 84.8 Millionen ML, im August 86,0 Millionen Mk., im September 84,9 Millionen Mk. Die Abgabe zur Arbeits­losenhilfe erbrachte im August 32,1 Millio­nen Mark, im September 40,4 Millionen Mark.

Oie Sprengstoffanschläge in Schlesien

Breslau, 27. Oft. (WTB.) Auf Grund der Ermittlungen bezüglich des Sprengstoffanschlags in Reichenbach in der Rächt zum 9. August d. 3., bei dem der SA. - Mann3ähnkege- tötet wurde, ist nunmehr Anklage erho­ben worden. Der Termin zur Hatchtverhandlung vor dem Sondergericht in Schweidnitz steht am Freitag, 23. Oktober, an. An geklagt sind der Handelsgehilfe Wagiier aus Reichenbach, der Kraftwagenführer P 0 l v m s k i aus Breslau, der

100 bolivianische Soldaten in Lhaco verdurstet.

Asuncion, 28. Dtt. (WTB. Funkspruch.) Nach einer Mitteilung des Kriegsminifteriums haben sich drei bokviamfche Soldaten einem Paraguay- schen Vorposten gestellt und erklärt, daß sich vier Offiziere und 170 Mann ihres Regiments i m Urwald verirrt hätten. Daraufhin ist eine Rettungskolonne abgeschickt worden, die in Chaco die Leichen von hundert boliviani­schen Soldaten aufgefunden hab Allem Anschein nach sind die versprengten Bolivianer verdurstet.

Gießen, den 28. Oktober 1932.

Oie Erkältungskrankheiten.

Don Dr meb. W. Schweisheimer.

Am meisten werden von Erkältungen die obe­ren Luftwege heimgesucht, sehr häufig sind auch rheumatische Erkrankungen von Muskeln, Verven, Gelenken. 3m Rachen ein Rachenkatarrh oder eine Mandelentzündung, in der Vase ein Vasen- katarrh, ein Schnupfen, dazu leichte Stirnschmer- zen bei Beteiligung der Stirnhöhle, oder leichte Ohrenschmerzen bei Beteiligung des Mittelohres, Schmerzen an einer Muskelgruppe, an die es hingezogen hat, Vervenschmerzen (Neuralgien), Gelenkschmerzen, Magen- und Darmstorungen, heftige Darmkolilen, Heiserkeit bei Beteiligung des Kehlkopfes, Husten bei Erkrankung von Luft­röhre oder Bronchien das sind die hauptsäch­lichsten Aeußerungsformen einer Erkältung. Es kann Fieber dabei bestehen, oder alles kann fieberlos wieder vergehen.

Charakteristisch für die Erkältung ist oft die Fernleitung. Vicht an der Stelle der Schädigung braucht die Krankheit zu entstehen, sondern an ganz anderer Stelle des Körpers kann sie auf­treten. Ein Mensch sitzt mit dem Kopfe in hef- tiigsr Zugluft: am nächsten Tag muh er sich legen, nicht mit einer Gesichtsneuralgie, wie man denken könnte, oder Ohrenschmerzen, sondern mit einer Darmstörung oder heftiger 3schias. Um- gekehrt bekommt jemand im Schnee naßkalte Füße, er kann die Strümpfe und Schuhe längere Zeit nicht wechseln, die Folge ist eine Mandel­entzündung oder ein Kieferyöhlenkatarrh. 3eder hat eben seinen schwachen Punkt im Körper, und dieseAchillesferse" kann recht gut an den Verven des Hinterkopfes, oder eines Zahnes sitzen.

Die Mehrzahl der Erkältungskrankheiten geht In einem oder in mehreren Tagen der Heilung zu. Aber es ist geraten, sie nicht allzu leichtherzig zu nehmen, nichts zu versäumen, denn vielen Erkältungssolgen ist ein FortsHreiten eigen: von der Vase in die Nebenhöhlen, von den oberen in die tieferen Luftwege, von den Mandeln zu den Gelenken und anderen Organen; und die Wendung zum Schlimmeren ist dann nicht fern.

Als Vorbeugung gegen Erlältungskrankheiten ist es notwendig, Erkältungsursachen selbst zu vermeiden. Wer zugempfindlich ist, muß sich da­vor bewahren. Gewiß, eine vorhandene Veigung, Disposition zu Erkältungen kann auch durch ver­nünftige Abhärtung angegangen werden. Dabei wird wenig von irgendeiner Kaltwassermethode, viel von der Gewöhnung an frische Luft Gebrauch gemacht werden müssen. Cs hat wenig Sinn, Kin­der bei scharfer Kälte mit Halbstrümpfen gehen zu lassen, um sie angeblich abzuhärten, aber gut ist es, sie stets in ungeheiztem Raum, meistens sogar bei frischer Luftzufuhr, schlafen zu lassen.

Richtige Kleidung ist zur Vermeidung von Er­kältungen überhaupt viel wichtiger, als Streben nach Abhärtung. Vicht der Kalender darf für die Kleidung maßgebend sein, sondern das Wetter. Lieberheizung der Zimmer ist bedenklicher, als Unterkühlung: der jähe Wechsel beim Verlassen des Zimmers und beim Llebergang in die Kälte zwingt zu rascher Llmgestaltung der Wärme­regelung im Körper, die nicht immer prompt gelingt.

Der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ist wichtig für Erkältungen. Zu trockene Luft schädigt die Schleim­häute und macht sie für Erkältungen anfällig. Aufstellen von wasserhaltigen Schalen, die auch wirklich das Wasser zum Verdunsten bringen, ist ein gutes Schutzmittel. Aehnlich wirkt auch das Aufstellen von Fichtennadelöl oder Latschen­kieferöl, das die Luft tränkt und auf die oberen Luftwege einen heilenden Einfluß ausübt.

Die Krankheitskeime, die durch Ansteckung Er­kältungskrankheiten von einem Menschen zum anderen leichter übertragen, sollten nicht leicht­sinnig verstreut werden. Ein Mensch mit einem Schnupfen, der im Zimmer oder in der Straßen­bahn hemmungslos in den Raum niest oder hustet, überträgt mit einem Hustenstoß Keime auf zehn andere Menschen. Vicht jeder von diesen erkrankt. Aber sicher erkrankt der, der gerade dazu disponiert ist: durch eine Erkältung, durch llcbermübung, durch eine Darmstörung.

Außer Wärme gibt es noch zwei vorzügliche Methoden zur frühzeitigen Kopierung eines drohen­den Schnupfens, oder einer anderen Erkältungs­

helfend. Wenn eine Erkältungskrankheit bereits sehr fortgeschritten ist, kann von der Methode kaum mehr etwas erwartet werden. Die andere Mechode ist die Ableitung auf den Darm, am besten durch einen Einkauf, mit Darmreinigung vor dem Schlafen­gehen. Die Erfahrung zeigt, daß auf diese Art drohende Erkältungen rasch abgebrochen und zur Gesundheit gewendet werden können.

Richtige Behandlung der Erkältung läßt sie noch im Beginn abbrechen. Wärmezufuhr von außen und von innen ist die Hauptsache: heißes Bad, ins vor- gewärmte Bett, heißer Tee mit Kognak oder Rum oder Zitrone, oder Glühwein. Um so bester, wenn es dabei zum Schwitzen kommt schweißtreibende Mittel können das fördern, aber das wesentliche ist immer die Wärme, nicht das Schwitzen. Feuchte Wickel, wobei unter dem wasserdichten Stoff dampf­förmige Wärme sich entwickelt, um Hals oder Brust, lasten Anfangserscheinungen rasch zurückgehen. Gur­geln und Mundspülen mit desinfizierenden Flüssig­keiten ist gut, auch Zergeheniassen von geigneten Tabletten im Mund. Aber vor allem: den Tages­plan umstellen! Man hat sich erkältet, fühlt sich un­behaglich. Man lasse den Theaterbesuch, die Ein- ladung, den Abendbummel fahren, gehe früh zu Bett. Wärme! Schlafen! und menns nötig ist, mor­gen abend noch einmal. Das kostet einen oder zwei Abende, aber es bewahrt vor einer oder zwei Wochen unvergnügten Aufenthaltes im Äranfen» bett!

Daten für Freitap, 28 Oktober.

1830: August von Goethe in Rom gestorben; 1916: der Fliegerhauptmann Oswald Bölcke an der Westfront gestorben; 1929: der Reichskanzler Fürst Bernhard v. Bülow in Rom gestorben.

Borrrotizen.

Ta ges ka lende r f ü r Freitag: Stadttheater, 20 bis 22 UhrRoulette". Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. DHE., Hotel Hop- feld, Monatsversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Quick". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Flucht in die Fremdenlegion" und Aller Anfang ist schwer."

Die Deutschnationale Volkspar­tei in Gießen kündigt im heutigen Anzeigen­teil eine öffentliche Wählerversammlung am kommenden Mittwochabend im Eaf6 Leib an.

Redner sind Staatsminister a. D. Hergt, Der» lin, und Rechtsanwalt Zimmer. Gießen. (Siehe heutige Anzeige.)

Volksrech tpar tei, Sp arerbund und Rentnerbund veranstalten am mor­gigen Samstag im »Aquarium" eine öffentliche Wählerversammlung, in der 3ustizrat Lindt, Darmstadt, über das ThemaRettet den Mittel­stand" sprechen wird. (Siehe heutige Anzeige.)

Konzert des Arbeitergesangvereins ^Eintracht".

Mit einem abwechslungsreichen Programm legte der konzertgsbende Verein am vergangenen Sonntag Zeugnis von seiner Arbeit ab. Daß die Veranstal­tung nicht sehr stark besucht war, wie es zu wün­schen gewesen wäre, lag wohl an den immer schwie­riger werdenden wirtschaftlichen Verhältnissen, die es den Vereinen immer mehr unmöglich machen, Konzerte zu geben.

Es ist an dieser Stelle schon wicHercholt begrüßt worben, daß im Laufe der letzten Jahre die im Deutschen Arbeiter - Sänger « Bund zusammenge­schlossenen Vereine häufiger an die Ocsfentlichkeit treten, um Proben ihrer Leistungen abzulegen. So gab auch das diesmalige Konzert derEintracht" in dieser Beziehung ein erfreuliches Bild.

Der Chor ist mit lebhaftem Eifer bei der Sache, singt gut und rein und zeigt damit, daß er auch zu bedeutenderen Aufgaben, als sie ihm das Programm bot, befähigt ist. Auch für die Frauenchöre gilt diese Beurteilung. MendelssohnsAbschied vom Walde" und besonders das VolksliedHab mein Wage voll- gelobe" gelangen ausgezeichnet. Es ist überhaupt als wertvoll zu vermerken,^dah alle drei Kategorien, Chorgefang, Männer-. Frauen- und gemischter Chor, in gleicher Weise gepflegt werden. Von den gemischten Chören gefiel dasDie Gedanken sin- frei" von Brunk am besten, und der Beifall ver­langte eine Wiederholung der letzten Strophe. Nach einer längeren Pause hörten wir dann noch eine Art CchorkantateEin Arbeiterleben'', in der in kurzen Strichen das Leben und Sterben eines Ar­beiters geschildert ist. Dem Inhalt nach könnte das Werk auchEin Menschenleben" betitelt sein, wo­durch seine Tendenz in vorteilhafter Weise abge­schwächt würde. Der Musik von Willi Züm gelingt es nicht immer, das dramatische Geschehen treffend zu untermalen und zu vertiefen, doch kann das Werk bet noch stärkerer Betonung dynamischer und agogischer Akzente entschieden an Interesse gewin­nen. Die Verwendung des ersten Satzes der kleinen Nachtmusik Mozarts als Zwischenspiel zwischen 3. und 4. Strophe ist allerdings bedenklich.

Zwischen den einzelnen Chören spielte ein aus Mitgliedern des Gießener Orchesteroereins zusam­mengesetztes kleines Orchester die Titus-Ouvertüre von Mozart,Erinnerungen an Tannhäuser" von Rich. Wagner, sowie den Marsch der Priester aus Athalia von Mendelssohn. Die saubere Leistung verdient Anerkennung.

Hinsichtlich der Programmgestaltung würde es sich, namentlich was die Orchefterwerke betrifft, in Zu­kunft empfehlen, nur solche Stücke auf die Vor- tragsfolge zu setzen, deren Ausführung mit den vorhandenen quantitativen Mitteln möglich ist. Für den Gesamteindruck eines solchen Konzerts könnten sich hieraus nur Vorteile ergeben.

Die Leitung der Chor- und Orchesterwerke lag in den bewährten Händen des Chormeisters Heinrich Meyer (Wieseck). Der Beifall war sehr herzlich.

'(n,

krankheit. Die eine Methode ist der von dem Ber­liner Chirurgen Bier in die Therapie eingeführte Iodtropfen. Am ersten Tage, da man die Erkal- tungszeichen verspürt, nimmt man li Tropfen in etwa 4 Liter Wasser oder etwas Tee oder Glühwein usw. Am zweiten Tage nimmt man, wenn es er- forderlich ist, noch einmal einen Tropfen Jodtinktur in der gleichen Menge Flüssigkeit wie am Vortage. Die Wirkung dieser geringen Arzneimenge ist nicht erklärt, aber erprobt und in sehr vielen Fällen sicher

würde das Inserat zu lang. Der Zigaretten-Händler weiß ja auch Bescheid!

Blaupunkt 4 Pf.

mif und ohne CMundstüct^

WALDORF ASTORIA G-M-B-H