Ausgabe 
28.9.1932 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

itiihir,

Von Napoleon bis Hindenburg

Dr. Arthur Von

was für eine Tlu1

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Buntes Allerlei

Laufbahn eines Abenteurers.

ober nichts, von dem man hätte sagen können, dies und jenes wäre irgendwie nicht diskutabel. Die Schuhe stellte das SchuhhauS Do11ina.

und und

die Hüte eine bekannte Gießener Firma.

Für die diesjährige Herbftmodenschau hatte man aus ein kabarettistische- Programm verzichtet. Musik begleitete die Vorführungen. AIS Be- sonderheit ist lediglich noch zu vermerken, dah auch Herrengarderobe vorgeführt wurde. Dom

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Gpaziergang durch eines der letzten Wachsfigurenkabinette. Äon Peter Paris

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der Stimmungsmacher. Auch dafür, daß die Kehlen nicht zu trocken werden, wird gesorgt. Ein Fäßchen Bier oder ein guter Schuß Rum in den Tee gehören einfach dazu. Die Herbstnächte sind ja auch schon kühl, so daß ein Einheizen gerne willkommen ist.

Auch die Feldküchen tragen ihr Teil für das körperliche Wohl bei. (Sine nahrhafte Suppe wird ausgegeben. Durch den Krieg ist die Feldküche jedem Soldaten ein beliebter guter Kamerad geworden, und wenn sie oft tagelang ausblieb, empfand man erst, wie wichtig auch die Gulasch­kanone für die Kriegsführung ist. Erst seit kurzer Zeit gibt es diese praktische Einrichtung. Im Russisch-Japanischen Kriege fanden die Feld­küchen zum erstenmal Verwendung. Vorher muhte sich der Soldat noch Kochlöcher graben und in seinem Kochgeschirr selbst mühsam sein Essen bereiten.

Plötzlich flammen vor der Waldkulisse im Hintergründe Fackeln auf. 3n ihrem Schein bt tzen Stahlhelme. Trommeln und aufgepflanzte Seitengewehre. Unter den Klängen des Zapsen- streichmarsches rückt der Große Zapfen- st reich an. Schneidige Kommando- ertönen. Dann tl.ngen die ichönen allen Militärmärsche aus.

Mit dein dumpfen Wirbel des Lockens wird der cigentl che Zapfenstreich eingeleitet.

Helm ab zum Gebet!"

Die feldgraue Mauer steht bewegungslos, ringsum sind die Köpfe entblößt:Ich bete an die Macht der Liebe".

Dann erklingt unter präsentiertem Gewehr das Deutschland! ed. Es soll jedem Soldaten sagen, daß er mit Leib und Seele dem Vaterland dient, soll in einer Zeit, da unser Vaterland durch Parteikämpfe zerrissen ist, ein Bekenntnis fein zur inneren Einheit.

M^deschau Schmücker im (5of6 Amend.

Gestern nachmittag und abend fanden im (Eaft 2lmcnd die Herbstmodcnschauen der Firma Schmücker kalt. Der Raum war bis auf den letzten Platz be- f t. Wohl die meisten Damen kamen mit hochge- p.'.nnten Hoffnungen und viele sicherlich auch mit manchem geheimem Wunsch, den der Veranstalter als natürliche Voraussetzung nicht entbehren will.

Die Modenschau von Schmücker war auch dies­mal wieder eine JReoue des guten Geschmacks, der Neuheiten, der freundlichen Schönheit im Kleide und die Angelegenheit des so darf man wohl sagen ästhetischen Genusses. Der aufmerksame Beobachter und die aufmerksame Besucherin (welche Frau wäre es bei einer Modenschau nicht?) müssen gewahr werden, daß in den Schöpfungen der Mode immer eine Fülle wertvoller handwerklicher Arbeit und auch ein großes Maß geistiger Arbeit steckt, der man die gerechte Würdigung nicht versagen darf. Nur so können diese Modeschöpsungen für sich wer­ben, wenn sie nicht auf das Wort des mehr oder weniger geschickten Conferenciers angewiesen sein wollen. z .

Die Herbstmode des Jahres 1932 ist (die «chau bewies das) nicht an eine bestimmte Form und nicht an eine bestimmte Farbe gebunden, sondern von freier Verwendung der Farbe und von ebenso großer Freiheit in der Verarbeitung ber Stoffe bestimmt. Man fand neue Formen und daneben wieder Erscheinungen, die bekannt anmuteten, in ihrer Behandlung aber doch zu außerordentlich reiz­vollen Varianten führten. Gemeinsam ist allen Klei­dern, die man bei dieser Modenschau zu sehen be- kam, die beabsichtigte Wahrung des femininen Cha­rakters, der im langen Kleide (Gesellfchafts- oder im großen Abendkleide) feinen feinsten Ausdruck findet. Auch das Strahenkleid ist zu dreiviertellang und fraulich gehalten. ,

Neben den unberührt von modischen Einflüssen verwandten Farben Rot, Weiß, Schwarz, Hellgrün, Hellblau usw., tauchen Corinth, Kardinalrot, Bi­schosslila, Tintenblau und das zarte Elefantengrau auf. Als neue Stoffart kennzeichnet man Crfcpe amazone, Cröpe Hammerschlag, Flamengo u. o. a. Leide, Wolle, Wolle mit Leide für das Kleid, Ve­lour Diagonal für Mäntel behaupten sich unan-

durch ist zweifellos der Erstickungstod eingetreten, wenn auch die Täter behaupten, den Ürb nicht gewollt zu haben. Das Papiergeld in Höhe von 700 bis 900 Mark, das Anna Kreutzer im Besitz hatte, ist noch nicht gefunden worden. Man nimmt an, daß Hansmann das Geld irgendwo versteckt hat. Die Ermittlungen nach dieser Rich­tung gehen weiter.

Schwerer Derkehrsunfall bei Wetzlar.

Lin Kind gelötet. Drei Personen verletzt.

Nische Schlager! Und nicht sofort wird mir klar, daß diese unnapoleonischen Klänge unmöglich aus dem Spinett kommen können, sondern höchstwahrscheinlich aus der Halle des Hotels, das sich im gleichen Haufe wie das Museum befindet. Wie schön muß es sein, dort zu wohnen, unter der Voraussetzung, daß es nachts nicht spukt ... bei dieser Nachbarschaft.

Eingang zu den Katakombe n." Ja, da sitzen sie in ihren düsteren Höhlen, die armen Chri­sten. Sie sind alle, wie das bei solchen Luftver- hältnissen nicht zu verwundern ist, ein bißchen wachs­bleich, und ob sie lebenswahr dargestellt sind, kann ich leider nicht beurteilen, weil ich sie nicht gekannt habe. Hier wird gepredigt und da geheiratet und in der letzten Ecke des Korridors ist das schreckliche Panorama mit den Römern und den Löwen, vor dem ich so gesunken stand, daß ich meine Umgebung ganz vergeßen hatte. Direkt neben den Christen -

Gießen, den 28. September 1932.

Biwak.

Friedensbiwak! Welcher Soldat der alten Armee wird da nicht an seine Dienstzeit, an feine Manöver- erlebniffe in Friedenszeiten erinnert? Damals war das Biwak der Abschluß der großen Herbstmanover und gleichzeitig für viele das Ende der aktiven Dienstzeit. Jedem ausjcheidenden Soldaten sollte es eine bleibende Erinnerung fein! Der Weltkrieg in feiner rauhen Wirklichkeit machte aller Romantik ein Ende. Heute ist ein solches Biwak mit feinen Lagerfeuern schon wegen feindlicher Fliegergefahr zur Unmöglichkeit geworden. Dennoch wird die Ueberlieferung des alten Heeres auch hierin beim Reichsheer weiter gepflegt. Biwak und Großer Zapfenstreich werden, wie früher, auch heute noch als besonderer Festtag im Soldatenleben betrachtet. Der Jugend, der es heute durch das Versailler Dik- tat nicht vergönnt ist, Soldat zu sein, soll der Hes- fische Grenadiertag dm 1. und 2.Oktober in Gießen eine Vorstellung geben vom heutigen Sol- batenleben und den alten Soldaten ein Gedenken sein an längst vergangene Zeiten.

Wie sieht nun so ein Biwak aus? Die Kom­panien rücken auf den Biwakplatz. Ein reges Leben beginnt. Ucberall wachsen die Zelte aus dem Boden. Lagerstroh wird herangefahren, um es den Grena­dieren einigermaßen bequem zu machen. Dann be­ginnt die Arbeit für das Lagerfeuer. Jede Kom­panie sieht ihren Stolz darin, den größten Biwaks- bäum zu errichten. Seine Krone wird mit Stroh umwickelt, und mit Spannung erwartet jeder den Augenblick, da die Krone Feuer fängt und den Biwaksplatz weithin erleuchtet.

Nun beginnt, auch wenn der Tag noch so an- strengend war, ein lustiges Soldatenleben. Mehr­stimmiger Gesang des Kompaniechors wechselt mit alten Soldatenliedern und humoristischen Vorträgen

sein Herz völlig eroberte, hatte sehr kostspielige Lieb­habereien, wie die Nachforschungen der Polizei be­wiesen. Sie wohnte in einer prachtvollen Villa, die auf das Herrlichste ausgestattet war, und die Rech­nungen, die bei ihr gesunden wurden, zeigten, daß' sich die Kosten für ihre Autos hn letzten Jahre auf über 50 000 Mark beliefen, daß sie 1100 Mark für Kaviar und gegen 6000 Mark für Champagner aus- gegeben hatte. Alles das mußte der gute Bouchä bezahlen, der sich bei ihr als Bankier eingeführt hatte.Sidonie ist an allem schuld!"' so schloß Bauchs sein Geständnis.Da ich sie zu verlieren fürchtete, wenn ich nicht all ihre Launen befriedigte, brauchte ich immer mehr Geld../

kenhaus Aufnahme. Der Unfall ist auf das rasch- Tempo zurückzuführen.

Aus die Bohnenstange gespießt.

WSR. Wetzlar, 27. Sept. In dem Kreisort Derghausen stürzte ein älterer Mann beim Ob st pflücken vom Daum. Dabei fiel er unglücklicherweise auf eine auf recht stehende Bohnenstange. Die Stange drang dem Bedauernswerten tief in dcnLeio und brach ab. Lebensgefährlich verletzt muhte der Mann in das Krankenhaus gebracht werden.

Festgenommene Schmuggler.

WSV. Worms, 27. Sept. Am Sonntagfrüh wurden durch Beamte der Zollfahndungsstellen Worms und Frankfurt dreiSchmuggler au« Völklingen (Saar) fe st genommen, die große Mengen unverzolltes Zigarettenpapier in einem Kraftwagen mit sich führten. Der Kraftwagen und die zoNpflichtigen Waren wurden beschlagnahmt.

zuerst Zweifel und dann, als Witte seine Aus­weise und Pässe, sein Konterfei in einer gold- strotzenden Uniform zeigte, ungeheures Aufsehen. Seine Majestät geruhten zum Rachtmahl eine Erbsensuppe einzunehmen. Das Mahl wurde ge­würzt mit interessanten Erzählungen über die Regierungstätigkeit in Albanien. Dann war es Zeit zum Schlafengehen. Der König wählte sein Bett inmitten der Asylisten und schlief den Schlaf eines gerechten Herrschers. Inzwischen war aber schon die Polizei informiert und als der Morgen graute, wurde derKönig" von Polizisten ge­weckt und zur Wache gebracht. Der Dessauer Staatsanwalt hatte ihm nämlich wegen kleiner Betrügereien einen Steckbrief nachgesandt. Witte bestritt in den letzten Jahren seinen Lebensunter­halt durch den Verkauf von Postkarten, die ihn als König von Albanien darstellen und die er dadurch wertvoll zu machen suchte, dah er sie mit der eigenhändigen Unterschrift versah.

Sidonie ist an allem schuld!"

ins andere.

Da steht P o l a N e g r i in diabolisch-majestätlscher Haltung, und neben ihr ist ein Individuum, das, den Kleidern nach zu schließen, den besseren Ständen angehören muß, zu Boden gesunken. Aber es ist nur eine Filmszene, wie dem findigen Beschauer gleich darauf klar wird. Denn vor ihr steht ein Herr, der unbedingt Regisseur fein muß: er ist in Hemds­ärmeln und halt ein Heft in der Hand ...

Um die Ecke von Pola Negri herum aber ist bereits Napoleon. Und zwar in der Prunk- und Prachtfzene: Napoleon mit feinem Gefolge in Mal- maifon ... Alle lauschen sichtlich der Musik, die eine Künstlergruppe vollführt, aber, oh Anachronismus, ""ulit! Das ist ia der neueste amerika- Und nicht sofort wird mir klar, daß

Schmitz war sofort tot. Ein weiteres Kind, die Frau des Fahrers, und der Fahrer selbst erlitten schwere Verletzungen; sie fanden im Kran-

gefochten.

Einige Kleider gefielen ganz besonders. Ver­schiedene schwarze Gesellschaftstt>iletten, mit roter Rose geschmückt, fanden berechtigten Beifall; Schwarz mit Weih verarbeitet kehrte in geschick« testen Varianten immer wieder, Schwarz mit Rosa, mit Hellblau, mit Grün, waren oft zu sehr ' feiner Wirkung verbunden. Jugendliche Tanzkleider in hellen Farben gefielen allgemein. Einen vorzüglichen Eindruck machte ein ganz schlichtes schwarzes Kleid mit einem metallperlcn- besetzten Brusteinsatz. An anderen Kleidern wie­der fielen abzuknöpfende Aermel und ebensolche Umgänge auf, die das Aussehen sofort bedeutend wandelten und einen völlig anderen Eindruck von ein und demselben Kleide gewinnen liehen. Vom Morgenrock bis zum groben Abendkleid brachte die Modenschau für jeden Geschmack etwas, dabei

zum Lachen.

Er zog wieder durch die Welt und zehrte von seinem Ruhm als .König von Albanien". Dieser Tage erschien in einem 'Berliner Männerheirn ein elegant angezvgener älterer Herr, der dort übernachten wollte, um das .Milieu" kennen­zulernen. Er setzte sich mit den Asylisten an einen Tisch und erzählte ihnen, dah er einmal König von Albanien gewesen sei. Da nicht jeden Tag ein König im Asyl Übernachtet, erregte da-

Verfolgungen ist logifdjerroeifc dasHeben Jesu". Aber dazwischen hat man offenbar renoviert. Ich sehe zu meinem Erstaunen einen Herrn in mo­dernem Anzug in einer neuzeitlichen Gefängniszelle, und obwohl der Herr ohne Kragen ist, kann man doch gleich sehen, daß es einmal ein vornehmer Herr gewesen fein muß. Und richtig, da informiert auch schon eine kleine Papptafel den Beschauer, dah es sich um den Bankier O u ft r i c handelt, der keines- wegs der älteren Geschichte angehört, sondern viel- mehr einem großen Finanzfkandal neuesten Datums. Unverdientermaßen sitzt in der Kabine nebenan, schwarz wie ein Mohr und von erschreckend realisti­scher Magerkeit, der indische Führer Gandhi.

Seltsame Logik dieser Gestaltenwelt: Gandhi und der Bankier Oustric zwischen den Christenverfolgun­gen und den Schreckensszenen der französischen Re- volution! Es ist völlig ausgeschlossen, sich da zurecht- zufinden, und ich habe es auch schon lange auf- gegeben.

Charlotte Corday, Heldin der französischen Re­volution, ermordet M a r a t im Bad; Ludwig XVI. im Gefängnis ... (er ist erbarmungslos genau o fett und kurzbeinig bargeftellt, wie er angeblich gewesen (ein soll). Und um die Ecke herum grinft mich plötzlich Maurice Chevalier an: ach, sieh da, ich bin wieder in dem großen Reprasentations- (aal angelangt, in dem in bunter Reihe Chaplin und der König von Rumänien, Mussolini und die Pawlowa, der Papst und der Clown G r o ck. stehen.

Schon will ich mir den Ausgang suchen, da fahre ich plötzlich entgeistert zurück ... das ist doch .. das ist doch, also wenn mich nicht alles täuscht, soll dieser würdige Herr mit Schnurrbart und Gehrock doch unser Reichspräsident sein! Armer Hindenburg, was haben sie aus ihm gemacht! Er sieht aus, als hätte er Magenschmerzen. Ich muß mich vor staunen auf das Plüschbänkchen setzen, wodurch ich eine ältere Dame sichtlich aus ihrer lächelnd-ehr- fürchtigen Versunkenheit reiße, mit der sie den Pra- sidenten Doumergue in der Nachbarloge be­trachtet.

Aber mir fehlt noch etwas. Ich kann mich unmog- lich von biefem schönen und aufregenden Ort trennen, ohne den berüchtigten Frauen mörderLandru mit seinem schönen schwarzen Bart wiedergesehen zu haben ... Und nachdem ich vorsichtig sondiert habe, entschließe ich mich, einen der alten Museumsdiener zu fragen. Aber auf meine Frage, wo denn Herr Landru hingekommen sei, antwortet mir der brave Mann:Der i ft a b g e s ch a f f t" ... Nicht einmal im Museum ist man feines Plätzchens Unsterblichkeit sicher!

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Sidonie ist an allem schuld!" Mit dieser Erklä­rung suchte sich der Kassierer eines französischen Stahlwerkes, Andrs BouchL, zu verteidigen, der der Unterschlagung von nicht weniger als einer halben Million Mark angeklagt ist. Herr Bauchs genoß bei seiner Firma unbedingtes Vertrauen, bis kürzlich bei einer überraschenden Prüfung große Fehlbeträge festgestellt wurden, worauf sich denn allmählich er­gab, daß Bauchs innerhalb van acht Jahren /legen 100 Blanko-Schecks auf feinen Namen ausgestellt die beträchtlichen Beträge für sich emkassierte verwendet hatte. Bauchs, der 50 Jahre alt ist und vier erwachsene Kinder hat, war ein solider und pflichttreuer Beamter, bis seine Frau vor eini­gen Jahren starb, und er die Bekanntschaft einer Dame namens Sidonie machte. Diese Schöne, die

WSN. Wetzlar, 27. Sept. Am Sonntagnad)-

, , mittag ereignete sich auf der Straße HerbornWetz­

saloppen Sportanzug bis zum großen Abend- I |ar ein schwerer Derkehrsunfall Die Bei­anzug trug ein junger Mann mit viel Geschick I wagenmaschine des Mechanikers S ch nt i tz aus Wetz- unb Sicherheit die Erzeugnisse der Herrenkon- I wr, die mit vier Personen besetzt war, schlug in fektion zur Schau. Die vorführenden Damen führ- einer Kurve im Ort Werdors (Kreis Wetzlar) ten Kleider und Mäntel bei aller (sympathischen) Um. Die Insassen wurden im hohen Bogen heraus- Zurückhaltung in das rechte Licht. Herr S t e i - geschleudert. Das dreijährige Töchterchen des ner (Frankfurt) meldete mit wenigen Worten die jeweils kommenden modischen Ereignisse an. In der Modenschau am Abend zeigte ein Deko­rateur der Firma Schmücker die Technik, Klei­

der für die Schaufensterauslage zu stecken. Für viele der Besucherinnen gab eS hier eine sehr unterhaltsame Ueterraschung. Für das Haus Schmücker aber war die Modenschau wieder ein moralischer Erfolg. Heute nachmittag und abend finden weitere Vorführungen statt.

" Reue Mitglieder de s S t a d 11 he a- ters. Aus dem Dtadttheaterbüro wirb uns «e- , seltsames Gemisch aus Heroischem und Kolpor- schrieben: Für die IubilaurnSspielzeit verpflichtete bieres 'Bari (er Musee G r 6 v i n, eines

die Intendanz bis jetzt folgende neue Alitglieter. &er |ebtcn großen Wachsfigurenkabinette, Jerren: Raimer Eggern a n n vom DeuUchen Immer wieder nimmt mich (ein

Ttzater HEv^ al- jugendlicher Held wnd Lied- I yQubcr gefangen. Immer wieder bin ich versucht, Haber; Alfred Z re r men t rwm Landestheater jn versunkenen Wächter nach dem Weg zu Aarlsrnhe als Tenor ^t Hamel von der ...um dann plötzlich zu erkennen, daß sie

Schausprelschule Frankfurt a M Damen Lresel Wachs sind. Diese kleine Bäuerin, die mit

Deling vom Landestheater Gotha als erste m g^t DOr einer faunischen Dame steht, -

' H möchte schwören, daß sie atmet! Die faunische ter Lands berg a. d. Warthe als erste Sängerin, |elb|t jjt weniger überzeugend, sie ist halbnackt Annemarre O t tm e r aus Darmstadt. unt> nur mit einem falschen Pantherfell und einem

** Keine Deamten-Vorstellungen fa^n Rosenkranz bekleidet, und die Annahme, daß im Stadttheater. Die Intendanz des Stadt- rie ln diesem Aufzug über die Pariser Boulevards theaters macht nochmals daraus aufmerksam, daß bj5 ,ns Museum gegangen ist, hat wenig Wahrfchein- laut Beschluß der Theaterdeputation in der kom- jür sich. Aber all die stillen Beschauer ..!

wenden Spielzeit keine Dearntenvorstellungen wte I Wenn der da nicht eben geniest hätte, dann würde überhaupt keine geschlossenen Dereinsvorstellun« I j^n |i^er an (einem vermeintlichen Wachsohr gen, veranstaltet werden. gezupft haben ... Wirkliches und Unwirkliches ver-

In den Ruhestand versetzt. Der Ma- schmilzt, und alles ist Illusion.

chinenrneister Rudolf L a n g e, der seit etwa 31 Iah- Irrgarten der Ereignisse. Ich torkle von einem ren beim Städtischen Elektrizitätswerk tätig war und ich bei den Beamten und Arbeitern des Werkes allgemeiner Beliebtheit erfreut, wird wegen Er­reichung der Altersgrenze mit Wirkung vorn 1. Okto­ber ab in den Ruhestand versetzt.

* Der Bienenzüchterverein Gießen und Umgegend hielt am Sonntag nach län­gerer Unterbrechung eine Versammlung ab, zu >er sich über 60 Mitglieder eingefunden hatten. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden G. Bodenbcnder (Gießen) wurden zuerst die geschäftlichen Angelegenheiten erledigt. Der Ob­mann berichtete über Verhandlungen mit dem Gießener Obst- und Gartenbauverein in bezug auf die Teilnahme der Imker an der Herbst- | blumenschau dieses Vereins und bedauerte, daß ein Zusammenarbeiten nicht möglich war. Er gab dann ein Schreiben des Verkehrsvereins Gießen bekannt, wonach mit Rücksicht auf die allgemeinen Wirtschaftsverhältnisse von der Veranstaltung einer Werbewoche in diesem Herbst abgesehen werden solle. Der Plan des Oberhessischen Die- nenzüchtervereins, in Gemeinschaft mit dem 6Or­tenburger Provinzialverband, dem Rheinhessischen Imkerbund, dem Kurhessischen, Rassauischen und Mitteldeutschen Imkerverein eine stillgelegte Zuckerfabrik für den eigenen Bedarf wieder in Betrieb zu setzen, löste eine längere Ausspache aus an der sich u. a. die Herren Schäfer (Gießen), B e p P l e r (Wieseck) und Schindler (Großen-Duseck) beteiligten. Für und Wider-wur­den genau erwogen. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Auf Anfrage gab der Vorsitzende Auf­klärung über die Verhältnisse bei der Honigver­wertungsgenossenschaft Südwestdeutscher Imker in Frankfurt a. M. Den Höhepunkt der Tagung bil­dete ein Vortrag von Eisenbahndirektor a. 'S). Hille (Oberursel) über das Thema: .Die Bie­nenzucht in idealer Auffassung". Ausgehend von dem Gocthewort: .Willst du die großen Wun­der leben, bleib vor dem Dienenvolke stehen , , . . . .

pries er die ideellen Werte, die die Imkerei dem In Berlin wurde wegen kleiner Schwindeleien Bienenzüchter gibt, zeigte an einem geschicht- ein Mann verhaftet, den man den König der lichen Längsschnitt, wie die menschliche Kultur mit Abenteurer normen konnte^ wenn er nicht der Entwickelung der Bienenzucht gleichen Schritt schon einmal fünf Tage einen wirklichen Königs- gehalten habe u. a. m. Reicher Beifall lohnte titel gehabt hatte, nämlich den eines Königs §ie Ausführungen. Rachdem noch beschlossen von Albanien. Es handelt sich um den worden war im Gießener Anzeiger" eine Werbe- heute 60 Jahre alten aus Düsseldorf gebürtigen Woche zu veranstalten und eine Entschließung an Artisten Otto Witte, Mfcn Lebenslauf von Phan- Äorfi6=nkn M Scutf<4«n SmtZrbunt^. in taftWt »°nt«u«lichl°it ist. Se n Tater »ar der Deklarationszwang für Bienenhonig gefor- ein kleiner Schausteller, ber imt seiner Familie bert wurde schloß der Vorsitzende die anregend auf Jahrmärkten auftrat. Schon tn frühester 3u- verlaufene CMammlung. «end mußte Witte in der Arena Mitwirken.

| Sein artistischer Beruf führte ihn durch die

, ii t ganze Welt. Zufällig befand er sich auf dem

Schwere Bluttat eines Doloaren. Man, als dort in den Jahren 1911 und 1912 WSR. Hofheim (Kreis Bensheim), 27. Sept, der Streit UM den albanischen Königsthron auf Gestern gegen 18.30 Uhr spielte sich hier eine der Tagesordnung stand. Der türkische Prinz Liebestragödie ab. der zwei j u n g e Halin Eddin war zum König von Albanien aus- Menschenleben zum Opfer fielen. Ein ersehen. Witte erfuhr aus den Zeitungen, wann von hier gebürtiger Reichswehrsoldat der neue Komg m Tirana cintreffen sollte, hatte mit einem 17jährigen Mädchen von Wahrscheinlich hatte Witte ben Hauptmann von Lr ein Verhältnis. (Eine Stunde, bevor der Köpenick m Erinnerung, ato er auf die 3tee junge Mann nach Ablauf seines Urlaubs wieder kam. den Albanern einen Streich zu spiele^ Er zu seinem Truppenteil in Gießen zurücttehren besorgte sich eine Phantasieuniform und schickte soll e begab er sich zu dem Mädchen, das bei Telegramme an die Behörden von Tirana worin einen Großeltern wohnte. AuS bisher unbe- er mittciltc. Dah ber Äomg Su einer Mimmten anntcr Ursache schoß er dem Mädchen in Zeit in Tirana cintreffen würbe. Die albanischen der Waschküche eine Kugel in den Kopf. Behörden trafen in aller Eile Empfangsvorbe- bie den sofortigen Tod herbeiführte. Der reitungen, empfingen ihn mit großem Pomp und Mörder brachte sich darauf selbst einen erwiesen ihm alle Ehren, die einem König zu- : Kopfs ch u ß bei; er erlag später im Wormser stchen. Mit einem spateren Zug traf ter wirkliche Krankenhaus seiner schweren Verletzung. Kömg von Albanien em und war höchst erstaunt

daß niemand ihn am Bahnhof begrüßte unb bie

Geständnis der Offenbacher Mörder. Beamten sehr erstaunt waren über ten Mann,

of c A n «w 97 Sr-vt Die der sich als König von Albanien ausgab, wo

Osseubach a. M 27 Sevt. Di Albanien dvch bereits einen König hatte. Der

wegen Ermordung der dostassistentm Anna tourte dem Witte-König vor-

Är«u6cr Uten S>an4mann unb dieser -ntschieb. bah bei anbete

Distler haben "achtem ^ bisher ha^ $öni ein Betrüger und zu verhaften sei. Rach nackig S^ugnctt hatten mn Geständnis ad (-nf u2agen toar Traum aus. Witte ver- £ann M ® iftte r bie «7Ju? erntet einem I Ichwond aus Albanien unb bie Welt hatte Stall Vorwand zum Oeffnen ter Tür veranlaßt. Dar­auf packte sie Distler und machte sic durch einen Schlag ins Gesicht kampfunfähig, nachdem sie sich kräftig gewehrt hatte. Dann trat ter vor ter Tür stehende Hansmann in Tätigkeit und band die Frau mit einer mitgebrachten Schnur an Armen und Füßen zusammen, nachdem man ibr mit einem Frottierhandtuch einen so starken Knebel in den Wund gesteckt hatte, daß er später nur sehr schwer zu entfernen gewesen ist. Hier-