2lloys Ruppel, Direktor der Stadtbibliothek und des Gutenbergmuseums, erstattete sodann den Jahresbericht, aus dem hervorging, das) die Gutenberg-Gesellschaft auch in der gegenwärtigen schweren Rotzeit frische« Leben zeigt, und das), wenn alle Mitglieder ihr die Treue halten und ihr nach Möglichkeit neue Freunde zuführen, sich gesund in bessere Zeiten hinüberretten kann. 3m Anschluß an die Generalversammlung sand auf dem Gutenbergplah vor dem festlich geschmückten Denkmal Gutenbergs eine Huldigungsfeier unter Mitwirkung sämtlicher Mainzer Männer- gcsangvereine statt, bei der Direktor Dr. R u p - V e l Johann Gutenberg als den wahren Erfinder der Buchdruckerkunst und großen Sohn Deutsch« lands feierte.
die Versammlung zunächst mit der DertrauenS- arztfrage und kam in einer Entschließung zur Ab- lehnung der ohne Mitwirkung der ärztlichen Spitzenverbände zustandegekommenen Richtlinien, die als unbrauchbar und undurchführbar bezeich«
Warum sindWald undWiese grün?
Dom Strahlenappetit Verpflanzen. — Gelbe und grüne Strahlen sind Totfeinde des Lebendigen. — Wieviel Licht verschlingt die Pflanze?
Don Dr. p. Popofsly.
Der Reichstag hat noch daS Gesetz über die Rechtsstellung der weiblichen Beamten verabschiedet, dessen erste Lesung schon am S. Dezember 1931 erfolgt ist. Hiernach sind verheiratete weibliche Reichsbeamte berechtigt, ihre Entlassung auS dem Beamtenverhältnis zu verlangen. Aber auch ohne diesen Antrag kann die vorgesetzte Dienstbehörde die Entlassung verfügen, wenn nach ihrem Ermessen daS Ausscheiden aus dienstlichen Gründen erforderlich ist und die wirtschaftliche Der-
dungssummen na hierbei im Hinbl keit darauf Wert Beamtinnen ihre männer sich in befinden.
Die auSscheidenden weiblichen Beamten — sowohl die planmäßigen Angestellten, wie die nichtplanmäßigen — haben Anspruch auf eine Abfindung, die nach der Zahl der Dienstjahre berechnet wird. Durch die Zahlung dieser Ab- sindung werden gleichzeitig alle BersorgungS- bezüge abgegolten. Bei der Berechnung der Abfindung sind auch die Dienstzeiten mit zu berücksichtigen, die nach Vollendung deS 17. Lebensjahres im Reichs-, Landes- oder Kommunaldienst zurückgelegt sind, auch wenn dies nur ein Ar- beits- oder Angestelltenverhältnis gewesen ist.
Falls nach der Entlassung der Fall eintreten sollte, daß die gesicherte Versorgung in Wegfall gekommen ist, dann sollen die ausgeschiedenen weiblichen Beamten nach Möglichkeit wieder be-
marschierten.
" Freiwilliger Arbeitsdienst der Ortsgruppe Gießen des Deutschnationalen H a n d l u n g s g e h i l f e n - D e r - bandes. Man berichtet uns: Die Ortsgruppe Gießen deS DHV. führt für ihre stellenlosen Mitglieder einen freiwilligen Arbeitsdienst durch. Jüngere, stellenlose Kaufmannsgehilfen sind mit Planierungsarbeiten an der Peftalozzischule beschäftigt, während in einem anderen Dienst Arbeiten in der Gießener Universitätsbibliothek durch- gcführt werden. Dieser Dienst eignet sich besonders für solche Stellenlosen, die infolge ihres Alters oder ihrcS körperlichen Zustandes nicht mit schweren Erdarbeiten beschäftigt werden können. Die Durchführung geschieht in engem Einvernehmen mit dem Arbeitsamt Gießen, dem städtischen Hochbauamt und der Leitung der Universitäts- ßlbliothek. Es ist dieS der erste freiwillige Ar- beitsdienst im Arbeitsamtsbezirk Oberhessen, der nur mit Kausmannsgehilfen durchgesührt wird. Insgesamt werden 27 stellenlose Kaufmannsgehilfen beschäftigt. Die bisherigen Erfahrungen sind durchaus zufriedenstellend. _ ~
" Einbruch im Zigarr enge schäft. In der vergangenen Rächt wurde im Zigarrmhaus von Fahrenbach in der Frankfurter Straße ein Einbruch verübt. Die Diebe zerschlugen eine Fensterscheibe, stiegen in den Laden und entwendeten Tabakwaren. Die Höhe deS Schadens konnte bisher noch nicht genau festgestellt werden. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange.
•• Sonnenwendfeuer auf dem O ber- st e i n b e r g. Die Wartburggruppe Gießen hatte alle Gießener evangelischen Iugendgruppcn, die dem „Hcsscnbund" oder dem „Verband der weid- lichen Iugend" ongehören, auf Samstag abend zu einer Sonnenwende.er auf den Oberstcinberg. südlich von Watzenborn-Steinberg, eingeladen. Der Einladung hatten die Gießener Iugend- gruppen, ferner die Iugendvercimgungen von Klein-Linden. Leihgestern und Watzenborn-Steinberg Folge geleistet. Die Feier wurde durch Die Singegemeinschaft der Gießener Iugendgrrchpen unter Leitung von Pfarrassistent n e 11 eröffnet. Rach Entzündung des haushohen Holzstoßes, den di« Gießener B)artburgjugend zusammcngestettt hatte, klang das gemeinsam gesungene UeD ..Flamme emhor" hinaus -in die Sommernacht. In seiner Feuerrede sprach Pfarrer Decker über die Bedeutung der Sonnenwende bei den Germanen und ferner darüber, was dos Feuer uns Christen zu sagen hat. Pierct ©tau bach. Watzenborn-Steinberg, betonte das Ge meinsame der Iugend und gab ferner Freude über das Zufammenfinden der fugend Ausdruck. Das Feuerspringen wurde von Marra.ftstent Knell mit dem Feuersprung „Du Volk au«l Der Tiefe du aus der Rächt, vergiß nicht das Feuer, bleib auf der Wacht- eröffnet. Kämmlingen gro« herer Gruppen und gemeinsam gesungene Lieder klangen noch bis Mitternacht durch die stille Ratur bis mit dem Schlußlied „Kem schöner Land" der Abend beschlossen wurde.
Amtsgericht Gießen.
Der Transportarbeiter R. P- ^Her Dorschen- der und Geschäftsführer desInternationalen Bun des des Kriegs und der Arbeit hatte M £ Dcr' antworten, weil er für seinen Verein empfangene
net wurden. _
Hierauf hielt Prof. Dr. D a v i d (Frankfurt M.) ein Referat über das Thema „llnfer Kamps um standeswürdige Verträge". Der Redner forderte für die Krankenhausärzte eine ihrer Tätigkeit entsprechende Entlohnung, ausreichende Altersversorgung und Sicherung der An- stellungsverhä.tnisse gegen willkürliche Entlassung ohne Grund. Für die Erfüllung dieser Forderun» gen müsse die gesamte Aerzteschaft geschlossen kämpfen, nicht aus egoistischen Gründen, sondern um den Ansprüchen zu genügen, die Kranke und Staat an den leitenden Arzt eines Krankenhauses stellen. Lieber das Eigentumsrecht der Krankengeschichten und Röntgenfilme referierte der Syndikus des Verbandes, DerwaltungSrechtsrat Becheret (Berlin), der erklärte daß allein dem Hersteller und nicht dem Krankenhaus alS solchem das zeitlose und unbedingte Eigentumsrecht an Krankengeschichten usw. zustehe Er forderte deshalb eine Revision der vom Hauptausschuh der ärztlichen Spihenorganisatio- nen herausgegebenen Grundsätze nach dieser Rich-
rascher Folge wurden dann die geschäftlichen Angelegenheiten erledigt. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt und die Ergänzungswahl für ben Beirat nach den Vorschlägen des Vorstandes vorgenommen. Der Derbandsbeitrag wurde von 15 auf 11 Mark herabgesetzt und als Tagungsort für die nächste Generalversammlung Breslau bestimmt. _ ,
Bei einem anschließend im Kurhaus gegebenen Frühstück begrüßte Ministerialrat Sch rohe (Darmstadt) die Gäste im Auftrag der hessischen Regierung. Rach Besichtigungen der w.ssenschast- lichen Institute und der Vudeanlagen beschloß ein gemeinsamer Ausflug nach der Saalburg die Ta- gung. _______
Guienbergsest in Mainz.
WSR. Mainz, 27. Iuni. Wie alljährlich, so feierte auch in diesem Iahre die Stadt Mainz am 25. und 26- Iuni das Gedenken ihres größten Sohnes Gutenberg. Sportliche und musikalische Veranstaltungen haben Die Seiet zu einem wahren Volksfest gemacht. Den Höhepunkt des Festes bildet stets die G e n e r a I- versammlung derGutenberg - Gesell- schast die gestern vormittag tm Akademiesaat des Kurfürstlichen Schlosses abgehalten wurde- Rach kurzen Begrühungsworten des ersten Vorsitzenden. Oberbürgermeister Dr. E h r h a r d, sprach Professor I. Victor Scholderer vom Britischen Museum in London über die italienischen Frühdrucke. Der bedeutende englische Gelehrte ging in feinem Rortrag den kultu- teilen Untergründen des italienischen Frühdrucks nach- Er stellte die Zahl der Veröffentlichungen soweit heute das Material dazu vorliegt. auf den drei Hauptgebieten des geistigen Lebens lener Zeit des Humanismus, der Theologie und Der Iurisprudenz, fest, um aus dem Ergebnis dann wiederum einen Rückschluß zu Stehen auf die Bedeutung. die jedem dieser Drei Gebiete für das geistige Leben des Quattrocento zukam. Der interessante Vortrag wurde mit lebhaftem Bei- I fall aufgenommen. Der zweite Vorsitzende, Dr.
hezulegen. Ganz besonders wird ick auf die große ArbeitSlosig- gelegt, daß vor allem diejenigen Stellung aufgeben, deren Ehe- gesichertem DeamtenverhältniS
Buntes Allerlei.
Oie schüchterne Greta.
Der große Reklamerummel um G r e t a G a r b o, der von ihrer Flucht aus Hollywood, von ihrer Rückkehr in die schwedische Heimat und von ihrer glücklichen Heirat erzählte, hat sich nun wieder in Wohl- gefallen aufgelöst. Die „göttliche Greta" bleibt in Hollywood; sie wird nur ihre alte Firma, bei der sie sich einen Weltruhm erobert hot, verlassen und für eine andere Filmgesellschaft filmen, die entsprechend mehr zahlt. Trog dieser einfachen Erklärung der mysteriösen Handlungen, die man der schönen Schwedin unterschob, bleibt ein Schleier des Geheimnisses um sie gebreitet, der ihre stärkste An- ziehungstraft bildet und sie besonders den Amen- tanern rätselvoll macht. So wird z. B. ein richtiger Aankee niemals begreifen können, warum sich Greta weigerte den Bizepräsidenten der Bereinigten Staaten Curtis, und seine Schwester Dolly Gann die ihr'Atelier besuchten, zu empfangen. Sie verließ auf die Kunde von dem Eintreffen der hohen Herr- schäften fluchtartig das Lokal. Und doch ist Die Lr- Harting einer solchen Handlungsweise, über die ganz Amerika „Kopf steht", für den sehr einfach, der Die Wesensart des nordischen Menschen kennt: Greta ist eben ein verschlossener, eigenbrodlerischer und ein- famer Mensch, und dazu kommt noch eine frauliche Schüchternheit. Das behauptet wenigstens der Re- fliheur mit dem sie ihre letzten beiden großen Filme
Mota Hari" und „Wie du mich begehrst gedreht hat Dieser Mann, George Fitzmaunce, der die Garbo in langen Monaten gemeinsamer Arbeit genau kennen gelernt hat, verrat: -Sie ist so schüchtern, daß sie vor jedem Fremden daoonlmift, ja, selbst mit Bekannten nur ungern spricht. Wahrend sie arbeitet, darf niemand anwesend fein, der nicht unbedingt notwendig ist. Sie verehrt z. B. Marie Dreßler außerordentlich, aber, wenn diese Künstlerin herein- käme während wir gerade eine Szene aufnehmen, dann' würde sie sofort ihre Arbeit unterbrechen. Ost verlangt sie selbst von mir, dem Regisseur, daß ich hinter einem Schirm stehe, während sie spiell. eie ist unermüdlich tätig, jeden Morgen Punkt neun Uhr zur Stelle, in ihren Lederreithosen, ihrem Leder- jatett und ihrer Mütze. Sie arbeitet ununterbrochen und trinkt nur alle paar Stunden eine ~affe xafsee. Sie legt sich ihre Auffassung der Rolle zu Hau e genau zurecht und überrascht im Atelier durch die | Folgerichtigkeit ihrer Anschauungen. Aber gegen Ein-
Aus der Provinzialhaupistadt.
Gießen, den 28. Iuli 1932.
Abfindung für weibliche Beamte.
Schon seit langer Zeit sind Bestrebungen im Gange, den weiblichen Beamten da- Ausscheiden aus dem Dienst durch Gewährung von Absin-
Gelder über 100 Mark für sich verwendet haben soll. Er gab die» zu, konnte aber doch der Unter- ichlagung. Deren er angcliagt war, nicht überführt und muhte freigesprochen werden. (Er behauptete, gegen den Berlin Gegenforderungen in mindesten» gleicher Höhe gehabt zu Haden, er Hobe deshalb die angeblich unterschlagenen Gelder lebig-
so Ist. denn dann würden unsere Bäume. Sträucher unb Kräuter schwarze- Laub tragen. Rur Körper, die alle sichtbaren Lichtarten ouf- f äugen, erscheinen uns schwarz. Sie strahlen also keinerlei Licht zurück.
Warum sind die Pflanzen grün? Bon allen Llchtsarben der Sonne führt Das Gelb und Grün die größte Energiemenge mit sich, besonders In Form von Wärme Diese strahlende Därme der Sonne kann irdische Gegenstände, schwarze Wege, dunkelbraune Ge'teinswände, auf sehr hohe Temperaturen erhitzen. Auch die -Natter können sich ihr nicht entziehen: nachweislich nehmen sie zwangsweise bis zu vier Fünftel von ihr auf.
Bei Lufttemperaturen von 30 Grad sind bei manchen der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetz- ten Pflanzen über 50 Grad in den Blättern gemessen worden. Bei dielen hohen Temperaturen sind längst alle Lebenstätigkeiten eingestellt. Sie liegen schon hart an der Grenze von Leben und Tod des lebendigen Stoffes der Blattzelien, deS Protoplasmas. daS bei wenig über 30 Grad gerinnt und stirbt. Darum also vergreift sich die Pflanze mit ihrem das Sonnenlicht au>saugenden Motor, den Shlorophyllkörperchen, nicht an dem gefährlichen Grün und Okib Es ist glühende« Eisen für sie: sie dankt dafür, strahlt eS zurück und leuchtet dadurch in dem unS erfreuenden €maragbgnm. Cbc daS Sonnenlicht die Erdoberfläche und die Pflanzen erreicht, muß eS die Lufthülle durchdringen. DaS geschieht nicht, ohne daß eS dabei Veränderungen in der Zusammensetzung erleidet. Morgen- und am frühen Vormittag, am späten Rachmittag und am Abend sind die vom Licht zu durchsetzenden Luftschichten am dicksten. Ie dicker die Schichten, desto mehr werden reichlich Strahlen aller Farben In der Lust festgehalten, nur die roten Strahlen kommen mit geringem Verlust b ndurch (Morgen- und Abendrot). ES ist e n Zeichen für den allem Lebendigem innetDobnciiteii großartigen Spürsinn, daß Die Pflanze sich gerade diese, den größten Teil deS Tages über verfügbare und ungefährliche Strahlcnart auS dem Lichttncer herauSfucht und mit ihr den chemischen Betrieb aufnimmt.
Wie steht eS nun mit Der Anpassung an daS Blau? Auch hier brauchen wir die Antwort nicht schuldig zu bleibenI An durchschnittlich 345 Tagen deS Iabre« ist mehr oder weniger .bedeckter Himmel". Das Tageslicht ist an diesen Tagen .zerstrreute- Licht" und als solche- besonder- reich an blauen Strahlen. So toetben Der Pslanzc an vielen Tagen und saft den ganzen Tag über blaue Strahlen reichlich zur Verfügung stehen, dar« um erscheint es uns nur selbstverständlich, wenn ihr Chlorophyllapparat sich auch Der Aneignung dieses SonnelichtteileS angepaßt hat
Wir können also antworten: Die Pflanzen find grün, weil sie von Sonnenlich die ihnen am meisten zusagenden und die meiste Zeit über vorhandenen blauen und roten Strahlen zum LebenSbetrieb aussaugen und nur Die schädlichen grünen und gelben Strahlen fast ungehindert zurückwerfen oder Durchlässen.
wände ist sie Durchaus nicht unzugänglich, fonbrrn läßt sich auch einen anderen Standpunkt auseinandersetzen. Greta zieht die Bücher den Menschen vor. Sie liest sehr viel, besonders Ibsen. Strindberg, Knut Hamsun und andere skandinavische Dichter, und sie fühlt sich wohler in der Gesellschaft Dieser erlesenen Geister als bei einer HollywooDer Premiere oder Gesellschaft."
Wurden zwei Kinder vertauscht?
Vor Der ersten Zivilkammer de- Landgericht- GlaDbach - Rheydt findet ein neuer Termin in dem Prozeß über Die vertauschten KinDer statt. In Diesem Prozeß, Der schon länger als ein Iahr Dauert, handelt es sich darum, vor Gericht festzustellen, ob vor zwölf Iahren im Gladbackxrr Wöchnerinnenheim zwei Iungen kurz nach Der Geburt vertauscht worden sind. Beide Elternpaare sind zu dieser Ueberzeugung gekommen, während Die Leitung de- Heimes Die Möglichkeit einer solchen Vertauschung abstreitet. Kläaer ist einer Der Vater, der Werkmeister Beuth, Der Die Feststellung beantragt hat. Daß der in Der Familie Des Fabrikheizers Donk lebende Iunge Willi fein natürlicher Sohn ist.
Als Beweis in Dem Prozeß Dienen vor allem zahlreiche Gutachten von Sach verständigen. Diese Gutachten kommen in Der übertoiegenDen Mehrzahl zu Dem Schluß, Daß tatsächlich eine Vertauschung erfolgt sein müsse. Körperbau, Wuchs und Gesichtsau-Druck Der beiden Knaben Deuteten Darauf schon einDringlich hin. Mit diesen Feststellungen haben sich Die Sachverständigen aber Durchaus nicht begnügt. Sie haben Die beiden Familien eingehend untersucht. Die beiden Elternpaare und die Iungen waren beispielsweise einen ganzen Tag zur sachärztlichen Untersuchung in den Universitätskliniken in Bonn vor Dem gerichtsärötlichen Ausschuß Der Rheinprovinz. Fingerabdrücke, 'Blutproben, Kiefer- u. Zahnuntersuchungen, alle nur Denkbaren Untersuchungsmethoden führten zu Dem gleichen Ergebnis, so Daß Der Ausschuß zusarnrnen- sassend feststellte, nach menschlichem Ermelsen müsse man eine Vertauschung Der bciDen ÄinDer annehmen. Bestätigt wird diele Ansicht auch noch dadurch, daß schon damals vor zwölf Iahren im Wöchnerinnenheim Die eine Der Mütter behauptet hat, man habe ihr ein falsches KinD gereicht.
Aus einerZeitung aus demZahre1882.
In einem StäDtchen am Taunus erbot sich ein junger Beamter. 200 Mk. Darauf au wetten, daß er mit seiner Braut 10 000 Küsse in acht Stunden wechseln werde. Die junge Dame er» rottete pslichtschuldigft, erklärte sich jedoch zur Mitwirkung an Dem Experimente bereit, das unter scharfer Kontrolle Der Anwesenden sofort in Angriff genommen wurde. Zu Ende Der ersten Stunde hatte das Pärchen 2000 Küsse getauscht, in Der zweiten Stunde sank Die Aktion auf 1000 und in Der Dritten auf 750 herab. Das efberi- mentierenDe Paar bot einen kläglichen Anblick: Der kuhlustige Bräutigam hatte einen schmerzhaften Lippenkrampf, Der Wochen hindurch fort- Dauerte, und Die tapfere Braut verfiel tn heftige ' Zuckungen. Die ein lebensgefährliches Rervenfieber zum Rachspiel hatten. Die Wette I ging verloren, und Die Hochzeit muhte um eit;
Iahr aufgeschoben werben.
lich zum Ausgleich bestimmt unb für sich verwendet. Es waren auch Gegenforderungen vorhanden, teilweise waren fie aber ungewiß, teilwei'e lagen sie Aciiluh soweit zurück, daß sie nicht lediglich zur Entlastung de» Angeklagten in dieser Sache wieder herbeigeholt worden sind. Der als Zeuge vernommene Kassierer de» Bund«» sprach sich zu seinen Gunsten au», namentlich dahin, er habe sich nach den damaligen Derhällnissen zu seinem -Lun berechtigt halten können, so daß dem Angeklagten immerhin das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt haben mag.
Der vorgesührte 23jährige Melker L. ist polnischer Staatsangehöriger unb schon viermal seit 1928 wegen Übertretung der Paßvorschriften vor- bestraft. Diesmal ist er wiederum in dem Reichsgebiet betroffen worden, nachdem er durch Dersü- forgung W weiblichen D-nmien nach b« Höhe I 8“"0.±.r..n3l'®!,e5u"9n J". /ÄS?
deS FamilieneinlommcnS dauernd gesichert et-
M$.nL Ä" k" cÄnzüb -d«.ch,ig" nd-n E°nr.ilHchi°«nL
Der Ehemann in unkündbarer Deamtenstellung ist, AK/den be
lann diese Schi-dSN.lie nicht ange^sen werden.. | «XÄ ÄÄÄ Er ist dann wochenlang zu Fuß durch Deutschland gewandert und hat sich durch Betteln ernährt. Als Grund für seinen wiederholten Bannbruch mit er in durchaus glaubhafter Weise an, er habe die Absicht, ein hiesige» Mädchen, mit dem er schon Jahre lang gehe, zu heiraten. Er erhielt wegen Zuwiderhandlung gegen die Paßvorschriften vom 6.4.23 und wegen Uebertretung des § 361 Z. 2, sowie wegen Bettelns eine Gefängnis st rase von 4 Wochen, bzw. wegen der Ucbertretungcn eine Haslstrase von je 2 Wochen. Trotz Der einschlägigen Vorstrafen ließ das Gericht noch Milde walten. Da aber der Angeklagte Ausländer und ohne festen Wohnsitz ist, wurde er sofort verhaftet, um seine Strafe alsbald abzusitzen.
Eine müßige, oder wohl gar eine dumme Frage? O, nein, durchaus berechtigt! Die fo vieles andere wird Die grüne Farbe der Pflanzen als etwa- ganz Selbstverständliche- hingenommen und doch verbirgt sich dahinter ein Retzwerk rätselhafter und schwer entrinn barer Beziehungen Der Pflanze zur Umwelt. Zeigt sich gcraDe in Der grünen Farbe Der Laubblätter Der feine Anpassung-instinkt des CcbenDigcn an Die Leben-rnöglichkeiten, Die Die Außenwelt bietet
Farben entstammen Der Himmel-Palette Der Sonne. Ohne sie keine Farben! Wenn nachts Das Lichtmeer Der Sonne erloschen ist, finD auch Die Farben verschwunden. Das kalte Mond- und Sternenlicht ist nicht imstande. Den Farbenzauber DeS Sonnenlichtes auch nur andeutungsweise bet- vorzubringen, Da ersteres fast ein halb Millionen- mal schwächer ist: Sternenlicht sogar mehr al- hunDert millionenmal.
Sonnenlicht ist auS Den bekannten Regenbogenfarben Rot. Otanae, Gelb, Grün, InDigo. Blau unD Violett gemischt, D. h. auS langwelligen unD kurzwelligen Lichtstrahlen. Die Körper erscheinen in bestimmten Farben, weil sie, vermöge ihrer stofflichen Eigenschaften eine oder mehrere Der genannten Lichtsorten auS Dem .weißen" Sonnenlicht verschlucken und Den unterbauten, nicht zurückhaltbaren Rest toieDer au-strahlen. In Den Blättern, Den Blattzelien finDen sich in Form winzigster Körnchen von nur wenigen Tausendsteln Millimeter Durchmesser Die Blattgrün- lEhlorophtzll-) Körnchen. Milliarden und AbermilliarDcn von ihnen gehören zu einem einzigen Blatt. Diese Ehlorophyllkörner können also das zusammengesetzte Sonnenlicht vermöge ihrer stofflichen Eigenart nur mit AuSwahl verschlingen. Sie haben nur Appetit auf Violett, Blau unD Rot. Das Grün unD Orangegelb lassen sie übrig, strahlen eS zurück unD lassen eS durch ihre winzigen Körperchen hindurch. 6ine Wald- Wand ist also grün weil daS zurückgewvrfene Licht von ihr in unser Auge gelangt.
Daß es sich um große Lichtmengen handelt, die im Blattgrün stecken bleiben, davon kann jeder Liebhaberphotograph ein Lied singen. Sein Lichtmesser wird im geschlossenen Buchenwald Die 60- sache Dslichtungszeit ausweisen im Vergleich zur Veli' ungSzeit im vollen Sonnenlicht etwa außerhalb des Waldes. Dieses vom Blattgrün verschluckte SonTtenlicht ist Die Wichttaste Kraftquelle Der Pflanze. Mit ihrer Hilfe vollzieht sie jenen älrprozeß DeS LebenDigen, jene VerwanDlung Der toten nicht organischen Kohlensäure Der Luft in organische und lebendige Stoffe. Ilm waS für Rle- senurnsähe mit Hilfe Der Sonnenenergie es Dabei geht, besagen folgenDe Schätzungswerte. DaS Gewicht Der vorn gesamten Pflanzenkleid Der Erde fest gehaltenen, mit Lichtkraft umgearbeiteten Koh- fäure soll 0,3 Billionen Tonnen betragen. Kem Wunder also, wenn Die Pflanzen einen mörDen- schen Kampf kämpfen um Licht unD Sonne.
3a. Dann wäre eS doch eigentlich unverständlich, warum sie nicht die gesamte zugestrahlte Sorrnen- cnergie aufbrauchen, warum sie Gelb und Grün ausstrahlen? Wir können sroh sein, daß Dem nicht
schäftigt werden. Beachtenswert ist, daß die Deut
sche Reichsbahngesellschaft und Die Reichsbank er- TagUNÜ bet Krankenküfsenärzte mächtigt finD, für ihre Beamten eine entsprechenDe °
Regelung zu treffen, nicht Dagegen Die Länder- <•» -OOO'ViaUvCini.
Verwaltungen, obwohl gerade eine solche Rege- WSR. Bad - Rauheim, 27. Iuni. Auf
lung bei Der Schulverwaltung am Platze gewesen Einladung DeS hessischen Staatsbades hielt hier
wäre. In Preußen ist Deshalb bereits Der Ent- Samstag und Sonntag Der VerbanD Der Krankenwurf eines Gesetzes über Das freiwillige AuS- hau-ärzte seine Generalversammlung ab. Rach
scheiDen verheirateter Beamtinnen und Lehre- cinct internen Vorstandssihung am Samstag herinnen. vorbereitet worden. gamten am Sonntagvormittag die eigentlichen Be-
* ratungen, die im großen Hörsaal des Kerckhoff-
•• Rückkehr unseres Bataillons. Instituts stattsanden und vom Verbandsvorsitzen- Gestern nachmittag kam unser Bataillon vom den Geheimrat Pros. Dr. Sultan (Derlm) gc- Truppenübungsplah Ohrdruf zurück. Die Mann- leitet tourtWL Anwesend waren außer etwa 70 schäften und das umfangreiche Material wurden Mitgliedern des VerbandeS die Dertteter der ux- an Der Frankfurter Güterrampe ausgeladen. Auf Hörden sowie Der meknztmschen Fakultäten Der dem Marsche der Kompanien durch die Stabt Aur Universitäten Dießen, Frankfurt a. M und Kaserne waren die Straßen von zahlreichen Zu- Heidelberg und der Aerztekammern von Hess schauern umsäumt. Die sich Den einDrucksvollen unD H^klen-Rassau. Auf GrunD von Atchtlmien, Einmarsch nicht entgehen lassen wollten. Erneut Die von denSpihen^amsattoEiDerKranrenkas. wurde DaDurch Das herzliche Verhältnis, da- sen^einerseits und den Krankenh^Sverwaltzungm zwischen Der Einwohnerschaft unserer StaDt unD ande^etts über dre ^nktionen^s Dertrauens der Reichswehr herrscht, unter Beweis gestellt, arztes Der Krankenkasse KrankenhauSbeha^. Diel beachtet würbe, daß eine Anzahl SA.-Leute lung aufaeftellt worden warm,
in geschlossener Ma rschordnung inmitten des ' mxt ber AertrauenS-
übrigen Publikums vor dem Bataillon einher-


