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Es kam einer, der in dem Glauben lebte, ein Landhaus fei ein Strandbad. Er erschien am Früh» stückstisch in einem Badeanzug und schritt barfuß durch die Zimmer' Er gedachte, in diesem Wochen endgewand auch am Mittagstisch zu erscheinen. Nur der Hinweis, das, zwei ältliche weibliche Tischgäste kommen, zwang ihn in Hemd, Jacke und Stiefel.
Es kam einer, der darüber wütend war, daß wir außer ihm keine jungen Damen eingeladen hatten.
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Es kam einer, der sein Rundfunkgerät in einem eigens dazu gebauten Koffer mitbrachte. Er behauptete, Honolulu hören zu können, wenn die vielen Storungen der Stadt fortsallen Er verursachte den ganzen Sonntag über unerträgliche Geräusche. Er suchte Honolulu
E» kam einer, der mußte Montags mit dem ersten Zug 5.20 Uhr wieder in die Stadt. „Macht euch aber keine Umstände wegen meines Frühstücks. Ein Täßchen Kaffee, ein Butterbrölchen genügen vollkommen. Bloß keine Umstände, keine Eier oder sonst irgend etwas Warmes."
Es kam einer mit dem üblichen kleinen Köfferchen. In, Laufe des Gesprächs sagte er. er habe, einen größeren Koffer noch auf der Bahn stehen, und wenn es uns recht fei und auch sonst nichts ausmache ..
*
Für uns, die wir auf dem Lande wohnen fangt jetzt die gefährlichste Zeit des Jahres an. M. A.
Ermäßigung
der Schnell- und Eilzugszuschläge.
Unabhängig van der zeitlich begrenzten Verbilligung der Sommerurlaubsreife tritt ab 1 Dum auch eine Senkung der Schnell- undi-llzug- Zuschläge um 50 Prozent in Kraft. Die Schnellzug-Zuschläge betragen nunmehr in den 5 Zonen:' 1 bis 75 km: 3 KI. 0,50 RM 2 und 1 K 1 — RM.. 76 bis 150 km 1— bzw. 2 —RM., 151 bis 225 km 1.50 bzw. 3.- RM.. 226 bis 300 km 2__ bzw. 4 — RM. und üher 300 km 2,50 bzw.
5.— RM. Pci den Silzug-Zuschlägen fällt die bisherige Nahzone (1 dis 35 km) fort; fie belragcniB den gleichen 5 Zonen 3. Kl. 0,25, 2. Kl. 0,50 RM, 0,50 bzw. 1.— RM., 0,75 bzw. 1,50 RM-, 1— dzw. 2— und 1.25 bzw. 2.50 RM Für die Benutzung von FD-3ügen wird statt des bisher einheitlichen .Huichloas von 4 — RM. sowohl in der 1 wie m der 2. Klaffe zukünftig ein Zuschlag von 2 — RM. bis 300 km und ein Zuschlag von 3.— RM. bei
Entfernungen über 300 km erhoben. Für FFD-3üge (Rheingoldzug) beträgt dieser Zuschlag 4.— RM bis 300 km, 6.— RM. über 300 km.
Der Verkehr auf dem Dochenmarki.
Da, volizeiamtGießen teilt mit: Rach der Polizeiverordnung über die Regelung des Verkehr» auf dem Dochenmarktplatz in Gießen ist da, Befahren de» Wochenmarktplatzes wahrend der Markt- zeit mit Fahrzeugen aller Art, einschließlich Kinder- unb Handwagen, sowie da» Reiten, Viehtreiben unb Milsührrn von Fahrrädern verboten^ Wochenmarkt ift am Dienstag. Donnerstag und oomslag jeder Woche. Ist einer dieser Tage ein gesetzlicher Feiertag, so gilt der vorhergehende Wochentag als Markttag. In der Zelt vom 1. April bis 30. September beginnt der Dochenmarkt um 7 Uhr und endet um 13 Uhr. Es wurden wiederholt Beobachtungen gemacht, daß trotz Ausftellens von Sperrschildern Handwagen und Fahrräder vom Publikum auf den Dochenmarktplatz mitgesuhrt werden. Dir weisen nochmals auf das Verbot hin und haben die Polizeibeamten angc- wiesen, auf die Einhaltung diefer Bestimmung zu achten.
E» kam einer, der fang. Ersten» sang er ununterbrochen, zweitens sang er falsch und außerdem kannte er anscheinend niemals Worte und Melodie eines Liedes zusammen. Jedenfalls aber war sein Gesang der laut hörbare Ausdruck seiner glücklichen Natur unb seines Wochenendbehagen». Mit Vorliebe fang er: „Da» gibt's nur einmal" nach ber alten, längst vergessenen Melobie: „Ich hab kein Auto." Aber beibe» sang er falsch. Er blieb zwei Tage lang.
E» kam einer, dem gefiel e» so gut, baß er am Sonntag, in aller Herrgottsfrühe, irgenbeinen Freund herbeirief. Wir schliefen noch, als wir ihn brüllen hörten: „Mensch, du mußt kommen! Es ift himmlisch hier draußen! Unb so nette, «astfreie Leute! Um 8.15 Uhr geht ein Zug Don Gleis 16." — Am Früh- stückstisch saß bann ein Mann, den wir im Leden noch niemals gesehen hatten.
S» kam einer, bet den ganzen Tag im Zimmer sitzen wollte. „Kinder, so ein Garten ist ja ganz nett, ober die Sonne! Unb die Viecher, bie da herum- kriechen! Ich sitz viel lieber in meiner gemütlichen Ecke hier bei einer guten Zigarre und freue mich, daß mir feine Mücken in meinen Wein fallen " Er saß lange unb trank viel. Am Sonntag fuhr er mit dem letzten Zug wieder fort, und wir haben uns nach lange nach Mitternacht den Kopf darüber zerbrochen, weshalb er eigentlich herausgekommen war.
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Es kam einer, der mit dem Detter Unglück hatte. Es begann zu regnen. Er zog mürrifch wieder fort. Wir hatten das Gefühl, daß er uns persönlich für den Witterungsumschlag verantwortlich machte.
Aus ber Provinzialhauptstadt.
Dießen, den 28. Mai 1832.
Dir wohnen auf dem Land ...
Die wochenevbgäfie besuchen un».
Äür uns, die wir auf-dem Lande leben, fängt jetzt die gefährlichste Zeit de» Jahres an
Ven'chen, die wir feit dem letzten Herbst nicht mehr gelehen haben, erscheinen unvermittelt, wahrscheinlich nur, um zu fragen, wie wir uns auf dem Lande eingelebt haben ...... ... ,,
.Wir hatten nie geglaubt, daß ihr e» aushaltet!
Aber jetzt, wo alles so herrlich in Blüte fleht, muß man euch beneiden! Himmlisch ift es bei euch! Ach, wenn man bas auch einen lag ober zwei fo haben konnte!" ..... «m - x. .i
Das ist die Einleitung, bie mit leiser Melancholie vorgetragen wirb, unb zwar so einbringlich, bah man gar nicht anders kann. Und somit folgt denn auf die Einladung hin ber Dochenendbesuch, benn bie Kunde eines Fremdenzimmers mit zwei Betten verbreitet s.ch im Kreise ber Bekannten so schnell unb so ein- dringlich, wie wichtige Kriegsbotschaft bei einem Dualastamm durch Trommeln in ber Nacht.
Sie kommen in allen Spielarten. Erfahrung hat gelehrt, wie sie zu behanbeln sind. Man muß sich mit ihnen abgeben, benn sie sinb einfach ba. Wie bie Maikäfer in einem für diese Tiere günstigen Jahr.
Wenn sie vorsprechen, Haden sie vielsach schon ein Köfferchen bei sich. (Einige dringen auch ihren Badeanzug mit. Sie wollen wenigsten» Sonnenbäder nehmen, wenn sie schon keine Gelegenheit zum Schwimmen Haden.
Und nun kommen sie ...
Es kam einer, der anscheinend an einer Fernsprech- krankheit litt. Er telephonierte von morgens bis abend». „Ihr müßt schon entschuldigen, aber es handelt sich um lauter wichtige Sachen!" — Sonntag» vormittag» allein hatten wir sieben Fern- bespräche Bei der Verrechnung sagte er, es seien fünf gewesen.
E» kam einer, der wollte Skat spielen Er war offensichtlich gekränkt. ,^d) denke, ihr fvielt! Ihr seid mal eine langwei'ige Bande! Habt Ihr denn keine Nachbarn, die spielen können? Spielt ihr benn wenigstens etwas Sechsunbfechzig?" Nach ber peinlichen Feststellung, baß überhaupt keine Karten im Hause sinb, fuhr er Sonntag» nachmittag», gleich nach bcm Essen, in bie Stabt zurück.
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Taten für Samstag, 28 Mai.
1759: bet englische 6taal6mamf Dilliam Pitt in HaheS geboren. — 1779: ber Dichter Thomas Moore in Yub in geboren; •— 1880: ber Ph.losoph Oswald Spengler in Blankenburg am Harz geboren.
Taten für Sonntag 29. Mai
1594. ber Feldherr ©ottfrieb Heinrich Graf xu Pappen heim geboren; — 1809: Sieg ber Tir- rolcr am Berg 3fcl; — 1923: ber Maler unb Zeichner Adolf Obctlänber in München gestorben.
Bornotizen.
— TageSkalender für SarnS tag. Gießener Hochschulgeselkschaft. 17.15 Uhr, großer Hörsaal der Universität. Festsetzung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Melodie ber Liebe".
— TageSkalender für Sonntag: Ober hessischer Kunstvercin, TurmhauS am CBranb- platz. 11 biS 13 Uhr. Ausstellung. — Dolkshalle. 20.15 Uhr, Militär-Groh-Konzert. — Lichtspiel- I hauS, VahnhofstJaßc: .Melodie ber Liebe".
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Morgen, Sonntag, bleibt das Stadttheater geschlosien. — Montag, 30. Mai, zum letzenmal Goethes Faust l.Teil. Die Aufführung steht unter der Spielleitung des Intendanten Dr. Rolf P rasch. Die größte Inszenierung des Goethe- Jahres geht damit zum letztenmal über die Bühne. In den Hauptrollen: Jochen Hauer (Faust), Beatrice Doering (Gretchen), Kari Bruck (Mephisto). Beginn 10 Uhr, Ende 24 Uhr — Dienstag, 31. Mai, als fetzte Vorstellung ber Spielzeit, 20 Uhr, „Volk in Not", ein deutsches Heldenlied von Kari Schönherr. Andreas Hofer unb fein heroischer Kampf gegen Frembherrschaft unb Unterdrückung stehen im Mittelpunkt ber Handlung. Spielleitung Peter Fas sott. Andrea» Hofer wird von Jochen Hauer dargestellt. Auch diese Dorftcllung geht zu kleinen Preisen in Szene. Ende 22.30 Uhr.
__ DDA. Der Verein für da» Deutschtum im Ausland (VDA.) veranstaltet am nächsten Dienstag- abend im Restaurant ,Lum Andres' einen Vortragsabend, bei dem Pfarrer Harth aus St. Andra über „Die Lage in Oesterreich und an der unteren Donau" sprechen wird. (Siehe gestrige Anzeige.)
— Die Oberhessische Vieh - Vcrsi- cherungs - Anstalt beruft in unserem heutigen Anzeigenteil ihre ordentliche Mitglieder- (Berfammlung auf Sonntag, 5. Juni, in bas Hotel Hopseld ein. Inieresfenten seien aus bie Anzeige besonberS hingewiesen.
" Justizpersonalie. Auf Grund beS AlterSgrenzegeseyes tritt der Landgcrichtspräfi- I bent beim Landgericht der Provinz Rheinhessen Dr Ernst Jungk in Mainz am l.Iuli in den Ruhestand.
•• Museen unb Heidcnturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen I Eintrittspreisen geöffnet.
* Heute kein Militärkonzert am DootShauS. Der Verein .Uferkritik" gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß daS für heute I abend angefehte Militärkonzert auf dem DootS- I platz ber GRG. von 1877 wegen ber ungünstigen Witterung ausfällt. Das Konzert soll zu einem späteren Zeitpunkt ftottfinben.
" DaS Militär - Großkonzert am morgigen öoimtagabenb in ber RolkShalle sei den mufifiiebenben Bürgern in Stadt und Land noch einmal in Erinnerung gebracht. Das Interesse für diese Veranstaltung ist bereits sehr groß. Um bie Kartenabgabe vor bcm Konzert reibungslos burchzulühren, wirb am morgigen Sonntag von 15 Uhr ab ein Vorverkaufskiosk auf bcm Platze vor ber Volkshalle geöffnet fein, an beffen Schalter Eintrittskarten entgegengenommen werden können, um dadurch den Andrang an ber Abenb- laffe zu vermeiben.
•• Sängertag in Gießen. Der Sängergau Dießen-Stadt und -Land im Hessischen Sängerbund hält am morgigen Sonntag hier seinen 3. Gauliedertag ab. Von 8.30 Hbr ab hübet in der Reuen Aula der Universität daS Wertungssingen statt. Anschließend, gegen 12 Uhr. wild der Ausmarsch der Vereine unter Dorantritt des Spiclmannzuges und ber neugegründeten Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr zur Kundgebung auf bcm Landgraf-Philipp-Platz vor sich gehen. Der Marsch der Vereine geht durch die Ludwigstraße. Dleichstraße. Südanlage. West- anlage. Bahnhofstraße, Kaplansgassc, Kreuzplah. Sonnenstrahc nach dem Lanbgraf-Philipp-Plah. Mit der um 14 Uhr im Katholischen DereinShauS (tattfinbenben kritischen Desprechung zwischen bcm Wertungsrichtcr, dem Dirigenten und den Der- einsvorsitzenben wird die einfache Veranstaltung beendet werden.
Hkitere cakalnachrichten im 2. Blatt.
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........OBERST ihren Preis von 5auf 3j Pf gesenkt hat, galt sie schon immer als öie Qualitäts-Zigarette ihrer Preislage.Nur im Format- stand sie bisher zurücF. Jetzt hat sie unter Beibehaltung ihrer Qualität bas Format auf bie hochstzulässige Gewichtsgrenze gesteigert-.- 2lls„bicFe OBERST"gehort sie nun erst recht an bie Spitze aller 5^ Pfennig-Zigaretten.^
OBERST 3M.
Fric6ms-Qualität zu Friedens preis
WALDORF -ASTO RIA CAAB-H


