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Fußball der Gießener Mannschaften.

Der gestrige Fußballsonntag zeitigte verschie­dene interessante Ergebnisse. Die Liga der Spiel­vereinigung brachte ihr Verbandsspiel und die beiden Punkte gegen den Tabellenführer FC. Wallau mit einem knappen aber jederzeit siche­ren 2:1-Sieg unter Dach. Die Ligareserve muhte sich nach einem prächtigen Spiel von den Liga­gästen aus Weilburg mit 1:3 geschlagen bekennen. Die 3. Mannschaft war spielfrei, die 4. lieh sich von Steinbachs 1. mit 2:6 schlagen, die 5. Mann­schaft dagegen hielt gegen die 2. von Steinbach ein Unentschieden von 2:2. Die 1. Jugend der Spielvercinigung blieb gegen die 1. Jugend von VfB. Kurhessen Marburg überraschend mit 6:1 Toren Sieger. Die 3. Jugend unterlag der 1. Ju­gend von Klein-Linden mit 0:1. Die 1. Schüler spielten gegen die 1. Schüler von Bieber 0:0. Eine kombinierte Handballmannschaft blieb über Hausens 1. mit 8:3 Sieger. Die 1. Handballjugend verlor gegen die Jugend von Haufen mit 4:1.

Die Liga des VfB. weilte in Watzenborn- Steinberg zu einem Propagandaspiel. Die Gie­ßener verloren. Sie liehen sich von der Mann­schaft der ^-Klasse des Gaues Gichen-Wehlar schlagen. 2:1 lautete das Ergebnis für Watzen­born-Steinberg. Die 2. Mannschaft zeigte gestern die 1. Mannschaft von Rauborn ein überlegenes Spiel und blieb mit 6:1 in Front. Die 2. Jugend spielte gegen die 2. Jugend von Kurhessen Dltar* bürg unentschieden 0:0. Die Handballmannschaft verlor gegen VfL. Wetzlar 0:5.

Fußball in Hessen-Hannover.

Borussia Fulda schlägt Göttingen 05 3:0.

Im Mittelpunkt des Interesses stand am Sonn­tag der erste Kampf um die Bezirksmeister- schäft zwischen den beiden Gruppenmeistern. Bo­russia Fulda erwies sich als die bessere Elf und siegte mit 3:0 klar. Da SC. 03 Kassel und Spiel­verein mit einer kombinierten Mannschaft gegen Eintracht-Franlfurt zu einem Freundscl-aftefpiele antraten, das die technisch hervorragenden Süd­deutschen glatt mit 7:2 gewannen, kamen in beiden Gruppen nur je zwei Punktekämpfe Fum Austrag. In der Südaruppe ließ sich Kurhessen Kassel in Fulda überraschend von Germania mit 1:0 schlagen und erhöhte dadurch die Abstiegsgefahr. Ockers- Hausen verlor auf eigenem Gelände mit 0:4 gegen Kurhessen Marburg.

In der 91 orbgruppe ließ sich Sport entgegen allen Erwartungen von Iura Kassel mit 2:1 schla­gen. Mit 1:0 behielt Northeim gegen Groß-Allme- rode die Oberhand. In den beiden Tabellen hat sich nichts geändert.

Bezirks - Endspiele in Westdeutschland.

llöln-Sül; wieder Rheinbezirksmeister.

Jin westdeutschen Fußball wurde am letzten Fe- bruarsonntag der erste von den acht Bezirksmeistern ermittelt. Köln-Sülz, das am Dorsonntag Ale­mannia Aachen überraschend 1:0 geschlagen hatte, eroberte sich wieder einmal die Meisterschaft des Rheinbozirks. Die Kölner Mannschaft konnte im Rheydter Stadion gegen Odcnkirchen 05/07 vor 15 000 Zuschauern zwar nur ein 2:2 erzielen, aber dieses Unentschieden genügte, um den Titel vor Aachen und Odenkirchen sicherzustellen. Köln-Sülz hat sich damit auch gleichzeitig für die Endspiele um die Westdeutsche Fußballmeisterschaft qualifiziert.

Ebenfalls nur unentschieden endete das erste Spiel um die Meisterschaft des Bergisch- M,ä r - kischen Bezirks, das vor 12 000 Zuschauern im Düsseldorfer Rheinstadion zwischen dem vor­jährigen Meister Fortuna Düsseldorf und dem be­kannten VfL. Benrath ausgetragen wurde. Der Kampf brachte als Schlußergebnis ein 1:1, nachdem Fortuna bei der Pause mit 1:0 geführt hatte.

In Hessen-Hannover siegte Borussia Fulda am Sonntag in Göttingen vor 3000 Zuschauern über den Gruppenmeister Göttingeil 05 klar mit 3:0 (2:0). In Borussia Fulda dürste diesmal der Be­zirksmeister schon mit einiger Sicherheit feststehen.

Süddeutscher Fußball-Sonntag.

Die Situation klärt sich.

Es ist bezeichnend für die ausgeglichene Spiel­stärke der bei Den Endspielen um die süddeutsche Meisterschaft beteiligten Vereine, daß erst die ganze Vorrunde vorüberging, bis man mit einiger Berechtigung von einer Klärung der Lage sprechen konnte.

In der Abteilung Rordwest machte der FSV. Frankfurt der Frankfurter Eintracht einen wertvollen Dorspanndienst, indem er deren schärfsten Rivalen VfL. Reckarau mit 3:1 (1:1) abfertigte. Damit ist Eintracht alleiniger Ta­bellenführer geworden. Wormatia Worms kehrte von Saarbrücken, wo es gegen den FV- Saar­brücken zu spielen hatte, mit einem Unentschieden 1:1 heim. Be-de Mannschaften rangieren damit punktgleich auf dem vierten und fünften Ta­bellenplatz. Eine derbe Lektion empfing der FK. Pirmasens in Waldhof, wo er sich gegen den SV. Waldhof mit 5:1 (1:1) geschlagen geben muhte.

In der Abteilung Südost fiel ebenfalls eine Vorentscheidung. Der DfR. Stuttgart machte mit seinem 1:0-(0:0-)Sieg gegen die Spvg., Fürth dem 1. FC. Dürnberg den Wcg für die Ta­bellenspitze frei. Die Aürnberger dokumentierten ihre augenblicklich gute Verfassung mit einem 12:1-Crfolg gegen den FV. Rastatt. Der Erfolg der (Stuttgarter ist um so höher einzuschähen, da sie noch immer das Tabellenende zieren. So ziemlich den Erwartungen entsprechend fertigten Die Münchener Ba)ern ihren Lokalrivalen Mün­chen 1860 mit 3:0 ab. Dasselbe Ergebnis gab es in Karlsruhe, wo mit 3:0 der 1. FC. Pforzheim die spielerische üleberlegenheit des KFD. aner­kennen muhte.

Ski-Staffelläufe auf der Wasserkuppe.

Am Sonntag wurde auf der Wassersuppe der über 40 Kilometer führende Ski-Staffellauf zum Austrag gebracht. Bei zufriedenstellenden Schneeoerhältniffen gab es einen überlegenen Sieg der einheimischen Staffelmannschaft des WSB. Gersfeld, die die Strecke in 3:02:15 Stunden zurücklegte. Fast eine Viertelstunde später traf dann die Kasseler Staffel ein, die mit 3:15:26 Stunden den zweiten Platz vor dem Akad. Skiclub Darmstadt und der Ski-Abtei« lung des Rhönclubs Würzburg belegte. Den Staffel« lauf der IuNgmannen, der nur über 20 Kilometer ging, gewannen ebenfalls die Vertreter des Gers­felder WSV., die die beiden ersten Plätze belegten. Die Zeit des Siegers betrug 1:49:00 Stunden.

Kurze Sportnotizen.

In Japan hält sich das Gerücht, dah der Olympiasieger im Brustschwimmen, Tsuruta, vor Schanghai gefallen sei. *

An den Holmenkollen-Rennen be­teiligten sich die vier deutschen Läufer Otto Warg-Kling:..thal, Erich Mar7-Friedrichsroda, Gustl Müller-Bayrisch Zell und Willi Dogn^r- Traunstein.

Für den Fuhball-Länderkanipf ge­gen die Schweiz am 6. März in Leipzig hat der DFB. die Ersatzleute Ruh-Frankfurt, Jakob- Regensburg, Janes-Düsseldorf, Helmchen-Chem- nitz, Lange und Dobermann-Leipzig bestellt.

Beim Olympia-Prüfungsschwim­men in Berlin siegte die Wasserball-Rational- mannschast über eine Berliner Stadtmannschaft mit 4:2 (2:2).

Beim Dortmunder Hallensportfest siegten Jonath im Sprinterdreikampf vor Kör­nig, Dr. Peltzer über 1000 Meter in 2:32 Min. vor Lefrebe und Dahlmann, Schaumburg über 3000 Meter vor Hellpapp und Hirschfeld im Kuaelstohen mit 15,30 Meter vor Sievert mit 14,52 Meter.

Starker Rückgang der deutschen Auswanderung.

Die deutsche Auswanderung ist erheblich zurückge­gangen. Die Auswanderung nad) Ueberfee war zwar auch in den Jahren unmittelbar vor dem Kriege verhältnismäßig niedrig, zog aber nach Kriegsschluß und vor allen Dingen in der Inflation sehr stark an. Während im Jahre 1913 25 000 Personen nach Ueberfee ausgewandert sind, wuchs die Zahl der Auswanderer im Jahre 1922 auf 36 000 und im Inflationsjahr 1923 auf 115 000 an. Nach der In­flation fiel die Ziffer auf etwa die Hälfte. Sie erreichte dann wieder im Jahre 1926 mit 65 000 Personen einen neuen Höchststand. Im Jahre 1929 wanderten 48 000 Personen und 1930 37 ÖOO Per­sonen aus. Für das Jahr 1931 liegt zwar noch kein abschließendes Ergebnis vor, jedoch lassen die Zif­fern für die Monate Januar bis November erken­nen, daß die Gefamtjahreszahl 15000 kaum überschreiten dürfte.

Zu diesen Ziffern kommt die deutsche Heber» landwanderung, die nur schätzungsweise er­rechnet werden kann. In den Jahren 1926 bis 1929 haben insgesamt 80 000 Personen Deutsch­land auf dem Landwege verlassen. 1930 betrug die Lleberlandauswanderung 40 000 und im Jahre 1931 60 000. Diese starke Steigerung ist auf die Einwanderungssperre zurückzu- führen, die zahlreiche Ueberseeländer in den letz­ten Jahren verhängt haben. Äeber die Rück­wanderung liegen zuverlässige Ziffern nicht vor, da sich die Rückwanderung aus verschiedenen Gründen statistisch nur schlecht erfassen läßt.

Prozessor Messer über den ,$oU Dehn"

Am Samstag hielt Prof. Dr. Aug. Messer von der Landesuniversität in der Aula des Gym­nasiums einen gut besuchten Vortrag über den n5a11 Dehn". Der Vortragende bezeichnete den Fall des Hallenser Theologen Professor D. Günther Dehn, der ein erhebliches Aufsehen in der deutschen Oefsentlichkeit, zumal in Der aka­demischen Welt, erregt hat, als ein für unsere Zeit charakteristisches Drama in vier Akten: er bemühte sich, die einzelnen Phasen in objektivem Bericht darzulegen. Zunächst wurden die ent­scheidenden Stellen aus einem 1928 in Magde­burg gehaltenen Vortrag über Kirche und Völ- kertmssöhnung vorgelesen, deren mißverständliche Auslegung den Anlaß des Konfliktes bildete: es handelte sich um die ethische Beleuchtung des Kriegsproblems, der Fragen der Kriegsd'.enstver- weigerung und der Gefallenenehrung. Der zweite Akt beginnt mit der Berufung Dehns als Ordi­narius nach Heidelberg: Dehn, wiederholt ange­griffen und nachdrücklich verteidigt, erhielt inzwi­schen einen Ruf nach Halle und verzichtete auf die Heidelberger Professur. In Halle nimmt der Streit um Dehn erregte 5:einen an; der preu­ßische Kultusminister, die theologische Fakultät und die rechtsgerichtete Studentenschaft greifen in den Konflikt ein, der nachgerade prinzipielle Be­deutung gewinnt als ein praktisches Beispiel zum Problem der akademischen Lehrf reihe't an deut­schen Hochschulen. Die heftigen Angriffe der Stu- Dentanschaft gegen Dehn, die Kundgebungen für und wider ihn dürften nach den Berichten in der Presse noch in frischer Erinnerung stehen. Der vierte Akt des Dramas wird gekennzeichnet durch die Veröffentlichung von Dehns BroschüreKirche und Völkerversöhnung" (Berlin 1931), in der das gesamte Material der Allgemeinheit zu eigener älrteilsbildung vorgelegt wird: sie enthält auch Dehns persönliche Stellungnahme zu seinem Fall und eine Kritik seiner Angreifer. Die Studenten­schaft antwortete mit einer neuen Gegenerklärung und dem Aufruf zum Boykott der Universität Halle. Prof. Messer schloß mit einem Hin­weis auf die grundsätzliche Bedeutung des Falles und auf die bemerkenswerte Stellungnahme des Kardinals Faulhaber zum gleichen Problem. Eine Mahnung zur Besonnenheit und Versöhnlichkeit bildete den Ausllang des mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrages.

Oberbeffen.

Stadtvorstandssihung in Alsfeld.

Os* Alsfeld, 26. Febr. In der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes wurde die Rechnung der Stadt-, Hospital- und Armenkasse vorn Rechnungsjahrl930 vorgelegt. Für den Betrieb betragen die Ein­nahmen 663 597 Mk., die Ausgaben 573135 Mk.: es ergibt sich mithin ein Rechnungsrest von 90 462 Mk. Für die Vermöge n srechnung ergibt sich eine Ausgabe von 151 202 Mk., wäh­rend die Einnahme 151 989 Mk. beträgt, mithin verbleibt ein Rechnungsrest von 787 Mk. Der städtische Schlachthof schließt im Betrieb mit 32 535 Mk. in Einnahme und mit 27 088 Mk. in Ausgabe ab, so daß sich ein Rechnungsrest von 5446 Mk. ergibt. An Abschreibungen und Rückstellungen wurden 5000 Mk. in Ausgabe ge­stellt. Die Rechnung der Hospital-undAr- m e n k a s s e schließt In Einnahme mit 23 283 Mk., in Ausgabe mit 23 008 Mk. ab, mithin ver­bleibt em üleberschuß von 274 Mk. Der Vor­sitzende bemerkte hierzu, daß im Gegensatz zu diesem Ergebnis das laufende Rechnungs­jahr 1931 voraussichtlich mit einem Fehl­betrag abschliehen werde. Die Rechnung wurde vorbehaltlich der Prüfung der Oberrechnungs- kammer ohne Aussprache genehmigt.

Aus technischen Orfmbcn und zur Entlastung eines Kanalstrangs wurde die Ausführung der Kanalisation der Teilstrecke vom Ful- dertor bis Hersfelderstraße durch die Für­sorge- und Pflichtarbeiter beschlossen. Die erforderlichen Mittel sind im Voranschlag 1932 vorzusehen.

Eine längere Aussprache entspann sich über ben Antrag der Fuhrwerksbesitzer aus Abschaffung des städtischen Fuhr­werks. der damit begründet wurde, dah die städtische Fuhrwerkshaltung unrentabel sei und den Zuhrwcrtsbesihern eine Derdienstmöglichkeit ^wegnehme. Der Vorsitzende mochte dazu auf ^rund der vorgelegten Rentabilitätsberechnun-

Xau8 den Rechnungsjahren 1929 und 1930 ein» (^xl'*^Ridegungen und widerlegte die De- hauptuna^^?lntragsteller. Der Antrag wurde, afö b^9ftähh&.3ntcrcffe,n nicht entsprechend, mmen abgelehnt.

tung der städtischen Heimat ist notwendig ge- c ständig steigenden Zahl von eöie seitherigen Räume nicht iher weitere Räume freige- n neu aufgestellt werden. Der wurde bewilligt.

mit 17 gegen 3 S

Gme Erweis $ cerge zur toorben. Infolge d. Wanderern reichen aus. Es sollen d macht und 20 Bette erforderliche Kredit

In einer Klagesache des hessischen Fis­kus gegen die Stadt Alsfeld wegen Fischerei-Pachtentschädigung ist die Stadt für einen dem Fiskus erwachsenen Pachtausfall in­folge Verunreinigung der Schwalm Durch die städtischen Abwässer regreßpflichtig gemacht wor­den. Der vor dem Amtsgericht Alsfeld kürzlich abgeschlossene Vergleich mit dem Fiskus wurde genehmigt.

Die Handabgabevon Ruhholz an®e- werbetreibende und die Brennholz­versteigerung aus dem Stadtwald wurden genehmigt. Das von der Bürgermeisterei angewandte Verfahren, das Rutzholz nur In dem auf Grund vorheriger Bestellung ermittelten Um­fange zu einem im voraus vereinbarten Preise von 75 Prozent der Landesgrundpreise abzuge­ben, hat sich bewährt: es wurden wesentlich gün­stigere Preise erzielt als im Vorjahre bei der Submission.

Gemeinderat in Büdingen.

r Büdingen, 27. Febr. Aus den jüngsten Gemeinderatssitzungen ist folgendes zu berichten: Der Gemeinderat genehmigte die Aus­gabe von 10000Mark alsDarlehenan die Feldbereinigungsgesellschaft die der Gemeinde in Kürze durch den Verkauf des Gendarmenhauses an den Staat zufließen, damit die Feldbereinigungsarbeiten fortgeführt werden können und die Wohlfahrts-Ülnterstühungsemp- fänger Arbeit finden.

Der Bürgermeister berichtete, daß mit dem Päch­ter der G e m e i n d e j a g d vor dem Jagdpacht­einigungsamt eine gütliche Einigung erzielt wurde, nach der der Pachtbetrag um 25 Prozent gekürzt worden sei.

Für den freiwilligen Arbeitsdienst wurden folgende Arbeitsprojekte vorgeschlagen: Planieren und Herrichten des Schulhausplatzes, sowie der Jahn- und der Freiligrathstraße. Auch die Wege an den Ufern des Kälber- und des Seemenbachs, sowie die Feldwege im Zuge pro­jektierter Straßen sollen befestigt werden. Ge­werbelehrer Reiber wurde mit der Ausführung der bautechnischen Vorbereitungen betraut. Im Amtszimmer des Bürgermeisters soll eine Liste aufgelegt werden, in die sich die zum freiwilligen Arbeitsdienst entschlossenen Personen eintragen können.

Im weiteren Verlause Der Sitzung wurde be- I schlossen, den Pachtbetrag, der von den Stein- bruchbesihern ® ödel bezahlt wird, um 25 Pro- zent herabzusehen.

Landkreis Gießen.

Lollar, 27. Febr. Der Ortsgewerbe- verein Lollar und Umgebung hielt in Staufenberg seine diesjährige Generalversamm­lung ab, die außerordentlich gut besucht war. Der erste Vorsitzende, Zimmermeister Schelm, Lol­lar, erstattete den Jahresbericht, schilderte die Rot des Handwerks und stellte fest, daß das Hand­werk in steuerlicher Beziehung am meisten ge­troffen sei. Die meisten Handwerksbetriebe könn­ten heute nicht mehr vom Verdienst, sondern müß­ten von ihrer Substanz leben. Das Handwerk verlange, daß ihm, ebenso wie Den anderen Wirt­schaftszweigen, geholfen werde, nur wolle es keine Almosen, sondern Arbeit haben. Der Kassenbe­richt, erstattet vom Rechner Riehm, Lollar, zeigte, daß die finanziellen Verhältnisse des Vereins in Ordnung sind. Weihbindermeister Ringleb, Lollar, erstattete sodann Den Be­richt der Gesellenprüfungskommission. Es wur­den im ganzen 24 Lehrlinge geprüft und es konnte dabei festgestellt werden, daß die Prüfungsarbei­ten bedeutend besser ausgefallen sind als in den letzten Jahren. Auf Grund langjähriger Mit­gliedschaft wurden die nachstehenden Herren zu Ehrenmitgliedern ernannt: Schuhmachermeister Heinrich Schwalm; Feilenhauermeister Hein­rich Löhr; Ziseleur Heinrich Es pich; Restau­rateur Eduard Cordes; Altmeister Christian Ringleb; Spenglermeister Ludwig Bi er au; Mehgermeister Konrad Moos; sämtlich aus Lol­lar. Der Vorsitzende überreichte Den Geehrten je eine Urkunde. Bei der Vorstandswahl wurde der bisherige Vorstand e i n ft i m m i g wiederge­wählt, jedoch trat an Stelle des wegen Alters zurückgetretenen Schreinermeisters Geißler, Saubringen, Bürgermeister Preis. Saubrin­gen. Der Vorstand seht sich nunmehr aus fol­genden Herren zusammen: 1. Vorsitzender: Zim­mermeister! Schelm, Lollar; 2. Vorsitzender: Weißbindermeister Ringleb, Lollar; 1. Schrift­führer: Buchdruckereibesiher Weimer. Lollar; 2. Schriftführer: Geschäftsführer Will, Lollar; Beisitzer: Weißbindermeister Rühl, Staufen­berg; Bürgermeister und Maurermeister P r e i s, Saubringen; Wagnermeister Sott, Daubrin- gen; Maurermeister Etling. Ruttershausen; Mühlenbauermeister Schiefer st ein, Rut­tershausen; Schreinermeister Decker, Mainz­lar. Bürgermeister Preis. Daubringen, er­stattete im weiteren Verlauf der Versammlung Bericht über die Handwerlertagung in Bensheim, die er als Delegierter besucht hatte. Rach den Aufnahme von brei neuen Mitgliedern zählt der

Verein jetzt 87 aktive Mitglieder. Rachdem iwch beschlossen worden war. die diesjährige Früh- jahrsgesellenprüsung in Der Zeit vom 3. bis 9. April abzuhalten, fand die Versammlung ihr Ende.

)( L i ch, 27. Febr. Zur Förderung des kirch­lichen Lebens hat der Kirchenvorstand beschlossen, im Laufe des Winters einige Aussprache­abende für Männer zu veranstalten. Im Mittelpunkt des zweiten, gut besuchten Abends tand das Thema:Glaube und Raturwissen­schaft". Den einleitenden Vortrag hatte Forst­meister Heinrich Zimmer übernommen. Der Redner zeigte, daß Glaube und Raturwissen- chaft sich durchaus nicht ausschließen. sondern ich im Gegenteil gegenseitig wertvoll ergänzen. Der Vortrag fand den einmütigen Beifall der Versammlung und löste eine sehr rege Ans­prache aus, an der sich außer dem Vortrags­leiter, Stiftspfarrer D r a u d t, u. a. Leib­jäger Lippolt, Lehrer H i l d , Dr. Köhler. Ziegeleibesiher Schmidt, Rector Erb und De­chant Kahn beteiligten.

/ L i ch, 27. Febr. Im Holländer Hof fand unter der Leitung von Stuccateur Dusch ein ehr gut besuchter Abend der Haus- und Grundbesitzer statt. Architekt R i c o l a u s. Weihbindermeiher Launspach' und Druckerei- besiher Klein aus Gießen sprachen über die Desteuerung des Hausbesitzes, die neuen Rotver- ordnungen, über die Mieten und andere wichtige Fragen. Im Anschluß an den Vortrag kam es zur Gründung eines Vereins der Haus - undGrundbesiher. Beim Oeff- nen einer Dickwurzgrube wurde der Land­wirt Z. dahier verschüttet. Rur dem sofor­tigen Eingreifen gerade vorübergehender Holz­arbeiter war es zu verdanken, daß er lebend und nur mit geringen Verletzungen aus den dicken, noch festgefrorenen Erdschollen befreit werden konnte. Beim Schlittschuhlaufen auf einem Teich brach ein hiesiger Schüler des Frank­furter Waisenhauses am Rand deS Teiches ein und geriet b i s an den Hals ins Wasser. Durch das umsichtige Verhalten einiger beherzter Männer wurde der Knabe vom Tod des Er­trinkens errettet.

Kreis Friedberg.

* Butzbach, 29. Febr. Am 10. März findet in Butzbach der bekannte F a s e l m a r k t statt. Infolge Maul- und Klauenseuche in den Nachbarorten kann jedoch der Rindvieh- und Schweinemarkt sowie die Prämiierung am 10. März nicht abgehalten werden; diese Märkte sollen später noch folgen. Dagegen fin« det der Pferdemarkt und -die Verlosung bestimmt statt. Anstelle der lebenden" Gewinne find diesmal ausnahmsweise Geldgewinne von 300, 250, 200, 150 und 100 RM. vorgesehen. (Siehe Anzeige vom Samstag.)

Kreis Büdingen.

A Aidda, 27. Febr. Auf Grund des AlterS- grenzengesebes trat Stadtrechner Friede. Rein­hardt in Den Ruhestand. Dem ausscheidenden Beamten zu Ehren veranstaltete der Stadt- vorstand eine schlichte Abschiedsfeier, bei. der Dürgerrneistcr R u l l rn a n n die Gewisfen- haftigkeit, Pflichttreue und langjährigen Dienste des Scheidenden hervorhob. Als äußeres Zeichen des Dankes überreichte er dem Stadtrechner ein großes Bild, eine Gesamtansicht Riddas, in präch­tigem Rahmen. Der Gefeierte dankte mit herz­lichen Worten für die Ehrungen. Zu seinem Rachfolger wurde der bisherige Oberselretär der Bürgermeisterei, He.nrich E m r i ch, gewählt und in sein Amt eingeführt. In der jüngsten Hauptversammlung des Eisenbahner-Ver­eins Ridda wurden 13 Mitglieder für lang­jährige Dienstzeit und Zugehörigkeit zum Verem besonders geehrt. Der erste Vorsitzende, Ober­sekretär Becker, sprach den Jubilaren Glück­wünsche aus und überreichte ihnen gerahmte Ehrenurkunden. Die Auszeichnung erhielten: Bahi'.hofsmeister Lind, Villingen, für 40jährige Dienstzeit; ferner die Lokomotivführer Fried» rich, Lossem; Herold Ridda; Reichsbahn-Assi­stent Wahl, Schotten; Römer, Melbach; Schmittberger, Langsdorf; Oberzugschaffner Seipel und Zugschaffner Döpfer, Ridda; Mayer, Straub, Bachmann, Theiß, Schotten.

Kreis Schotten.

§ Schotten, 27. Febr. Der hiesige O b st - und Gartenbauverein hielt dieser Tage eine stark besuchte Versammlung ab. Obstbau­inspektor C n k l e r (Gießen) beantwortete zuerst einige von den Mitgliedern gestellte Fragen, hielt dann einen Vortrag über Schädlingsbekämpfung und empfahl besonders energischen Kampf gegen die Schildlaus, die in letzter Zeit außerordentlich stark überhand genommen habe. Im Anschluß an den Vortrag wurde beschlossen, auch in diesem Jahre wieder eine gemeinsame Schädlingsbekämp- fungSattion durchzusühren. 3m hiesigen Zweig­verein des V H. C. hielt Lehrer Würz (Eichels­dorf) einen interessanten Vortrag über den 1848er Schottener Revolutionär Rudolf Fendt, der in der damaligen Zeit eine große Rolle spielte. Auch des vor hundert Jahren geborenen Schriftstellers Otto Müller wurde in ehrendem Sinne gedacht. Die freiwillige Feuerwehr hielt unter der Leitung ihres Kommandanten Stang die Jahreshauptversammlung ab. 2m Jahresbericht konnte festgestellt werden, daß das vergangene Jahr keinerlei Brände brachte. Die Rechnung und der Voranschlag wurden genehmigt. Einnahmen und Ausgaben beliefen sich auf je 550 Mark, das Vermögen beträgt 1000 Mark; der Wehr ge­hören 160 Mitglieder, 10 Ehrenmitglieder und 90 passive Mitglieder an. Regierungsrat Schwan Dom Kreisamt überreicht sodann im Auftrage der Regierung an .eine Reihe von Mitgliedern oer Wehr die Medaille für 25jährige Mitgliedschaft. Von (Seiten des Hessischen Feuerwehrverbandes wurde den Mitgliedern Georg Weitz und Adam Hofmann, die schon 50 Jahre der Wehr an­gehören, das silberne Berdienstkreuz verliehen. Außerdem wurden verschiedene Feuerwehrleute ausgezeichnet, die schon $0, 20 und 10 Jahre der Wehr angehören. Bürgermeister M e n g e l über­mittelte die Glückwünsche ünd den Dank der Stadt. Die Kapelle der Wehr verschönte den Abend mit musikalischen Darbietungen.

Y Gedern, 26. Febr. Sie Generalversamm­lung der Konsum» und Einkaufsver- einigungGedern toqr sehr gut besucht. Rent­amtssekretär Diehl als Vorsitzender Dankte den Mitgliedern für ihre treute Mitarbeit und erin­nerte an das 20jährige Bestehen des Vereins. Er gab sodann den Geschäftsbericht bekannt, wäh­rend der Rechner W. H ci f f m a n n die Bilanz erläuterte. Dem Rechner /wurde Entlastung er­teilt. Für die aus dem Worstand ausscheideü- den Mitglieder wurden Wylter Hoffmann al- Rechner, Ferdinand Oben he im als 2. Vor«