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Nr. 49 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefien)

Samstag, 27. Hebruar 1952

SJL-'fpott

Gpielvereiniqunq 1900 Gießen.

1900 (Liga) - $e. Dalia« (Stga).

Die Blautveihen haben am morgigen Sonntag den stärksten Gegner ihrer Gruppe, den Tabellen- führcr der 1. Bezirk-klasse zu Gast Dallau steht mit 26:6 Punkten vor Sportverein Wetzlar mit 22:10 Punkten unbestritten in Führung Beide Mannschaften haben noch je zwei Spiele auszu- trogen, während Spielvereinigung, die an vierter Stelle knapp hinter Frohnhaulen liegt, noch inS- gelomt fünf Spiele zu bestreiten hat «Frohnhausen 18: 8. 1900 17: 9). Die Blauwcistcn haben allo noch manche Möglichkeit, ihre Position zu verbessern und. wenn es da» QMud will, sogar noch die Aussicht, den Wetzlarern den zweiten Platz streitig zu machen Voraussetzung dafür ist aber, daß kein Punkt leichtfertig auf das Spiel geletzt wird. Der morgige Sonntag kann es bereits bringen, dast die 1900er Frohnhaulcn vom dritten Platz verdrängen. Das wird ihnen allerdings nicht leichtfallen, denn die Wollauer werden fi<h auch auf dem fremden Platz nicht leicht schlagen lassen. Die Gäste stellen eine ausdauernde, horte Mann­schaft. die sich durchzusetzen weist und durch Eifer da» ersetzt, was ihr an Technik mangeln sollte. Dast aber die Vereine des Hinterlandes auch in technischer Hinsicht nicht zu unterschätzen sind, hat besonder» das jüngste Spiel gegen Breiden­bach bewiesen. Genug Grund also für die 1900er, alle Kräfte einzufetzen Sin Sieg sollte gerade nach den letzten beiden hervorragenden Leistungen, die die Mannschaft gegen Friedberg und Lorch gezeigt hat, nicht sehr fraglich sein. Dem Sturm wäre etwa» mehr Schustfreudigkeit zu wünschen. Die Vlauweisten treten voraussichtlich in der be­währten Aufstellung des Vorfonntags an.

Die 2. Mannschaft hat vor dem Spiele der Liga ein Freundschaftsspiel gegen die Liga-Mann- schast von Weilburg auszuiragen. Die Gäste sind Meister der 2. Vezirksklasse im Gau Giesten-Wetz- lar und haben die Meiflerschast nicht von unge­fähr erworben. Die 1900er werden zu kämpfen haben Die Lehrmannfchaft ist spielfrei. Die 4. und die 5. Mannschaft weilen in Steinbach und »ragen dort gegen die 1. bzw. 2. Mannschaft Ge­sellschaftsspiele auS. Lieber den AuSgang der beiden Spiele ist eine Vorhersage kaum möglich.

Jugendsplele.

Die l. Tugend empfängt die 1. Jugend von Kurhelsen-Marburg. Die Vlauweisten treffen in der l. Jugend des Gastes auf einen beachtens­werten Gegner, und technisch vorzüglich durch­gebildete Mannschaft, der einen Sieg ab^uringen den Vlauweisten nicht leicht gelingen wird. Die 3. Jugend weilt in Klein-Linden und hat gegen die dortige 1. Jugend nicht allzu grosse Sieges­chancen. Die Schuler spielen gegen die Schüler von Bieber in Bieber.

VfB. Gießen.

Die Liga In Watzenborn-Steinberg.

Die Liga des VfB. trägt am morgigen Sonn­tag ein Propagandaspiel gegen Teutonia Watzen­born-Steinberg aus. Die Teutonen haben in letzter Saison von sich reden gemacht, sind Meister der A-Klafk in der Gruppe Gießcn-Wctzlar, haben die Verbands spiele in bester Form hinter sich gebracht und blieben mit hohen Torresul- taten Sieger gegen ihre Konkurrenten. Dast die Mannschaft außerdem von einem ernsthaften sport­lichen Geist b s.e.t ist, möchte man daraus schließen, dast während der ganzen Derbandsspielsaison kein Mann vom Platz gestellt wurde. Ein erfreu-

Von Geld und Liebe.

Jkoman von Grete von Goß.

Copyright by Marttn Feuchtwanger, Hall«

23 Fortsetzung 'Nachdruck verboten.

Helene klingelte dem Kellner, bestellte Tee und Gebäck, wozu sie Gina einlud.

.Och nehme mit Dank an, sagte Gina. »Es ist ein Genust. in Ihrem behaglichen Zimmer zu sitzen. Hahn hat Sie prächtig untergebracht.

Sie liest ihren Blick neidvoll über den ele­ganten Raum hingehen. Sie wies auf den großen Garderobeschrank mit den Spiegeltüren und fragte:

.Reicht der aus für Ihre Toiletten?"

.Ich besitze nicht allzuviel er ist längst nicht voll!"

Gina zog ihre starken Brauen hoch.

.Toiletten must man haben viele und kost­bare: die gehören nun mal zum Geschäft. Run. Doktor Hahn wird Sie damit versehen."

.DaS ist nicht ausbedungen!" sagte Helene ab­lehnend. .Ich bekomme meine Gage und muh mir meine Toiletten selbst anschaffen.

.Soso?

Der Kellner brachte den Tee. und Helene sorgte für Gina. Sie füllte ihre Taffe, reichte ihr daS silberne Körbchen mit dem Gebäck.

Rachdem der Tee getrunken war. bat Gina um Zigaretten. Helene mußte gestehn, dast sie keine besah. Sie klingelte wieder dem Kellner, um Zigaretten zu bestellen.

Gina hüllte sich in Wolken von Rauch. Es war. als ob sie ihr Gesicht hinter diesen verbergen wollte. Sie war schweigsam geworden.

Helene war es so angenehm Sie liebte daS viele Sprechen nicht. In Gedanken versunken, lehnte sie in ihrem Sessel.

Plötzlich fragte Gina:

Sagen Sie. wie heisten Sic eigentlich? .Ellen Harrisson' hat Sie doch Doktor Hahn getauft?

Helene nickte. .3a, hier heiße ich Ellen Har- risson.

.Lind daheim?"

Helene Schadow!"

Gina wiederholte den Ramen, fügte dann hin­zu:Der ist nicht klangvoll genug für den Film.

Danach versank sie wieder in sekundenlanges Schweigen Es schien, daß sie über irgend etwas angestrengt nachdachte.

Run hab' ich's!" rief sie dann plötzlich hoch­erfreut aus.Den Ramen Schadow höre ich heute nicht tum ersten Male. Run erinnere ich mich deutlich, wo und wann ich ihn schon einmal gehört. Hier war es vor zwei Jahren, als ich einen alten Herrn dieses Rarnens kennenlernte.

liches Zeichen, da» manchem anderen Land- und auch manchem Stadtverein Vorbild sein könnte. Die Watzenborn-Steinberger stellen eine nicht un- gesährl chc Mannschaft Schnell, wuchtig, schuß- freudig. in der Kombination und in der Ball­behandlung durchaus nicht zu unterschätzen, sind die Teutonen Gegner, die auch den DsD ern, den Gästen« aus der Bezirksliga, schwer zu schaffen machen werden

Die VfBer treten mit ihrer kompletten ßiga- mannlchaft an. die wohl imstande fein müßte, den Sieg in diesem Treffen ficherzuftellen Die Gast­geber werden sich bemühen müssen, ein ehren­volles Resultat zu erzielen. Aus den Ausgang diefes. der Papiersorm nach etwas ungleichen Kampfes darf man gespannt sein Die Vereine stellen die Wannschasten in folgender Ausstellung ins Feld:

Teutonia E Happel: Burger. .Wehrum: Euler. Schrnandt. Otterbein: Schäfer, Lang. O. Happel. Buß. Fett.

VfB- Gießen. Baller: Bingel. Kreß: Fen­ster. Henrichs. Lehrmund: Haupt. Wlodareck, ßcutbeufer, Ritter, Fehling.

Die Ligareferve bat die Erste von Rauborn zum Gegner. Da» Spiel auf eigenem Platze toll­ten die VfBer sicher für sich entscheiden. Die Rauborner wurden von der Ligareferve der Spiel­vereinigung am vergangenen Sonntag mit 2:1 ge­schlagen Die VfBer tollten einen größeren Tor- unterschied herauSbolen können. Ihr 3. Mann­schaft tpielt gegen Bieber I Die Gäste haben sich in letzter Zeit gut entwickelt und geben einen be­achtlichen Gegner ab.

Iugendspiele.

Die l. Jugend bat die 1. Jugend von Garben- teich zu Gast. Das Vorspiel in Garbenteich en­dete unentschieden 1:1. Aus eigenem Platze soll­ten die VsBer den Sieger stellen können. Die 2. Mannschaft fahrt nach Marburg, hat die 2 Iu- gend der Kurbetten zum Gegner und wird e- nicht leicht haben, sich gegen die eifrigen und ted>- nitch gut durchgebildeten Jugendlichen de»Platz- verein» zu behaupten. Die 1. Schülermannfchaft empfängt auf eigenem Platze die 1. Schüler von Garbenteich und sollte einen Sieg landen.

Handball im Gau Hessen (O.T.j

Io. 1846 Gießen Io. Münchholzhausen.

Die 1. Mannschaft trägt am Sonntagmorgen ein Freundschaftsspiel gegen die gleiche des TV. Münchholzhausen aus. Die Gäste, die in näch­ster Zeit um die ^-Klassenmeisterschaft des Gaues mitfpiclen, verfügen über eine gut ein­gespielte Mannschaft und werden ihrem spiel- erfahrenen Gegner zu schaffen machen.

Handball der G>p.-Vg. 1900.

Die 1900er sind am morgigen Sonntag Gast beim Tv. Hausen (ADT), und zwar spielt eine kombinierte Mannschaft gegen Hausens erste Elf, während die erste Jugend ihre Kräfte mit der gleichen Mannschaft des PlahvereinS mißt. 1900 » Aktiven muffen von vornherein alle Kräfte ein- fetzen, wenn sie nicht gegen die eifrige Turne» mannschaft den Kürzeren ziehen wollen. Einen schweren Stand hat die Jugend: schon beim Vorspiel erwiesen sich die als spielstark bekannten Hausener als die Besseren.

Handball im VfB.

Die Handballmannschaft hat sich für den mor­gigen Sonntag einen schweren Gegner, diesmal aus dem Kreise der DSD., verpflichtet. Die 2. Handballels des VfL. Wetzlar ist der Gast. Die

Ich wohnte Im selben Hotel mit ihm. Wir speisten zusammen. Verplauderten zuweilen nach dem Abendessen eine Stunde auf der Veranda. Gr erzählte gern und viel von seinen großen Besitzungen in Kalifornien. Vertraute mir an. daß er einmal als ganz Mittelloser ausgewandert fei. Richts als feine Jugend, seine starken Arme und eine zähe Energie besessen und sich damit unendlich viel geschafft habe. Aber das inte» effiert Sie gewiß gar nicht, was der alte Scha­dow sich geschafft?"

Doch doch erzählen Sie. bitte, weiter! Sie dachte: Wenn du ahntest, wie sehr mich das interessiert!

3a ba ist nicht mehr viel zu erzählen. Der Alte war ein Sonderling, hatte trotz seine» Reich­tums nie einen Pfennig für Rotleidende übrig. Zuweilen machte ich ihn auf arme gescheiterte Existenzen aufmerksam. Ich bat für sie aber vergebens. Er winkte ab. .Ich helfe keinem! Mir hat man auch nie geholfen. Ich habe gehungert, gefroren und gefdjuHet mit letzter Kraft, um hochzukommen. Sollen andere eS ebenso machen wie ich. Rein, sollen sie es lieber nicht tun. denn Reichtum ist kein Glück. Mir, hat mein Reichtum zu einem einsamen, mißtrauischen Menschen ge­macht: von jedem Menschen, J>cr sich mir nähert, setze ich voraus, daß er lüstern nach meinem Geld ist, nach dem gräßlichen Geld!' So ungefähr war die Epistel, die er dann vom Stapel ließ. Run genug von diesem alten Geizkragen. 3ch muß mich nun endlich verabschieden.

Sie sah auf ihre Armbanduhr.

Es ist bereits sieben Llhr!

Sie dankte Helene für die freundliche Aufnahme und verabschiedete sich.

Helene blieb in einiger Verwirrung zurück.

Das Gehörte bewegte fic doch sehr

Dar dieser Alte wirklich ihr Onkel? War es bann nicht eine böse Ironie des Schicksals, auf ihn zu stoßen, nun fein Reichtum ihr nicht mehr helfen konnte?

e

3n fassungslosem Staunen starrte Rose in Hans-Achims Gesicht.

.Habe ich recht gehört? Ditte, sage es noch einmal!

Wozu? Du hast schon recht gehört!" erwiderte Achim mit einem Achselzucken und wandte sich ab.

Rose schüttelte mit dem Kopfe.

..Unglaublich! Ganz unglaublich! Run ist allo unser ehemaliger Chauffeur zu unserem Schwager avanciert. Lind das hat sich so in aller Heimlich­keit vollzogen? Gewiß war das von euch als freudige Lleberrafchung für Papa und mich ge­dacht!' höhnte sie.Run. ich muh sagen, die ist euch vollkommen gelungen. Ich bin gespannt darauf, was Papa für ein Gesicht machen wird, wenn er davon erfährt. Zu spaßig ist diese Ge-

Gäste verfügen über viel Routine, sie spielen schon sehr lange Handball und werden nicht zuletzt des­halb die VfBer auf eine harte Leistungsprobe stellen. Lim ein ehrenvolles Ergebnis zu kämp­fen, wirb die Aufgabe der Grünweißen sein.

$Mrt>eiter«Ium» und öportbunö.

Am morgigen Sonntag ist Gießen» Dritte in Daubringen zu Gast und wirb im Spiel gegen die dortige erste Mannschaft eine Riederlage bin- nehmen müssen Kinzenbach I hat Wetzlar l im Freundschaftsspiel zum Gegner Ob Kinzenbach aus eigenem Platze zu schlagen ist. ist sehr fraglich.

Wiefeck II hat Obermörlen im Freundschafts­spiel zu Gast Die Gäste stellen eine leistungs­fähige Mannschaft Wiefeck wirb alle» auf­bieten müssen, wenn eine Riederlage vermiesen werden soll. Vorher hat Dieseck I Igd die zweite Mannschaft von Obcrmörlen zum Gegner Großen- Dufeck II ist in Lang-Dön» zu Gast und wird gegen die dortige erste Mannschaft einen fchweren Stand haben. GrünbergS Erste weilt in Gleiberg.

Am morgigen Sonntagvormittag findet in Gie­ßen der diesjährige ordentliche Bezirksfuß- b a 111 a g statt Die Berichte über da» abgelaufene Gefchäftsiahr. ein Vortrag des KreiSius'ballver- treterS. sowie die Aussprache über die durch die Einführung der KreiSklasse geschaffene Lage im Sbiclbetricb de» Bezirkes, werben die Delegierten der Fußballvereine und Abteilungen beschäftigen. Mit den Beratungen der eingegangenen Anträge, und den Wahlen für die Bezirlsfußballeitung Wirb die für die weitere Entwicklung der Fußball­sparte des dritten Bezirk- sehr wichtige Tagung ihr Ende finden.

$orffd>riffe her oberhessischen Segelfliegerei.

In Grün berg und L a u b a ch sind im An­schluß an den Verein für Luftfahrt in Gießen lDLD.) Segelfliegergruppen gegründet worden, die bereits über eine stattliche Anzahl Mitglieder verfügen. Die einzelne Gruppe Wird zunächst den Dau eines Gleitfliegers. Tvpc .Zög­ling. in Angriff nehmen, um später mit ihren Segelflugzeugen an geeigneten Hängen in der Röhe von Grünberg und Laubach zu üben.

Nir die einzelnen Gruppen des Vereins für Luftfahrt werden Sprechabende eingerichtet, die den Zweck haben, die jungen Mitglieder des Verein- in die Hauptgebiete des Motor- und Segelfluges einzuführen. Der erste Sprechabend findet am Mittwoch im Flughafengebäude statt.

Gründung einer Fliegergruppe in Grünberg.

* Grünberg. 26. Febr. Auf Anregung des Bürgermeisters Dr. M i l b n c r fand am Mitt­woch in der Aula der hiesigen Oberrealschule ein Vortragsabend mit dem Ziel der Gründung einer Sege l f luggruppe statt. Rach einigen Begrüßungsworten des Herrn Bürgermeisters hieltBarndireklor Grießbauer ((Sieben) an der Hand zahlreicher, aus dem Kriege stammender Lichtbilder einen einleitenden Vortrag überLuftfahrt in Krieg und Friede n", um den zahlreich erschienenen Zu­hörern die Entwicklung, Bedeutung. Aufgaben und Leistungen unserer Luftschiffe und Flug­zeuge an sämtlichen Fronten vor Augen zu führen. Er zeigte weiter, wie nach der Ver- nichtung unserer gesamten Luftfahrt durch daS Diktat von Versailles mit eiserner Energie und auf Grund ganz neuer Konstruktionen an dem Aufbau eines Verkehrsflugwesens von deutscher Seite gearbeitet wurde, wie die Fahrten un­serer Zeppeline nach Amerika, um den Erdball, nach der Arktis die ganze Welt in Erstaunen und Bewunderung versetzten, wie es uns gelang, mit

schichte! So eine Abwegigkeit hätte ich Eva nie zugetraut.

Llpd plötzlich brach sie in ein Lachen au», da» ihr die Tränen in die Augen trieb.

Hans-Achim lief vor diesem hysterischen Ge­lächter davon. Er ging in die Bank, um seinen Schwiegervater zu sprechen.

Es war eine furchtbare Ausgabe: aber sie mußte erledigt werden. Furchtbar insofern, als man Evas Heirat bis jetzt verheimlicht hatte.

Sah das nicht fo aus, als habe man das getan, um Rofe nicht die Möglichkeit zu geben, der Ver­wandtschaft mit Schadow auszuweichen? Lind War es nicht auch so? Hatte die Mutter nicht ge­sagt: Role wird nie deine Frau werden, wenn sie erfährt, daß Eva Schadow heiraten wird!?

Warum hatte er es nicht darauf ankommen (affen?

Blöd War fein Verhalten, völlig blöd!

Als er das Arbeitszimmer seines Schwieger­vaters betrat, legte dieser gerade das Schallrohr seines Tllchtclephons in die Gabel.

Ich sprach eben mit Rofe . sagte er, ohne Hans-Ach.ms Gruß zu erwidernDas ist ja eine Wenig angenehme Geschichte, die ich da eben zu hören bekam. Rirnrn doch Platz!"

Er wie» auf einen Sessel, der neben seinem Schreibtisch stand, schob Häns-Ach'M ein Kästchen mit Zigaretten hin und forderte ihn auf. sich zu bedienen. Er selbst nahm sich auch eine Zigarette. Hans-Achim gab ihm Feuer.

3a. Papa, mir ist die Geschichte auch sehr peinlich das heißt, nicht Evas Wahl denn die ist glücklich -t-. aber daß ich Role zu spät Mitteilung gemach! und auch dir nichts davon gesagt habe."

Du hast gewiß bis zum letzten Augenblick ge­hofft. daß aus der Sache nichts werden würde?

Rein, das habe ich nicht! Ls hätte mir für meine Schwester sehr leid getan.

Der Kommerzienrat sah Hans-Achim groß und erstaunt an.

Also du persönlich hast nichts gegen deinen Schwager einzuwenden? '

Rein, absolut nichts?"

.Ra, hör mal, die Derwandllchaft mit unterem ehemaligen Lhausseur kann dir doch nicht sehr angenehm fein?

Hans-Achim zuckte mit den Achseln.

Ich wünschte. Schadow wäre nicht dein Chauf­feur gewesen, aber daß er es war. schwächt meine Sympathie für ihn nicht um ein Iota ab.

Hm hm tja, 'n sympathischer Mentch ist er, das finde ich ja auch und n fiter Kerl ist er ent'chieden. Beweis dafür: daß er sich als Chauf­feur eine Gedeimratstochter geholt. Aber daS ändert nun nichts an der Tatsache, daß Rose die Denoandtschatt mit ihm als blamabel empfindet ja. empfinden muh. Was macht man da? Ob man Schadow nicht den Dorschlag macht, ins

unteren modernen Flugzeugen einen überragen­den Anteil an dem gesamten Weitluftverkehr zu erringen, und er führte zum Schluß die Zuhörer in einem Junkers-Flugzeug im Geiste über die deutschen Gaue und fremden Länder.

Al» zweiter Redner führte der erfolgreiche Segelflieger sind. med. Fritz Schmidt vom Verein für Luftfahrt in Dießen im Lichtbild die Entwicklung de- Segelflugzeug» und den Werdegang eines Segelflieger» vor Er verstand es durch seine oft von Humor gewürzten Ausführungen, die anwesende Ju­gend auf Grund eigenen Erleben» und der Er­folge von Kronfeld und Groenhoff für den herr­lichen Segelflugsport zu begeistern.

General a D Fritz, der 'Vorsitzende de» Ver­ein» für Luftfahrt in Gießen, gab unter Dankes - Worten an den Veranstalter des Abends der neuzugründenden Fliegergruppe D r ü n - berg» die Versicherung, daß der Verein für Luftfahrt in Gießen der neuen Gruppe jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen werde. Auf Aufforderung de» Herrn Bürgermeisters Dr. M 11 d n e r traten bann dem neuen Verein eine größere Anzahl von Mitgliedern bei. Die Ver­anstaltung kann in jeder Beziehung al» gelungen bezeichnet werden.

Kirche und Schute.

Oorfkirchenvorstehertagung in Beuern.

| 'Beuern, 25. Febr. Wohl selten hatte unsere etwa 1000 Personen fassende Kirche eine so statt­liche Besucherzahl auszuweisen, al» am Montag bei dem Gottesdienst, der die Dorskirchen- vorstehertagung sür da» nordwest- liche Oberhessen. KreiS Wetzlar und die Rachbargebiete eröffnete. Wohl 500 Teilnehmer. Pfarrer. Kirchenvorsteher. Kirchengemeindevertre- ter. Lehrer. Bürgermeister und Gemeinderäte, waren erschienen, um der Tagung beizuwohnen. Auch au» den benachbarten preußischen Gebieten fanden sich die Teilnehmer ein Die Kirche war bi» auf den letzten Platz beseht. Wit einem Vorspiel deS PosaunenchorS von BerSrod. ge­leitet von Herrn Münch, wurde die Feier ein­geleitet. Der hiesige Kirchenchor unter Leitung von Herrn S ch o ni b c r trug mit dem ausgezeich­neten Vortrag einiger Chöre zur Verschönerung der Feierstunde bei. Der Schriftverlesung am Altar folgte die Festpredigt von Oberkirchenrat D. Wagner, dem Superintendenten für Ober­hessen Die Predigt gipfelte in dem Dekenntni» Laßt uns festhalten an unserem Glauben, laßt uns zusammenhalten in brüderlicher Liebe und laßt uns unserem Gott und unserer Kirche die Treue halten." Rach einer Mittagspause, bei der die gastfreundliche Einwohnerschaft sämtliche auswärtige Tagungsteilnehmer in Quartier ge­nommen hatte, eröffnete der Ort-geistliche. Pfar­rer Schmidt, mit herzlichen Degrußungsworten an alle Teilnehmer die Rachversammlung. Pfarrer Mahr. Gießen, der Vorsitzende de- Be­zirks Gießen, dankte allen, die an den Vorberei­tungen zur Tagung mitgearbeitet hatten. Sodann hielt der Prälat der Hesfifchen Landeskirche. D. Dr. Diehl einen Vortrag über:Die Stellung der althessischen Kirche zu den kirchen- seindllchen Strömungen der Zeit ein Vorbild für uns. Das Thema, von großer Dichtigkeit und Dringlichkeit für die Gegenwart, wurde von dem Redner auf Grund seines reichen Wissen-« eingehend behandelt. Der Redner knüpfte an die Zeit der Wiedertäufer in unserer Gegend und de» Sektiererunwesen- in der ersten Hälfte de- r 18. Jahrhunderts an und ermahnte, die Gott­losenbewegung von heute ernst zu nehmen, ein ,

Ausland zu verschwinden? Selbstverständlich mit seiner jungen Frau! Einen Zuschuß würde ich gern dafür opfern."

HanS-Achim stieg alles Blut zu Kopf. 3n ziemlich scharfem Ton fragte er: «,

-Wie wolltest du diesen Vorschlag motivierend Papa?"

Run, da- laß meine Sache sein. Sorge du* nur dafür, daß er in den nächsten Tagen mal uy mit kommt Hier in die Bank selbstverständlich^

Hans-Achim schüttelte den Kopf.

Dedaure, diesen Auftrag muß ich ablehnen.* Münchmeyer fah ihn erstaunt an.

Warum?"

-Weil ich nicht will, daß du meinem Schwager diesen Vorschlag machst, der ihn kränken würde."

So so. Ra, bann ist also nichts zu machen. Rose muß sich eben mit der Tatsache, daß Friedrich Schadow ihr Schwager ist, abfinben."

-3a, das wird sie müssen", antwortete HanS- Achim und Wollte sich erheben.

-Bleib doch noch einen Augenblick? Du mußt mir noch sagen, was Schadow jetzt treibt. Wo er arbeitet.

Cr hat eine Anstellung in einer Automobil­fabrik als Einfahrer.

Mürchmeyer zog die Augenbrauen hoch.

Sieh mal an. das ist ja schon ein Schritt vorwärts. Am Ende Wird er e» noch zum erfolg­reichen Rennfahrer bringen."

-3ch Weiß nicht, ob das fein Ziel ist, erwiderte HanS-Achim kühl.

Er war nicht ganz sicher, wie Münchmeyer- Bemerkung aufzufafsen fei.

-Lind wie hat sich da- junge Ehepaar ein­gerichtet ich meine, wo hat es fein Heim auf- gefchlagen?

3n der Freifinger Straße.

Alle Wetter? 3m Westen! Wo» haben fie denn da möblierte Zimmer?"

-Eine kleine, abgefchlofsene Dreizimmer-Woh- nung.

Münchmeyer schüttelte verwundert den Kopf.

So 'ne Wohnung im Westen kostet doch viel Geld. Verdient er denn soviel?"

Hinter dieser Frage lauerte unverkennbar das Mißtrauen, daß Eva dem reich verheirateten Bruder auf der Tasche liegen könnte.

Darüber kann ich dir keine Auskunft geben. Papa, sagte er ablehnend.Aber da meine Verwandten die Wohnung gemietet haben, wer­den sie wohl wissen, daß sie die Miete für sie bezahlen können."

Lind nun erhob er sich und ging an seine Ar­beit.

Für Münchmeyer schien die Sache erledigt zu fein. Jedenfalls kam er nicht mehr auf sie zu­rück Auch Rose nicht. Immerhin, man ließ rhn deutlich genug fühlen, daß Rofe gekränkt War.

(Fortsetzung folgt.)