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llchea Bedeutung De troff» gehegt (Eine Möglichkeit einer Verunreinigung der LEG -Kulturen im ßaboraiorium wurde von Dr. Ihde verneint. 3n scharfer Form wandte er sich dann gegen Rechts- enroalt Dr Frey, der den Verdacht aus gelprcdjen habe, Dr. Deycke habe absichtlich humane Ba- rillen dem BLG betgemenai Da, sei eine Hand­lungsweise, die eine» deutschen Anwalt, unwürdig lei. (Eine absichtliche Beimengung wäre ja Mas« jenmorb aus reiner Mordlust gewesen. Zur Fraae einer Verwechslung stellte der Verteidiger fest, daß wahrend der ganzen Flute- rungspenobe nicht einen A ugenblick lang ein humaner Bazillen ft amm in bem« selben Brutschrank aeftanben habe, in km bie DLG.-Kulturen ausbewahrt würben. Das muffe noch einmal klar betont werden. Eine Ver­wechselung müsse also als ausgeschlossen gel­ten. Auch der Verdacht der Sachverständigen Pros. Bruno Lange und Ludwig Lange, bie verwen - »una von-amathin-Nährböden hätte zu km Unglück geführt, habe sich als unbegründet herausgestellt.

Da, englische U-Boot noch nicht gefunden^

Die Hoffnung, daS verschollene Unterseeboot ,M 2" noch rechtzeitig bergen zu können, schwindet immer mehr und mehr. Die Rachforschungen find während der ganzen Rächt mit gro'jtcm Eifer fortgesetzt worden, blieben aber ohne seg - sichen Erfolg. Die Ehefrauen der Ange­hörigen der Besatzung haben von der Admiralität folgende- Telegramm erhalten: Dir bcbauem, Ihnen mitteilen zu muffen, hab Ihr Mann Se r m i fj t wird, und wir befürchten, dah er im Unterseeboot .M 2", da« wahrscheinlich vor Port­land unterging, um- Leben gekom­men ist.

Selbsthilfe der Allgäuer Bauernschaft.

Der Allgäuer Dauernverband hat in einer Haupt- derfammlung Richtlinien zur Selbst­hilfe der Allgäuer Bauernschaft gutgcheißen, die empfehlen, anfallerrdes Bargeld in erster Linie au r Erhaltung und Sicherung bei landwirtfchas tlichen Betriebe- und erst dann zur Abtragung öffentlicher Lasten zu verwenden. Sollte da- Bargeld dafür nicht au-reichen, so wird geraten, den öffentlichen Körperschaften 2a t uralten zu entsprechenden Preisen zur Verfügung zu stellen. Don der Re­gierung wird eine Steuerbefreiung der Landwirtschaft ab 1. Februar verlangt, um die Desahr eine- zu befürchtenden katastropha­len Dahrung-mittelmangel- zu befcltigcn.

Schnellzug fährt In einen Autobus.

In der Nähe von Krasowa (Rumänien) ereignete sich ein verhängnisvoller Zusammenstoß zwischen Autobus und Schnellzug. Ein Autobus, in dem sich 26 Arbeiter und Arbeiterinnen betäu­ben, wollte einen Bahnübergang überqueren, troßbem bie Schranke bereits herab« gelassen war. In biesem Augenblick brauste ber 'flUige Schnellzug heran. Der Autobus würbe von , Ser Lokomotive ersaht unb vollstänbig zertrüm­mert. vier Insassen waren sofort tot, acht­zehn würben so schwer verletzt, bah bie meisten von ihnen im Sterben liegen. Der Auiobussührer mürbe verhaftet. Er hatte keine Fahrberechti« gung.

wegen vergehen» gegen bie Deoifenoerorbnung verurteilt.

In Lörrach flnb wegen vergehen» gegen bie Verorbnung bes Reichspräsidenten über bie Devisen- l'tw.o.Ichafiung bie beiden Direktoren ber Kreis- Hypothekenbank festgenommen unb sofort bem Schnellrichter zugeführt worben, ber bie beiden Angeklagten im Schnellverfahren ju je brel Monaten Gefängnis unb je 300 Mark Gelb­strafe verurteilte. Da bie beiben bas Urteil nicht an­genommen haben, würben sie wegen Derbunkelungs- erfahr in Untersuchungshaft abgeführt. Da» Vergehen beftanb barin, baß bie beiben Direktoren eine langfristige auslänbische Forderung nach In« Irafttrelen des ersten Stillhalteabkommen» als kurz­fristig behandelten und Rückzahlungen daraus vernahmen.

Bus Oer Provinzialbouptstobi

Dießen, den 28.Oanuar 1932.

Denn Männer Briefe schreiben . ..

E- ist immer Peinlich, wenn die Frau nach fünf- oder zehnjähriger Ehe dem Manne die Briefe vorlesen will, di« er ihr in den wolken- Irfcn Tagen der Brautzeit geschrieben hat.

Di« meisten Männer verlernen die Kunst des Briefschrciben-, und im Laufe der Jahre wenden lle sich allmählig den Ansicht-karten oder gar den Telegrammen zu.

Denn der durch Berus oder Zufall in der Feme weilende Mann wüßte, wie sehr sich die Frau nach einem Brief sehnt, er würde seine Faulheit überwinden und den versprochenen Be­richt nicht immer auf morgen verschieben.

Der Briefträger hat schon mehr Herzen ge­brochen, als man ahnt. Dicht, weil er selbst vielleicht ein unverbesserlicher Don Juan ist auch da- mag vor kommen, sondern weil er keinen Dries brachte.

..Ist ihm ein Unglück zugestohen?" ..Hat er mich vergessen?"Ist etwa- andere-. Gefahr - brnigcTtisä. im Spiel?"

DaS find die Dedanken. die jede Frau weit nebc beweg^.i, al- er ahnt.

Die Frau verlangt ja keine au-'ührliche Schilde­rung des fern von ihr verlebten Tages. Sie tocifr üobl. daß diese Au'zeichnunaen nicht immer aus unbedingte Zuverlässigkeit und geschichtlich« Treue Anspruch erheben können.

Dewiß: Ä gibt Männer, die täglich ausführ- lih schreiben, wenn sie unterwegs sind. DaS tön- vn Mustergatten oder vielleicht auch Märtyrer 'ein.

Man braucht eS auch nicht fo weit zu treiben wie ein bekannter Münchener Industrieller und Kunstförderer, der die Hälfte feiner Zeit In Berlin zu tun hatte.

Abend für Abend rief er feine Frau zwischen 8 und S Uhr an, - heute heißt «S ja zwischen 20 und 21 Uhr. unb sprach, je nach Laune unb Gelegenheit. 3 bi- 15 Minuten mit Ihr

Seine Freund« zollten ihm Bewunderung und Anerk.nnung für feine treue Aufmerksamkeit...

.Ich muh mich doch überzeugen, ob sie mir nachgereist ift.

®» ist verständlich, daß der Mann nicht im Stil der Brautzeit seine Briefe schreibt.

Die Ebeirau würde sogar erschrecken, wenn sie nach Jahren auf einmal ganz unvermittelt lieft

-Du meine einzig (Beliebte! Du! Hu!" ...

Der verdacht, bah ihr braver Mann über- geschnappt sei, würbe wie ein Schatten in ihrer oeele aufsteigen.

Der zweite Gedanke aber wäre: Muh der ein schlechte» Gewissen haben!

Aber auch aus den üblichen Reifebriefen sühU die Frau mit reinem Empfinden Stimmung unb Gedanken ihre» Mannes heraus

Er soll sich daher In seinen Briefen so geben, wie er ist.

Soll, wenn er endlich Zeit, Lust und Aufschwung zu einem Brief gefunden hat, kurz den Ablauf des Tage» beschreiben. Soll aber nicht nur von sich unb seinen fjelbentaten erzählen, fonbern auch mit ein paar Worten auf ba» Leben der Frau eingehen.

Wenn er ben Brief bann geschrieben hat, fühlt er sich leichter unb freier Er verlaßt noch einmal bas Hotel, um ben Brief selbst zur Post zu bringen

Gr schreitet durch bie Lichter ber fremben Stabt.

Unb oeraiht den Brief, der nach Wochen in feinem Mantel gefunden wirb

Auch da» Ist echt männlich. M. A.

GießenerStandesamiS-Gtatistilll 931

Die Gesamtzahl der Geburten in unserer Stadt betrug tm abgclaufcncn Jahr 841 (gegen 938 in 1930) davon entfallen auf ehelich geborene Kinder 660 (712), auf uneheliche Geburten 181 (226). Don der Gesamtzahl der 1931 Neugebore­nen sind 449 Knaben (103 unehelich) unb 392 Mädchen (78 unehelich). Auf die ortsansässiae Gießener Bevölkerung entfallen im Berichtsjahr 407 (442) Geburten, 207 (225) Knaben und 200 (217) Mädchen, unter diesen im ganzen 57 (66) Kinder unehelicher Geburt Aus ortsfremde Mütter, die in Kliniken und Anstalten Aufnahme fanden, entfielen in 1931 437 ( 496) Geburten, darunter 242 (249) Knaben und 192 (247) Mäd­chen. Don diesen ortsfremden Kindern waren 310 ehelich und 124 unehelich geboren Totgebur­ten, die in den genannten Zahlen außer Berech­nung blieben, kamen im letzten Jahre in Gießen 39 vor. und zwar 24 Knaben und 15 Mädchen.

Don der Gesamtzahl der in unserer Stadt in 1931 zur Welt gekommenen Säuglingen starben im ersten Lebensjahr 92 (98). wovon auf die Gießener Mütter 26, auf ort-fremde Kinder 66 entfallen.

An Todesfällen wurden 1931 in Gießen tm ganzen 852 ( 756) gezählt, und xtoar 451 männ­lichen und 401 weiblichen Geschlechts. Auf die Gießener Bevöllerung entfallen von den Sterbe- fällen 375 (329), und zwar 185 männlichen und 190 weiblichen Geschlechts. Ortsfremde verstarben in Kliniken unb Anstalten 477 (427), und zwar 266 männlichen und 211 weiblichen Geschlechts.

Das Derhältnis der Geburten gegenüber den Sterbefällen innerhalb unserer Stadtbewohner stellte sich im Jahre 1931 sehr ungünstig. Der Deburtenüberschuß, der 1929 infolge starker Sterb­lichkeit auf 51 herabgesunken, war im Jahre 1930 auf 113 gestiegen. Infolge Rückgangs der Ge­burten und infolge stärkerer Sterblichkeit im ver­gangenen Jahre stellte sich der Geburtenüber­schuß auf nur 32.

Im verflossenen Jahr fanden in unserer Stadt 294 Eheschließungen statt, 20 mehr als im Jahre zuvor.

Gauvorstandssitzung des OHV.

Man berichtet uns: Der Gesamtvorstand bes Gaues Main-Weser im DHL. hielt am vergangenen Sonntag in Gießen im Verbands- beim bes DHB. eine cifiung ab. Gauvorsteher Auerbach gab cinleltenb einen Uebcrblitf über bie gegcnroartiae politische unb wirtschaftliche Lage. Er wie» herauf hin, baß bie großen Opfer, bie bem bcutschen Volk durch die letzten Regierung;mahnah- men auferlegt seien, unter bem Gesichtspunkt unserer außenpolitischen Lage oerftanben werben müßten. Deutschland stehe offensichtlich an einem Wenbe- punkt feiner Geschichte, unb man bürfe bcshalb bie Lage nicht vom Einzekschicksal aus betrachten, fon­bern stets bas Gesamtschicksal unseres Volkes im Auge Haden. Der Deutschnationale Hanblungsgehil- fen-verbanb habe stets fein ganzes 5)anbcln letztlich als Dienst an Volk unb Baterlanb aufgefaßt. Er verschließe sich deshalb ben Notwendigkeiten ber Gegenwart nicht, bie die Freimachung unseres Vol­kes zum Ziele haben. Er habe als Standcsverband ber beutschen Kaufmannsgehilfen aber auch bie Pflicht, streng barüber zu wachen, baß bie geforder­ten Opfer gerecht verteilt unb nicht etwa einseitig auf bie Schultern ber Arbeitnehmer gelegt werben. Gauoorsteher Auerbach ging sodann auf bie Lage bes Gaues Main-Wefer im besonderen ein Der Be­richt zeigte ein erfreuliches Bild ber Aufwärtsent­wicklung auf fast allen Gebieten, befonbers aber auf bem Gebiete bes Bilbungswelens.

Gaurechn-r H a b e r t s (Frankfurt) berichtete über bie Finanzlage. Trotz ber hohen Anforberungen im vergangenen Jahre, besonders auf dem Gebiete der Gewerkschafts- unb Sozialpolitik, ist bie Finanzlage bes Gaues sehr gut. Die Abrechnung, sowie ber Voranschlag mürben einstimmig gutgeheihen.

E» folgte hierauf eine eingehende Erörterung ber vorgezeichneten Aufgaben für bas Jahr 1932. Be­sonders wurden die Preissenkungsmahnahmen be­sprochen. Die bisher eingetretene Preissenkung sei 3 T. völlig ungenügend. Nach einer sehr lebhaften unb anregenden Aussprache, in ber Gauoorsteher Auerbach noch über bie günstige Lage de» Ver­

bandes Im gesamten berichtete, wobei er beroorbob, daß der Verband trotz ber Krisenzeit ba» Iabr 1931 mit einem beachtlichen Mitgliebergewinn abjchließt. nahm bif Sitzung ihr Ende

toicfomcr t^üdKumarftpiciic.

Dießen. 28 3an. Auf dem heutigen Wochen- marft kostete das Pfund Kochbutter von 93 Pf. an: Butter 100 bi» 123; Matte 25 bis 30; Käse (10 Stück. 53 bi« 123; D.rllng 8 bis 12; Weiß- kraut 7 bis 8; Rotkraut 8 bis 12; gelbe Hüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12. Spinat 15 bis 20. Unterkohlrabi 5 bi« 6; Rosenkohl 15 bi» 20; Feldsalat 83 bi« 130; Tomaten 63 bi« 70; Zwiebeln 12 bi« 15; Meerrettich 30 bi« 60. Schwarzwurzeln 25 bi» 35; Kartossein 4; Aeplel 8 bi« 10: Dirnen 8 bl« 10; Dörrobst 33 bi« 35; Sig 40 bi« 50; junge Hähne 83 bi« 90; Suppen- ter 80 biS 90; Rüste 35 bi« 4?; da« Stück; ben 50 bi« 60; Sier 10; Blumenkohl 30 bi« 70; Salat 23 bi« 25; Endivien 10 bi« 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bl« 10; Rettich 10 bl» 15; Sellerie 13 bi« 43 Pfennig; der Zent­ner. Kartoffeln 3 bi« 3,50; lörihfraut 4 bl« 5; Wirsing 7 bi» 8; Rotkraut 7 bi« 8 Mark.

Vornotizen

Tage»kalender für Donnerstag. Lichtspielhaus. Bahnhof kratze .Dorck". Asto- ria-Lichtsviele, SelterSweg: .Der Schimmelretter" und .Riff unb Raff al» Revolverhelden".

Au« dem Ctabttbeaterbureau wird un» geschrieben Morgen, Freitag, 29 Ja­nuar. 20 Uhr, als 16. Darstellung im Freitag­abonnement zu gewöhnlichen PreisenWilhelm Teil". Die Rolle de« Werner Stausfacher spielt Intendant Dr. Rolf P rasch. Spielleitung Peter Fasfott Ende 22 15 Uhr. Samstag. 30. Januar, 15 45 Uhr. letzte Wiederholung der erfolgreichenPuppenfee". Ballett von Haßreiter und Daul, und derWunderlampe'. Weihnachts­märchen von Werner Schmidt. Diese Wieder­holung findet, um jedermann Gelegenheit zum Besuch geben zu können, zu Heinen Preisen statt. Ende; 18.15 Uhr

Da» Kölner Hänne-chen in Die­ßen Auf Einladung des Goethe-Bunde- findet am kommenden Sonntag in der Reuen Aula ein Gastspiel de» berühmten Kölner Hänne-chen- Theater« unter Leitung von Dr. Riehen, Äöln. statt. Die Dorstellungen beginnen um 15 und 20 Uhr. um 17 Uhr ist eine geschlossene Dar­stellung für den Beamten-Wirtschasts-Dund an- gefetzt Ts fei darauf hlngewiesen. daß Im Hin­blick auf die zahlreichen Verpflichtungen deS Theaters eine Wiederholung deS Gastsplele- nicht möglich ist. SS versäume daher niemand, das Kölner Hänneschen bei seinem Besuch in Gießen zu begrüßen und an feinem heiteren Spiel vvn Herzen sich zu erfreuen. Kindern und Schülern fei besonder« die RachmittagS-Dorstel« hing empfohlen. (RähereS siehe heutige Anzeige.)

" Abendandacht für Studenten. Im Rahmen der evava-^li chen Studentenseelsorge an der Landesuniv rsität findet morgen 20 Uhr pünktlich in der Uapelle auf dem Alten Friedhof eine Abendandacht statt, in der Professor D. Dr. Schumann von der Theologischen Fakultät der Universität sprechen wird.

** D i e Anmeldung der ABC- Sch ützen. Das Siadtfchulamt gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß die mit Beginn deS neuen Schuljahre- (11. April) fchulpslichrig wer­denden Knaben am 2. Februar, die Mädchen am 3 Februar anzumelden sind. RähereS ist aus der Bekanntmachung ersichtlich.

Preußisch-Süddeutsche StaatS- lotterte. Die Erneuerung der Lose yx ber Hauptziehung hat planmäßig spätestens bi« zum 2 Februar, 18 Uhr, bei Derlust des Anrechts in ber zuständigen Lotterie-Einnahme zu erfolgen. Der Gesangverein .Heiterkeit" hielt am SamStag wie unS berichtet wirb unter zahlreicher Beteiligung im .Schipkapah" seine ordentliche Halbjahresverfammlung ab. Der Vorsitzende, Emil Koch, berichtete über die Der- einsarbeit im abgelaufenen Halbjahr, in deren Mittelpunkt das Konzert gestanden habe. Trotz der Ungunst bet Zeitverhältnisse gestaltete sich biese Veranstaltung zu einem vollen Erfolg, auf Grunb beffen mit neuer Kraft und Zuversicht bie Pflege des fchönen deutschen Liedes fortgesetzt werden könne. Auch in geschäftlicher Beziehung fei erfreulicherweise eine aufwärtsstrebende Ent­wicklung festzustellen. Karl Feußer wurde zum zweiten Dorfihenden unb Gustav Krüger als Beisitzer gewählt. An bem einstimmigen Beschluß, auch im kommenden Herbst wieder ein Konzert ins Arme zu fassen, ift zu ermessen, von wäch' gutem Geiste bie Mitgliederversammlung getragen war. unbeirrt durch die unerfreulichen Einflüsse der gegenwärtigen Rotzeit einer liebgewordenen Sache die Treue zu bewahren.

(Straffammer Gießen.

Gießen, 26. Ian. Am 15. Juli 1931 gegen 19 Uhr fuhren an der Ecke chauptstraße-Biloeler- straße in Ober-Erlenbach ein Motorrad- und ein Autofahrer dergestalt gegeneinander, daß außer Sachschaden ersterer auch nicht unerheblich körperlich verletzt wurde. Der Autofahrer wurde wegen fahr­lässiger Köroeroerletzung unb Uebertretung traft- fahrpolizeikicher Vorschriften angeklagt und von dem Amtsgericht Vilbel zu 1 Monat Gefängnis verurteilt Hiergegen verfolgte er Berufung ;um Zwecke feiner Freisprechung. Dor der Strafkammer fand eine umfangreiche Beweisaufnahme statt; 10 Zeugen, die teils den Vorfall selbst mitangefehen, teils die Fahrzeuge vor dem Zusammenstoß beobach­tet unb teils Wahrnehmungen an dem Tatort über Bremsspuren usw gemacht hatten, wurden ver­nommen. Hierbei ergab sich folgendes^ ber die Hauptstraße von f)ol3haufen her fahrende Auto­besitzer hatte beim (Einbiegen links in die Bild eie r Straße die Kurve sehr scharf gefchnitten. Io daß der bie fßilbeler Straße in der Richtung Homburg fah­rende Motorradfahrer trotz Bremfens auf das ihm i

zufolge falschen Fahren» den Weg oenperrenbe Auto aufstoßen mußte. Die Strafkammer verwarf bestalb die Berufung bes Angeklagten mit der Maßgabe, daß sie mit Rücksicht aul verschieben« Milderung-gründ-e auf 500 Mark Geldstrafe erkannte.

SricfToflen brr Keboffion

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit ber Schriflleitung )

®. Sch. Lr. 1. Rach Kapitel V der dritten Rot­verordnung vom 6 Oktober 1931 (ReichSgeletzblatt Rr. 67. Se.te 55S) bedarf der Genehmigung, wer gegen Entgelt G.ller mit Kraftfahrzeugen auf Entfernungen über 50 Kilometer für andere befördern w U «Unternehmer von Güterverkehr). 2. Der § 3 der alten Durchführungsbestimmun­gen h erzu vom 9 Oktober 1931 ist abgeändert durch neuere Bestimmungen de« Reichsverkehr«- minifter« vom 19 Rovember 1931. Sie lauten: Für die Berechnung der 50-Ktlometcrgrenze Ift die kürzeste Verbindung auf öffentlichen, für den Kraftsahrzeugvcr ehr freiqegeb.nen Wegen maß­gebend. gerechnet vom Mittelpunkt de« Versand­ortes bi» zum Mittelpunkt de« Bestimmuna»- ortes 3 Der Ortsmittelpunkt wird von ber Ortspolizeibehörde festgesetzt Termine für eine Rachpiü'una der vvn ihr getroffenen Feststellun­gen sind nicht vorgesehen. -- 4 Rach der hessi­schen Do'.lzugSvervrbnung vom 18. Dezember 1931 entscheidet der Minister de« Innern darüber, ob ein Verkehr ober c.n Verkehrsmittel den Dor­schristen der Ueberiand.'erkehreordnung unter­liegt. Er ist auch zuständig Erteilung

der Genehmigung von Perfonenkrastsahrlinien. Die Durchsührung des Versabren« und die Auf­sicht über den Betrieb ist Sache der Kreisämter.

R. D. 1. Sin volljähriger Student, der bet seinen Eltern wohnt und von diesen völlig unter­halten wird, ist nicht bürgersteuerpflichtig. 2. Woh­nung, Verpflegung, Studiengebühr und Taschen­geld gelten nicht al« Derdiensteinkommen unb werden mithin auch nicht zur (Bürger ft euer her­angezogen. 3. Bürgersteuerpflichtig finb mit Ausnahme von Renlen unb Unterslühungsbeitrü­gen, sowie diese 900 Mark nicht übersteigen alle Einkommen über 500 Mark.

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r^cttccvo raussage.

Der Siern des Hochs, in ben unser Gebiet mit hineinragte, schrumpft zusammen. In seinem Bereich kam es in der vergangenen Nacht zu stärkeren Strahlungsfrösten bi» zu 9 Grad unter Null. An ber Nordleite bes Hochs gewinnt wärmere, feuchte Lust etwas mehr an Raum, bie sich weiter nach Mstteldeutschlanb hin ausbreiten dürste. Dabei kommt es wieder mehr zu Nebel- und Wolkenbil- düng, wobei bie Ausstrahlung gehemmt wird.

Aussichten für Freitag^ Mehr neblig unb wolkig mit Abschwächung bes Nachtfrostes, trocken.

Aussichten für Samstag: Bei Aufklaren Temperaturen nachts etwas unter Null, sonst weiter­hin vielfach etwas neblig unb wolkig.

Lufttemperaturen am 27. Januar: mittags 0,7 Grad Celsius, abends minus 4,1 Grab; am 28 Ja­nuar: morgens minus 6,1 Grab Maximum 1,2 Grad, Minimum minus 6,9 Grab. Erdtempera­turen in 10 cm liefe am 27. Januar: abends 0,1 Grad: am 28. Januar: morgens 0,4 Grab Celsius. 'Sonnenscheinbauer 5 Stunden.

Amtliche Dintersporlnachrlchten.

Schwarzwald, Felbberg: Klar, minus 1 Grad, 25 cm Schnee, verharscht, Sportmcglichkeit für Ski unb Rodel gut.

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