Ausgabe 
27.9.1932 Frühausgabe
 
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nr. 227 KvühauSsabe

182. Jahrgang

Dienstag, 27. September 1952

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton vt H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Ma; Filler, sämtlich in Bienen

Urteil des Haffes.

Sieben Unterführer derDolkssporf-Organisa- fion der sudetendeutschen Rationalso - z i a l i st e n sind nach einem wochenlangen Pro- zeß durch das Schwurgericht der tschechischen Kreisstadt Brünn zu hohen Gefängnisstrafen von 15 Monaten bis zu 3 Jahren verurteilt wor­den. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden den sie­ben deutschstämmigen Angehörigen des tschecho­slowakischen Staates aberkannt. Bei der Urteils­verkündung waren anwesend Vertreter aller deut­schen Parteien in i)er Tschechoslowakei, sowie die Leiter der führenden Kultur-Organisationen. Sie alle sprangen empört von ihren Sitzen auf, als das tschechische Gericht dieses ungeheuer­liche Urteil verkündete. Vierzehn Jahre nach dem sogenannten Friedensschluh hat in einem Staate, in dem 3,5 Millionen Deutsche wohnen, unb der Deutschland seine gesamte Kultur ver­dankt, der niedrigste und verächtlichste Hast über die gesunde Vernunft gesiegt.

Das Brünner Schreckensurteil gehl jeden Deutschen, gleichgültig, welcher Parteirichtung, un­mittelbar an. Vicht straftrechtliche Tatbestände ha­ben zu der Verurteilung geführt, sondern es sollte die Gesinnung getroffen werden. Die Ge­sinnung der Angeklagten war und ist deutsch, deshalb, und nur deshalb müssen sie nun nach Absprechung der bürgerlichen Ehrenrechte in die Kerker eines Staates, der auf Grund der Versprechungen vom Selbstbestimmungsrecht der Völker entstanden ist, und der die Rechte seiner Völker seit dem Tage seines Entstehens mit Füsten tritt. Dennoch begrüsten wir das Urteil, denn es reiht jenen Staasmännern der tschecho­slowakischen Republik, die sich wie Denesch als Apostel der Völkerverständigung feiern lassen, die Maske herunter.

Was haben die Verurteilten verbrochen ? Als Mitglieder der deutschen Rationalsozialisten in der Tschechoslowakei, die übrigens mit der deut­schen Partei nur freundschaftlich, aber nicht or­ganisatorisch verbunden sind, haben die sie­ben Sudetendeutschen an Geländeübungen tcilgenommen, die unbewaffnet und ohne Zugrundelegung eines militärischen Programmes vorgenommen worden waren. Immer und immer wieder haben die tschechischen Regierungsbehörden die Gleichberechtigung aller im tschechi­schen Zpangsstoate vereinigten Völker beteuert. Als vor drei Jahren der Führer der Slowaken, Tuka, von dieser Gleichberechtigung praktischen Ge­brauch machen wollte, flog er auf 15 Jahre ins Zuchthaus. Als jetzt die Deutschen, die das Recht auf den Anschlust an das Reich vorenthalten be­kommen, nur einen Bruchteil der Rechte bean­spruchten, die die tschechische Jugend genießt, hat man über sie ein Urteil des Hasses verhängt. Es gibt zwei große tschechische Organisationen, die tagtäglich in aller Öffentlichkeit das tun, was den Deutschen zur Last gelegt wird, näm­lich die Ausbildung und Bereitstellung militär­ähnlicher Verbände. Es sind die tschechischen Pfadfinder, die mit Staatsmitteln auf ge­baut wurden, die über infanteristische Bewaff­nung verfügen, und die von tschechischen Offizie­ren im Schießen ausgebildet werden. Es ist fer­ner der große Sokol-Verband, eine Art nationaltschechischer Miliz, der zu einer Brut­stätte des deutschen Hasses geworden ist, und der selbstverständlich über moderne Bewaffnung ver­fügt.

Alljährlich im Sommer findet der Aufmarsch der Pfadfinder und der Sokoln statt. Hundert­tausend junge Tschechen marschieren bewaffnet in Prag auf und demonstrieren gegen Deutsche, Ungarn und Slowaken. Für eine Woche lang bedeutet für jeden Deutschsprechenden in Prag der Gebrauch seiner Muttersprache eine Lebens­gefahr. Alle deutschen Kinos bleiben geschlossen, deutsche Waren müssen aus den Schaufenstern entfernt werden, ein Orgie des Deutschenhasses tobt sich aus. Denesch und Masaryk schweigen dazu, das heißt, sie geben damit ihr stillschweigen­des Einverständnis bekannt. Schließen sich D e u t- sche, die nach der tschechischen Verfassung die volle Gleichberechtigung genießen, jedoch zu kame­radschaftlichen Verbänden zusammen, marschieren diese Deutschen singend durch die sudetendeutschen Gaue, auf denen ihre Ahnen seit den Tagen Marbods bis heute gesessen haben, so werden sie von den Schergen eines Staates verfolgt, der bisher nicht den mindesten Beweis feiner inneren Reife und Festigkeit erbracht hat. Als der erste Vorstoß des tschechischen Chauvinismus in den Hussitenkriegen unter furchtbaren Opfern vom deutschen Volk abgewehrt werden konnte, war es leider das Haus Habsburg, das einige Jahr­hunderte hindurch die Tschechen besser behandelte als die Deutschen. 1870 war Prag noch eine reindeutsche Stadt. Erst das Verhalten der Habs­burger hat die Heraufkunft des mit französischem Geld« proklamierten tschechischen Pseudonationa­lismus möglich gemacht. Und heute gibt es keinen Staat in Osteuropa, in dem sich die Machtmittel des Staates einseitiger und schärfer gegen das deutsche Element kehrten, als gerade die Tschecho­slowakei.

Die politischen Folgen des Urteils sind gar nicht abzusehen. Das gesamte deutsche Ver­eins- und Organisationswesen wird durch das Schreckensurteil unter ein Ausnahmege­setz gestellt. Erneut bat der tschechische Staat den 3,5 Millionen Äidetendeutschen schärfsten Kampf angesagt. Das Deutschtum jenseits des Riesengebirgskammes und des Bayerischen Wal­des ist erprobt und gehärtet genug, um auch diesen neuen Kampf in Ehren bestehen zu können. 1919 wurden deutsche Bauern und Bürger von tschechischen Legionären mit Maschinengewehren

Ecyo oer ®ernot=lKeoe.

Empörung in der deutschen presse.

Berlin, 26. Sept. (TU.) Zu den Ausfällen Herriots gegen Deutschland in seiner Rede in Gramat nehmen die Berliner Abendblätter Stel­lung. So schreibt derTag" (deutschnatl.): Den Erlaß über die körperliche Ertüchtigung unserer Jugend als Aufrüstungsmahnahme hinzustellen, zeugt von vollendetem bösen Willen. Schließlich war ja auch der Führer der englischen Doy» Scouts-Dewegung ein General. Baden-Powell, und diemoralische Abrüstung", von der Herriot so tief bewegt sprach? Wo wäre sie we­niger zu finden als in Frankreich? In der Frage oer deutschen Gleichberechtigung hat er und das wird ein tödlicher Schlag für die Abrüstungskonferenz und für den Völkerbund sein ein rückhaltlosesRein" ausge­sprochen. Das schafft eine klare Lage. ImDe rliner Tageblatt" (dem.) fragt Theodor Wolff; Sind die Genfer Gefpräche Herrn Herriot vielleicht unbequem? Mißfällt es ihm, daß Henderson solche Einigungsversuche macht? Wolff nennt diele Rede eine Entgleisung und spricht den Verdacht aus, daß Herriot die dünnen Fäden, die sich in Genf anspinnen, zer­reißen wolle, da er gerade jetzt mit drei­facher Schärfe das ausgesprochen habe, was er schon des öfteren in anderen Erklärungen gesagt habe. Auch gibt er seiner Verwunderung darüber Ausdruck, wie der Ministerpräsident eines Lan­des, das die militärische Erziehung so vollen­det entwickelt habe, die Frage, wie man Kin­dern die Kunst zu töten beibringen könne, an ein anderes, das keine allgemeine Wehrpflicht besitze, richten könne. - Rachdem desAbend" fest­stellt, daß das deutsche Volk einmütig für den Grundsatz der Gleichberechtigung nach außen ein­trete, stellt das Dlatt die Frage, ob die (ran- zofischen Maschinengewehre nur der Rebhuhnjagd dienten. Es sei in der Tat furchtbar, daß die junge Generation in der Kunst des Tötens erzogen und dafür prämiiert werde. Es würden in Frankreich doch nicht jährlich 500 000 Rekruten mit einem Kostenaufwand von 18 Milliarden Franken nur darin ausgebildet, Fußball zu spielen. So lange französische Staats­männer nicht begriffen, wie derartige Reden außerhalb des eigenen Landes wirkten, besorgten sie unbewußt die Geschäfte der deutschen Ratio­nalisten und Militaristen.

Unter der UeberschriftEine Spitzenleistung der Heuchelei" bezeichnet dieDeutsche Ta­geszeitung" die Rede Herriots als den Triumphgesang eines französischen Ministerprä­sidenten, der schon glaube, Deutschland diploma- tisch eingekreist zu haben und der daher die Ge­legenheit für günstig halte, um mit Verleumdungen und Anklagen verschiedenster Art einen neuen Schlag zu führen. Wir haben, so schreibt das Dlatt, schon viel von Frankreich erlebt, aber wohl noch nie eine so perfide Verdrehung aller Tatsachen.

DieGermania" weist u. a. darauf hin, daß den Franzosen allmählich» die Argumente auszugehen beginnen. Man fälsche deutsche Maß­nahmen, die eine ausschließlich innerpolitische An­gelegenheit seien, zu Aufrüstungsversuchen um.

Man sollte doch auch in Frankreich einsehen, daß lediglich jenes 1919 in Versailles uns auf- gezw ungene Berufsheer an den Erscheinungen Schuld trage, über die man sich in Frankreich beunruhigt fühle und daß die Aufstellung einer Miliz oder eines Volksheeres auf begrenzter Basis endlich wieder unzweideutige Verhält­nisse schaffen würde. Dcks Blatt unterstreicht dann die Tatsache, daß es gerade Herriot ge­wesen sei, der die Rheinlandpolitik eines Poin» care und Tardieu scharf kritisiert und ihnen zum Vorwurf gemacht habe, daß sie die Gelegenheit zu einer großen befreienden Geste versäumt hätten. DieFrankfurter Zeitung" hebt hervor, daß Herriot der Sache seiner Ra­tion einen schlechten Dienst erwiesen habe. Er schwelge in den hoffnungslosen Deklamationen

des Chauvinismus. Das Pathos, das die eigene nationale.Verteidigung als eine Form des Bür­gersinns bezeichne, zugleich aber über die Grenze rufe:Wie kann man Kinder die Kunst zu töten lehren?" dies Pathos habe einen fatalen Klang. So mag Tartusfe reden.

DieKölnische Volkszeitung" erklärt u. a.: In Frankreich sei die Kunst, dem eigenen Na­tionalismus und Militarismus mit schillernder und pathetischer Rhetorik ein pazifistisches Mäntelchen umzuhängen, zur Meisterschaft cntmirfclt. Herriot habe in seiner Sonntagsrede bewiesen, daß auch er diese Kunst nicht noch erst zu erlernen habe. Sie sei ein erschütterndes Dokument der U n aufricht igkeit und der bedenkenlosen Politik des zweierlei Maß.

Die Völkerbundsversammlung lagi

Unser Bild zeigt die der Vollversammlung oorausgegangene Sitzung des Völkerbundsrats. Von rechts nach links: Sir Eric Drummond, der Generalsekretär des Völkerbundes; de Valero, der irische Staatspräsident und Präsident der diesmaligen Ratstagung, und Paul-B oncour (weißes Haar), der französische Kriegsminister. Links an der Ecke: Reichsaußenminister Freiherr von Neurath.

Pessimismus in Genf.

Genf, 26. Sept. (TU.) Die 13. ordentliche Voll- Versammlung des Völkerbundes ist am Montag durch den amtierenden Ratspräsidenten, den iri­schen Ministerpräsidenten de Valero, eröffnet worden. 54 Völkerbundsmächte sind vertreten, dar­unter zum er st en Male die Türkei und Mexiko. Die deutschen Vertreter der Reichsaußenminister, der Gesandte von Rosenberg und Ministerialdirektor Gaus sitzen auf der ersten Reihe, unmittelbar vor dem Präsidium, England wird durch seinen Außenminister Sir John Simon, Frankreich durch Kriegsminister Paul-Boncour vertreten, da Herriot erst im Lause des Nachmittags

in Genf eintrifft. Die Diplomaten- und die Presse« tribüne sind überfüllt.

Seit der Gründung des Völkerbundes hat sich diese Staatenorganisation noch niemals in einer ihre Existenz so bedrohlichen Krife befunden. Auf allen Gebieten zeigen sich ernste Verfallserschei­nungen. Die Abrüstung, als Hauptaufgabe des Völkerbundes, droht zu einer Katastrophe zu werden. Die Finanz- und Wirtschafts­politik des Völkerbundes hat feit Jahren lediglich schwere Mißerfolge aufzusühren. Die Minder­heitenpolitik ist heute Gegenstand schärfster Angriffe der gesamten internationalen Oeffentlich. feit. Die im Völkerbundspakt verankerte Verpflich­tung zur Erhaltung des Friedens erweist

niebergefd)oflcn, weil sie den Anschluß an das Reich forderten. Roch einmal hat die Willkür der Friedensdiktate den Krieg verlängert und die natürlichen Grenzen des Reiches zerrissen. Das Brünner Urteil macht es jedem Deutschen zur Pflicht, in treuer und brüderlicher Ver­bundenheit unseren sudetendeutschen Brüdern das Versprechen abzulegen, daß wir nicht eher uns mit dem politischen Zustand des friedlosen Europa abfinden werden, bis alle Deutschen an Donau und Moldau, an der Saar und in Eupen-Mal­medy, an der Memel und an der Weichsel wieder mit dem kommenden grohdeutschen Reich ver­bunden sind

Gandhi britfjt den Hungerstreik ab 9iach Zustimmung Englands ;um Abkom­men zwischen Stuften « Hindus und Parias.

Bombay, 26. Sept. (211.) Rachdem die Zu- ftimmung der britischen Regierung zum Abkommen zwischen den Hindus und den Parias bekanntgegeben worden war, brach Gandhi am Montag um 13 Uhr MEZ. sei­nen Hungerstreik ab.

Gandhis Hungerstreik hat sechs Tage und fünf Stunden gedauert. Als ihm das Tele­gramm überreicht wurde, in dem die englische Regierung die Annahme des Abkommens zwischen den Hindus und Parias mitteilte, hatten sich außer seiner Frau und seinem Sohn viele feiner Anhänger, darunter der Dichter Rabindra- nath Tagore um sein Zeltbett versammelt. Gandhi hörte schweigend zu, als die Erklärung verlesen wurde. Darauf sprach er 3 4 Stunden lange nichts, lächelte dann und sprach mit leiser Stimme:Mein Gelübde ist erfüllt. Satyragraha (der passive Widerstand) hat ge­siegt!" Gandhi ersuchte dann alle Anwesenden, zu beten und heilige Lieder zu fingen, darunter einige in Musik gesetzte Gedichte Tagores. Seine Frau überreichte ihm dann ein Glas mit Zi­tronensaft, von dem der Mahatma langsam nippte. Er wird bis Dienstagvormittag nur Zitronensaft und dann etwas Hafergrütze und Ziegenmilch zu sich nehmen. Es war höchste

Zeit, daß Gandhi seinen Hungerstreik beendete. Er hatte bereits 10 Pfund abgenom- me.n Die fünf Aerzte, die ihn am Montagvor­mitlag auf seinen Gesunl heitszustarO unter uchten. erklärten, daß Lebensgefahr begehe. Seine sämtlichen Fettreserven seien aufgezehrt und er lebe nur noch von seiner Muskelsubstanz. Die Wiederaufnahme der Rahrungszufuhr wird nur ganz langsam und mit größter Vor­sicht durchgeführt.

Die Mitteilung von der Annahme des Ab­kommens durch die englische Regierung wurde im indischen Gesetzgebenden Ausschuß und im Staatsrat mit großem Beifall und begeisterter Anerkennung aufgenommen.

Auch erklärt die englische Regierung in ihrer amtlichen Mitteilung, daß sie mitgroßer Befriedigung" von der Einigung mit den Kasten-Hindus Kenntnis genommen habe. An­gesichts des Hungerstreiks Gandhis hat die eng­lische Regierung die Prüfung des Abkommens mit größter Dringlichkeit durchgeführt. Der Staatssekretär für Indien, Sir Samuel Hoare, und Baldwin haben während des ganzen Sonntags und bis in die frühen Morgenstunden des Montag daran gearbeitet und standen in dauernder telephonischer Verbindung mit dem Ministerpräsidenten. Die Entscheidung wurde erst am Montagfrüh gefällt.

Die Abrüftungsorbeiten bis 10. Oktober vertagt.

Genf, 26. Sept. (TU.) Das "Bureau der Ab­rüstungskonferenz hielt unter dem Vorsitz Hen­dersons eine Sitzung ab. Das Bureau hat be­schlossen, in der Woche nach dem 10. Ok­tober über die Einberufung desHaupt- ausschusses, in dem sämtliche 64 Konferenz­mächte vertreten sind, zu entscheiden. Henderson erklärte, er hoffe, daß bis zum 10. Oktober die Berichte der einzelnen Ausschüsse und die Bericht­erstattung über die Wiederaufnahme der Arbeit des Hauptausschusses vorliegen werden. Hender­son teilte sodann kurz mit, daß ereineilnter» rebung mitdemReichsauhenminister gehabt habe. Er hoffe, in den nächsten beiden Tagen weitere Besprechungen mit Reurath

zu führen. Das Bureau vertagte sich sodann vor­läufig bis zum 10. Oktober.

Oie griechischen Wahlen.

Veniseios erringt tinen vollkommenen Wahlsieg für ö<e Liberalen.

Athen, 26. Sept. (WTD.) Auf Grund der bisher befanntgetoorbenen Wahlergebnisse wird hier festgestellt, daß der Kampf in der Haupt­sache zwischen der von D e n i s e l o s geführten Liberalen Partei und der Volkspartei von T s a l d a r i s ausgetragen wurde, während die anderen republikanischen Parteien, insbeson­dere die Fortschrittler unter Kasan- daris und die Dauern- und Arbeiter­partei unter P a p a n a st a s i u, die mit Tsol- daris ein gmemfame» Mani e'f zur Eröffnung d s Wahlkampfes unterzeichnet hatten, fast aufgeho­ben wurden. Der Erfolg von Denifelos', der fest- steht, gewinnt dadurch noch eine besondere Be­deutung, denn er stellt den Sieg der Re­publik über den monarchistischenGe- danken dar, nachdem Tsaldaris es abgelehnt hatte, vor der Wahl die republikanische Staats­form ausdrücklich anzuerkennen. Die führende ve- niselifche ZeitungEleftheron Dima" schreibt: Man wird sich jetzt bemühen müssen, die Frage der Staatsform endgültig zu lösen, die Ruhe im Innern zu festigen und die Grund­lagen für den künftigen Fortschritt des Landcs zu legen. Das Verhalten der Republik wird nichts Feindseliges haben gegenüber den Elementen, die die Truppen der letzten monarchistischen Front bil­den. Die Stunde der Versöhnung ist da. Wir haben seit Jahren alle uns zur Verfügung ste­henden Wittel erschöpft, um dahin zu kommen, daß der heutige Tag weder Sieger noch Besiegte findet. Dieses Bemühen wurde vom Schicksal nur schlecht unterstützt. Die Versöhnung wird auf der Grundlage des Dolkswillens zur Rotwendigkeit Wir hoffen, daß die Dolkspartei sich ohne Diskussion ihm unterwerfen wird. Das griechische Volk wird bann in Brüderlichkeit und Ruhe leben.