Ausgabe 
27.8.1932 Erstes Blatt
 
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Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen.

Pöllich unb Mehrring vorbei. Es rückt Riol heran, ein freundlicher, in Obstgärten verborgener Ort. der durch nichts mehr an die blutige Schlacht im Jahre 69 n. Thr. erinnert, in der die Treoerer im Kampf um die Freiheit den geschulten und kriegserprobten römischen Legionen erlagen.

Es folgen Longuich, Kirsch, Kenn und drüben Issel, Schweich und Quint. Auf dem linken Ufer weichen die Berae zurück. Felder breiten ihre bun­ten Rechtecke, Obslbäume stehen langgereiht im Schmuck ihres grünen Blättermantels. Hüben aber öffnet sich ein Tal, aus dem die kleine muntere Ruwer der Mosel zueilt. In ihren Windungen hat noch einmal der Weinstock die Herrschaft an

Wanderfahrten.

hasselboru Einhaus Altenkirchen Braunfels.

Wir fahren über Wetzlar noch dem anmutig an einem Berghange gelegenen Hosselborn und folgen von hier roten Strichen, die uns in steilem Anstieg hinauf zum Wald führen, vor dessen Eingang man einen prächtigen Blick auf dos tief unten liegende Dörfchen und seine reizvolle Umgebung hat. Das Zeichen führt durch den ausgedehnten Heiligenwald, vorbei am Schmittenborn, einer etwas abseits vom Wege liegenden kräftigen Quelle mit Ruhebank, und durch das freundliche Dörfchen Dietenhausen. Nach Ueberschreiten des lieblichen Mettbachtales leitet uns ein schmaler Waldpfad hinauf zur Landstraße, der früheren Rennstrecke, auf der wir bis zum Gasthaus Einhaus weitergehen. Nunmehr folgen wir schwar­zen Granaten, ein kurzes Stück auf der alten Hessen- straße entlang durch das im Tal lieaends Möttau, um jenseits des Dorfes nach Uebersteigung eines Bergrückens mit hübschen Fernblicken über Alten- kirchen wieder zum Wald zu gelangen, der ebenfalls reizvolle Partien und stille Waldtäler aufzuweisen hat. Nach geraumer Zeit erreichen wir die Falken- bergsruhe und bald darauf den Tiergarten, an dessen Ausgang wir uns an dem Blick auf das herrliche Schloß Braunfels erfreuen. Nach einer Erholungs­pause im nahegelegenen Städtchen wandern wir durch den schönen Mühlengrund zur Station. Dauer der Wanderung knapp sechs Stunden.

Gießen Lindener Mark Schisfenberg Gießen.

Wir beginnen unsere Wanderung an der Unioer- siläts-Bibliothek und folgen der vom VHE. Gießen angelegten roten T-Markierung, die uns den (Erb- kauterweg entlang, an dem Gotischen Tonwerk vor­bei zum Walde und auf stillen Pfaden zur Theo- dorsruhe führt Bon dem neu errichteten Ruhetempel bietet sich ein prächtiger Blick nach dem Schiffenberg. Hier treffen wir auf gelbe Punkte, mit denen wir bis zur nächsten Schneise geradeaus weitergehen, um sodann noch links abzubiegen. Stets durch schönen Woldbestand kommend überschreiten wir den Alten Watzenborner Weg (blaue Keile), an dessen Schnitt-

Obecheffen.

sich geriffen. So wenig es von dem kleinen Ort Ruwer am Ausgang des Tales zu melden gibt fein Name Hingt dennoch immer mit, wenn von den Weinen des Ruwertales, vom Eoseler Waltracher, Eitelbacher, Grünhäuser und anderen die Rede ift

Schade! Die Fahrt ist zu Ende. Trier schickt uns feine ersten Häuser entgegen. Schuppen, Koh­lenhalden, Güterwagen. Die Lokomotive beginnt wieder zu bimmeln. Fußgänger sehen neugierig in die Fenster. Autos rattern vorbei. Dann knirschen die Bremsklötze.

Ich steige aus. Die Glocken von Trier läuten den Sonntag ein.

punkt wir wieder einen hübschen, leider stark ver­wachsenen Blick zum Schifsenberg haben, später bei der Försterei Baumgarten die Hausener Straße, um hierbei in kräftigem Anstieg den Schifsenberg zu erreichen, wo wir uns erholen können. Der weitere Weg führt über den Anneberg, überschreitet die Licher Straße, geht über die Hohe Warte und auf dem sog. Butterweg zurück zur Stadt. Wanderzeit vier Stunden.

Reisewinke.

Neue Kanustationcn in Südwestdeutschland.

Die Lande stellen für Wassersportler, irrs des an­dere Kanufahrer, sind an der Mosel so ausge- baut worden, daß nunmehr an den Ufern des etwa 190 Kilometer langen Fluhlaufes von Trier bis zur Mündung in den Rhein bei Koblenz durch­schnittlich alle zehn Kilometer ein zünftiger Zeltlagerplah zur Verfügung steht. Der jüngste Zeltplatz wurde dieser Tage in Brvden- bach (Mosel) angelegt. Auch in anderen Teilen Sübwestdeutschlands, dessen landschaftlich schöne Fluhläufe von Wassersportlern viel benutzt wer­den, sind eine Reihe von neuen Bequemlichkeiten, für Kanu- und Paddelbootfahrer geschaffen wor­den. Reue Kanustationen wurden in Saarburg (Saar) und St. Goar (Rhein) gegründet. Rach dem großen Wanderheim in Koblenz mit drei Häu­sern wurde in K e h l am Rhein ein neues Wander- Heim mit Betten, Aufenthaltsraum, Küche, Boots- raum und Zeltplatz eingerichtet, das für den Be­such des Schwarzwalds sehr günstig liegt. Lieber- nachtungsmöglichkeit ist fast überall vorhanden. Sin großer Altplah wurde vomDeutschen Kanu- verband" (Oberrhein- und Mainkreis) auf der S a n d - A u gegenüber Erbach im Rheingau ge­kauft, ein weiterer auf dem Ehrentaler Werth, unterhalb St. Goarshausen, gepachtet. Die Stadt Bingen stellte das Rhein - Rahe- E ck als Zeltplatz zur Derfügung und stattete ihn durch Waschanlage und Landefloß aus.

Gpäisommerliche Reise imFlaschenzug".

Oie Moselweintarte als Fahrplan.

Bon Robert Huber.

Langsam verläßt der Zug den Bahnhof Bullay. Die Lokomotive bimmelt aufgeregt Es Hingt wie eine höfliche Bitte um Vorsicht. An der Brücke geht es vorbei, über die Straße, dann ist die freie Strecke do. Von drüben grüßt die Marienburg ins Mosel- toi. Das alte Merl schiebt sich diesseits heran. Am Fuße seines weitgedehnten Weinberggeländcs geht die Fahrt entlang. Die Eisenbahnbrücke zwischen Bullay und dem sehr schönen A l f weicht immer weiter zurück. Schließlich ist sie in der liefe des Talbogens verschwunden.

Ich mache die Reise auf der Plattform desF l a f d) e n 3 u g e s". In Zell ist Kirmes. Hinter der (auberen Station bringt von Karussell und Schiffs- schaukel her das Getöse der Drehorgeln. Das Volk im Lande derschwarzen Katz" ist strahlender Laune.

Weiter. Drüben spiegeln sich die alten Häuser von Kaimt in den Fluten. Vor mir öffnet sich ein neuer Talbogen. Langgestreckte Weinberge folgen zur Rechten, es sind die guten Lagen von Burg und Enkirch, von Traben und Trarbach, den beiden Schwesterstädtchen, die die Mosel trennt und doch wieder verbindet.

Ueber Traben, auf dem linken Ufer, erhebt sich ein breiter Bergrücken, auf dem Ludwig XIV. von feinem Baumeister Dauban die Festung Montroyal erbauen ließ.

In sanftem Bogen folgt die Bahn dem Moselufer, hält kurz in Wolf und dann dem alten Reichsdorf Eröv gegenüber, bevor sie sich am Fuß der Ruine des Wolferklosters noch Süden wendet.

Immer wieder schieben sich neue Bilder in das Blickfeld, saubere, kleine Dörfer mit freundlichen Fachwerkhäusern, grüne rebenbestandene Hänge, weite Wälder, Burgen und Schlösser auf den Ber­gen. In den Uferwiesen zwischen Reil und K ö - d e n i ch stelzen sogar Fischreiher durch das Ried­gras. Auf dem Fluß treiben geruhsam kleine, bunte Paddelboote. Ihre Insassen sonnen sich in beschau- licher Untätigkeit.

Inzwischen haben sich wiederum weinstockbestan- bene Ufer herangeschoben. Drüben sinb es bie Logen von Kinheim unb Herzig unb diesseits bie von Erden, Rachtig, Zeltingen, Graach unb Bernkastel. Namen von Klang unb Gehalt. Man meint in ber Tat nicht nach bem Fahrplan, fonbern noch einer erlesenen Weinkarte burchs Land zu fah­ren. Im Volksmunb heißt bie Moseltolbahn auch nicht umsonst berFlaschenzu g'.

Bernkastel ist ba, bie Stabt bes berühmtenBern- kastler Doktors". Dem schonen alten Städtchen gegen über liegt (Eues, an dessen Namen sich bie (Erin­nerung an einen ber größten Geister bes Mittelalters, an den gelehrten Äarbinal, Nikolaus von Eues, knüpft. Die Fahrt geht weiter. Durch Anbei, Mülheim, Brauneberg, bas ehebem Düse- monb hieß, burch Filzen unb Wintrich. Drü­ben zieht Lieser vorbei. Hinter seinen kleinen Häusern öffnet sich bas Liesertal mit seinem großen Weinbergsgelänbe. K e st e n folgt unb schließlich am Fuß eines sich eigenwillig in ben Mosellaus vor- brängenben Berges Minheim. Hier beschreibt bas Tal eine neue Schleife unb bie Sonne, bie eben noch zum linken Fenster hereingeschienen hatte, zeich­net jetzt burch bas rechte ein helles Viereck auf ben Boben bes Abteils.

Wir halten in Nieberemmel. Drüben behnt sich Piesport am Ufer hin, umgeben von feinen berühmten Lagen, in benen manch herrlicher Tropfen zur Reife kocht. Es folgen Dhron unb schließlich Neumagen, einst bie Sommerresibenz ber römi- schon Kaiser. Heute sieht man dem Ort nicht mehr an, bah er im Altertum ein wichtiger Hanbel- und Stapelplatz wo» Allein zahlreiche Funde, u. a. bie fdjöne Skulptur bes sogenannten Neumagener Wein- schiffes beweisen es.

Der Zug rattert weiter nach Trittenheim. (Eine Brücke, bie bas Stanbbilb des großen Huma- nisten und Abtes Johannes Trithemius trägt. Der- bindet ben Ort mit bem Bahnhof. Von Trittenheim aufwärts hat bie Landschaft ein anberes Gesicht. Längst beherrscht ber Weinstock nicht mehr aus­schließlich bie Uferhänge. Nur Dort unb hier finben sich noch größere Weinberge. Felb, Walb unb Obst- fulturen sinb in ber Ueberzahl. Der Boben schim- mert rötlich, als bereite er langsam auf bie phan­tastisch geformten roten Sanbftelnfelfen über Pal­lien, zwischen Pfalzel unb (Euren vor. Doch bas Tal hat nichts von seinem Liebreiz verloren. Seine Farben, die sich in den glatten Fluten der Mosel roibeilpiegeln, sinb satter. Es liegt nicht mehr ber Duft unb ber Glanz bes Schiefers über ihnen unb ber blaue Schatten, ber abwärts in ben schmalen Bergtälern lagert, ist geschwunben.

Der Zug fährt burch Leiwen, Köverich, Thor- nid) und Detzen, an Klüsserath, Ensch, Schleich,

Tödliche Unglücksfätte in Oberheffen.

Landkreis Gießen.

* Ruttershausen, 26. Aug. Heute nachmit­tag ereignete sich in unserem Orte ein tödlicher Ung 1 ücksfa11. Die 65 Jahre alte Witwe Mar­garete Krämer stürzte von einem (Ernte- wagen herab und fiel dabei so unglücklich, daß sie einen schweren Schädelbruch erlitt. Die bedauernswerte Frau wurde alsbald der Chirurgi­schen Klinik in Gießen zugeführt, wo sie aber kurz nach der Einlieferung verstarb.

00 Hattenrod, 26.Aug. Ein schwerer Unfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich gestern vormittag auf der Straße von Hatten­rod nach Harbach. Der Landwirt Heinrich Maul, der am Samstag dieser Woche feinen 59. Geburts­tag gefeiert hätte, fuhr einen beladenen Frucht- wagen heim. Etwa einen Kilometer von Hatienrod begegnete bem Heimfahrenden das Auto eines Geschäftsreisenden. Im Dorbeifahren scheute dos Pferd bes Landwirts unb sprang bei Seite bis über ben Straßengraben. Maul fiel dabei vom Wagen in den Graben, so daß die Räder über ihn gingen. Außer Rippen- brüchen trug ber Verunglückte innere Verletzungen davon, bie von bem schnell herbeigeeilten Arzt Dr. Claus aus Lich festgestellt würben. Zu der beab­sichtigten Ueberführung in bie Gießener Klinik kam 'es nicht mehr, da der bedauernswerte Mann heute früh an den Folgen des Unglückssalles verstarb. Die Schwiegertochter des Verstorbenen, bie sich oben auf bem Wagen befanb, kam mit dem Schrecken da­von. Die Gendarmerie von Reiskirchen nahm gestern noch den Tatbestand auf unb sucht eine eventuelle Schulbfrage zu klären. Auffallend war bas Verhal­

ten ber Autvinsassen, bie zwar einen Augen­blick ihren Wagen anhielten, bann aber, ohne sich um das Ereignis weiter zu kümmern, weiter- fuhren. Geradezu empörend aber war das Be­nehmen eines auf dem Pade vorbeifahrenden (Ein- wohners aus dem nahen Harbach, der gebeten wurde, Hilfe herbeizurufen, unb der diese Hilfe abschlug, weil er angeblich keine Zeit dazu habe.

Kreis Friedberg.

WER. Bad-Rauheim, 26. Aug. Aus der Frankfurter Straße zwischen Rieder-Mörlen und Bad-Rauheim wurde gestern nachmittag ein Mützenmacher aus Rüstringen, der sich mit einem Arbeitskollegen »auf der Wanderschaft befand, von einem Lastkraftwagen über­fahren. Der Mützenmacher erlitt so schwere Verletzungen, daß er noch in der gleichen Rächt im Krankenhause verstarb. Der Führer des Lastkraftwagens fuhr, ohne sich um den Verunglückten zu kümmern, weiter. Man ver­mutet, daß es sich um einen Lastkraftwagen aus Frankfurt handelt, der grau angestrichen sein soll.

Kreis Alsfeld.

Ober-Sorg, 26. Aug. Der 28 Jahre alte Landwirt Wilhelm Geis von hier stürzte bei einer Motorradfahrt in der Rähe unseres Ortes so unglücklich, daß er einen Schädelbruch erlitt. Unmittelbar nach seiner Einlieferung in die Chirurgische Klinik in Die­ßen ist der beöauem8toerte junge Mann feiner schweren Verletzung erlegen.

Landkreis Gießen.

Daubringen, 26. Aug. 3n dem Kar­toffelfeld eines hiesigen Einwohners ist der Kartoffelkrebs festgestellt worden, und zwar ist die kreb-anfällige SorteOdenwälder Blaue" befallen worden. Das Landwirtschafts­amt Grünberg hat sofort die erforderlichen Maß­nahmen zur Bekämpfung unb Verhütung der Weiterverbreitung dieser gefürchteten Krankheit angeordnet. Es ist dies das erstemal, daß der Kartoffellrebs in unserer Gemarkung aufge­treten ist.

4 Aus bem fiumbatal, 26. Aug. Begünstigt durch das gute Wetter ist die Getreideernte zum größten Teil eingebracht. Außerdem ist die Grummeternte in vollem Gange. Die Stoppeläcker konnten noch nicht geschält werden und die auf den Kornäckern aufgelaufenen Erbsen verkümmern auf ihrem Standorte. Die Klee­äcker lassen keinerlei Ertrag mehr erhoffen. Die Hackfrüchte bedürfen eine- durchdringenden Re­gens. 3n trockenen Lagen sterben bereits die Kartoffeln ab. Die verbliebenen Früchte der Obstbäume fallen größtenteils ab. Fast überall sind die Bohnen in den Gärten völlig gelb.

* Burkhardsfelden, 27. August. Während einer ber letzten Nächte ereignete sich auf ber Straße OppenrodBurkhardsfelden ein schwerer U n g l ü rf s f a (l. Ein Motorrabsahrer, der sich auf ber Fahrt nach Burkharbsfelben befand, fuhr zwei junge Mädchen an, bie beibe, untergefaßt, auf ber rechten Straßenseite nach Burkharbsfelben B. Der Kraftfahrer fuhr heftig zwischen beibe en, so baß sie nach links bzw. nach rechts auf bie Straße geschleudert wurden und verschie­dene Verletzungen erlitten. Hinzukommende Personen nahmen sich der beiden Verunglückten an. Nähere Angaben über bie Art ber Verletzungen stehen noch aus. Die polizeilichen (Ermittlungen sinb im Gange. Die Person des Motorradfahrers festgestellt.

SC Reiskirchen, 26. Aug. Bei den Arbeiten am hiesigen Sportplatz ereignete sich gestern ein Un­fall, ber leicht schwerere Folgen haben konnte. (Ein junger Mann geriet beim Erbeabfahren zwischen zwei Rollwagen, so baß er einen Bluterguß im Unterschenkel unb eine Quetschung erlitt.

L Ettingshausen, 26. Aug. Kurz nach­einander wurden die beiden letzten Vete­ranen unserer Gemeinde zu Grabe getragen. Zuerst starb der älteste Mann auS unserem Dorfe, Karl Sommer. Er hatte bei den hessischen 3ägcm die Feldzüge von 1866 und 1870 mitgernacht. 3n der Schlacht von Grave- lotte wurde er verwundet. 3hm folgte im Tode der fast 86jährige 3ohann Heinrich O p p e r I. Dieser kämpfte als hessischer Leibgardedragoner im Feldzug 1870 mit. Rach der Schlacht von Grave- lotte erkrankte er an Ruhr und Typhus. Don beiden Verstorbenen standen die Söhne von Oppcr alle vier im Weltkrieg 1914/18 unter den Waffen. Der Kriegervercin gab seinen beiden ältesten Mitgliedern das letzte Geleite und er­wies ihnen die üblichen Ehrenbezeugungen. Außer diesen beiden starben innerhalb kurzer Zeit noch zwei Alte in unserer Gemeinde.

(D Watzenborn-Steinberg, 26. August. Bei ber Grummetgrasversteigerung un­serer ©emeinbe wurden (Erträge erzielt, bie bis zu 30 v. H. über ben vorjährigen Ergebnissen liegen. Pro Normalmorgen wurden Gebote von 9 bis 10 Mark abgegeben, obwohl infolge der günstigen Witterung eine reiche (Ernte zu verzeichnen ist. In ber jüngsten Gemeinberats - Sitzung würbe einer Anregung bes Ministeriums über (E r - l e i d) t e r u n g ber kommunalen Sonber- gebäubefteuer in befonberen Fällen (Leer- stehen von Wohnungen, ober Umbgu von großen Wohnungen in kleinere usw.) zugestimmt.

Lana-Göns, 26. Aug. 3n dem Bericht vom 23. August über den Waldbrand am Samstag im DistriktHeide" unseres Ge­rn e i n d e w a l d e s ist wie man uns mitteilt eine Unrichtigkeit festzustellen. Richtdurch die Aufmerksamkeit unseres Försters und unseres Feldschützen" ist ein Umsichgreifen des Brandes verhindert worden, sondern durch den Umstand, dcch der Bachnsteigschaffner Heinrich Dreier aus Lang-GönS auf der Heimfahrt vom Dienst­ort aus dem in der Rähe des Brandherdes vorbeifahrenden Zug das Feuer bemerkte und sofort nach Eintreffen in Lang-Göns die zustän­digen Stellen benachrichtigte.

k. Hungen, 26. Aug. Nach saft dreijähriger Tä­tigkeit an ber hiesigen Realschule ist Frl. Hedwig Staedel in ben Dienst ber brutschen Aus- 1 anbschule in Kopenhagen getreten. Man bedauert allgemein den Weggang der geschätzten Lehrerin, bie es währenb ihrer mehrjährigen Tätig­keit verstanden hat, sich bas Vertrauen der Eltern- schäft zu erwerben. An Stelle von Frk Staedel ist bie Stubienassessorin Frl. Dr. Pfeiffer von der Stubienanftalt Mainz in den Lehrkörper ber Real­schule eingetreten.

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