Ein frecher Gaunerstreich.
Ein tolles Gaunerstückchen leisteten sich zwei junge Burschen in Wanne-Eickel. Sie fuhren nacheinander vor etwa 15 Gastwirtschaften mit einem Lastkraftwagen vor, gaben sich als Kriminalbeamte aus und „beschlagnahmten" in jeder Wirtschaft einen Spielautomaten. Die Automaten verluden sie auf das Auto und machten sich mit der Beute, die man auf ungefähr 7000 Mark schätzt, aus dem Staube.
Ein Mord durch Ehestreit aufgeklärt.
Nach einer Meldung aus Weinheim a. d. B. stürzte sich der Arbeiter Jakob Koch aus Ladenburg, der unter Mordverdacht verhaftet worden war, aus einem Fenster des Weinheimer Rathauses und war sofort t o t. Seine Frau hatte gegen ihn Anzeige erstattet, daß er am. 9. Juli 1924 in der Gemarkung Ladenburg den 55jährigen Landwirt Kaspar Trill ermordet habe. Trill war seinerzeit schwer verletzt und bewußtlos aufgefunden worden und ist nach 14tägigem Krankenlager gestorben. Die Nachforschungen nach dem Täter waren erfolglos, bis jetzt ein Ehestreit zwischen den Kochs die Aufklärung brachte. Koch legte bei seiner Verneh. mung ein Geständnis ab. Im Anschluß daran sprang er aus dem Fenster.
Aus der Prvvinzialhauptstadt.
Dießen, den 27. Juli 1932.
Ist das so selbstverständlich?
Wenn die Haushaltung in Ordnung ist, wenn trotz der Kinderschar alles tadellos klappt, fragt der Freund des Ehemannes verwundert: Wer tut denn eigentlich all diese Arbeit, da ihr doch kein Mädchen habt? Die Antwort lautet in den meisten Fällen: Na, selbstverständlich meine Frau!
Ueberlegen wir auch dabei, was solch« Hausarbeiten alles einschließen? Noch ehe wir uns er- heben, ist unsere Frau schon tätig. Die Kinder werden geweckt, gewaschen, gefüttert und angezogen. Die Frühstücke werden zurechtgemacht, eingepackt, und dann muß alles nachgesehen werden, ob nichts vergessen worden ist. Im letzten Augenblick reißt ein Schuhriemen, löst sich ein Knopf ...
Endlich ist dos Haus „leer". Ruhe zieht ein, aber nur scheinbar. Die Betten müssen ausgelegt, die Zimmer ausgewaschen und der Staub gewischt werden. Der Uhrzeiger geht unerbittlich weiter. Schon zeigt er elf Uhr. Da heißt es: Jetzt dos Mittagessen! Manches ist schon hergerichtet. Das andere wird schnell getan. Aber die Hausarbeit geht weiter. Unablässig pendelt die Hausfrau zwischen der Küche und den Zimmern hin und her ...
Wir kennen diese Arbeiten. Wir halten sie für leicht. Wir haben Schwereres zu tun auf unserem Bureau, in unserem Geschäfts glauben wir. Wir wollen aber in unserer Arbeit nicht unterbrochen werden, können fuchsteufelswild werden, wenn immer neue Störungen kommen. Die Hausfrau aber? Fast jede ihrer Arbeiten wird unterbrochen. Einmal kommt der Milchmann, dann der Bäcker, dann ein Bettler, ein Hausierer. Die Milch läuft über, das Feuer will nicht brennen.
Müssen unsere Frauen nicht das Wörtchen „Geduld", ganz groß geschrieben, stets im Munde führen?
Und nun kommt in diesen Tagen die Arbeit des Einkochens. Es soll für den Magen gesorgt werden. Die Obsternte wird überall sehr gering ausfallen. Deshalb muß schon jetzt, was an Früchten zu erlangen ist, aufbewahrt werden. Säfte und Früchte, Gelee und Marmelade sollen uns über den Winter helfen.
Diele Arbeiten müssen nun neben der regelmäßigen Hausfrauentätigkeit erledigt werden. Es muß Zucker abgewogen werden, die Fruchtpresse wird geholt. Die Beeren werden gepflückt, gereinigt und ausgepreßt. Die Gläser müssen gespült, eingefüllt und zugebunden werden. Wer kennt von uns Ehemännern all die vielen, vielen Einzelheiten des Einkochens? Und wer will nun, wenn das Mittagessen einmal nicht pünktlich auf dem Tische steht, murren und Vorwürfe machen?
Sitzen wir dann glücklich am Tische, und es fehlt etwas, sogleich steht die Hausfrau auf und läuft wieder yin und her. Aus der Küche duftet es nach Obst. Da kocht die Marmelade. Sie muß umgerührt werden. Noch beim Mittagessen findet die Hausfrau keine Ruhe.
Wenn du dann wieder einmal sagst: Das macht selbstverständlich alles meine Frau!, dann überlegst du dir vielleicht einmal einige Augenblicke, daß dieses „selbstverständlich" hier nicht lo am Platze ist. Eye- männer sollten doch mit mehr Anerkennung und Ach- tuna von den Hausfrauenarbeiten reden.
Aber nicht nur das: Wir kommen manchmal auf den Nachmittag etwas früher heim. Sollen wir da nur zusehen, wenn unsere Frau sich müht, die Früchte zu zerkleinern, auszupressen usw.? Ich glaube, es fällt keinem Ehemann eine Perle aus seiner Krone, wenn er nun einmal recht tüchtig zugreift. Bei den Einmacharbeiten können wir ganz schön l
gar nicht anstrengend und auch ganz appetitlich und magenstärkend, wenn wir zwischen- durch einige Beeren naschen. Unfern Frauen aber tonnen wir eine Erleichterung schaffen. Es geht rascher, und die Freude darüber, daß wir Interesse zeigen und helfen ist auch nicht zu unterschätzen.
Ich meine deshalb, wir wollen nicht nur sagen: jDas macht meine Frau selbstverständlich allein, son- dern vielleicht so: Ja, das ist eine Riesenarbeit in v0en< ober hier und da helfe ich auch ein bißchen: denn unter uns gesagt, es ist sehr schwer, oue Hausarbeiten zu erledigen und so nebenbei noch die Winteroorräte einzukochen.
Wir wollen nicht nur anerkennend von unseren Frauen sprechen, sondern auch tatkräftg zugreifen. Wir werden, wenn einst die Gläser geöffnet werden, noch mehr Freude haben. Die Frau sagt: Diese Marmelade hast du damals eingekocht. Sie ist ausgezeichnet! Wahrlich, über ein solches Lob brauchen wir nicht zu erröten, es ist jedenfalls mehr wert, als wenn wir sagen: Das hat alles selbftverständlie meine Frau gemacht! W.
Winke für die Reichstagswahl.
Die Bürgermeisterei veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil die Bekanntmachung über die Reichs- t a g s w a h l am Sonntag, 31. Juli. Alle Wahlberechtigten werden auf diese wichtige Bekanntmachung, aus der die Einteilung der Wahlbezirke, die Wahlräume, die Abstimmungszeit, die Namen der Wahlvorsteher und deren Stellvertreter ufro. ersichtlich sind, hingewiesen.
Die Ausstellung von Stimmscheinen kann bei dem Wahlamt (Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13) nur bis einschließlich S a m s t a g, 30.1 u l i, 17 Uhr, beantragt werden. Die Ausstellung ist nur möglich, wenn ein Wahlberechtigter am Wahltage aus zwingenden Gründen von Gießen abwesend ist und in einem anderen Ort wählen will.
(kin hervorragender Deutschamerikaner aus Gießen gestorben.
3m Alter von 78 Jahren verstarb in Brooklyn der hervorragende Deutschamerikaner Otto Wih - n e r, der als Gründer und Deniorchef der Pianofirma Wißner & Sons in Brooklyn einer ter angesehensten Bürger ter Stadt war. Der Derstor- vene nahm stets regen Anteil an allem, was für die deutsche Kultur in Amerika von Bedeutung war. Otto Wißner wurde im Jahre 1854 in Dießen als Sohn eines Architekten geboren. Aach ter Absolvierung des Gymnasiums in Gie
ßen kam er im 16. Lebensjahr mit seiner Schwester Antonie nach Aeuyork, um dort eine verheiratete Schwester zu besuchen. Es gefiel ihm in ter amerikanischen Metropole er erlernte dort von Drund auf die Klaviersaorikation, arbeitete auch einige Jahre bei Steinway und machte sich schließlich selbständig. Seine Gattin sand er in einer deutschen Familie von Aeuyork. Dor zwei Jahren konnte er die goldene Hochzeit feiern. Seine Kinder wurden deutsch erzogen: sie studierten nach der Absolvierung einer Brooklyner Hochschule einige Jahre an deutschen Universitäten und traten nach ihrer Rückkehr in das Geschäft des Vaters ein. Der Verstorbene arbeitete trotz seines hohen Alters noch bis vor kurzer Zeit. Er erfreute sich wegen seines lauteren Charakters, seiner Großzügigkeit und seines liebenswürdigen Wesens allgemeiner Wertschätzung. Otto Wißner gehörte verschiedenen maßgeblichen deutschen Vereinen an.
VornoNzcn.
— Tageskalender für Mittwoch. ASDAP.: 20.30 Uhr, Turnhalle, Wähler-Der- fammlung, Redner: Alfred Rosenberg. — Dcutschnationale Dolkspartei: 20.30 ilfcr, Cafö Leib, Oeffentliche Wähler-Versammlung, Redner: Etudienrat Kauer, Wetzlar, und Landwirt Dr. Lahr, Ober-Hilbersheim. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Elisabeth von Oesterreich".
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•* Dingeldeh sprichtheuteimRund- sunk. Der Landesverband Hessen ter Deutschen Dolkspartei macht in unserem heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß heute von 19.30 bis 19.55 Uhr ihr Spitzenkandidat im Wahlkreis Hessen-Darmstadt Abg. Dingeldey im Deutschen Rundfunk sprechen wird.
** Polizeilich gesperrt. Das Polizeiamt teilt mit: Das Derbindungsgäßchen „2In ter Wie- seck" zwischen der Bleich- und der Alicenstrahe wird wegen Dauarbeiten auf dem Grundstück Alieenstraße 23 bis auf weiteres polizeilich gesperrt. Die ausgestellten Sperrschilder sind zu beachten.
** Berichtigung. Die in unserer Frühausaobe veröffentlichte amtliche Mitteilung Der hessischenRegierungzudcr Veröffentlichung der NSDAP, über kommunistische Bürgerkriegspläne rührt natürlich nicht von Der Pressestelle der NSDAP, her, wie es infolge eines technischen Versehens den Anschein haben konnte, sondern ist eine amtliche Darstellung der hessischen Regierung.
Oie Deutsche Volkspartei im Wahlkampf
In einer Versammlung der Gießener Ortsgruppe der Deutschen Volkspartei sprach gestern abend im „Hindenburg" der bisherige Reichstagsabgeordnete M o r a t h Über die Stellung der Deutschen Volkspartei im Reichstagswahlkampf. Der Redner setzte sich vor allem mit der NSDAP, auseinander und erörterte zunächst die Frage einer Diktatur in Deutschland. Diele Menschen erwarteten alles Heil von einer Diktatur, die tc (Redner) sich in Italien und Rußlands aber nicht in Deutschland vorstellen könne. Die Entwicklung zur Diktatur bedeute in Deutschland nichts anderes als die Entwicklung zum Bürgerkrieg, da sich der auf anderem politischen Boden stehende große Teil des Volkes nicht unter das voli- tische Joch einer einzigen Partei beugen und seine Meinung glatt unterdrücken lassen werde. Anstatt ich vor allem dem Auslande gegenüber als ein getroffener nationaler Faktor zu fühlen, zerflejfche ich das deutsche Volk leider im Kampfe gegeneinan- >er. Die starke Entwicklung des Radikalismus auf beiden Seiten unserer Parteigruppierung führte der Redner vor allem auf die Verleihung des Wahlrechts an die Minderjährigen zurück. Er bezeichnete es als ein Unding, daß Menschen im Alter von zwanzig Jahren, die nach dem Gesetz noch nicht einmal geschäftsfähig seien, durch das Wahlrecht poli- tische Entscheidungen von höchster Tragweite beein- flussen. Er forderte die Heraufsetzung des Wahlalters auf das 25. Lebensjahr, da nur auf diese Weise wieder mehr Vernunft und sachliche Fundierung in die Entscheidung über politische Dinge hineinkommen könne. Der SPD. und der KPD., aber auch der NSDAP, machte er zum Vorwurf, daß sie der Heraufsetzung des wahlfähigen Alters Widerstand entgegensetzten.
Sodann beschäftigte sich der Redner mit der Ent- Wicklung unseres deutschen Parteiwesens, wobei er (einem Bedauern darüber Ausdruck gab, daß die immer mehr auf ein Zwei-Parteien-System hinauslaufende Neuorientierung als kontrollierenden Faktor das Zentrum habe, das sich je nach seinen Parteiinteressen von Fall zu Fall nach links oder nach rechts entscheiden könne, während die starke Mitte der übrigen bürgerlichen Parteien in dem Kampfe der Radikalen immer mehr zerrieben werde. Auf die Dauer werde Deutschland ein Zwei-Parteien-System nicht gebrauchen können.
Weiterhin bedauerte der Redner, daß der sozia- listische Gedanke in Deutschland immer mehr Ausbreitung gefunden habe, und zwar nicht nur durch die SPD., sondern vor allem auch durch die NSDAP., die den Gedanken des Sozialismus in weite Teile des Bürgertums hineingetragen habe. Dagegen begrüßte der Redner mit voller Zustimmung „das andere Gesicht des Nationalsozialismus", nämlich das starke Bekenntnis zur nationalen Idee, durch das den internationalen Strömungen in unserem Volke eine kräftige Gegenwirkung entgegen- gestellt wurde. Wenn auch die aufrechte nationale Gesinnung bereits vor der ASDAP. bei anderen Parteien, insbesondere auch bei der Deutschen Volkspartei, vorhanden gewesen und gepflegt worden sei, so müsse man doch anerkennen, daß durch die Tätigkeit der ASDAP. in die breitesten Schichten unseres Volkes wieder ein größerer nationaler Schwung und bewußter Aationalstolz hineingetragen wurde. Als bedauerlich bezeichnete es der Redner aber, daß auch von der ASDAP., sogar von Hitler selbst, dem Ausland gegenüber nicht immer mit fester Konsequenz an dem starken nationalen Grundzug festgehalten worden sei, wobei er u. a. an Hitlers Empfänge ausländischer Pressevertreter erinnerte, bei denen der ausländischen Presse Erklärungen zur innerdeutschen Politik gegeben wurden, bevor noch die zuständigen deutschen Stellen davon Kenntnis erlangten. Ebensowenig fei es ein gesundes Aa- tionalempsinden, wenn Deutsche anderer politischer äleberzeugung mit so viel Haß und Verachtung überschüttet würden, wie es heute lediglich aus Gründen des Parteikampfes geschehe.
Der Redner polemisierte sodann gegen den Sozialismus, wobei er u. a. hervorhob, das deutsche Volk dürfe nicht verkennen, daß die Aationalsozialisten wahre Sozialisten seien, die sich von dem Sozialismus der SPD. in keiner Weise unterschieden. 3m Gegenteil habe sich die ASDAP. noch viel radikaler als die SPD. gezeigt, denn letztere habe durch die Annahme dec Weimarer Verfassung den Grundsatz der Aufrechterhaltung des Privateigentums anerkannt, während Gottfried Feder als maßgebender Vertreter ter ASDAP. in seinem Schrifttum verkünde, daß auch das Privateigentum vor der Macht des Staates nicht bestehen bleiben könne.
Weiter sei in diesem Zusammenhang zu betonen, daß im Re chätag und auch in den anderen Parlamenten die ASDAP. in vielen Fällen kommunistischen Anträgen zur Annahme verholsen habe, ebenso auch für Anträge der SPD. eingetreten sei, die vom Standpunkt ter bürgerlkchen Parteien aus sämtlich unannehmbar gewesen seien.
Bei einer Betrachtung über die Stellung der ASDAP. zu dem Arbeitslosenproblem betonte der Redner, daß die von der ASDAP. geforderte „produktive Kreditschöpfung" nichts anderes bedeute als neuen Notendruck, also 3nflation und Gefährdung der Währung. Eine solche Politik sei entschieden abzulehnen. 3n gleicher Weise müsse Front gemacht werden gegen die Steuerpolitik, die von der ASDAP., SPD. und KPD. durch die gemeinsam von diesen Fraktionen angenommenen Anträge im Preußischen Landtag bekundet worden sei.
Sodann beschäftigte sich ter Redner mit den aktuellen Fragen der Außenpolitik, wobei er u. a. besonders hervorhob, daß zwischen dem Reichskanzler v. P a p e n und Hitler vor der Bildung des Kabinetts Papen tatsächlich bestimmte Vereinbarungen getroffen worden seien. Tatsache sei, daß Hitler die Zusage erteilt habe, daß auch nach der Reichstagswahl Reichskanzler v. Papen, sowie Reichswehrminister General v. S ch l e i ch e r, ferner der gegenwärtige Reichsfinanzminister, der Reichsarbeitsminister und der Reichswirtschaftsminister in ihren Aemtern verbleiben würden, während die ASDAP. sich mit den anderen Ministerposten begnügen wolle. Dafür habe Hitler nur bestimmte Forderungen hinsichtlich Lausanne an v. Papen gestellt, die aber durch v. Papens Verhalten auf der Konferenz nicht erfüllt worden seien. Der Reichskanzler habe dort, wie der Redner erklärte, eine ungeschickte Politik getrieben, die ihm denn auch die außenpolitische Aiederlage und infolgedessen besonders scharfe Angriffe seitens der ASDAP. eingebracht habe. Aach innerpolitischen Konzessionen v. Papens an die ASDAP. sei es dann aber von dieser Seite her wieder ruhig geworden.
Der Redner beschäftigte sich sodann mit den Propagandamethoden der ASDAP. und gab dabei u. a. dem lebhaften Bedauern darüber Ausdruck, daß neuerdings Pfarrer der evangelischen Kirche sich in steigendem Maße für die ASDAP. einsetzten. Er betonte, die Ziele ter ASDAP. stünden im Gegensatz zur Forderung Luthers von ter Freiheit des Geistes.
Zum Schlüsse gab ter Redner der Befürchtung Ausdruck, daß die ASDAP., sobald sie — waS jedoch jetzt mehr als je unbedingt notwendig sei — zur praktischen Regierungsarbeit und damit zur Verantwortung gelangt sei, große Teile ihrer Wählermassen enttäuschen und dann der Weg dieser Volksgenossen zum Bolschewismus führen werde. Der Redner betonte, daß die Deutsche Volkspartei stets, auch in der Großen Koalition bei ter Zusammenarbeit mit ter SPD., bewußt eine Politik der Ablehnung des Sozialismus geführt habe, die namentlich von S t r e f e - mann mit der Reichsexekutive in Sachsen begonnen und dann konsequent bis in die neueste Zeit zur Abkehr von Brüning fortgeführt worden sei, nachdem Brüning sich immer mehr in die Abhängigkeit von der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften begeben habe. Die Deutsche Volkspartei stehe mit ihrer Politik gerechtfertigt vor ihren Wählern, und sie werde einst berufen sein, das deutsche Bürgertum wieder um sich zu sammeln, wenn nach dem Heute die große politische Ernüchterung in Deutschland kommen werde. Bei all ihrem Wirken und Handeln werde die DDP. immer das oberste Ziel im Auge behalten: ein freies und glücklicheres Deutschland! (Lebhafter Beifall.)
3n der anschließenden Aussprache wurde noch eine Reihe politischer Tagesfragen erörtert und dabei von dem Redner u. a. besonders hervorgehoben, daß das Wahlabkommen der Deutschen Volkspartei mit den Deutschnationalen lediglich technischer Art zur Auswertung aller volksparteilichen Stimmen fei, aber in keiner Weise irgendeine politische Bindung der Deutschen Volkspartei in sich schließe.
Wettervoraussage.
Immer noch lagert das Druckfallgebiet über den britischen Inseln, durch dessen Südseite ozeaniscye Luft nach dem Festlande gelangt. Infolgedessen dauert auch das wechselhafte, mäßig warme Wetter mit Schauern vorerst noch fort.
Aussichten fürDonnerstag: KühleS, wechselnd wolkiges Wetter mit Aufheiterung, einzelne Schauer, westliche Winde.
Lufttemperaturen. Am 26. Juli: mittags 20,0 Grad, abends 14,0 Grad: am 27. Juli: morgens 14,4 Grad: Maximum 20,5 Grad, Minimum 11,5 Grad Celsius. Niederschläge 1,5 mm. Sonnenscheindauer 7 Ä Stunden. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 26. Juli: abends 20,4 Grad: am 27. Juli: morgens 15,4 Grad Celsius.
Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L. Bernard
Heute morgen 8 Uhr ist nach langem schweren Leiden mein Heber Mann, unser guter Vater
Herr Franz Brück
Familie Heinrich Wagner.
im Alter von 73 Jahren sanft entschlafen.
Wleseck, den 24. Juli 1932.
5480 D
Gießen, Butzbach. 26 Juli 1932.
Die Trauerteier findet Freitag vormittag 11 Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt
5<11D
Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulitraße 7
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Rödgen für das Rj. 1932 liegt vam 28. 3uli bis 3. August einschließlich zur Einsicht der Interessenten bei der unterzeichneten Bürgermeisterei offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 5509V
Rödgen, den 27. Juli 1932.
Hessische Bürgermeisterei.
Becker.
Billiger
See- und AlMisch -Verkauf. 04442 Wochenmarkt am Brandvlatz.
In tiefer Trauer:
Anna Brück, geb. Braun
Dr. med. Luft und Frau Emmy, geb. Brück.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme.
sowie die reichen Kranz- und Blumenspenden
beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen
sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank.


