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Der Rücken schmerzt, die Sonne brennt irn Nacken, Der Teufel hole das verflixte Hacken.
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Sie führte die Schwester zur Treppe, warf noch einen Blick au dem CIKanne zurück, der ihnen hochaufatmeno nachsah.
Zwei Schwestern! Grundverschieden! Gott sei Donk, grundverschieden! So war wenigstens noch nach Polzenhagen ein großes Glück gekommen.
Doch er verhehlte es sich keine Minute lang, daß doch alles nur an einem seidenen Faden gehangen hatte. Jetzt aber war er seines Glückes sicher. Und er war dem Schicksal tief dankbar dafür. Er war keine Statur, die aufregende Abenteuer brauchte. Er war nur immer ab und zu einmal in tolle Gesellschaft geraten, weil er es daheim unter Trautes Launen einfach nicht ausgehalten hatte. Ietzt hatte er es daheim, wie er es sich früher ausgemalt, und nun würden ihn auch keine zehn Pferde mehr auf den schiefen Weg bringen können. Zudem hatte Traute ihm gestern etwas so unsagbar Schönes ins Ohr geflüstert, daß er nun wirklich der glücklichste Mensch unter Gottes Sonne war.
(Fortsetzung folgt.)
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Ernst von Polzenhagen, begleitet von seinen zwei großen Jagdhunden! Er schüttelte sich den Regen ab, sah jetzt erst die beiden Menschen, blieb stehen, fuhr sich über die Stirn. Dann war wütender Zorn in den Hellen Augen. Er wehrte die Hunde von sich ab, die an ihm hochsprangen und sich nun gehorsam ihm-zu Füßey legten.
„®uten Tag. Ich könnte ja sagen: Miserables Wetter heute. Aber wir wollen den ilnfinn vom Wetter sein lassen, lieber Klaus. Mas soll denn das heißen? Und, schöne Schwägerin, dankst du mir meine Gastfreundschaft etwa so?"
Lisa stieß einen zischenden Laut aus. Sie strebte von Klaus Lüderih fort und stand trotzig abgewandt da. Die Männer aber standen Auge in Auge.
Polzenhagen streckte die Hand, aus, die der andere mit festem Druck ergriff.
„Ein Zufall, Ernst. Ich traf die Frau Schwä- gerin bei den Weiden am Teich, oie war schon ganz durchweicht und ängstigte sich vor dem Wetter. So habe ich sie einfach hierher getragen. Aach — nach Deschow ging es nicht gut, und Polzenhagen war zu weit."
„Oluf dein Wort, Klaus?"
„Auf mein Wort, Ernst."
„Dann ist ja alles gut."
Ernst Polzenhagen sagte es erleichtert. Aber er wußte ganz genau, daß er seiner Schwägerin ein Spiel zerstört. Daß von ihrer Seite aus von einem Zufall keine Rede sein konnte. Er tat ihr nur insofern unrecht, als Lisa kein frevles Spiel mehr wollte, sondern den blonden Riesen ehrlich liebte.
Und wenn Ernst Polzenhagen das auch gewußt hätte, für ihn blieb cs verwerflich, daß Lisa das Glück in Deschow zerstören wollte.
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dünnen Schuhe. Sie merkte es wohl kaum, daß sie schon nach den ersten Schritten im Schnee nasse Füße bekam. Sie drängte nur vorwärts, sie mußte wissen, was vorgefallen war. Irgend etwas mußte Lisa doch angestellt haben, daran war kein Zweifel.
„Traute, wie kannst du in deinen • dünnen Schuhen in den Schnee heraus kommen? Willst du dich denn durchaus erkälten?"
Ernst Polzenhagen sagte es wie erzürnt, aber durch seine Stimme schwang eine heiße Zärtlichkeit, und kurz entschlossen nahm er die kleine Frau auf seine Arme.
Lisa sah es und verzog spöttisch das Gesicht. Aber tief im Herzen drinnen saß ihr doch die Erkenntnis, daß Traute das bessere Teil erwählt. Daß sie eine glückliche, geliebte Frau war, weil sie gelernt hatte, sich zu fügen, sich den Wünschen ihres Mannes anzupassen.
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Das war Hohn, lind Lisa fühlte es auch heraus. Trotzig und böse sah sie ihn an.
„Ich werde laufen. Ich habe auch Herrn von Lüderitz nicht um diesen Dienst gebeten."
Wilde Erregung tobte durch Lisa. Sie hätte nicht zu sagen vermocht, wie verhaßt ihr in diesem Augenblick ihr Schwager war, der ihr dieses Idyll zerstört hatte. Denn so würde es nie wieder sich fügen. Das fühlte sie, daß jetzt endgültig alles aus war zwischen Lüderih und ihr. Jetzt würde Polzenhagen ihn ja zur Vernunft bringen mit seiner unausstehlichen Grobheit und seiner Auffassung von Ehre.
Die Freunde verabschiedeten sich, und dann erhielt Lisa eine tiefe, tadellose Verbeugung von Lüderih draußen vor der Hütte.
Sie nahm kaum Rotiz davon. In ihr war tobender Zorn. Hastig schritt sie neben Polzen-- Hagen dahin, der ziemlich vergeblich versuchte, seine Schritte den ihren anzupassen.
Lüderitz aber stand jetzt noch drüben bei der Hütte und sah ihnen nach. Ihm war seltsam zumute. Erleichterung, daß Polzenhagen gekommen toar; Zorn über sich selbst, weil er schon so verbauert war und die schöne Frau enttäuschte. Reue, wenn er an Rose dachte, die so fleißig und still im alten Deschow schaffte und immer lieb und freundlich zu ihm war, wenn in ihren Augen auch 'jetzt oft Trauer und Schmerz sich zeigten.
Plötzlich ging Klaus Lüderitz mit großen Schritten den Weg hinüber, der zum Deschow- Hofe führte.
Ernst von Polzenhagen aber nahm Lisas Hand in die feine:
„Hör mal, liebes Kind, ich muß dich bitten, zu deiner Mutter zurückzukehren. Wir haben für dich und deine dummen Streiche absolut kein Verständnis. Und das stille, friedliche Glück drüben im alten Deschow zerstörst du noch lange nicht — dafür werde ich schon sorgen."
Sie entriß ihm ihre Hand. Ihre Augen flammten empört: •
„Du wirfst mich hinaus?"
„Aber nein! Ich bitte dich nur, bald abzureisen. da ich nicht will, daß du hier auch noch
Unheil stiftest."
„Verstecke dich doch nicht hinter hohlen Phrasen! Und - ich will sowieso von hier fort. Aber bis nächste Woche brauche ich Zeit. Ich will mir über- I legen, wie ich es am besten einrichte. Zu Mama
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werde ich natürlich zurück müssen. Es bleibt mir nichts anderes übrig."
„Lisa, ist es dir nicht möglich, still und zurück- gezogen bei Mama zu leben? Sagen wir: ein Jahr. Halte wenigstens diese Zeit einmal aus!"
„Ich brauche deine Ratschläge nicht", sagte sie außer sich. a
„Ra, dann nicht. Ich dachte nur, du wurdest es endlich einsehen, daß ich es trotz allem herzlich gut mit dir meine. Aber ganz wie du willst, Lisa. .Du bist alt genug, zu tun und zu lassen, was dir gefällt. Aber mache dann bitte auch für die weiteren Fehlschläge in deinem Leben niemanden weiter verantwortlich als dich allein."
Lisa preßte fest, fest die Lippen zusammen. Sie stand allein! Jetzt hatte sie niemand mehr, oie sah ihren Weg vor sich. Und sie schloß die Augen bei dieser Vorstellung.
Ein anderes schob sich vor sie hin, ries tausend Erinnerungen wach: Das vornehme Heim Rudolf Ansbrücks!
Sie, Lisa, als geliebte, angcbetete Frau darin. Jeder Wunsch wurde ihr erfüllt. Sie gebot über eine geschulte Dienerschaft. Der Gatte bezahlte die teuren Toiletten, die sie sich wieder einmal ausgesucht. Sie besuchte an seiner Seite die besten Gesellschaften und Konzerte. Sie saß im Theater auf den besten Plätzen. Ein Luxusauto stand stets zu ihrer Verfügung. Sie wurde um ihren schönen, eleganten Mann beneidet. Und sic hatte alles so gedankenlos Eingenommen. Rachdcm der Reiz der Reuhcit, der erste Jubel über all den Reichtum sich gelegt, hatte sie sich gelangweilt.
Hatte sich an der Seite eines Rudolf Ansbrück gelangweilt! Sie hatte den tollen Liebesworten des Erstbesten geglaubt! Hatte sich einem gemeinen Hochstapler an den Hals geworfen.
Das war das Schlimmste! War eine Demütigung, die ihr imme» vor sich selbst die Röte der Scham ins Gesicht steigen lassen würde.
Sie waren auf der breiten Fahrstraße angekommen, die zum Gutshause von Polzenhagen führte. Traute stand am Fenster des Wohnzimmers und sah sie kommen. Sie sah das finstere Gesicht des Gatten, sie sah Lisas verzweifelte trotzige Miene. ,
Traute war einen Augenblick unschlüssig, dann warf sie schnell ein großes Wolltuch um und ging den beiden entgegen. Sie achtete nicht auf ihre
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