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Nr. 22 Zweiter Blatt

«Lietzener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Vderheffen)

Mittwoch, 27. laniiar |952

Frauenberuf und Familienleben.

Don Luise <5d)<ffervDöring.*)

(Had)brud verboten?)

Durch ba» 'Berufsleben der Frau wird der Wille zur Ehe nicht wesentlich beschränkt, doch ist noch zu untersuchen, inwieweit durch den Beruf die Fähigkeit zur Familiengründung be­einträchtigt wird, und hier kann man in bezug auf da- gesundheitliche Gebiet ernste Bedenken nicht unterdrücken. Richt. alS ob es uns sehr um die .ausgeruhten Gehirne" zu tun wäre! Die Studentin und Jungakabemikerin gehört zu der Fraucnlchicht. die durch den vielfachen 2c« ben-wcchsel der Studien,eil und die Möglichkeit der selbständigen Zeiteinteilung, durch die teil­weise Besoldung ihrer Berufsarbeit körperlich und seelisch bevorzugt ist. Diel schwerwiegender ist der Raubbau an Frauenkraft, den die Gefahr der Beckenoerengung und der Hcberanrtrcngung durch Akkordarbeit für die junge Arbeiterin be­deutet, der heute immer noch in den pflegerischen und Wohlfahrtsberusen getrieben wird, und schließlich auch der nervenangreisende und zu- gleich geisttötende Einfluß so mancher kaufmän­nischen Tätigkeit. Hier droht die Gefahr der AraftauAmcrgelung und geistigen Abstumpfung, in der da- junge Mädchen so schnell zur Be- russsrau wird, die die erste Frische der Jugend die- köstlichste Geschenk der Quellhastigkeit so leicht eingebüßt hat... Unb wenn auch viel­fach in unserer Dotzeit jede Arbeitsmöglichkeit einfach ergriffen u-erden must, fo müssen wir doch der gesundheitlichen Seite deS Berufslebens unsere ernsteste Aufmerksamkeit Autocnbcn. Mehr alS von der Fürsorge deS Elternhauses wird heute von der Gestaltung deS Arbeitslebens die Gesundheit der so wichtigen Jungrnädcsten- jahre beeinflußt, und wie in der Erkenntnis bijer Lage beispielsweise der Bund deutscher Frauen­vereine die Ausdehnung der ärztlichen Schul­aufsicht auf die Berufsschule aufs nachdrück­lichste unterstrichen hat, so sollten auch die gro­ßen Berussverbände der Frauen stärker alS bis­her den Gedanken in den Dordergrund rüden, daß sie für die Gesundheit ihrer jungen Berufs- gencHinnen als der künftigen Mütter des Dol- keS sich verantwortlich fühlen. Auch must alle Berufsberatung unserer jungen Mädchen stärker alS bisher den gesundheitlichen Gesichtspunkt be- rüdsichtigen und von unseren Frauenberufs- ämtern daS Material über die gesundheitliche Auswirkung des Frauenberuf Sich n$ systematisch gcfanimelt werden eine Aufgabe, die der Bund deutscher Aerztinnen vor einigen Jahren auch in Angriff genommen hat.

Weit günstiger alS in gesundheitlicher Hinsicht schneidet der Berus in bezug aus die geistige und seelische Arastausbildung für daS Familienleben ab. Eine Frau, die gelernt hat, richtig zu arbei­ten, sich einem organisierten Ganzen einzufügen, ihre Zeit einzuteilen, pünktlich zur Stelle zu lein, ihre persönlichen Wünsche und Stimmungen sach­lichen Aufgaben unterzuordnen, die hat auch die innere Befähigung zur Haushaltsührung und Ain- dererziehung und ein große- Plus gegenüber den, auf Lebensfreude und ein wenig Staubputzen und 'Blumenbegießen eingestellten Dasein der Haus­töchter früherer Zeit, das sich nicht nur auf die oberen Zehntausend" erstreckt hat. Hier war man im Gegenteil oft durch gesellschaftliche Anforderun­gen. Reisen und meist ernsthaft betriebene Kunstausübung noch am ersten eine gewisse strasse

*) AuL: Schessen-Döring. Frauen von heute, ein Buch, das ganz offen all die Fragen bespricht, die heute die Frauenwelt beschäftigen. 2. Ausl, 190 6. Geb. 4,80 Mk. Derlag von Quelle L Meyer in Leipzig.

Kleine Lichtblicke im winterlichen Heim.

Von Liselotte Hennoch.

Aleine Lichtblicke bedeuten meisten- kleine Hand­griffe. Mindestens lassen sie sich dadurch erzielen, daß man Geschick besitzt. Ihre Bedeutung liegt nicht nur darin, daß sie Behaglichkeit zaubern, son­dern auch in einer seelischen Einstellung des Desrie- digtseins und der Abkehr von vielen Erregungszu­ständen. /

Lächeln Sie nicht! Aber die richtige Temperatur von Getränken hat schon viel Gutes gestiftet. Bier für den Herrn Gemahl muß gepflegt sein. Es sollte nicht zu kalt angeboten werden. Ist der Mann ge- wohnt, eine Flasche Bier zum Abendessen zu trin­ken, so sorge man dafür, daß sie erstens vorhanden und zweitens richtig temperiert ist. Eine Viertel­stunde vor dem Genuß des Getränkes sollte es be­reits im erwärmten Zimmer stehen. Dann bekommt und schmeckt es weit besser, als wenn es gerade aus der ungeheizten Speisekammer kommt.

Nicht immerfort die gen ft er aufreißen, falls Söhne und Töchter, oder falls der Mann und fein Besuch es sich bei Zigarre ober Zigarette gemüt­lich machen. Der Rauch entweicht doch nicht so schnell, aber das geöffnete Fenster ist alles andere, als angenehm. Stellen Sie eine hübsche Schüssel mit Wasser auf und gießen Sie einige Tropfen Essig hinein. Sie spüren den Rauch überhaupt nicht mehr und Ihre Augen hören auf zu schmerzen, falls der Rauch sie angreift. Und da wir gerade beim Rau­chen sind, sorgen Sic für den richtigen Standort des Tabaks. Stellen Sie ihn nicht in die Nähe des Ofens, sondern lassen Sie ihn gleichviel, ob es sich um Zigarren, Zigaretten oder Pfeifentabak handelt an einem kühlen und gleichmäßig tempe­rierten Ort stehen. Bringen Sie ihn in das Zimmer, wenn der Abendbrottisch abgedeckt ist.

Kühlt Ihr Wohnraum am Abend aus, dann seien Sie nicht verstimmt, daß es den ganzen Tag über warm war, aber am 'Abend kalt in Ihren vier Wän­den ist. Schrauben Sie den Ofen noch einmal auf, legen Sie einen Scheit Holz in die Glut und daraus zwei in Papier eingewickelte Kohlen. Lasten Sic den Ofen einige Minuten offen und schrauben Sie ihn bann roieber zu. Sie sitzen in einem schön er- wärmten Zimmer, und Sie haben den Vorteil, daß Ihr Mann morgens, ehe er zur Arbeit gebt, beim Frühstück nicht friert, selbst wenn Sie noch nicht Feuer gemacht haben

Aus dem Reiche der Frau.

Zeiteinteilung gewährleistet. Bedenklich stimmen muh un- im Blick auf die spätere Familiengrün­dung auch die heute so geringe wirtschaftliche Schu­lung der Mädchen. Auch hier kommen, wenn wir von den in dieser Hinsicht lehr günstiq wirkenden bauswirtschaftlichen und pflegerischen Berufen ab­sehen, alle gehobenen Berufe noch am besten weg. Eine 'Berufeirau, an die ernste Anlorderungen ge­stellt wurden und die zu einer selbständig denken­den und handelnden Persönlichkeit erzogen wor­den ist. wird auch Haushaltsführung und Amber- erziehung systematisch und mit Derstand anfassen und sich die Aenntnisle. die ihr fehlen, arteignen. Biel schlechter steht e- um die große Schicht, die in Ben Büro-, in den Läden zwar ordentlich ar­beiten muß. aber doch durch die Arbeit als Per- -fönlichkeit wenig entwickelt wird, und bei der meist au Hause die Mutter für alle- einstebt. was mit dem äußeren Leben zufammenhängt. Diese Jugend stellt eine Kategorie etwa- hilfloser junger Frauen, die sich eigentlich nur wohl fühlt, wenn sie weiter im Büro Mitarbeiten kann, und in diese Kreise neben wirtschaftlichen Kenntnisfen auch eine an­dere Einstellung, ein Wisfen von dem Wert der Heim-Atmosphäre, von der Bedeutung der Familie

hineinzubringen, das erscheint allerdings als eine dringende Aufgabe.

Biele Frauen haben heute volle- Berständnis für die Berücksichtigung der weiblichen Sonderart auch im Berufsleben. Da- 'Bemühen von Frauen aller Richtungen, in der Frauenoberschule bzw Werkoberschule einen besonderen Schultvp betaue- zuarbeiten, der - gleichberechtigt neben dem Abi­tur stehend den Zugang zu den höheren aus- gelproch.'nen weiblichen und künstlerischen Frauen­berufen ermöglichen soll, beweist dies ebenso kbr, wie der allgemein zu beobachtende starke Andrang zu allen ausgesprochenen weiblichen Berufen Da­neben muß im Hinblick auf die Berfdj,ebenbeit der Begabungen und im Hinblick auf die Aufgabe, weibliche Leben-erf assung und -auswirkung in alle Gebiete de- geistigen Leben- hineinzutragen, fclbft- verständlich der Weg de- Abiturs und der voll- berechtigt akademischen Lausdahn völlig gewahrt bleiben, und wir werden im Hinblicke auf ein ver­tiefte- Verständnis für die Gattungsaufgabe der Frau un- in erster Linie darum bemühen müssen, die heute lehr stark führende akademisch gebildete Frauenschicht mit neuem Geiste zu erfüllen ..

Was mache ich, wenn das Baby schreit?

Eine ernste Frage

Ein roenig^mübe und abgehetzt sieht die junge Mutter aus. Sie ist eben von der Bureauarbeit nach Haufe gekommen. Als sie iye Haustür öffnet, da fliegt ein Schatten über ihr junges, energisches Ge­sicht. Baby schreit schon wieder! Es tut ihr direkt weh, die Nerven sind zum Reißen gespannt und Baby schreit unentwegt weiter. Was soll man da nur tun?

Die junge Mutter sie hat gleich von der Schul- bank fort einen Beruf ergriffen, sie hat nie Zeit ge- bQbt, jid) mit dem natürlichsten Berus der Frau zu beschäftigen, mit Kinderpflege die junge Mutter i[t verzweifelt. Baby ist ja süß, aber ein richtiges Schreikind! Dabei weiß sie ganz genau, daß es Babys gibt, die fast nie schreien.Wenn das Kind schreit, so liegt das meist an verkehrter Erziehung", hot ihr eine Freundin gesagt, und diese Freundin versteht bestimmt etwas von Kindererziehung, denn sie hat vier Kinder, wie die Orgelpfeifen.

Baby schreit immer noch. Die junge Mutter wirft schnell die Aktentasche hin, in der das Frühstücks- brot verpackt war, und tritt ins Zimmer. Sorgsam nimmt sie das Kleine hoch und wiegt es hin und her. Sofort ist der kleine Schreihals still. Die junge Mut- ter trägt das Baby hin und her und es grunzt be­haglich. Sobald sie cs aber wieder ins Bcttdjcn legt, fangt das Gebrüll von neuem an.

Was macht man bloß, wenn Baby schreit", denkt die junge zarte Frau verzweifelt,ich kann das Kleine doch nicht stundenlang Herumtragen, wenn ich müde von der Arbeit heimlomme!"

Sie verfällt auf eine andere Idee: Baby wird Hunger haben. Es ist zwar noch nicht seine Zeit, aber vielleicht schreit es wirklich vor Hunger. Schnell wird die Flasche warm gemacht wieder ist Baby für zehn Minuten still, um dann mit doppeltem Ge- brüll feine Tätigkeit wieder aufzunehmen.

Als der junge Gatte nach einer Stunde heim- kommt, da findet er zwei tränenüberströmte Wesen vor: Muttermund Baby, beide weinen um die Wette! Nun wird Familienrat abgehalten, denn so kann es nicht weitergehen! Der kleine Schreihals ruiniert ja die Nerven der ganzen Familie!"

Der Gang zum Kinderarzt schafft Aufklärung: Herr Doktor, was mach ich bloß, wenn mein Baby schreit?" Der Doktor lächelt:Sie sind selbst schuld daran. Das Kleine ist denkbar schlecht erzogen!"

für junge Mütter.

«Erzogen? Ein Baby von drei Monaten'"

Wieder lächelt der Arzt:Aber sicher Man muß vom ersten Tag an erziehen! Aber da gehört Energie dazu, man muß hart sein können! Sehen Sic, so ein kleines Würmchen, das weiß schon von der ersten Lebensstunde an, was ihm gut tut. Es brüllt, um feinen Willen zu bekommen. Es findet es wunder­schön, wenn auf sein Gebrüll hin die Mutter sofort angestürzt kommt und es herumträgt, ihm womög­lich einen Schnuller in den Mund steckt, oder ihm alle fünf Minuten die Flasche gibt!"

3d) hätte das Kleine also ruhig schreien lasten sollen?"

Natürlich! Nach drei Tagen hätte es nicht mehr geschrien ohne Grund! Die ersten Lebenslage sind die wichtigsten für die Erziehung des Säuglings."

Also hat dem Kleinen nichts gefehlt, wenn es schreit?"

Nein, es hat sich nur gelangweilt!"

Aber es kann ihm doch auch einmal etwas fehlen, wenn es schreit!"

Der Arzt nickt: Das merkt man aber sofort! Manch- mal schreit Baby, weil es naß ist und sich vielleicht wundgelegen hat. Dann muh schnell die Windel ge­wechselt und tüchtig gekremt und gepudert werden, auch schreit Ihr Baby manchmal, wenn es ihm zu heiß ist, wenn man es so eng eingepackt hat, daß es nicht strampeln kann!"

Und wenn das Kleine nun Schmerzen hat?"

Das hört die Mutter sofort, dann klingt das Slimmchen ganz anders. Es kommt manchmal vor, daß das Kleine Leibweh hat, dann zieht es die Bein- chen an den Leib beim Schreien. Ein paar Löffel Kamillentee helfen da. Nur wenn die Verdauung schlecht aussieht, dann gleich zum Arzt!"

Die junge Mutter ist etwas erstauntSie meinen also wirklich, ich hätte mein Kleines schlecht erzogen und verwöhnt?"

Sie haben ihn zu einem richtigen Tyrannen ge- macht'"

Und was soll ich nun tun?"

Wenn Sie sich überzeugt haben, daß dem Kind nichts weh tut bann lassen Sie es ruhig schreien! Es wird bald damit aufhören, wenn es merkt, daß es feinen Eindruck damit macht!"

Wo liegt hie Zeitung? Der Vielbeschäftigte hat nur am Abend Zeit, sich in sein Lieblingsblatt zu vertiefen. Es hebt seine Laune, wenn er die we­nigen Minuten des Ungestörtseins nicht mit Suchen verbringen muß, sondern, wenn er das Blatt jeden Abend an der gleichen Stelle findet.

Von Zeit zu Zeit eine kleine Erfrischung, von der Hausfrau am Tage vorbereitet, am Abend gereicht, gehört gleichfalls zu den Lichtblicken im winterlichen Heim. Ein Bratapfel, hübsch gebräunt, mit Zucker bestreut auf einer Platte mit weißem Papierdeckchen. Oder eine Schale gedämpftes Back­obst mit kalter Milch. Kurz, alle Genüsse, die die Hausfrau den Ihrigen vorsetzt, heben deren Stim­mung, einfach, weil man daraus die Aufmerksamkeit erkennt.

Auch einmal eine Arbeit liegen lassen, verehrte Hausfrau. Sie müsten nicht unbedingt hin- ausstürzen, um Ihr Werk zu vollenden, abzuwaschen ober wegzuräumen. Glauben Sic nicht, daß es eine Mahnung zur Unordnung sei? Aber zuweilen haben Sic von einer fesselnden Unterhaltung, in der Sie eben begriffen sind, ober vom Anhören eines Musik- stückes mehr innerlichen Gewinn, als von der Voll- endung Ihrer Tätigkeit Und bann ... gcrabe Klei- nigfeiten tragen Lichtblicke in das häusliche Dasein.

Erprobte Rezepte.

Saubohnen mit Speck. Die Bohnen wer­den in Salzwasser weichgekocht und auf ein Sieb zum Abtropfen geschüttelt. Speckwürsel werden gelb geröstet, mit Mehl wird eine Mehlschwitze hergestellt, mit etwas Brühe ausgefüllt und mit Pfeffer und Salz abgefchmeckt. Die Bohnen wer­den hineingegeben, müssen noch ein paar Blinuten darin durchziehen und werden zuletzt mit ge­wiegter Petersilie bestreut.

Zwetschenknödel. Man knetet von zwei Pfund gekochten, noch warm durch die Maschine gedrehten Kartoffeln und dem notwendigen Mehl einen nicht zu weichen Teig, fügt eine Messer­spitze Butter und etwas Salz hinzu und formt ihn zu einer Rolle. Davon schneidet man kleine Stücke ab. gibt in jedes eine gut abgeriebene aber nicht gewaschene Zwetsche und rollt einen Kloß, so daß die Zwetsche vollkommen bedeckt ist. Die Knödel werden in ganz leicht gesalzenem Waller in einem breiten Tiegel abgekocht und vor dem Anrichten mit in Butter leicht ge­rösteter geriebener Semmel und Zucker bestreut.

Erbsenbrei. (Für vier Personen ) Zutaten: 3 * Pfund gelbe Erbsen, 3 4 Liter Wasser. 1 Tee­löffel Salz, 10 Tropfen Maggi. 2 Eßlöffel Butter. 1 Zwiebel. Zubereitung: Die Erbsen werden einen Tag vorher verlesen, gewaschen und ein­geweicht. Man seht sie mit dem Einweichwasser auf, kocht sie gar. streicht sie durch, schmeckt nach Salz ab. rührt Maggi hinein und gibt die in Butter braun gebratenen Zwiebelwürselchen dar­über. Der Brei schmeckt sehr gut zu Sauerkraut.

Aeue Blumenkohlsuppe. (Für vier Personen, eine Stunde > Zutaten 50 Gramm Butter, 40 Gramm Weizenmehl. 1 kleine Zwiebel, 1 Liter Fleischbrühe aus 4 Alaggc-Fleischbrüh­würfeln, die abgeriebene Schale einer halben Apfelsine, 1 Teelöffel Zitronensaft. 1 kleiner Kopf Blumenkohl. ' Tasse saure Sahne. 1 Eß­löffel geriebener Käse Zubereitung Bon Mehl, Butter und der geriebenen Zwiebel stellt man eine braune Schwitze her. die man mit der Fleisch­brühe auffüllt, und gibt Apfelsinenschale und Zitronensaft hinein Den Blumenkohl teilt man in kleine Röschen, die in der Suppe weich ge­kocht werden. Zuletzt schmeckt man diese mit der sauren Sahne und dem Käse ab, und. wenn letzterer sich aufgelöst hat, bringt man die Suppe sofort zu Tisch.

Sellerie-Reis., Ein halbes Pfund Reis wird gewaschen, gebrüht und in Salzwasser fast weich ausgcquollcn. Gleichzeitig schält man eine Sellerieknolle von mittlerer Größe, schneidet sic in Scheiben und läßt diese in Salzwasser weich kochen. Der Sellerie muß dann durch ein feine» Sieb gestrichen werden. Run röstet man gehackte Zwiebel in Butter, gibt Reis und Sellerie hinzu und füllt Selleriewasser nach bi» alles weich ist. Zuletzt kommen gehackte Sellerieblätter an den Bei» und braune Butter wird über das Gericht gegossen

Eier auf persische 3rt 2 bis 3 fein­gehackte. mit Pfeller bestreute Zwiebeln werden in Butter hellbraun geröstet- Alsdann gießt man die Butter von den Zwiebeln ab. breitet die letzteren auf einem heißen Teller aus und be­träufelt sie mit Zitronensaft, worauf man mehrere Spiegeleier darüberlegt, die mit gehackter Peter­silie bestreut werden.

Pikante Beefsteaks. Auf 250 Gramm gehacktes Rindfleisch gibt man 1 Tasse Milch,

Gesundsein,daSifldieSauptsM!

Zehn Wcbotc für vcrnünftigc tibcnowcifc.

1 Willst du gesund und srisch sein, so gönne deinem Körper die nötige Ruhe. Der Körper braucht Pausen, m denen er die verbrauchten Kräfte wieder auffüllt!

2- Schlaf' dich gefund' Jeder Körper braucht eine bestimmte Menge Schlaf, auch ist die Regel vom gesündesten Schlaf vor Mitternacht keine leere Redensart Eine halbe Stunde Hin- legen am Tage schafft zwei Arbeitsstunden in voller geistiger und körperlicher Frische!

3- Jeder Körper braucht Bewegung, um die Blutzirkulation anzuregen! Aber Bewegung i n frischer Lust ist bic Hauptsache, Bewegung im Zimmer bei geschlossenen Fenstern hat keinen Sinn!

4. nicht zu viel? Biel essen macht nicht gesünder, richtig essen ist die Hauptsache! 3irild)cn jeder Mahlzeit müssen mindesten» drei Stunden Pause sein, weil sonst die Speisen nicht verdaut werden können-

5. Bermeibc geistige Anstrengung beim Essen. vor allem also nicht beim Essen lesen!

6. Trink nicht zu Diel, denn sonst verdünnst du den Magensaft, und die Rährwerte der Speisen werden nicht auSgenützt Trinke nach dem Essen, nicht während de» SssenS! Kohlen­säure zehrt für Leute, die nicht zunchmcn wollen, sehr zu empfehlen!

7. Atme durch die Rase und halte dich grade, damit die Lungen richtig arbeiten können. B i c - les Sitzen verdirbt die Figur und lähmt die Barmtätigkit, immer während der sitzenden Br- beit von Zeit zu Zeit aufstehen und herumgehenl

8. Wasche dich so ost als irgend möglich! Die Poren der Haut müssen immer sauber und ge­öffnet sein, damit sie atmen können! Jeden Morgen eine kühle Brause hält den Körper bi« inS Alter jugendfrisch!

S. Achte auf regelmäßige Berba uung! Sie ist maßgeblich für die ganze Gesundheit!

10. Ri mm dich zusammen? Jedes Sichgehen- lassen ist nicht nur unangenehm für deine Um­gebung. sondern schadet dir selbst am meisten? Wenn die Rerven versagen, so liegt das sehr oft an der fehlenden Selbstdisziplin! Denke immer daran, daß du bestimmt nicht da- Allerwichtigste in der Welt bist aber sorge dafür, daß du zur Freude deiner Rächsten da bist! Du erweist dir auch selbst mit Erziehung zu gleichmäßiger guter Laune den besten Dienst! Dr. H. L.

Die praktische Hausfrau.

Reinigung von Goldrahmen. Bon Fliegenschmutz verdorbene Goldrahmen reibe man mit weichem Brot ab. Sind die Flecken schon älter, so werden sie vorher mit einer durch­geschnittenen Zwiebel eingerieben und später mit einem an gefeuchteten Schwamm nachgewischt.

DaS Gelingen eines Kuchens hängt zum großen Teil von der richtigen Feuchtigkeit ab Der Teig muß dick vom Löffel fallen, nicht fliehen. Ist er zu trocken, gießt man etwas Milch an, ist er zu dünn, kann noch wenig Mehl un­gerührt werden.

Tropfende Kannen. Biele Kannen haben es an sich, selbst bei geschicktester Handhabung zu tropfen. Wohl gibt es Tropfenfänger, doch sind sie keine Zierde der Kanne, funktionieren auch häufig nicht richtig. Es gibt aber ein sehr ein- faqjc« Mittel: man nehme eine winzige Menge irgendeines Fettet (Butter, Schmalz u. Dgl) und '<Hmiere sie an die untere Seite der Schnauze, l Eigelb, etwas Pfeffer und Sal, reichlich gc- hadtc ^©ebcln ettoa 1 Taffe gekochte, geriebene

s ' ^;/«Crnf«r??ürfI!£.9c,^niltcnc rote Rüben unb. 1 Essig. Alle- wird gut durch-

aemischt evtl, noch etwa- geriebene Semmel hmzugesiigt und kleine Beefsteaks davon geformt, ine in Butter auf beiden Seiten braun gebraten werden

Schnelle Handarbeiten

Längst hat sich die modern eingestellte Frau ine im Berufe steht oder ihren Haushalt Der- forgt. Don den mühsam, unendlich Diel Zeit und Arah verlchsingenden Handarbeiten lo*gefagt ^che. Handarbeiten anzufertigen, da- ist eine berufliche Angelegenheit geworden, der sich Diele geschickte und geduldige Frauen widmen, ohne tedcch den entsprechenden Lohn für ihren Fleiß uni» ihre Hingabe einzuheimfen. Sonst aber sind e« nur die f»genannten schnellen" Handarbeiten Die in den knapp bemessenen Mußestunden mv- dern tätiger Frauen erstehen. Aber auch |.e ©er­ben, wenn Geschmack sich mit Erfindungsgabe und bem nötigsten technischen Können vereint, reizvoll gestaltet. Unb bemerkenswert praktisch? Das idealste Material zur Herstellung schneller Hand- arbeiten ist ledoch die Wolle. Eine Reuheit- ge­hakelte Schultertücher au» Bouclärolk, die in abgesetzten Stücken mehrfach gefärbt ist. Bettjäd. chen, Bettschuhe. Mützen. Kinderkleiber. Jumper usw. - wer zählt all bie praktischen, durch die Farbenzusammenstellung und die 'Weichheit ihrer Struktur bezaubernden Gegenstände, die aus Wolle angefertigt werden. Reueste Wollarbeiten find auch Klapperdeckchen. die zwilchen Glas-

Porzellanteller geschoben werden, um deren Beschädigung zu verhüten, und Teewärmer, die in der Form von Eharakterpuvpen oder ganz ein­fach als zusammengebundene Pompadour-, immer mit zarten Wollblumen geschmückt, über die Tee­kanne gezogen werden. Auf Organbi werden in bunten Streust.chen feine Girlanden gestickt, um Deckchen in allen Größen dekorativste Wirkungen zu sichern. Auch Etamine wird gerne zur Her­stellung von Decken aller Art verwendet, da diele- Gewebe eine verhältnismäßig mühelose Bcry erung in Durchbruch ermöglicht, der mit Wolle übernäht wird, wodurch sich aparteste Musterungen erzielen lallen. Aber auch der alte, edle Kreuzstich ober anbere Stickarbeiten gelangen auf dem Untergrund de- weichen Etamine- zu voller Geltung. G U,