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Wirkung vom 1. April 1932 in Straft treten, viel­fach zu spät kommen. Da eine vollständige Teube Wertung und Veuveranlagung auf den 1. Januar 1932 praktisch nicht in De tracht kom­men dürfte, ist der Antrag gestellt worden, zur Anpassung der Vermögenssteuer an die Vermin­derung der Vermögenswerte den am 15. Februar 1932 fälligen fünften D i e r t e l j a h r e S b e- trag nicht mehr zu erheben.

Aus aller Welt.

Die ©efängnbmeulercl In England.

(fine Verlautbarung des Innenministers über die Aar^nge im D a r t m o o r - Gefängnis bestreitet die Behauptung von der Erschießung mehrerer Ge­fangener sowie von dem Entweichen einiger Straf, linge. Bon den verletzten Gefangenen befänden sich zwei in Lebensgefahr. Die ersten Anzeichen der Unruhen zeigten sich schon in den früheren Morgen, stunden des Sonntags, al» die Gefangenen e i n fürchterliches Geheul anstimmten, das sich von Zelle zu Zelle fortpslanzte. Beim Frühstück trommelten fie mit Löffeln und G a b e l n auf die Tische und beklagten sich dar- über, daß die Hafergrütze nicht gezuckert sei. einige warfen den Wär- ternihrePortioneninsGesicht. Auf dem Wege zur Kirche kam die Meuterei zum offenen Ausbruch. Die Gefangenen st i m m t c n bi« Internationale an und stürzten sich plötzlich aus di« Wärter, die sie mit Vögeln, Eisen stücken, Stuhlbeinen und Stöcken angriffen. (Sin Teil verhielt sich jedoch neutral, andere stellten sich sogar aus die Seite der Wärter Vach- oem die Meuterer die Zellen der Schwer­verbrecher aufgebrochen hatten, stürm­ten sie da- Derwaltung-gebäude. warfen die scheiden ein und schlugen sämtliche Einrichtungs- gegenstände kurz und klein. Darauf setzten sie da- Gebäude in Brand. Da- Derwal- lung-gebäude brannte vollkommen nieder. Bei Bekanntwerden der Meuterei wurden in der Kaserne von Trownhill 200 Soldäten so­wie -Wei MafchinengeWehrabteilun- gen mobilisiert und marschfertig aufgestellt. Ihre Absendung Wurde jedoch unterlassen, da die Meuterei noch vorher von der Polizei unterdrückt werden konnte. Da- Gefängni- steht nun unter schärfster Bewachung von über 100 Polizisten. Der angerichiete Schaden Wird auf etwa 200 000 Mark geschätzt

Die Revision Jrenjele verworfen.

Unter dem Vorsitz de- Senat-Präsidenten Dr. Witt verhandelte der II. Strafsenat des Reichs- g e r i ch t e - de- Revision de- Bornimer ArntS- vorsteher- Arthur Frenzel, der, wie erinner­lich. nach monatelanger Verhandlung am 1. De­zember 1930 vom Landgericht Potsdam Wegen Blutschande in Tateinheit mit der Vornehmung unzüchtiger Handlungen nach § 176 Abs. 3 StGB, zu einem Jahre zwei Monaten Zucht- Hau- und dreijährigem Ehren recht-Verlust ver­urteilt Worden war. Vach dreistündiger Beratung verwarf der Strafsenat die Revision des An­geklagten al- unbegründet.

Schwere» vergwerksunglück In Wale».

3n einem Bergwerk im Rhondda-Tal in Hüb- WaleS Wurden in der vergangenen Rächt durch eine Explosion vier Bergleute getötet. Don den 30 im Schacht befindlichen Bergleuten konnten 20 gerettet Werden. Man befürchtet, dah die bisher nicht geborgenen sechs Bergleute nicht mehr am Leben sind.

Schwere Gasexplosion.

In Düsseldorf wurde die Feuerwehr nach der Sirnrock-Straße gerufen, wo sich in einer Billa ein 'Bewohner durch Deffnen der Gasleitung da s Leben genommen hatte. Als zwei Ange- hörige mit offenem Licht in den Nourn eindrangen, erfolgte eine schwere Explosion, bei der die Wände eingedrückt und auch das Dach der Villa bc- schädigt wurde. Die beiden Eintretenden erlitten der- artige Verletzungen, daß sie ins Krankenhaus ge­bracht werden mußten.

Saubere Früchtchen.

3n Frankfurt a. M. hat di« Kriminalpoli­zei drei Schüler höherer Lehranstalten fest- genommen. die Autodieb stähle begangen ha­ben. Sie unternahmen mit den gestohlenen Wa­gen Fahrten und ließen die Wagen dann in ir­gendeiner abgelegenen Gaffe flehen. Bei dem einen Schüler wurde eine Selbstladepistole und Munition und fünf Autoschlüssel gefunden.

Lin Gcmülsmcnfch.

Dem Schöffengericht Berlin-Mitte Wurde der 30jährige Schlächter Paul Dohm, der schon zahlreiche Vorstrafen wegen Hei- ratsschwindelei auszuweisen hat. wegen eine- neuen Heiratsschwindel- vorgesührt. Dohm, der ein Gewicht von drei Zentner hat, wurde im April v. 3. au« dem Gefängnis Tegel entlassen. Vach seiner Entlassung .verlobte" er sich in kurzer Zeit fünfmal und legte e- nur darauf an, feinen .Dräuten" die Erspar­nisse zu entlocken. Dor Gericht bat der Heirats­schwindler um mildernde Umstände unter bcm_ Hinweis, daß er in der letzten Strafhaft im Gefängnis 25 Pfund zugcnommen habe und ernstlich um seine Gesundheit fürchten müsse, wenn er Wieder längere Zeit ins Gefängnis müsse, weil er dann bestimmt noch dicker werde. Diesem Argument gegenüber zeigte sich das Ge­richt aber ablehnend und verurteilte den Hei­ratsschwindler diesmal zu zwei Fahren Zuchthaus.

3m Schlafe erstickt.

3n ihrer Wohnung in Daunach bei Bamberg Wurden die 76 Jahre alte Witwe Kunigunde Uebel und deren 44jährige schwachsinnige Tochter erstickt in ihren Betten aufgefunbsn. 2lls man Rauch aus den Wohnräumcn aufsteigen sah, öffnete man gewaltsam die Tür und sand die beiden Leichen. Durch einen s ch a d h a s t e n Kamin war der Fußboden in Brand geraten: bas langsam weiterschwelende Feuer entwickelte starken Rauch, in dem die beiden Frauen nacht- erstickten.

HaubüberfaK auf einen Berliner Juwelier

Ein schwerer Raubüberfall wurde von Auto- räubern auf das Iuweliergeschäft von Hüsselmann in Lichtenberg verübt. Die Verbrecher schlugen die scheide ein. bedrohten den Inhaber mit P > st o l e n und raubten für 10000 Mark Brillantringe. Die Räuber sprangen in ihr wartendes Auto zurück. Der Führer hatte ständig den Motor laufen lasten. Auf die lauten Ruse des Juweliers eilten zwar einige Passanten den Räubern nach, konnten sie aber nicht einholen. Ein Bierkut­scher ergriff einen Kasten mit Flaschen und schleuderte ihn nach dem Wagen. Er traf nur die rechte Türseite. Die Räuber entkamen.

Aus der pwvinzialhauptüadi.

Gießen, ben 26.Januar 1932.

Keine Fristverlängerung der Mietsenkungen.

WTB. (Amtlich.) Bekanntlich sollten nach den Bestimmungen über die Mietsenkung die Dermaler bi- zum 2 5. 3 an u a r ihren Mietern ernt endgültige Mitteilung über die neuen Mleten machen Vm, wird in einer Reihe von fallen die endgültige Mitteilung bi- zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich sein, weil noch ge- wtffe tBorfraflen zu klären sind Da- g.lt vor allem für Veubauten, wo da- AuSmah der Z.n-senkung. von der Wiederum die Mietermähigung abhängt, nod) nicht überall voll zu übersehen ist Die Reich«regierung hat trotzdem die genannte Fr i st n i <b t D e r l ä n g e r t, um zu vermeiden, daß die endgültige Klärung weiter al- unbedingt er­forderlich hmausgeschoben wirb. Zwar ist der Mieter nach den Durchführung-Vorschriften zur M'.eisenkung vor RcchtLnachteilen ge'chühk. Wenn er infolge de- Fehlens der enbgültiaen Denach- r ch: gung feine Miete nicht, oder nicht rechtzeitig zah.t. Dieser Schuh vor Rechtsfolgen bedeutet aber keineswegs, daß der Mieter von der Ter- pflchtung zur M ef ahlung in diesen Fällen überhaupt befreit ist. Auch dann. Wenn eine enb- güllige Mitteilung über ben neuen Mietzins noch nicht gefd)cben ist. hat der Mieter mindestens 5 en r 0 9 zu zahlen, der sich voraus-

x ch ® l * endgültige Miete ergeben Wirb. Hat ber Mieter von bem Vermieter eine vorläufige Berechnung erhalten, fo wird e« sich im allgemeinen empfehlen, zunächst den darin an- gegebenen Betrag unter Vorbehalt ber endgül­tigen Berechnung zu zahlen.

LandsnedensbruckProzeß in (ließen.

Vor dem Erweiterten DezirkSschöffengericht Gießen beginnt am 3. Februar ein umfangreicher LandfriedenSbruch-Prozeh. Es han­delt sich um den bekannten Sturm auf den .Solmfer Hof" in Hungen, durch den schwerer Schaden an bem Gebäube angerichtet Worben ist. Dei der Kirchweih in Hungen kam es in der Tad)t vom 27 zum 28. September v. 3. zwischen Reichsbannerleuten und Vationalfozialisten zu Reibereien und Streitigkeiten. Ein Vational- fozialift wurde von einem Bergmann auö Hun­gen. der deshalb unter Anklage steht, nieder­geschlagen und erheblich verletzt. Als einige Stunden später, etwa um 1 Ahr nachts, vor dem ^Solmfer Hof" derselbe Angeklagte mit einem Vationalfozialisten in Streitigkeiten geraten War, eilte auf seinen Alarm ein Trupp Reichsbanner- leute herbei. Die Vationalfozialisten zogen sich darauf auf da- Kommando ihre- Führers in denSolmfer Hof" zurück. Die Gegner versuchten trotz energischer Abwehr ber ©enbarmeric- und Polizeibeamten daS Lokal zu stürmen, und als das nicht gelang, erfolgte auf Kommando ein Bombardement des Gasthauses mit Steinen, durch bas fast sämtliche Fensterscheiben eingeworfen wurden. Das Gebäude sah am nächsten Morgen aus, als sei es beschossen Worden. Auch ein im Hofe stehender Wagen Wurde schwer beschädigt. Der Schaden beläuft sich auf etwa 500 Mk.

Unter Anklage stehen 14 Leute wegen Landfrieden-bruchS, ferner 2 Vational- sozialisten Wegen verbotener Waffenführung. Cs sind 24 Zeugen geladen. Die Prozeßdauer Wird Wohl einen Tag überschreiten.

provin^ialversammlungderevangelisch» kirchlichen Zrauenvereine.

Die in Gießen abgehaltene Provinzial­versammlung der evangelisch-kirch­lichen Frauenvereine begann mit einer Dorständebesprechung im Markussaal. Vach einer Ansprache von Pfarrer Steiner, Haufen, be­grüßte die Vorsitzende Frau von Wussow, Darmstadt, die Teilnehmer und wies auf das 25- jährige 3ubiläum des Verbandes in diesem 3ahre hin. Die .Votgemeinschasf und andere Verbands- angelegenheiten wurden besprochen.

Am Vachmittag begrüßte die Vorsitzende die zahlreich im Cafö Leib erschienenen Teilnehmer aus allen Teilen der Provinz . Der Geschäftsfüh­rer der G ie ß e n e r W i n t e r n o t h i l f e , Amt- niann Keiher, berichtete zunächst über deren Tätigkeit und stellte dabei fest, daß auf dem Lande von linksradikaler Seite auSgestreute Vorwürfe gegen die Winternothilse jcalidicr Begründung entbehren. Weiler hob er lobend und mit herz­lichen DankeSworten die Mitarbeit der Frauen­organisationen des Kreises und der Stadt Gießen bei diesem Hilfswerk hervor.

Sodann hielt Pfarrer H e r r i ch. Wiesbaden, einen Vortrag über .Totzeiten im Lichte der bib­lischen Wahrheit". Dem Vortrag lagen sechs Leit­sätze zugrunde, aus denen folgendes zu entneh­men fei: Totzeiten, eine von Gott uns gestellte, besondere Ausgabe zur Steigerung unserer persönlichen Verantwortung ausK höchste, rufen auf zur Erprobung und Bewährung, Läuterung und Vertiefung unseres Chrlstenstandes. Totzei­ten sind Eichtungs» und Entscheidungszeiten für d e einzelnen, wo für ein ganzes Volk. Gegen­über ber der l> blischen Wahrheit beharrlich ab- gewandten Lebensanschauung und Lebens­weise, die in solchen Zeiten mit unheimlicher Totwenbigcit in Verbitterung und Verzweiflung bincintrcibt, lehrt die Tot im Licht der bibli­schen Wahrheit beten. Ganz anders als sonst mit Gottes Wirklichkeit rechnend, lernen wir Gott und uns ganz anders sehen. Durch Tot­zeiten hindurchgeretteter Heils- und Heilands­glaube, steigend als hohes Snadenwunder emo- funden, erzieht zu immer demütigerem Dank. Gin rechter Dienst am Tächsten in Totzeiten hütet sich vor redseliger Oberflächlichkeit. Gottes Gnade besteht auch in dem Licht, das aus feinem Wort grabe in Totzeiten hineinleuchtet. Rätsel, die auch für ben reifsten Christen bleiben, haben keine Macht mehr über den, der sich für dieses Licht die Augen immer besser öffnen läßt. Der Vortrag, geeignet die Gewissen zu schärfen, blieb im Einverständnis mit Dekan Guhman n ohne Aussprache. Mit einem Lied schloß die Versamm­lung.

Gießener Wochenmarktpreise.

Gießen, 26. 3an. Auf dem heutigen Wochen- markt kostete das Pfund: Kochbutter von 80 Pf. an: Butter 100 bis 110; Watte 25 bis 30; Käse 10 Stück, 50 bis 120; Wirsing 8 bis 12; Weih- raut 7 bi- 8; Rotkraut 8 bis 12; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 15 bis 20; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 8 bis 10- Rosenkohl 15 bis 20; Feldsalat 80 bis 100; To­maten 60 bis 70; Zwiebeln 12 dis 15. Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 25 bis 35; Kartoffeln 4; Aepfel 8 bis 10; Dirnen 8 bis 10; Dörrobst

30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hühne 80 bis 90; Suppenhühner 80 bis 90; Vüsse 35 biS 40; boS Stück, Tauben 50 bis 60. Sier 10: Blumen­kohl 30 biS 70; Salat 20 bis 25. Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 8 biS 10; Lauch 5 biS 10 Tettiä> 10 biS 15. Sellerie 10 bis 40 Psenmg^ der Zentner Kartoffeln 3 bis 3.50; Weißkraut 4 bis 5; Wirsing 7 biS 8; Rotkraut 7 bis 8 Mk. 2Reifeeinörürfe aus der Mandschurei.

3n der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde sprach am Donnerstagabend Dr Walter Stotz- ner «Dresden, in der Reuen Tula der ilnioer- fität vor einer stattlichen Anzahl von Zuhörern llber feine Forschungsreisen in bie Vorb Mandschurei. Die Reisen des Geledr- len galten in der Hauptsache der Erforschung der Sitten und Gebräuche der Solonen unguten) tm Vörden der Mandschurei, einem Dolle, daS im AuSsterben begriffen ist.

Ton hohem 3ntereffe und aktueller Bedeutung waren die Ausführungen deS Redners über die politische Situation in der Mandschurei. Die Mandschurei sei, so führte er u. a. aus. feit 284 3ähren völkerrechtlich einwandfrei Ehina zuge­hörig. 3apan befinde sich in einer prekären Lage, benn die japanischen 3nseln bieten dem 60-Mil- lionen-Volk nicht mehr genug Raum, aber auch nicht genug Vahrung. 3apan habe deshalb eine bedeutende Erportindustrie geschaffen, um mit dem dadurch in daS Land fließenden Geld Vah- rungsmittel kaufen zu können. 3apan verfüge auch über Wenig Kohle und gar kein Eisen, während sich in der Mandschurei südlich von Mukden die größten Kohlenlager der Welt befinden. Der treit um die Mandschurei gehe deshalb weniger um die Frage der Unterbringung des Devölke- rungsüberschusseS (bie Mandschurei sei für den an das 3nselklima gewohnten 3apaner viel zu kalt), als um jene Kohlenlager, die für die Exi­stenz deS japanischen Volke- von ausschlaggeben­der Bedeutung feien. Der gegenwärtige Boykott japanischer Waren in Ehina stelle Japan vor entscheidende wirtschaftliche Fragen. Die kriege­rische Aktion fei außerdem eingeleitet Worben, um unter bem Druck ber Waffen den Boykott gegen bie japanischen Waren zu brechen.

Vach dieser Schilderung erzählte der Vortra­gende von seinen Reisen in die unwirtlichen, sehr schwach besiedelten Gebiete der Vordman­dschurei, in denen, auf großem Raum versprengt, die letzten Reste deS Dolksstammes der Solonen zu finden feien. An Hand vieler Bilder, die zum Teil sehr geschickt koloriert waren, lernte der Zu­hörer ein Volk kennen, da- sich, seiner Kultur nach, noch auf der Stufe des vorsteinzeitlichen Menschen befindet und nur in geringem Kontakt Sur übrigen Menschheit steht. Die Solonen sind, so führte der Redner u. a. auS, ein Volk der 3äger. DaS Reh ist bas Hauptwild der dortigen Landschaft, und es liefert fast den gesamte Le­bensunterhalt. Alle Geräte sind, soweit sie nicht aus bem Leder und den übrigen Teilen des Aches hergestellt Werden können, aus Birken­rinde. Vornlgliche Porträtaufnahmen heran» fchaulichten die Rasse, in anderen Bildern lernte man den merkwürdigen Religionskult dieses Va- turvolkes, den Schamanismus kennen, bei dem die Geister durch Autosuggestion beschwört Wer­den. Zum Schluß führte der Vortragende seine Zuhörer im Bild zu den Goldgräbern in der nördlichsten Mandschurei.

Bornotizen.

T ageSkalenber für Dienstag. Stadttheater Gießen: .Kopf in der Schlinge", 20.15 vis 22.15 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße: »Vorck".

Aus bent Stabttheaterbureau Wirb uns geschrieben: Heute, 20.15 Uhr, als 16. Vorstellung im Dienstag-Abonnement zu gewöhn­lichen Preisen Wiederholung der erfolgreichen Kriminalkomödie .Kopf in ber Schlinge!" Spiel­leitung beS scharfsinnig aufgebauten Stückes, da­mit geistvoller Spannung das Thema ^Indizien­beweis" diskutiert, hat Wolfgang Kühne. Be­ginn 20.15 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Morgen Mittwoch, 27. 3anuar, alleinige deutsche Urauf­führung des spanischen Lustspiels von Maura und Sierra,3ulietta kauft sich ein Kind". Peter Fasfott führt Regie. 16. Vorstellung im Mitt­woch-Abonnement. Beginn 20 Uhr. Ende 22 Uhr. Freitag, 29. 3anuar, zum letzten Male im Abonnement ..Wilhelm Teil'. S.efc Vorstellung Wirb ihre besondere Tote dadurch erhalten, daß di« Rolle des Stauffacher von 3ntendant Dr. Rolf P r a s ch selbst gespielt werden wirb.

Das Kölner Hänneschen Theater in Gießen! Der Goethe-Bund teilt uns mit, daß es ihm gelungen ist, das berühmte Kölner Hänncs- chen Theater für Sonntag, 31. Januar, zu einem Gastspiel nach Gießen zu gewinnen. Damit wird der Goethe Bund feinen Mitgliedern und Freunden nicht nur etwas äußerst Originelles bieten, sondern er wird auch allen Besuchern einige Stunden herz­lichen Lachens schenken. Das vom Institut für Thea­terwissenschaft an der Universität Köln gegründete und unter Leitung von Dr. N i e f f e n stehende Ori­ginal-Kölner Hänneschen Theater hat in den letzten sechs Jahren viertausend ausoerkaufte Vorstellungen vor mehr als einundeinerhalben Million Menschen gegeben! Ein Erfolg, wie er wohl nur qani wenigen Kunstunternehmungen beschieden ist. Der Spielplan bringt in der Vorstellung um 15 Uhr (Jleuc Aula der Universität):Der große Zauberer lartüffel"; Zauberpoise in drei Akten mit Gesang, Tanz und Schlägerei; in der Vorstellung um 2" Uhr.Die Goldgräber" oderDie kölsche Afrika-Erpedition". E lästig Spill in vier Akten mit Gesang, Tanz und Schlägerei. Jeder, der einmal von Herzen lachen wist, komme zum Kölner Hänneschen. (Roheres siehe gestrige Anzeige.)

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Die öffentliche Sitzung des 6 t ab t- rats am lommenben Freitag. 17 Uhr beginnend, im Sitzungssaal«! deS Stadthauses Bergstraße gilt vor allem der Beratung über die Ermäßi­gung städtischer Tarife, Gebühren ufw. Ferner stehen Echankkonzessionsgcsuche und eine Dauangelegenheit auf der Tagesordnung

" Tarifvertrag für die städtischen Angestellten im Rhein-Maingeb iet. Vach monatelangen Verhandlungen ist nunmehr mit dem Rhein-Mainilchen Dezirksarbeitaeber- verband der Gemeinden und Kommunalverbände, dem u. a. die Städte Frankfurt. Mainz. Wies­baden. Offenbach. Darmstadt, Worms. Gießen. Hanau. Dingen urw. angeboren, ein Tarifvertrag für alle kommunalen Angestellten abgeschlossen Worben. Die Grunblage bes Tarifvertrags bildet ber ReichSangestellrentarifvertrag. ber mit der Reichsregierung abgeschlossen Worden ist. und der auch für Preußen und für die kommunalen Ar­beitgeberverbände z. D. in Hellen-Vasfau. Mittel­deutschland und Rheinland-Westfalen gilt. Unter Führung des DürgertneifierS Dr. Kraus-

Mainz und deS Geschäftsführer- Sch a W er vom ZenSralverband der Angestellten in Frankfurt a. M. kam das schwierige Vertragswerk, das nun­mehr alle Anftellungsbebingungen für kommu­nale Angestellte enthält, zustande.

Kaufmann Wtlhelm Schucharb f- Gestern abenb ist nach schwerer Krankdeit der Seniorchcs bes Huthaufes W. und G. Schucharb in Gießen, Kaufmann Wilhelm Schucharb. im 80. Lebensjahr« verstorben. Der Heungegan- gene war, wenn er auch im öffentlichen Leben nicht hervortrat. durch seine berufliche Tätigkeit eine markante Erscheinung der Gießener Wirt­schaft. Er legte den Grunbstein des heutigen Haufe- Schucharb und konnte am 1 Februar 1929 gelegentlich^ deS 50jäbngen Bestehen- feiner {yirma die Freude erleben, daß durch sein Wirken, durch den verständnisvollen gefchästlichen Weiter­bau seiner Vachfolger in der Leitung des Unter­nehmens und durch die pflichttreue Tätigkeit feiner Mitarbeiter das Haus Schucharb sowohl in ber Stabt Gießen, wie auch im deutschen Hut- großhandel eine achtunggebietende Stellung sich erworben hatte Ten Senior bes Hauso- Schuchard zeichneten neben hervorragenden beruf­lichen Eigenschaften perfonlichc Liebenswürdigkeit unb Descheidenheit feines Wesen- vorteilhaft aus. DaS Anbenkcn an den Verewigten wird nicht nur in feiner Firma, sondern darüber hinau- auch bei allen, bie mit ihm in Berührung kamen, in Ehren fortkeben.

Stäbtische Brennholzversteige­rn na. Bei ber gestrigen Drennholzversteigerung au- den Waldungen der Stadt Gießen, Philo- sophenwalb und Försterei Rödgen, wurden bei guter Vachfrage im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Sichensche.ter 7,t0. Kiefernscheiter 7.40. Eichenknüppel 6,00, Kiefernknüppel 6.60. Fichten­reisig (1. MI.) 3.00. Eichenstöcke 4.00 Mk. pro Raummeter. Sichenreisig (2. Kl.) 16,00. Kiefern- reisig (2. Kl.) 15 Mk. pro 100 Wellen.

Vorstände- und Dirtgentenver- fammtung der Klrchengefangver- eine. Am Mcktwcchnachmittag tagte im Gast­hausHindenburg" unter bem Vorsitz von Pfarrer Stauvach - Watzenborn, bem Vertrauensmann des evangelischen Dekanate- Gießen für bie Kir- chengcsangvereinSsache eine Versammlung der Dirigenten und Vorsitzenden der fünfzehn Kirchen- gefangtxreinc des Dekanate-, bie ungefähr 500 Sänger und Sängerinnen umfassen. Die Kon­ferenz War auf Grund gründlicher Aussprache der gemeinsamen Anficht, daß es im 3ntcreffe ber Gemeinben, der Vereine unb de- musikali­schen Zieles nicht mehr möglich sein wird, da- jährliche Dekanatskirchengesangvereinsfest an einem Orte zu halten, vielmehr zwei Feste tn verschiedenen Gemeinden des Dekanate- zu ver­anstalten. 3n diesem 3ahre Werben es sogar drei sein. Die nördlich wohnenden Vereine Treis Lda., Beuern^ Durlhardsfelden werden einer Einladung Sur Fünfzigjahrfeier des Kirchengefangverein- nach Londorf folgen. An Eraudi werden Allendors (Lahn). Klein-Linden, Leihgestern ihre Vereine nach Großen-Linden entsenden, um mit dem dortigen Verein das Fest seine- 25- jübrigen Destehens zu begehen. Der grof,e Rest ber Vereine wirb an einem Sonntage, ber noch nicht feststeht, mit bem Kirchengesangverein von L i ch in ber dortigen großen Marienkirche sich treffen. Da L'th ben einzigen Kivchcnchor Im Dekanate Hungen besitzt, Wurde eS von ben An- Wesenben freubtg willkommen ^heißen, mit bem Kirchenchor von Lich tn eine nachbarliche ArbeitS- gemeinschast zu treten.

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Lr?cltcroo raussage.

Don dem quer über Zentraleuropa gehenden Hoch, brurfgebiet hat sich der Kern über England unb der Rordsee weiter entwickelt. Durch ihn wertzen wir bei seinem Wcilerwandern mehr von seiner Südseite beherrscht, d. h. wir geraten in den Bereich nordöstlicher bis östlicher Luft. Dabei treten zunächst nur mehr lokal begrenzte Frühnebelbildungen auf, fcn|t geht die Bewölkung zurück und es dürfte zu Aufheiterung kommen. Außerdem treten verbreitete Nachtfröste auf, unb tagsüber wirb die herrschende Luftzufuhr mit Temperaturen um ben Gefrierpunkt anhalten.

Aussichten für Mittwoch: Nur stellen- weise neblig, sonst leicht wolkig mit Aufheiterung, trocken, Nachtfrost, tagsüber Temperaturen um Null.

Aussichten für Donnerstag: Fortdauer des trockenen Wetters mit Frost.

Lufttemperaturen. Am 25. Januar: mittags 0,L abends 0,5; am 26. Januar: morgens 1,1 Grad Cel­sius. Maximum 1,2, Minimum minus 1,2 Grad Tel- fius. Erdtemperaturen in 10cm Tiefe. 'Um 25. Januar: abends 0,4; am 26. Januar: morgens 0,4 Grad Celsius.

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