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25.12.1932 Erstes Blatt
 
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werten Darlegungen zu

D. Red.

Oberheffen

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Nachdruck verboten

Bon der Landwirtschastskammer für Hessen gelten uns die nachstehenden, sehr beachtens-

menschen, drese Geschwister! Man merkte ihnen die gute Kinderstube an, die Erziehung und den Takt Eie hatte wirklich großes Glück gehabt, die bei- den zu finden.

erfuhr nichts über die Geldverhältnisse ihrer Herrin und nichts darüber, wo Magdalene ihre Gelder liegen hatte und wer sie verwaltete.

Berliner Verkehrs-Schutzmann mit einem kleinen Hügel von Geschenken, die nach einer schönen Sitte die Autofahrer in den Großstädten zu Weihnachten ihrem" Schupo überreichen. Die braven Hüter des Verkehrs an den belebtesten Straßenkreuzungen haben dann Mühe, den reichlichen Segen nach Hause zu transportieren. Aber oft spielt dann einer der Gabenspender auch noch den Fuhrmann.

Deutsche, kaust deutsche Pferde!

Vollkommen unberechtigte Steigerung der Pferde-Einfuhr. Das Ausland schließt sich aber immer mehr ab.

Das nenne ich Glück, Gust! Gerade jetzt fällt dir diese Seereise in den Schoß, wo das Wetter so herrlich ist ..

Ach, laß mich zufrieden mit diesem Unsinn. Ich habe meinen Kopf- mit anderen Sachen voll. Ich schenke dir diese Reise: vielleicht kommt Fräu­lein Lucie mit, dann könnt ihr zusammen los- gondeln."

Was redest du da für Zeug, Gust?"

Laß mich jetzt in Ruhe, Theo! Ich habe zu arbeiten."

Damit bekommst du mich nicht los. Gust. Ich sehe, daß du mit deinen Rerven völlig her­unter bist und daß es nicht mehr lange dauert, bis du ganz auf der Rase liegst, wenn du nicht endlich etwas für dich tust. Du arbeitest zu viel, hast den Kopf zu voll.

Gewiß, wir wollen vorwärts kommen, und wir kommen auch vorwärts. Aber alles muß Maß und Ziel haben, nichts kommt mit einem Male.

Es ist ein Glück, daß dir jetzt diese Seereise zugefallen ist."

Ia, glaubst du denn, Theo, daß ich jetzt von hier weggehe?"

Selbstverständlich, Gust! Du wirst diese Reise, die dir Fortuna hat zukommen lassen, antreten, um dich endlich ein wenig zu erholen. Diese See­reise bis Genua wird dir außerordentlich gut tun und du kannst nachher um so besser arbeiten.

Direktor Blümler und ich werden hier schon alles gut machen, da brauchst du keine Sorge zu haben. Du weiht doch, daß du dich auf uns ver- la'sen kannst. Und du weißt auch, daß du Aus­spannung mehr als nötig hast."

Unruhig ging August Richter im Zimmer hin und her.

Du tust so, als ob das gar nichts wäre, wenn ich auf einmal von hier Wegreise, und gleich für ein paar Wochen! Glaubst du, meine Gläubiger t^rden sehr erbaut sein, wenn sie hören, daß ich eine Vergnügungsreise mache?"

Mache es nur nicht schlimmer, als es ist, Gust. Sie wissen ganz genau, was los ist. Sie wissen, ®a® to:c uns für Mühe geben, die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Sie wissen, daß wir beide von morgens bis nachts schuften und daß es vor­wärts geht mit uns. Sie erfahren auch, daß dich diese Reise nichts kostet, daß du sie gewonnen hast. Und sie werden auch einsehen, daß du eine Ausspannung brauchen kannst."

Theobald Fischer stand auf und ging zu August hinüber, der am Fenster stand. Er drehte den Abgewandten zu sich herüber, sah ihm ins Gesicht:

Rirnrn das, was dir geboten wird: du darfst es wirklich tun. Laß alle Sorgen sein, sei ver­gnügt. Laß das Simulieren, es hat keinen Zweck."

(Fortsetzung folgt.)

Magdalene hatte ihrer neuen Gesellschafterin t>i äußeren Um' ä.ade ihres Lebens auseinander» grsetzt: daß sie unverheiratet sei und ihr Leben nach Möglichkeit genießen wolle daß sie beab» sichtige, zunächst ziemlich lange auf Reisen zu grhen.

»0H, gnädiges Fräulein..." Zögernd kam es von Ioes Lippen.

Run, ist es Ihnen nicht recht, Fräulein Rowa- kowska?"

Sie werden es vielleicht nicht verstehen, gnä­diges Fräulein... aber mein Bruder ... wir hängen so aneinander: jetzt sollen wir uns tren­nen, auf so lange. Wir haben bisher alles zu­sammen getragen: Freude und Leid jetzt, wo es ihm schlecht geht.

Ich kann Ihr Angebot nicht annehmen, so schrecklich leid es mir tut, so sehr ich mich darüber gefreut habe. Aber ich kann nicht allein von Berlin Weggehen, kann ihn nicht zurücklassen."

Eine Helle, große, glitzernde Träne hing an den langen, seidenen Wimpern Ioe Rowakow- skas.

Magdalenes Herz erzitterte vor Mitgefühl, und in dieser Minute hatte sich das Schicksal dreier Menschen entschieden.

Sie brauchen sich nicht zu grämen, Fräulein Rowakowska, brauchen sich nicht von Ihrem Bru- der zu trennen und können doch bei mir bleiben. Hören S:e zu: Cs ist vielleicht besser, wenn wir zwei Frauen nicht allein in der Welt herum- reisen, wenn wir männlichen Schuh haben. Ich werde Ihren Bruder auch verpflichten, als Se- kretar und Reisemarschall, dann ist uns allen geholfen. Was sagen Sie dazu?"

Ein jähes Awblihen durchfuhr Ioe. Diese vlQXL?Q t?ar ia.unbezahlbar! So etwas hatte sie sich ,chon lange in ihren Wunschträumen ersehnt: nur hatte sie me geglaubt, daß es wirklich exi­stieren wurde. Dieses Mädchen vor ihr mußte ia unhe.ml.ch viel Geld haben! Endlich war sie an die R.cht.ge gekommen.

&nbn' 'inMic6en ®Hmme

«riirffi* 0Sbi?.^ Fräulein, Sie machen mich so £ 1° gütig .. ich weiß gar nicht,

tv-e ich Jbnen danken soll.

Lächelnd winkte Magdalene ab. Sie war zu- ,rieben Mit ihrer Wahl, und sie wurde es noch ihr «w JMa^mlttag wiederkam. um

ihren Stiefbruder Titus van Iolliet vorzustellen.

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Roman von Margarete Antelmann.

Copyright bv Martin Zeuchtwanger, Halle (Saale)

Frau Hahn war schon am nächsten Tage ab- gereist, unter vielen Ratschlägen und Ermahnun­gen.

Sie hatte sich Ioe und Titus van Iolliet an­gesehen und hatte zuerst gar nichts gesagt. Aeu- ßerlich sahen die beiden gut aus, das mußte sie selbst zugestehen. Aber so recht einverstanden war sie nicht mit Magdalenes Wahl. Die Augen des Mädchens gefielen ihr nicht sonderlich.

Am Abend, als sie zusammen beim Essen sahen, wagte sie eine leise Andeutung. Zum ersten Male wurde Magdalene ein wenig heftig. Was wollte Mutter Hahn eigentlich? Traute sie sich mehr Menschenkenntnis zu als Magdalene?

Schnell war sie wieder beruhigt. Die alte Frau wollte nur ihr Bestes, das wußte sie. ilnö wenn in ihrer Besorgtheit mal ein wenig über das Ziel hinausschoß, durfte man ihr nicht böse fein.

Sie waren ganz versöhnt miteinander, als Frau Hahn am nächsten Morgen wegfuhr. Ilnö Magdalene versprach, oft zu schreiben und sofort die gute alte Freundin zu besuchen, wenn sie von ihrer großen Reise zurück fein würde.

Ioe und ihr Bruder waren gleich nach Frau ins Hotel gezogen. Das war Praktischer bei den vielen Dingen, die vor An­tritt der Reise zu erledigen waren.

Mit Ioe hatte sich Magdalene schnell ange­freundet. Die Polin hatte Magdalenes Schwäche bald erkannt und ihr geraten, für die Reise ihren langweiligen Ramen abzulegen. Sie würde viel mehr Furore machen, wenn sie sich einen aus» iänd.sch klingenden Ramen zulege. Rach langen Beratungen hatten sie einen gefunden: Madelon Wintöre. Dahinter würde niemand die simple Magdalene Winter suchen.

_ 2lu<h T.tus van Iolliet hatte Magdalene ganz für sich eingenommen. Seine zurückhaltende und trotzdem offene Art sich zu geben, seine Bescheiden­heit, sein tadelloses Benehmen entzückten sie sehr und machten ihr seine Gesellschaft angenehm.

Völlig unentbehrlich wurde ihr Ioe. Sie hatte eine reizende Art, ihre junge Herrin zu be- muttern und zu vergöttern, ihr schüchterne Zärt­lichkeiten zu erweisen, die Magdalene völlig ge­fangen nahmen und immer wieder von neuem entzückten.

Es dauerte nicht lange, bis Magdalene ihrer Gesellschafterin das Du anbot. Don da an wuchs 3oes Einfluß auf Magdalene ins Uferlose. Sie ^t alles, was ihre Freundin ihr vorschlug: ihr Geschmack und ihre Ratschläge waren ihr ab­solut maßgebend.

In allen Dingen hatte sich Magdalene Ioe anvertraut. Rur in dem einen, waS Ioe am

Iura studiert und dazu nur in den letzten drei Semestern in seiner Berufstätigkeit ausgesetzt, diese aber in den Llniversitätsferien wieder in der Gewerbebank ausgeübt. Vor einigen Tagen hat er die juristische Abschlußprüfung mit der Rotegut" bestanden, zur Zeit arbeitet er an feiner Doktorarbeit. Die Kosten seines ganzen Studiums hat er sich selbst verdient.

< H a r b a dj, 23. Dez. Dieser Tage veranstaltete die hiesige Schule im Saale des Gastwirts Herz- berger eine wohlgelungene Weihnachtsfeier. Nach einem Vorspruch begrüßte Lehrer Faber die vielen Gäste. Der Gemeindevertretung dankte er für die Spende, die es ermöglichte, jedem Kinde ein Geschenk zu geben. Im Verlaufe des Abends folgten dann Weihnachtslieder, sowie Weihnachts­gedichte, die wirkungsvoll vorgetragen wurden und reichen Betfall fanden. Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung des SpielesAschenbrödels Weihnachtszeit", das von den Schülern und Schüle­rinnen des 7. unö 8. Schuljahres gut wiedergegeben wurde. Mit Danklied und Bescherung fand die Feier ihr Ende. Beigeordneter B i n tz dankte dem Lehrer für die aufgewandte Mühe.

U Großen-Linden, 23. Ott. Heute abend sprach im Saale des Gastwirts Ludwig Schaum Aniversitatsprofcssor Dr. Ses sous vom Land­wirtschaftlichen Institut der Universität Gießen, aus Anregung der Landwirtschaftlichen Dezugs- und Absatzgenossenschaft Großen-Linden, über das ThemaZeitgemäße Fragen aus Acker- und Pflanzenbau". Der Vortragende zeigte an Hand von Lichtbildern seine Versuche zum Zwecke der Vorbereitung und Behandlung des Ackers vor der Saat und machte u. a. die Besucher auch auf die Aufgaben in wirtschaftlicher Beziehung

Gefängnis für Erpressung.

* Büdingen, 23. Dez. Vor dem hiesigen Amtsgericht hatte sich der Kuhmelker Richard B a d - st ü b e r aus Gettenbach Kreis Gelnhausen, wegen Erpressung zu verantworten. Der Angeklagte hatte seine Straftat mit Hilfe einer Brieftaube in Szene gesetzt. Er hatte im Sommer der Vor­fall erregte seinerzeit großes Aufsehen und wurde auch imGießener Anzeiger" eingehend geschil­dert eine Brieftaube, in einen earf ein genäht, an den Gartenzaun eines in der Nachbarschaft woh­nenden Händlers gehängt und ein Schreiben bei­gefügt, in dem der Händler mit drohenden Worten um eine Geldhilfe von 50 Mark ersucht wurde, die er der Brieftaube in einem zweiten Säckchen an- hängen und von der Taube dem Eigentümer über­mitteln lassen sollte. Der Plan mißlang jedoch, da sich der Empfänger der Taube sofort an die Be­hörde wandte und die Landeskriminalpolizei aus Gießen den Täter alsbald feftftellen konnte. Der Angeklagte erhielt für feine Erpressung zwei M o - n a t e Gefängnis.

Landkreis Gießen.

* Lollar, 24. Dez. Eine vorbildliche Leistung im beruflichen Str eben voll­brachte der 24 Iahre alte Bankbeamte Robert Römer von hier. Der junge Mann besuchte die Volksschule, verlor aber während des letzten Schuljahres seinen Vater. Rach dem Schulbesuch trat er als Lehrling bei der Gewerbebank zu Gießen ein, wo er nach beendigter Lehrzeit bis vor einem Iahre als Bankbeamter tätig war. In dieser ganzen Zeit Hai er, ohne seine Be­rufstätigkeit zu unterbrechen, durch abendlichen Unterricht sich die Maturumsreife erworben, dann

Die Folgen des ungenügenden Zollschutzes für Kaltblutpferde von nur 140 Mark je Stück gegen­über dem autonomen Pferdezoll von 500 Mark je Stück machen sich jetzt für die Handelsbilanz und für die Pferdezucht äußerst schädigend bemerkbar. Im Jahre 1931 konnte die Handelsbilanz einen Ausfuhrüberschuß bei Pferden in der Höhe von 90 000 Mark ausweisen. Selbst noch im Januar 1932 war ein Ausfuhrüberschuß von 94 000 Mark -u erzielen Von Februar an trat aber die ungün­stige Umkehr ein, so daß jetzt

die Monate Februar bis September einen Ein­fuhrüberschuß von 2 658 000 Mark verzeichnen.

Die verstärkte Einfuhr ist aber nicht begründet in einem Bedarf, der aus eigener Erzeugung nicht gedeckt werden kann, sondern lediglich in der Aus­nutzung der Dalutaentwertung in anderen Ländern. Die dänische Krone war im Laufe des letzten Jah­res um beinahe die Hälfte ihres Wertes gefallen. Es stellt daher der Zollsatz von 140 Mark der Aus­fuhr von Pferden kein Hindernis mehr entgegen. Die Einfuhr aus Dänemark betrug in den ersten 9 Monaten des Jahres 1931 598 Stück und in der gleichen Zeit dieses Jahres 27 95 Stück. Dabei fällt noch erschwerend ins Gewicht, daß die Einfuhr richtig erst im Juni 1932 eingesetzt hat. Sie betrug im Juni 327 Stück, Juli 502 Stück, August 649 Stück, September 736 Stück, ist also im ständigen Ansteigen begriffen.

Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse in Un­garn. Dort herrscht ein fast vollkommener Zu­sammenbruch der Pferdepreise, so daß der Handel in der Lage ist, die Pferde an den deutschen Markt zu bringen. Im Jahre 1931 kam fein Kaltblut­pferd aus Ungarn über die deutsche Grenze, dafür in diesem Jahre bereits 1203 Stück. Auch hier ist die Einfuhr im ständigen Anstieg. Im Juni kamen 100, Juli 188, August 353, September 549 Stück nach Deutschland.

Auf diese Weise kommt es, daß die Einfuhr von Kaltblutpferden In den ersten 9 Monaten dieses Jahres 8165 Stück erreicht hat, gegen 4801 Stück in der gleichen Zeit des Vorjahres.

Während aber diese Mehreinfuhr von deutscher Seite vollkommen tatenlos entgegengenommen wird, sperren sich die anderen Länder gänzlich von jeder Einfuhr aus Deutschland ab. Während die Aus­fuhr von Pferden am Jahre 1931 16 828 Stück im Werte von 282 000 Mark betrug, ist diese in den ersten 9 Monaten dieses Jahres auf 6017 Stück zurü cf g e g a n g e n. Dabei brachten aber erst die letzten Monate die vollkommene Absperrung des Auslandes. Im September betrug die Ausfuhr nur 38 Pferde gegen 933 im September 1931.

Da die deutsche Pferdezucht durchaus in der Lage ist, den Bedarf aus eigener E r - zeugung zu decken, muß sowohl aus Rück­sicht auf die deutsche Währung, als auch auf die Erhaltung der eigenen Zucht dringend gefordert werden, daß von festen der Reichsregierung dieser Bedrohung und Schädigung der deutschen Wirtschaft tatkräftig entgegengearbeitet wird.

Wenn Joe auch dieses Leben außerordentlich behagte es war schließlich nicht der Zweck des Manövers. Sie und Titus hatten ganz andere Pläne. Ra, vorläufig mußten sie sich noch ge­dulden: sie war schlau und raffiniert genug, auch diese Pläne zu einem glücklichen Gelingen zu führen.

Es stand fest, baß Magdalene sehr reich war.

Eines Tages sollte Ioe erfahren, woher dieser Reichtum stammte.

Magdalene sprach von ihren Reiseplänen.

Aber, Madelon", tagte Ioe mit großen, un­schuldigen Augen,ich denke mir, daß das alles viel Geld kostet ...?"

Sie sah fragend zu Magdalene auf, die sie herzlich lachend umarmte.

Du bist köstlich, Ioe. Freilich kostet das viel Geld: aber danach brauche ich gottlob nicht zu fragen."

Dann bist du also sehr reich?"

Süßer und unschuldiger konnte die Frage nicht von Ioes Lippen kommen.

Einen Augenblick blieb Magdalene still, dann sagte sie:

Komm einmal her zu mir, Ioe, ich will dir etwas anvertrauen."

Zärtlich zog sie die langsam Näherkommende zu sich herunter auf die Couch.

Du bist jetzt meine Freundin und sollst alles wissen. Sieh, es hat eine Zeit gegeben es ist noch gar nicht lange her. da war ich arm und habe mir mein Brot selbst und schwer ver­dienen müllen. Tagaus, tagein bin ich tippen gegangen. Bis dann das unerwartete Glück kam, bis ich das Große Los gewann, bis ich reich ge­worden war.

Ietzt verstehst du es vielleicht auch, weshalb ich solchen Anteil an dir und deinem Bruder ge­nommen habe. Weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer es ist, arm zu sein, wenn man huper bessere Zeiten gekannt hatte. 51nö ihr beiöe sollt niemals zu klagen haben, solange wir zusammen sind."

Kopf arbeitete es fieberhaft. Trotzdem sah sie tief in Magdalenes Augen, streichelte ihr das Haar und sagte leise und zärtlich:

Du Liebe, Einzige! Ich danke dir für dein Vertrauen, und ich will mich immer bemühen, dir deine Freundschaft zu lohnen, will nichts an­deres im Kopfe haben als dein Wohl ...

Von diesem Tage an verdoppelten Ioe und Titus ihre Bemühungen um Magdalene, und diese ahnte nicht, was ihr bevorstand ...

< Unter-Seibertenrod, 23. Dez. Nach- dem im November durch Polizeidiener Karl Sem- ler für die Winterhilfe im Kreis Schot- t e n von hier 23 Mark gefammelt wurden, konnten in diesen Tagen durch Polizeildiener Carl S e m l e r, Landwirt Eduard Rühl und Landwirt Martin B a st aus der Roggensammlung zu Unter-Seiberten­rod für die Winterhilfe im Kreis Schotten 34,63 Mark bei der Bürgermeisterei ab geliefert worden, so daß insgesamt von dem 309 Einwohner zählen­den Vögelst)ergdorf 57,63 Mark an die Winterhilfe im Kreis Schotten ab geführt werden können.

Kreis Alsfeld.

< Ober-Ohmen, 23. Dez. Die G e l d f a m m- lung im November für die Winterhilfe im Kreise Alsfeld brachte hier durch Feldschütz Georg P o st den ansehnlichen Betrag von 34,05 Mark. In diesen Tagen wurden durch Landwirt Johann Schott II., Feldschütz Georg Post und Landwirt Heinrich D 11 e r b e i n aus der Roggensammlung im Dorf 68,10 Mark, sowie 1,90 Mark freiwillige Geldgaben für die Winterhilfe im Kreise Alsfeld gesammelt, so daß insgesamt aus Ober-Ohmen 104,05 Mark an die Winterhilfe 1932 33 abgeliefert werden konnten. Die Spender sprechen den Wunsch aus, daß die Geldgaben armen Familien in der Groß­stadt in Gutscheinen zu Lebensrnitteln oder Klei­dungsstücken gegeben werden sollen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Weh lar, 21. Dez. Der Vorsitzende des Krei saus sch usses Wetzlar hat für die Kreiskommunalverwaltung (einschl. Kreiswohlfahrtsamt und Kreisbauamt) die Sprechtage vom 2. Januar 1933 ab auf Montags, Mittwochs und Freitags jeder Woche (8 bis 13 älhr) festgesetzt.

O Wetzlar, 22. Dez. In der Gastwirtschaft Zur Alten Post" fand die zweite Winter - Ver - tretertagung der Kreisbauernschaft Wetzlar statt. Tierzuchtinspektor Dr. T o r n e d e hielt zunächst einen Vortrag überöie Landesvieh- Sucht im engeren Bezirk" Er betagte besonders, daß die Viehbestände dem Charakter der heimischen Scholle angepaßt sein müßten und daß eine gesunde

aufmerksam. Er schilderte ferner die Vorteile der Saatgutbeizung, behandelte die Frage der De- standsdichte beim Getreide, die Saatgutauswahl und den Gedanken des gemeinsamen Saatgut­ackers. Weiter führte er die Zuhörer in das Ge­biet der vorteilhaften Kartoffelzucht und der Futterrübenpflanzung ein. Mit der Schilderung der richttgen Behandlung und Hebung der Er­trägnisse der Wiesen fand der nahezu zweiein- halbstündige Vortrag seinen Abschluß. Im Laufe des Abends beantwortete der Redner dann noch manche an ihn gestellte Frage. Bürgermeister Lang, der den Redner zu Beginn des Abends im Ramen der Stadt begrüßt hatte, sprach ihm am Schlüsse herzlichen Dank für den aufschluß­reichen Vortrag aus.

4 Lich, 23. Dez. Die Bautätig keil in un­serer Stadt hat in diesem Jahre einen Tiefstand erreicht, wie noch nie zuvor. Es wurden im ganzen nur zwei Wohnhäuser fertiggestellt, und zwar ein Zweifamilienhaus und ein Einfamilienhaus, beide an der Hungener Strafe-

T Aus der nördlichen Wetterau, 23. Dez. In den letzten Tagen fetzte ein lebhafter Handel mit Schlachtgänsen ein. Für das Pfund wurden je nach Qualität 70 bis 85 Pf. be­zahlt. Schlachtschweine, von denen schwere Ire re infolge der privaten Hausschlachtungen nur wenige zu haben sind, werden von Händlern, Metz­gern und Privaten mit 35 bis 38 Pf. für das Pfund Lebendgewicht gekauft.

Kreis Büdingen.

nd. R i d d a, 23. Dez. Am 15. April 1933 jährt sich tzum 1 0 0. M a l e der Tag, an dem die Be^irkssparkasfe Ridda gegründet wurde. Die Sparkasse ist in dieser langen Zeit stets eine treue Dienerin der Allgemeinheit ge­wesen und so ein wichtiger Faktor der heimischen Wirtschaft geworden. Die verdienstvollen Män­ner, die im Iahre 1833 die B^irckSkasse Ridda gründeten, waren folgende: Kreisrat Seitz, Landrichter Reh, Oberpfarrer Weis, Landae- richtsassessor Leichtlein, Medizinalrat Dr. Möller, Bürgermeister Ringshausen, Ak­tuar Drescher (alle in Ridda): Oberfinanzrat 2leu h (Bad Salzhausen): Steuerkommissär Pfannmüller (Bad Salzhausen): Pfarrer Pfaff (Wallernhaufen): Bürgermeister Mül­ler (Wallernhausen), lieber die Geschichte des Vereins wird zu einem späteren Zeitpunkt zu berichten sein.

Kreis Schotten.

* Laubach, 23. Dez. Bei dem dieser Tage ab­gehaltenen Wettfchreiben des Vereins G a b el s b e r g e r" wurden folgende Preise er­zielt: 180 Silben: Arthur Kompp 1. und Ehren­preis: 120 Silben: Hans Wahl 1. und Ehren­preis: 120 Silben: Wilhelm D 11 1. Preis, Wilhelm Döll 3. Preis: 100 Silben: Heinrich Reitz 1 Preis, Frieda Kochi. Preis; 60 Silben: Kurt Dirlam 1. Preis, Lina Hertel 1. Preis, Karl Oßwald 1. Preis, Eduard Draut 3. Preis. Schön- und Richtigschreiben (Derkehrsschrist): 1. und Ehrenpreis Arthur K o m p p und Hans Wahl: 1. Preis Wilhelm Otto, Kurt Dirlam, Lina Hertel; 2. Preis Heinrich Reitz, Frieda Koch; 3. Preis Willy Rühl, Rudolf Göbel. Redeschrift: 1. und Ehrenpreis Arthur K o m p p ; 1. Preis Hans Wahl; 2. Preis Wil­helm Ott, Frieda Koch, Heinrich Reitz. Die guten Leistungen sind ein Beweis dafür, daß sich der Ver­ein die Ausbildung und Förderung junger Leute zu tüchtigen Stenographen sehr angelegen kein läßt.

OO Ulfa, 23. Dez. Obstbauinspektor fintier (Gießen) hielt dieser Tage im Gasthaus Lotz einen Vortrag über Schädlingsbekämpfung, ins­besondere über Obstbaumipritzung gegen Insekten und Früchteschorf. Der Vortrag brachte Zahlen­material über die Schädlingsbekämpfung im Ver­hältnis zur Rentabilität und vielerlei Anregungen über die mannigfachen Maßnahmen der Baumpflege im Interesse der Qualltätsobsterzeugung. An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an, in der noch manche technische Frage behandelt wurde.

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