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25.11.1932 Erstes Blatt
 
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M. 278 Erster Blati

182. Jahrgang

Zreitag, 25. November 1952

vn»ck vn- Verlag: vrühl'sche Universtlätr-Vuch' und Zteindruckerei H. fange in Gießen. Zchriftleitung und Geschästsstelle: §chufstraße 7.

Die Besprechungen des Prälaten Kaas

Frankreich und England zahlen

tionsvorsihende Dr. runfl ab. Die bie Ei

v. W i n t e r s e l d eine Crklä-

immerhin rechnet man im Zentrum damit, dah solches Kabinett i m neuen Reichstag

dem sein

aber ein

rcchterhaltung des teilzunehmen und Ministers in der möglich.

Ernst der kommenden Entwicklung gewachsen wird.

von jeder wie auch immer gearteten Bindung be­freien, sie muh ein wirklich überpartei­liches Kabinett sein und in ihrer Spitze und

lamentarisch .. .

weiteres z u verzichten. Praktisch bedeute das, daß Herr Kaas versuchen solle, wenigstens 1 eine Dertagungsmehrheit im Parlament zu erhalten. Die Aussichten für diesen Versuch seien schon deswegen gering, weil Kommunisten und Nationalsozialisten, die vorläufig beide in Opposition stehen, die absolute Mehr-

Se r l i n , 25. Roo. (ERB. Funkspruch.) wie wir hören, hat sich Prälat fiaa» noch gestern abend mit seinen engeren Parteifreunden über den Auf­trag besprochen, den er vom Reichspräsidenten be­kommen hat. 3n Ausführung dieses Ersuchens hatte er am heutigen Freitagvormitlag zuerst eine Unter­redung mit dem Vorsitzenden der Deutschen Volks­partei. Abgeordneter D i n g e l d e y dürfte ihm er­klärt haben, dah die Deutsche volksparlei s i ch a n einer nationalen Konzentration be­teiligen werde. Gegen Wittag hat Prälat K a a s dann Geheimrat hugenberg aufgesucht, wahr­scheinlich wird er im Anschluß daran auch mit Adolf Hitler Fühlung nehmen. 3n poli­tischen Kreisen beurteilt man die Aussichten auch heute mittag recht skeptisch und glaubt, dah beji Füh­rer des Zentrums dem Reichspräsidenten heute nach­mittag nur eine negative Auskunft geben können wird. Er wird dem wahrscheinlich hinzu­fügen, dah das Zentrum gegen die^vieder- kehr des bisherigen Kabinetts eingestellt ist, dah es dagegen zur Unter ft ühung be­reit sei, wenn der Reichspräsident einen an­deren Mann seines vertrauens benennt. Das würde zwar auch noch keine Mehrheit bedeuten.

des ReichSkommifsarS billigt und eS ablehnt, mit der Regierung Braun zu beraten. Dann begann die grobe politische Aussprache, und »war zunächst über den AbschnittRegierung Der Reichskommissare". Auf der Regie- rungSbank nahmen zum erstenmal nach dem 20. Juli wieder Minister Platz, und zwar für biS Regierung Braun der stellvertretende Minister­präsident Dr.Hirtsiefcr. Hirtsieser sagte un­ter Hinweis aus daS Leipziger Urteil, dah darin die Verordnung vom 20.3uli als in wichtigen

hält die Rückkehr des Außen« nächsten Zeit nach Genf für

Einsetzung deS Reicb^kommissarS auch nicht alle Maßnahmen

vorn Vertrauen des Reichspräsidenten getragenen Präsidialregierung die Gelegenheit zur Regierungsardeit zu geben und auf eine par­lamentarische Opposition bis auf

rund 2 0 0 Abgeordnete für sich, also eine breitere Basis haben würde. Diese Gedankengänge kennzeichnen die Stimmung, die im Zentrum herrscht. Angesichts dieser ungeklärten Lage läßt sich natürlich im Augenblick noch gar nicht übersetzen. In welcher Form die gegenwärtige Regierungskrise schliehlich liquidiert wird. Sicher ist jetzt nur, dah die Lösung frühe st ens sür Anfang nächster Woche zu erwarten ist.

Prälat Koos besucht Hitler.

Berlin. 25. Rov. (ERB. Funkspruch.) Prälat Dr. K a a s hat heute in den ersten Rachmittags- stundcn im Verfolg seiner politischen Besprechungen, wie angekündigt, dem Führer der Rational' sozialisten Adolf Hitler einen länge­ren Besuch abgestattet. 3n politischen Krei­sen war heute mittag das Gerücht verbreitet, dah Dr. Kaas auch mit den Sozialdemokra- l e n in Verbindung treten würde. Daran dürste richtig sein, dah Dr. Kaas tatsächlich eine gewisse Tuchfühlung mit der Sozialdemokratie suchen will, um nicht alle Verbindungen zu zerschlagen. Rach Abschluß seiner politischen Besprechungen wird sich Dr. Kaas dann heute nachmittag zum Reichspräsidenten begeben, um ihm über das Ergebnis Bericht zu erstatten.

rüstungs- und allgemeinen Wirtschaftsfragen in Europa besprechen zu lassen. Allgemein wird erklärt, dah der plötzliche gemeinsame Vor st oh von England und Frankreich psychologisch ver­fehlt war.

Oie Pariser Presse fordert Rückkehr zum stoungplan.

Unberechtigte Rückschlüsse auf das Lausanne-Abkommen.

Paris , 24. Nov. (WTB.) Zu Hoovers Entschluß, auf der Zahlung der Kriegsschuldenrate zu bestehen, schreibt derTemps" u. a.: Wenn eine Schulden regelung, die sämtliche intcreffierien Kreise mit gutem Gewissen annehmen könnten, wegen der Weigerung der Vereinigten Staaten nicht Zu­standekommen sollte, dann könnte man der Ansicht sein, daß die amerikanische Regierung ab­sichtlich die schwere Verantwortung übernehmen wollte, alles zunichte zu machen, was seit zwei Jahren mit Zustimmung und zunächst auch auf Initiative des Präsidenten der Vereinigten Staaten daraufhin durchgeführt wurde. Das wäre das Ende des Lausanner Abkommens und die Rückkehr zum Poungplan mit allen Folgen. Das wäre der sichere Mißerfolg der Abrüstungskonferenz. Das wäre endlich das Schei­tern des Plans der Weltwirtschaftskonferenz. Journal des DLbats" erklärt, Amerika könnte von den europäischen Schuldnernationen nur bann Zahlungen erhalten, wenn diese f e l b st das be­kämen, was ihnen Deutschland schulde. Die Vereinigten Staaten hätten regelrecht eine Aus- setzung der deutschen Schulden erzwungen und damit nicht nur den Reparationen, sondern gleich-

präfibenten mit ben Parteiführern sei lediglich der, iestzustellen, ob unb unter welchen Voraussetzungen bie Parteien bereit und in der Lage seien, einer

bejaht, wenn

Werfel

KesschWe.

internen Zeitalter bet Aschen Degen tpanbelt. «englischen Zeitschrift Beispielen zu beweisen, rkannt geworden sind, bt waren, trennten sich und schworen, sich nie- rnlang hielten sie ijr m eines Morgens eu* i Londoner Hyde-Park ch seine frühere Braut -mmen. Beide wandten cht zu sehen. Aber al» i vorbeiritt, machte ihr äugte sich eng an das inte weder mit Zügel iur Hmlcbr bewegen. -etajngt baferritten. «eiben erkannten die versöhnten W Ts

die den Psekde wohnlich ali Bespann mrden. In einem an- x ein Warenhaus und t Er war sür 20 Mi« lechanismus wieder in dieser Zeit hatte er ; Dame zu betrachten, Drehtüre das gleiche «in Lärm, der sie um- durch Zeichensprache itne Gebärden waren ungc Mädchen sie m und als sie W die besten Freunde, stehtür zu einer Hoch- - die Liebe aus den ergriff. W 3$"! bsprung von emem m wagte und sich dabei t gmeinsanmHW

Smä »erg«W* ,e Fallen zu stell», , daran deuten.

geführt werden. Der deutsche Außenminister wirb sich Samstag früh von Genf nach Berlin zurück- begeben. Man ist auf beutscher Seite naturgemäß nach wie vor bereit, an einer unverdinblichen Be­sprechung der fünf Großmächte unter voller Aus« beutschen Stanbpunktes weiter

ännapmt von SiijC.aex für bie lagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20, mehr.

Chefredakteur

Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undlür den An­zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

Washington, 25. Rov. (IU.) Die Bot­schafter Englauds und Frankreichs teilten Staatssekretär S t l m s o n , der sich auf sei­ner Besitzung woodley aufhält, in einer vertrau­lichen Besprechung mit, bah ihre Regierungen d i e Dezemberrate der Kriegsschulden be­zahlen würden. Die italienische Regierung, die keine Schuldenstundung nachgesucht hatte, be­nachrichtigte das Staatsdepartement, daß fie auch weiterhin zahlen würde. Die Zahlungen Estlands, Lettlands und polens sind durch frühere Abkommen g e ft u n d e t. Allein Griechenland fetzte das Staatsdepartement da­von in Kenntnis, dah es, falls die amerikanische Regierung auf der Zahlung besiehe, die Zah­lungsunfähigkeit erklären müsse.

Hoovers und Roosevelts Erklärungen, die die völlige Uebereinffitnmung des scheidenden und des künftigen Präsidenten in der Behandlung der Schul­denfrage offenbaren, haben auf die intransigenten Ruramerikaner" abkühlend gewirkt. Ls wurde von ihnen zwar durchgesetzt, dah Amerika auf die Dezemberrale besteht, aber Hoover hat sich für die Eröffnung von Verhand­lungen mit den Schuldnern eingesetzt und die sehr warme Unterstützung dieses Stand­punktes durch Roosevelt hat hier weitesten Eindruck gemacht. Die Wirkung war sofort spürbar, hat sich doch der künftige Vizepräsident Garner in einem Interview persönlich geäußert und seine bisherige scharfe Ablehnung aller Verhandlungen einge­schränkt. Garner wird sich nicht gegen den Vor­schlag Hoovers wehren, die Schuldenfrage von den amerikanischen Delegierten zusammen mit den Ab-

Die Linke

Das03. T." (dem.) sagt, Hitler habe seinen zweiten 13. August erlebt. Mit dem Schei­tern des Hitler-Experiments sei auch der erste Versuch des Reichspräsidenten, die präsidiale Re­gierung durch eine parlamentarische Regierung zu ersetzen, mißlungen, und die weitere Entwick­lung der Krise sei völlig ungewiß. Damit sei allerdings gegen den Versuch selbst noch gar nichts bewiesen und durchaus nicht festgestellt, daß, was Hitler nicht gelungen ist, überhaupt nicht gelingen könne. DerVorwärts" (soz.) meint, obgleich die Stellung des Reichspräsiden­ten staatsrechtlich bei diesen Verhandlungen kei­neswegs besonders stark gewesen sei, sei es leicht gewesen, in die agitatorischen Finten der Olatio- nalsozialisten fest hineinzustoßen. Schon die erste Antwort Meißners vom 22. Rovember zeige, wie sehr Hitler nun in der Schlinge gesessen habe. Der große Führer und mit ihm alle seine Unter- sührer, der gesamte Rat der Kaiserhöslinge seien in die Falle gegangen, und Hugenberg fei Triumphatorl Die Diktaturträume Hitlers seien entzwei, aber auch die demokratisch-parla- mentarifJ)e Maske sei gründlich zerstört.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

zeitig auch ben Schulben ben Todes stoß versetzt Eine besonbers scharfe Sprache führt bas WirtschaftsblattInformativ n", bas so­gar ben AusdruckS h y l o ck" gebraucht unb von unmöglichen Zahlungen rebet, bie schwan­kende Währungen völlig ruinieren unb heute noch feststehende Währungen erschüttern könnten.

Auch England droht mit Aufrollung derSchuldenfroge.

L o n b o n , 24. Nov. (WTB Reuter.) Wie in englischen Parlamentskreisen geäußert wirb, stehe ber Vertrag von Lausanne auf bem Spiele. Es fei außer Zweifel, baß, wenn keine befriebigenbe Rege­lung bxr Schulben an bie Vereinigten Staaten gc- funben würde, bi e Frage der Reparatio­nen unb ber europäischen Schulben wieber aufgerollt werben müßte, bie die europäischen Gläubigerstaaten in Lausanne gerege't zu haben glaubten. Obwohl anderseits nicht bie minbefte Absicht bestehe, eine gemeinsame antiamerikanische Front zu bilben, hätten sich hoch bie europäischen Mächte burch ben Ver­trauenspakt verpflichtet, sich gegenseitig von Schritten in Kenntnis zu setzen, bie mit Fragen Zusammenhängen, bie sich aus bem Lausanner Ver­trag ergeben.

Das Echo des Briefwechsels.

Stimmen ber Preße zur ersten Phase ber Regterungskrisis

Trotzki in Kopenhagen.

Kopenhagen, 24. Nov. (TU.) Trotzki ist in ber Nacht auf Donnerstag gewissermaßenb urch bie j) i n t e r t ü r e" nach Kopenhagen gekommen, nachbem in Kopenhagen auf bem Bahnhof 4000 Menschen warteten. Aus einer kleinen Station vor Kopenhagen, Taastrup, schlichen Trotzki unb seine Begleiter sich aus bem Wagen heraus unb fuhren unter Polizeieskorte im Auto nach Kopenhagen.

Trotzkis Anwesenheit in Kopenhagen, bie zu ben heftigsten Angriffen gegen bie Regierung Stauning geführt hat, scheint sich zu einem regelrechten Skan- bal zu entwickeln. Prinz Aage von Döne­rn a r t, ein Vetter bes bänischen Königs, richtet von Paris aus einen offenen Brief an bieBer- linste Tibenbe". Trotzki, fo schreibt er, ber ben Mord ber Zarensarnilie anerkennt, der sein Lanb an ben Feinb verraten hat, ist nach Kopenhagen von bäni­schen Studenten eingeladen worden. Als Däne muß ich meine Empörung und meine Trauer darüber zum Ausdruck bringen, daß eine solche Handlung möglich ist. Jetzt verstehe ich Shake­speares Wort, wenn er lagt:E s i ft etwas faulimStaateDänemark". Die dänische Rundfunkleitung hat eine Verbreitung des Vor­trages Trotzkis durch den dänischen staatlichen Rundfunk verboten.

Wiederzusammentritt des preußischen Landtags.

Berlin, 25. Rov. Der Preußische Landtag begann am Donnerstag bei stark besetzten und überfüllten Publikumstribünen einen auf drei Tage berechneten Dollsitzungsabschnitt. Außerhalb der Tagesordnung gab der deutschnationale Frak-

ihrer Zusammensetzung die ruhig abwägende Tatkraft zum Ausdruck bringen, bie allein

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Kein Fortschritt in Genf.

Frankreich fordert Betzandlnng s ineS Licherheitöplancs.

Genf, 24. Nov. (TU.) Der französische Kriegs- minifter Paul Boncour hat am Donnerstag­abend nach französischen Mitteilungen Simon, Aloisi, Norman Davis, Henderson, den Vizepräsi­denten der Abrüstungskonferenz Politis und den Berichterstatter Benefch im Auftrage Herriots die Mitteilung gemacht, daß die französische Regierung die Behandln ng des französischen Ab- rüstungs- und Sicherheitsplanes im Hauptausschuß wünsche. Der französische Plan stelle ein einheitliches Ganzes dar und müsse d i c Verhandlunasgrunblage für bie Bera­tungen ber Adrüstungs- unb Sicherheitsfragen bil­ben.

Die französische Regierung hat damit ihren in ben bisherigen diplomatischen Verhandlungen wiederholt zum Ausdruck gebrachten Standpunkt von neuem in offizieller Form den Großmächten und dem Bureau der Abrüstungskonferenz mitgeteilt. Unter diesen Umständen nimmt man nicht mehr an, daß noch während der gegenwärtigen Tayung des Völkcr- bundsrats Entscheidungen in der Gleich­berechtigungsfrage in irgendeiner Richtung fallen werden. Die bisherigen privaten Be­sprechungen zwischen den hier anwesenden Staatsmännern sollen bis Samstag weiter-

heil im Reichstage besitzen. Nach bemBör­se n - C o u r i e r" hat sich Prälat Kaas in der ersten Aussprache beim Reichspräsidenten dafür eingesetzt, daß eine Präsidialregierung eine Zu­sammenarbeit mit bem Reichstag versucht. Er habe ben Wunsch ausgesprochen, baß biese Präsidial­regierung nicht von bem bisherigen Reichskanzler von Papen geleitet wer­ben solle, fonbern von einer Persönlichkeit, bie bas Vertrauen bes Reichspräsibenten unb weiter parlamentarischer Kreise genieße. Das Blatt meint, Prälat Kaas werde bei der Kampf­ansage der Nationalfozialisten wohl dem Reichs- Präsidenten empfehlen, einen nicht parteimäßig ge­bundenen Kanzler zu berufen. DerBörsen-Eourier" hält General von Schleicher für einen solchen Kanzler.

Die ,Jöln. Zeitung" schreibt u. a.: Die Ver­handlungen über bie Heranziehung der National- sozialisten, die auf ber Seite des Reichspräsidenten mit allem Ernst und Derstänbigungswillen geführt worden sind, sind wieder einmal an ben Machtan- sprächen, an der Kurzsichtigkeit und Verbohrtheit Hitlers zerschellt. Es besteht wahrhaftig kein Grund, über dies Ergebnis zu frohlocken. Man muß im Gegenteil tief bedauern, daß es nicht ge­lungen i ft, bie Millionen opferwilligen und vaterlandsliebenden Menschen, bie in ber national- sozialistischen Bewegung sind, mit der Staats- fuhrung z u verbinden. Die von der Reichs­regierung veröffentlichte Sammlung der Briefe ist ein historisches Dokument, das bie Schuld Hitlers an bem Scheitern ber Verhandlungen jedem beut- lich erkennbar zeigt. Die neue Regierung, so schließt bas Blatt, muß sich piehr als bas Kabinett Papen

Wie denkt das Zentrum?

Berlin, 25. Rov. (£11.) Zu den letzten politischen Ereignissen schreibt dieGerma- i i a (Zentrum) unter der Heberschrist:Es albt kein Zurück" u. a.: Ein Wiederaufleben der demissionierten Regierung in ihrer persönlichen 6nge, in ihren unglücklichen Methoden und in Manchen ihrer heihbekämpften Ziele würde das genaue, Gegenteil einer politischen Entspan­nung bedeuten. Die Tage der Krise, die wir seit ber vergangenen Woche in atemloser Spannung erlebten, seren nicht in der Weise einfach zu überspringen, daß man das wiederher- flcllt, was vorher war. Etwas neues wüsse kommen, weil nur dieses Reue die Ba'is einer politischen Konzentration sein könne. Um diese Konzentration werde heute noch ein letzter Versuch gemacht werden. Der Verlauf der letzten Tage sei nicht geeignet, große Hoffnungen auf seinen Ausgang zu erwecken. Aber die Sorgen der Zukunft würden um fo schwerer sein, als dieser Versuch mißlinge.

DieKölnische Volkszeitung" (Zen­trum) schreibt u. a.: Die weitere Entwicklung der Rrik kann unter keinen Umständen zu dem zurückführen, was unter Papen jenes lähmende Mißtrauen zwischen Staatsführung und Volk geschaffen hat, sondern muß in einer ehr­lichen Treuhänderschaft münden, die fein neues Mißtrauen aufkommen läßt, als feien hier Kräfte am Werke, welche die durch die Krise hervorgerufene Verwirrung der Geister Aut Stabilisierung der Dorherrschast einer be­stimmten Schicht benutzen möchten. Zeder andere Versuch würde nicht zur Heilung des Dolkcs führen, sondern müßte die Spannungen bis zur Unerträglichkeit steigern. Wäre Hitler wirk­lich der Führer, als der er ausgegeben wird, dann hatte er auch mit den ihm auferlegten Vor­aussetzungen kraftvoll und mutig die Verhand­lungen mit den übrigen Parteien aufnehmen muffen. Jeder, der die Entwicklung der letzten Monate mit ihrer ungeheuerlichen Verschärfung der politischen und sozialen Gegensätze beobachtet bat, wird eine Fortführung des Re­giments Papen für eine glatte IIn- Möglichkeit halten müssen. Es kann sich na­türlich jetzt nicht darum handeln, die Rational- lozialisten für eine Koalition alten Stiles zu ge­winnen, oder einesichere" Mehrheit zu schaffen, aber eine lose Arbeitsgemeinschaft sollte doch möglich fein, damit Regierung und Parlament endlich ihre Kampfstellungen verlas­sen können.

3m drutschnationalen Lager.

25)ctLokalanzeiger" (Hugenberg) rechnet damit, dah nach einem Scheitern der Verhand­lungen mit Prälat Kaas eine neue Präsi- bialrcgierung komme. Wenn es zu einer Erörterung des Reichspräsidenten mit den Par­teien über die Grundlage einer neuen Präsidial­regierung kommen sollte, werde von deutschnatio- nalcr Seite mit größtem Rachdruck darauf hin­gewiesen werden, daß das kommende Kabinett der verschärften augenblicklichen Lage durch umfangreiche Reubesetzung gegen­über dem bisherigen Kabinett von Papen Rechnung tragen müsse. Die innerpoli­tische Lage sei natürlich durch die neue Kampf­ansage der Rationalsozialisten und durch das Scheitern aller Bemühungen des Reichspräsiden­ten, eine parlamentarische Mehrheitsbildung zu erreichen, wesentlich ernster geworden DerTag" (Hugenberg) bedauert es, daß die am Donnerstag stattgefundene Aussprache zwischen Hugenberg und Hitler, zu der ja der deutschnationale Führer immer bereit gewesen sei. anscheinend infolge mancherlei Schwie­rigkeiten innerhalb der RSDAP. erst möglich geworden sei nach dem vorläufigen Ab­schluß der Auseinandersetzung zwischen Hin­denburg und Hitler, so hätte die Tatsache, daß der deutschnationale Führer zu keinem Zeit­punkt einen Monopolanspruch gestellt und die Verpflichtung des nationalen Dienstes stets als das Primäre anerkannt habe, sich auf die Ent­scheidung Hitlers vielleicht nicht aus wir­ken können. Man kam. nur hoffen, dah die Kampfansage bis aufs Messer, die man in na­tionalsozialistischen Kreisen gegen jede nicht von Hitler geführte Regierung zu hören bekomme, doch nicht zur Wirklichkeit werde.

Wird Schleicher der Manu des neuen Kurses?

DieSB ö r f e n 3 e i t u n g" schreibt: Der Zweck ber jeht eingeleiteten Besprechungen bes Reichs-

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