Ausgabe 
24.9.1932 Erstes Blatt
 
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* Der nächste Rindvieh-(Ruhvreh)- Markt findet am Dienstag, 27. September, der nächste Schweinemarkt am Donnerstag, 13. Okto­ber, statt. Näheres ist aus der heutigen Bekannt- machung ersichtlich.

In Genf nahm das Bureau der Abrüstungskonferenz seine Arbeit ohne Xeiina Unser Bild zeigt einen Blick auf die Eröffnungssitzung.

sich insbesondere die Herren Oberstudicndtrektor H ü t h w o h l (Grünberg), Dr. König (Gießen). Professor Decker (Gießen). Diplom-Handels- lehrer Müller (Gießen). Studienrat Sey- bold (Grünberg) und Studienrat Clotz (Gie­ßen) beteiligten. Herr Studienrat Schmidt schloß die Versammlung mit Worten des Dankes in der berechtigten Hoffnung, daß weitere wert­volle Helfer für die wichtige Detreuungsarbeit gewonnen wurden.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 24. Sept. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 130, Matte 25 bis 30, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 5 bis 7, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 biS 10 rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15, Romischkohl 8, Unterkohlrabi 5 bis 6. Tomaten lO brs 15 Zwie­beln 8 bis 10. Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 3 bis 3.5, Frühäpfel 15 bis 25. Fall­äpfel 5 bis 6. Dirnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35 Zwetschen 8 bis 10, Pfirsiche 30 bis 40, Brombeeren 20 bis 25, Preihelbeeren 30 bis 35, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 80, Sup­penhühner 60 bis 50; das Stück: Käse 5 bis 10, Lauben 50 bis 60, Eier 9 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 biS 10. Rettich 10 bis 12, Sellerie 10 bis 25; das Bund: Radieschen 10 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,80 Mark.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Das Lied einer Rächt".

Ta geskalender für Sonntag: Oberhessischer Kunstverein, 11 bis 13 Uhr, Turm­haus am Brandplatz, Ausstellung: Lebendiges Foto. Derband der Ingenieure und Architek­ten Deutschlands und Oesterreichs, Dezirks-Der- band Gießen, 20.30 Uhr, Hotel Hindenburg, Licht- bilder-Dortrag überMit der Leica durch Eu­ropa". Gießener RuderklubHassia", 16 Uhr, Abrudern. Kraftpost-Gesellschaftsfahrt durch das Ohmtal, Abfahrt 9.30 Uhr, Hauptpost. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14, 15 und 20 Uhr, Erntedankfest-Feiern. Spielvereinigung 1900, ab 9.30 Uhr, leichtathletische Vereins- Meisterschaften; 15 Uhr, Fußballverbandswett» spiel gegen Breidenbach. Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße:Das Lied einer Rächt".

Modenschau b e i Rowack. Am Mon­tag, 26. September, und am Dienstag, 27. Sep­tember, jeweils 15.30 Uhr und 17.30 Uhr ver­anstaltet das Spezialhaus für Damenkonfektion, die Firma Karl Rowack, in ihren gesamten Geschäftsräumen, Seltersweg 81, eine große Mo­denschau. Für Herbst und Winter werden die neuesten Kleider. Mäntel. Morgenröcke, Blusen, Röcke usw. gezeigt. Die Firma Hof-Wenzel unter­stützt die Schau mit letzten Hutmodellen, und das Schuhhaus Süß bringt Reuheiten in Samen* und Herren schuhen. In anerkennenswerter Weise stellt die Firma Rowack die gesamten Einnah­men dieser Modenschau (der Eintrittspreis be­trägt 25 Pf.) dem Gießener Wohlfahrtsamt zur Verfügung. Die Rachfrage nach Karten ist sehr stark.

M it der Leica durch Europa. Der Bezirksverband Gießen des Verbandes der Ingenieure und Architekten Deutschlands und Oesterreichs veranstaltet am morgigen Sonntag, 25. September, im Saale des HotelsHinden­burg" einen Lichtbildervortrag. Herr A. Bau­mann von den Leih-Werken in Wetzlar wird über das ThemaMit der Leica durch Europa" sprechen. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

Evangelisations-Vorträge. Der Evangelist Paul Schwefel, Berlin, hält in der Woche vom 26. September bis 2. Oktober, jeweils 20.15 llfcr. im Saale der Christlichen Versamm­lung in Gießen, Wetzsteingasse 9, Evangelisations- versommlungen ab. Räheres über diese Ver­anstaltungen, insbesondere über die vorgesehenen Themen der einzelnen Abende, ist aus der heu­tigen Anzeige ersichtlich.

Die evangelische Stadtmisston feiert am morgigen Sonntag ihr diesjähriges Erntedankfest. Räheres ist aus der heutigen An­zeige ersichtlich.

" D i e n st j u b i l ä u m. Der Operationsgehilfe Karl Herbst kann am 1. Oktober auf eine 25- jährige Tätigkeit bei der Chirurgischen Vete- rinärklinik der Universität Gießen zuruckblicken.

Einzelhandel und Warenhaus.

Dom Landesverband des Hessischen Einzelhan­dels e. V. Sitz Darmstadt werden wir um die Aufnahme folgender Zuschrift gebeten:

Am 16. September 1932 fand in Frank­furt a. M. eine sowohl aus Süddeutschland wie auch aus sonstigen Teilen des Reiches besuchte Versammlung von Mitgliedsverbänden der Haupt- gemeinschaft des Deutschen Einzelhandels statt, die in der Frage der weiteren Zugehörigkeit der Warenhäuser und Grobfilialbetriebe folgende Entschließung faßte:

Das Verbleiben des Verbandes Deut­scher Waren- und Kaufhäuser und des Reichsverbandes Deutscher Rahrungsmittel- filialbetriebe in der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels ist aus wirtschaft­lichen Gründen unerwünscht."

Maßgebend für diesen Deschluh, der an die voraussichtlich Mitte Oktober des Iahres in Derlin stattfindende Mitgliederversammlung der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels als Antrag weitergeleitet werden soll, war die Tatsache, daß nach Ansicht der von der Haupt­gemeinschaft des Deutschen Einzelhandels gehör­ten Iuristen der Ausschluß der Verbände der Waren- und Kaufhäuser und Großfilialgeschäste lediglich auf Grund einer Satzungsänderung ge­gebenenfalls erst auf dem Prozeßwege entschie- den werden könne. Da nun aber sowohl der Ver­treter des Warenhausverbandes als auch der Vertreter des Reichsverbandes Deutscher Lebens­mittelfilialbetriebe in der Mitgliederversammlung der Hauptgemeinschaft am 16. März 1932 in Derlin ausdrücklich betonten, daß ihre Verbände die Konsequenzen ziehen würden, wenn die Stim­mung innerhalb der Mitgliederkreise der Haupt­gemeinschaft sich gegen ihre Verbände wenden würde, glaubte man bei der Sitzung in Frankfurt wohl mit Recht annehmen zu dürfen, daß ein De­schluh in dem beantragten Sinne endlich zu dem vom mittelständischen Einzelhandel erwünschten Resultat des Ausscheidens der Verbände der Warenhäuser und Filialgeschäfte aus der Haupt­gemeinschaft des Deutschen Einzelhandels führen wird."

Der Iubilar erfreut sich bei seinen Vorgesetzten, wie auch bei seinen Mitarbeitern in Anbetracht seiner wertvollen dienstlichen und persönlichen Eigenschaften des besten Ansehens.

** Kriegerverein Gießen. Am Don­nerstagabend fand im VereinslokalZum Post- keller" eine gut besuchte Monatsversammlung statt. Es wurde beschlossen, daß sich der Krie­gerverein mit Fahnen an dem demnächst stattfin­denden 1. Grenadiertag beteiligt. Die Initiative des in Gießen allseits beliebten und geachteten Dataillonskommandeurs Oberstleutnant K l e p k e, der unsere Stadt leider bald verläßt, in Gießen einen Grenadiertag abzuhalten, wurde freudig be­grüßt, da damit der Wehrgedanke in weitere Kreise der Bevölkerung getragen werde. Aus der Versammlung heraus wurde die Meinung geäu­ßert. daß am 1. und 2. Oktober die Stadt Gießen mit einem Massenbesuch aus Oberhessen und den angrenzenden Gebieten zu rechnen habe, weil biete Soldaten der alten und neuen Wehrmacht sich das Diwack, den Zapfenstreich usw. ansehen wol­len. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde eine Anzahl neuer Mitglieder ausgenom­men. Für die Hindenburg-Spende stiftete der der Verein einen größeren Betrag. Den musikali­schen Teil des Abends hatte die aus fünf Kame­raden bestehende Hauskapelle übernommen. An­läßlich des Grenadiertags stellen viele Kamera­den Freiquartiere zur Verfügung, andere für den gleichen Zweck Geldbeträge.

* Unfall auf der Landstraße. Der Polizeibericht meldet: Am Freitag gegen 20 Ahr wurde auf der Straße Klein-LindenDutenhofen, etwa 500 Meter vor Klein-Linden, ein Mann auf der Straße liegend von einem Kraftwagenführer angetroffen. Dieser Wagenführer hielt, um einen Zeugen dafür zu haben, daß er den Mann nicht überfahren habe, einen anderen in Richtung Klein-Linden fahrenden Kraftwagen an. Ein wei­terer Personenwagen, der in Richtung Duten­hofen fuhr, sollte ebenfalls angehalten werden. Der Führer, eine Same, gab aber Vollgas in der Annahme, es handle sich um einen Aeber- sall und wich den Personen, die das Haltezeichen gaben, aus. Der Wagen erfaßte babei den am Boden Liegenden und schleifte ihn noch etwa 20 -Meter weit fort. Die Führerin hielt barm aber auch ihren Wagen an. Der Verletzte, ber Wan- ber bursche Wilhelm Lung st raß, wurde her­auf sofort von einem der anwesenden Kraftwagen- führer in die Klinik verbracht. Auf welche Weise ber Verletzte auf die Straße zu liegen kam, steht noch nicht fest, da er bis zur Stunde noch nicht vernehmungsfähig ist. Die polizeilichen Ermitt-

Kunst und Wiffenschast.

Professor Piccard über feinen Stralosphärenflug.

Professor P i c c a r d hielt dieser Tage In Brüs- fei in Anwesenheit des Königs von Belgien und des Prinzen Leopold einen Vortrag über bie Ergebnisse seines 2. Stratosphären^ fluges. Er wies darauf hin, daß die Inten- fität der kosmischen Strahlen progressiv biS zur Höhe von 14 000 Meter zunehme, in größerer Höhe aber nicht mehr. Es sei nunmehr auch wissenschastlich festgestcllt, daß die kosmischen Strahlen beim Erreichen ber Erbe ihre elektro­magnetische Wirkungen einbüßten. Die Strahlen seien hart und nicht weich. (Piccard hatte gleich nach seinem letzten Flug erklärt, baß bie Strahlen auf die Erde niebergeprasselt seien. Die Red.) Ihre Herkunft könne nicht festgestellt werben. Die Strahlen entstammen enttoeber bem freien Raum zwischen den Himmelskörpern ober der Stratosphäre selbst. In letzterem Falle mürbe man einer interatomischen Ausstrahlung gegen« überstehen. Diese Hypothese eröffne gewaltige Möglichkeiten für bie Erzeugung elektrischer Ener­gie, aber, so schloß Piccarb, dies sei zunächst noch ein Traum, wenn auch kein unmöglicher.

Veröffentlichung der Trierer Icmpclauegrabungen.

Im Hinblick auf die große Bedeutung der nun­mehr zum vorläufigen Abschluß gelangten Trierer Tempelausgrabungen am Altbach haben der preußische Staat, die Notgemeinschaft ^r deut­schen Wissenschaft und die Rheinprooinz die Mit- tcl für die Veröffentlichung der Gra­bungen bereitgestellt. Die Bearbeitung der architek­tonischen Aufnahmen und der zahlreichen zum Teil sehr wertvollen Funde steht unter der Leitung von Professor Dr. Siegfried Loeschcke in Trier, der auch die Oberleitung der Ausgrabungen hatte. Das Werk soll aus zwölf Heften bestehen, deren erste« demnächst erscheinen wird.

Daten für Sonntag, 25. September.

1555: Abschluß des Augsburger ReligionS- friedens; 1849: der Komponist Johann Strauß (Vater) in Wien gestorben; 1852: ber Philo­soph Hans Vaihinger in Rehren bet Tübingen geboren; 1858: ber Geograph Albrecht Penck in Leipzig geboren; 1878: ber Kartograph August P^termann in Gotha gestorben.

Wettervoraussage.

Unter bem Einfluß ber vielseitigen Störungs­tätigkeit behält die Witterung zunächst einen wechselhaften Charakter. Die Kaltluftzufuhr, die von den britischen Inseln her eingesetzt hat und ein Zwischenhoch mit sich führt, wird bald wieder abgeschnitten, denn eine neue atlantische Störung bewirkt Zurückdrehen der Winde und schiebt warme Ozeanluft vor. Die Temperaturen werden also etwas schwanken, im Durchschnitt aber mild bleiben. Bei der verschiedenartigen Luftzufuhr treten des öfteren Regenfälle auf, wonach auch wieder kurze Aufheiterung möglich ist.

Aussichten für Sonntag: Bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, zeitweise Rieder­schläge, anfangs auffrischend, dann wieder milder.

Lufttemperaturen. Am 23. September, mittags: 20,6 Grad Celsius; abends: 14,6 Grab Celsius; am 24. September, morgens: 15,2 Grab Celsius; Maximum: 21,2 Grad Celsius; Mini­mum: 8,5 Grad Celsius; Riederschläge: 5,5 Milli­meter; Sonnenscheindauer: 4 Stunden.

Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 23. September, abends: 16,9 Grab Celsius; am 24. September, morgens: 14,8 Grab Celsius.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Qualitätsunterschiede. Beim Einkauf von Gebrauchs- gegenständen ist meistens die Qualität entscheidend für die Wahl. Man weist doch, daß Ware guter Qualität, obgleich im Preise höher, vorteilhafter ist als solche minderer Qualität. Deshalb auch die Be­vorzugung von Markenwaren, bei denen der Ruf einer Firma für die Güte einsteht. Bei einem Be­darfsgegenstand wie es die Glühlampe, unsere un­entbehrliche Lichtspenderin ist, sollte man ganz beson­deren Wert auf hohe Qualität legen. Der Marken- nameOsram" verbürgt höchst erreichbare Lampen­qualität. 6571V

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