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S.Jl.-lfport

Hoch einmal: Spielabsehung 1900-$riebberg.

Das Urfell des Bezirksvorstandes.

3n feiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Bezirksvorstand des Bezirkes Hessen-Hannover mit der Spielabsetzung Friedberg kontra Spielvereinigung 19 0 0 Gie­ßen. In den amtlichen Mitteilungen des West­deutschen Spielverbandes (FUL") vom 22. März wird das Urteil in dieser Angelegenheit ver­öffentlicht. 3n dem Urteil heißt es wörtlich: 1900 läßt ein Berbandsfpiel wegen des am gleichen Tage stattfindenden Berbandsspieles des VfB. verlegen, seht dann aber ein Privatspiel an. Dieses Verhalten kann verbandsseitig nicht gebilligt werden. 1900 wird mit einer ernsthaften Verwarnung bestraft. Die Mitglieder C l o o s und Kraus (VfB.) sagen dieses Spiel telepho­nisch ab. Sie sind vom ordentlichen Gericht be­straft worden. Sie haben sich durch diese Tat außerhalb der Reihen des WSD. gestellt und werden aus dem Verband ausgeschlossen. Der VfB. Gießen kann für diese Tat nicht verant­wortlich gemacht werden. Beim Verbandsvor- stand wird daher Genehmigung zur Privatklage des Vereins 1900 gegen C. und K. befürwortet. 1900 hätte vor Einreichung einer Anzeige den fahungsgemäßen Weg über die Verbandsinstan- zen einschlagen muffen. Wegen Satzungsverstoh wird 1900 mit 20 Mk. bestraft."

Wie der Vorstand der Spielvereini­gung 1 900 uns mitteilt, will er gegen diese Bestrafung, wie auch gegen die Verwarnung, die vom Bezirksvorstand verhängt bzw. ausgesprochen worden ist. Einspruch beim Derbandsvorstand und evtl, sogar bei der Spruchkammer erheben, da die Bezirksinstanz in beiden Fällen, soweit die Spielvereinigung 1900 in Betracht komme, von Voraussetzungen ausgegangen sei, die mit der Sachlage nicht im Einklang ständen.

Gpieweremigung 1900 Gießen.

SB. Wehlar 1. Jugend 1900 1. Jugend 0:4 (0:3).

Die 1. Jugend weilte in Wetzlar und trug dort ein Rückspiel in der Pflichtserie aus. Rach dem Anstoß entwickelte sich sofort ein ungemein schnel­les und oft zu hartes Treffen. 3n den ersten zehn Minuten waren alle Spieler so nervös und aufgeregt, daß sie nur ein planloses Spiel zu zeigen vermochten. Allmählich erst sand sich 1900 besser zusammen und wurde durch genaueres Zu­spiel überlegen. Als nach einem Foulelfmeter 1900 in Führung gegangen war, wurde mit uner­müdlichem Eifer weitergekämpft, durch den bis zur Halbzeit noch zwei schöne Tore erzielt werden konnten. Rach der Pause ließ 1900 nach, so daß Wetzlar mehr aufkam und manchmal vor dem Tor gefährlich wurde. Die Gießener Schlutzleute waren aber auf der Hut und wußten jeden Erfolg der Gegenseite zu vereiteln. Kurz vor Schluß stellte der Halbrechte nach feiner Kombination mit un­haltbarem Schuh durch das vierte Tor daS End­resultat her.

SB. wehlar 2. Jugend 1900 3. Jugend 0:2 (0:0).

Zwei wohl gleichstarke Mannschaften, die ein­zelne gute Kräfte, aber auch große Versager in ihren Reihen hatten, lieferten sich einen lebhaften Kampf, der sich meist in der Mitte des Spielfeldes abwickelte. Wenn die Stürmer mal vor einem Tore waren, vergaßen sie meist das Schießen. Die Angriffe des Gegners waren durchweg ge­fährlicher. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Zum Schluß wurde 1900 zeitweise etwas über­legen und konnte mit 2 Toren Sieg und Punkte an sich reihen.

SporLabieilung des Turnvereins Lollar

Am Sonntag trug die 1. Fuhballmannschaft Lollars ein Gesellschaftsspiel gegen die 1. Mann­schaft der Spielvereinigung Leihgestern in Leih­gestern aus und verlor 4:3. Die 2. und 3. Mann­schaft spielte kombiniert gegen die 1. Mannschaft von Daubringen und holte gegen den spielstarken Gegner ein Unentschieden von 2:2 heraus. Die 2. Handballmannschaft hatte sich die 1. und 2. Mannschaft (kombiniert) von Staufenberg ver­pflichtet und schlug den Gegner nach schönem Spiel mit 5:3.

Sportverein 1928 Garbenteich.

Am Sonntag trug die erste Mannschaft des Spv. Garbenteich gegen die erste Mannschaft desSpv. Wieseck ein Freundschaftsspiel aus. Sofort nach Anstoß entwickelte sich ein temperamentvoller Kampf, bei dem man die Plahbesitzer stets im An­griff sah. Das Halbzeitergebnis lautet dementspre­chend 2:0 für Garbenteich. Rach dem Wechsel sah man weiterhin flottes Spiel, die Gäste vertei­digten jedoch geschickt und vielbeinig verhinderten dadurch jeden weiteren Erfolg der Platzmannschaft. Durch Fehler der Verteidigung der Einheimischen tarnen die Gäste bann zu zwei überraschenden Er­folgen, so daß das Treffen unentschieden 2:2 en­dete. Die neu aufgestellte zweite Mannschaft des Sportvereins trug gegen eine Mannschaft von Steinbach ein Gesellschaftsspiel aus, das Garben­teich mit 2:0 für sich entscheiden formte, trotzdem die Gäste körperlich überlegen waren.

ICTeutonia"Wahenborn-Steinberg

Watzenborn-Steinberg II BfN. Lich I 3:2 (2:0).

Die erste Mannschaft des VfR. Lich weilte am Sonntag in Steinberg, um gegen die zweite Mannschaft ein Rückspiel auszutra­gen. Steinberg konnte in der ersten Halb­zeit zweimal kurz hintereinander aus dem Ge­dränge heraus einsenden und so das Halbzeit­resultat erzielen. Jedoch nach dex Pause waren die Gäste meistens tonangebend und errangen den Ausgleich, Aber bei einem schönen Durchburch der Steinberger konnte der Halbrechte seinen Far­ben zum Sieg verhelfen.

Iechten im Turnoau Hessen (OT).

Ausscheidungsfechfen der Mittelstufe.

3n Butzbach fand am Sonntag bei nur ge­ringer Beteiligung ein Ausfcheidungsfechten der Mittelstufe stctt. Da die Vereine nur gute Könner gemeldet hatten, standen die Leistungen auf recht hoher Stufe. 3n den Endrunden vor allem wur­den ausgezeichnete Gefechte gezeigt. Es wurde nur in Florett gefochten, für ein Säbelfechten war die Beteiligung zu gering.

Von den neun Fechtern, kamen vier in die End­runde und traten in folgender Rangfolge zur Oberstufe übet; 1. H. Keutner, T.- u. Spv.

Marberg, 3 Siege; 2. W. Kimpe 1, T.- u. Spv. Butzbach, 2 Siege; 3. F. De cke r, Tv. 1860 Dad- Rauheim, 1 Sieg; 4. E. Beck. T.» u. Spv. Butz­bach. Von den sechs Fechterinnen holten sich die folgenden die Berechtigung, an den Wett­kämpfen der Oberstufe teilzunehmen: 1. H. R u t h, Tv. Wetzlar, 3 Siege; 2. Helene H e r g e t, Turnv. Wetzlar, 2 Siege; 3. Liefet Moser, Tv. Wetzlar, 1 Sieg, 4. Paula Bürk, Mtv. G i e ße n.

Dem Leiter der Veranstaltung, Gausechtwart Kühn (Friedberg) stand ein erfahrenes Kampf­gericht zur Seite, dem von Gießen W. Ger­hardt angehört.

Handball im Gau Hessen (O. T.)

Am Sonntag trafen sich in ©rüningen die zweite Mannschaft des T v. Lützellinden mit einer kombinierten der 1. und 2. des Tv. ©rüningen zu einem Freundschaftsspiel. Sofort nach dem Anstoß entwickelte sich ein flottes Spiel. Es zeigte sich bald eine kleine Überlegenheit der Gäste, die auch mit 0:2 Toren bis zur Halbzeit in Führung gingen. Rach dem Seitenwechsel fanden sich die Grüninger besser zusammen. Es kam zu mehreren erfolgreichen Durchbrüchen und schlieh.ich konnten sie das Spiel 4:2 zu ihren Gunsten entscheiden. To. Großen-Linden I Tv. Großen-Buseck I 7:9.

Greß n-Buf ck weilte mit fci.iec stä kst.n Mann­schaft in Großen-Linden und konnte das äußerst

gck. Großen-Buseck, 19. März. 3n der hiesigen Bezirks - Fortbildungsschule fand die Entlassung des ältesten Jahrgangs der landwirtschaftlichen Abteilung statt. Berufsschul­lehrer Dr. Lutz hatte dazu die Schulvorstände und Eltern der Schüler eingelaben. Rektor Inder thal begrüßte die Besucher und wies daraus hin, daß heute mehr denn je für den Landwirt gründliche Unterrichtung nötig sei. Dar­auf zeigte Dr. Lutz an einem Lehrbeispiel, wie der Unterricht heute betrieben wird und wie die übrigen Unterrichtsfächer in den Dienst des Fach­unterrichts treten können. In etwa zweistündigem Lehrgespräch bewiesen die Schüler, daß sie gründ­lich unterrichtet wurden. Anschließend ermahnte Dr. Lutz die zur Entlassung kommenden Schüler, sich bewußt zu Bleiben, daß für den Landwirt das Lernen nie aufhören dürfe. Rektor Inder­thal sprach den Dank der Schulleitung aus und gab auch seinerseits den Schülern gute Worte mit auf den Weg. Die erschienenen Landwirte sprachen sich lobend über das Gehörte aus und brachten ihr Einverständnis mit dieser Art des landwirtschaftlichen Unterrichts zum Ausdruck.

Daubringen, 23. März. Am Sonntag fand in allen Räumen unserer Schule eine Aus­stellung von Schülerinnenarbeiten der hiesigen Volks- und Fortbil­dungsschule statt, die in Anwesenheit des Schulvorstandes von dem Schulleiter, Lehrer Henkel, eröffnet wurde. Alle ausgestellten Handarbeiten trugen den Forderungen und Be­dürfnissen des praktischen Lebens weitgehend Rechnung. Sehr stark waren die hauswirtschaft-

* Zahlungsein st elluna b e r Indu­strie- und Privatbank. Wie WTB.-Handels­dienst erfährt, hat die zum Michael-Konzern gehö­rende Industrie- und Privatbank in Berlin gestern ihre Zahlungen eingestellt und das gerichtliche Ber­gleichsverfahren beantragt. Die Börsenengagements des Unternehmens sollen, dem Vernehmen nach, nicht sehr umfangreich sein.

* Frankfurter Handelsbank 21©., oorm. Frankfurter Viehmarktbank. Die Gesellschaft, die für das Geschäftsjahr 1931 bekanntlich von der Ausschüttung einer Dividende Abstand nimmt (i. 23. 6 v. H.), weist einen Rein­gewinn von 6300 RM. (41 500) aus, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Im Geschäfts­bericht wird daraus hingewiesen, daß durch recht- zeitigen Abbau der Debitoren um mehr als 15 v. H. genügend Mittel beschafft werden konnten, um der Kundschaft über die Krise hinwegzuhelfen. Der Um­satz ist von 248 auf 175 Mill. RM. zurückgcgangen.

* Berlu st absch küsse der Handelsge­sellschaften der Vereinigten Stahl- w e r k e. Im Geschäftsjahr 1930/31 weist die Thy s- sen Eisen - und Stahl-AG., Berlin, nach Abzug der Betriebs, und Handlungsunkosten von 4 276 000 (5 755 000) RM. und der Abschreibungen von 139 000 (255 000) RM., einen Verlust von 502 000 RM. aus, der sich um den Verlustvortrag aus dem Vorjahre auf 954 000 RM. erhöht. Bei der Thyssen - Rheinstahl AG.. Frank­furt a. M., erforderten Betriebs« und Handlungs­unkosten 1 834 000 (2 525 000) RM., Abschreibungen 111 dOO (276 000) RM., nach deren Abzug sich einschl. des Verlustvortrags aus dem Vorjahre von 182 000 RM. ein Verlust von 770 000 RM. ergibt. Die Heinrich 21 u g u ft Schulte Eisen A G., Dortmund, meist nach Absetzung der Ge- neralunkosten von 6 337 000 (6 094 000) RM. und der Abschreibungen von 364 000 (484 000) RM. einschl. des Gcwinnvortrages von 9565 RM. einen Verlust von 1 200 000 RM. aus (i. V. 489 565 RM. Reingewinn, daraus 6 v. H. Dividende).

Frankfurt im Verlaufe erholt.

Frankfurt a. M., 24. März. (WTB. Draht­meldung.) Der letzte Börsenverkehr vor den Feier­tagen zeigte ein recht ruhiges Aussehen und zu Beginn eher etwas schwächere Tendenz, weil die Insolvenz der Industrie- und Privatbank etwas verstimmte und auch in einigen Werten wieder Verkäufe vorgelegen haben. Bei der geringen Unternehmungslust fanden sie nur auf ermäßigter Basis Aufnahme. Maßgebend für die eher schwächere Tendenz war auch daS weitere Angebot auf einzelnen Gebieten des Renten- Marktes. Gegen die Abendbörse ergaben sich Kurs­rückgänge von 0,5 bis 1 v. H. Mehr offeriert waren am Elektromarkt Gesfürel und Schuckert, die je 1,5 v. H. verloren. IG.-Farben und Schei­deanstalt bröckelten bis zu 1 v. H. ab. Von Ban­ken verloren Reichsbank 1 v. H. Schiffahrtsaktien gaben 0,5 v. H nach, während Montanwerke ziem- lick) widerstandsfähig lagen und nur ganz wenige QBerte 0,25 bis 0,5 v. H. verloren. 3m Verlaufe

harte Spiel, daS zeitweise die Grenzen des Er­laubten überschritt, für sich entscheiden. Kurz nach der Pause stand die Partie noch unentschie­den 5:5. Dann kommen die Gäste zu weiteren 4 Treffern, aber die Einheimischen ließen sich nicht entmutigen und setzten noch einmal zum Endspurt ein, der ihnen noch 2 Treffer ein- brachte. Die 2. Mannschaften beider Vereine trennten sich mit einem Unentschieden 4:4. Auch die Schülermannschasten trugen ein Freundschafts­spiel aus. Hier erwiesen sich die Großen-Lindener als die weitaus Besseren und siegten 11:4.

Handball im Lahn»Oünsbera Gau

Tv. Kinzenbach I Tv. Waldgirmes I 3:1 (1:1).

Zum letzten Verbandsspiel trafen sich beide Mannschaften am Sonntag in Kinzenbach. Wäh­rend die erste Hälfte ziemlich ausgeglichen ver­lies und beiden Mannschaften je einen Erfolg brachte, wurde der Gastgeber in der 2. Hälfte überlegen und konnte durch 2 weitere Tore den Sieg sicherstellen.

Tv. Ahbach I Tv. Hausen I 5:2 (2:2).

Hausen entpuppte sich als eine sehr schnelle Mannschaft und machte den Gastgebern haupt­sächlich in der ersten Hälfte schwer zu schaffen. Erst nach dem Wechsel konnte sich Atzbach besser durchsetzen und errang einen verdienten Sieg.

Tv. Burkhardsfelden I Tv. Dorlar I 3:3.

In diesem Spiel mußten sich die Gauleute um ein Unentschieden sehr anftrengen. Burkhards­felden war im Feldspiel meist etwas besser, konnte aber den gegnerischen Schlußmann nicht überwinden.

lichen Fächer vertreten. In der Herstellung von einfachstem und feinstem Gebäck und Speisen legten die Schülerinnen bewundernswerte Ge­schicklichkeit an den Tag. Der Vertreter der Ge­meinde, Beigeordneter Jahres, dankte den Lehrerinnen Fräulein Weimer- Lollar und Fräulein liefert-Gießen für ihre aufopfernde Arbeit. Am Rachmittag war die Ausstellung sehr stark besucht.

f T r e i s a. d. L., 22. März. Die Schulent - las sung-sfeier der diesjährigen Konfirman­den fand, wie alljährlich in einfacher Weise im Schulsaal in Anwesenheit der Eltern, der Kinder und des Schulvorstandes statt. Lehrer Walter besprach in längerer Rede das Verhältnis, wie cs zwischen Schule und Lehrer einerseits und den Kindern und Eltern andererseits walten soll, und forderte Verständnis der Eltern für die Arbeit der Schule. Gesänge und Gedichte der Kinder, auch ein ansprechendes Zwiegespräch zwischen den zu Entlassenoen und den zurückbleibenden Klassen- genoffen, rahmten den Vortrag aufs beste ein.

+ Hungen, 23. März. Der letzte Jahrgang der hiesigen Mädchen-Fortbildungsschule veranstaltete am Schlüsse des Schuljahres eine Ab« schiedsfeier. Rektor Schaad begrüßte die Erschiene- nen und wies auf die Bedeutung des Hauswirtschaft- lichen Unterrichts hin. Bei Kaffes und Backwerk, die ungeteilten Beifall fanden, herrschte bald frohe Stirn, mung. Ein kleines Theaterstück und mehrere Mund- artdichtungen, von den Schülerinnen vorzüglich wie­dergegeben, gefielen sehr gut. Bürgermeister Fendt dankte im Namen der Gäste der Schulleitung für den unterhaltsamen Abend.

setzte sich eine merkliche Erholung durch, da die Spekulation zu Deckungen schritt und auch die Zahlungseinstellung der Industrie- und Pri­vatbank kaum noch verstimmte, weil man keine Rückschläge auf die Börse befürchtete. Im Vorder­grund des Interesses standen IG.-Farben, öte wieder 1,5 v. H. gewannen, während an den übrigen Marktgebieten die Besserungen nur Bruchteile eines Prozentes betrugen. Im späteren Verlauf war das Geschäft zwar sehr ruhig, doch nahm die Kulisse weitere Deckungen vor, so daß die Kurse nochmals 0,25 bis 0,5 v. H. höher lagen. Stark befestigt waren Siemens mit plus 2,5 v. H.

Am R e n t e n m ar 11 lagen Reichsschuldbuch­forderungen bis zu 1 v. H. schwächer. Auch Stadtanleihen lagen unerholt und nochmals 1 bis 2 v. H. niedriger, besonders Kölner und Frankfurter Schahanweisungen. Gold- und Liqui­dationspfandbriefe waren nur wenig verändert. Für letztere bestand eher etwas Kaufneigung. Deutsche Anleihen blieben gehalten. Reichsbahn- Vorzugsaktien waren weiter angeboten und 0,5 v. H. niedriger. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 6 v. H. unverändert.

Berlin etwas fester.

Berlin, 24. März. (WTB. Funkspruch.) Die heutige Börse stand im Zeichen der kommenden Feiertage. Die Umsatztätigkeit beschränkte sich auf wenige Spezialwerte, wobei das Geschäft noch in der Hauptsache von der Spekulation getragen wurde, die vor der Unterbrechung des Verkehrs zu Glattstellungen ihrer Engagements, d. h. also meist zu Deckungen, geneigt war. Mehr psycholo­gisch als kursmäßig wirkte sich die Insolvenz der Michael-Hausbank aus, obwohl man bisher immer noch mit einer stillen Liquidierung des Unterneh­mens gerechnet hatte. Für die Industrie- und Privatbank fanden heute nur noch vereinzelt Exe­kutionen am Psandbriefmarkt statt. Diel unan­genehmer empfunden wurde das Anhalten der Auslandsabgaben in Reichs- bankan teilen, Reichsschuldbuchforderungen und Reichsbahnvorzugsaktien, doch schienen diese gegen gestern auch schon im Rachlassen begriffen zu sein. Bei letzteren hat zweifellos der inzwischen zur Veröffentlichung gekommene Bericht über die bis zu 50 Prozent rückgängigen Einnahmen der Deutschen Reichsbahn zu der Abschwächung bei­getragen. Auch daß aus der Schweiz wieder schwächere Kursmeldungen besonders für Deutsche und Kreugerwerte vorlagen, verstimmte etwas, wurde doch hierdurch der gute Eindruck, den die Erholung der deutschen Werte an der gestrigen Reuhorker Börse gemacht hatte, wieder verwischt. Rein kursmähig eröffnete der heutige Börsenfrei­verkehr bis zu 1 Prozent unter den gestrigen Mit- tagöturfen, d. h. also etwa auf dem ermäßigtem gestrigen Abendniveau. Relativ widerstandsfähig lagen die Elektropapiere, der Montanmarkt und Kaliaktien. Im Verlaufe setzte sich am Farben­markt auf Käufe eines hiesigen Privatbankhauses eine Erholung durch, und hiervon ausgehend

Scholentlasfmgsseiem im Kreise Gießen.

Wirtschaft.

wurde es auch an den übrigen Märkten allgemein etwas fester.

Am Pfandbriefmarkt bestand weiter überwiegend Angebot, so dotz die meisten Werte bis zu 0,50 Prozent zirka einbühten. Mit Aus­nahme von Mittelstahl waren Industrieobligatio- nen relativ gut gehalten, auch Kommunalanleihen setzten ihre Abschwächung nicht fort. Die g stern besonders schwache Berliner Verkehrsanleiye war auf Deckungen sogar bis zu 1 Prozent erholt. Reichsschuldbuchforderungen waren dagegen wei­ter Angeboten, doch waren auch hier die Umsätze nicht mehr so groß wie gestern.

Am Geldmarkt trat der Quartalsultimo wieder stärker in Erscheinung, zumal bekanntlich der Apriltermin einer der schwersten des ganzen Jahres ist. Die Geldsätze erfuhren aber trotzdem keine Veränderungen.

Deoifenmartl Berlin Frankfurt a M.

2 3. Mär,

24. März

Amtliche Notierung

Amtliche

Notierung

mpb

Srle

Geld

I JMe

öelftnflfoti .

7,033

7.047

7.053

7,067

Wien

49,95

50,05

49,95

50,05

Prag

12,465

12,485

12,465

12,485

Budapest . .

56,94

57,06

56.94

57,06

Sofia

3.057

3,063

3,057

3,063

Holland

169,73

169,97

169,58-

- 169,92

Oslo

81,52

81,68

82,12

82.28

Kopenhage».

84,37

84,53

85,01

85,19

Stocklwlm

82,42

82,58

83,22

83,38

London

15,32

15.36

15,44

15,48

Buenos Aires

1,073

1,077

1.073

1,077

Neunort . .

4,209

4,217

4,209

4.217

Brügel

58,67

58,79

58.64

58.76

Italien . .

21,78

21,82

21,78

21,82

Parts . .

16,53

16,57

16,51

16,55

Schweiz . .

81,20

81,36

81,19

81,35

Spanien . .

32,07

32,13

32,07

32.13

Danzig

82,02

82,1

82.02

82,18

Japan

1,349

1,351

1,359

1.361

Rio de Ian..

0,254

0,256

0,254

0,256

Jugoslawien.

7,413

7,427

7,413

7,427

Liilaboo

13,99

14,01

13,99

14,01

Banknoten

Berlin, 23.Mär,

Meld

»riet

»AmerikanischeJZolen . . .

4,20

4,22

Belgische Noten ....

58,51

58,75

Dänische Noten ....

84,18

84,52

Englische Noten ....

15,28

15,34

Französische Noten ....

16,49

16,55

Holländische Noten ....

169,26

169,94

Italienische Noten . . .

22,11

22.19

Norwegische Noten . . .

81,34

81,66

Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling

Rumänische Noten . .

2,49

2,51

Schwedische Noten....

82,24

82,56

Schweizer Noten.....

81,02

81,34

Spanische Noten ....

31,94

32,06

Ungarische Noten . .

Reichsbankdiskont 6 Proz.»Lombardfah 7 Proz.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

F r a n k f u r t a. M., 24. März. Auftrieb: 113 Rin­der. 1151 Kälber, 108 Schafe, 293 Schweine. Es wur­den notiert: Kälber: beste Mast, und Saugkälber 40 bis 43 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 39, geringe Kälber 30 bis 35; Schafe: Mast- lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 30 bis 32, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 25 bis 29, fleischiges Schaf­vieh 20 bis 24: S ch w e i n e: vollfleischige von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 37 bis 40, von etwa 160 bis 200 Pfund 36 bis 40 Mark. Markt­verlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, Schweine ruhig, ausverkauft.

Schöffengericht Gießen.

" Gießen, 23. März. Eine Dienstmagd aus der Umgegend von Homberg hatte im Juli 1931 bei einem dortigen Schuhmacher unter Vorzeigen einet gefälschten Bescheinigung ihres Dienstherrn sich auf dessen Rechnung ein Paar Schuhe er­schwindelt. Mit Rücksicht auf ihre Jugend und ihr Geständnis erhielt sie fünf Wochen Gefängnis.

Der frühere Marktmeister R. von Gießen sollte sich heute wegen Unterschlagung verant­worten. Gr war nicht erschienen; fein Verteidiger legte ein ärztliches Zeugnis vor, wonach er nicht wegfähig fei. Die alsbald durch den Amtsarzt vorgenommene Untersuchung des Angeklagten er­gab seine derzeitige Verhandlungsunf ähigkei t. Der Termin mußte daher vertagt werden.

Ein Mütter aus der Provinz war des Kon­kursvergehens und des Betrugs ange- tlagt. Et sollte seine Bücher nicht vorschriftsmäßig geführt und bei einer Mainzer Firma zu einer Zeit noch für mehrere tausend Mark Roggen gekauft haben, als er schon feine Zahlungsun­fähigkeit kannte. Die Beweisaufnahme war um­sangreich; allein drei Bücherfachverständige wur­den vernommen. Das Gericht sprach den Ange­klagten frei. Rach seiner Auffassung konnte der Angeklagte seht wohl glauben, Saft feine Buch­führung in Ordnung gehe. Im übrigen hielt es für nachgewiesen, daß er zur Zeit des Getreide­kaufs seine schlechte Vermögenslage nicht erkannt hatte.

Zeitschriften.

Das 2nselsch if f" , Zeitschrift für die Freunde des Insel-Verlags, XIII. Jahrgang, 2. Heft, Frühling 1932, wird von einem weitaus­greifenden Aufsatz des Münchener Literarhistori­kers Fritz Strich über Goethes europäische Sen­dung eröffnet: Goethe selbst kommt mit der Ab­handlung,Einfache Rachahrnung der Ratur, Ma­nier, Stil", auch mit Proben aus denMaximen und Reflexionen" zu Wort; einige Zeichnungen von seiner Hand sind dem Heft beigegeben. Aus dem übrigen Inhalt des von Karl Weiher wie immer vorzüglich redigierten Heftes nennen wir dieZwölf Selbstbildnisse" von Alfred Mombert und CanossasBekenntnis zu Mombert"; ferner eine unheimlich gedrungene Bauernerzählung von Karl Heinrich Waggerl, dem vom Insel-Verlag entdeckten jungen Autor der RomaneBrot" und Schweres Blut"; ein Gedicht von Otto Freiherrn von Taube und ein Brief Tolstois an Gandhi seien noch erwähnt.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Zinssah. Der Prozentsatz, mit dem Ihre Hypothek zu verzinsen ist, beträgt 7,5 v. H.

W. h. in w. Ihr Sohn wolle unter Darlegung der Verhältnisse seinen Anspruch bei der Behörde geltend machen, die ihn verhastet hatte. Er kann einen An­spruch nur geltend machen, wenn er außer Verfol­gung gesetzt wurde, und wenn das Verfahren seine Unschuld ergeben oder dargetan hat, daß gegen ihn ein begründeter Verdacht nicht vorlag. Die Höhe der Entschädiguna hängt von den Umständen ad. Da, einschlägige Gesetz in der Fassung des Gesetzes vom 17. August 1,920 finden Sic im Reichsgesetzblatt von 1920, Seite 1579. Sic können es auf Ihrer Bürger­meisterei einsehen.