Einzelbild herunterladen

Um

Nr. 46 Zweites Blatt

iat Anfang 1931 einen celbftbauroett-

r ein Polksslugzeug ausgeschrieben, an

des Mayerjchen Flugzeugs

Gewicht

Meter Quadratmeter Kilogramm Kilogramm

Spannweite Fläche Rüstgewicht Fluggewicht

T. 1). Berlin

9

10

185

285

verband bi bewerb füi . w._. _

dem Diplomingenieur Mayer in Stettin bekannt

Das Dolksflugzeug.

Äon Karl Ammon.

Nachdruck verboten.

Die Heute, die heute beabsichtigen, sich einen Klemkraftwagen zu kaufen, sind, wenn sie etwa damit Ueberlandfahrten auefübrcn wollen, eigentlich schon rückständig, cie sollten viel lieber danach stre­ben, sich für diese Zwecke ein Flugzeug zuzulegen, denn ersten» kommen sie damit schneller vom Fleck, zweiten» rennen sie nicht jo leicht an einen Baum ober an ein andere» Hindernis, weil in der Lust viel mehr Platz ist al» auf einer Strohe, drittens nutzen sich die Lustreifen nicht ab und viertens ist da» Fliegen in frischer Lust auch schöner al» das Fahren auf einer staubigen strotze. Die Leute wer­den einwenden, ein Flugzeug sei zu teuer, und damit haben sie bisher auch recht gehabt. Das ioll aber nun anders werden. Der Deutsche Luftfahrt-

ÄWeiw

Döring, Darmntadt

Nichtmitglieder, dringend

Der Vontand.

Mayer 10 12,5 285 385

Vermeidung von Krafiwagen- unfällen auf Bahnübergängen

Äon Max Fischer.

Nachdruck verboten.

Di« Deutsche Reichsbahn hat rund 77 000 Bahn­übergänge. von denen etwas mehr als die Hälfte nicht mit Schranken versehen sind. Da es nun immer wieder vorkommt, datz Kraftwagen an Bahnübergängen von Zügen überfahren werden, erhebt sich immer wieder die Forderung nach Er- fatz der schiencngleichen Mcbcrgängc durch kleber- öder Unterführungen, die ja zweifellos das sicherste Mittet zur Vermeidung solcher Hnglüd»- fälle wären, mindestens aber nach Sicherung aller Bahnübergänge durch Schranken.

Beides ist leider unmöglich. Die lieber- oder Unterführung aller Straften würde 7 Milliarden Mark kosten. Die Errichtung von Schranken wäre zwar erheblich billiger, erforderte aber etwa 120 Millionen Mark jährlich an Bedienungs- und llnterhaltungSkosten. Diese Summen stehen weder der Reichsbahn noch den Wegeuntcrhal- tungspslichtigcn zur Dersügung. 3m übrigen nützen die Schranken auch nicht so viel, wie man allgemein glaubt, denn im Jahre 1930 wurden in 1023 Fällen Schranken von Kraftwagen durch­brochen. was in 31 Fällen dazu geführt hat. daft die Kraftwagen vom Zuge crfaftt wurden. Man hat deshalb in Italien. Holland und Oesterreich selbst an mehrgleisigen Schncllzugsstrcckcn vorhan­dene Schranken entfernt, da ein Kraftwagen an einem schrankenlosen Wegübergang eher noch un­beschädigt durchschlüpfen kann, als wenn er durch die eingedrückte Schranke mitten auf dem Gleis fest gehalten wird. 2n den Bereinigten Staaten von Amerika hat man übrigens so gut wie keine Schranken, denn von den 250 000 llebergängen ist nur etwa jeder vierzigste mit Schranken ver»

Die Reichsbahn hat daher sehr wohl daran getan, nicht unerreichbaren Zielen nachzujagen, sondern zunächst das Erreichbare zu tun: Sie hat die Schranken durchweg mit einem rot-toetften Anstrich versehen lassen, während die früher im allgemeinen in den Landesfarben gestrichen wa­ren, da es sich gezeigt hat. daft die Schranken mit diesem Anstrich am besten erkennbar find. Diese Schranken beleuchtet man aufterdem nachts mit Tiefstrahlern, also mit Lampen, die man nicht siebt, damit sie nicht blenden, die aber ihr Lickt voll auf die Schranke werfen.

Aufterdem hat die Reichsbahn, obwohl sie dazu nicht verpflichtet war. 68 Millionen Mark aus- gewendet, damit an allen Bahnübergängen die bekannten rot-weißen Warnkreuze ausgestellt wer-

lM,BW

»nnersUS und S

Da» höhere _. , . , _

hat seinen Grund darin, datz Mayer den eelbftbau für eine größere Anzahl von Teilen gewählt bat;

sHpin

rhessen

)32, abends 8.30 Uhr. Bsiums, Ludwigstr.il

-VORTRAG

HERCH-Wien;

MM

des Alpenvereins.

te Gäste frei 1UH>

istierkonzert

MU

ieft Ullrichsche Krätite^Sdi*

Kichert v

ploB-

MMW raar. nachmittags 3*1.. rin; idenburg, Selters weg;

1U)D

unter dem Namen Mayer-Aachen und die aka­demische Fliegergruppe an der Technischen Hoch- schule in Berlin teilgenommen haben.

Die beiden Flugzeuge, die auf diese Weise ent­standen sind, sind kürzlich auf dem Flugplatz in Ber- kin-Iempelhoj vorgefuhrt worden. Obwohl die beiden Wettbewerber vollkommen unabhängig voneinander gearbeitet haben, sind sie fast genau zum gleichen Muster gekommen, und die beiden Flugzeuge sehen sich ähnlich wie das (5i des Kolumbus einem ge­wöhnlichen Hühnerei. Beide Erbauer haben den ab« gestrebten Hochdecker gewählt, das heitzt, sie haben einen durchgehenden Flügel gebaut der über den Flugzeugrumpf hinweggeht und durch V-förmige Streben gegen ihn abgestützt ist. Beide haben auch Fahrgestelle ohne durchgehende Achse, weil diese Achse infolge ihrer tiefen Lage beim Landen in schwierigem Gelände leicht hängen bliebe und da­durch Anlatz zu Äopfftänben oder lleberschlägen flöhe

Die Rümpfe beider Flugzeuge haben einen sechs­eckigen Querschnitt und sind bei beiden Flugzeugen mit Sperrholz beplankt Die Flügel können bei Mayer abgenommen und seitlich am Rumpf ange­hängt werden. Beim Berliner Flugzeug können sie nach Lösen der vorderen Anschlüße zurückgeklappt werden. Hach der Landung diese» Flugzeugs bei den Borführungsflügen wurde dieses Zurückklappen gezeigt. Das ist eine Augenblickssache. Dann drückt der Flieger die Luftschraube etwas herunter, hebt so den Flugzeugschwanz an und schiebt oder zieht das Flugzeug spielend in den Stall, wo es weniger Platz erfordert al» ein Kraftwagen.

AI» Motor wird vorläufig der 20 Pferdestärken leistende Mercedes-Motor verwendet. Der Deutsche Luftfahrtoerband bemiiht sich aber schon seit länge­rer Zeit um die Schaffung vollwertiger und doch billiger luftgekühlter Flugmotoren. Für do» ein- sttzige Flugzeug kommt eine Leistung von 17 bis 22 Pferdestärken, jur den Zweisitzer eine solche von 30 bis 40 Pferdestärken in Betracht. Man denkt auch daran, den stärkeren Motor zur Erzielung eines höheren Leiftungsüberschusse», also zur Erhöhung der Betriebssicherheit, in den Einsitzer einzubauen.

Die Abmessungen der beiden Flugzeuge sind:

?assion

Te,«eMai.J **

SfS-Äl.UTcbM.,.

«JftW p^ller tterundVn^

ien rersität

MM

«Winternothüfe

utencKegimenbNr.35

fcrnst Kraute

n Beethoven-

, ur, Beethoven -41m

(Pestbcr Carnevali' der Musikalien.Handlung

Verkehrs

00- °'5O. und an der Abend-

. _ HMD

*ndgrFa.Sdiönau4jiekn

fügung gestellt

ienschaftlidte Abteilung

Sitzung

28. Febmar 1831, ».1[Jr

riedriebstraße 24 iifYorfata?K'2j?

rlvat-Doienl Dr. AjW- im in der Bloloffl sitzung (Kassenbencht, den}- .

Giehener Anzeiger sSeneral-Anzeiger für Gdethessen)

Aus Natur und Technik.

so bestehen bei ihm ;. B. auch die Streben ou» Holz, wahrend sie bei dem Berliner Flugzeug au» Stahl- rohr hergestellt sind.

Die beiden niedlichen kleinen einsitzigen Flugzeuge fliegen zu sehen, ist wirklich ein Vergnügen, und man bekommt unwillkürlich Lust, trotz feiner 6<> Fahre das Fliegen noch zu lernen. Das sieht alles Io leicht und einfach aus, datz man es wohl noch schaffen würde. Hoffentlich machen sich recht viele I junge Leute an den Bau solcher Flugzeuge. Man I denkt dabei unwillkürlich an eine Gemeinschaft^ arbeit von Studenten und jungen Technikern mit I

arbeitslosen Holzarbeitern. Solche Ehen sind zum gleichen Zweck schon mehrfach geschloffen worden und haben sich immer als besonder» glücklich erroicien, denn sie bringen schon den jungen Menschen das Gefühl für die Verbundenheit und die Notwendig­keit der Ergänzung verschiedener Volksfchcch^n zum Bewutztfein. Die Kosten eines solchen Flugzeugs betragen ohne den Motor etwa 1000 Mark Man sollte meinen, dost sich dieser Betrag und der für den Motor bei festem Willen auch heutzutage trotz der Not der Zeit in vielen Fallen aufbringen lassen mützten.

OasGonnenlichi treibt einenMotor

Äon Ingenieur Walter Iaekel.

Nachdruck verboten.

Letzten Endes stammt jede Kraftäufterung auf Erden aus dem Weltall. Tinen Teil der uns Auftrömcnben Energie liefert uns die Sonne, ic- boch können wir uns daS Sonnenlicht erst nach mancherlei Umwandlungen dienstbar machen. Die Sonnenstrahlen liehen vor Jahrtausenden Ur­waldriesen heranwachfen, und die auS dielen ent­standene Kohle verbrennen wir jetzt unter dem Kessel, der uns den Dampf zum Antrieb von Dampsmaschinen und Stromerzeugern liefert. Die Sonne ist auch die nie versagende Pumpe, die den ewigen Kreislauf des Wolfers bewirkt und damit unsere Walserkraftwerke speist. Aber ein Wunsch der Elektrotechniker und Physiker konnte bis jetzt noch nicht verwirklicht werden, nämlich Sonnen-

Bild 1.

Sin kleiner Motor (rechts) wird durch den Stroms getrieben, den eine lichtelektrifche Zelle (links) bei Bestrahlung durch die Sonne liefert.

licht unmittelbar in Elektrizität und Bewegungs­energie .umzuwandcln. Gelänge dies, so könnte man wohl einen vollkommenen Umschwung in der Energiewirtschaft der Welt erwarten. Die Mittel zur Fortleitung elektrischer Energie über gröftte Entfernungen hoben wir ja bereits. Könnte man die in manchen Erdteilen reichlich vorhandene Sonnenenergie ersoffen, fo könnten alle Länder daraus Nutzen ziehen.

Es hieße die Pflichten eine- technisch-physi­kalischen Berichterstatters verletzen, wollte man die Versuche. von denen im Folgenden erzählt wird, gleich als Lösung der Ausgabe der Lichtumwand- lung hinstellen, ein kleiner Anfang lind sie je­doch unbedingte Und was Forschergeist und For- scherfleift häufig aus kleinsten Ansängen heraus entwickelt hoben, hat man in den letzten daftren tausendfach erlebt. Die entsprechenden Versuche gehen bis in das Jahr 1928 zurück. Siemens & Holske meldeten damals ein Patent an, das ein Verfahren zur Umwandlung von Sonnen­

licht in Elektrizität angab. Man hatte nämlich folgendes beobachtet: Sent man eine Kupferplatte, deren eine Seite man mit einem Wärmeverfahren in Kupferorydul verwandelt batte, mit der Kup- ferorydulseite dem Sonnenlicht auS, fo gibt ein Galvanometer, das mit je einem Pol an die Kup- ferfeite und an die Kupferoxydulfeitc der Platte

Bild 2.

Die Sonne zeichnet ihre Helligkeit auf einem Pa- pierstreifen im Sonnenschreiber (rechts) fortlau­fend selbst auf.

angeschlossen wird, einen Ausschlag, der das Vor- bondensein eines Stromes beweist Als wahr­scheinlicher Ursprung der Elektrizität wurde die Grenzschicht zwischen dem Kupfer und dem Kup- seroxydul ermittelt. Aul dieser Grundlage wurde in verschiedenen Richtungen weitergearbeitet Durch einige Abwandlungen des ursprünglichen Gedankens gelangen wesentliche Fortschritte be­züglich der Energieausbeute solcher lichtelektri­scher Zellen. Die neueren Arbeiten im For­schungslaboratorium von Siemens 4 Halske haben zu einer Zelle geführt, bei der eine Platte von Kupseroxydul auf der einen Seite mit einem Metallblatt überzogen ist. Mit einer solchen etwa 70 mal 70 Millimeter großen Zelle konnte man einen kleinen Motor antreiben, der auS einem Haushaltzähler stammte (Bild 1). Ein Span­nungsmesser üblicher Bauart, wie ihn etwa Funk- bastler benutzen, zeigte beim Anlegen an eine kleinere Zelle kräftige Ausschläge von etwa 10 Millivolt. Die Leistung einer solchen Zelle be­

ben konnten. Der Grsolg dieser Maftnahmen ist nicht ausgeblieben: 3m Jahre 1930 sind nur noch 129 Kraftwagen von Eisenbahnzügen überfahren worden. Das ist eine Abnahme von über 1 . gegen das Vorjahr, obwohl die Zahl der Kraftwagen in derselben Zeit um fast 1 ., zugenommen hat. Aber auch diese Unfälle hätten in den meisten Fällen vermieden werden können, wenn sich die Kraftfahrer mehr als bisher bemühen wollten, ihre Geschwindigkeit bei Annäherung an einen Bahnübergang so weit zu ermäftigen, daft sie auch dann noch mit Sicherheit vor dem Mcbergang halten können, wenn ihnen plötzlich ein Zug in die Quere kommt. Da man nach der Zählung bei längeren Fahrten durchschnittlich nur alle 20 Kilo­meter eine Bahn zu kreuzen hat, ist der dadurch bedingte Zeitverlust so geringfügig, daft er nicht ins Gewicht fallen kann.

Die Reichsbahn hat auch Versuche mit Si­gnalen gemacht, die der Zug selbst auSlöst. Es handelt sich dabei um sogenannte Tageslicht­signale. das heiftt also um ein grünes oder ein rotes L'cht am Bahnübergang, das anzeigt, ob er frei ist, oder ob ein Zug naht. Diese Lichter werden vielfach als Blinklichter auSgeführt, so daft sie sehr stark aufsallen. Gewöhnlich wird das Licht von elektrischen Glühlampen geliefert, und zwar von solchen, die mit niedriger Spannung betrieben werden, da solche Glühlampen fast ewig halten. Wo Elektrizität fehlt, erzeugt man das Licht durch einen Azetylenbrenner, der. aus einer in dem Lampensuft untergebrachten Azetylen- flasche gespeist wird. Eine zweite Flasche springt selbsttätig ein. wenn die erste leer ist. Diese Licht­signale. von denen ich kürzlich verschiedene Aus­führungen bei Tage und bei Rächt besichtigt habe, wirken ganz vor;üglich. Wenn man sie sieht, hat man das Gefühl, daft fie eigentlich jedes llcbcr- 1 obren eines Kraftwagen- durch einen Zug hint- cmhalten müftten. denn es wäre doch geradezu ein verbrecherischer Leichtsinn, wenn ein Äraftf öftrer beim Blinken des roten Lichtes noch versuchen wollte, die Bahn zu überqueren. Man sollte daher, wenn man die ungeheuren Kosten für solche Signale aufwendet, dafür sorgen, daft jedem Kraftfahrer, der auch nur einmal das rote Licht unbeachtet läftt. nicht nur der Führerschein ent­zogen wird, sondern haft er auch einer Strafe verfällt, die unbedingt abschreckend wirkt: letzt er doch gewöhnlich nicht nur sein eigenes Leben aufs Spiel, sondern auch das anderer, die kein Mittel in der Hand hoben, einen solchen Leicht­sinn zu verhindern. Aber auch jetzt schon sollte jedem Kraftfahrer bei jeder Gelegenheit immer wieder eingehämmert werden:Fahre vorsichtig über Bahnübergänge und nähere dich ihnen lang­sam!"

Diebstahl elektrischer Energie.

Aechtsbetrachtungen eines Technikers.

Don Franz Neumann

Nachdruck verboten.

Es ist für den Rechtskundigen meist schwer, sich in technische Gedankengänge hineinzufinden, denn sein Denken bewegt fuft in ganz anderen Dahnen als das deS Technikers. Aufterdem ist der Richter an den Wortlaut der Gesetze gebunden und muft es sein, da sonst die gröftte Willkür in unsere Rechtspflege hineingetragen würde. Daraus er­geben sich oft Urteile, die dem Techniker, ja so­gar dem Laien vollkommen unverständlich erschei­nen So konnte z. V. der Erste, der elektrische Energie entwendet hatte, indem er ein Kabel an- zapste und durch angelegte Drähte Strom in seine Wohnung abzweigte. nicht wegen Diebstahls be­straft werden, obwohl es natürlich ganz klar ist, und auch damals schon klar war. daft er ge­stohlen hatte. Aber der Diebstahlsparagraph des Strafgesetzbuches lautet:Wer eine fremde be­wegliche Sache einem anderen in der Absicht toeg- nimmt, dieselbe sich rechtswidrig zuzueignen, wird wegen Diebstahls mit Gefängnis bestraft.' Damals konnten die Sachverständigen nicht sagen, ob Elek­trizität eine Sache sei und ob sie eine bewegliche Sache sei, und das konnten sie auch heute, wenn wir auch mehr über das Wesen der Elektrizität wissen, noch nicht mit Bestimmtheit angeben.

Sehr viel einfacher liegt der Fall, wenn jemand auS einer Gasleitung Gas stiehlt. Gas ist zweifel­los eine bewegliche Sache, und ebenso konnte schon immer jeder ohne weiteres verurteilt wer­den, der etwa Wasler aus einer Wasserleitung abzapfte. Es erscheint jedoch sehr fraglich, ob je­mand nach den jetzigen Gesetzen anders als wegen Sachbeschädigung bestraft werden kann, der sich an eine aus Hin- und Rückleitung bestehende Sem- Heizanlage anschlieftt und das aus der Ein­leitung entnommene warme Wasser,' nachdem er ihm einen gewissen Wärmebetrag entzogen hat, wieder in die Rückle.tung zurückleitet, derm er hat ja kein Walser gestohlen, sondern nur die im Wasser enthaltene Wärme. Wärme ist aber zwei­fellos keine Sache.

Man hat damals ein besonderes Gesetz erlassen, nach dem man den bestrafen kann, der elektrische Kraft richtig muft es fteiften elektrische Energie stiehlt. Aber dieses Gesetz ist viel zu eng ge­faxt, denn es müßte sich, wie das Beispiel mit dem warmen Waller zeigt, auf den Diebstahl von Energie in jeder Form beziehen Wärme ist z. B. auch Energie und dürfte sich nicht auf die elektrische Energie beschränken. Ein besonderes Gesetz ist im übrigen ganz unnötig, denn die Be­stimmungen über den Diebstahl von Energie ge-

Mittwoch, 24. Scbruar 1952

trägt einige Millionstel Watt Man kann tue Zelle oud) a!S .Sonnenschreiber" benutzen, wenn man die Spannung durch ein Schreibgerät auf- zeschnen läßt «Bild 2 Vorbeiziehende Wolken bringen ein starkes Abfallen der Schackkinie, eben­so em Schließen des Fensters ulw Bei zeitrich­tiger Einstellung des Streifens lassen sich die Aul- und ilntcrgangejeitcn der Lonne ableen sowie der 3eitbunlt des Ausziehen» von Gewittern usw sest stellen.

Die praktische Bedeutung der Versuche läßt sich noch nicht vollständig überleben. An sich bestände ohne weiteres die Mögllchkeit. mehrere Kilowatt Leistung auf diese Weise zu erzeugen. iedoch wür­den die hoben Anlagekosten rund IC'OiW Mk für ein Kilowatt - eine Wirtschaftlichkeit un­möglich machen, zumal für solche Leistungen Flachen in der Größenordnung von mehreren tau­send Quadratmeter nötig waren.

Photographieren bei Lampenlicht.

Längst hat daS Wort feine Geltung verloren, daß im Winter die Kamera deS Liebhaber-Pho- tographen zu ruhen habe. Heute wollen wir nicht von den fchwicrigen Schnee-Aufnahmen reden, fondern von ganz einfachen Zimmernufnahmen. Mit Blitzlicht. Heimlampe oder Magnesiumband können wohl die meisten schon arbeiten. Weniger bekannt ist. daß auch daS einfache Lampenlicht Aufnahmen sowohl von Personen wie von leb­losen Dingen gestattet. Auch hier gibt eS dann zwei Gruppen von Bildern: solche, die nur Er­innerungswert haben, und solche von künstle­rischen Ansprüchen. 3c mehr Licht zur Verfü­gung steht, etwa durch Oberlicht, daS von der Hellen Decke zurückstrahlt. um so besser ist eS na­türlich. Wir kommen bann, bei nicht zu starkem Abblenden und hochempsindlicheir Platten, oft mit Delichtungszeiten von wenigen Sekunden auS. Ge­naue Angaben können nicht gemocht werden, da die Bedingungen für jedes Zimmer andere sind, doch seien 5 bis 10 Sekunden alS Anhalt gege­ben. Einen ersten Versager, auS dem er lernen kann, wird feder in Kauf nehmen. Die Erfolge werden dann um so schöner sein. Gegenstände mit dunklen Schatten müssen sreilich bis zu eini­gen Minuten belichtet werden, wenn auf feine Zeichnung auch in den dunklen Partien Wert ge­legt wird. Doch geben auch Bilder, die scharf das Licht gegen die Schatten abzeichnen, oft gute Wirkungen Nervöse Personen, in unserer Zeit fo häufig, werden schon 5 Sekunden kaum still- halten können, ohne den verkrampsten Ausdruck zu zeigen, den wir ..Photographiergesicht" nen­nen. Am größten ist die Gesahr des NerwackelnS bei Augengläsern, deren scharfe Lichter schon in Sekundenbruchteilen die Platte beeinflussen. Für solche Motive empfiehlt sich eine Tischlampe.

Allgemein ist bei solchen Ausnahmen zu be­achten. haft kein Licht direkt in den Apparat fällt, da sonst Verschleierungen entstehen. Doch ist die» in jedem Falle leicht durch Abdecken mit einer Pappe oder dergleichen zu verhindern. Doll der scharfe Gegensatz zwischen dem. was direkt be­leuchtet wird, und dem anderen Bildstoff t>ermle­ben werben so empfiehlt sich Aufhellung ber Schatten mittels eines Lichtschirmes. DaS ist fo leicht, übrigens für alle Zimmer-Aufnahmen, baß man sicy tounbem muß, wie wenige Liebhaber- Photographen bamit vertraut finb. Ein weißes Tuch, von einer unbeschäftigten unb für bas Bild nicht in Frage kommenden Person gehalten, ober über eine Stuhllehne gelegt, wirb meist schon ge­nügen. Ratürllch wird man nach Möglichkeit ver­meiden, es mit zu photographieren.

hören einfach mit in den Paragraphen 242, den Diebstahlsparagraphen, da es ganz zweifellos Diebstahl ist, wenn jemand Energie stiehlt. 3n Wirklichkeit hat er doch einfach dem Kraftwerk die Kohlen gestohlen, die es für die Erzeugung ber entsprechenden Elektr zitätSmenge aufgetoenbet hat. Ist dis Elektrizität mit Wasserkraft erzeugt worden, so hat er eben den Betrag für die Ver­zinsung und Abschreibung sowie für die Znstand- yaltung gestohlen, der auf die von ihm entwendete Elektrizitätsmenge entfällt ES muft also im neuen Gesetz ein Wortlaut gefunden werden, der den Diebstahl von Energie in jeder Form dem Dieb­stahl von beweglichen Sachen gleichstellt. Dann kann man unseres Erachwns sogar Schwärzerer auf Grund dieses Paragrap hm bestrafen, da sitz zwar wenig aber dafür eine aufs höchste veredelte Energie stehlen.

Es ist jetzt in den Zeitungen viel die Rede da­von gewesen, auf Grund welche; Paragraphen des Strafgesetzbuches die Störer ber Reujahrsrebe des Reichspräsidenten wohl bestraft werben konn­ten: Zweifellos wegen Sachbeschädigung, und das haben auch alle Zeitungen erwähnt. Es ist ja selbstverständlich, daft die Tater das Kabel be­schädigen mußten, um an die BefprechungSabern für ben Deutfchlanbsenber zu gelangen. Gar nicht erwähnt gefunden habe ich aber den Paragraphen 317: .Wer vorsätzlich und rechtswidrig den Be­trieb einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Te­legraphenanlage dadurch verhindert ober gefähr­det, daft er Teile oder Zubehörungen derselben beschädigt ober Veränderungen daran vornimmt, wird mit Gefängnis von einem Monat bis zu drei Jahren bestraft." Daß b-efer Paragraph zu­trifft, unterliegt nicht bera leisesten Zweifel, denn die Rundfunkbefprechungsleitungen bilden zwe'.sel- los Teile einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage. Ebenso kann es unserer An- srcht nach keinem Zwei'el unterliegen, daft im vor­liegenden Falle die Höchststrafe angewe..det wer­ben muft. Redende' aber muft unserer Ansicht nach eine Bestrafung wegen Diebstahls elektrischer Energie eintreten, berat die Täter haben zweifel­los, ehe sie in die Le hing hineingesprochen haben, mitgehört, haben also Strom aus der Leitung entnommen. Allerdings fließt ja durch einen Fern­hörer beim Anschalten an eine solche Leitung nur ein Strom von ganz außerordentlich geringer Stärke. Diel haben sie also nicht herausgenommen, aber sie haben einen Strom herausgenommen. ber sehr stark verebelt war unb bementsprechend teuer ist. Wenn man einen Diamanten stiehlt, so hat man schließlich ebenso nur Kohlenstoss gestohlen, wie wenn man irgendwo ein Stückchen Kohle mit­genommen hat. und doch wird man mit Recht für den Diebstahl des diamanten, obwohl er viel kleiner ist, weit strenger bestraft.