Ausgabe 
23.11.1932 Frühausgabe
 
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Hitlers Antwort wird heute erwartet

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Erörterungen der presse

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i folgt.)

Berlin. 22. Rov. (Lil.) In unterrichteten Kreisen hatte man am Dienstagabend den Ein­druck, daß eine endgültige Entscheidung mög­licherweise auch am Mittwoch noch nicht erfolgen werde, da man sich immer noch im Stadium der Borfrage befinde, wie der Auftrag des Reichs- Präsidenten an Adolf Hitler für die Regterungs- Praxis eigentlich gedacht sei. Selbst wenn also Hitler am Mittwoch den Auftrag im Sinne einer parlamentarischen Mehr­heit sbildung als undurchführbar ablehnen würde, könnte dies in einer Form geschehen, die die Kandidatur Hitlers für den Reichs- kanzlerposten noch keineswegs erledigt. Es sei denn, daß sich der Reichspräsident anders entschiede. So meint dieGermania", daß die Beratungen eine deutliche Entwicklung von

dem parlamentarischen sidialkabinett zeigten. Wan mühte die Ant- wort des Staatssekretärs Meißner in vollem

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr.

Chefredakteur

Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undsürdenAn» zeigenteil i. D. TH.Kümmcl sämtlich in Biegen.

eingehen, die man ihm bei Mission auferlegte? war Antwort:Man darf einem Aufgabe und damit eine übernimmt, diese Aufgabe

Jetzt und später ist gut besorgt, üchenausstattung. ige Frau weiß, wie janze Hausrat ist. ersten Mittag* Sie' es merken. -Sie für die Aus* ensorgfältlgauch mmengestellt bei

Häuser aldsgarten uf 2145/2146

zum Prä

Arbeitenden dieses Unternehmen« oder dieser Behörde verabfolgten Lebensmittelkarten und In­dustriewarenkarten sowie das Recht der Benutzung der ihm in den Häusern dieses Unternehmens oder dieser Behörde zur Verfügung gestellten Woh- nung zu entziehen. Die Sowjetrepublik geht mit dieser Verfügung weit über das in Kulturländern übliche Maß des Zwangs zur Leistung einer ver­traglich übernommenen Arbeitsverpflichtung hin- aus und verhängt einen summarischen Arbeitszwang. Wer sich diesem Zwang nicht fügt, oder auch nur einmal nicht fügt, wird mit dem Hungertode bestraft, denn es wer­den ihm die Lebensmittelkarten entzogen und es wird ihm die Wohnung genommen. Dom Stand­punkt der bolschewistischen Weltanschauung aus ist es verständlich, wenn die Sowjetregierung die schärfsten Strafbestimmungen für Arbeitsverwei­gerung trifft, aber wie verträgt sich die Rotwen­digkeit zur Verhängung so schwerer Strafen mit der Behauptung der Kommunisten, daß der rus­sische Arbeiter Freude an der Arbeit hat, die Arbeit für ihn kein Zwang mehr ist, sondern ein Bedürfnis?

Meißners Antwort.

Berlin, 22. Roo. (OB.) Bon gut unter­richteter Seite erfahren wir über den Inhalt des

dert weiter von den Faktoren der Rechten, wie t(on den amtlichen Persönlichkeiten unter allen Umständen ehrliches Spiel mit Hitler. DerTag" berichtet, daß in den kritisierenden Gegenfragen Hitlers an Meißner gegen d i e Bedingung der Beibehaltung des Wirtschaftsprogramms entsprechend der bisherigen Rotverordnung nichts cingetoen* bet worden sei.

Oie Nationalsozialisten wieder im Bayerischen Landtag.

München, 22. Nov. (TU.) Im Bayerischen Landtag, der am Dienstag nach langer Pause wie­der zu einer Vollsitzung zusammentrat, wurde mit allen Stimmen gegen die der Sozialdemokraten und der Kommunisten ein Vorschlag des Prä­sidenten angenommen, wonach die Aus­wirkung der Vorgänge vom 17. Juni für e r l e b i g t erklärt und den Nationalsozialisten die Beteiligung an den Landtagsoerhand­lungen wieder gestattet wird. Hierauf wurde die Sitzung um 20 Minuten unterbrochen. Nach Wie­deraufnahme der Sitzung hatten die National­sozialisten sich auf ihren Plätzen eingefunden. Der Präsident gab dann bekannt, daß die nationalsozia­listische Fraktion ihn^u der Mitteilung ermächtigt habe, daß die nationalsozialistische Fraktion nach dieser Regelung ihre beim Staatsgerichtshof ein­gebrachte Klage zurückziehen werde.

Ein kommunistischer Limsturzplan.- 16 Personen verhaftet.

Ludwigshafen, 22. Nov. Wegen des Ver­dachts, einen Putsch geplant zu haben, sind in der Nacht zum Dienstag in Ludwigshafen 16 Führer der Kommunistifchen Partei verhaftet worden. Einzelheiten sind von amt­licher Stelle noch nicht zu erfahren. Dem Vernehmen nach handelt es sich um die Aufdeckung eines über ein größeres Gebiet sich erstreckenden Umsturzplans.

Oie Neuordnung des Rundfunks.

Berlin, 22. Rov. (WTB. Amtlich.) Rach Ab­schluß der Reuordnung bes Rundfunks tritt der Rundfunkkommissar Ministerialrat Scholz toic- ter in das Reichsministerium des Innern zurück. Der Reichsminister des Innern hat Ministerialrat Scholz seinen Dank für die hingehende und er­folgreiche Arbeit bei der Reuorbnung bes Rund- funks ausgesprochen. Mit der vorläufigen Vertretung des Rundfunkkommissars ist bet Rundfunkreferent im Reichsministerium des In­nern, Oberregierungsrat Dr. Conrad, beauf* I tragt worben.

anzuwendcnden Methoden."

Bei Gelegenheit", fuhr Schacht Sie, folgendes zu veröffentlichen: 13. August nicht gesagt: Ich will Macht, sondern: Ich will die ganze Ver­antwortung! Wird Hitler jetzt nicht Kanzler, dann wird er es in vier Monaten. Er kann war-

nisterpräsident seinem österreichischen Kollegen be­sonders kräftig die Hand schüttelt. Böswillige Ge­müter könnten daraus herauslesen, daß Boyern sich für alle Fälle bereits eine Rückendeckung zu schaf­fen sucht ...

Wenn man die Berichte kommunistischer Zei­tungen über Arbeitsverhältnisse in Sowjetrußland lieft, bann wirb der Ein­druck erweckt, als könne es für den Arbeiter nichts schöneres aus der Welt geben, als fei der russische Arbeiter zur Arbeit um ihrer selbst tollen be­kehrt, als befände sich der Arbeiter in einem Paradies, in dem es eine Lust zu arbeiten sei. Aber ganz fo ist es doch nicht. Das Vergnügen bes russischen Arbeiters an ber Arbeit im Kol­lektiv muß doch auch hin und wieder mit exem­plarischen Mitteln wachgehalten werden. Die Zei­tungen veröffentlichen einen Erlaß der Zentralexekutive zur Stärkung der Arbeitsdisziplin, in dem es heißt: Ein Arbeitender, ber auch nur einen Tag ohne trif­tigen Grund nicht zur Arbeit erscheint, ist aus dem Unternehmen oder der Behörde zu entlassen und ihm das Recht der Benutzung der ihm als

kanzler werden kann und das ist Adolf Hitler." Wird Adolf Hitler auf die Bedingungen ' der Uebertragung der

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lieber Währungsfragen gefragt, erklärte Schacht: Irgendwelche Befürchtungen hinsichtlich eines Abgleitens ber Währung brauchten so lange nicht gehegt zu werden, als der Zah lungsverkehr mit dem Ausland von hoher Hand geregelt wird. Es wird also alles daraus ankommen, den Deoisenverkehr nicht eher wieder freizugeben, als bis durch eine a u s g c glitt) c ne Zahlungsbilanz die Mark ihre Parität bewahren kann auch im internationalen Zahlungsverkehr."

h hei uns Abschuß nm sich daran» enUg' K}eii einen odernes ; machen ^n. en daher ab

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Berlin, 22. Rov. (ERD.) Rachdem die Ant­wort des Staatssekretärs Dr. Meißner an Hrtler übergeben worden ist, lag der Schwerpunkt der Entwicklung jetzt wieder im Kaiserhof. Gegen 16 Mr hatte dort eine Sitzung Hitlers mit seinen engeren Parteifreunden be­gonnen, in der nun beraten wurde, ob und in wel­cher Form Adolf Hitler dem Ersuchen bes Reichs­präsidenten folgen wirb.

Praktisch und intern scheint bie Entscheibung bereits in bieser Führerbesprechung gefallen zu fein, bie bis zum Abend dauerte. Wie behaup­tet wird, ist es zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Auffassungen gekom­men. Das Ergebnis der Besprechung war schließ­lich, daß eine Kommission eingesetzt wurde, die eine Denkschrift ausarbei- t e n soll. Diese Denkschrift soll eine lange sach­liche Darlegung sein, in der zu den fünf bekann­ten Bedingungen des Reichspräsidenten Punkt für Punkt Stellung genommen wird. Im ganzen soll die Denkschrift den Rachweis enthalten, daß un­ter diesen Bedingungen eine parla­mentarische Lösung unmöglich sei. Daß die Denkschrift recht umfangreich wird, geht auch aus der Angabe hervor, daß sie das ganze Pro­blem auch in staatsrechtlichem und historischem

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Die Staaten der alten® on au m o n a r - I ch i e entwickeln in der letzten Zeit eine erstaun­liche politische Aktivität. Der neue ungarische Ministerpräsident Gömbös hat eine Triumph­fahrt nach Rom angetreten. Unmittelbar nach seiner Rückkehr ist der Wiener Kanzler Doll­fuß in Begleitung seines Handelsministers Hals über Kopf nach Budapest gereist, nachdem er unmittelbar vorher eine Besprechung miködern bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held in Salz­burg gehabt hatte. 'Begreiflich, daß man darüber in Paris nervös geworden ist und schon allerlei unheimlich« Gespenster an der Donau herumgeistern sieht, um so nervöser vielleicht, als inzwischen die Hoffnungen auf eine französisch- italienische Annäherung in die Brüche gegangen sind und Mussolini in den letzten Tagen den Reichstagspräsidenten Döring wie den früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht bei sich ge­sehen hat.

Ob es wirklich richtig ist, hinter all diesen ver­schiedenen Symptomen einen großen einheitlichen Plan zu vermuten? Kaum. Welche Absichten Italien verfolgt, weiß man ja seit langem. Das Ziel der italienischen Politik geht dahin, die französische Vor­herrschaft auf dem Balkan zu brechen und eine Art Dreiecksverhältnis zwischen U n garn, Italien und Oesterreich zu schassen, das für die Machtverteilung im osteuropäischen Raume entscheidend wäre. Denn ein solcher Block droht d e n Ts ch e ch e n mit einer vollkommenen Ein­kreisung er droht den Jugoslawen mit einer Absperrung vom Westen und isoliert gleichzeitig Rumänien, kann also, wenn er richtig durch­organisiert ist, tatsächlich die Bedingungen auf dem Balkan diktieren und den französischen Einfluß pa­ralysieren. Dies um fo eher, als das französische Portemonnaie heute nicht mehr so leicht zur Ver­fügung steht wie in den Jahren nach dem Kriege, einer der Hauptanziehungspunkte also für die Er­füllung der Pariser Wünsche verloren gegangen ist

Ab«r Mussolini ist auch viel zu klug, als daß er

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eine undurchschreitbare Zone des Todes m das Ge­lände zwischen den Befestigungswerken zu legen vermag. Starke Hindernisse umgeben die Werke und schließen sie gruppenweise zu Inseln zusammen, die auch im Falle eines Einbruchs sich noch lange isoliert halten können. Tief unter diesen Verteidigungsein- ridjtungen breitet sich als weiteres Teil des gewal­tigen Befestigungssystems wie eine unterirdische Stadt ein Netz tiefminierter Gänge aus, das die einzelnen Werke untereinander und mit den rück­wärtigen Linien verbindet. Durch sie können Muni­tion und Verpflegung von den Hauptgängen aus, deren elektrisch betriebene Fahrstühle auch die schwersten Geschosse aufnehmen können, nach vorn gebracht werden. An diesen Gängen liegen auch mit allen Bequemlichkeiten eingerichtete unterirdische Kasernen für die Bereitschaftstruppen. So hat sich Frankreich einen unverwundbaren Panzer geschaf­fen, der bis auf Gewehrschußweite an deutsches Land herangeschoben ist. Er ist der Schild, hinter dem sich die mächtigste Armee der West zum lln- griff sammeln soll.

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richtig, daß der ehemalige Reichsbankpräsident Dr. Schacht dem deutschnationalenPartei- sührer einen Besuch gemacht hat. Er hatte den Zweck einer Vermittlung^ dürste jedoch nicht zum Ziele geführt haben, da Geheimrat Hugenberg auf dem Standpunkt steht, daß nur direkte Verhandlungen zwischen den Partei­führern einen praktischen Sinn haben. Der Weg zu solchen Verhandlungen ist von Dr. Hugenberg in der Antwort an den Reichstagspräsidenten Gö­ring ausdrücklich offen gehalten. Ein ganzer Le­gendenkranz rankt sich um die Anwesenheit des Herzogs zu Koburg in Berlin. Man spricht davon,' daß er den Versuch machen wolle, die Harzburgei: Front wieder herzustellen. Bisher ist ein solcher Versuch aber noch nicht ein­geleitet worden.

Schacht für eine Kanzlerschaft Hitlers.

Bremen, 22. Nov. (TU.) Der zurzeit in Ber­lin weilende Chefredakteur derNordwestdeut­schen Zeitung" Bremerhaven drahtete seinem Blatt eine Unterredung mit dem früheren Reichsbank­präsidenten Dr. Schacht. Auf die Frage, ob Schacht Reichskanzler werden wolle, antwortete dieser:Es gibt nur einen, der heute Reichs-

Zusammenhang behandeln soll.

Damit soll sich die Denkschrift aber nicht er­schöpfen, sondern gleichzeitig sollen auch posi­tive Modifikationsvorschläge für ein Präsidialkabinett gegeben werden, wie eS nach nationalsozialistischer Auffassung un­ter den augenblicklichen ilmftänten für möglich gehalten wird. Es heißt, daß die Herstellung der Denkschrift unter der Leitung von Staatsminister Frick, Gregor Straßer und Dr. Goebbels erfolgt. Die Entscheidung Hitlers wird dem Reichspräsidenten nicht vor Mitttoochvor- mittag übermittelt. Von nationalsozialistischer Seite wird ausdrücklich betont, daß die Antwort noch nicht fertig ist, daß vielmehr noch an ihr gearbeitet werd«. Hitler ist heute abend in die per gegangen. Der Kaiserhos bietet deshalb auch keineswegs das lebhafte Bild der letzten Tage. Schacht sucht mit Hugenberg zu vermitteln.

Berlin, 22. Nov. (CNB.) In politischen Krei­sen waren alle möglichen Gerüchte verbreitet. Dazu gehörte die Behauptung, daß Hiller bereits eine Einladung an bie Führer der anderen in Frage kommenden Parteien zu einer Bespre­chung habe ergehen lasten. Das ist jedoch nicht richtig. Diese Einladung ist nach Auffassung parla­mentarischer Kreise zwar der gegebene Weg. Zu­nächst aber muß Adolf Hitler sich selb st ent­schieden haben. Andere Gerückte wollen oon Vermittlungsaktionen wissen. Daran ist

die Schwierigkeiten übersehen sollte, bie auf diesem Wege liegen. Er hat oft genug gezeigt, daß er warten kann. Das einzig Greifbare von dem französischen Angsttraurn ist daher die An­näherung zwischen Budapest und Wien, die politisch und wirtschaftlich auch aus sich selbst hinreichend begründet werden kann. Die österreichisch-ungarischen Handelsbeziehungen sind alles andere als herzlich. Beide Staaten haben also ein Interesse daran, die Zollschwierigkeiten zu beseitigen, schon um sich finanziell etwas zu entlasten, während auf der anderen Seite Oester­reich, solange die Dölkerbundsanleihe nicht voll­kommen in Ordnung ist, alles vermeiden wird, was in Paris unangenehm auffallen könnte.

Beunruhigend ist nur für uns die Salzbur­ger Zusammenkunft, an der neben Herrn Dollfuß und Dr Held auch der österreichische Kriegsminister Vaugoin teilgenommen hat. Ist sie eine rein christlich-soziale Angelegenheit, dann wäre dagegen nichts zu sagen. Aber Herr Dr. Held wird es verstehen können, wenn man in Norddeutschland etwas mißtrauisch ist und nicht ohne Bedenken zu­sieht, wie gerade im Augenblick einer Spannung -wischen Berlin und München ber bayerische Mi-

General-Anzeiger für Oberhessen

Dnid und Verlag: Vrühl'fche Universitats-vuch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Seschästrftelle: Schnlstrahe 7.

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Besonderes Interesse verdient auch bie Veröffent­lichung über das geradezu riesenhafte fronzosljche F e st u n g s s y st e m, das sich wie eine chinesische Plauer an der französischen Ostgrenze entlang zieht und jeden feindlichen Einbruch verhindern soll. Ein fein durchdachtes Netz von einander eMnzonden Werken ist an bie Stelle ber alten Forts getreten. Keines bieser Werke ist größer als es ber Raum für die darin aufgestellten Schnellfeuergeschütze, für die Munition und die bewußt schwach gehaltene Be­satzung fordert. Da die Bedienung der Waffen leicht mechanisiert ist, genügen nur wenige Verteidiger, um gewaltige Feuersperre auszulösen, die sich wie

Wortlaut kennen, um eindeutig feststellen zu können, ob diesem Bestreben der nationalsozia­listischen Führung Entgegenkommen gezeigt werd«. In unterrichteten Kreisen nehme man an, daß Hitler zwar den parlamentarischen Versuch ab­lehne, aber seine Partei fürein Präsidial­kabinett unter seiner Führung zur Verfügung stelle.

DieTägliche Rundschau" hält bereits für seststeheÄ, daß eine rein parlamentarische Krisenlösung für die Rationalsozialisten nicht in Frage komme, ohne daß damit gesagt werden könne, daß die von manchen Kreisen für möglich gehaltene Wiederkehr Papens schon in den Be­reich der Wahrscheinlichkeit gerückt sei. Das Blatt unterstellt weiter Herrn v. Papen eine gewisse Tlrheberschaft an den Hitler gestellten Bedingun­gen; man wolle auf diese Weise die Rational­sozialisten auf ein Gleis manövrieren, dessen ent­scheidende Weichen man selber besetzt halte, um bei Gelegenheit den notdürftig zusammengekoppel- ten Zug zum Entgleisen zu bringen.

Im Gegensatz dazu sagt dieDeutsche All­gemeine Zeitung", daß die ganze Frage falsch gestellt sei, wenn man den Rational­sozialisten einrede, sie sollten in eine Falle" ge­lockt werden. Das Beispiel des Kabinetts Brü­ning lehre und damit deutet das Blatt den In­halt der Antwort Meißners an Adolf Hitler an, daß auch ein von parlamentari­scher Grundlage ausgegangenes Ka­binett bei entsprechendem Vertrauen des Reichspräsidenten in die Lage verseht wer­den könne, sich des Artikels 48 zu be­dienen, wenn der Reichstag versage und keine andere Möglichkeit übrig bliebe. Das Blatt for-

M276KvÜhausgabe 182. Jahrgang Mittwoch, 25. November 1932

GietzenerAnzeiger

Die Kölnische Illustrierte Zeitung gibt in einem Sonderheft eine ausgezeichnete lieber» sicht über den Stand der französischen Rüstungen. Die Zusammenstellung über dasFrankreich in Waffen" zeigt daß vor Deutschlands Toren das

Ä Ä I Briefe. Bdfruj M, et b..

21 weiße Infanteriedivisionen (davon eine weiße Bcffrcbcn zeigt, die Fragen Hitlers klar zu be- Koloniatdivision), fünf farbige Infanteriedivisionen, antworten und alle vorhandenen Zweifel zu fünf weiße Kavalleriedivisionen, vier weiße Luft- klaren. Der fiern des Briefes ist in der bereits divisionen, die Reserve general der Korps-, Armee- gcf(crn berührten Feststellung zu sehen: daß der und Heerestruppen, hauptsächlich schwere unb ^bante einer P r ä s i d i a l r e g i e r u n g von schwerste Artillerie, Kampswagen und technische oovnf)6rcin ble Möglichkeit ausschlieht, daß sie Truppen. Dazu kommen elf Infanter.edw.sionen I bcm jübrcr einer politischen Kavalleriedivisionen ohne alle modernen Waffen. Ersuchen des Reichspräsidenten an Herrn HitIler Die halbe französische Friedensarmee steht an den nur auf die Bildung einer Regierung Grenzen von Deutschland und Italien und ist inner- auf parlamentarischer Grundlage be­hack weniger Stunden ausgefüllt mzd marschbereit, ^ehen. Die Version, wonach Staatssekretär Meih- Die Massen der Divisionen bilden im Innern Frank- ner aud) oon Möglichkeit einer nur tole- reidjs die Wehrpflichtigen aus. Ihnen Hnb bereits I rjrenbcn Mehrheit gesprochen habe, ist im Frieden die Stäbe von weiteren 20 Reserve- ^gegen ge(,t sein Schreiben auch

S:na*mrfesten °uMtend°°f * » und fichten läge der Mobilmachung ein schlag- nem Brief zum Kabinett Brüning gez g bereites Heer von vier Millionen Weißen und einer | hatte.

Million Schwarzen bis in die letzten Teile verwen- dungsfähiq 25 000 leichte Maschinengewehre, 18 000 schwere ÄG., 1500 Minenwerfer, 3200 leichte und 2200 schwere Geschütze, 4000 Kampfwagen und 5000 Flugzeuge ist die Ausrüstung der ersten Wellen dieses Heeres, dessen Organisation auf den sofortigen und weitreichenden Angriff zugeschnitten ist. Das Aufmarschgebiet in einem Kriege gegen Deutschland soll die in Versailles entmilitarisierte Rheinlandzone bilden, von wo aus der Vormarsch in Richtung auf Mainz und Würzburg angetreten werden soll. Das geht aus den Veröffentlichungen des französischen Kriegsministeriums klar hervor.